Landungsbrücken St. Pauli Testbericht




ab 13,02 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von Asmodina
Landungsbrücken St. Pauli
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
An den Landungsbrücken schlägt das maritime Herz der Hansestadt Hamburg.
Im Stadtteil St. Pauli gelegen sind die etwa komplett 700 Meter langen St. Pauli Landungsbrücken eine der beliebtesten Ausflugsziele im Hafen.
Hier gibt es viele Fischlokale, urige Hafenkneipen, Souvenirläden, sowie einige Sehenswürdigkeiten wie z.B. der Alte Elbtunnel und einmal im Jahr der Hafengeburtstag und vieles mehr.
Auch fahren hier diverse kleine und größere Schiffe und Barkassen die zu Hafenrundfahrten einladen.
Man kann die Landungsbrücken wohl guten Gewissens als „schwimmenden Bahnhof“ bezeichnen, denn über eine Fußgängerbrücke angeschlossen befindet sich der S- und U-Bahnhof „Landungsbrücken“.
1839 wurden die Landungsbrücken gebaut als Anlegestation für den damaligen Dampfschifffahrtsverkehr nach Übersee. Hier begann für viele Auswanderer die Reise in die „Neue Welt“. Über Jahre legten hier die Fähren nach England an und ab, heute gibt es dafür einen eigenen Terminal im Altonaer Hafen.
Die Landungsbrücken bestehen aus mehreren aneinander gereihten Gebäuden.
Das Empfangsgebäude hat alleine eine Länge von 200 Metern.
Über 6 Bogendurchgänge gelangt man über überdachte Holzbrücken auf die *Pontons aus denen die gesamten Landungsbrücken bestehen.
Das Hauptgebäude hat zwei Ecktürme mit kleinen Kuppeln, welche aber erst zwischen den Jahren 1907 und 1909 gebaut wurden.
Die komplette Jugendstilgestaltung der Landungsbrücken sind von L. Raabe und O. Wöhlecke entworfen worden.
1975 bis 1976 wurde das mittlere Gebäude, das „Brückenhaus“ gebaut. Heute findet man hier die Touristeninformation.
Das östliche Ende der Landungsbrücken besteht aus einem Uhrturm und einem Wasserstandsanzeiger.
1989 wurde hier noch eine ehemalige „Feuerglocke“ hinzugebaut welche alle halbe Stunde einmal schlägt und durch eine **Glaseuhr betrieben wird. In der Seemannssprache nennt sich diese Antriebsart „glasen“, in Bezug auf das Stundenglas (Sanduhr, Eieruhr) die immer wieder umgedreht werden muss.
Am westlichen Ende befindet sich der Kuppelbau des Eingangs zum Alten Elbtunnel.
In den 50ger Jahren wurden die beweglichen Pontons umgestaltet und sind heute eine schöne Flaniermeile über zwei Etagen.
Unten findet man die Souvenirläden, Kioske, Hafendienststellen, Schifffahrtsbüros, Ticketcounter für die Hafenrundfahrten und einiges mehr.
Das Dach dieser unteren Etage (nennt man dann glaube ich Promenadendeck!?) ist begehbar und bietet diverse Bänke als Sitzmöglichkeit um den schönen Ausblick auf und über die Elbe zu genießen. Man schaut hier z.B. auf die gegenüberliegende Werft Blohm & Voss (Dock 10) an dessen Fassade sich ein extrem schönes und interessantes Großgemälde Hamburgs befindet.
Auch kann man auf der gegenüberliegenden Seite das Zelt des Musicaltheaters im Hamburger Hafen entdecken (früher spielte hier das Musical „Buddy Holly“, jetzt ist es „König der Löwen“).
Brücke 1 / SS Rickmer Rickmers
Seit 1987 liegt an der Brücke 1 dem „Fiete-Schmidt-Anleger“ das Museumsschiff „Rickmer Rickmers“.
1896 wurde dieses Schiff, ein Dreimaster, in Bremerhafen auf der Rickmers-Werft gebaut.
Es ist 97m lang und 12,20m breit, hat 6m Tiefgang, ein Gewicht von 1980 BRT (Brutto Register Tonnen), eine Segelfläche von 3500m2 und seine Masten sind 50m hoch.
