Mazda 121 Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Sarkania
MAZDAS BESTER KLEINWAGEN
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich hab mir im Februar 2001 nach 5 Jahren Fahrpraxis mein erstes Auto gekauft. Einen süssen Madzda 121 CT mit elektrischem Faltdach und 54 kw aus 1991, in den ich mich richtiggehend verliebt habe. Gekostet hat er umgerechnet ca. 1500 Euro. Mittlerweile haben wir beide 15.000 Kilometer miteinander verbracht und sie hat schon 150.000 auf dem Buckel.
Unten gibt es eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile sowie ein Fazit.
MEINE ERFAHRUNGEN
*********************
Bedenken hatte ich dabei aber auch, hauptsächlich wegen des Daches. Bleibt das dicht? Kann man mit ihm in die Waschstrasse? Was kostet das, wenn es aufgeschnitten wird, interessante Frage, da mein Baby auf der Strasse herumstehen muss und keine Garage hat. Nach dem Angebot seiner damaligen Besitzerin, in die Waschstrasse zu fahren war ich diesbezüglich beruhigt. Kleine Risse, die durch Vandalismus enstehen, kann man sehr billig professionell reparieren lassen, das ganze Dach erneuern würde allerdings um die 30.000 Schilling kosten...
Das zweite Problem, das ich mit dem Wagen befürchtete, war, dass er keine Servolenkung hat, doch das nahm ich einmal in Kauf, ein bisschen Training schadet meinen Armmuskeln nicht. Da erlebte ich bei der ersten Ausfahrt eine sehr positive Überraschung. Die Lenkung geht, wenn sich das Fahrzeug auch nur einen Milimeter bewegt, leichter als alle Servolenkungen, die ich je erlebt habe. (Wie geht das?)
Der Mazda war eben ein Auto, dass wohl eher für die weibliche Bevölkerung konzipiert war. Sehr leichtgängige Lenkung, klein, und ein niedliches Design. Ich gebe zu, sein Aussehen ist nicht jedermannsund fraus Sache, aber es ist ein Auto, das sich etwas aus dem Einheitsbrei der Autodesigns hervorhebt. Mazda hat mit den Rundungen den Trend zu runden Autos vorhergesehen, wenn auch vielleicht etwas übertrieben. Naja, Geschmackssache.
Die Frontansicht gleicht dem eines 2er Opel Corsa, sie hat ein sehr kugeliges Dach und ein winzige Kofferraumklappe. Die meisten Babies sind türkis oder rot, hab ihn aber auch schon in lila, dunkelblau, dunkelgrün und weiss gesehen.
Ich hab mich hauptsächlich für ihn entschieden, weil ich von vielen Seiten gehört habe, dass diese kleinen 121er, die sogenannten Ostereier sehr zuverlässig sein sollen. Ich wollte ein Auto, mit dem ich sorglos durch Österreich brausen kann, auf das ich mich verlassen kann, und da schien mir das Baby die beste Wahl für mein mageres Studentenbudget.
Mit dem Auto selbst war ich nach 5 Minuten per Du, es ist ein geduldiges Auto, ich hab es noch nicht geschafft, ihn beim Wegfahren abzuwürgen und auch von Steigungen wegfahren war von Anfang an kein Problem. Beim Einparken ist der Kofferraum allerdings schwer überschaubar, und nachdem das Auto höher ist als so manches andere, sieht man oft von der Motorhaube des Hintermannes nicht viel. Genauer gesagt hab ich noch nie einen Kleinwagen erlebt, der dermassen unübersichtlich ist beim Einparken. Da der Kofferraum allerdings sehr kurz ist, kriegt man das rasch in den Griff. Der Kofferraum selbst ist erstaunlich geräumig (290 Liter), die Sitzbänke kann man umklappen, und bei der angeblich so kleinen Klappe habe ich auch schon mein Fahrrad hineingestopft.
