Mehr zu AutorInnen mit G Testbericht
ab 48,63 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von Universum
Ein gigantischer Prozeß
Pro:
siehe Text
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Am Anfang steht immer ein Vergehen oder ein Verbrechen. Es folgt die Ermittlungstätigkeit der Polizeibehörden und nach deren Abschluss eine Gerichtsverhandlung. In unserem Gefilden muss nach der Anklageerhebung die Schuld des Angeklagten, vor einem Gericht, bewiesen werden. In den USA hat der Angeklagte das Recht seine Unschuld zu beweisen. Dieser kleine, rechtliche Unterschied macht Welten aus im Reich der Justiz.
Aber beide Rechtssysteme haben eine Gemeinsamkeit. Am Ende einer jeden Gerichtsverhandlung steht......
...das Urteil:
Eine kleine, unscheinbare und langweilige Stadt im Bundesstaat Mississippi, sie heisst Biloxi, sorgt für Schlagzeilen. Vor dem Gericht dieser Stadt findet, vielleiocht, einer der grössten und wichtigsten Zivilgerichtsprozesse jener Zeit statt.
Angeklagt sind ist einer der größten Zigarettenfirmen der ganzen Welt. Die Firma Pynex wird angeklagt, einen Mann durch die Zigaretten der Firma getötet, zumindest aber so süchtig gemacht zu haben, dass er an Tabakkonsum gestorben ist.
Anklagevertreter ist der Anwalt Wendell Rohr. Er vertritt die Frau des an Lungenkrebs Verstorbenen. Eingedenk der Brisanz und der grundsätzlichen Frage, ob Zigaretten denn töten können, bietet die Firma Pynex den Anwalt Durwood Cable auf und mit ihm noch einen ganzen Pulk von Kollegen und Gehilfen. Die Existenz der Firma steht schließlich auf dem Spiel.
Da die Firma den Anwälten zwar eine Menge zutraut, aber halt doch nicht alles, übt sie sich natürlich auch noch in diversen Bestechungsversuchen. Eine Praxis, die auch schon vor dieser Gerichtsverhandlung üblich war, um Prozesse erst gar nicht aufkommen zu lassen. Zu diesem Zewck gibt es einen besonderen Fond, in welchen die Zigarettenhersteller tüchtig einzahlen. Dieser Fond ist ofiziel für die Honorare der Anwälte gedacht, inoffiziel jedoch auch für die Bestechungsgeldzahlungen. Eine perfekte Geldwaschmaschine wurde somit von den 4 führenden Firmen aufgebaut.
Eine weitere Sicherung ist den Firmen angediehen. Rankin Fitsch, ein sehr subtiler und unfassbarer Mensch. Er setzt die Geldmittel ein und nur die 4 Firmenleiter wissen, was mit dem Geld passiert. Die Palette reicht von Bestechung über Spionage bis hin zur Erpressung. Rankin erledigt einfach alles. Fast Alles.
Um die Wichtigkeit dieses Prozesses wissend, wird diesesmal nicht auf Justitia und das vorhandene Geld vertraut. In die Jury wird eine Marionette eingeschleust. Sie manipuliert, boykottiert und infiltriert die übrigen Mitglieder. Der Name dieses subversiven Elementes? Nicolas Easter.
Nicolas hat aber eine Schwachstelle. Seine Freundin. Geldgierig wie sie ist, schlimmer als Nicolas, versucht sie ihre eigene Geldquelle aufzutun. Fatal. Warum?
Tut mir leid, da müsst Ihr Euch wohl das Buch besorgen. Meine Erzählung endet hier.
Der Autor:
Nur kurz will ich Euch erläutern, wie so eine detaillierte und genaue Schilderung der Vorgänge um so einen Prozess herum entstehen kann. John Grisham ist Jurist. Er war Politiker. Beide Berufe hat er für die Schriftstellerei aufgegeben.
Warum so ein recht brisantes Thema?
