Thailand Testbericht

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Erfahrungsbericht von blokk

Party's over

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Thailand heißt Sonne, Strand, Tempel und viel Spaß. So jedenfalls steht es in den Prospekten. Die Sache mit der Sonne stimmt sicher, bei den Stränden muss man schon suchen, um einen sauberen zu finden.

Bei den schönsten und bekanntesten Tempeln wird mittlerweile bis zu 5 US$ Eintritt verlangt, und zwar in US$ und nicht in Landeswährung. Möglicherweise trauen die Mönche ihrer eigenen Währung nicht mehr.

Beim Spaß ist völlig Schluss mit lustig. Wo es vor zwei Jahren noch möglich war, sich seine Urlaubsnächte in den unzähligen Bars, Discos und sonstigen Vergnügungsstätten um die Ohren zu schlagen, herrscht heute spätestens ab 1 Uhr nachts Totenstille. Die Ordnungshüter Thailands haben nämlich ein Gesetz aus den frühen 50ger Jahren wiederentdeckt, das nicht nur die Sperrstunden, sondern auch die Sperrbezirke regelt.

Danach ist der Alkoholausschank nur bis Mitternacht erlaubt, zum Tanzen animierende Musik in nicht zum Tanzen lizenzierten Lokalen ganz verboten und alleinstehende thailändische Frauen haben in öffentlichen Lokalen sowieso nichts verloren. Schließlich ist man als einheimischer Mann für die Moral der einheimischen Frauen verantwortlich. Womöglich wird eine Frau durch den Genuss von alkoholischen Getränken noch schwächer als sie von Natur aus schon ist und lässt sich auf eine außereheliche Beziehung zu einem fremden Mann ein.

Seid der reichste Mann von Thailand seine ganze Kraft zum Wohle aller Thais als Ministerpräsident einsetzt, herrschen hier andere Sitten. Seiner Meinung nach hat ein anständiger Mensch um Mitternacht im Bett zu sein und nicht in der Kneipe.

Thailands neuer Stern am Politikerhimmel, Thaksin Shinawatra, durch geschicktes Handeln seiner eigenen Firmen auf dem thailändischen Börsenparkett reich geworden, legt den Thais die Daumenschrauben an. Zwar hatte er so seine Schwierigkeiten, den obersten thailändischen Richtern glaubhaft zu machen, das Milliardenwerte aus seinem Aktiendepot ohne sein Wissen auf seine Kinder, seine Putzfrauen, den verstorbenen Gärtner sowie auf seinen Chauffeur überschrieben wurden.

Böse Zungen behaupteten sogar, er hätte das wissentlich getan, um der Antikorruptionsbehörde seinen wahren Reichtum zu verschleiern. Stimmte alles gar nicht. Womöglich hat man ihm ein paar Blankobelege zum Unterschreiben vorgelegt, keiner weiß so richtig, wie das eigentlich funktioniert haben soll, aber anders kann das gar nicht gewesen sein. Sagt er jedenfalls. Na ja, bei einem Mann mit soviel Arbeit kann das schon mal vorkommen.

So sahen das nach einigen Monaten und eindringlichen Hinweisen darauf, wie angenehm so ein oberster Richterjob doch eigentlich ist, die Richter auch. Zumindest bis auf die zwei unbelehrbaren, denen man vor der Entscheidung einen Abschied in Ehren nahegelegt hat. Die beiden müssen sich jetzt zumindest nicht mehr mit solch profanen Dingen wie Recht und Gerechtigkeit den Tag versauern lassen.

Rein gewaschen wie ein frisch geborenes Baby macht Herr Shinawatra daran, seine gegebenen Wahlversprechen, die ihm immerhin in manchen Regionen Thailands über 60 % der Wählerstimmen eingebracht haben, in die Tat umzusetzen.

Als da wären:
Erstens:
Um die Arbeitslosigkeit auf dem Land zu bekämpfen, erhält jedes Dorf eine Million Baht zur freien Verfügung. Versuche wurden gestartet, das Handwerk in den Dörfern wieder heimisch zu machen. Es werden Körbe und Sessel geflochten, das es nur so staubt. Bedauerlicherweise kann aber niemand den fleißigen Flechtern sagen, wo sie all die schönen Sachen verkaufen können.

Zweitens:
Um die medizinische Versorgung zu verbessern, kann sich jeder Thai für 30 Baht pro Besuch in den staatlichen und kommunalen Krankenhäusern versorgen lassen. Schade eigentlich, dass der Besuch nur in den Krankenhäusern frei sind, in denen der Thai registriert ist. Da fragt man sich doch, was es dem armen kranken Teufel in Bangkok nutzt, wenn er sich ein paar hundert Kilometer von hier ärztlich versorgen lassen kann.

Drittens:
Kampf den Drogen. Unbestritten notwendig und sicherlich schon lange überfällig ist ein hartes und konsequentes Vorgehen gegen den überhand genommenen Drogenkonsum der Thais. Selbst Regierungsstellen gingen Anfang letzten Jahres allein in Bangkok von einem täglichen Konsum von einer Million Amphetamin-Tabletten aus.

Eigentlich als Droge für den harten Mallocher gedacht, der seine 12 bis 14 Stunden am LKW-Steuer oder in den Fabriken durchhalten muss, wenn er seinen Job behalten will, hat diese äußerst billige und permanent zu habende Speed-Pille nach dem Wirtschafts-crash auch die Mittel- und Oberklasse erreicht. Waren die echten Speeds nicht unter 1.000 Baht zu haben und schwierig zu beschaffen, gab die Thai-Variante schon für unter 100 Baht, zu haben praktisch an jeder Tankstelle.

