Erfahrungsbericht von Peter3110
DIE GEBURT DER RATIONALITÄT
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die gesamte Menschheitsgeschichte ist bestimmt durch Konflikte. Einer dieser ist der bis in die heutige Zeit hineinwirkende Ost-West-Konflikt. So sind in den letzten 3000 Jahren zwischen diesen beiden geographischen und ethnischen Größen geführt worden.
Die Ursachen lagen neben rein ideologischen Gründen vor allem in dem Bestreben nach Macht, Reichtum und Ruhm.
Den ersten großen dieser Konflikte schildert uns Herodot aus Halikarnassos, den man auch „aus Thurioi“ nennt, da er diese Stadt mitbegründet hat. Er stammte jedoch ursprünglich aus Halikarnassos einer Stadt im dorischen Sielungsgebiet, also im Süden der Küste Kleinasiens
Herodot lebte von ca. 485 v.Chr. bis 425 v.Chr. und bereiste bei seinen Forschungen den ganzen Mittelmeerraum, wobei er dabei auch im demokratischen Athen verweilte und zu den Freunden des Tragikers Sophokles und des Politikers Perikles wurde.
Nun aber erst einmal ein paar allgemeine einleitende Worte zu seinem Werk.
Sein Werk
Sein ganzes Leben lang arbeite Herodot an seinem Werk „istories“, was so viel bedeutet wie „Forschung“ oder „Erkundung“. Die gängigen Übersetzung wie „Historien“ ist falsch, da man unter der Historie heute etwas anderes versteht. Daraus leiten sich zum Teil grausliche Bezeichnungen, wie „Bücher der Geschichte“ ab, die mit dem Gedanken des herodoteischen Werks nichts mehr zu tun hat.
Sein Werk ist in neuen Bücher eingeteilt, wobei diese Einteilung erst nachträglich vollführt wurde. Die innere Aufteilung besteht aus „Logoi“ (Reden). Ein einzelner Logos kann sich von wenigen Seiten auf ein ganzes Buch erstrecken.
Bis heute streitet man sich darum, ob das Werk als ganzes vollendet wurde oder ob Herodot vor dem Ende verstarb, wie es Thukydides, der über den Pelleponesischen Krieg schrieb, erging. Ich glaube nicht das es vollendet ist, aber wie gesagt, man streitet sich bis heute darüber.
Das Thema Herodots sind die Perserkriege, die ca. von 500v.Chr bis 470v.Chr. bzw. 449 v.Chr. andauerten.
Auf Grund seines Werkes wird er von Cicero „der Vater der Geschichtsschreibung“ genannt.
Er begnügt sich jedoch nicht mit bloßen Schlachtbeschreibungen, sondern versucht mit vielen Exkursen den Raum in dem die Menschen leben darzustellen und stellt dabei den Gedanken des Menschen und des Menschlichen über alles.
Ferner steht bei ihm die Freiheit der Hellenen an sehr hoher Stelle, da gemäß Perikles das Geheimnis des Glücks die Freiheit ist.
So ist sein Werk darüber hinaus die reinste Schatzkiste von wissenschaftlichen Erklärungen, Berichten, aber vor allem von Exkursen über andere Völker und eine Reihe von sehr ansprechenden Novellen, die im ersten Buch aus dem orientalischen Raum stammen.
Dieses erste Buch soll auch das Thema meines heutigen Berichtes sein.
Der Inhalt
Zu Beginn schildert Herodot, wieso er überhaupt Geschichtsschreibung betreibt. Er möchte zum einen verhindern, dass die Zeit das Leben und die Taten der Menschen in Vergessenheit geraten lässt, wobei er vor allem die Taten der Griechen und der Perser nennen will. Ferner will er den Grund dafür suchen, weshalb diese beiden Völker miteinander Krieg führten.
So spannt er im folgenden den Bogen aus der mythischen Zeit beginnend bei Io und Medea über den trojanischen Krieg bis in die Zeit, aus der schon eine Überlieferung bestand.
So beginnt er bei Kroisos, der für den Fortlauf der Geschichte so wichtig ist, da er der erste ist, der die Griechen an der kleinasiatischen Küste unterwirft und zu seinen Knechten macht.
Von Kroisos aus beleuchtet er, wie Kroisos Familie das Geschlecht der Mermenaden an die Macht kam.
