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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von vampire-lady
Die Zeit der Ketzer
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
„Die Zeit der Ketzer“ erschien dieses Jahr als deutsche Erstveröffentlichung des erst 18jährigen Studenten Anselm Audley. Dieser scheint wohl ein kleiner Streber zu sein, schrieb er doch als Schüler bereits an diesem ersten Teil der „Sturmwelt Saga“ um die Wasserwelt Aquasilva (engl. Titel „Heresy“ aus 2001). Mittlerweile studiert er in Oxford.
Die Welt dieses Fantasy-Romans ist recht hübsch. Der Buchumschlag erinnerte mich irgendwie an Naboo aus StarWars. Die Sturmwelt besteht größtenteils aus Wasser, die Kontinente wirken sehr klein. Der wichtigste Ort ist Taneth als größtes Handlungszentrum und Ballungsgebiet. Die Menschen leben in einer Art Jules Verne Zeit. Sie wandeln in Tuniken herum, fuchteln mit Schwertern und Rapieren, schießen mit Armbrüsten, nutzen Pferde und Elefanten als Reittiere, haben aber dazu gegensätzlich riesige Unterseeboote (Mantas) als Transportmittel. Auch einfache Computersysteme, ich sag mal auf C64-Standard, sind vorhanden.
Die Bevölkerung setzt sich so ungefähr aus the good, the bad and the ugly zusammen:
The Bad: Einst gab es auf der Welt 6 Götter, die jeweils ein Element vertraten (warum das jetzt 6 sein müssen, hab ich auch nicht verstanden). Jeder Gott hatte seine Anhänger und seine Magier und alles war schön, bis es den Anhängern Ranthas, des Feuergottes, gelang sich auf dem Planeten richtig dick zu machen. Besonders mit der fundamentalistischen Schiene der Ranthaspriester ist nicht zu spaßen – die dulden nämlich keinen anderen Gott neben ihrem, und reagieren auf „Heiden“ mit dem Anzünden von Scheiterhäufchen. (Die Inquisition war richtig lieb im Vergleich) Unterstützt werden sie aus den eigenen Reihen: Kampfpriester, Feuermagier, Gedankenmagier. Gleichzeitig beanspruchen sie jeden Fortschritt für sich, während Normalos dazu keinen Zugang haben. Leider ist es ihnen noch nicht gelungen, sich auch den letzten Fleck dieser Welt einzuverleiben.
The Good: Das sind die Ketzer (Häretiker) die im geheimen operieren, die anderen fünf Götter anbeten und, die auf dem Scheiterhäufchen landen, wenn die Bösen sie erwischen. Die Ketzer sind als Geheimbund eher unorganisiert. Da die Magier der verbotenen fünf Götter/Elemente ziemlich schnell darniedergemeuchelt werden, gibt es derer auch nicht mehr viele, weshalb es gilt, diese zu schützen.
The Ugly: Das sind die, die sich mit den Ranthaspriestern aus Profitgier verbündet haben.
Die Macht liegt auf dieser Welt eindeutig auf der Seite der Religion, die fast alle der großen Herrscher an ihrem Gängelband hat. Lediglich auf einer potentiellen Herrscherfigur, der Pharaonin, haben die Priester noch nicht den Daumen drauf – die Dame wird versteckt. Eine weitere Macht dieser Wert sind die „Häuser“ – verschiedene große Kaufmannsfamilien, die vorwiegend aus Taneth operieren, die aber nicht gegen die Clans ankommen. Clans wiederum sind Adelsfamilien. Natürlich gibt es auch untereinander Querelen.
Kommen wir nun zu Cathan, der Hauptfigur des Buches, welche uns die Geschichte auch erzählt. Ich würde ihn Landpomeranze nennen, wäre er ein Mädchen. Er ist der typisch verarmte Nachfolger eines Adelshauses fern ab vom Schuß an einem Ort namens Lepidor. Dieser wird interessant für die Kaufleute und Priester als dort riesige Eisenressourcen entdeckt werden. Auf einer Reise gelangt Cathan in den Dunstkreis der Ketzer und wird von ihnen als Wasser- bzw. Schattenmagier geoutet. Er ist nach wie vor auf der Suche nach seiner Herkunft, da er adoptiert wurde. Genauso verschleiert ist die Figur von Palatine, die sich als seine echte Verwandte herausstellt, die auch eine große Rolle in der Gegenbewegung zu den bösen Priestern spielte – bis sie ihr Gedächtnis verlor. Und der undurchsichtigen Gestalten nicht genug, verliebt Cathan sich auch noch in Ravenna, die auch noch das eine oder andere Geheimnis zu krämen hat. Eben diese drei entscheiden aber, dass es Zeit wird, daß die Häretiker zu Potte kommen und endlich etwas gegen die Ranthaspriester unternehmen, was besonders für Cathan und Ravenna riskant ist, da sie ihre magischen Fähigkeiten nicht so einfach verbergen können.