Das Auto ist wie eben erwähnt sehr hoch, also auch grosse Menschen können bequem drin sitzen. Allerdings bringt diese Höhe auch den einen oder anderen Nachteil mit sich. Erstens einmal macht das das Auto windanfälliger, zweitens ist die nicht so ganz aerodynamische Form sicher mitschuld an dem höheren Verbrauch für den Kleinwagen. Mein Baby frisst im Schnitt 7 Liter, wobei ich dazusagen muss, dass ich fast ausschliesslich in Wien unterwegs bin und mein Kleiner Probleme mit der Leerlaufdrehzahl hat. (Ein Problem, das vom Bordcomputer ausgeht und daher nicht so leicht zu beheben ist. Die Werkstatt meinte, erst wenn es wirklich schlimm wird mit seiner Drehzahl, wird er sich drum kümmern.) Laut Herstellerangaben liegt der Verbrauch bei maximal 7,1 Liter bei 120 km/h, aber sie ist ja auch schon eine ältere Dame.
Jetzt im Sommer hab ich festgestellt, dass meine alte Dame wohl sehr temperaturempfindlich ist. Im Sommer bringe ich sie jetzt selten über sechs Liter... (!)
Dabei ist es relativ egal, ob man mit offenem Dach fährt oder nicht, wichtig ist, dass man sie auf der Autobahn nicht weit jenseits der 100 km/h quält. Ich sage quälen, denn ab 120 ist sie bei etwa 5000 Touren und sehr laut.
Zu den Fahreigenschaften kann ich nur sagen: grossartig! Ich nehme an, da ist mal etwas an der Federung gemacht worden, von der vielzitierten Unsicherheit in den Kurven hab ich noch nichts bemerkt, sie fährt bei mir wie auf Schienen. Die 72 PS sind doch eher kräftig, aber der Wagen ist nicht übermotorisiert und von der Steuer leistbar - ein kleiner Normalbenzinfresser mit KAT. Wenn man will, kann man mit dem Kleinen an der Ampel noch so einigen davonziehen. (Laut www.oeamtc.at beschleunigt er in 11,4 Sekunden von 0 auf 100 - da nehm ich die 7 Liter Benzin auf 100 Kilometer gerne in Kauf.)
Übrigens gibt es ihn auch mit 55 PS - die schwächeren Babies haben allerdings auch kein Faltdach.
Das Getriebe gefällt mir auch sehr. Das Auto ist für die Stadt gebaut, ich fahre im 5. Gang mit 50 km/h und bin dabei bei ca. 2100 Touren - man kann den Verbrauch in der Stadt daher sehr gering halten, wenn man nur sehr schaltfreudig ist. Freude macht das Schalten sehr, denn die Schaltung ist sehr präzise, aber leichtgängig mit kurzen Schaltwegen. EInzig der Rückwärtsgang hakelt manchmal - also aufpassen beim ersten Mal einparken, da kann es schon passieren dass das Getriebe laut protestiert, wenn der Rückwärtsgang drin ist aber doch nicht ganz.
Wegfahren geht übrigens ohne Gas wie bei einem Diesel, nur mit Kupplung kommen lassen! (Äusserst praktisch beim einparken und macht das Fahren im Stau auch erträglicher...)
Das Arnaturenbrett ist in hübschem blau gehalten übersichtlich, einzig negativ vielleicht, dass ich da tagsüber nie so richtig ablesen kann, ob ich mit Abblendlicht fahre oder ohne.