Grisham ist immer ein unangenehmer Schriftsteller geworden. was ihn so gefährlich macht, zumindest für das Rechtssystem der USA, ist sein Insiderwissen. Er schreibt Romane, sind es überhaupt Geschichten?, über Vorgänge, wie sich sich ereignet haben könnten. Er zeigt Möglichkeiten auf, er hinterfragt und zeigt gnadenlos die Lücken des Rechtssystems auf. Ob es nun in seinem Buch \"Die Jury\" das Rassismus-Problem oder in diesem Buch das Problem \" Wer Geld hat, hat das Recht\" ist.
Grisham scheint vor keinem Thema zurückzuweichen, was er einmal anspricht, wird auch bis zum Ende recherchiert. In diesem Buch ist sein Thema die Urteilsfindung. Der Vorsitzende Richter ist an das Urteil der Jury gebunden. Er kann lediglich das Strafmaß noch relativieren. Spricht die Jury \"Schuldig\", dan ist das für den Richter bindend. Natürlich soll diese Jury, auf dem Papier zumindest, unabhängig, objektiv und gerecht sein. Die Auswahl der Mitglieder ist auch eine sehr aufwendige Prozedur, die anschließenden Urteile müssen einstimmig gefällt werden.
Grisham zeigt hier aber Lücken in den vermeintlich so sicherem System auf. Ich glaube nicht, dass er dieses in der Anbsicht getan hat, dass es andere Menschen für sich nutzen, sondern das diese Lücken von dem Gesetzgeber geschlossen werden. Das schwächste Glied in einem System ist immer noch der einzelne Mensch. Diese Erkenntnis kann man aus dem Roman ziehen. Geldgier beugt jeden Charakter. Die Frage ist nur, wie hoch die Hemmschwelle des Einzelnen ist.
Der Roman ist sehr gut geschrieben und aus der Perspektive der Jurymitglieder gesehen. Der Leser scheint also ein Teil dieser Jury zu sein und bekommt so das \"Drumherum\" mit. Eine interessante Variante und icht unbedingt üblich.
Mir hat das Buch ausserordentlich gut gefallen. Aber da hatte ich bei Grisham eigentlich noch nie Probleme. Ich glaube, ich bin ein Fan von ihm.
Die Bücher von Grisham bekommt Ihr in jeder guten Buchhandlung. Er gehört dort hin, so wie in den 80ern jeder Konsalik in den Buchhandlungen vorrätig war. Wobei ich diesen Trivialliteraten nicht unbedingt mit Grisham auf eine Stufe stellen möchte. Das wäre dann doch etwas weit hergeholt. Grisham ist Qualität, Spannung und auch ein wenig Jura-Studium.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-04 21:30:23 mit dem Titel Kann, soll und will nicht der Nachfolger des Medicus sein
Noah Gordon hat einen schweren Stand. So wie alle Schriftsteller, die mit ihrem ersten Buch einen absoluten Bestseller starten. Die nachfolgende Erwartungshaltung, erneut einen schriftstellerischen Geniestreich zu landen, können nur wenige erfüllen. Auch Noah Gordon gehörte nicht zu dieser beneidenswerten Spezies.
Vieleicht ist aber auch die Erwartungshaltung des Lesers zu groß. Menschlich nachvollziehbar, erinnert man sich doch gerne an das Angenehme, ist es aber in der Realität unmöglich, eine Meisterleistung und einen Selbstgänger zu dublizieren. Noah Gordon und auch der Leser müssen es akzeptieren, dass der \"Medicus\" ein literarirische Meisterwerk ist und war. Wer nun daran die nachfolgenden Werke des Autoren mißt, ist, meiner Meinung nach, nicht ganz fair.