Hergestellt werden die Pillen, die bezeichnenderweise „Jaa-baa“ ( auf deutsch: Medizin, die verrückt macht) genannt werden, überwiegend vom Erzgegner Burma. Regimefreundliche Bergstämme haben sie als lukrativen Ersatz für den nicht mehr in großem Stil möglichen Anbau von Opium entwickelt. Das Geschäft floriert, mittlerweile scheinen sogar die Europäer auf den Geschmack gekommen zu sein. Im letzten Jahr fanden Schweizer Zöllner in einem Frachtcontainer 500.000 Pillen.

Die Droge ist stark suchtgefährdend. Ich habe Thais gekannt, die ihren täglichen Konsum von anfangs ein bis zwei Pillen innerhalb weniger Monate auf 20 bis 30 Pillen heraufschraubten. Bei ansonsten günstigen Lebensbedingungen, also ausreichend Nahrung, kein Stress etc., merkt ein Außenstehender lange Zeit nichts vom Drogenkonsum. Menschen, auf die segensreiche Wirkung von zu viel Geld verzichten müssen, verfallen in kurzer Zeit regelrecht zu einem Schatten ihrer selbst.

Aber zurück zum demokratisch gewählten, und nicht wie sonst üblich durch gekaufte Wählerstimmen an die Macht gekommenen Ministerpräsidenten von Thailand. Nachdem die üblichen aufklärenden Plakataktionen fehlgeschlagen waren und immer mehr gut betuchte Eltern ihre uneinsichtigen Sprösslinge nach positiven Drogentests von den Polizeistationen abholen mussten, geht er jetzt das Übel, wie er meint, an der Wurzel an.

Thais sind berühmt berüchtigt für ihre Lust auf Lust. Kein Anlass ist gering genug, um nicht eine ausufernde Fete daraus zu machen. Dabei vergessen sie gern und schnell, dass es morgen auch noch einen Tag gibt und machen durch, bis es nichts mehr zum Reinschütten gibt, was früher noch lange kein Grund zum Aufhören war. Es gab ja immer noch den 7-Eleven oder die Tankstelle um die Ecke, um sich mit Nachschub zu versorgen.

Um diesem schändlichen Treiben ein Ende zu bereiten, zog er ein Gesetz von anno-dazumal aus der Versenkung hervor, das den Verkauf von alkoholischen Getränken regelt. Bei der Gelegenheit muss ihm wohl auch die Regelung mit den Sperrzeiten in die Hände gefallen sein. Die Thais staunten nicht schlecht, was für eine Art Gesundungskur sich ihr Retter der Nation für sie ausgedacht hatte.

Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr, wie es vorher war. Selbst die Vergnügungsstätten mit besten örtlichen Kontakten waren nicht einmal mehr durch den Hintereingang zu betreten. Punkt Mitternacht machten Polizisten in Mannschaftsstärke die Runden in den einschlägig bekannten Gegenden. Wer 10 Minuten nach Sperrzeit noch in einer Bar angetroffen wurde, durfte sich für ein paar Stunden die Polizeiwache bei Nacht reinziehen. Nicht, dass es viel Ärger gegeben hätte. Nur eine kleine Belehrung über die Gesetze Thailands und das man sie als Gast dieses Landes doch achten sollte. Schade nur, das die Polizeibeamten so sehr im Stress waren und deshalb nicht eher mit der Belehrung anfangen konnten.

Die Eigentümer der Lokalitäten durften ihren Laden für ein paar Wochen zumachen, um genügend Zeit zu haben, die altehrwürdigen Gesetze des Landes zu studieren. Pech für diese Zeitgenossen, wenn die wiederbeantragte Lizens zum Betrieb eines Vergnügungsbetriebs mit dem Hinweis verweigert wird, dass sein Verhalten dem Image Thailands geschadet hat und es ihm deshalb an moralischer Festigkeit mangelt.

Womit wir beim vierten Versprechen wären: Kampf der Prostitution!
Eigentlich gibt es sie ja gar nicht in Thailand. Seid Jahrzehnten schon durch Gesetz abgeschafft und streng kontrolliert durch die Gesetzeshüter, was wiederum stimmt. Kein Etablissement konnte existieren ohne mindestens ein streng auf die Einnahmen gerichtetes Augenpaar.

Als Gegenleistung konnten die Damen und Herren der horizontalen Liga auf verständnisvolle Ohren hoffen, wenn der feste Freund von letzter Nacht seinen Obolus zur Lebenserhaltung nicht oder nur unvollständig entrichten wollte. Diese Art Symbiose von Staat und Volk mag für europäische Verhältnisse etwas anrüchig sein. In Thailand hat sie jedenfalls gut funktioniert. Welch Wunder auch, flehen doch Polizisten wie die Gegenseite die gleiche Gottheit um Erfolg an, da lässt sich das eine oder andere schon beim Tempelbesuch regeln.

Nun soll es damit vorbei sein. Die reizenden Hostessen verlieren ihren Job, die Polizisten einen Teil ihrer fest verplanten Einkünfte und nur der Ministerpräsident sonnt sich in der Reinheit seiner Moral.