Zuerst fuhr sie als Frachtschiff.
Ihre Jungfernfahrt machte sie nach Hongkong um dort Reis und Bambus zu laden.
Ihre regelmäßige Route war Asien – Deutschland.
1912 wurde sie von einer Hamburger Reederei erworben und auf den Namen „Max“ umgetauft… ich sach da nix zu lol.
„Er“ fuhr jetzt regelmäßig die Route Hamburg – Chile.
1916 wurde sie vor der Küste der Azoren von den Engländern beschlagnahmt.
Sie bekam dann den Namen „Flores“ und fuhr unter portugiesischer Flagge bis Ende des 2. Weltkriegs Kriegsmaterial für die Engländer.
Dann wurde sie an die Portugiesen übergeben und wechselte wieder dem Namen, dieses Mal in „Sagres“. Sie wurde umgebaut und diente der portugiesischen Marine als Schulschiff.
1962 wurde sie abgetakelt und ausgemustert und gammelte in einem portugiesischen Hafen vor sich hin. Sie bekam da wieder einen neuen Namen: „Santo Andre“.
1983 wurde sie von dem hamburgerischen Verein „Windjammer für Hamburg e.V.“ gekauft und hier her geschleppt.
Sie wurde in den kommenden Jahren restauriert und erhielt endlich wieder ihren richtigen Namen „SS Rickmer Rickmers“.
1987 wurde sie an den Landungsbrücken festgemacht und dient heute als Schul- und Museumsschiff.
Öffnungszeiten:
Täglich von 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreis:
Erwachsene 3,- Euro
Steht man vor der Rickmer Rickmers und wirft einen Blick über die Schulter sieht man eine „Flutmarken“ die den Wasserstand anzeigt welchen die Elbe im Jahre 1962 (Februar) erreichte.
Bei dieser Sturmflutkatastrophe fanden um die 300 Menschen in Hamburg den Tod.
Nach dieser Flut wurden die Deiche erhöht und eine Flutschutzmauer gebaut die sich von den Landungsbrücken bis nach Altona erstreckt.
Hafentor
So nennt sich der Bereich nahe den Landungsbrücken in dem die Dietmar-Koel-Straße in die Hafenrandstraße einmündet.
Es handelt sich hier um eine platzartige Erweiterung der Flutschutzmauer.
Seit 1982 steht hier ein Eisenmonument von der Größe 3 x 6 x 3 Meter und einem Gewicht von 25 Tonnen. Erschaffen von dem Schweizer Bildhauer Bernhard Luginbühl symbolisiert diese Plastik die Sinnlosigkeit des Baus eines riesigen in einer Hamburger Werft gebauten Tankers der nie zu Wasser gelassen wurde. In der Mitte der Plastik befindet sich der Ruderschaft des Tankers.
Gleich daneben steht ein 7 Tonnen schwerer Stockanker (Herkunft unbekannt) welcher 1966 bei Baggerarbeiten im Hamburger Hafen gefunden wurde.
Überseebrücke / MS Cap San Diego
Geht man weiter nach Osten kommt man zur Überseebrücke an der eine Reihe Schwimmpontons befestigt sind.
Hier legen u.a. Segelschulschiffe, Kriegsschiffe und auch andere Hamburg besuchende Schiffe an.
Viele davon bleiben eine ganze Weile in Hamburg und können regelmäßig besichtigt werden.
Fest liegt hier die MS Cap San Diego, ein ehemaliges Frachtschiff welches
1962 in der Deutschen Werft Hamburg-Süd gebaut wurde.
Es ist 159,4m lang, 24,24m breit, wiegt 10.000 ***TDW (oder 9.998 BRT), und hat einen Tiefgang von 8,5m. Ihre Maschinen schaffen 11.650 PS Leistung, was heißt das sie bis zu 19kn (Knoten) Fahrt macht.
In der Reederei Hamburg-Süd wurde sie zusammen mit 5 Schwesterschiffen der Reihe „Cap San“ gebaut.
Bis 1981 fuhr sie für die Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrtsgesellschaft die Route Hamburg – Südamerika und transportierte unter anderem Chemikalien, Autos, Maschinen, sowie auch Fleisch, Kaffee, Textilien, Öle und Fruchtsaftkonzentrate.
