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Erfahrungsbericht von SimonandGarfunkel

Mein lieber Tiber - oder Rome sweet Rome

Pro:

Einfach gigantisch, Weltstadt, nahezu unbeschreiblich

Kontra:

Im Juli ganz schön voll und sehr, und damit meine ich, sehr, heiß.

Empfehlung:

Ja

„Die spinnen, die Römer.“ Dies wusste schon, aus rein körperlicher Sicht mein Genosse, Obelix.

Ob er mit dieser Behauptung allerdings recht hat, ist auch nach meinem 3-tägigen Aufenthalt in der ewigen Stadt ungeklärt geblieben.
Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob sich unter all den vielen Menschen, die ich traf, auch tatsächlich echte Römer befanden. Sollten doch einige Römer dabei gewesen sein, so soll hier versucht werden im Laufe des Berichts eben diese Frage zu klären.
Doch beginnen wir.....am besten vorne.

Wir befinden uns im Jahr 2004 n.Chr. Genauer gesagt im Juli.
Ganz Rom ist von Touristen besetzt. Ganz Rom?
Ja, ganz Rom.

Ausgangspunkt meiner bzw. unserer Reise nach Rom, war ein Morgen im April, als mein Schatz mich in Herrgottsfrühe weckte und mir frohe Botschaft kund zu tun vermochte.
„Simon & Garfunkel“ kommen nach Deutschland.

Das hat gesessen. Besser als jeder Koffeinschock. Senkrecht saß ich im Bett, schnell die Brille auf den noch verbeulten Kopf und ab an den PC. Kartenservice aufgerufen, Karten fürs Konzert in Köln gebucht und dann noch schnell auf die Homepage besagten Duos. Und was fand ich dort?
Neben dem von mir gebuchten Konzert in Köln findet die Tournee ihren Abschluss in einem Gratis-Konzert in Rom.
Die Entscheidung war ziemlich schnell gefasst. Eine Italien-Reise war eh geplant, zumal meine Eltern dort wohnen. Also würden wir dem einen Kurztrip nach Rom hinzufügen.
So sollte man es schreiben und so ist es geschehen.

Am Morgen des 30. Juli im Jahre des Herrn 2004 machte sich eine reiselustige Gruppe in einem altersschwachen Golf von Arcevia auf einen der vielen Wege, die nach Rom führen.
Das Problem am italienischen Straßenverkehr sind nicht die schlechten Straßen. Es sind auch nicht die zahlreichen Kurven, die ohne besonderes Hinweisschild plötzlich vor einem auftauchen. Ebenso wenig sind es die Fußgänger, die mit Angst verzerrtem Gesicht an einem Zebrastreifen stehen. Auch sind es nicht die nicht vorhandenen, aber angedrohten Radarfallen. Und es sind auch nicht die zwar nicht angedrohten, aber vorhandenen Touristen. Nein. Es sind die Italiener selbst.
Wie vom Paten persönlich gejagt schaffen sie es mit einer wohl typisch südländischen Gelassenheit durch sämtliche Serpentinen zu rasen, dass ich mich frage ob nicht vielleicht der Fiat Panda, ja genau, diese Nussschale, doch eher ein Synonym für Ferrari ist.
Aber wie dem auch sei. Wie ihr alle sehen könnt, lebe ich noch.

Nach gut 3,5 Stunden Fahrt waren wir dann auch endlich am Ziel angekommen. Dem Campingplatz Tiber, etwas nördlich von Rom in Prima Porta gelegen. Dieser Campingplatz wird von mir, sofern Ciao diesen übernimmt, in einem anderen Bericht genauer beschrieben.

Nachdem wir also unser Gepäck in einem Bungalow verstaut hatten, konnten wir es vor Spannung schon nicht mehr aushalten endlich die Stadt zu sehen.
Also schnappten wir uns direkt den nächsten Shuttle-Bus vom Campingplatz zum nahe gelegenen Bahnhof Prima Porta. Schnell schlau gemacht, kauften wir uns dann direkt ein 3-Tages-Ticket, welches sowohl für Busse, Straßenbahnen, als auch für die Metro gültig ist. So ein Ticket kostet 11 Euro und muss bei der ersten Fahrt abgestempelt werden.
Nach 18-minütiger Fahrzeit kamen wir ans Ziel, dem Bahnhof Flaminia.
Total ausgebrannt, gingen wir dann erst mal ins nächste Cafe um einen selbigen zu trinken. Die Hitze in Rom ist echt enorm. Das sollte man bedenken, wenn man sich im Juli oder August auf den Weg macht.