Hier findet man auch schon die erste Novelle, die sogenannte Gyges-Geschichte. Der König Kandaules aus dem Geschlecht der Herakliden liebt seine Frau so stark, dass er sie für die schönste Frau der Welt hält. Dies erzählt seinem Diener Gyges, der auch sein engster Vertrauter ist. Kandaules glaubt Gyges jedoch nicht, dass dieser ebenso der Meinung ist, dass seine Frau die schönste aller Frauen sei. So zwingt er Gyges dazu sein Frau nackt zu sehen. Seine Frau bemerkt dies jedoch und stellt Gyges vor die Wahl entweder Kandaules als Urheber der Tat zu töten und damit der nächste König zu werden oder selbst zu sterben. Gyges entscheidet sich dafür weiterzuleben und tötet Kandaules. Damit sind nun die Mermenaden in Lydien an der Macht. Das Orakel von Delphi droht ihm jedoch, dass in der fünften Generation die Rache der Herakliden wiederkommen werde.
Der fünfte in der Reihe der Mermenaden ist nun der vorhin genannte Kroisos. Nach vielen Kämpfen hat er sich ein großes Reich aufgebaut, das jedoch im Osten von dem stark expandierenden Perserreich bedroht wird. So versucht er dieses Reich zu besiegen und erhält aus Delphi das Orakel, dass er ein großes Reich zerstören werde, wenn er gegen die Perser kämpft, doch das Reich, das damit gemeint ist, ist sein eigenes.
Neben dieser äußeren Handlung erfährt der Leser viel über das Leben der Lyder, was in mehreren Novellen dargestellt wird.
Nachdem das Reich des Kroisos nun von den Persern unter dem König Kyros erobert wurde, richtet sich nun das Augenmerk Herodots auf die Perser, deren Lebenssituation und Gebräuche sehr ausführlich geschildert werden.
Das erste Buch endet mit den letzten großen Taten des Kyros, der unter anderem Babylon einnehmen kann.
Bevor ich nun zur Interpretation und den Auswirkungen bis in die heutige Zeit sprechen möchte, vorher noch ein wichtiger Punkt, um den Wert dieses großen Werkes noch besser zu verstehen. Hierbei handelt es sich um die geistesgeschichtliche Entwicklung, die dem Werk vorausging.
Die geistesgeschichtliche Entwicklung
In den Jahrhunderte vor Herodot regierte der Mythos die geistige Welt, was man an den Epen des Homer sehen kann. So entsprach der griechische Ausdruck für das Verb „sprechen“ „mutheistai“. Nun begannen die Griechen sich jedoch aus dieser stark von Göttern bestimmten Welt allmählich zu lösen, was besonders durch Reisen geschah. Dadurch erhielten sie einen klareren Blick für die alltäglicheren Dinge des Lebens.
In diese Zeit fällt auch das was ich die Entdeckung oder Erfindung oder sogar die Geburt der Logik nennen möchte. Der Mythos wurde allmählich vom Logos verdrängt, der eine rationale Sicht der Dinge beinhaltet und bis heute den Charakter unsere europäischen Welt entscheidend prägt, wobei zu vielen Anlässen diese Logik außer Kraft gesetzt wird. Hier kann sich jeder sein ganz persönliches Beispiel suchen.
Diese Veränderungen lassen sich an mehreren Dingen festmachen. Zum einen dem griechischen Weltbild, da lange von den homerischen Epen bestimmt wurde, dann aber durch Erforschung immer weiter erweitert wurde.
Zum anderen an den Literaten dieser Zeit. Hier muss man den Vorgänger von Herodot Hekataios von Milet nennen, gegen den Herodot oft polemisiert, was die Wichtigkeit von Hekataios besonders herausstellt. Dieser Hekataios von Milet zeigt in seinen uns leider nur in Fragmenten erhalten Schriften ein gewisses Maß an Rationalität. Bei ihm fehlt jedoch die Souveränität den Mythos als Mythos anzunehmen. So lässt Herodot den Mythos mit einfließen, wobei er ihnen als solchen herausstellt. Während Hekataios versucht irgendwie zu erklären, wie zum Beispiel im Falle der 50 Söhne des Aigyptos, über die er sagt es könnte höchstens 10 gewesen sein.