Drehzahlmesser ist auch dabei. Zum Thema Licht gibt es noch eine sehr nervtötende Kleinigkeit. Sobald man den Motor abstellt und das Licht (egal, ob Begrenzungs-, Abblend oder Fernlicht!) noch leuchtet, hört man ein Piepsen. Nun, wenn ich jemals mit abgeschaltenem Motor und Licht in der Gegend herumstehe, dann warte ich in zweiter Spur auf jemanden. Und wenn derjenige nach 5 Minuten noch nicht da ist, werde ich halb wahnsinnig von dem nervigen Piepsen. Alternativ dazu könnte man nur das Licht abschalten und die Warnblinkanlage anstellen - und von einem nervigen Klackern sekkiert werden. Das haben die Hersteller nicht so schlau durchdacht. Bei den Autos, die ich kenne, fängt das Piepsen an, sobald man eine Tür aufmacht, nicht, wenn man den Motor abstellt. Möglicherweise ist allerdings nur bei meinem Modell etwas falsch zusammengeschalten worden.
Positiv hervorheben möchte ich bei der Gelegenheit das Lenkrad. Dort, wo bei korrekter Fahrweise die Hände liegen sollten, gibt es eine griffige Ausbuchtung, und auf der Rückseite jeweils ein kleines Loch als Markierung, da gehören die Hände hin. Das Lenkrad liegt, richtig angefasst, ausgezeichnet in der Hand. Allerdings ist es recht dünn und schwarz. Im Sommer kann man sich schon mal die Finger ordentlich verbrennen. Ich empfehle eine Folie oder einen Pappendeckel an heissen Tagen hinter die Windschutzscheibe, oder Handschuhe anziehen, sonst kann man sie kaum fahren, weil es verdammt wehtut, das brennheisse Lenkrad anzufassen.
Negativ hingegen ist das Fehlen eines Heckscheibenwischers, jedoch mit dem Einschalten der Heckscheibenheizung kann man natürlich die Sicht nach hinten deutlich verbessern.
Was mir auch nicht gefällt, ist, dass es bei diesem Auto fast keine Ablagefläche gibt vorne. Ich hab da nur ein Handschuhfach, dass mit Betriebsanleitung vom Auto, Parkscheinen, meiner Sonnenbrille und zwei Plänen schon gestopft voll ist. In den zwei Zentimeter schmalen Ablagefächern in den vorderen Türen hab ich Eiskratzer, einen Lappen zum Autoabwischen und Zuckerln, falls unterwegs mein Blutzucker abfällt. (Bin kein Diabetiker, nur im unterzuckerten Zustand sehr gereizt und unkonzentriert.) Erstens einmal muss ich irgendwo meine Kassetten fürs Autoradio unterbringen, zweitens trinke ich gerne zwischendurch mal einen Schluck Wasser, wohin mit der Flasche? Im Kofferraum hab ich nichts davon, ich muss ja von Zeit zu Zeit hingreifen, da bleib ich nicht jedesmal stehen, ziehe den praktischen Hebel unter dem Fahrersitz und hol mir meine Kassetten oder meine Flasche aus dem Kofferraum. Frauen brauchen ja ständig irgendwelchen Krimskrams in der Nähe, wohin damit?
Apropos Hebel, es gibt nicht nur einen für den Kofferraum im Inneren, sondern daneben auch einen für den Tankdeckel. So muss man den Schlüssel nicht mehr abziehen und dem Tankwart in die Hand geben. Der Tankdeckel ist übrigens auf der linken Seite, wie ich beim ersten Mal tanken erstaunt festgestellt habe. (Was ich weiss, ist das bei Japanern Standard.) Zapfsäulen fährt man am besten auf der rechten Seite an. :-)
Was die Werkstättenkosten betrifft habe ich auch keine Probleme. Nachdem ich mit diesem älteren Auto nicht mehr in eine Mazda-Vertragswerkstätte fahre, halten sich die Werkstättenkosten durchaus im günstigen Rahmen. Ich zahle für eine Mechanikerstunde 600 Schilling, Ersatzteile sind auch nicht allzu teuer, es kommt nur auf die Werkstatt an.
Die zehn jahre alte türkise Metalliclackierung hat bei mir, musste ich feststellen, schon einige Tupfen von Steinschlägen auf der Motorhaube...