Von 1981 bis 1986 fuhr sie für verschiedene ausländische Reedereien.
1986 wurden diese Transporte von Containerschiffen übernommen und die Cap San Diego hatte ausgedient und sollte verschrottet werden.
Der Museumshafen Hamburg kaufte sie aber auf und baute das Schiff zum Museums- und Veranstaltungsschiff um.
Sie ist nach wie vor seetüchtig und läuft einmal im Jahr als „Gästeschiff“ nach Cuxhaven aus.
Seit dem 01.12.2003 steht sie unter Denkmalschutz.
Eine der Dauerausstellungen in ihrem Museum ist „Ein Koffer voll Hoffnung“ welche von den über 5 Mio. Menschen handelt die zwischen 1834 und 1934 über Hamburg nach Amerika ausgewandert sind.
Öffnungszeiten:
Täglich 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreis:
Erwachsene 5,10 Euro
Stintfang / Bismarckdenkmal
Vor den Landungsbrücken Richtung Stadt steigt das Elbufer steil an. Diese Anhöhe nennt sich „Stintfang“ (abgeleitet von der Fischsorte ****Stint).
Hier findet man eine Jugendherberge und eine Brücke welche die S- und U-Bahn Station mit den Landungsbrücken verbindet.
Nebenbei hat man hier einen sensationellen Blick über den Hafen und die Elbe!
Am Hang unter dieser Anhöhe wurden 1995 Weinstöcke gepflanzt, gestiftet vom „Stuttgarter Weindorf“.
Ein bisschen höher kommt man zum Bismarckdenkmal. Es steht auf den Befestigungsanlangen der ehemaligen Hamburger Stadtmauer aus dem 17 Jh.
1903 bis 1906 wurde das Denkmal hier auf einem mächtigen runden Unterbau errichtet.
Es hat eine Höhe von 19 Metern und zeigt den Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815 – 1898).
Die Figur selber hat eine Höhe von 14,8m und ist aus Granitquadern gebaut. Ein Werk des Bildhauers Hugo Lederer.
Symbolisieren soll die Statue den Schutz des Deutschen Reiches für den Hamburger Welthandel.
Hotel Hafen Hamburg
Ebenfalls mehr westlich vor den Landungsbrücken befindet sich das „Hotel Hafen Hamburg“ in der Seewartenstraße 9 mit 234 Zimmern.
Da es sehr erhöht auf den Ausläufern des Stintfangs liegt hat man von hier einen geradezu atemberaubenden Ausblick.
Das Hotel ist ein ehemaliges Seemannsheim wo man in einem maritimen Ambiente wohnen kann.
Ganz oben unter dem modernen angefügten Glasdach wird nebenbei die Sendung „N3 Talkshow“ gedreht.
Informationen unter: 040 – 31 11 30
Cocktailbar „Tower Bar“ (Hotel Hafen Hamburg)
Oben im Hotel befindet sich auch eine Cocktailbar („Tower Bar“) wo man gemütlich ein wenig verweilen kann und den Ausblick genießen.
Die Cocktails sind allerdings sehr teuer und man kann für einen Drink hier locker 8 – 15 Euro loswerden. Dafür hat man aber auch ein vollendetes Ambiente hier! Dunkler Holzfußboden, kleine runde Tische mit roten Ledersesseln und Galionsfiguren an den Wänden.
Öffnungszeiten:
Täglich 18 – 2 Uhr
Tel.: 040 – 31 11 35 24
Hafengeburtstag
Jedes Jahr wieder um den 7. Mai herum wird an den Landungsbrücken der Hafengeburtstag gefeiert.
Festgemacht ist dieses „Geburtstagsdatum“ mit der Unterzeichnung des „Barbarossa-Freibriefs“ im Jahr 1189. Dieser sicherte den Hamburgern Abgabe- und Zollfreiheit auf der Unterelbe zu. Da dieses Dokument leider nicht mehr erhalten ist wird an dessen Echtheit seit jeher gezweifelt, oder mehr an seinem Datum.