Na ja, Cafe leer, aber trotzdem durstig. Tatendurst.
Durch ein wunderschönes Stadttor an der Flaminia gelangt man nach ein paar Metern auf den Piazza del Popolo einem sehr schönen Platz mit einem Brunnen in der Mitte, auf dem ein Obelisk zu bestaunen ist. Wer nicht spätestens hier seinen Fotoapparat auspackt, dem ist die Hitze nicht bekommen.
Die Vielzahl der Brunnen in der ewigen Stadt ermöglicht es dem Besucher, auch Tourist genannt, sich in regelmäßigen Abständen zu erfrischen, in dem er einfach die Hände in das kalte Wasser steckt. Achtung! Wenn ich schreibe kalt, dann meine ich auch kalt. Die Herzkranken unter den Lesern sollten das berücksichtigen.
Trinken sollte man aus solchen Brunnen allerdings nicht, da täglich bestimmt mehrere Tausend Hände in diesem Wasser planschen.
Zum Trinken sollte man eine der zahlreichen und dafür vorgesehenen Wasserstellen benutzen. An diesen kleinen Wasserstellen kann man seine eigenen Flaschen auffüllen oder das Wasser aus der Hand trinken.
Das Wasser aus diesen Brunnen hat äußerst gute Qualität. Für gewöhnlich stehe ich mit italienischem Trinkwasser auf Kriegsfuß, was dazu führt, dass ich ein Fachmann für italienische Toiletten bin. Aber auf das römische Trinkwasser haben sowohl Magen, als auch Darm sehr gut reagiert. Aber ich weiche ab......

Nun denn, erster Programmpunkt sollte der Vatikan sein, welchen man von der Piazza del Popolo ganz gut per pedes erreichen kann. Außerdem bekommt man auf diese Weise viel mehr von der Stadt mit.

Der Vatikan!
Schon von weitem sieht man die alles überragende Kuppel des Petersdoms vor sich auftauchen.
Meistens ist es ja so, dass einem Bauwerke, die man nur von Fotos kennt, als viel kleiner betrachtet, wenn man sie tatsächlich sieht.
Hier ist es genau umgekehrt. Diese Größe hätte ich mir nicht träumen lassen.
„Petrus, alter Kumpel. Du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche bauen will.“

Petrus und seine Nachfolger haben ganze Arbeit geleistet. Der Petersdom erscheint einem wahrlich wie ein Fels in der Brandung und erweckt ganz den Eindruck von Souveränität und Standfestigkeit. Erscheinen einem manche Bauwerke ähnlicher Größe doch eher kalt, so verhält es sich auch hier umgekehrt. Man steht mit offenem Munde vor diesem Bauwerk und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Wer in den Petersdom gehen möchte, muss durch eine Sicherheitskontrolle, ähnlich wie am Flughafen. Eine weitere Kontrolle, die man auf jeden Fall sehr ernst nehmen sollte ist die Kleiderkontrolle. Frauen mit freien Schultern, freiem Rücken und kurzen Hosen werden rigoros abgewiesen und dürfen nicht hinein. Männer ebenso. Eine ¾ Hose, dürfte aber in Ordnung sein. Zumindest bin ich mit dieser hineingekommen.
Steigt man nun die Stufen zu Petersdom hinauf, hört man direkt vor dem Portal eine Stimme, die einem sagt, dass der Petersdom trotz der vielen Besucher und der Größe noch immer ein Ort der Stille und des Gebets sei. Von daher solle man sich leise verhalten.
Aber glaubt mir, bei so vielen Menschen ist es einfach nicht leise.