So wie sich viele ASutoren auf ein bestimmtes Gebiet festlegen, so hat auch Noah Gordon sein Fachgebiet. Seine Romane konzentrieren sich auf geschichtliche Ereignisse und haben somit einen Rahmen, der mit \"noahschem\" Leben aufgefüllt wird. Fantasie und Realität vermischen sich und wer will letztendlich behaupten, was Fantasie und Wahrheit ist?
Der Medicus von Saragossa:
1492 n. Chr. wütet die Inquisition in Spanien. Alles was ihr verdächtiug vorkomt, was ihr gefährlich werden könnte oder einfach unbequem ist, wird verfolgt, eingeschlossen, verbrannt. Besonders die Juden werden verfolgt von den Kirchenmännern verfolgt. Angestachelt durch die Habgier des spanischen Königspaares, insbesondere von Isabella von Aragon und Kastilien, aber auch durch die notorische Geldnot der Kirchenfürsten, wird auf diese Bevölkerungsgruppe Jagd gemacht.
Nachdem die Juden all das Ungemach überstehen, sich freikaufen und auch konvertieren ( den Glauben wechseln ), ergeht ein Edikt. Alle Juden haben das Land zu verlassen. Die, die den Glauben wechseln, dürfen bleiben.
Das Land verlassen bedeutet, nur das mit in eine unbekannte Zukunft zu retten, was zu tragen ist. Haus, Hof und Grund gehen verloren. Ungeahnte Reichtümer fallen so der spanische Krone und der Kirche in den undankbaren und unchristlichen Schoß.
Der Glaubenswechsel ist jedoch auch nicht die Garantie auf ein unbeschwertes Leben. Die Juden, die den Glauben wechseln, also die Konversos, haben eine ungewisse Zukunft in Spanien vor Augen und sind nur Menschen zweiter Klasse. Es handelt sich um \"Neue Christen\".
Somit setzt eine ungeheure Massenwanderung in Spanien ein. Die Juden verlassen ihr sie hassendes Heimatland.
Helkias der Vater von Jona Toledano, der Hauptfigur in diesem Roman, bereitet seine Abreise aus Spanien vor. Zu lange wurde er in diesem Land drangsaliert und ausgenutzt. Sogar dem Tod musste Helkias einen Zoll entrichten, als sein zweiter Sohn ermordet wurde. Meir war als Botenjunge tätig gewesen und wurde bei einem Unternehmen beraubtr, gefoltert und dann ermordet. Meir hatte eine Reliqiue übergeben sollen. Ein Mönch der Inquisition hatte seine Finger bei diesem Verbrechen mit im Spiel. Als Helkias dem Mönchlein zu sehr auf die Schliche kommt, organisert dieser eine Mörderbande und lässt das Haus des Helkias stürmen. Helkias stirbt bei diesem Mordanschlag, Jona überlebt.
Jona ist nun allein und irrt durch Spanien. Er schlägt sich durch das Leben und erlernt so eine Menge Fähigkeiten, lernt Menschen kennen und er bleibt ein gläubiger Jude. Seine Jugend endet mit der Ausbildung zum Waffenschmied. Viele Jahre nach seiner Flucht, kehrt er in seine Heimatstadt zurück.
Nach einigen Aufregungen und einem ungewollten Weidersehen mit dem Mörder sienes Vaters, landet Jona dann in Saragossa. Dort lebt der Bruder seines Lehrherren, welcher auf einer seiner Fluchten das Leben lassen mußte.
Bei dem Bruder handelt es sich um einen Medicus. Den Medicus von Saragossa. Jona geht ein neues Lehrverhältnis ein. Er will Medicus werden. Nun beginnt eigentlich die Geschichte des Medicus von Saragossa. Damit ist aber nicht der Lehrmeister von Jona gemeint, sondern Jona selbst. Wie das geht? Ganz einfach. Schaut in das Buch und lest selbst nach.
