Thailand Testbericht

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Erfahrungsbericht von maro79

Ein Weltreisetagebuch - Teil 1 - Bangkok

Pro:

wunderschön

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ein halbes Jahr haben wir uns in der grossen witen Welt heumgetrieben und da will ich unsere Erfahrungen doch nicht für mich bewahren...

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10.10. Flug und London-Sight-Seeing-Tour Japanese-Style
Die letzten Stunden vorm Abflug waren erwartungsgemäss stressig. Hektisches Zusammensammeln und tausend Kleinigkeiten bis vier Uhr nachts. Mit demGefühl garantiert die Hälfte vergessen zu haben erreichen wir den Flughafen.

Nach sieben (!) Sicherheitskontrollen haben wir es dann geschafft und sitzen im Flieger nach London.
Durchatmen - endlich gehts los ( jetzt wäre es sowieso zu spät...).
London ist schnell erreicht und wir beschliessen in unseren fünf Stunden Aufenthalt eine Japanese-Style-Sight-Seeing-Tour für Matthias zu machen.

Der Express Train soll 25 Pfund kosten, aber im Automaten liegt schon eine Karte bereit (!), so dass wir in zwei Stunden Westminster Abbey, die Houses of Parliament, Big Ben, die Themse, die Tower-Bridge und Picadilly Circus sehen und zurück zum Flughafen hetzen.

11,5 Stunden Flug weiter nach Bangkok gehen mit Spielkonsolen
in jedem Sitz, Filmen, Schlafen und Essen schneller vorbei als gedacht.

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11.10. Bangkok-Flughafen und ein Treffen mit Hajo
In Bangkok angekommen bringen uns schon die 100 Meter vom Flughafen zum Bahnhof mächtig ins Schwitzen. Schwüle 30 Grad, gemischt mit zahllosen 2, 3, 4 und mehrrädrigen Giftspuckern heizen gut ein.

Statt 300 Baht (7,5 EUR) fürs Taxi oder 65 Baht (1,5 EURO) für den Express-Bus nehmen wir den Zug, dritte Klasse in die Stadt für 5 Baht (12 Cent), der nach zwei Stunden auch endlich auftaucht. Er bringt uns vorbei an Vorstadt-Slums und verspiegelten Bürotürmen zum Hauptbahnhof. Das war Felix Eindruck.

Matthias geriet in eine lang andauernde Small-Talk-Attacke von Hajo (ist die Kurzform für Hans-Jochen. Er hat sich zwar nie vorgestellt, aber er muss einfach so heissen). Hajo ist ein sehr interessanter Typ. Mit 18 reiste er noch vom Nordkap in die Sahara. Jetzt steht er Modell fuer den typischen alleinreisenden männlichen Farang (Ausländer). Stolz zeigt er seine (junge, asiatische) Begleitung und schwärmt von seinem inzwischen elften Aufenthalt in Pattaya (eines der Weltzentren des Sextourismus). Viel hat er nicht dabei (Sandalen, Shorts, ein hässliches Tennishemd, dicke Brille und Bauch)), schliesslich braucht er Platz auf dem Rückflug fuer seine zahlreichen Schnäppchen (wie den Springbrunnen inklusive massiver drehender Steinkugel). Ansonsten weiss er nicht viel über das Land zu berichten, ausser über einen Wasserfall.

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11.10. Asia Hotel Bangkok und erstes Essen
Vom Bahnhof zum Hotel bestiegen wir unser erstes Tuk-Tuk. Das sind dreirädrige Motorradrikschas, die im Leerlauf ihr typisches Tuk-Tuk-Geräusch machen und ansonsten mit atemberaumender Geschwindigkeit mitten durch Bangkoks Verkehrschaos rasen.

Unser Hotel, dass wir fuer 16 EUR pro Person schon in Deutschland gebucht haben, ist luxuriös ausgestattet: zwei Restaurants, Bars, Fitness-Studio und ein Pool auf dem Dach. Zur Begrüssung gibts einen Fruit-Shake auf Kosten des Hauses, der nach Hustensaft schmeckt und in der gleichen Dosierung verabreicht wird.