Schließlich betritt man den Petersdom durch sein großes Portal und ist schlicht weg überwältigt. Noch einmal wird man von der ungreifbaren Größe überrascht. Die Lichtspiele innerhalb des Doms sind unbeschreiblich und derjenige, der sich die vielen Touristen wegdenken kann, ist sicherlich ergriffen.

Wer sich in dem Dom alles ansehen möchte, kommt unter einer Stunde nicht wieder hinaus. Selbst wer im Schnelldurchgang durch den Dom trabt, wird feststellen, dass einige Zeit vergeht, ehe man, den Blick auf den Petersplatz gerichtet, wieder aus dem großen Portal heraustritt.
So wie wir, die wir an diesem Tag eigentlich noch die Vatikanischen Museen samt der Sixtinischen Kapelle sehen wollten. Allerdings waren diese schon geschlossen.

Doch das macht nichts. Es bedarf keines übermäßigen Improvisationstalentes, um etwas anderes zu finden, mit dem man sich in Rom die Zeit vertreiben kann.
Also schlenderten wir einfach ein wenig durch die römischen Gassen in der Nähe des Vatikans. Diese Gassen beherbergen zahlreiche Geschäfte, in welchen katholische Priester sich mit dem notwendigen Equipment ausrüsten können.
Was man in diesen Gassen auch recht häufig findet, wenn man denn danach sucht, sind kleine Supermärkte. Hier gibt`s 1,5 l Flaschen gekühltes Mineralwasser für unter einem Euro. An den Ständen, die man in der Umgebung von Sehenswürdigkeiten findet, bezahlt man für einen halben Liter Wasser 2 Euro.....ein ziemlich heidnischer Preis, für eine derart christliche Stadt, wie ich finde.

Heidnisch auch unser Verhalten. Anstatt unseren Hunger in einem der zahlreichen Restaurants zu stillen, gingen wir......naa, wer errät es?........Na klar, zu McDonalds. Wer eine fundierte Entschuldigung haben möchte, für dieses blasphemische Verhalten, der möge sich doch bitte per Kommentar oder Email mit mir in Verbindung setzen.

Nun denn, einigermaßen gestärkt war unser nächster Anlaufpunkt die Spanische Treppe. Diese ist Treffpunkt für jung und alt. Wahrscheinlich, weil es so viel Spaß macht, sich auf dieser Treppe auszuruhen und die vorbeiziehenden Menschen zu beobachten. Oder sich von einem „fliegendem Händler“ diverse Produkte, von Rosen bis hin zu Postern, zeigen zu lassen. Hier spürt man ein wenig vom römischen Flair. Jugendliche versammeln sich hier, ehe sie sich ins Nachtleben stürzen, andere wiederum scheinen, mit Gitarre und Bier ausgestattet, ihr Nachtleben hier zu verbringen. Wer, so wie ich, darin geübt ist, seine Seele baumeln zu lassen, kann hier locker 2-3 Stunden verbringen.

Von der Spanischen Treppe aus führt eine Strasse wieder direkt zur Piazza del Popolo, womit sich unser erster Tag dem Ende nähert. Noch einmal schnell die Hände in den kalten Brunnen gesteckt, Schock bekommen, ab zum Bahnhof und anschließend nach einer Zigarette ins Bett.
Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Der nächste Morgen führte uns dann erneut vor die Tore des Vatikans, diesmal allerdings zu den vatikanischen Museen. Auch hier gilt es als erste Hürde, die Sicherheitskontrollen zu passieren. Längere Gegenstände, z.B. ein Stativ müssen an der Garderobe abgegeben werden. Kostenlos. Nicht kostenlos dagegen ist der Eintritt in die Museen. Diese werden mit 12 Euro pro Person berechnet. Aber dafür bekommt man auch einiges Geboten. Ich schätze mal, dass man als echter Liebhaber locker 5-6 Stunden hier verbringen kann. Unzählige Statuen, ebenso viele Wandteppiche, Wandbemalungen, Landkarten etc. sind hier zu besichtigen. Fotografieren ist erlaubt, mit Ausnahme der Sixtinischen Kapelle. Und diese ist der Höhepunkt des Rundgangs.