Mein Urteil:
Im Gegensatz zu vielen anderen Lesernb, bin ich von diesem Buch nicht enttäuscht. Vielleicht liegt es daran, dass ich einen Roman immer für sich alleine sehe und nicht als Produkt eines Autoren, der den und den Bestseller geschrieben hat. Es gibt Bücher, die sind einfach brillant und sie finden auch eine entsprechende Anerkennung durch die Leserschaft. Es gibt aber auch Bücher, die sind nicht unbedingt für die breite Masse, werden aber als solchen vermarktet und dann ist natürlich die Erwartungshaltung entsprechend gross. So ist es wohl auch bei dem \"Medicus von Saragossa\" gewesen. Ich glaube nicht, dass Gordon da seinen \"Der Medicus\" mit dem \"Medicus von Saragossa\" toppen wollte. Nicht, dass er bewusst schlechter geschrieben hat, um sich nicht selbst in einen Wettbewerb zu drängen. Nein, ich glaube, dass Gordon auf einem sehr hohen Niveau schreibt und die Leser schnell vergessen, dass sie guten Lesestoff vor sich haben. Warum wird denn immer \"Der Medicus\" zum Vergleich herangezogen? Weil er einfach ein Buch ist, welches in sehr vielen Haushalten steht und noch mehr Leser hatte. Daran die nachfolgenden Leistungen des Autoren messen zu wollen ist unrealistisch und dumm.
\"Der Medicus von Saragossa\" ist ein leicht lesbarer Roman mit einer flüssigen Handlung und einer guten Situationsbeschreibung der damaligen Verhältnisse. Der Handlungsstrang, also das Leben der Hauptfigur, ist so durchaus möglich gewesen. Wer will das Gegenteil behaupten und es beweisen? Dieser Roman ist etwas für nebenbei. Nicht eine Handlung, die hohe Aufmerksamkeit oder Konzentration erfordert. Die detaillierten Beschreibungen der Lebensumstände, machen die Handlung plastisch und für den Leser sehr gut verständlich. Dieses Buch wäre bestimmt etwas für den nächsten Urlaub.
Meine Empfehlung: Ein lesenswertes Buch, für denjenigen, der sich von \"Der Medicus\" lösen kann und akzeptiert, dass dieser Roman keine Fortsetzung ist.
Danke für Eure Aufmerksamkeit. Martin
Aber beide Rechtssysteme haben eine Gemeinsamkeit. Am Ende einer jeden Gerichtsverhandlung steht......
...das Urteil:
Eine kleine, unscheinbare und langweilige Stadt im Bundesstaat Mississippi, sie heisst Biloxi, sorgt für Schlagzeilen. Vor dem Gericht dieser Stadt findet, vielleiocht, einer der grössten und wichtigsten Zivilgerichtsprozesse jener Zeit statt.
Angeklagt sind ist einer der größten Zigarettenfirmen der ganzen Welt. Die Firma Pynex wird angeklagt, einen Mann durch die Zigaretten der Firma getötet, zumindest aber so süchtig gemacht zu haben, dass er an Tabakkonsum gestorben ist.
Anklagevertreter ist der Anwalt Wendell Rohr. Er vertritt die Frau des an Lungenkrebs Verstorbenen. Eingedenk der Brisanz und der grundsätzlichen Frage, ob Zigaretten denn töten können, bietet die Firma Pynex den Anwalt Durwood Cable auf und mit ihm noch einen ganzen Pulk von Kollegen und Gehilfen. Die Existenz der Firma steht schließlich auf dem Spiel.
Da die Firma den Anwälten zwar eine Menge zutraut, aber halt doch nicht alles, übt sie sich natürlich auch noch in diversen Bestechungsversuchen. Eine Praxis, die auch schon vor dieser Gerichtsverhandlung üblich war, um Prozesse erst gar nicht aufkommen zu lassen. Zu diesem Zewck gibt es einen besonderen Fond, in welchen die Zigarettenhersteller tüchtig einzahlen. Dieser Fond ist ofiziel für die Honorare der Anwälte gedacht, inoffiziel jedoch auch für die Bestechungsgeldzahlungen. Eine perfekte Geldwaschmaschine wurde somit von den 4 führenden Firmen aufgebaut.