Die Sturmwelt-Saga führt den Leser in eine Geschichte aus Ränkespielen, Geheimnissen und Intrigen. Leider wird sehr häufig und ausführlich über geschichtliche und politische Gegebenheiten gesprochen. Hier ist es nicht einfach den Zusammenhängen zu folgen, weil es einfach langweilig ist. Die ersten 200 Seiten des 600seitigen Buches zogen sich dahin, bis endlich so was wie Spannung aufkam. Auch in der Folge gab es die eine oder andere Länge, im Wechsel zu durchaus interessanten Geschehnissen, die dann doch wieder neugierig machen. Leider findet man – trotz des Ich-Erzählers – nicht den Zugang zu den Figuren, den man gern hätte, sie bleiben vielmehr distanziert und unnahbar, was sich erst zum Ende des Buches hin zum positiven entwickelt. Auch ist die geheimnisvolle Aura, die fast jede zweite Figur umgibt ein wenig dick aufgetragen. Niemand ist wirklich normal gestrickt und geht einen geraden Lebensweg. Wenig originell, aber dafür um so weiter hergeholt, erschien wieder kurz vor Ende des Buches der Entschluß der Figuren nach etwas zu suchen: nicht Ring, nicht Schwert, nein diesmal gleich ein ganzes Schiff. Die Idee erscheint als habe sich der Autor diese kurzfristig aus den Fingern gesogen.
Ein großes Ärgernis war auch das Auftreten einer Figur, die anscheinend erst böse war, dann aber sogar die Priester jagte, um am Ende doch wieder auf deren Seite zu stehen. Das mag ja ihr gutes Recht sein, hätte ich nur eine Erklärung erhalten, wieso sie so tat.
Das Ende des Buches ist halboffen. Man kann es weglegen und zufrieden sein, ohne Angst zu haben etwas zu verpassen, man hat aber trotzdem eine Überleitung zum zweiten Teil (ist in Vorbereitung). Das Buch hat erzählerische Längen die auch durch die spannenden Entwicklung der Geschichte nicht aufgewogen werden.
Abschließend denke ich, daß von den folgenden Teilen mehr zu erwarten ist. Rückblickend habe ich den Eindruck, daß der Autor den Leser mit „die Zeit der Ketzer“ eine Einführung in die Sturmwelt gegeben hat mit Hintergründen, die gebraucht werden, um die Geschichte von Cathan und Co zu verstehen. Für eine weniger trockene Einführung zum Preis von immerhin € 13,- (Blanvalet-Verlag) wäre ich aber keineswegs undankbar gewesen. Ich bin auf jeden Fall noch sehr unschlüssig, ob ich diese Saga weiterverfolgen werden.
Die Welt dieses Fantasy-Romans ist recht hübsch. Der Buchumschlag erinnerte mich irgendwie an Naboo aus StarWars. Die Sturmwelt besteht größtenteils aus Wasser, die Kontinente wirken sehr klein. Der wichtigste Ort ist Taneth als größtes Handlungszentrum und Ballungsgebiet. Die Menschen leben in einer Art Jules Verne Zeit. Sie wandeln in Tuniken herum, fuchteln mit Schwertern und Rapieren, schießen mit Armbrüsten, nutzen Pferde und Elefanten als Reittiere, haben aber dazu gegensätzlich riesige Unterseeboote (Mantas) als Transportmittel. Auch einfache Computersysteme, ich sag mal auf C64-Standard, sind vorhanden.
Die Bevölkerung setzt sich so ungefähr aus the good, the bad and the ugly zusammen:
The Bad: Einst gab es auf der Welt 6 Götter, die jeweils ein Element vertraten (warum das jetzt 6 sein müssen, hab ich auch nicht verstanden). Jeder Gott hatte seine Anhänger und seine Magier und alles war schön, bis es den Anhängern Ranthas, des Feuergottes, gelang sich auf dem Planeten richtig dick zu machen. Besonders mit der fundamentalistischen Schiene der Ranthaspriester ist nicht zu spaßen – die dulden nämlich keinen anderen Gott neben ihrem, und reagieren auf „Heiden“ mit dem Anzünden von Scheiterhäufchen. (Die Inquisition war richtig lieb im Vergleich) Unterstützt werden sie aus den eigenen Reihen: Kampfpriester, Feuermagier, Gedankenmagier. Gleichzeitig beanspruchen sie jeden Fortschritt für sich, während Normalos dazu keinen Zugang haben. Leider ist es ihnen noch nicht gelungen, sich auch den letzten Fleck dieser Welt einzuverleiben.
The Good: Das sind die Ketzer (Häretiker) die im geheimen operieren, die anderen fünf Götter anbeten und, die auf dem Scheiterhäufchen landen, wenn die Bösen sie erwischen. Die Ketzer sind als Geheimbund eher unorganisiert. Da die Magier der verbotenen fünf Götter/Elemente ziemlich schnell darniedergemeuchelt werden, gibt es derer auch nicht mehr viele, weshalb es gilt, diese zu schützen.