Punkto Sicherheit hat mein Auto 1991 wohl alle Standards erfüllt. Also vier Dreipunktgurte, einen Zweipunktgurt, Airbags gibt es keinen und ABS ist gerade erst erfunden. Unfall möcht ich mit ihr keinen haben, aufgrund des geringen Gewichtes werde ich wahrscheinlich ordentlich durch die Landschaft geschleudert bei einem Aufprall.
Das beste jedoch zum Schluss. Das elektrische Faltdach. Schwarz und zieht sich über die ganze Länger und breite des nach oben gewölbten Daches. Es lässt sich von vorne nach hinten schieben, von hinten nach vorne, lässt sich von der hinteren Sitzbank öffnen und schliessen, man kann mit dem Cabrio ohne Bedenken in die Waschstrasse fahren. Es kommt frische Luft herein, ohne dass es im Auto zugig oder laut wird. Ein Windbrecher vorne verhindert das. Der Hersteller empfiehlt aber, mit offenem Dach nicht mehr als 80 km/h zu fahren, sonst verliert man es unterwegs. :-)
Ich freu mich schon auf den Frühling, wenn ich mit meinem Baby mit offenem Dach fahre und mir die Sonne aufs Haupt lacht. Das Risiko, dass einmal ein Idiot mein Dach aufschneidet, nehme ich für dieses coole Cabriogefühl gerne in Kauf. Welches Auto hat serienmässig so ein Dach? Bis auf die legendären Enten, Renault Twingos und VW Lupos fällt mir da nicht viel ein...
Ein Nachteil der mir noch auffällt: wenn ich mit diesem Auto fahre, sind Autofahrer im Schnitt ziemlich rücksichtslos. Ich fahr auch viel mit anderen Autos, daher hab ich durchaus Vergleichswerte. Ich werde recht oft geschnitten oder überholt, wenn ich schon über dem vorgeschriebenen Limit fahre. Besonders negativ fällt mir auf, wenn nach einer Ampel zwei Spuren zusammenlaufen und ich brav rechts stehe, versuchen sich dann noch drei vor mir reinzudrängen, obwohl ich ordentlich Gas gebe und mein Auto doch ein bisschen was unter der Haube hat. Ich nehme mal an, die meisten trauen dem kleinen Auto nicht diese Kraft zu, die erstens einmal dadurch entsteht, dass der Motor 72 PS hat und das Auto selber keine 800 Kilo wiegt. Oder es ist schwer zu glauben, dass jemand mit so einem Auto doch ganz gerne zügig fährt.
EIN PAAR DATEN UND FAKTEN
***************************
Leistung: 54kw/72 PS
Länge: 3,8 m
Gewicht: 800 Kilo
Verbrauch: ca. 6,5 Liter ROZ 91
Tankinhalt: 43 Liter
Sitzplätze: 5
Zum Schluss noch die Vor- und Nachteile im Überblick.
VORTEILE
*********
flott (11,4 sec 0-100)
süsses Design
zuverlässig bis zum Geht-nicht-mehr, auch jenseits der 120.000 km
passables Verbrauchs- Leistungsverhältnis
geräumiger als man denkt
Kopffreiheit
Faltdach (=billiges Cabrio)
angenehm weiche Schaltung
sehr leichtgängige (Nichtservo)-Lenkung
Reparaturen billig
ebenso die Steuer
NACHTEILE
***********
Lackschäden hat man schnell
wenig Ablagefläche
Sitze bieten wenig Seitenhalt
hohe Windanfälligkeit
manches klappert
ab 120 sehr sehr laut
Einparken mitunter nicht einfach für einen Kleinwagen
wird seit 1994 nicht mehr gebaut! :-(
FAZIT
*****
Der Mazda 121 CT, das Ei ist ein billiger, herziger Kleinwagen mit einem Motor, der durchaus Biss hat. Ein zuverlässiges, aber auch verspieltes Fahrzeug mit wenig Luxus. Ich werde auf jeden Fall meine Sonja fahren, bis sie auseinanderfällt. Schliesslich wird so etwas Hübsches leider nicht mehr gebaut.