Es ist erschreckend, wie viele Hajos aller Altersklassen hier mit (oft auch mehrfacher) Begleitung absteigen.

Nachdem wir den Schweiss der Reise im Pool zurückgelassen haben, gehts auf eine erste Entdeckungstour durch die Stadt, um die sagenumwobene thailändische Küche zu probieren. Für Felix gabs Shrimps süss-sauer, mit drei geschickt versteckten Shrimps, für Matthias einen Haufen Hühnerknochen. Das Ganze ist weder besser, noch günstiger, als der Wok-Man neben der Uni...


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12.10. Khao-San
Morgens geniessen wir ein letzes Mal den Pool auf dem Dach bevor wir uns auf das reichliche Frühstücksbuffet stürzen - unter ständiger Fürsorge von 4-5 Thais, die sofort herbeieilen, wenn man aus Versehen in ihre Richtung schaut.

Jetzt soll es zur Khao-San-Road gehen, die als Backpacker-Zentrum Asiens gilt. Unsere Verhandlungsversuche mit dem Tuk-Tuk-Fahrer scheitern - ohne es eigentlich zu wollen, sitzen wir in einem (mit ihm kooperierenden) Taxi und zahlen mindestens das doppelte des üblichen Preises.

Khao-San ist faszinierend: Überall Touristen-Nepper und besoffene Engländer und Australier - aber es herrscht eine coole international-asiatische Atmosphäre.

In einer kleinen Seitenstrasse finden wir ein nettes Guesthouse fuer 200 Baht (5 EUR) fürs Doppelzimmer.

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12.10. Tuk-Tuk-Connection
Den Rest des Tages versuchen wir Bangkok zu erkunden, verstricken uns aber immer weiter in eine erstaunlich gut organisiertes Netz von Tuk-Tuk-Fahrern, freundlichen Männern, die in Tempelanlagen gerade \"ihren alten Lehrer
besuchen\", Studenten und andere Gestalten.

Von dreisten Lügen bis phantasievollen Geschichten wird alles aufgefahren. Im Endeffekt landet man immer bei einem Schneider, in einem Souveniergeschäft oder einem Reisebüro und alle scheinen saftige Provisionen einzustreichen. Obwohl wir auf alles gefasst sind, fallen wir doch immer wieder darauf rein. Ein Special-Buddhist-Holiday, ein besonderer Laden der Regierung ohne Steuern, Tuk-Tuk-Fahrer, die vom Tourismus-Ministerium bezahlt werden - irgendwie gewinnen Leute immer wieder unser Vertrauen. In dieser Stadt darf man offensichtlich niemanden trauen!

Man kann sich aber damit arrangieren und auf das Spiel einlassen. So bekommen wir eine fünfstündige Tuk-Tuk-Rundfahrt für 30 Baht (0,75 EUR), die viele Sehenswürdigkeiten (=Tempel), aber natürlich auch zwei Schneider umfasst. Dort bestellen wir uns auch jeweils massgeschneiderte Anzüge mit Hemd und Krawatte für 150 EUR - das war allerdings schon in Deutschland geplant.

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13.10. Oktoberfest
Wieder auf eigene Faust unterwegs, nehmen wir uns ein Flusstaxi für 8 Baht (20 Cent) auf dem Chao Praya durchs inzwischen nächtliche Bangkok. An der Anlegestelle sehen wir zum ersten Mal die Folgen der Flutwelle, die in den letzten Wochen durch Thailand floss. Der Markt dort ist zwar überflutet, hier wird aber gut improvisiert und auf Holzplanken geht der Betrieb weiter wie immer.