Während es im nahegelegenen Petersdom durchaus möglich ist, sich in eine Stille Ecke zurückzuziehen, fällt dieses Vorhaben in der Sixtinischen Kapelle flach. Hier drin ist es „rappelvoll“. Und alle starren nach oben, als ob der Heilige Geist dort zu finden ist. Glaubt mir, das ist er nicht. Vielmehr findet man eine von Michelangelo bemalte Decke, deren Motive den meisten Menschen, bewusst oder unbewusst, bekannt sein dürften.
Das Aufsichtspersonal ermahnt ständig zur Ruhe, immer dann, wenn ein langes „Pssssscht“ zu hören ist. Selbst, wer in der Lage ist, einen der wenigen Sitzplätze zu ergattern, wird sich nicht voll den Eindrücken hingeben können, die dieser Raum zweifelsohne besitzt. Und wer die Sixtinische Kapelle verlässt, der ist mit dem Rundgang auch schon so gut wie am Ende.

Ziemlich genau zwei Stunden hat unser Rundgang gedauert. Ich weiß nicht, ob es nun daran lag, dass es Samstag war, oder daran, dass es im Juli/August besonders voll ist. Doch für meinen Geschmack war es zu voll. Das ist aber auch insofern verständlich, als das dieser Teil des Vatikans, nein, dieser Teil Roms, einfach in jedes Touristenprogramm gehören muss.

Ebenso wie eines der zahlreichen Menüs, welche von netten Kellnern auf dem Bürgersteig vor den Restaurants beworben werden.
Achtung !!! Hier ist äußerste Vorsicht geboten.
Angepriesen werden „3-Gänge-Menüs“, je nach Restaurant von 8-16 Euro. Das ist für eine Weltstadt, wie Rom sie nun einmal ist, relativ günstig. Man sollte aber darauf achten, dass es auch wirklich „all inclusive“ ist.
In vielen Restaurants nämlich bleibt es nicht bei diesem günstigen Angebot. Getränke kosten extra, die Tischdecke kostet extra, das Brot kostet extra und die Bedienung kostet extra. So kann es durchaus vorkommen, dass man pro Person mal locker 20-30 Euro für ein mittelmäßiges Menü bezahlt.

Nun, nachdem wir uns bei einem solchen Mittagessen haben verarschen lassen, ging unsere Tour weiter, die Füße bereits voller Blasen, aber die Freude ungetrübt. Vor allem die Vorfreude, da mir ja noch immer ein Simon&Garfunkel Konzert bevorstand.
Da dieses Konzert vor dem Kolosseum stattfinden sollte, bot es sich nun an, dieses auch gleich zu besichtigen, ebenso wie das nahe gelegene Forum Romanum, das wirklich alte Rom, wo die diversen Cäsaren ihr Unwesen trieben.

Um dort hinzugelangen, schien es uns, angesichts unserer Füße, sinnvoller, die römische Metro zu benutzen. Im Gegensatz zu den zahlreichen Linien der Pariser und Londoner Metro, besteht die Römische Metro aus lediglich zwei Linien, die sich irgendwo in der Mitte kreuzen.
Unsere Haltestelle sollte, laut Plan, Colosseo heißen. Doch irgendwie muss sie der nette U-Bahnfahrer übersehen haben, denn wir hielten erst eine Station später, nämlich am „Circus Massimo“. Macht nix, den wollten wir auch mal sehen.