Tja, und da liegt das Problem für den vergnügungssüchtigen Touristen. Schließlich sind in Thailand alle Menschen gleich, manche vielleicht noch ein bisschen gleicher als andere, aber Ausnahmen werden nicht gemacht. Punkt Mitternacht fällt der Rollladen, in Sperrbezirken um 1 Uhr und Lokale mit Live-Vorstellungen der musikalischen Art dürfen am Wochenende sogar bis um 2 Uhr auf haben. Was natürlich nicht heißt, dass es solange auch alkoholische Getränke gibt. Damit ist um Mitternacht Schluss.

Man sollte das auch positiv sehen: Wenn man dann im Hotel ankommt, ist der Dampf schon wieder weg und man kann sich seelisch und moralisch auf den morgigen Tempelbesuch einstellen. Aber die US$ nicht vergessen, sonst lassen einen die Wächter nicht mehr rein.

Schönen Urlaub!


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-24 07:46:33 mit dem Titel Arbeiten in Thailand


Glücklich, wer ohne regelmäßige Arbeit sein Leben finanzieren kann. Glücklicher, wer das im Land des Lächelns kann.

Legale unselbstständige Arbeitsmöglichkeiten sind in Thailand nämlich so gut wie nicht vorhanden. Die wenigen vorhandenen Arbeitsplätze wie z.b. als Polier auf einer Großbaustelle oder als Lehrer an einer renommierten Sprachschule werden ausnahmslos über die entsprechenden ausländischen Hauptbüros vergeben.

Durch den weltweiten Rückgang der ausländischen Investitionen, der auch um Thailand keinen Bogen gemacht hat, sind die vorhandenen Arbeitsplätze noch zurückgegangen. Die zwar immer noch praktizierte, aber zunehmend gefährliche Art der direkten Arbeitsaufnahme besonders bei den Sprachlehrern und Co-Reiseführern, die bis vor einem Jahr keine Probleme bereitet hat, ist mittlerweile ein Auslaufmodell.

Die derzeitige Regierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, seit Jahrzehnten vorhandene, aber nie praktizierte Gesetze durchzusetzen und sich ihren illegalen Lebensunterhalt verdienende Ausländer aller Art aus Thailand zu entfernen.

Neben Massenabschiebungen nach Burma, Laos und Kambodscha machen auch westliche Ausländer keinen Unterschied mehr bei der Frage nach legal oder illegal.

Der einzig sichere und gesetzlich zulässige Weg, sich seine Brötchen in Thailand verdienen zu können, führt über das sogenannte Working Permit, also die Arbeitserlaubnis. Sie ist an einige Vorraussetzungen gekoppelt.

Erstens:
Das Non-B Visum bzw. Non-Ex, im Volltext: Non-Immigrant Business bzw. Non-Immigrant Expert Visum ist Vorraussetzung für die Erteilung der Arbeitserlaubnis. Um in den Genuss dieses Visums zu gelangen, muss sich der Antragsteller entweder als Hauptaktionär einer thailändischen Firma ausweisen können oder einen behördlich abgesegneten Arbeitsvertrag mit einer thailändischen Firma oder einem thailändischen Institut vorweisen. Ferner muss eine Bestätigung vorliegen, aus der hervorgeht, dass die Aufenthalts- und Reisekosten von der Firma bezahlt werden.

Bei Vorlage der entsprechenden Unterlagen wird das Visum auf Antrag für die mehrmalige Einreise innerhalb eines Jahres ausgestellt. Die Kosten in Deutschland betragen 75 Euro. Wenn ihr euch in Thailand befindet, erhaltet ihr das Visum am einfachsten in Penang, Malaysia. Dort lassen sich auch die Wiedereinreisevisa für Langzeiturlauber am besten beschaffen. In der Julia Road befinden sich einige Büros, die den Schreibkram gegen eine Gebühr von ca. 1,25 Euro für euch erledigen.

Zweitens:
Antragsteller des Working Permits ist immer der Arbeitgeber. Er muss darlegen können, warum ein Thailänder den Posten nicht ausfüllen kann. Ferner muss nachgewiesen werden, dass der betreffende Ausländer fachlich und persönlich in der Lage ist, der Firma zu dienen, dass heißt: zu mehr steuerlichem Umsatz zu verhelfen.

Als grobe Grundlage wird voraus gesetzt, dass ein Ausländer mindestens 750 Euro plus Zulagen im Monat verdient, also der Firma mindestens das doppelte Grundgehalt einbringt. Das mag sich hier in Deutschland lächerlich wenig anhören, gemessen an der Kaufkraft ist es aber in etwa gleichzusetzen mit dem Gehalt von 5.000 Euro vor Steuern in Deutschland.

Dieses Einkommen unterliegt selbstverständlich der Einkommenssteuer, die auch in Thailand vom Arbeitgeber abgeführt werden muss. Ca. 250 Euro/monatlich sind steuerfreies Einkommen, der übersteigende Teil unterliegt der Steuerpflicht, die wie in Deutschland progressiv gestaltet ist.

Drittens:
Die Erlaubnis wird nur für den beantragten Job in der beantragenden Firma ausgestellt. Ihr könnt eurer letztes Hemd darauf verwetten, dass das unangemeldet überprüft wird. Die bei den meisten in Thailand arbeitenden Ausländern beantragte Genehmigung für das Kontaktieren ausländischer Gäste in der eigenen Bar oder dem Restaurant berechtigt einzig das Kontaktieren der Gäste. Wird der Betreffende hinter der Theke oder in der Küche erwischt, ist das ein Verstoß gegen das Arbeitsrecht und wird mittlerweile unbarmherzig geahndet.