Weiter soll es mit der Sky-Train zum Weekend-Market gehen, der natürlich schon geschlossen hat - also weichen wir auf den Night-Bazar aus. Hier wird gerade ausgiebig das Bangkoker Oktoberfest gefeiert! Paulaner gibts in Hülle und Fülle - Weisswürste können wir nicht entdecken.
Mit dem Essen in der Khao San Road haben wir diesmal viel mehr Glück: Chicken mit \'flied lies\' für 60 Baht (1,5 EUR) ist richtig lecker.

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13.10. Flucht aus Bangkok
Ab fünf Uhr morgens werden wir von einen krächzenden Hahn geweckt, der mit einem Schrei alle 5-6 Sekunden über eine halbe Stunde eine erstaunliche Ausdauer beweist.
Inzwischen sind wir echt genervt von der Stadt. Man kann nirgends gehen, stehen oder sitzen, ohne dass irgendjemand irgendetwas verkaufen oder einen irgendwohin fahren will. Bedienungen sind durch die Bank weg nicht nur freundlich, sondern regelrecht unterwürfig. Hier ist alles auf den reichen Farang (Ausländer) eingestellt.

Demenstprechend froh sind wir auch, als wir um drei mit dem Nachtzug Richtung Chiang Mai in den Norden des Landes starten.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-28 16:23:38 mit dem Titel Ein Weltreisetagebuch - Teil 2 - Nordthailand

Ein halbes Jahr waren wir in der grossen weiten Welt unterwegs. Da haben wir doch das eine oder andere erlebt - deswegen gehts jetzt mit dem Bericht weiter.

Nach ein paar Tagen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok kann es ja nur noch besser werden...

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13.10. Ein Zug in den Norden
Für 420 Baht (11 EUR) pro Person bekommen wir 2nd-class-sleeper. Die Gleise sind überraschend gut und wir haben viel Platz im Abteil, in dem auch sonst fast nur Backpacker reisen. Zwei Angestellte verhindern zudem, dass nicht lizensierte Verkäufer (gibt es zuhauf in der 3. Klasse) durch unsere Wagen laufen. So müssen wir uns auch keine Sorgen um unser Gepäck machen.

Vorbei gehts erst wieder an einigen Kilometer Slums, dann an unzähligen Reisfeldern die fast 700 Kilometer in den Norden. Alle Fenster und Türen sind offen, so geniessen wir den Blick und das (leckere) Essen. Um 8 Uhr werden dann die Betten heruntergeklappt und die 15 Stunden Fahrt gehen so erstaunlich schnell zu Ende.


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14.10. Unterwegs mit Mr. Bob
Als hätte uns unsere\"Traveller-Intuition\" (und der Lonely Planet) nicht gewarnt, wird der Zug natürlich von vielen Tuk-Tuk-Fahrern und einigen Sawng-Taews (Pickup mit zwei Sitzreihen auf der Ladefläche) erwartet. Gut erholt und ausgeschlafen stört uns das nicht weiter und wir lassen uns von \"Mr. Bob\" in seinem Tuk-Tuk zu Lanas Guesthouse fahren - nachdem er uns mehrmals hoch und heilig versprochen hat, uns nur zum Marktplatz zu bringen. Das Kopfgeld pro herbeigeschleppte Person scheint sogar über den Preisen der Zimmer zu liegen.

Schliesslich machen viele Guesthouses ihr Geschaeft mit Trecking-Touren, der Hauptattraktion des Nordens. Dabei weden die Abenteuerlustigen 2-5 Tage mit Dschungel-Tracks, Elefanten-Reiten, Bamboo-Rafting und manchmal auch Opium-Pfeifen bei Laune gehalten. Zwischendurch werden dann mehrere \"Tribal Villages\" besucht, Bergstämme, die immer noch sehr ursprünglich leben und immer mal wieder Besuch von solchen Trecking-Gruppen bekommen. Natürlich verspricht jede der unzähligen Reiseagenturen, nur in exklusive Gebiete und Doerfer zu kommen...

