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Erfahrungsbericht von arthus2000

Schamane von Noah Gordon

Pro:

siehe Text

Kontra:

siehe Text

Empfehlung:

Nein

Ein toller zweiter Teil

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

angetan von den ersten beiden Noah Gordon Büchern, die ich gelesen habe, wollte ich den zweiten Teil der Trilogie über die Medizinerdynastie der Coles lesen. Da gerade mein Geburtstag vor der Tür stand lies ich mir also das Buch der Schamane schenken.

Die Erzählung über die Coles wird im 1864 fortgesetzt. Der stumme Schaman (Rob) Cole, Sohn des aus Schottland nach Amerika emigrierten Robert J. Cole ist auf einer Zugreise zu seiner in seine Heimatstadt, um an der Beerdigung seines Vaters teilzunehmen. Als er zuhause ankommt und an der Beerdigung seines Vaters teilgenommen hat, wird er von seiner Mutter gebeten, die Sachen seines Vaters für sich und seinen Bruder Alex, von dem er seit dessen Eintritt in die Südstaatenarmee nichts mehr hörte, zu ordnen.

Als er sich eines Abends daran macht, die Sachen zu ordnen, fallen ihm auch die Tagebücher seines Vaters in die Hände. Anfangs möchte er sich nicht weiter mit diesen Büchern beschäftigen, aber ja öfter er die Bücher sieht, umso grösser wird sein Wunsch, diese Bucher zu lesen und so macht er sich eines Nachts daran, einige Bücher nur durchzublättern. Er findet dort Zeichnungen von verschiedenen Personen und die persönlichen Aufzeichnungen seines Vaters. Er beginnt dann, sich die Bücher chronologisch durchzulesen.

Die Tagebücher beginnen im Jahr1839 mit der Einwanderung von Rob J. Cole in Boston. Er möchte sich dort als Mediziner verdienen, da es aber zu viele mehr oder weniger gute Ärzte gibt und in den Krankenhäusern nur Ärzte von amerikanischen Universitäten zum Zuge kommen, muss er sich als Armenarzt in den Slums betätigen. Schon bald merkt er, das es hier für ihn keinen Sinn macht, länger zu bleiben und sobald er genügend Geld zusammen hat, macht er sich auf zu einer Reise durch Amerika.

Auf seiner langen Reise macht erlebt er manche Abenteuer und verdient sich seinen Lebensunterhalt mal bei den Eisenbahnbauern und dann wieder bei den Holzfällern, bei denen es ihm persönlich aber besser gefällt, da dort die Arbeiter wie Menschen behandelt werden und nicht, wie bei der Bahn, wie Sklaven.

Nach einer langen Reise lässt sich Rob J. dann in einem kleinen Ort nieder und beginnt dort als Arzt zu arbeiten. Nach kurzer Zeit lernt er eine Gruppe von Sauk – Indianern kennen, mit denen die anderen Siedler nichts wissen wollen. Schnell merkt er, das er von der Medizinfrau Makwa Ikwa (die Bärenfrau) sehr viel über die Naturmedizin lernen kann und lässt eine kleine Gruppe von Sauks auf seinem Land leben.

Nach kurzer Zeit findet Rob J. eine Frau, in die er sich verliebt und später auch heiratet. Alex, den Sohn seiner Frau Sarah, nimmt er als seinen Sohn auf. Kurze Zeit später bringt Sarah unter grossen schmerzen einen gemeinsamen Sohn zur Welt. Da diese Geburt sehr kritisch ist, bleibt Rob das einzige gemeinsame Kind von Sarah und Rob J..

Der kleine Rob wächst zum Grossteil bei den Sauks auf. Da er sich schon früh dafür interessiert, was Makwa Ikwa macht, bekommt er von den Sauks den Namen Schaman und wird so auch von seinem Bruder Alex, den er Bigger nennt, und seinem Vater genannt.

Bedingt durch eine Erkrankung verliert Schaman in frühen Jahren sein gehör. Trotz der damit entstandenen Schwierigkeiten schafft es Schaman, das er ein fasst normales leben führen kann. Er lernt von den Lippen zu lesen und anhand von Schwingungen bestimmte Tonlagen zu erkennen. So schafft er es auch, sich eine normalklingende Stimme zu erhalten. Nur eines scheint für Rob J. sicher zu sein: ein tauber junge kann niemals Arzt werden und somit würde die Familientradition gebrochen werden.