Ich kenne einige Ausländer, die geglaubt haben, ihren Freunden einen Drink servieren zu können oder die Musik wechseln zu dürfen. Sie haben teuer für ihren Irrtum bezahlt. Wenn sie klug genug waren, den Ernst der Situation zu erkennen, kamen sie mit einer saftigen Geldstrafe davon. Einer meinte jedoch, dass er mit der sowieso korrupten Polizei nicht verhandeln muss. Das Resultat war eine mehr als dreiwöchige Inhaftierung, eine Geldstrafe, dass ihm die Ohren klingelten und die anschließende Abschiebung.

Muss ich erwähnen, dass sein Restaurant, in das er einige zehntausend Euro gesteckt hat, mittlerweile einen anderen Namen trägt?

Verstöße gegen das geltende Arbeitsrecht werden zur Zeit unnachgiebig verfolgt und hart bestraft.

In bezug auf die Aufnahme einer Lehrtätigkeit bedeutet diese Regelung, dass es in absehbarer Zeit kaum eine Möglichkeit geben wird, in Thailand legal oder zumindest geduldet tätig zu werden. In Bangkok mag es die eine oder andere Eliteschule geben, die bereit und in der Lage ist, die Anforderung der Minimalbesoldung einzuhalten. Im Rest von Thailand ist mir keine Schule bekannt, die dazu überhaupt in der Lage ist.

Um euch einen Vergleich zu der üblichen Bezahlung thailändischer Lehrer zu ermöglichen: frisch von der Uni verdient ein Lehrer ca. 125 Euro, als altgedienter Recke kommt er auf 160 Euro. Ein Prof an der Uni verdient selten mehr als 250 Euro. Bei diesen Gehältern hat es jeder Rektor schwer, seinem Kollegiat zu erklären, warum ein Ausländer, der im Prinzip die gleiche Arbeit macht wie sie, das dreifache wie ein Professor verdienen soll.

Eine Arbeitserlaubnis an ausländische Reiseführer oder Co-Reiseführer wird grundsätzlich nicht mehr erteilt. Thailändische Behörden gehen davon aus, dass alle Urlauber Thailands genug englische Sprachkenntnisse besitzen, um den manchmal recht abenteuerlichen Englischkenntnissen einheimischer Reiseführer folgen zu können.

Viertens:
Die Gültigkeit der Arbeitserlaubnis ist immer abhängig von der Gültigkeit des Non-B Visums, höchstens jedoch ein Jahr. Danach muss es neu beantragt werden. Das Non-B Visum ist jedoch höchstens 90 Tage plus 3 Wochen gültig, danach muss es erneuert werden.

Grundsätzlich berechtigt das Visum bei der Einreise zu einem Aufenthalt von 90 Tagen. Am Tage des Ablaufs kann es bei der örtlichen Einwanderungsbehörde, dem Immigration Office, um einmal 14 Tage und danach noch einmal um eine Woche gegen eine Gebühr von insgesamt ca. 13 Euro verlängert werden. Danach müsst ihr das Land verlassen.

Das geschieht in der Regel so, dass man zum nächstgelegenen Grenzübergang fährt, kurz für einen Kaffee über die Grenze jumpt und wieder nach Thailand einreist. Die ganze Aktion ist in der Regel an einem Tag erledigt und das Spiel geht von vorne los.

Wenn ihr mit einem Mehrfach-Visum einreist, könnt ihr also, von den Stops an der nahen Grenze abgesehen, euch 15 Monate im Land aufhalten, bevor ihr den etwas aufwendigeren Trip nach Malaysia antreten müsst.

Für die Gültigkeit der Arbeitserlaubnis hat das aber Konsequenzen. Bevor man nämlich an die Grenze fährt, muss die Arbeitserlaubnis von der ausstellenden Arbeitsbehörde ruhend gestellt werden, um sie nach der Rückkehr wieder zu aktivieren. Vergisst man diese Regel, ist die Arbeitserlaubnis ungültig und muss neu beantragt werden.

Die Kosten für das multiple Visum, 365 Tage gültig betragen 75 Euro. Anträge für das Non-B bzw. Non-Ex Visum nimmt die Königlich Thailändische Botschaft in Lepsiusstr. 64-66, 12163 Berlin
http://www.thaiembassy.de
sowie alle thailändischen Konsulate entgegen.

Für die Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
Cecilienallee 6 -10, 40474 Düsseldorf

Für die Länder Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein
An der Alster, 20099 Hamburg

Sephanienstraße 22, 76133 Karlsruhe

Für die Länder Bayern und Sachsen
Prinzenstraße 13, 80639 München

Für das Land Baden-Württemberg
Hubertstraße 4, 70174 Stuttgart



Dieser Bericht wurde geschrieben im Juni 02


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-24 22:49:34 mit dem Titel Wohnen in Thailand

Das Wohnen in Thailand will gelernt sein. Wohnungen, wie sie in Deutschland üblich sind, findet man in Thailand eher selten. Thais lieben die Mobilität und dementsprechend gestaltet sich das Wohnungsangebot.

Das Ein-Zimmer-Appartement
Die übliche „Wohnung“ für Singles oder kinderlose Paare der unteren Mittelschicht ist das Einzimmer- Appartement. Dabei handelt es sich um ein sparsam möbliertes Zimmer mit sehr kleiner Dusche, eventuell mit Balkon in halber Zimmerbreite. Eine Küche oder Kochnische ist nicht vorhanden.

