Kreta Testbericht

Kreta
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Erfahrungsbericht von cwagner

Kreta ist echt eine Reise wert

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Allgemeines:
Kreta ist die größte aller griechischen Inseln, die Ausdehnung beträgt etwa 12 bis 60 km (Nord-Süd) mal 200 km (Ost-West). Sie ist auch die südlichste aller griechischen Inseln, und liegt nur knapp 300 km von der Küste Afrikas entfernt. Die Hauptstadt ist Heraklion etwa in der Mitte an der Nordseite, dort befindet sich auch einer der beiden internationalen Flughäfen. Der andere ist in Chania, das ist in der nordwestlichen Ecke der Insel. Dort sind auch wir gelandet, denn unser Ziel war Paleochora, das ist ein relativ kleiner Ort im Südwesten. Der Transfer dauert etwa 1,5 bis zwei Stunden für die nur 50 km, was hauptsächlich an den sehr kurvigen und schlechten Strassen liegt. Die Flugzeit von Deutschlang aus beträgt etwa zwei bis drei Stunden, wir haben mit Air Berlin, übrigens eine recht gute Fluglinie, von Düsseldorf aus, 2,5 problemlose Stunden gebraucht.

Die Landschaft auf Kreta würde ich hauptsächlich als hügelig bis bergig beschreiben, die höchste Erhebung, der Berg Psachnes hat immerhin 2453 m ü NN. Es gibt sehr viel Landwirtschaft, hauptsächlich Olivenhaine, weitere mediterrane Früchte sowie Schaf- und Ziegenzucht. Im August, als ich dort war, war die Insel zu meinem Erstaunen recht grün und nicht wie viele andere griechische Inseln braun und verdorrt. Die Küste im Norden kenne ich leider nicht, im Süden reichen die Berge (um die 500 bis 1000 m hoch) fast bis ans Meer, es wechseln sich steinige, sandige und Felsküste ab. Das ergibt zusammen mit den meist kleinen weiß getünchten Dörfern ein sehr abwechslungsreiches und schönes Bild. Berühmt sind auch die tiefen Schluchten, besonders die Samariaschlucht (später mehr), hervorgerufen durch die Wasserknappheit im Sommer und die Regenfälle im Winter, die dann nicht vom Boden aufgesogen werden, sondern zu reissenden Flüssen werden und so tiefe Schluchten ausgraben.

Zum Wetter. Die Durchschnittstemperaturen im Winter betragen um die 15 Grad (Tag), im Sommer etwa 28 Grad, allerdings kann es im August auch locker einmal über 40 ° haben, und das ist dann wirklich sehr heiss. Normalerweise regnet es im Sommer gar nicht, ein blauer Himmel ist fast garantiert, erst ab Herbst/Winter kommt es zu ausgedehnten Regenfällen.

Bemerkenswert sind auch die in unglaublichen Mengen vorkommenden Grillen (Zikaden), die ab der Mittagszeit bis zum Sonnenuntergang am Strand aber auch in den Olivenhainen (also eigentlich überall auf Kreta) ein „Konzert“ geben und damit einen unglaublichen Krach machen. Unsere Siesta wurde dadurch öfters empfindlich gestört.

Es gibt auf Kreta ein recht gutes öffentliches Bussystem, das zwischen den meisten Orten besteht und auch sehr günstig ist (Busfahrpläne gibt es in Internet unter z.B. www.kreta.de .

Auch Griechenland hat den Euro, was das Bezahlen und Umrechnen doch sehr erleichtert, die Preise liegen insgesamt etwas unter dem deutschen Niveau, richtig billig ist es dennoch nicht. Im Supermarkt bezahlt man nahezu die gleichen Preise wie in Deutschland, in den Kneipen, Restaurants und Bars liegen die Preise etwa 20 - 50 Prozent unter den deutschen Preisen.

Kreta hat auch sehr viele schöne Souvenirs, da sind zum einen natürlich die landwirtschaftlichen Produkte wie das sehr gute Olivenöl, Honig und Raki (ein Schnapps) aber auch Lederwaren und viele Nacharbeiten geschichtlicher Statuen, Figuren etc..

Kreta blickt auch auf eine sehr lange Geschichte zurück, die Minoer, Römer, Byzantiner, Venezianer und Türken hinterließen ihre Spuren aber darauf möchte ich hier nicht näher eingehen.


Wie schon gesagt, wir waren in Paleochora untergebracht, und zwar in einem Camp, es lag auf dem Gelände des Campingplatzes „Paleochora-Camping“, der etwa zwei Kilometer ausserhalb des Ortes liegt (einfach den überall hängenden Schildern folgen. Die Reise wurde mit dem Reiseveranstalter SAGA gebucht, einem Veranstalter der Reisen mit „Mithilfe“ anbietet (Kontakt über www.saga-team.de oder 0202-771033 in Wuppertal). Wir haben etwa 700 Euro für zwei Wochen mit Flug und „all inclusive“ bezahlt. Über diesen Reiseveranstalter sollte ich auch mal einen Bericht schreiben, denn er ist es wirklich wert. Das Camp war einfach aber es war alles vorhanden, was man so braucht, Duschen, Toiletten, Küche, große Kühlschränke für Getränke...
Direkt in der Nähe war ein Steinstrand, der aber zum Baden nicht sonderlich gut geeignet war, denn die faustgrossen Steine liessen sich barfuss kaum überwinden. Aber in Paleochora selbst gibt es einen etwa 2 km langen Sandstrand, mit Liegen, Sonnenschirmen, Strandbars, Volleyballnetzen, Surfverleih, eben allem was man so brauchen kann.
Paleochora selbst ist ein relativ kleiner aber touristisch doch erschlossener Ort, es gibt viele Hotel, Pensionen, Restaurants (sehr gut), Tavernen, Bars, Geschäfte und Supermärkte. Lustig fanden wie, dass ab etwa 18 Uhr die Hauptstrasse und die Strasse am Kai für Autos gesperrt wurde und die umliegenden Restaurants ihre Stühle mitten auf die Strasse stellten. So ergab sich ein sehr gemütliches Bild, wenn man abends durch den Ort schlenderte. Empfehlen möchte ich keine besondere Lokalität, da eigentlich alle, die wir besuchten sehr gut, freundlich und auch preiswert waren.
Beim Campingplatz gibt es auch eine Open-Air-Disco, den Paleochora Club, hier tanzt zu täglich wechselnden Musikrichtungen bis 6 Uhr morgens der Bär.