Unten gibt es eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile sowie ein Fazit.
MEINE ERFAHRUNGEN
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Bedenken hatte ich dabei aber auch, hauptsächlich wegen des Daches. Bleibt das dicht? Kann man mit ihm in die Waschstrasse? Was kostet das, wenn es aufgeschnitten wird, interessante Frage, da mein Baby auf der Strasse herumstehen muss und keine Garage hat. Nach dem Angebot seiner damaligen Besitzerin, in die Waschstrasse zu fahren war ich diesbezüglich beruhigt. Kleine Risse, die durch Vandalismus enstehen, kann man sehr billig professionell reparieren lassen, das ganze Dach erneuern würde allerdings um die 30.000 Schilling kosten...
Das zweite Problem, das ich mit dem Wagen befürchtete, war, dass er keine Servolenkung hat, doch das nahm ich einmal in Kauf, ein bisschen Training schadet meinen Armmuskeln nicht. Da erlebte ich bei der ersten Ausfahrt eine sehr positive Überraschung. Die Lenkung geht, wenn sich das Fahrzeug auch nur einen Milimeter bewegt, leichter als alle Servolenkungen, die ich je erlebt habe. (Wie geht das?)
Der Mazda war eben ein Auto, dass wohl eher für die weibliche Bevölkerung konzipiert war. Sehr leichtgängige Lenkung, klein, und ein niedliches Design. Ich gebe zu, sein Aussehen ist nicht jedermannsund fraus Sache, aber es ist ein Auto, das sich etwas aus dem Einheitsbrei der Autodesigns hervorhebt. Mazda hat mit den Rundungen den Trend zu runden Autos vorhergesehen, wenn auch vielleicht etwas übertrieben. Naja, Geschmackssache.
Die Frontansicht gleicht dem eines 2er Opel Corsa, sie hat ein sehr kugeliges Dach und ein winzige Kofferraumklappe. Die meisten Babies sind türkis oder rot, hab ihn aber auch schon in lila, dunkelblau, dunkelgrün und weiss gesehen.
Ich hab mich hauptsächlich für ihn entschieden, weil ich von vielen Seiten gehört habe, dass diese kleinen 121er, die sogenannten Ostereier sehr zuverlässig sein sollen. Ich wollte ein Auto, mit dem ich sorglos durch Österreich brausen kann, auf das ich mich verlassen kann, und da schien mir das Baby die beste Wahl für mein mageres Studentenbudget.
Mit dem Auto selbst war ich nach 5 Minuten per Du, es ist ein geduldiges Auto, ich hab es noch nicht geschafft, ihn beim Wegfahren abzuwürgen und auch von Steigungen wegfahren war von Anfang an kein Problem. Beim Einparken ist der Kofferraum allerdings schwer überschaubar, und nachdem das Auto höher ist als so manches andere, sieht man oft von der Motorhaube des Hintermannes nicht viel. Genauer gesagt hab ich noch nie einen Kleinwagen erlebt, der dermassen unübersichtlich ist beim Einparken. Da der Kofferraum allerdings sehr kurz ist, kriegt man das rasch in den Griff. Der Kofferraum selbst ist erstaunlich geräumig (290 Liter), die Sitzbänke kann man umklappen, und bei der angeblich so kleinen Klappe habe ich auch schon mein Fahrrad hineingestopft.