Nach einigen Jahren werden die bei Rob J. lebenden Sauks Opfer der amerikanischen Politik. Makwa Ikwa wird Opfer eines hinterhältigen Mordes und die anderen Indianer werden verfolgt und vertrieben.
Da die Mörder von Makwa nicht gefunden werden, macht es sich Rob J. zur Aufgabe diese zu finden. Dabei tritt er einigen Leuten gewaltig auf die Füsse. Nachdem nach einiger Zeit ein Schuss auf ihn abgegeben wird, geht er die Sache etwas ruhiger an.

Als Schaman zu einem jungen Mann heranwächst, wächst in ihm auch der Wunsch, so zu sein wie sein Vater. Er will Mediziner werden. Trotz des Widerstands seines Vaters entschliesst er sich zu einem Medizinstudium. Nach vielen absagen der Universitäten wegen seiner Taubheit, bekommt er schliesslich doch noch einen Studienplatz an einer Schule in Cincinnati, wo er an der Poliklinik mit seinem Studium beginnt. Er beweisst, das er trotz seiner Taubheit das Zeug zu einem guten Arzt hat.

Unterdessen beginnt in Amerika der Bürgerkrieg. Obwohl Rob J. Pazifist ist, entschliesst er sich als Arzt auf der Seite der Nordstaaten zu arbeiten. Er weigert sich aber, Soldat zu werden, sondern arbeitet als Zivilist bei der Armee. Nach einiger Zeit führt der Weg ihn wieder zu einer Spur von Makwas Mörder, die er weiterverfolgt. Mit knapper Not kann er aber nur schlimmeres verhindern.

Kurz nach dem Ende des Krieges stirbt Rob J. und Schaman tritt seine Nachfolge an.



Das Buch \"Der Schamane\" ist in einem glänzenden Erzählstil geschrieben. Mit seiner Art zu schreiben gelingt es Noah Gordon immer wieder Bilder in meinem Kopf zu erzeugen.

So erzählt er nicht nur von Schwierigkeiten die Rob J. hat, weil ihm die Medizin ausgeht und er so nur schlecht weiterbehandeln kann.
Er umschreibt das ganze so, das man sich richtiggehend in die Geschichte versetzt fühlt. Er schreibt, wie er einen Patienten wegen Hämorriden behandelt. Da er aber nicht mehr das richtige Medikament hat, um den Anus zu betäuben, greift er auf Nikotin in Form einer Zigarre zurück. Damit das Nikotin der Zigarre nun den Weg zum Anus findet, steckt Rob J. die angefeuchtete Zigarre bei dem Patienten in den After. Doch damit nicht genug, nun kommt ein Dritter unbeteiligter, der nun beobachtet, wie Rob einem vor sich knienden die Zigarre in den Hintern steckt. Der Beobachter beginnt daraufhin laut zu lachen.
Auch ich habe tränen gelacht, als ich diese Passage gelesen hatte und ich fange auch heute wieder an zu grinsen, wenn ich an das Bild denke, was beim Lesen in meinem Kopf entstanden ist.

Aber Noah Gordon ist es nicht nur wichtig, das sein Buch spannend ist. Er hält sich in weiten Gebieten seines Buches stark an die Geschichte. So hat er sie Sauks besucht und sich dort Informationen aus dieser Zeit geholt. Aber auch Hintergrundinformationen aus anderen Quellen werden von ihm in die Geschichte eingebaut. So ist dies Buch nicht nur kurzweilige Unterhaltung, sondern auch eine Lehrstunde über die Amerikanische Geschichte, die Spannender nicht geschrieben sein kann.

Auch in diesem Buch ist es Noah Gordon wieder gelungen Geschichte und Geschichten zu einem Spannenden Buch zusammen zu bringen. Wer etwas über die Amerikanische Geschichte und die Amerikanische Seele erfahren möchte, der sollte ruhig dieses Buch lesen. Es beschreibt die Zwiespältigkeit einer gerade wachsenden Nation auf wie ich finde Recht anschauliche Weise. Eine gelungene Fortsetzung vom „Der Medicus“. Ich freue mich schon darauf, den letzten Teil der Trilogie „Die Erben des Medicus“ in die Finger zu bekommen.

Viele Grüsse von arthus2000 @ Sören Vehstedt

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