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Erfahrungsbericht von ritasport

Drei-Sterne-Hotel mal anders!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich hatte mir nach dem Abitur echt eine Auszeit verdient und so machte ich mich mit einer Freundin auf, um mit dem InterRailTicket das südliche Europa unsicher zu machen!
Unsere erste große Station hieß Rom. Ich war schon einmal dort und wusste, dass es in der Nähe des Bahnhofs kleinere Unterkünfte gab, wo man eigentlich immer ein Zimmer bekam und falls das dann doch zu teuer werden sollte, konnten wir immer noch auf den Campingplatz etwas außerhalb gehen, da wäre auch noch etwas frei gewesen. Insofern hatten wir keine feste Reservierung, als wir früh am Morgen im Bahnhof Termini eintrafen.

Mit unseren großen Rucksäcken waren wir natürlich sehr auffällig und sofort wurden wir von Italienern angesprochen, ob wir nicht eine Unterkunft suchen würden. Vor diesen „Helfern“ hatte man uns gewarnt, da sie häufig nur überteuerte Unterkünfte anbieten. Ein paar von ihnen wurden wir auch los, aber als wir uns dann im Bahnhof den Plan mit den einzelnen Hotels ansahen, kam einer, der sich nicht mehr abschütteln ließ. Wir versuchten ihn loszuwerden, indem wir unsere Preisvorstellungen sehr weit unten ansetzten. Er war wirklich nicht sehr erfreut, meinte aber, er würde mal sehen, was sich so machen lässt. Da in Rom in den letzten Jahren die Preise für Hotels unwahrscheinlich in die Höhe geschnellt waren, haben wir einfach abgewartet. Er hat uns dann mit zum Hotel Nizza genommen. Dies war ein von außen recht gut aussehendes Drei-Sterne-Hotel zwischen dem Bahnhof und der Kirche Santa Maria Maggiore (übrigens eine unwahrscheinlich schöne Kirche, die man sich nicht entgehen lassen sollte!!!). Ich glaube, es war die Via Urbana, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Falls ich es herausfinde, wird dieser Bericht auf jeden Fall mit einem Update versehen!!!

Der Mann an der Rezeption sah nicht sonderlich vergnügt aus, dass zwei Rucksacktouristen in seinem Hotel standen, aber ich denke mal, dass ist Berufspessimismus. Er nannte einen Preis und unser „Helfer“ handelte ihn ziemlich weit runter und zwar bis an die Grenze unserer Preisvorstellung. Dafür wurde uns dann eine Dachkammer im vierten Stock zugesprochen,
allerdings ohne Frühstück.

Wir konnten diese Kammer dann erst einmal besichtigen. Es war ein Zweibettzimmer mit Bad. Ich denke nicht, dass man so etwas in einem Drei-Sterne-Hotel normalerweise vermietet, denn die Tapete löste sich schon etwas von der Wand und die Decke war relativ niedrig. Aber ansonsten war alles sauber, es war ein Schrank, ein Tisch, ein Stuhl und ein Fernseher vorhanden. Im Bad gab es neben dem Klo auch eine große Badewanne und sowohl die Bettwäsche als auch die Handtücher waren frisch. Es gab zwar nur ein kleines Fenster, aber da das Zimmer trotzdem nicht stickig war, haben wir zugesagt.

Wir haben beide umgerechnet pro Nacht je 28 DM bezahlt. Dies war weniger, als wir auf dem Campingplatz gezahlt hätten und außerdem waren wir nicht außerhalb der Stadt. Da wir nur vier Tage bleiben wollten, wollten wir natürlich möglichst dort sein, von wo aus man viel sehen kann.
Das Hotel war verkehrstechnisch gut angebunden. Zum einen befand sich der Bahnhof Termini nebenan und von dort aus fuhren viele Busse und auch die Metro. Zum anderen konnte man auch noch andere Bus- und Metrostationen gut erreichen.

Ein weiterer Pluspunkt war die ruhige Strasse, an der das Hotel lag. Rom ist normalerweise sehr laut, aber in unserem Kämmerlein haben wir wenig davon mitbekommen.

Zum Abschluß muß ich aber jeden Besucher dieses Hotels noch vor dem Aufzug warnen. Dieser Aufzug war ein schäbiges kleines Ding, dem wir von Anfang an nicht sehr viel zugetraut haben. In der letzten Nacht wollten wir so kurz vor Mitternacht noch einmal raus, um uns noch etwas zu trinken zu besorgen. Ausgerechnet in unserem durstigen Zustand meinet der Fahrstuhl dann plötzlich zwischen dem vierten und dem fünften Stock stecken bleiben zu müssen. Es dauerte etwa eine Stunde, bevor man uns befreit hatte. Die war nicht sonderlich angenehm, aber umso besser war die Fürsorge der Italiener hinterher. Obwohl die Rezeption eigentlich schon geschlossen hatte, wurden wir noch einmal rausgelassen, uns wurde etwas zu trinken geholt und wir wurden sehr nett und zuvorkommend behandelt, obwohl wir ja eigentlich nicht gerade zu den Lieblingsgästen zählen konnten.
(Die Rezeption wurde nach Mitternacht zwar nicht mehr ständig besetzt, aber durch Klingeln kam man auch zu späterer Stunde noch in das Hotel, es gab nur keinerlei Service mehr!)

Insofern würde ich jedem Rucksacktouristen, der möglichst billig übernachten will und dabei auf nicht allzu viel verzichten möchte, raten, sich dieses Hotel einmal näher anzusehen.
Ob ich es allen anderen Rom-Touristen empfehlen kann, weiß ich leider nicht, aber da wäre ich glaube ich eher etwas vorsichtig, da Drei-Sterne in Italien nicht unbedingt Drei-Sternen in Deutschland entsprechen!

26 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Cerebro

    07.12.2002, 15:43 Uhr von Cerebro
    Bewertung: sehr hilfreich

    ja, das habe ich auch schon gehört

  • wanda28

    23.02.2002, 23:15 Uhr von wanda28
    Bewertung: sehr hilfreich

    dieser Beitrag gefällt mir gut

  • IvoryB

    15.02.2002, 16:33 Uhr von IvoryB
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht kann ich dazu nur sagen! Yopi hat sich wirklich gemacht! Lieben Gruß, Ivory