Nach Herodot folgt der Athener Thukydides, der über den Peleponnesischen Krieg geschrieben hat. Er lässt sich völlig von dem Gedanken der Rationalität leiten und setzt auf seinen ganz persönlichen Wahrheitsanspruch, da er seine Ergebnisse der Forschungen für richtig hält, was das ist, was wir heute Geschichtsschreibung nennen. Dies sehen wir bei Herodot jedoch noch nicht.
Trotzdem ist Herodot der erste, der diese Entwicklung voll zum Tragen kommen lässt und dabei das märchenhafte und wunderschöne des Epos mit hineinwirken lässt und so eines der größten Werke der Literaturgeschichte geschaffen hat.
Thukydides dagegen schildert kalt und teilnahmslos, was handwerklich richtig sein mag, aber die griechischen Geistesströmungen nicht vereint.
Nach diesen Erklärungen nun aber nur Interpretation und den Nachwirkungen dieses Werks, wobei sich dies nur auf das erste Buch bezieht.
Interpretation und Wirkung
Besonders wichtig ist der Beginn des Werkes das Prooemion. Hier legt, wie oben beschrieben, Herodot die Gründe seines Schaffes dar. An erster Stelle kommt hier der Aspekt der Zeit, der schon in der Antike ein verzehrender Charakter zu geschrieben wurde, wie zum Beispiel in der Tragödie des Sophokles „Aias“, in der Aias sagt, dass die lange unermessliche Zeit alles verzehrt, was klar wurde, und hervorbringt, was im Dunklen lag. (Aias „Trugrede V.646ff). Hier zeigt sich auch ganz entscheidend der Einfluss der attischen Tragödie und vor allem des Sophokles auf Herodot, der sich noch an einigen anderen Stellen zeigt.
Ferner sollen die Menschen das Leben und die Taten der früheren Menschen nicht vergessen und sie rühmen. Dabei spielt der Gedanke, das man aus der Geschichte lernen müsse weniger eine Rolle, wie er es zum Beispiel bei Nietzsche in seinem Werk über die Historie und deren Gebrauch tut.
Als nächsten Punkt der Interpretation möchte ich nun noch auf die Novellen eingehen, die ohne den Einfluss der Tragödie nie so schön hätten gestaltet werden können. Die Inhalte, wie zum Beispiel die Gyges-Geschichte wurden im Laufe der Zeit noch oft aufgegriffen, wie zum Beispiel von Hebbel und auch Bocaccio bediente sich an diesem Motiv.
Ferner benannte der große Psychoanalytiker Sigmund Freud auf Grund seiner Kenntnis von Herodot die psychische Krankheit, bei der man seine Intimität über die eigene Frau hinaus mit anderen teilen will als Kandaulismus.
Herodots Werk wurde oft angezweifelt, da man viele Geschichten für nicht wahr hielt, was in vielen Fällen jedoch widerlegt wurde, weshalb man in der heutigen Geschichtsforschung sein Werk als ausgezeichnete Quelle benutzen kann.
Bevor ich nun zum Fazit komme noch ein kleiner Ausblick auf das Gesamtwerk.
Ausblick auf das Gesamtwerk
Nach dem Tod des Kyros kommt sein Sohn Kambyses an die Macht, der dann von Dareios abgelöst wird, mit dem die Perserkriege beginnen und ist hier auch der Einstieg in die großen Schlachten zum Bespiel bei Marathon, die umstrittenen und oft missbrauchten Heldentaten der Spartaner unter Leonidas, aber auch der Seeschlacht von Salamis und der Schlacht von Plataia. Das ist bei weitem noch nicht alles. Neben diesen Schilderungen erhält der Leser eine weite Sicht auf den gesamten Raum und bekommt so auch ein besseres Verständnis dieser Zeit.
Fazit
Das Werk des Herodots ist bis heute beispiellos geblieben und wird durch sein erstes Buch hervorragend expositioniert.
Mit diesem Werk erschließt man sich einen großen Schatz, in dem wirklich alles enthalten ist, von dem Menschlichen bis zur Freiheit und Selbstbestimmung.
Und trotz seines ionischen Stils ist das Werk im Original sehr gut lesbar, wobei auch einige gute Übersetzungen existieren, wie die von Horneffer oder Marg. Aber auch die vorliegende Ausgabe aus dem C.Bange Verlag erfüllt gute Ansprüche.