In jeder Stadt gibt es Hunderte dieser meist drei- bis vierstöckigen Mietshäuser mit zumeist recht phantasievollen Namen. Die Zimmer sind in der Regel 15 bis 25 m2 groß und mit einem Bett, einem Schrank, einer Frisierkommode und einem Deckenventilator ausgestattet. Oft hat das Appartement auch einen Telefonanschluß über die Hausleitung und Kabel- TV Anschluss. Ein Restaurant und Wäscheservice befinden sich im Haus.

Die Höhe der Miete variiert nach Zimmergröße sowie der Qualität und dem Alter der Möbel. Monatlich muss mit 30 Euro bis 50 Euro, bei einem Zimmer mit Klimaanlage mit 50 Euro bis 75 Euro gerechnet werden. Für den verbrauchten Strom werden 12 bis 15 Cent pro Kilowatt berechnet.

Wie bei allen anderen hier beschriebenen Möglichkeiten sind in der Regel 3 Monatsmieten als Kaution zu hinterlegen und die Monatsmiete wird jeweils am Einzugstag zusammen mit der Strom- und Telefonrechnung fällig.
Der Vorteil dieser Appartements liegt auf der Hand: Sie sind von heute auf morgen beziehbar und können genauso schnell wieder verlassen werden. Einzig für die Bettwäsche und die Handtücher muss der Mieter selbst sorgen.

Das Haus im Grünen
Der sesshafte thailändische Mittelständler mit Kindern wird ein Häuschen bevorzugen. Wenn es für den Kauf nicht reicht, lässt sich problemlos ein passenden Haus mieten. Durch die gnadenlose Immobilienspekulation der vergangenen 30 Jahre ist ein so riesiges Überangebot an Immobilien vorhanden, dass die Miete für ein unmöbliertes Haus in Stadtrandlage nicht viel höher ist als für ein Appartement im Zentrum. Allerdings werden Häuser in der Regel nur mit Jahresverträgen vermietet, das heißt, dass bei einem vorzeitigem Auszug trotzdem die volle Jahresmiete fällig wird.

Die Verbindung zur Innenstadt ist tagsüber kein Problem. Es gibt in jeder Stadt sehr preiswerte Busse oder Sammeltaxen, die zwar ohne Fahrplan, aber in sehr kurzen Abständen die Hauptstraßen befahren und jeden mitnehmen, der sich bemerkbar macht. Der Fahrpreis liegt bei 25 Cent für eine Strecke. Ab 19 Uhr wird die Verbindung zur Innenstadt zum Problem, nachts ist sie gar nicht mehr möglich; es sei denn, man hat das Glück, ein Taxi zu finden.

Es gibt allerdings sehr viele Moped- Vermieter, die auch auf monatlicher Basis ihre Mopeds vermieten. Der Standartpreis für eine Honda Dream, das wohl am häufigsten anzutreffende Moped, liegt bei 50 Euro im Monat incl. Versicherung.

Ich kann allerdings keinem mit guten Gewissen raten, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Thais sind zwar sehr nette und höfliche Menschen, aber so wie sie sich auf oder in einem fahrbaren Untersatz befinden, mutieren sie schlagartig zu Monstern. Selbst auf türkischen Landstrassen herrschen im Vergleich zu Thailand gesittete Verhältnisse. Ihr müsst euch darüber im Klaren sein, dass auch bei Unfällen mit Verletzten Fahrerflucht die Regel ist.

Ich wohnte am Stadtrand von Chiangmai und bezahlte für ein einstöckiges Haus ohne Klimaanlage mit zwei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer, Küche und Bad 65 Euro/Monat. Das Grundstück war, wie in Thailand üblich, nicht viel größer als das Haus selbst. Die Freiheit zum Nachbarn ist also recht eingeengt, was sich darin äußerte, dass ich in das Privat- und Familienleben meiner beiden Nachbarn voll einbezogen war.

Bei dem durchgehend warmen Klima sind Fenster eigentlich nur dazu da, den eventuell aufkommenden Wind ins Haus zu lassen. Aus diesem Grund werden sie zweckmäßigerweise ständig offen gelassen und nur das eingehängte Mückennetz verhindert, dass jemand direkt ins Haus sehen kann. Schall und Rauch jedoch passieren dieses Hindernis ungehindert.

Ehebedingte Geräusche, mögen sie der Lust oder der Unlust entspringen, geben euch tiefe Einblicke in das Leben des thailändischen Normalbürgers. Selbst die Kochkünste eurer Nachbarin bleiben euch nicht verborgen. Der Duft frischen Currys wird euch daran erinnern, wann es Essenszeit ist; die hör- und riechbaren Verdauungsstörungen ihres Herrn Gemahls aber auch, dass nicht alles ungestraft gegessen werden kann.

Die Villa im Park
Sollte euch solch enger Kontakt zur Bevölkerung nun doch zu nahe gehen, bietet sich als Alternative das Wohnen in einer parkähnlichen Siedlungsanlage. Die Häuser, umgeben von ausreichend Grünfläche zum Nachbarn, sind durchweg als luxuriös zu bezeichnen. Meistens sind sie zweistöckig und mit Dusche und Toilette auf jeder Etage ausgestattet. Das Erdgeschoss, also Wohnzimmer, Gästezimmer und Küche haben oft Parkettboden, während der Boden des Obergeschosses gefliest ist. Für ein unmöbliertes Haus wird in der Regel 150 bis 180 Euro Miete verlangt. Ein eigener Telefonanschluss ist die Regel. Oft sind diese Häuser aber schon zumindest in der Grundausstattung möbliert, was einen Aufschlag von ca. 50 Euro rechtfertigt.