Das Auto ist wie eben erwähnt sehr hoch, also auch grosse Menschen können bequem drin sitzen. Allerdings bringt diese Höhe auch den einen oder anderen Nachteil mit sich. Erstens einmal macht das das Auto windanfälliger, zweitens ist die nicht so ganz aerodynamische Form sicher mitschuld an dem höheren Verbrauch für den Kleinwagen. Mein Baby frisst im Schnitt 7 Liter, wobei ich dazusagen muss, dass ich fast ausschliesslich in Wien unterwegs bin und mein Kleiner Probleme mit der Leerlaufdrehzahl hat. (Ein Problem, das vom Bordcomputer ausgeht und daher nicht so leicht zu beheben ist. Die Werkstatt meinte, erst wenn es wirklich schlimm wird mit seiner Drehzahl, wird er sich drum kümmern.) Laut Herstellerangaben liegt der Verbrauch bei maximal 7,1 Liter bei 120 km/h, aber sie ist ja auch schon eine ältere Dame.
Jetzt im Sommer hab ich festgestellt, dass meine alte Dame wohl sehr temperaturempfindlich ist. Im Sommer bringe ich sie jetzt selten über sechs Liter... (!)
Dabei ist es relativ egal, ob man mit offenem Dach fährt oder nicht, wichtig ist, dass man sie auf der Autobahn nicht weit jenseits der 100 km/h quält. Ich sage quälen, denn ab 120 ist sie bei etwa 5000 Touren und sehr laut.
Zu den Fahreigenschaften kann ich nur sagen: grossartig! Ich nehme an, da ist mal etwas an der Federung gemacht worden, von der vielzitierten Unsicherheit in den Kurven hab ich noch nichts bemerkt, sie fährt bei mir wie auf Schienen. Die 72 PS sind doch eher kräftig, aber der Wagen ist nicht übermotorisiert und von der Steuer leistbar - ein kleiner Normalbenzinfresser mit KAT. Wenn man will, kann man mit dem Kleinen an der Ampel noch so einigen davonziehen. (Laut www.oeamtc.at beschleunigt er in 11,4 Sekunden von 0 auf 100 - da nehm ich die 7 Liter Benzin auf 100 Kilometer gerne in Kauf.)
Übrigens gibt es ihn auch mit 55 PS - die schwächeren Babies haben allerdings auch kein Faltdach.
Das Getriebe gefällt mir auch sehr. Das Auto ist für die Stadt gebaut, ich fahre im 5. Gang mit 50 km/h und bin dabei bei ca. 2100 Touren - man kann den Verbrauch in der Stadt daher sehr gering halten, wenn man nur sehr schaltfreudig ist. Freude macht das Schalten sehr, denn die Schaltung ist sehr präzise, aber leichtgängig mit kurzen Schaltwegen. EInzig der Rückwärtsgang hakelt manchmal - also aufpassen beim ersten Mal einparken, da kann es schon passieren dass das Getriebe laut protestiert, wenn der Rückwärtsgang drin ist aber doch nicht ganz.
Wegfahren geht übrigens ohne Gas wie bei einem Diesel, nur mit Kupplung kommen lassen! (Äusserst praktisch beim einparken und macht das Fahren im Stau auch erträglicher...)
Das Arnaturenbrett ist in hübschem blau gehalten übersichtlich, einzig negativ vielleicht, dass ich da tagsüber nie so richtig ablesen kann, ob ich mit Abblendlicht fahre oder ohne.
Drehzahlmesser ist auch dabei. Zum Thema Licht gibt es noch eine sehr nervtötende Kleinigkeit. Sobald man den Motor abstellt und das Licht (egal, ob Begrenzungs-, Abblend oder Fernlicht!) noch leuchtet, hört man ein Piepsen. Nun, wenn ich jemals mit abgeschaltenem Motor und Licht in der Gegend herumstehe, dann warte ich in zweiter Spur auf jemanden. Und wenn derjenige nach 5 Minuten noch nicht da ist, werde ich halb wahnsinnig von dem nervigen Piepsen. Alternativ dazu könnte man nur das Licht abschalten und die Warnblinkanlage anstellen - und von einem nervigen Klackern sekkiert werden. Das haben die Hersteller nicht so schlau durchdacht. Bei den Autos, die ich kenne, fängt das Piepsen an, sobald man eine Tür aufmacht, nicht, wenn man den Motor abstellt. Möglicherweise ist allerdings nur bei meinem Modell etwas falsch zusammengeschalten worden.