In Lanas Guesthouse werden wir (über-)freundlich (\"Give me five\") mit Kaffee empfangen - allerdings nicht mehr ganz so freundlich wieder vor die Tür gesetzt, nachdem wir klar machen, dass wir vorerst auf keinen Treck mitwollen.
Schliesslich landen wir im Haus von Mr. Whiskey (ein Thai, der steif und fest behauptet, dies sei sein richtiger Name), der recht schnell einsieht, dass wir keinen Treck wollen, uns danach fast komplett ignoriert, uns aber immerhin ein Dach über den Kopf gibt.


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14.10. Der Hahn ist tot
Um sich ein wenig unabhängiger die Gegend anzugucken, kommt man hier nicht darum herum, ein kleines Motorrad zu mieten. Für 150 Baht (3,70 EUR) pro Tag bekommt man überall das Einheitsmodell Honda-Dream und nachdem Matthias einige vorsichtige (Linksverkehr-)Runden gedreht hat (die allerersten überhpaut auf einem Motorrad...), traut sich Felix dazu und schon gehts zu einem netten Wasserfall und einem bekannten Tempel auf einem Berg über Chiang Mai.

Als wir dann weiterfahren, wird die Strasse zu einer (ziemlich steilen) Crosspiste und nachdem wir schon umdrehen wollten (das war doch zuviel für den ersten Tag) treffen wir zwei Thais, die uns anbieten, ihnen in eines der Tribal Villages hinterher zu fahren. Eine Stunde später finden wir raus, dass sie sich dort nur mit Opium eindecken wollen. Das Dorf ist wegen der Nähe zur Stadt das touristischtste Dorf des Landes. So sind wir hier auch nicht willkommen und werden komplett ignoriert.

In einer Hütte sehen wir ein animistisches Opferritual. Nachdem der \"Gesitliche\" ungefähr eine halbe Stunde auf der Stelle gehopst ist und singend Messer gewetzt hat, werden ihm ein (laut quiekendes) Schwein und ein Hahn gebracht, die die Zeremonie nicht überleben.


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14./15.10. Elvis lebt!
Chiang Mai ist viel gemütlicher als Bangkok. Und Abends sehen wir den Beweis: Elvis Presley scheint als 70jähriger Thai wiedergeboren zu sein. In einem Restaurant spielt eine Coverband mit einem so guten (Elvis-)Sänger, dass wir zuerst sicher sind, dass es Playback sein muss.

Glück muss man haben: Nach Pai, unserem nächsten Ziel, bekommen wir ein Taxi (natürlich ein Sawng-Thaw) fast so günstig wie der öffentliche Bus ( 100 Baht (2,50 EUR) pro Person). Trotz einer Reifenpanne kommen wir heile an.

Pai trägt seinen Ruf als Backpacker-Paradies nicht zu unrecht. Es besteht fast ausschliesslich aus gemütlichen Guesthouses, Restaurants und Kneipen. Wir finden eine Anlage mit mit kleinen Bambushütten und einem tollen asiatischen Garten am Fluss.

Beim Essen werden wir übermütig: Felix bestellt sich \"extra spicy\", Matthias versucht sich am Ginger (Ingwer)-Shake...


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16.10. Go, Go, Go!
Heute solls auf eine Rafting Tour gehen. Fuer 1800 Baht (45 EUR) buchen wir 45 Fluss-Kilometer nach Mae Hong Son mit Dschungelcamp und einigen anderen Highlights.

Früh am Morgen gibt es ein kleines Frühstück. Danach werden wir an die Abfahrtsstelle gebracht. Auf der Fahrt lernen wir ein italienisches Pärchen und drei Amerikaner aus Kalifornien kennen, die uns auf der Tour begleiten. Ausserdem ist noch eine 12köpfige Gruppe aus Holland angekündigt. Nach einigen Instruktionen zum Rudern eines Schlauchboots und zur Sicherheit, begeben wir
uns, mit Helm, Schwimmweste und Paddel bewaffnet, auf den River Pai.