Die Anlage selbst lässt sich durchaus als Park beschreiben. Außer dem eigenen Garten gibt es allen Bewohnern zugängige Grünflächen, einen Swimmingpool, Restaurants, Shops, Beautysalons, und je nach Größe und Exklusivität der Anlage, einen eigenen Taxiservice oder gar eine Schule für die Kids. Selbstverständlich ist die gesamte Anlage von einer hohen, den Bewohnern aber nicht sichtbaren Mauer umgeben. Ständig patrolierende Security Guards sind ebenso selbstverständlich wie der Mitgliedsausweis, ohne den niemand auf das Gelände gelassen wird.

Die sowohl qualitativ als auch optisch besten Anlagen werden von der Firma Land and House, kurz LH gebaut. Die Firma selbst tritt zwar nicht als Vermieter auf, viele Objekte wurden aber von reichen Thais als Spekulations-Immobilie erworben und stehen jetzt leer. Diesen Eigentümern geht es bei der Vermietung nicht um das Erzielen einer möglichst hohen Rendite, sondern einzig darum, dass das Haus bewohnt ist. Gemessen am Wert des Hauses ist die Miete als Spottpreis zu betrachten. Ein ähnliches Haus würde in Deutschland unter Brüdern 2.500 Euro/Monat kosten.

Verkehrstechnisch sind diese Siedlungen oft sehr schlecht erschlossen, was die Anschaffung bzw. das Mieten eines Autos unumgänglich macht, wenn ihr nicht den lieben langen Tag zu hause sitzen wollt. Als Hauptmieter eines solchen Hauses mit einem Moped durch die Gegend zu juckeln, ist absolut verpönt und wird euch nicht gerade helfen, mit den anderen Bewohnern der Siedlung in Kontakt zu kommen.

Das Mehr-Zimmer Appartement
Die letzte und bei den Thais unbeliebte Möglichkeit, sein müdes Haupt auf die eigenen Matratze zu betten, ist das Mehrzimmer- Appartement, das unseren Vorstellungen einer Wohnung am Ehesten entspricht. Tatsächlich wurden sie in erster Linie für ausländische Langzeitgäste gebaut und entsprechend selten wird man dort einheimische Mieter antreffen. Sie werden in der Regel vollmöbliert vermietet und befinden sich in 20 – 30-stöckigen Hochhäusern. Der Service dieser Häuser erinnert eher an ein Hotel, wenn auch nicht ganz so umfassend. Zimmerservice kann geordert werden, selbstverständlich mit Wechsel der Bettwäsche. Exquisite Restaurants und Shops befinden sich im Haus, ein eigener Pool auf dem Dach ist selbstverständlich, oft auch eine Sauna und/oder ein Dampfbad und und und. Der Preis dieses Vergnügens liegt bei 300 Euro aufwärts plus Nebenkosten.

Die Einrichtung
Die Möblierung eines Hauses kann teuer werden, besonders dann, wenn ihr auf den gewohnten europäischen Standart nicht verzichten wollt oder könnt. Die thailändische Standartausrüstung eines Schlafzimmers bestehend aus Doppelbett, dreitürigem Kleiderschrank, einer Frisierkommode und zwei Nachttischen wird euch in der einfachen Ausführung ca. 250 Euro kosten, eine gute Matratze weitere 200 Euro. In dieser Preisklasse sind die Möbel aus einfacher Spanplatte in mäßiger Qualität hergestellt.
Ein komplettes Schlafzimmer in Massivholz kostet ab 1.500 Euro.

Das einzigste Möbel in einem typischen thailändischen Wohnzimmer ist in de Regel der Wohnzimmerschrank. In der wörtlichen Übersetzung heißt er „Zeigeschrank“, ein Schrank also, in der die vorzeigbaren Dinge zur Besichtigung der Gäste aufbewahrt werden, als da sind Fotoalben, Pokale, das gute Geschirr und nicht zuletzt schon geleerte Spirituosenflaschen der oberen Preisklasse. Der Preis dafür variiert sehr stark, 125 Euro sind das Minimum, nach oben gibt es für das Prachtstück des Hauses eigentlich keine Grenze.

Thais sind geborene Partyveranstalter und kein Ereignis ist ihnen zu gering, um nicht eine deftige Feier daraus zu machen. Einen sichtbaren Beweis für das Gelingen der Party sehen sie in der Anzahl der geleerten Flaschen, die oft tagelang fein säuberlich aufgereiht außen an der Hauswand stehen. Eine Party mit Antialkoholikern wäre ein peinliches Malheur, weil die Nachbarn angesichts weniger leerer Flaschen glauben könnten, die Fete sei ein Flop gewesen.

Westlich angehauchte Thais haben zwar auch ein Sofa und/oder Sessel als Sitzgelegenheit, gewöhnlich sitzt ein Thai aber auf dem Boden. Je nach finanzieller Lage werden dafür Teppiche genutzt, auf denen Kissen zur Bequemlichkeit einladen.

Das mag sich zwar auf den ersten Blick recht unbequem und unsauber anhören, ist es aber nicht. Zum einen haben Thais nämlich die grundsätzliche Angewohnheit, sich vor dem Betreten eines Hauses die Schuhe auszuziehen und zum anderen ist den Thais die deutsche steife Sitzhaltung völlig fremd. Es wird sich herumgelümmelt, dass einem das Herz aufgehen kann. Einzige streng eingehaltene Regel: die Fußsohlen zeigen immer nach außen, also niemals zu einer anwesenden Person hin.