Eine weitere Sicherung ist den Firmen angediehen. Rankin Fitsch, ein sehr subtiler und unfassbarer Mensch. Er setzt die Geldmittel ein und nur die 4 Firmenleiter wissen, was mit dem Geld passiert. Die Palette reicht von Bestechung über Spionage bis hin zur Erpressung. Rankin erledigt einfach alles. Fast Alles.
Um die Wichtigkeit dieses Prozesses wissend, wird diesesmal nicht auf Justitia und das vorhandene Geld vertraut. In die Jury wird eine Marionette eingeschleust. Sie manipuliert, boykottiert und infiltriert die übrigen Mitglieder. Der Name dieses subversiven Elementes? Nicolas Easter.
Nicolas hat aber eine Schwachstelle. Seine Freundin. Geldgierig wie sie ist, schlimmer als Nicolas, versucht sie ihre eigene Geldquelle aufzutun. Fatal. Warum?
Tut mir leid, da müsst Ihr Euch wohl das Buch besorgen. Meine Erzählung endet hier.
Der Autor:
Nur kurz will ich Euch erläutern, wie so eine detaillierte und genaue Schilderung der Vorgänge um so einen Prozess herum entstehen kann. John Grisham ist Jurist. Er war Politiker. Beide Berufe hat er für die Schriftstellerei aufgegeben.
Warum so ein recht brisantes Thema?
Grisham ist immer ein unangenehmer Schriftsteller geworden. was ihn so gefährlich macht, zumindest für das Rechtssystem der USA, ist sein Insiderwissen. Er schreibt Romane, sind es überhaupt Geschichten?, über Vorgänge, wie sich sich ereignet haben könnten. Er zeigt Möglichkeiten auf, er hinterfragt und zeigt gnadenlos die Lücken des Rechtssystems auf. Ob es nun in seinem Buch \"Die Jury\" das Rassismus-Problem oder in diesem Buch das Problem \" Wer Geld hat, hat das Recht\" ist.
Grisham scheint vor keinem Thema zurückzuweichen, was er einmal anspricht, wird auch bis zum Ende recherchiert. In diesem Buch ist sein Thema die Urteilsfindung. Der Vorsitzende Richter ist an das Urteil der Jury gebunden. Er kann lediglich das Strafmaß noch relativieren. Spricht die Jury \"Schuldig\", dan ist das für den Richter bindend. Natürlich soll diese Jury, auf dem Papier zumindest, unabhängig, objektiv und gerecht sein. Die Auswahl der Mitglieder ist auch eine sehr aufwendige Prozedur, die anschließenden Urteile müssen einstimmig gefällt werden.
Grisham zeigt hier aber Lücken in den vermeintlich so sicherem System auf. Ich glaube nicht, dass er dieses in der Anbsicht getan hat, dass es andere Menschen für sich nutzen, sondern das diese Lücken von dem Gesetzgeber geschlossen werden. Das schwächste Glied in einem System ist immer noch der einzelne Mensch. Diese Erkenntnis kann man aus dem Roman ziehen. Geldgier beugt jeden Charakter. Die Frage ist nur, wie hoch die Hemmschwelle des Einzelnen ist.
Der Roman ist sehr gut geschrieben und aus der Perspektive der Jurymitglieder gesehen. Der Leser scheint also ein Teil dieser Jury zu sein und bekommt so das \"Drumherum\" mit. Eine interessante Variante und icht unbedingt üblich.
Mir hat das Buch ausserordentlich gut gefallen. Aber da hatte ich bei Grisham eigentlich noch nie Probleme. Ich glaube, ich bin ein Fan von ihm.