Beim Aufsteigen der Treppen aus der U-Bahnstation kam mir dann der leise Verdacht, dass am Kolosseum vielleicht schon tumultartige Zustände herrschten und wir deshalb nicht dort hielten. Und siehe da, die Straße zum Wahrzeichen Roms war bereits für Pkws gesperrt, Circus Maximus, sowie Forum Romanum waren geschlossen. Und auch das Kolosseum konnte nicht mehr betreten werden.
Tausende Menschen liefen aus unserer Richtung kommend auf das Kolosseum zu um es dann einmal zu umrunden und zu sehen, wie sich vor der Bühne bereits einige Tausend Menschen niedergelassen hatten.
Also, erste Reihe fällt dann wohl mal aus. Und da es ohnehin nicht angebracht ist, sich fünf Stunden vor Konzertbeginn auf die „Via dei Fori Imperiali“ zu setzen, wollten wir uns noch ein wenig Kultur antun. Also, auf besagter Straße am Forum Romanum vorbei auf das Emanuele Denkmal zu.
Steigt man an diesem Bauwerk so ungefähr 1 Mio. Stufen hoch, so findet man den Eingang ins Museum. Hier ist allerhand zu sehen, vor allem jedoch Stücke aus dem 19. Jahrhundert, Kleidung, Waffen, Bilder etc.. Ein Ausgang führt den Besucher auf das Dach, auf dem man sich frei bewegen kann. Hier gibt es sogar ein Cafe und eine kleine Kirche.
Vom Dach aus hat man einen wunderbaren Überblick über Rom. Einfach traumhaft.

Als auch dieser kulturelle Punkt abgehakt war ging es langsam aber sicher Richtung Bühne und anschließendem Konzert.
Da sich die Bühne direkt vor dem Kolosseum befand, war eigentlich die komplette Vie dei Fori Imperiali als Zuschauerraum zu bezeichnen. Es gab keinerlei Kontrollen und man konnte sich hinstellen wo man wollte.
Der Bürgersteig rechts und links war durch einen niedrigen Zaun von der Straße getrennt.
Jenseits des Zauns verteilten Helfer des Roten Kreuzes gratis kleine Mineralwasserflaschen an die Zuschauer.
Ich möchte hier nichts über das Konzert an sich berichten, da sich ein weiterer Artikel in Arbeit befindet.....nur so viel: Es war einfach bombastisch, genial, überwältigend. Die Zahl von 600.000 ! Zuschauern, ja ihr habt richtig gelesen, sechshunderttausend Zuschauer, spricht für sich.

Gegen 23.45 Uhr war das Konzert beendet und was nun folgte, war in meinen Augen eine logistische Meisterleistung wie ich sie, ehrlich gesagt, von den manchmal doch chaotisch wirkenden Italienern nicht erwartet hätte.
Alle Zuschauer drehten sich um und verteilten sich auf die umliegenden Straßen und Gassen, gingen zu Bushaltestellen oder setzten sich an den Rand. Die Stadt Rom stellte einen riesigen Tankwagen mit Trinkwasser zur Verfügung, an dem man seine Wasserflaschen auffüllen konnte. Einfach genial. Die Heimfahrt mit dem Bus funktionierte reibungslos. Und man war noch immer überwältigt angesichts des eben erlebten.
Irgendwann, so gegen 1.30 Uhr fielen wir dann völlig erschöpft in unsere Betten.
Da ward aus Abend und Morgen, der zweite Tag.

Der dritte Tag begann dann erst mal mit gesundem Schlaf. Und als wir um 8.00 wach wurden, schliefen wir einfach noch ein wenig mehr. Immerhin steckte in unseren Knochen ein Tag, den wir nie in unserem Leben vergessen würden, sofern uns der gute Herr Alzheimer nicht besucht.
Nun, an diesem Sonntag ließen wir es dann etwas ruhiger angehen. Ich war immer noch berauscht von der Simon&Garfunkel Droge. Was wir aber noch auf jeden Fall sehen wollten, war das Pantheon, das am besten erhaltene Gebäude der Antike, welches heute noch immer genutzt wird, nämlich als Kirche.
Berühmt ist das Pantheon für seine Kuppel, die in ihrer Spitze ein Loch von 9m Länge enthält. Ja, ein echtes Loch. Muss witzig sein, wenn’s regnet.
Vor dem Pantheon steht, selbstverständlich, ein Brunnen, auf dessen Stufen es sich sehr gut sitzen lässt. Wer möchte, kann sich mit römischen Soldaten fotografieren lassen, was allerdings wohl Geld kostet.
Ich war mir bisher auch nicht bewusst, dass es bereits zu christlicher Vorzeit Armbanduhren und Handys gegeben hat. Nun denn, die römischen Statisten vor dem Pantheon haben jedenfalls welche. Womit wir dann nun auch die Frage geklärt hätten, ob die Römer jetzt spinnen oder nicht. Sie spinnen.