So kann ich euch die Lektüre dieses Werks nur wärmstens empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-23 16:20:00 mit dem Titel DAS LAND DER PHARAONEN
Die Motive von Historikern sind bekanntermaßen so vielfältig, wie die Anzahl ihrer Schriften. Während es dem einen um Daten und Fakten, dem anderen um den Transport seiner Ideologie und wiederum anderen um kritisches Hinterfragen und das Verständnis von historischen Prozessen geht, kann man die Motive Herodots, des Vaters der Geschichtsschreibung, nicht so eng fassen.
Die treffenste Bezeichnung ist wohl, dass er den Menschen in Raum und Zeit darstellen möchte und dabei sehr detailliert auf die Lebensumstände der Menschen eingeht, um so einer höheres Maß an Verständnis beim Leser oder besser beim Zuhörer, denn sein Werk wurde vorgetragen, zu erreichen.
Im ersten Buch hatte Herodot die Grundrisse seiner Geschichtsschreibung aufgezeigt, die sich von der mythischen Zeit in die reale Zeit bis zum ersten persischen König Kyros erstreckte. Dieser Kyros fällt auf Grund von Selbstüberschätzung am Ende des ersten Buches im Krieg gegen die Massageten. Im folgt nun sein Sohn Kambyses auf dem Thron nach. Dieser Kambyses plant nun gegen Ägypten in den Krieg zu ziehen.
Nun passiert in Herodots Werk etwas, was für sein Werk charakteristisch ist, nämlich der Exkurs. Bereits im ersten Buch hatte Herodot die Sitten der Babylonier und der Massageten geschildert, wobei er diese Beschreibungen sehr kurz hielt.
Das zweite Buch widmet er jedoch ganz dem Land der Ägypter, das er selbst bereist hat.
Als nächstes werde ich euch kurz den Inhalt zusammenfassen, wobei dies sehr schwer ist, da Herodot viele Details im Bereich der Geschichte des Volks und der Religion nennt, weshalb ich mich auf grobe Umrisse beschränken muss. Wen dies alle mehr interessiert, dem empfehle ich wie immer dieses Buch zur Lektüre.
Der Inhalt
Die Beschreibungen des Herodots beginnen bei der Geschichte der Ägypter, die sich selbst als das jüngste aller Völker bezeichnen. So forschten sie nach, wer das älteste Volk auf der Welt sei und entzogen so zwei Kindern ihren Eltern, um so zu sehen, was sie als erstes sagen und vor allem in welcher Sprache sie dies tun. Bei diesem Test kam nun heraus, dass die Ägypter nicht das älteste Volk der Erde seien. Bei weiteren Forschungen mussten nun die Ägypter feststellen, dass die anderen Völker, die ihren bekannt waren noch älter als sie waren.
Im folgenden geht Herodot auf die Reihe der Pharaonen ein, die jedoch nicht so übernommen werden kann, da Herodot zwar in Ägypten war, aber keine der priesterlichen Königslisten gesehen haben kann. Ferner kann man die Bewertungen über die einzelnen Pharaonen nicht übernehmen, da hier das Problem der „einen Quelle“ besteht, das heißt, dass man zu einem bestimmten Vorgang nur eine Quelle hat, was die Erforschung eines Sachverhalt erleichtert gleichzeitig erschwert, da man ebenso einem Schwindel aufsitzen kann. So auch im diesem Fall. Als Beispiel kann man hier den berühmten Cheops nennen, der als Religionsfrevler in die Geschichte der Priester einging, da er ihnen die Gehälter kürzte.
Neben dieser vielen ethnographischen Schilderungen kommen natürlich die herodoteischen Novellen auch wieder nicht zu kurz. So berichtet er von einem Baumeister, der für den Pharao eine riesige Schatzkammer baut, aber einen Stein locker lässt, um so seinen beiden Söhnen Eintritt zu verschaffen. Die Söhne bedienen sich nun immer wieder, doch dies bleibt natürlich nicht unbemerkt. Aus diesem Grunde lässt der Pharao Fallen aufstellen, in die sich einer der Brüder verfängt und nicht mehr entkommen kann. Damit sein Bruder nicht auch noch geschnappt wird, bittet er ihn ihm den Kopf abzuschlagen. Auf diese Weise soll eine Verbindung zum anderen Bruder verdeckt bleiben. Der Pharao ist natürlich schockiert, als er den enthaupteten Körper in seiner Schatzkammer findet, doch er möchte auch die anderen Täter finden und lässt deshalb den Leichnam an die Stadtmauer hängen und bewachen. Die Mutter der beiden Brüder möchte jedoch, dass ihr Sohn begraben wird und bittet ihren verbliebenen Sohn den Leichnam zu beschaffen, was dieser, indem er die Wachen betrunken macht, auch schafft.