Positiv hervorheben möchte ich bei der Gelegenheit das Lenkrad. Dort, wo bei korrekter Fahrweise die Hände liegen sollten, gibt es eine griffige Ausbuchtung, und auf der Rückseite jeweils ein kleines Loch als Markierung, da gehören die Hände hin. Das Lenkrad liegt, richtig angefasst, ausgezeichnet in der Hand. Allerdings ist es recht dünn und schwarz. Im Sommer kann man sich schon mal die Finger ordentlich verbrennen. Ich empfehle eine Folie oder einen Pappendeckel an heissen Tagen hinter die Windschutzscheibe, oder Handschuhe anziehen, sonst kann man sie kaum fahren, weil es verdammt wehtut, das brennheisse Lenkrad anzufassen.
Negativ hingegen ist das Fehlen eines Heckscheibenwischers, jedoch mit dem Einschalten der Heckscheibenheizung kann man natürlich die Sicht nach hinten deutlich verbessern.
Was mir auch nicht gefällt, ist, dass es bei diesem Auto fast keine Ablagefläche gibt vorne. Ich hab da nur ein Handschuhfach, dass mit Betriebsanleitung vom Auto, Parkscheinen, meiner Sonnenbrille und zwei Plänen schon gestopft voll ist. In den zwei Zentimeter schmalen Ablagefächern in den vorderen Türen hab ich Eiskratzer, einen Lappen zum Autoabwischen und Zuckerln, falls unterwegs mein Blutzucker abfällt. (Bin kein Diabetiker, nur im unterzuckerten Zustand sehr gereizt und unkonzentriert.) Erstens einmal muss ich irgendwo meine Kassetten fürs Autoradio unterbringen, zweitens trinke ich gerne zwischendurch mal einen Schluck Wasser, wohin mit der Flasche? Im Kofferraum hab ich nichts davon, ich muss ja von Zeit zu Zeit hingreifen, da bleib ich nicht jedesmal stehen, ziehe den praktischen Hebel unter dem Fahrersitz und hol mir meine Kassetten oder meine Flasche aus dem Kofferraum. Frauen brauchen ja ständig irgendwelchen Krimskrams in der Nähe, wohin damit?
Apropos Hebel, es gibt nicht nur einen für den Kofferraum im Inneren, sondern daneben auch einen für den Tankdeckel. So muss man den Schlüssel nicht mehr abziehen und dem Tankwart in die Hand geben. Der Tankdeckel ist übrigens auf der linken Seite, wie ich beim ersten Mal tanken erstaunt festgestellt habe. (Was ich weiss, ist das bei Japanern Standard.) Zapfsäulen fährt man am besten auf der rechten Seite an. :-)
Was die Werkstättenkosten betrifft habe ich auch keine Probleme. Nachdem ich mit diesem älteren Auto nicht mehr in eine Mazda-Vertragswerkstätte fahre, halten sich die Werkstättenkosten durchaus im günstigen Rahmen. Ich zahle für eine Mechanikerstunde 600 Schilling, Ersatzteile sind auch nicht allzu teuer, es kommt nur auf die Werkstatt an.
Die zehn jahre alte türkise Metalliclackierung hat bei mir, musste ich feststellen, schon einige Tupfen von Steinschlägen auf der Motorhaube...
Punkto Sicherheit hat mein Auto 1991 wohl alle Standards erfüllt. Also vier Dreipunktgurte, einen Zweipunktgurt, Airbags gibt es keinen und ABS ist gerade erst erfunden. Unfall möcht ich mit ihr keinen haben, aufgrund des geringen Gewichtes werde ich wahrscheinlich ordentlich durch die Landschaft geschleudert bei einem Aufprall.
