Die fünfte Frau (Taschenbuch) / Henning Mankell Testbericht

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Erfahrungsbericht von luckynina
Wallander resigniert
Pro:
Superspannend, mit aktuellem Aufrege-Thema
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Liebe Leute, bitte vergebt mir diesen weiteren Mankell-Bericht, aber es muss sein!
Nicht zum ersten Mal, und sicher nicht zum letzten Mal habe ich wieder bis zum Morgengrauen gelesen…
° Inhalt
Algerien. Eine schwedische Touristin wird zusammen mit vier Nonnen von Fundamentalisten ermordet, weil sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort befand. Die algerische Regierung beschließt, diesen Mord zu vertuschen.
Schonen, ein Jahr später. Wallander ist gerade von seinem Italientrip mit seinem Vater zurückgekehrt. Braungebrannt, und körperlich wie mental erholt, denn er hat das Gefühl, die Differenzen mit seinem Vater beseitigt zu haben und ihm näher gekommen zu sein.
Leider hält dieses gute Gefühl nicht lange an, denn ein spektakulärer Mord erschüttert Südschweden: Holger Eriksson, ein pensionierter Autohändler, der Gedichte über Vögel schreibt, wird auf seinem Grundstück in einem Graben aufgefunden, aufgespießt auf spitzen Bambusrohren. Dieser unglaublich brutale Mord stellt Wallander und sein Team vor ein Rätsel.
Der nächste Mord geschieht nur wenig später: Der Blumenhändler und Orchideensammler Gösta Runfelt wird an einen Baum gefesselt aufgefunden – er wurde mit bloßen Händen erwürgt. Auch bei diesem Mord hat Wallander das unbestimmte Gefühl, dass der Mord inszeniert wurde – als würde der Mörder einem Drehbuch folgen.
Ganz überraschend, obwohl er doch schon 80 Jahre als ist, stirbt Wallanders Vater. Wallander hat keine Zeit, um ihn zu trauern, denn der nächste Mord ist schon passiert: Eugen Blomberg wird ein einem Sack im See gefunden – und die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass er noch gelebt hatte, als er in den See geworfen wurde.
Wie im vorherigen Fall („Die falsche Fährte“) sucht Wallander nach Verbindungen der Opfer untereinander, um so dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Bald stellt sich heraus, dass alle Männer Frauen misshandelt haben – und es finden sich zwei ungeklärte Todesfälle in der Vergangenheit der drei Mordopfer…
° Autor
Der 1948 geborene Henning Mankell arbeitete als Schriftsteller und Regisseur in Schweden, bis er sich 1972 den Traum erfüllte, Afrika zu bereisen. Seither lebt er zur Häfte in Schweden, zur Hälfte in Mosambik.
Die Wallander-Fälle chronologisch: „Mörder ohne Gesicht“, „Hunde von Riga“, „Die weiße Löwin“, „Der Mann, der lächelte“, „Die falsche Fährte“, „Die fünfte Frau“, „Mittsommermord“, „Die Brandmauer“ und „Wallanders erster Fall“ – dieser Band mit Erzählungen schließt die Wallander-Reihe ab.
In „Vor dem Frost“ debütiert Wallanders Tochter Linda als Polizeianwärterin.
„Die Rückkehr des Tanzlehrers“ wurde erfolgreich verfilmt.
Die Romane „Der Chronist der Winde“ und „Die rote Antilope“ spielen in Afrika.
Henning Mankell erhielt zahlreiche Preise, unter anderem wurde er als „Autor des Jahres 2002“ ausgezeichnet.
Übrigens gibt es für alle Wallander- und Mankellfans auch einige deutschsprachige Websites mit News über Bücher und Filme, Foren, Quiz, virtuellem Rundgang durch Ystad usw.
www.mankell.de
www.wallander.ch
www.wallander-web.de
° Meine Meinung
„Die fünfte Frau“ ist wieder ein unglaublich spannender Mankellkrimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Obwohl der Leser von Anfang an über die Motive und Vorgehensweise des Mörders aufgeklärt wird, tappt er doch, was die Identität des Mörders anbelangt, ebenso im Dunkeln wie mein Lieblingskommissar.
Auch in diesem sechsten Fall Wallanders wird wieder deutlich, was sich durch alle Mankellkrimis zieht: Mankell hält den Leser nie für so dumm, dass er ihm alles verrät, während der Kommissar hilflos herumermittelt. Er gibt zwar viele Hinweise, doch einige sind subtil genug, um dem Leser genug Raum für Fantasie und kombinieren zu lassen. Dadurch steigt die Spannung einfach ins Unermessliche.