The Ugly: Das sind die, die sich mit den Ranthaspriestern aus Profitgier verbündet haben.
Die Macht liegt auf dieser Welt eindeutig auf der Seite der Religion, die fast alle der großen Herrscher an ihrem Gängelband hat. Lediglich auf einer potentiellen Herrscherfigur, der Pharaonin, haben die Priester noch nicht den Daumen drauf – die Dame wird versteckt. Eine weitere Macht dieser Wert sind die „Häuser“ – verschiedene große Kaufmannsfamilien, die vorwiegend aus Taneth operieren, die aber nicht gegen die Clans ankommen. Clans wiederum sind Adelsfamilien. Natürlich gibt es auch untereinander Querelen.
Kommen wir nun zu Cathan, der Hauptfigur des Buches, welche uns die Geschichte auch erzählt. Ich würde ihn Landpomeranze nennen, wäre er ein Mädchen. Er ist der typisch verarmte Nachfolger eines Adelshauses fern ab vom Schuß an einem Ort namens Lepidor. Dieser wird interessant für die Kaufleute und Priester als dort riesige Eisenressourcen entdeckt werden. Auf einer Reise gelangt Cathan in den Dunstkreis der Ketzer und wird von ihnen als Wasser- bzw. Schattenmagier geoutet. Er ist nach wie vor auf der Suche nach seiner Herkunft, da er adoptiert wurde. Genauso verschleiert ist die Figur von Palatine, die sich als seine echte Verwandte herausstellt, die auch eine große Rolle in der Gegenbewegung zu den bösen Priestern spielte – bis sie ihr Gedächtnis verlor. Und der undurchsichtigen Gestalten nicht genug, verliebt Cathan sich auch noch in Ravenna, die auch noch das eine oder andere Geheimnis zu krämen hat. Eben diese drei entscheiden aber, dass es Zeit wird, daß die Häretiker zu Potte kommen und endlich etwas gegen die Ranthaspriester unternehmen, was besonders für Cathan und Ravenna riskant ist, da sie ihre magischen Fähigkeiten nicht so einfach verbergen können.
Die Sturmwelt-Saga führt den Leser in eine Geschichte aus Ränkespielen, Geheimnissen und Intrigen. Leider wird sehr häufig und ausführlich über geschichtliche und politische Gegebenheiten gesprochen. Hier ist es nicht einfach den Zusammenhängen zu folgen, weil es einfach langweilig ist. Die ersten 200 Seiten des 600seitigen Buches zogen sich dahin, bis endlich so was wie Spannung aufkam. Auch in der Folge gab es die eine oder andere Länge, im Wechsel zu durchaus interessanten Geschehnissen, die dann doch wieder neugierig machen. Leider findet man – trotz des Ich-Erzählers – nicht den Zugang zu den Figuren, den man gern hätte, sie bleiben vielmehr distanziert und unnahbar, was sich erst zum Ende des Buches hin zum positiven entwickelt. Auch ist die geheimnisvolle Aura, die fast jede zweite Figur umgibt ein wenig dick aufgetragen. Niemand ist wirklich normal gestrickt und geht einen geraden Lebensweg. Wenig originell, aber dafür um so weiter hergeholt, erschien wieder kurz vor Ende des Buches der Entschluß der Figuren nach etwas zu suchen: nicht Ring, nicht Schwert, nein diesmal gleich ein ganzes Schiff. Die Idee erscheint als habe sich der Autor diese kurzfristig aus den Fingern gesogen.
Ein großes Ärgernis war auch das Auftreten einer Figur, die anscheinend erst böse war, dann aber sogar die Priester jagte, um am Ende doch wieder auf deren Seite zu stehen. Das mag ja ihr gutes Recht sein, hätte ich nur eine Erklärung erhalten, wieso sie so tat.
Das Ende des Buches ist halboffen. Man kann es weglegen und zufrieden sein, ohne Angst zu haben etwas zu verpassen, man hat aber trotzdem eine Überleitung zum zweiten Teil (ist in Vorbereitung). Das Buch hat erzählerische Längen die auch durch die spannenden Entwicklung der Geschichte nicht aufgewogen werden.
Abschließend denke ich, daß von den folgenden Teilen mehr zu erwarten ist. Rückblickend habe ich den Eindruck, daß der Autor den Leser mit „die Zeit der Ketzer“ eine Einführung in die Sturmwelt gegeben hat mit Hintergründen, die gebraucht werden, um die Geschichte von Cathan und Co zu verstehen. Für eine weniger trockene Einführung zum Preis von immerhin € 13,- (Blanvalet-Verlag) wäre ich aber keineswegs undankbar gewesen. Ich bin auf jeden Fall noch sehr unschlüssig, ob ich diese Saga weiterverfolgen werden.
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