1989 feierte der Hafen seinen 800. Geburtstag und am nächsten Tag stand in den Zeitungen dass man sich nach alten Aufzeichnungen „verfeiert“ habe und dies doch erst der 798. Geburtstag sei… Was auch immer, es wurde weiter gezählt und so gibt es nächstes Jahr den 816. Geburtstag :o)
Jedes Jahr gibt es über 3 Tage ein riesiges Spektakel mit Volksfestcharakter hier zu erleben. Schiffsparaden werden abgehalten, es gibt Feuerwerk, Heißluftballons steigen den ganzen Tag auf und alle Discotheken in der Umgebung haben Dauerbetrieb.
Hafenrundfahrten / Rundflüge
Alle Hafenrundfahrten starten von den Pontons der Landungsbrücken aus.
Es gibt hier z.B. die Kleine und die Große Hafenrundfahrt.
Die Große bringt einen bis in den Containerhafen und die Kleine fährt durch den kleinen Hafen und die Speicherstadtfleete. Während der Fahrt gibt es eine Menge Informationen rund um den Hafen und seine Geschichte.
Hafenrundfahrten finden den ganzen Tag in regelmäßigen Abständen statt welche unten auf den Pontons an Tafeln abzulesen sind. Karten erwirbt man wenn man an Bord geht und sollte eine Barkasse mal voll sein, nimmt man einfach die Nächste.
Dauer der großen Hafenrundfahrt: 1 Stunde
Preis: Erwachsene 8,50 Euro
Auch gibt es Rundflüge in vier- bis achtsitzigen Maschinen für die ganz Mutigen.
Ein Rundflug über den Hafen dauert etwa 30 Minuten.
Der Preis dafür liegt irgendwo (je nach Strecke) zwischen 40 und 60,- Euro pro Person.
Nähere Information unter: 040 – 5 00 01 47
Man kann auch das Wasserflugzeug nehmen (Den „Himmelsschreiber“) wo der Flug dann 20 Minuten dauert weil man noch 10 Minuten damit durch den Hafen tuckert.
Die Maschine fasst maximal 7 Personen und startet von der Überseebrücke aus.
Nähere Informationen dazu unter: 040 – 37 83 41 (tgl. außer Mon. 10 – 18 Uhr).
Erreichbarkeit der Landungsbrücken:
2 km südwestlich der Innenstadt
S-Bahn: S1, 2 und 3 Landungsbrücken (z.B. vom Hamburger Hbf. oder Bahnhof Altona aus).
U-Bahn: U3 von Hamburg Hauptbahnhof.
---------------------------------------------------------------------
*Ponton = Ein Ponton ist ein Schwimmkörper. Er findet Verwendung als schwimmender Anlegesteg für Boote und Schiffe, oder schwimmende Plattform. Er verfügt über keinen eigenen Antrieb. Als Anlegesteg bieten Pontons eine wasserstandsunabhängige Festmachmöglichkeit für Schiffe. Dies ist vor allem bei Gewässern mit Ebbe und Flut von Vorteil. (Quelle: www.net-lexikon.de)
**Glaseuhr = Diese Uhrenart wurde und wird auf Schiffen benutzt zum Einteilen der Wachen und deren Ablösung. Sie klingelt alle halbe Stunde einmal und alle volle Stunde zweimal. - Bei meinem Vater hängen mehrere solche Uhren aus Liebhaberei und ich hätte sie gerne auseinandergebaut um ihre Funktion hier beschreiben zu können… Leider habe ich bei dem Versuch einen auf die Finger bekommen und kann daher leider keine näheren Angaben machen LOL
***TDW = Gewichtsangabe eines Schiffes nach Berechnung der Schiffsgröße und der Ladefähigkeit in Bezug auf die Menge des Wassers welches es verdrängt.
****Stint = Kleiner lachsartiger Fisch (maximal 30cm lang). Farbe graugrünlich bis violett-rosa mit silbernern Flanken. Schwanzflosse mit dunklem Rand. Schlanker leicht durchsichtig wirkender Körper. Der Name ist abgeleitet von dem Begriff „stinken“ da der Stint irgendwie nach frischer Gurke riecht. Ein Meeresfisch welcher meist in den Küstengewässern oder in der Ostsee anzutreffen ist. … Sprach die Anglerin *grins*
---------------------------------------------------------------------
Ich hoffe wieder einen kleinen Anreiz für den nächsten Hamburgbesuch gegeben zu haben und danke fürs lesen, kommentieren und bewerten.