Dieser fliesst das erste Stück gemächlich dahin, so das eher Sonnen als Rudern angesagt ist. Auf jedem Boot befinden sich 6 Mann oder Frau und ein \"Captain\", der die Crew mit Kommandos versorgt. Zwar sind einige davon an Land erklärt worden, aber das einzig wichtige Kommando ist \"Go, Go, Go!\" - volle Kraft voraus. Vor allem, wenn eines der anderen beiden Boote überholt oder deren
Insassen mit Wasser bespritzt werden sollen. Zwischendurch stoppen wir zum Essen und zum Baden (besser: vom Fluss mitgerissen zu werden und sich irgendwie wieder an Land zu retten) an einem Wasserfall.

Am Abend erreichen wir unser Nachtlager, wie versprochen mitten im Dschungel. Vor dem gemütlichen Zusammensitzen mit Bier am Lagerfeuer hatten die Guides aber noch die Erkundung des \"Adventure-Cave\" auf dem Programm.


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16.10. Adventure-Cave
Der klaustrophobe Felix bleibt zurück, während sich Matthias wagemutig auf den Weg zur Höhle begibt. Nach einem halbstündigen Dschungelmarsch dürfen wir dann in ein kleines schwarzes Loch klettern. Die ersten Windungen in der Höhle sind kein grosses Problem, doch wenig später stürzen wir uns in den Schlamm, um uns durch die Engstellen zu quetschen.

Wir haben das zweifelhafte Glück, dass die Guides sich das erste Mal in diesem Jahr in einen Teil der Höhle
trauen, der sonst überflutet ist. Mehr tauchend als kriechend bereuen die meisten, hier mitgekommen zu sein. Jetzt wird auch klar, warum die beiden korpulenten Holländer nicht mitdurften.

Nach etwa drei Stunden kehren die Hobby-Höhlenforscher dann aber doch vollzählig und stolz zurück - und sehen aus, wie die letzten Überbleibsel eines steinzeitlichen Bergvolkes. Trotzdem sind viele Opfer zu beklagen: Matthias hat die Taschenlampe im Wasser verloren, seine Brille zerstört und auch die Kamera ist fast auf der Strecke geblieben.

Obwohl das Bier schnell ausgeht und die nächste Tankstelle wahrscheinlich ungefähr 12 Wegstunden entfernt ist, wird der Abend sehr lustig. Die anstrengende Ruderei sorgt dafür, dass wir trotz des Lärms verschiedenster Viecher gut schlafen.


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17.10. White-Water-Rafting
Gespannt erwarten wir das zweite Teilstück, dass als um einiges anspruchsvoller angekündigt worden ist. In der Tat wird die Fahrt nun dem Namen \"White-Water-Rafting\" gerecht.In zahlreichen Stromsschnellen spritzt die Gischt hoch auf und die Guides verstehen es geschickt, durch Kommandos zusätzliche Dramatik zu erzeugen. Wie am ersten Tag stoppen wir auch heute an einigen Stellen, zum Beispiel einem sieben Meter hohen Sprungfelsen. Unterwegs lassen wir uns immer mal wieder vom Boot ins Wasser fallen und ein Stück mit der Strömung treiben.
In den Stromschnellen macht der eine oder andere Hintern dabei Bekanntschaft mit unter der Wasseroberfläche verborgenen Felsen. Müde und sonnenverbrannt erreichen wir am Nachmittag das Ende der Strecke.

In Mae Hon Song angekommen, mieten wir uns wieder ein Motorrad. Das Ding stellt sich als wirkliche Schrottkarre heraus. Der Tacho funktioniert nicht, und hakelnde Gänge machen das Bergauffahren zu einem Wasserfall zu einer Tortur.

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-28 23:26:06 mit dem Titel Thailand, wie es lacht und singt (Ein Weltreisetagebuch - Teil 3)

Ein halbes Jahr waren wir in der grossen weiten Welt unterwegs. Mit unseren Erlebnissen auf dieser Tour geht es jetzt weiter.