Die Bücher von Grisham bekommt Ihr in jeder guten Buchhandlung. Er gehört dort hin, so wie in den 80ern jeder Konsalik in den Buchhandlungen vorrätig war. Wobei ich diesen Trivialliteraten nicht unbedingt mit Grisham auf eine Stufe stellen möchte. Das wäre dann doch etwas weit hergeholt. Grisham ist Qualität, Spannung und auch ein wenig Jura-Studium.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-04 21:30:23 mit dem Titel Kann, soll und will nicht der Nachfolger des Medicus sein
Noah Gordon hat einen schweren Stand. So wie alle Schriftsteller, die mit ihrem ersten Buch einen absoluten Bestseller starten. Die nachfolgende Erwartungshaltung, erneut einen schriftstellerischen Geniestreich zu landen, können nur wenige erfüllen. Auch Noah Gordon gehörte nicht zu dieser beneidenswerten Spezies.
Vieleicht ist aber auch die Erwartungshaltung des Lesers zu groß. Menschlich nachvollziehbar, erinnert man sich doch gerne an das Angenehme, ist es aber in der Realität unmöglich, eine Meisterleistung und einen Selbstgänger zu dublizieren. Noah Gordon und auch der Leser müssen es akzeptieren, dass der \"Medicus\" ein literarirische Meisterwerk ist und war. Wer nun daran die nachfolgenden Werke des Autoren mißt, ist, meiner Meinung nach, nicht ganz fair.
So wie sich viele ASutoren auf ein bestimmtes Gebiet festlegen, so hat auch Noah Gordon sein Fachgebiet. Seine Romane konzentrieren sich auf geschichtliche Ereignisse und haben somit einen Rahmen, der mit \"noahschem\" Leben aufgefüllt wird. Fantasie und Realität vermischen sich und wer will letztendlich behaupten, was Fantasie und Wahrheit ist?
Der Medicus von Saragossa:
1492 n. Chr. wütet die Inquisition in Spanien. Alles was ihr verdächtiug vorkomt, was ihr gefährlich werden könnte oder einfach unbequem ist, wird verfolgt, eingeschlossen, verbrannt. Besonders die Juden werden verfolgt von den Kirchenmännern verfolgt. Angestachelt durch die Habgier des spanischen Königspaares, insbesondere von Isabella von Aragon und Kastilien, aber auch durch die notorische Geldnot der Kirchenfürsten, wird auf diese Bevölkerungsgruppe Jagd gemacht.
Nachdem die Juden all das Ungemach überstehen, sich freikaufen und auch konvertieren ( den Glauben wechseln ), ergeht ein Edikt. Alle Juden haben das Land zu verlassen. Die, die den Glauben wechseln, dürfen bleiben.
Das Land verlassen bedeutet, nur das mit in eine unbekannte Zukunft zu retten, was zu tragen ist. Haus, Hof und Grund gehen verloren. Ungeahnte Reichtümer fallen so der spanische Krone und der Kirche in den undankbaren und unchristlichen Schoß.
Der Glaubenswechsel ist jedoch auch nicht die Garantie auf ein unbeschwertes Leben. Die Juden, die den Glauben wechseln, also die Konversos, haben eine ungewisse Zukunft in Spanien vor Augen und sind nur Menschen zweiter Klasse. Es handelt sich um \"Neue Christen\".
Somit setzt eine ungeheure Massenwanderung in Spanien ein. Die Juden verlassen ihr sie hassendes Heimatland.
Helkias der Vater von Jona Toledano, der Hauptfigur in diesem Roman, bereitet seine Abreise aus Spanien vor. Zu lange wurde er in diesem Land drangsaliert und ausgenutzt. Sogar dem Tod musste Helkias einen Zoll entrichten, als sein zweiter Sohn ermordet wurde. Meir war als Botenjunge tätig gewesen und wurde bei einem Unternehmen beraubtr, gefoltert und dann ermordet. Meir hatte eine Reliqiue übergeben sollen. Ein Mönch der Inquisition hatte seine Finger bei diesem Verbrechen mit im Spiel. Als Helkias dem Mönchlein zu sehr auf die Schliche kommt, organisert dieser eine Mörderbande und lässt das Haus des Helkias stürmen. Helkias stirbt bei diesem Mordanschlag, Jona überlebt.