Gruß
Asmodina
Im Stadtteil St. Pauli gelegen sind die etwa komplett 700 Meter langen St. Pauli Landungsbrücken eine der beliebtesten Ausflugsziele im Hafen.
Hier gibt es viele Fischlokale, urige Hafenkneipen, Souvenirläden, sowie einige Sehenswürdigkeiten wie z.B. der Alte Elbtunnel und einmal im Jahr der Hafengeburtstag und vieles mehr.
Auch fahren hier diverse kleine und größere Schiffe und Barkassen die zu Hafenrundfahrten einladen.
Man kann die Landungsbrücken wohl guten Gewissens als „schwimmenden Bahnhof“ bezeichnen, denn über eine Fußgängerbrücke angeschlossen befindet sich der S- und U-Bahnhof „Landungsbrücken“.
1839 wurden die Landungsbrücken gebaut als Anlegestation für den damaligen Dampfschifffahrtsverkehr nach Übersee. Hier begann für viele Auswanderer die Reise in die „Neue Welt“. Über Jahre legten hier die Fähren nach England an und ab, heute gibt es dafür einen eigenen Terminal im Altonaer Hafen.
Die Landungsbrücken bestehen aus mehreren aneinander gereihten Gebäuden.
Das Empfangsgebäude hat alleine eine Länge von 200 Metern.
Über 6 Bogendurchgänge gelangt man über überdachte Holzbrücken auf die *Pontons aus denen die gesamten Landungsbrücken bestehen.
Das Hauptgebäude hat zwei Ecktürme mit kleinen Kuppeln, welche aber erst zwischen den Jahren 1907 und 1909 gebaut wurden.
Die komplette Jugendstilgestaltung der Landungsbrücken sind von L. Raabe und O. Wöhlecke entworfen worden.
1975 bis 1976 wurde das mittlere Gebäude, das „Brückenhaus“ gebaut. Heute findet man hier die Touristeninformation.
Das östliche Ende der Landungsbrücken besteht aus einem Uhrturm und einem Wasserstandsanzeiger.
1989 wurde hier noch eine ehemalige „Feuerglocke“ hinzugebaut welche alle halbe Stunde einmal schlägt und durch eine **Glaseuhr betrieben wird. In der Seemannssprache nennt sich diese Antriebsart „glasen“, in Bezug auf das Stundenglas (Sanduhr, Eieruhr) die immer wieder umgedreht werden muss.
Am westlichen Ende befindet sich der Kuppelbau des Eingangs zum Alten Elbtunnel.
In den 50ger Jahren wurden die beweglichen Pontons umgestaltet und sind heute eine schöne Flaniermeile über zwei Etagen.
Unten findet man die Souvenirläden, Kioske, Hafendienststellen, Schifffahrtsbüros, Ticketcounter für die Hafenrundfahrten und einiges mehr.
Das Dach dieser unteren Etage (nennt man dann glaube ich Promenadendeck!?) ist begehbar und bietet diverse Bänke als Sitzmöglichkeit um den schönen Ausblick auf und über die Elbe zu genießen. Man schaut hier z.B. auf die gegenüberliegende Werft Blohm & Voss (Dock 10) an dessen Fassade sich ein extrem schönes und interessantes Großgemälde Hamburgs befindet.
Auch kann man auf der gegenüberliegenden Seite das Zelt des Musicaltheaters im Hamburger Hafen entdecken (früher spielte hier das Musical „Buddy Holly“, jetzt ist es „König der Löwen“).
Brücke 1 / SS Rickmer Rickmers
Seit 1987 liegt an der Brücke 1 dem „Fiete-Schmidt-Anleger“ das Museumsschiff „Rickmer Rickmers“.
1896 wurde dieses Schiff, ein Dreimaster, in Bremerhafen auf der Rickmers-Werft gebaut.
Es ist 97m lang und 12,20m breit, hat 6m Tiefgang, ein Gewicht von 1980 BRT (Brutto Register Tonnen), eine Segelfläche von 3500m2 und seine Masten sind 50m hoch.
Zuerst fuhr sie als Frachtschiff.
Ihre Jungfernfahrt machte sie nach Hongkong um dort Reis und Bambus zu laden.