Der Pharao ist darüber sehr verärgert und greift zu einer List, die so merkwürdig ist, dass auch Herodot selbst anmerkt, dass er dies selbst nicht glauben würde.
So befiehlt der Pharao seiner schönste Tochter mit jedem Mann zu schlafen, der dies wünscht, dabei musste jeder, der dies wollte, ihr seine schändlichste und gerissenste Tat offenbaren. Auf diese Weise erhoffte sich der Pharao den Räuber seiner Schatzkammer zu finden.
Und nach einige Zeit ging der Räuber auch zu der Tochter des Pharaos und gestand ihr, dass er die Schatzkammer ihre Vaters ausgeraubt und die Wachen betrunken gemacht hatte. Nun wollte die Frau ihn festhalten, doch er hatte einen Arm seines toten Bruders mitgenommen und da sich die junge Frau daran festhielt, konnte er verschwinden.
Der Pharao war nun von diesem Mann so beeindruckt, dass er ihm Straffreiheit zusicherte und ihm seine Tochter zur Frau gab.
So viel also zum Inhalt und zu den herodoteischen Novellen.
Die Wirkung
Die Wirkung des zweiten Buches Herodots könnte verschiedener nicht sein. Auf der einen Seite stehen sein Kritiker, die ihm anhand einiger Fehler seinen Rang als Geschichtsschreiber absprechen wollen, was ich aber zurückweisen will, da man als Geschichtsschreiber eben auch hin und wieder auf Geschichten von anderen angewiesen ist und so auch darauf reinfallen kann.
Auf der anderen Seite stehen jedoch eine Reihe anderer Dinge, die die Wirkung insgesamt weit ins Positive bringen und heute ebenfalls noch stark nachwirken.
So ist das zweite Buch Herodots die Grundlage und der Beginn der Ägyptologie gewesen, da in detaillierter und treffender Weise die riesige Kultur der Ägypter beschreibt. Außerdem führten seine Schriften zu den regelmäßigen Moden, dass es als unheimlich schick empfunden nach in Ägypten zu reisen und manchmal auch Ausgrabungen anzustrengen. Daher kann man ohne weiteres sagen, dass ohne sein zweites Buch die Forschungen im Bereich der Ägyptologie noch weit zurück wären oder vielleicht nie ein so großes Interesse erwachsen wäre. So waren die Forschungen des 18.,19. und frühen 20.Jahrhundert durch ihn motiviert. Hier kann man zum Beispiel Napoleon nennen, der durch die Herodot Lektüre begann sich für Ägypten zu interessieren.
Mir ist klar, dass mir hier viele widersprechen werden, aber ich denke an viele andere Hochkulturen, von denen wir nun wenig wissen, weil einfach zu spät mit der Forschung begonnen wurde, wie zum Beispiel die Hethiter.
Man sollte also auf keinen Fall Herodots Werk unterschätzen.
Fazit
Nicht nur in anderen Menschen, sondern auch in mir hat Herodots zweites Buch ein gesteigertes Interesse an Ägypten geweckt. Neben den ethnographischen Beschreibungen finden sich noch viele Novellen in seinem Werk, weshalb wie im Falle des ersten Buches wieder sagen kann, dass für jeden etwas dabei ist.
So kann ich euch insgesamt das zweite Buch mehr als empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.
Die Ursachen lagen neben rein ideologischen Gründen vor allem in dem Bestreben nach Macht, Reichtum und Ruhm.
Den ersten großen dieser Konflikte schildert uns Herodot aus Halikarnassos, den man auch „aus Thurioi“ nennt, da er diese Stadt mitbegründet hat. Er stammte jedoch ursprünglich aus Halikarnassos einer Stadt im dorischen Sielungsgebiet, also im Süden der Küste Kleinasiens
Herodot lebte von ca. 485 v.Chr. bis 425 v.Chr. und bereiste bei seinen Forschungen den ganzen Mittelmeerraum, wobei er dabei auch im demokratischen Athen verweilte und zu den Freunden des Tragikers Sophokles und des Politikers Perikles wurde.
Nun aber erst einmal ein paar allgemeine einleitende Worte zu seinem Werk.