Jona ist nun allein und irrt durch Spanien. Er schlägt sich durch das Leben und erlernt so eine Menge Fähigkeiten, lernt Menschen kennen und er bleibt ein gläubiger Jude. Seine Jugend endet mit der Ausbildung zum Waffenschmied. Viele Jahre nach seiner Flucht, kehrt er in seine Heimatstadt zurück.
Nach einigen Aufregungen und einem ungewollten Weidersehen mit dem Mörder sienes Vaters, landet Jona dann in Saragossa. Dort lebt der Bruder seines Lehrherren, welcher auf einer seiner Fluchten das Leben lassen mußte.
Bei dem Bruder handelt es sich um einen Medicus. Den Medicus von Saragossa. Jona geht ein neues Lehrverhältnis ein. Er will Medicus werden. Nun beginnt eigentlich die Geschichte des Medicus von Saragossa. Damit ist aber nicht der Lehrmeister von Jona gemeint, sondern Jona selbst. Wie das geht? Ganz einfach. Schaut in das Buch und lest selbst nach.
Mein Urteil:
Im Gegensatz zu vielen anderen Lesernb, bin ich von diesem Buch nicht enttäuscht. Vielleicht liegt es daran, dass ich einen Roman immer für sich alleine sehe und nicht als Produkt eines Autoren, der den und den Bestseller geschrieben hat. Es gibt Bücher, die sind einfach brillant und sie finden auch eine entsprechende Anerkennung durch die Leserschaft. Es gibt aber auch Bücher, die sind nicht unbedingt für die breite Masse, werden aber als solchen vermarktet und dann ist natürlich die Erwartungshaltung entsprechend gross. So ist es wohl auch bei dem \"Medicus von Saragossa\" gewesen. Ich glaube nicht, dass Gordon da seinen \"Der Medicus\" mit dem \"Medicus von Saragossa\" toppen wollte. Nicht, dass er bewusst schlechter geschrieben hat, um sich nicht selbst in einen Wettbewerb zu drängen. Nein, ich glaube, dass Gordon auf einem sehr hohen Niveau schreibt und die Leser schnell vergessen, dass sie guten Lesestoff vor sich haben. Warum wird denn immer \"Der Medicus\" zum Vergleich herangezogen? Weil er einfach ein Buch ist, welches in sehr vielen Haushalten steht und noch mehr Leser hatte. Daran die nachfolgenden Leistungen des Autoren messen zu wollen ist unrealistisch und dumm.
\"Der Medicus von Saragossa\" ist ein leicht lesbarer Roman mit einer flüssigen Handlung und einer guten Situationsbeschreibung der damaligen Verhältnisse. Der Handlungsstrang, also das Leben der Hauptfigur, ist so durchaus möglich gewesen. Wer will das Gegenteil behaupten und es beweisen? Dieser Roman ist etwas für nebenbei. Nicht eine Handlung, die hohe Aufmerksamkeit oder Konzentration erfordert. Die detaillierten Beschreibungen der Lebensumstände, machen die Handlung plastisch und für den Leser sehr gut verständlich. Dieses Buch wäre bestimmt etwas für den nächsten Urlaub.
Meine Empfehlung: Ein lesenswertes Buch, für denjenigen, der sich von \"Der Medicus\" lösen kann und akzeptiert, dass dieser Roman keine Fortsetzung ist.
Danke für Eure Aufmerksamkeit. Martin
11 Bewertungen, 1 Kommentar
-
14.06.2002, 20:06 Uhr von audicla
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht von Dir. Ich finde es auch schwierig wenn man Autoren so festnagelt. Gruß audicla
Bewerten / Kommentar schreiben