Inzwischen sind wir in Mae Hon Song:

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18.10. Ikea-Hitchhiking
Am nächsten Morgen wird uns ein tolles Naturschauspiel in den südlichen Bergen mit Sonne und Nebel versprochen. Oben kommen wir mit dem Motorrad nicht weiter und beschliessen, die Gegend noch ein Stück zu Fuss zu erkunden.

Außer dem Militär und einigen Mitgliedern von Bergvölkern, die zwischen Steinzeit und Moderne leben, gibt es hier nur eine wunderschöne Berglandschaft zu sehen. Nach kurzer Laufstrecke begegnen uns zwei Thais mit einem Pickup. Diese wollen den Bergvölkern die Zivilisation in Form von unglaublich kitschigen Regalen mit Blümchenmustern näherbringen. Freundlich bieten sie uns eine Mitfahrgelegenheit an. Eigentlich wollen wir nur einige hundert Meter mitkommen, halten dann aber doch länger auf dem letzten verbliebenen Plätzchen auf der Ladefläche neben den Möbeln aus - vor uns allerlei Grünzeug, dass uns immer wieder ins Gesicht und in den Rücken schlägt, unter uns die steile holprige Strasse und über uns die sengende Sonne. Im ersten Bergdorf angekommen, beginnen Warenschau und Verkaufsgespräch. Die Einheimischen beweisen aber einigen Geschmack - nur eines der Möbelstücke wechselt den Besitzer.

Zwischendurch befürchten wir, nun auf eine Odyssee durch zahllose Bergdörfer geraten zu sein. Glücklicherweise bringen uns die beiden Verkäufer dann aber doch zu unseren Motorrädern zurück.


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18.10. Thailand, wie es singt und lacht
Von den Amerikanern bekamen wir den Tipp zurück nach Pai zu fahren, weil dort ein Festival stattfinden soll , also nehmen wir das Bus-Taxi zurück. Als erstes fällt uns dort das Geknalle auf: An jeder Strassenecke werden immer wieder Böller und Raketen gezündet - am schönsten sind aber eine Art grosse Lampions, die sachte in den Nachthimmel aufsteigen.

Überall mischen sich Touristen unter die Einheimischen - naja, fast überall. Einige Thai-Hochburgen bleiben sogar von den integrationswütigsten Travallern unberührt. Zum einen sind das die Bug-Fights, bei denen je zwei ziemlich grosse Käfer mit imposanten Kneifwerkzeugen erst provoziert und dann aufeinander losgelassen werden. Nach für uns nicht durchschaubaren Regeln werden Punkte vergeben und eifrig Geld gesetzt. Für nur 100 Baht (2,5 EUR) kann man seinen eigenen Käfer kaufen und ins Rennen schicken. Die Kämpfe sind wahrscheinlich ziemlich schmerzhaft für die Bugs - viel schmerzhafter für uns sind allerdings die anderen unberührten Thai-Hochburgen.

Man kann sich an vieles gewöhnen: scharfes Essen, Tuk-Tuk-Fahrer und vielleichts sogar Ingwer-Shakes - die thailändische Volksmusik dagegen ist definitiv nicht für europäische Ohren geschaffen. Direkt gegenüber der Käfer-Kampf-Arena malträtiert eine Gruppe junger Thais auf einer Bühne Streich- und Zupfinstrumente. Dazu heulen und schreien sie nach Leibeskräften. Wir nehmen Reissaus an das gegenüberliegende Ende des Festes. Schon aus einiger Entfernung kündigt sich eine weitere Bühne an, was uns blüht: Hier wechseln sich gegelte Solosänger und spärlich bekleidete Thai-Mädchen ab und präsentieren eine Art Pop-Musik. Im Hintergrund ein billiges Keyboard und dazu die SängerInnen, die engagiert die Aussteuergrenzen der Boxen testen und
erfolgreich überschreiten. Um weitere Hörschäden zu vermeiden, fliehen wir erneut und lassen uns das begeisterte thailändische Publikum zurück. Vor uns scheint ein leerer Platz mitten im Getümmel den geschundenen Ohren eine Pause zu ermöglichen. Zu spät erkennen wir den gebannt auf den Monitor starrenden Karaoke-Sänger. Hier halten es sogar die Thais nicht aus.