Von Paleochora haben wir auch verschiedene Ausflüge unternommen oder sie wurden von örtlichen Veranstaltern angeboten:

Samaria Schlucht
Die bedeutendste Schlucht zieht sich durch die sogenannten Weißen Berge, sie übertrifft alle anderen sowohl an Größe, als auch an Schönheit. Sie ist 18 km lang und führt von Xyloskalo (wo auch immer) in 1200 m Höhe bis nach Ajia Roumeli direkt am Lybischen Meer (Südküste). Die Wanderung ist relativ heftig und für völlig Ungeübte nicht unbedingt empfehlenswert, man spaziert erst in den Grund der Schlucht und dann im oder neben dem Bachbett des im Sommer ausgetrockneten Flussbettes bis ans Meer. Die reine Laufzeit beträgt etwa 5 bis 6 Stunden und was sehr gut gelöst ist, sind die vielen Brunnen, dort kann und sollte man sich ständig mit frischem Wasser versorgen. Das Baden ist in den nicht ausgetrockneten teilen übrigens nicht erlaubt, da dieses Wasser den Trinkwasserbedarf der Kreter darstellt, wir wurden schnell wieder von einer Rast mit den Füssen im wohltuend kalten Nass verjagt. Bei uns lief der Tag so ab, dass wir um 6 Uhr den öffentlichen Bus von Paleochora zum Eingang der Schlucht nahmen, dann von 9.00 bis 16.45 Uhr Zeit zum Wandern hatten und mit der Fähre zurück nach Paleochora gefahren sind. Verpasst man diese Fähre muss man in Ajia Roumeli übernachten, weil es keine Strassen und somit keine Busse gibt, die von dort wegführen. Die Schlucht selber ist wirklich sehr eindrucksvoll, erst ist es ein relativ breites und bewaldetes Tal, in der Mitte ist eine alte Siedlung, das Tal verengt sich immer weiter und fast am Ende sind die über 100 m hohen senkrechten Felswände nur noch drei Meter auseinander. Im Restaurant am Ende der Schlucht gibt es dann die wohlverdienten Erfrischungen wie Eis, kalte Getränke und einen guten Cafe frappe.
Preise: Bus ca. 3 Euro, Eintritt Schlucht ca. 5 Euro, Fähre ca. 4 Euro, geführte Touren kosten etwa das doppelte, bieten aber nichts anderes und sind daher nicht zu empfehlen.
Es werden auch Touren zu anderen, kleineren und nicht so eindrucksvollen und schönen Schluchten angeboten, wir haben es nicht ausprobiert aber das ist für Wanderunlustigere vielleicht eine ganz gute Alternative.

Touren zu den archäologischen Ausgrabungsstätten wie z. B. den Palast von Knossos (der bekannteste, bei Heraklion) oder die Paläste von Phästos, Malia und Zakros haben wir nicht besichtigt, da kann ich leider nix dazu schreiben. Sie werden aber von fast jeder Stadt Kretas aus durch örtliche Reiseveranstalter angeboten.

Es werden auch Bootsfahrten zum Pottwalwatching (ganzer Tag) oder Delfinwatching (halber Tag) angeboten, diese Touren kosten zwischen 25 und 40 Euro und lohnen sich meiner Meinung nach nicht, es gibt nämlich (natürlich) keine Sichtgarantie für die Wale.

Sowohl die gebirgige Landschaft als auch die schlechten Strassen laden geradezu ein, Mountainbiketouren zu unternehmen. Leider sind gute (Strassen-) Karten mit genauen Kilometer- und Höhenangaben kaum zu bekommen, also wird jede Tour zum Erlebnis, das auch einmal eine recht langwierige Erfahrung werden kann. Wir waren einmal unterwegs und dachten es sind nur noch etwa 10 km bis zum Ausgangsort, als sich plötzlich ein „neuer“ Pass vor uns auftat, der uns noch einmal 600 Höhenmeter aufbürdete. Was man auf gar keinen Fall vergessen darf, ist einen Sonnenschutz und genügend Wasser mitzunehmen (mindestens 3 Liter), denn bei den enormen Temperaturen im Sommer braucht man leicht bis zu 10 Liter. Man kann aber (und sollte das auch) die Flaschen in fast jeden kleinen Dorf bei den wirklich sehr freundlichen Kretern auffüllen.

Ich hoffe euch einen Eindruck dieser wirklich sehr reizvollen Insel gegeben zu haben, mir oder uns hat es gefallen und es war bestimmt nicht mein letzer Besuch auf Kreta.

Gute Reise
Grüße cwagner

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Löwin49

    29.12.2002, 16:33 Uhr von Löwin49
    Bewertung: sehr hilfreich

    der nächste Sommer ist in Sicht <br/>*G* <br/>Leonie