Wie dem auch sei. Im Pantheon geht es etwas ruhiger zu, als noch im Vatikan. Hier findet sich auch die letzte Ruhestätte des Malers Raffael.
Wem es hier zu ruhig ist, der schlendert durch kleine Gässchen gen Osten zum Piazza Navona. In der Antike befand sich hier ein Circus, dessen ovale Form auch noch heute Bestand hat.
Die Piazza ziert drei Brunnen. Der mittlere Brunnen stammt aus dem Meißel des berühmten Bildhauers Bernini.
Ansonsten ist der Platz mit Künstlern belegt, die ihre diversen Gemälde verkaufen oder Portraits zeichnen. Aber im Gegensatz zu den Malern auf der Cranger-Kirmes, ohne deren Leistungen mindern zu wollen, sehen diese Portraits einem Foto sehr ähnlich. Mit 30€ pro Portrait eigentlich auch nicht teuer.
An dieser Piazza liegt auch die Kirche der heiligen Agnes.

Anschließend sollte noch ein weiterer Höhepunkt kommen. Jedem, der den Film „Dolce Vita“ gesehen hat, dürfte er bekannt vorkommen. Der Trevi-Brunnen. Ein ebenfalls in Stein gehauenes Meisterwerk, dass durch seine enorme Größe beeindruckt.
Demjenigen, der eine Münze hinein wirft, ist gewiss, dass er zurück nach Rom kehren wird. Hier tummeln sich allerdings Scharen von Touristen und ein Sitzplatz in nähe des Wassers muss man sich gegen kampfstarke Japaner erkämpfen. Doch gegen die fernöstlichen Kampf- und Knipskünste ist man meist nicht gerüstet. Dennoch, ein fantastischer Anblick.

Nach so viel Kultur und Lauferei kehrten wir dann nochmals zur spanischen Treppe zurück, ehe wir uns relativ früh Richtung Bahnhof aufmachten.
Eine Pizza noch am Campingplatz, eine Cola, eine Zigarette, eine schöne Dusche und ab ins Bettchen.
Da ward aus Abend und Morgen, der dritte Tag.

Am vierten Tag fuhren wir mit einem Leuchten in den Augen, zurück gen Arcevia, eine Simon & Garfunkel CD, die Wehmut in uns hervorrief und der Herr hörte, dass es gut war.

Amen.

Hui. Ganz schön lang, und doch kann man das Erlebte, das Gesehene und das Gefühlt kaum in Worte packen. Ihr müsst einfach selbst hinfahren um es zu erleben.
Man muss auch kein Krösus sein, um seine ersten Erfahrungen mit Rom zu machen.
Für den Bungalow auf dem Campingplatz haben wir pro Person 14€/Nacht bezahlt. Günstiger geht`s nicht.
Für Essen und Trinken muss man auch keine Unsummen ausgeben, sofern man es nicht möchte. Wie erwähnt ist ja McDonalds zur Stelle. Mit 11€ für eine 3-Tageskarte Bus und Bahn ist man auch gut bedient.
Was will man mehr?

Hier noch ein paar interessante Adressen:
www.hot-maps.de (Einfach die Rom-Karte aufrufen und ihr habt sofort einen Stadtplan)

www.campingtiber.com (Auch in deutscher Sprache vorhanden. Hier könnt Ihr direkt reservieren)

www.rom-treff.de (Sehr gute deutschsprachige Seite mit vielen Infos.)

www.rom-im-internet.de (Auch Klasse.)

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Bericht.
Dieser Bericht erschien außerdem bei ciao.de unter dem Autorennamen Seniorenschieber!

14 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Madrianda

    16.11.2004, 12:48 Uhr von Madrianda
    Bewertung: sehr hilfreich

    Was für ein Spitzen-Einsteigs-Bericht :-) Bei Rom werden bei mir herrliche Erinnerungen wach, denn etliche Deiner beschriebenen Plätze suchten wir auch auf;-)...auch MD *grinz* VG Beate

  • NetRunner

    16.11.2004, 12:30 Uhr von NetRunner
    Bewertung: sehr hilfreich

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