Das beste jedoch zum Schluss. Das elektrische Faltdach. Schwarz und zieht sich über die ganze Länger und breite des nach oben gewölbten Daches. Es lässt sich von vorne nach hinten schieben, von hinten nach vorne, lässt sich von der hinteren Sitzbank öffnen und schliessen, man kann mit dem Cabrio ohne Bedenken in die Waschstrasse fahren. Es kommt frische Luft herein, ohne dass es im Auto zugig oder laut wird. Ein Windbrecher vorne verhindert das. Der Hersteller empfiehlt aber, mit offenem Dach nicht mehr als 80 km/h zu fahren, sonst verliert man es unterwegs. :-)
Ich freu mich schon auf den Frühling, wenn ich mit meinem Baby mit offenem Dach fahre und mir die Sonne aufs Haupt lacht. Das Risiko, dass einmal ein Idiot mein Dach aufschneidet, nehme ich für dieses coole Cabriogefühl gerne in Kauf. Welches Auto hat serienmässig so ein Dach? Bis auf die legendären Enten, Renault Twingos und VW Lupos fällt mir da nicht viel ein...
Ein Nachteil der mir noch auffällt: wenn ich mit diesem Auto fahre, sind Autofahrer im Schnitt ziemlich rücksichtslos. Ich fahr auch viel mit anderen Autos, daher hab ich durchaus Vergleichswerte. Ich werde recht oft geschnitten oder überholt, wenn ich schon über dem vorgeschriebenen Limit fahre. Besonders negativ fällt mir auf, wenn nach einer Ampel zwei Spuren zusammenlaufen und ich brav rechts stehe, versuchen sich dann noch drei vor mir reinzudrängen, obwohl ich ordentlich Gas gebe und mein Auto doch ein bisschen was unter der Haube hat. Ich nehme mal an, die meisten trauen dem kleinen Auto nicht diese Kraft zu, die erstens einmal dadurch entsteht, dass der Motor 72 PS hat und das Auto selber keine 800 Kilo wiegt. Oder es ist schwer zu glauben, dass jemand mit so einem Auto doch ganz gerne zügig fährt.
EIN PAAR DATEN UND FAKTEN
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Leistung: 54kw/72 PS
Länge: 3,8 m
Gewicht: 800 Kilo
Verbrauch: ca. 6,5 Liter ROZ 91
Tankinhalt: 43 Liter
Sitzplätze: 5
Zum Schluss noch die Vor- und Nachteile im Überblick.
VORTEILE
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flott (11,4 sec 0-100)
süsses Design
zuverlässig bis zum Geht-nicht-mehr, auch jenseits der 120.000 km
passables Verbrauchs- Leistungsverhältnis
geräumiger als man denkt
Kopffreiheit
Faltdach (=billiges Cabrio)
angenehm weiche Schaltung
sehr leichtgängige (Nichtservo)-Lenkung
Reparaturen billig
ebenso die Steuer
NACHTEILE
***********
Lackschäden hat man schnell
wenig Ablagefläche
Sitze bieten wenig Seitenhalt
hohe Windanfälligkeit
manches klappert
ab 120 sehr sehr laut
Einparken mitunter nicht einfach für einen Kleinwagen
wird seit 1994 nicht mehr gebaut! :-(
FAZIT
*****
Der Mazda 121 CT, das Ei ist ein billiger, herziger Kleinwagen mit einem Motor, der durchaus Biss hat. Ein zuverlässiges, aber auch verspieltes Fahrzeug mit wenig Luxus. Ich werde auf jeden Fall meine Sonja fahren, bis sie auseinanderfällt. Schliesslich wird so etwas Hübsches leider nicht mehr gebaut.
15 Bewertungen, 1 Kommentar
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09.04.2002, 04:29 Uhr von Shinji
Bewertung: sehr hilfreichganz deiner meinung
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