Ihre regelmäßige Route war Asien – Deutschland.
1912 wurde sie von einer Hamburger Reederei erworben und auf den Namen „Max“ umgetauft… ich sach da nix zu lol.
„Er“ fuhr jetzt regelmäßig die Route Hamburg – Chile.
1916 wurde sie vor der Küste der Azoren von den Engländern beschlagnahmt.
Sie bekam dann den Namen „Flores“ und fuhr unter portugiesischer Flagge bis Ende des 2. Weltkriegs Kriegsmaterial für die Engländer.
Dann wurde sie an die Portugiesen übergeben und wechselte wieder dem Namen, dieses Mal in „Sagres“. Sie wurde umgebaut und diente der portugiesischen Marine als Schulschiff.
1962 wurde sie abgetakelt und ausgemustert und gammelte in einem portugiesischen Hafen vor sich hin. Sie bekam da wieder einen neuen Namen: „Santo Andre“.
1983 wurde sie von dem hamburgerischen Verein „Windjammer für Hamburg e.V.“ gekauft und hier her geschleppt.
Sie wurde in den kommenden Jahren restauriert und erhielt endlich wieder ihren richtigen Namen „SS Rickmer Rickmers“.
1987 wurde sie an den Landungsbrücken festgemacht und dient heute als Schul- und Museumsschiff.
Öffnungszeiten:
Täglich von 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreis:
Erwachsene 3,- Euro
Steht man vor der Rickmer Rickmers und wirft einen Blick über die Schulter sieht man eine „Flutmarken“ die den Wasserstand anzeigt welchen die Elbe im Jahre 1962 (Februar) erreichte.
Bei dieser Sturmflutkatastrophe fanden um die 300 Menschen in Hamburg den Tod.
Nach dieser Flut wurden die Deiche erhöht und eine Flutschutzmauer gebaut die sich von den Landungsbrücken bis nach Altona erstreckt.
Hafentor
So nennt sich der Bereich nahe den Landungsbrücken in dem die Dietmar-Koel-Straße in die Hafenrandstraße einmündet.
Es handelt sich hier um eine platzartige Erweiterung der Flutschutzmauer.
Seit 1982 steht hier ein Eisenmonument von der Größe 3 x 6 x 3 Meter und einem Gewicht von 25 Tonnen. Erschaffen von dem Schweizer Bildhauer Bernhard Luginbühl symbolisiert diese Plastik die Sinnlosigkeit des Baus eines riesigen in einer Hamburger Werft gebauten Tankers der nie zu Wasser gelassen wurde. In der Mitte der Plastik befindet sich der Ruderschaft des Tankers.
Gleich daneben steht ein 7 Tonnen schwerer Stockanker (Herkunft unbekannt) welcher 1966 bei Baggerarbeiten im Hamburger Hafen gefunden wurde.
Überseebrücke / MS Cap San Diego
Geht man weiter nach Osten kommt man zur Überseebrücke an der eine Reihe Schwimmpontons befestigt sind.
Hier legen u.a. Segelschulschiffe, Kriegsschiffe und auch andere Hamburg besuchende Schiffe an.
Viele davon bleiben eine ganze Weile in Hamburg und können regelmäßig besichtigt werden.
Fest liegt hier die MS Cap San Diego, ein ehemaliges Frachtschiff welches
1962 in der Deutschen Werft Hamburg-Süd gebaut wurde.
Es ist 159,4m lang, 24,24m breit, wiegt 10.000 ***TDW (oder 9.998 BRT), und hat einen Tiefgang von 8,5m. Ihre Maschinen schaffen 11.650 PS Leistung, was heißt das sie bis zu 19kn (Knoten) Fahrt macht.
In der Reederei Hamburg-Süd wurde sie zusammen mit 5 Schwesterschiffen der Reihe „Cap San“ gebaut.
Bis 1981 fuhr sie für die Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrtsgesellschaft die Route Hamburg – Südamerika und transportierte unter anderem Chemikalien, Autos, Maschinen, sowie auch Fleisch, Kaffee, Textilien, Öle und Fruchtsaftkonzentrate.
Von 1981 bis 1986 fuhr sie für verschiedene ausländische Reedereien.