Eine Küche nach unseren Vorstellungen ist in einem typischen thailändischen Haushalt nicht anzutreffen. Die überall erhältlichen Küchenmöbel sind eine Spüle mit oder ohne Überschrank und ein Vorratsschrank. Hergestellt werden sie aus Aluminiumprofilen und, je nach Preisklasse, Fliegengaze oder Glas. Die Küche wird vervollständigt durch einen Gaskocher sowie Tisch und Stühlen. Diese Ausstattung schlägt mit ca. 200 Euro zu Buche.

Einbaumöbel sind in Spezialgeschäften zwar zu haben, allerdings müsst ihr in der einfachen Ausstattung schlicht weiß mit Ober- und Unterschrank mit 150 Euro pro Meter rechnen, E-Geräte natürlich extra.

Wie lässt sich die passende Bleibe finden
Nun erhebt sich die Frage, wie ihr zu eurer Langzeitbleibe kommt. Am Einfachsten wie auch hier durch einen Makler. Die kostenlos ausliegenden Touristen- Informationsblätter sind voller Anzeigen dieser Vermittler. Leider hat das seinen Preis.

Denn erstens vermitteln die Makler keine Appartements und Häuser der unteren und hier beschriebenen Preisklasse und zweitens langen die Herren und Damen dieses Gewerbes gleich zweimal zu. Das erste Mal bei euch mit ca. 10 % der Jahresmiete, manchmal noch nach oben gerundet durch eine imaginäre Steuer und das zweite Mal beim Vermieter, dem sie eine auszuhandelnde monatliche Gebühr abnehmen.

Diese Gebühr findet ihr natürlich in eurer Monatsmiete wieder.

Der bessere, und ganz sicher auch hilfreichere Weg ist das Mieten eines Sammeltaxis für einen oder zwei Tage, um sich vom Fahrer in die von euch bevorzugten Siedlungsgegenden kutschieren zu lassen. Die sehr hohen Preise für private Anzeigen in den Zeitungen kommen euch dabei zu gute.

Wenn ein Haus oder eine Wohnung zur Vermietung ansteht, hängen die Thais einfach ein Schild raus, auf dem steht: Zu vermieten! Oder: Zimmer frei!
Nun müsst ihr das nur noch lesen können. Könnt ihr nicht? Dafür habt ihr ja das Sammeltaxi für den ganzen Tag gemietet! Der Fahrer, achtet darauf, dass er ein bisschen englisch kann, wird euch sicher auf leerstehende Wohnungen oder Häuser aufmerksam machen und euch bei den Verhandlungen mit dem Vermieter behilflich sein.

Auch wenn ihr 15 bis 20Euro pro Tag in diesen Service investieren müsst, kommt ihr immer noch billiger weg als bei der kostenlosen Kutschierung durch den Makler.

Das Abschließen eines Mietvertrages ist die Regel. Nur in ländlichen Gegenden würde auch das gegebene Wort genügend Kraft besitzen, im Streitfall eure Forderung durchzusetzen.

Erst die Unterschrift und das Zahlen der ersten Miete plus Kaution macht den Deal perfekt. Aus diesem Grund ist es ratsam, zumindest immer genug Bargeld für eine Anzahlung auf die Miete dabei zu haben. Sonst kann es durchaus passieren, dass ihr am nächsten Tag wiederkommt und das Haus ist anderweitig vermietet.

Deswegen ist der Vermieter aber durchaus nicht unseriös. Thais haben die Eigenart, niemandem direkt weh tun zu wollen, auch nicht bei der Suche nach entsprechendem Wohnraum. Wenn das Haus nicht den Vorstellungen entspricht, ist die gängige Antwort für den Vermieter immer: „Ich komme morgen wieder.“ Für den Vermieter ist dann klar: „Der kommt nicht wieder.“ Und er akzeptiert den Nächstbesten.

Sollte euch der Makler lieber sein, könnt ihr euch vorab schon mal das Beste online reservieren lassen. Die Liste ist verständlicherweise nicht vollständig und bezieht sich nur auf meine zweite Heimat Chiangmai:

http://www.chiangmairealty.com/
http://www.chiangmai-online.com
http://welcome-to.chiangmai-chiangrai.com/



Der Bericht wurde im Juni 02 geschrieben.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-07-01 00:03:48 mit dem Titel Als Hund in Thailand

Die Reinkarnation im Buddhismus ist eine Glaubensfrage und jedermann weiß, dass die Wiedergeburt nicht vom göttlichen Willen, sondern dem früheren Lebenswandel abhängt. Wenn schon nicht als Prinzessin, Fotomodell oder Nobelpreisträger wieder in die Umlaufbahn des blauen Planeten geschickt, käme mir das Dasein als Straßenköter gerade recht. Da ist man doch auch wer! Jedenfalls in Thailand, wo die Vierbeiner in den Sois soviel Ansehen genießen, dass sie von der umliegenden Nachbarschaft hingebungsvoll versorgt werden. Noch besser vielleicht an einem netten Strandabschnitt, wo jede noch so häßliche Promenadenmischung ein himmlisches Hundeleben unter Palmen führen kann.