In seinem sechsten Fall greift Mankell wieder ein sozialkritisches Thema auf: Misshandlung von Frauen durch ihren Ehemann oder Lebensgefährten. Auch in diesem sechsten Fall reitet Mankell nicht auf diesem leider immer noch sehr aktuellen Thema herum, sondern es bildet den Rahmen und die Grundlage für die Krimihandlung.
In „Die fünfte Frau“ kommt eine gewisse Resignation Wallanders zum Ausdruck. Bis jetzt bilden die Krimis, was die Person Wallanders und sein Verhalten angeht, einen Bogen: Im ersten Fall scheint alles paletti, Wallander hat so seine privaten Probleme, hat aber sein Leben im Griff. Im „Hunde von Riga“ steckt er schon tief in der Krise, im dritten Fall kommt es zum Eklat, und Wallander ist psychisch und physisch komplett aus dem Lot. In „Der Mann, der lächelte“ kommt Wallander langsam zurück, im fünften Fall hat er sich so ziemlich wieder gefangen.
Wie bereits erwähnt, scheint Wallander in seinem sechsten Fall zu resignieren. Die Arbeit nimmt ihn immer stärker in Anspruch, und der kommt mit dieser Belastung auf Kosten seines Privatlebens nicht wirklich zurecht. Dass er nicht einmal Zeit hat, um seinen verstorbenen Vater zu trauern, spricht für sich. Wie wird seine Beziehung mit Baiba weitergehen? Wie wird sich sein Verhältnis zu Linda entwickeln? Auf all das bin ich, nachdem ich mit meinem Lieblingskommissar schon durch Höhen und Tiefen gegangen bin, natürlich sehr gespannt.
Man sollte meinen, dass ich nach sechs innerhalb kurzer Zeit gelesenen Mankellkrimis schon langsam gesättigt bin – weit gefehlt! Der nächste Fall wartet schon in meinem Bücherregal…
° Fazit:
Bis jetzt kann ich mich nicht entscheiden, welcher Krimi von Mankell mir bis jetzt am besten gefallen hat – aber „Die fünfte Frau“ kommt, was Spannung und die Story betrifft, auf jeden Fall in die engere Auswahl. Ein Pflichtkauf für Mankellfans!
563 Seiten
ISBN: 3423203668
Gesehen um € 9,90
Nicht zum ersten Mal, und sicher nicht zum letzten Mal habe ich wieder bis zum Morgengrauen gelesen…
° Inhalt
Algerien. Eine schwedische Touristin wird zusammen mit vier Nonnen von Fundamentalisten ermordet, weil sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort befand. Die algerische Regierung beschließt, diesen Mord zu vertuschen.
Schonen, ein Jahr später. Wallander ist gerade von seinem Italientrip mit seinem Vater zurückgekehrt. Braungebrannt, und körperlich wie mental erholt, denn er hat das Gefühl, die Differenzen mit seinem Vater beseitigt zu haben und ihm näher gekommen zu sein.
Leider hält dieses gute Gefühl nicht lange an, denn ein spektakulärer Mord erschüttert Südschweden: Holger Eriksson, ein pensionierter Autohändler, der Gedichte über Vögel schreibt, wird auf seinem Grundstück in einem Graben aufgefunden, aufgespießt auf spitzen Bambusrohren. Dieser unglaublich brutale Mord stellt Wallander und sein Team vor ein Rätsel.
Der nächste Mord geschieht nur wenig später: Der Blumenhändler und Orchideensammler Gösta Runfelt wird an einen Baum gefesselt aufgefunden – er wurde mit bloßen Händen erwürgt. Auch bei diesem Mord hat Wallander das unbestimmte Gefühl, dass der Mord inszeniert wurde – als würde der Mörder einem Drehbuch folgen.
Ganz überraschend, obwohl er doch schon 80 Jahre als ist, stirbt Wallanders Vater. Wallander hat keine Zeit, um ihn zu trauern, denn der nächste Mord ist schon passiert: Eugen Blomberg wird ein einem Sack im See gefunden – und die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass er noch gelebt hatte, als er in den See geworfen wurde.
Wie im vorherigen Fall („Die falsche Fährte“) sucht Wallander nach Verbindungen der Opfer untereinander, um so dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Bald stellt sich heraus, dass alle Männer Frauen misshandelt haben – und es finden sich zwei ungeklärte Todesfälle in der Vergangenheit der drei Mordopfer…
° Autor
Der 1948 geborene Henning Mankell arbeitete als Schriftsteller und Regisseur in Schweden, bis er sich 1972 den Traum erfüllte, Afrika zu bereisen. Seither lebt er zur Häfte in Schweden, zur Hälfte in Mosambik.