Immerhin macht die letzte Bühne, die wir finden, einiges wieder gut. Eine Band spielt thailändische und uns wohlbekannte internationale Rockmusik und lädt das gemischte Publikum auf das eine oder andere Bier ein.


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19.10./20.10. Zurück in Chiang-Mai
Als wir am nächtsen Nachmittag wieder in Chiang-Mai ankommen (nachdem wir uns erstmals mit einem einheimischen Bus durch die Berge von Pai gequält haben), freuen wir uns, zurück in eine bekannte Stadt zu kommen.

Diesmal haben wir einen Tip im Gepäck, der sich als wahrer Glückstreffer herausstellt: Zusammen mit zwei netten Holländerinnen (bis jetzt haben wir 14 Holländer und noch nicht einen Deutschen getroffen) quartieren wir uns in Julies Guesthouse ein. Hier kann man es auch einige Tage mehr aushalten. Von einem Schweizer (der hier irgendwann mal hängengeblieben ist) geführt, laden Hängematten, tropische Pflanzen, entspannende Musik und leckere Fruchtshakes zum Relaxen ein. Hier fühlt man sich als willkommener Gast und nicht, wie so oft, nur als zahlungswilliger Farang.

Der nächste Tag sollte entspannend sein. An einem Badesee in der Nähe, in den meisten Reiseführern kaum erwähnt und fast nur von thailändischen Familien besucht, fängt er auch vielversprechend an.

In der schwülen Nachmittagshitze wird die Suche nach einem Optiker zur Reperatur von Matthias höhlengeschädigter Brille zur Tortur, gelingt aber schliesslich doch. Die Gläser sind in 40 Minuten eingesetzt und kosten keine 25 EUR (in Karlsruhe kostet der Spass 140 EUR) - halten aber auch nur für genau eine Stunde, als ein Glas springt...am nächsten Morgen wird der Fehler aber (unter wahren Entschuldigungsorgien) anstandslos behoben.


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21.10. Auf der falschen Seite
Nach einer weiteren Nacht in Julies Guesthouse brechen wir gen Norden auf, um Thailand zu verlassen. Der Minivan – kaum teuer als der öffentliche Bus und damit eine eindeutig bessere Wahl – bringt uns nach Chiang Khong, einem verschlafenen Nest am Mekong, der laotischen Grenze. Nach 11 Tagen Abstinenz erleben wir unterwegs auf einer Raststätte ein fast vergessenes Naturphänomen: Es regnet! Allerdings nur für etwa 2 Minuten und wir sind uns nichteinmal sicher, ob wir überhaupt einen Tropfen abbekommen haben.

Während bei uns Hund und Katze begraben sind (wir spielen Karten mit zwei Neuseeländern) kündigen nachmittägliche Boat-Races auf der anderen Seite des Mekongs gegenüber unseres Guesthouses den Beginn eines grossen Festes in Huay Xai an. Während wir dann versuchen, unsere Nachtruhe zu finden, wird drüben auch schon laut gefeiert – zusätzlich lassen sich die beiden Israelis im Nebenzimmer offensichtlich anstecken und machen laut singend die Nacht zum Tage…

8 Bewertungen, 1 Kommentar

  • blokk

    26.12.2005, 23:04 Uhr von blokk
    Bewertung: nicht hilfreich

    Toll, der Billig-Heimer fährt 3.Klasse zum Hauptbahnhof, beschwert sich über zu wenig Verbindungen und zu wenig Platz in Zügen, die eigentlich wenig begüterten Thais ohne goßes Gepäck vorbehalten sind und nörgelt auch noch über Unterkünfte, die den weniger