Täglich gehen Tonnen von Nahrungsmitteln nicht nur an die Mönche bei deren morgendlichen Almosen-Rundgang, sondern auch die Speisung der herrenlosen Hundescharen scheint organisiert. Wenn sich die räudigen Köter in unserer Soi um die Essensreste balgen, ist es meistens die Chefin der Suppenküche gegenüber, die Erbarmen zeigt und einen weiteren Knochen in die Runde wirft. Verhungern muß jedenfalls keiner der zerzausten Streuner hierzulande.

Auf den ersten Blick scheinen Bangkoks Vierbeiner eine wild zusammengewürfelte Truppe zu sein, doch der tägliche Beobachter weiß, dass gerade innerhalb der Strassenköterbande eine strikte Rangordnung herrscht, die ein Heer von Soziologen beschäftigen könnte. Ganz besonders, wenn man davon ausgeht, dass die tierische Daseinsform menschliches Vorleben in sich birgt und so manche Verhaltensweise auf den zweibeinigen Erdenbürger reflektiert werden darf. Die Hackordnung ist klar: es gibt „leader“ und „looser“. Die einen spielen sich ständig als Anführer und gelegentlich als Beschützer auf, die anderen sind immer in Deckung und müssen sich mit einem kärglichen Mahl zufrieden geben.

Der kleine dreibeinige Struppie ist jedermanns Freund, weil er ein sonniges Gemüt hat trotz seiner Behinderung, die ihn im Wettrennen niemals Chancen auf den Sieg gibt. Alle haben Respekt vor ihm - Menschen wie Hunde - und schlechte Laune, sprich knurrige Tage gibt es bei ihm nicht. Er ist ganz klar der Akademiker-Typ, der zu Rate gezogen wird, wenn es um die Klärung philosophischer Streitfragen geht. Er geniesst sogar die Privilegien einer Hundemarke, die an seinem blau-gelb gestreiften Halsband baumelt. Der unangefochtene Chef der Soi ist aber eine dunkelgraue Pittbull-Dobermann-Mischung, die mit herrischer Miene und einem abfälligen Schnauben jeden Passanten taxiert, der seine Einkaufstüten nach Hause schleppt. Seine Verachtung für „shopper“ ist unverkennbar und man fragt sich, ob diese offensichtliche Aversion irgendwie mit seiner früheren Stellung zusammenhängt, die ihn im „Leben danach“ nun an diesen Platz gestellt hat? Er ist die Baskerville-Version von Bangkok Downtown, die selbst langjährigen Anwohnern noch immer Furcht einflößt. Stoßgebete auf dem nächtlichen Nachhauseweg sind keine Seltenheit: dass er nicht gegen Chanel No 5 allergisch sein möge oder schon lange keine Jim Thompson Seide mehr zwischen den Zähnen hatte. So wie der Rüde unlängst das outfit abcheckte, muß es Erinnerungen an seine Jet-Set-Existenz geweckt haben. Wessen Haare da teilweise mehr zu Berge stehen liegt auf der Hand! Der Gedanke an die ständig grassierende Tollwut läßt einen ebenfalls ungern auf den Schwanz eines herumlungernden Köters treten und man nimmt sich deshalb sorgsam in Acht beim Bummel nicht den Schlaf des „Pascha“ zu stören.

Freilich werden in Thailand auch prächtige Rassetiere gehalten. Doch das Leben dieser notablen Vierbeiner spielt sich meist hinter hohen Mauern und goldenen Zäunen ab, während die Spezies der „Straßenköter“ öffentlich Gesellschaft und Medien beschäftigen. Kein Wunder, sie sind ja auch immer und überall, bevölkern Straßen, Grünflächen und Tempel gleichermaßen. Ihre Population läßt sich nicht genau erfassen, doch ist die Zahl der angestammten Vierbeiner beachtlich. Immer wieder gibt es Bestrebungen, ihre unkontrollierte Vermehrung mit teils drastischen Methoden einzudämmen. Trotzdem haben die Hunde viele Fürsprecher, und selbst der Monarch des Landes hat sich für eine „humane“ Lösung der Nachwuchsregelung unter Thailands Straßenhunden ausgesprochen. Sie stehen unter dem besonderen Schutz des Königshauses, nachdem seine Majestät selbst Hunde adoptiert hat und schon mehrfach die Vierbeiner als loyale Freunde herausgestellt hat. In einer Gesellschaft, die selbst längst erkannt hat, dass vielen ihrer Randgruppen zu wenig Hilfe gewährt wird, funktioniert zumindest die Hunde-Fürsorge bestens.

16 Bewertungen, 6 Kommentare

  • racheane

    07.01.2009, 17:18 Uhr von racheane
    Bewertung: off topic

    Sehr wenig eigene Erfahrungen

  • Baby1

    01.01.2009, 00:35 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsch Dir einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2009 .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • ingoa09

    29.12.2008, 02:00 Uhr von ingoa09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr guter Bericht! Liebe Grüße und ein glückliches Jahr 2009, Ingo

  • morla

    28.12.2008, 22:54 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir einen schönen abend lg. petra

  • tina08

    30.09.2008, 00:43 Uhr von tina08
    Bewertung: besonders wertvoll

    Viele Grüße .... Tina

  • giselamaria

    16.08.2008, 14:04 Uhr von giselamaria
    Bewertung: besonders wertvoll

    toller, vor allem sehr ausführlicher Bericht!! Leider schon etwas älter...ich glaube die Regierung ist jetzt wieder eine andere ? okee, LG Gisela