1986 wurden diese Transporte von Containerschiffen übernommen und die Cap San Diego hatte ausgedient und sollte verschrottet werden.
Der Museumshafen Hamburg kaufte sie aber auf und baute das Schiff zum Museums- und Veranstaltungsschiff um.
Sie ist nach wie vor seetüchtig und läuft einmal im Jahr als „Gästeschiff“ nach Cuxhaven aus.
Seit dem 01.12.2003 steht sie unter Denkmalschutz.
Eine der Dauerausstellungen in ihrem Museum ist „Ein Koffer voll Hoffnung“ welche von den über 5 Mio. Menschen handelt die zwischen 1834 und 1934 über Hamburg nach Amerika ausgewandert sind.
Öffnungszeiten:
Täglich 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreis:
Erwachsene 5,10 Euro
Stintfang / Bismarckdenkmal
Vor den Landungsbrücken Richtung Stadt steigt das Elbufer steil an. Diese Anhöhe nennt sich „Stintfang“ (abgeleitet von der Fischsorte ****Stint).
Hier findet man eine Jugendherberge und eine Brücke welche die S- und U-Bahn Station mit den Landungsbrücken verbindet.
Nebenbei hat man hier einen sensationellen Blick über den Hafen und die Elbe!
Am Hang unter dieser Anhöhe wurden 1995 Weinstöcke gepflanzt, gestiftet vom „Stuttgarter Weindorf“.
Ein bisschen höher kommt man zum Bismarckdenkmal. Es steht auf den Befestigungsanlangen der ehemaligen Hamburger Stadtmauer aus dem 17 Jh.
1903 bis 1906 wurde das Denkmal hier auf einem mächtigen runden Unterbau errichtet.
Es hat eine Höhe von 19 Metern und zeigt den Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815 – 1898).
Die Figur selber hat eine Höhe von 14,8m und ist aus Granitquadern gebaut. Ein Werk des Bildhauers Hugo Lederer.
Symbolisieren soll die Statue den Schutz des Deutschen Reiches für den Hamburger Welthandel.
Hotel Hafen Hamburg
Ebenfalls mehr westlich vor den Landungsbrücken befindet sich das „Hotel Hafen Hamburg“ in der Seewartenstraße 9 mit 234 Zimmern.
Da es sehr erhöht auf den Ausläufern des Stintfangs liegt hat man von hier einen geradezu atemberaubenden Ausblick.
Das Hotel ist ein ehemaliges Seemannsheim wo man in einem maritimen Ambiente wohnen kann.
Ganz oben unter dem modernen angefügten Glasdach wird nebenbei die Sendung „N3 Talkshow“ gedreht.
Informationen unter: 040 – 31 11 30
Cocktailbar „Tower Bar“ (Hotel Hafen Hamburg)
Oben im Hotel befindet sich auch eine Cocktailbar („Tower Bar“) wo man gemütlich ein wenig verweilen kann und den Ausblick genießen.
Die Cocktails sind allerdings sehr teuer und man kann für einen Drink hier locker 8 – 15 Euro loswerden. Dafür hat man aber auch ein vollendetes Ambiente hier! Dunkler Holzfußboden, kleine runde Tische mit roten Ledersesseln und Galionsfiguren an den Wänden.
Öffnungszeiten:
Täglich 18 – 2 Uhr
Tel.: 040 – 31 11 35 24
Hafengeburtstag
Jedes Jahr wieder um den 7. Mai herum wird an den Landungsbrücken der Hafengeburtstag gefeiert.
Festgemacht ist dieses „Geburtstagsdatum“ mit der Unterzeichnung des „Barbarossa-Freibriefs“ im Jahr 1189. Dieser sicherte den Hamburgern Abgabe- und Zollfreiheit auf der Unterelbe zu. Da dieses Dokument leider nicht mehr erhalten ist wird an dessen Echtheit seit jeher gezweifelt, oder mehr an seinem Datum.
1989 feierte der Hafen seinen 800. Geburtstag und am nächsten Tag stand in den Zeitungen dass man sich nach alten Aufzeichnungen „verfeiert“ habe und dies doch erst der 798. Geburtstag sei… Was auch immer, es wurde weiter gezählt und so gibt es nächstes Jahr den 816. Geburtstag :o)
Jedes Jahr gibt es über 3 Tage ein riesiges Spektakel mit Volksfestcharakter hier zu erleben. Schiffsparaden werden abgehalten, es gibt Feuerwerk, Heißluftballons steigen den ganzen Tag auf und alle Discotheken in der Umgebung haben Dauerbetrieb.