Die Wallander-Fälle chronologisch: „Mörder ohne Gesicht“, „Hunde von Riga“, „Die weiße Löwin“, „Der Mann, der lächelte“, „Die falsche Fährte“, „Die fünfte Frau“, „Mittsommermord“, „Die Brandmauer“ und „Wallanders erster Fall“ – dieser Band mit Erzählungen schließt die Wallander-Reihe ab.
In „Vor dem Frost“ debütiert Wallanders Tochter Linda als Polizeianwärterin.
„Die Rückkehr des Tanzlehrers“ wurde erfolgreich verfilmt.
Die Romane „Der Chronist der Winde“ und „Die rote Antilope“ spielen in Afrika.
Henning Mankell erhielt zahlreiche Preise, unter anderem wurde er als „Autor des Jahres 2002“ ausgezeichnet.
Übrigens gibt es für alle Wallander- und Mankellfans auch einige deutschsprachige Websites mit News über Bücher und Filme, Foren, Quiz, virtuellem Rundgang durch Ystad usw.
www.mankell.de
www.wallander.ch
www.wallander-web.de
° Meine Meinung
„Die fünfte Frau“ ist wieder ein unglaublich spannender Mankellkrimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Obwohl der Leser von Anfang an über die Motive und Vorgehensweise des Mörders aufgeklärt wird, tappt er doch, was die Identität des Mörders anbelangt, ebenso im Dunkeln wie mein Lieblingskommissar.
Auch in diesem sechsten Fall Wallanders wird wieder deutlich, was sich durch alle Mankellkrimis zieht: Mankell hält den Leser nie für so dumm, dass er ihm alles verrät, während der Kommissar hilflos herumermittelt. Er gibt zwar viele Hinweise, doch einige sind subtil genug, um dem Leser genug Raum für Fantasie und kombinieren zu lassen. Dadurch steigt die Spannung einfach ins Unermessliche.
In seinem sechsten Fall greift Mankell wieder ein sozialkritisches Thema auf: Misshandlung von Frauen durch ihren Ehemann oder Lebensgefährten. Auch in diesem sechsten Fall reitet Mankell nicht auf diesem leider immer noch sehr aktuellen Thema herum, sondern es bildet den Rahmen und die Grundlage für die Krimihandlung.
In „Die fünfte Frau“ kommt eine gewisse Resignation Wallanders zum Ausdruck. Bis jetzt bilden die Krimis, was die Person Wallanders und sein Verhalten angeht, einen Bogen: Im ersten Fall scheint alles paletti, Wallander hat so seine privaten Probleme, hat aber sein Leben im Griff. Im „Hunde von Riga“ steckt er schon tief in der Krise, im dritten Fall kommt es zum Eklat, und Wallander ist psychisch und physisch komplett aus dem Lot. In „Der Mann, der lächelte“ kommt Wallander langsam zurück, im fünften Fall hat er sich so ziemlich wieder gefangen.
Wie bereits erwähnt, scheint Wallander in seinem sechsten Fall zu resignieren. Die Arbeit nimmt ihn immer stärker in Anspruch, und der kommt mit dieser Belastung auf Kosten seines Privatlebens nicht wirklich zurecht. Dass er nicht einmal Zeit hat, um seinen verstorbenen Vater zu trauern, spricht für sich. Wie wird seine Beziehung mit Baiba weitergehen? Wie wird sich sein Verhältnis zu Linda entwickeln? Auf all das bin ich, nachdem ich mit meinem Lieblingskommissar schon durch Höhen und Tiefen gegangen bin, natürlich sehr gespannt.
Man sollte meinen, dass ich nach sechs innerhalb kurzer Zeit gelesenen Mankellkrimis schon langsam gesättigt bin – weit gefehlt! Der nächste Fall wartet schon in meinem Bücherregal…
° Fazit:
Bis jetzt kann ich mich nicht entscheiden, welcher Krimi von Mankell mir bis jetzt am besten gefallen hat – aber „Die fünfte Frau“ kommt, was Spannung und die Story betrifft, auf jeden Fall in die engere Auswahl. Ein Pflichtkauf für Mankellfans!
563 Seiten
ISBN: 3423203668
Gesehen um € 9,90
19 Bewertungen, 1 Kommentar
-
10.06.2004, 01:42 Uhr von Sprudlie
Bewertung: sehr hilfreichVielleicht wäre der Bericht noch besser geworden, wenn du nicht sofort alle Morde "aufgezählt" hättest, denn meiner Meinung nach ist bereits das "Aufdecken" der Verschwinden etc. spannend. Trotzdem gut gelungen. Gruß
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