Hafenrundfahrten / Rundflüge
Alle Hafenrundfahrten starten von den Pontons der Landungsbrücken aus.
Es gibt hier z.B. die Kleine und die Große Hafenrundfahrt.
Die Große bringt einen bis in den Containerhafen und die Kleine fährt durch den kleinen Hafen und die Speicherstadtfleete. Während der Fahrt gibt es eine Menge Informationen rund um den Hafen und seine Geschichte.
Hafenrundfahrten finden den ganzen Tag in regelmäßigen Abständen statt welche unten auf den Pontons an Tafeln abzulesen sind. Karten erwirbt man wenn man an Bord geht und sollte eine Barkasse mal voll sein, nimmt man einfach die Nächste.
Dauer der großen Hafenrundfahrt: 1 Stunde
Preis: Erwachsene 8,50 Euro
Auch gibt es Rundflüge in vier- bis achtsitzigen Maschinen für die ganz Mutigen.
Ein Rundflug über den Hafen dauert etwa 30 Minuten.
Der Preis dafür liegt irgendwo (je nach Strecke) zwischen 40 und 60,- Euro pro Person.
Nähere Information unter: 040 – 5 00 01 47
Man kann auch das Wasserflugzeug nehmen (Den „Himmelsschreiber“) wo der Flug dann 20 Minuten dauert weil man noch 10 Minuten damit durch den Hafen tuckert.
Die Maschine fasst maximal 7 Personen und startet von der Überseebrücke aus.
Nähere Informationen dazu unter: 040 – 37 83 41 (tgl. außer Mon. 10 – 18 Uhr).
Erreichbarkeit der Landungsbrücken:
2 km südwestlich der Innenstadt
S-Bahn: S1, 2 und 3 Landungsbrücken (z.B. vom Hamburger Hbf. oder Bahnhof Altona aus).
U-Bahn: U3 von Hamburg Hauptbahnhof.
---------------------------------------------------------------------
*Ponton = Ein Ponton ist ein Schwimmkörper. Er findet Verwendung als schwimmender Anlegesteg für Boote und Schiffe, oder schwimmende Plattform. Er verfügt über keinen eigenen Antrieb. Als Anlegesteg bieten Pontons eine wasserstandsunabhängige Festmachmöglichkeit für Schiffe. Dies ist vor allem bei Gewässern mit Ebbe und Flut von Vorteil. (Quelle: www.net-lexikon.de)
**Glaseuhr = Diese Uhrenart wurde und wird auf Schiffen benutzt zum Einteilen der Wachen und deren Ablösung. Sie klingelt alle halbe Stunde einmal und alle volle Stunde zweimal. - Bei meinem Vater hängen mehrere solche Uhren aus Liebhaberei und ich hätte sie gerne auseinandergebaut um ihre Funktion hier beschreiben zu können… Leider habe ich bei dem Versuch einen auf die Finger bekommen und kann daher leider keine näheren Angaben machen LOL
***TDW = Gewichtsangabe eines Schiffes nach Berechnung der Schiffsgröße und der Ladefähigkeit in Bezug auf die Menge des Wassers welches es verdrängt.
****Stint = Kleiner lachsartiger Fisch (maximal 30cm lang). Farbe graugrünlich bis violett-rosa mit silbernern Flanken. Schwanzflosse mit dunklem Rand. Schlanker leicht durchsichtig wirkender Körper. Der Name ist abgeleitet von dem Begriff „stinken“ da der Stint irgendwie nach frischer Gurke riecht. Ein Meeresfisch welcher meist in den Küstengewässern oder in der Ostsee anzutreffen ist. … Sprach die Anglerin *grins*
---------------------------------------------------------------------
Ich hoffe wieder einen kleinen Anreiz für den nächsten Hamburgbesuch gegeben zu haben und danke fürs lesen, kommentieren und bewerten.
Gruß
Asmodina
Bewerten / Kommentar schreiben