Sein Werk
Sein ganzes Leben lang arbeite Herodot an seinem Werk „istories“, was so viel bedeutet wie „Forschung“ oder „Erkundung“. Die gängigen Übersetzung wie „Historien“ ist falsch, da man unter der Historie heute etwas anderes versteht. Daraus leiten sich zum Teil grausliche Bezeichnungen, wie „Bücher der Geschichte“ ab, die mit dem Gedanken des herodoteischen Werks nichts mehr zu tun hat.
Sein Werk ist in neuen Bücher eingeteilt, wobei diese Einteilung erst nachträglich vollführt wurde. Die innere Aufteilung besteht aus „Logoi“ (Reden). Ein einzelner Logos kann sich von wenigen Seiten auf ein ganzes Buch erstrecken.
Bis heute streitet man sich darum, ob das Werk als ganzes vollendet wurde oder ob Herodot vor dem Ende verstarb, wie es Thukydides, der über den Pelleponesischen Krieg schrieb, erging. Ich glaube nicht das es vollendet ist, aber wie gesagt, man streitet sich bis heute darüber.
Das Thema Herodots sind die Perserkriege, die ca. von 500v.Chr bis 470v.Chr. bzw. 449 v.Chr. andauerten.
Auf Grund seines Werkes wird er von Cicero „der Vater der Geschichtsschreibung“ genannt.
Er begnügt sich jedoch nicht mit bloßen Schlachtbeschreibungen, sondern versucht mit vielen Exkursen den Raum in dem die Menschen leben darzustellen und stellt dabei den Gedanken des Menschen und des Menschlichen über alles.
Ferner steht bei ihm die Freiheit der Hellenen an sehr hoher Stelle, da gemäß Perikles das Geheimnis des Glücks die Freiheit ist.
So ist sein Werk darüber hinaus die reinste Schatzkiste von wissenschaftlichen Erklärungen, Berichten, aber vor allem von Exkursen über andere Völker und eine Reihe von sehr ansprechenden Novellen, die im ersten Buch aus dem orientalischen Raum stammen.
Dieses erste Buch soll auch das Thema meines heutigen Berichtes sein.
Der Inhalt
Zu Beginn schildert Herodot, wieso er überhaupt Geschichtsschreibung betreibt. Er möchte zum einen verhindern, dass die Zeit das Leben und die Taten der Menschen in Vergessenheit geraten lässt, wobei er vor allem die Taten der Griechen und der Perser nennen will. Ferner will er den Grund dafür suchen, weshalb diese beiden Völker miteinander Krieg führten.
So spannt er im folgenden den Bogen aus der mythischen Zeit beginnend bei Io und Medea über den trojanischen Krieg bis in die Zeit, aus der schon eine Überlieferung bestand.
So beginnt er bei Kroisos, der für den Fortlauf der Geschichte so wichtig ist, da er der erste ist, der die Griechen an der kleinasiatischen Küste unterwirft und zu seinen Knechten macht.
Von Kroisos aus beleuchtet er, wie Kroisos Familie das Geschlecht der Mermenaden an die Macht kam.
Hier findet man auch schon die erste Novelle, die sogenannte Gyges-Geschichte. Der König Kandaules aus dem Geschlecht der Herakliden liebt seine Frau so stark, dass er sie für die schönste Frau der Welt hält. Dies erzählt seinem Diener Gyges, der auch sein engster Vertrauter ist. Kandaules glaubt Gyges jedoch nicht, dass dieser ebenso der Meinung ist, dass seine Frau die schönste aller Frauen sei. So zwingt er Gyges dazu sein Frau nackt zu sehen. Seine Frau bemerkt dies jedoch und stellt Gyges vor die Wahl entweder Kandaules als Urheber der Tat zu töten und damit der nächste König zu werden oder selbst zu sterben. Gyges entscheidet sich dafür weiterzuleben und tötet Kandaules. Damit sind nun die Mermenaden in Lydien an der Macht. Das Orakel von Delphi droht ihm jedoch, dass in der fünften Generation die Rache der Herakliden wiederkommen werde.
Der fünfte in der Reihe der Mermenaden ist nun der vorhin genannte Kroisos. Nach vielen Kämpfen hat er sich ein großes Reich aufgebaut, das jedoch im Osten von dem stark expandierenden Perserreich bedroht wird. So versucht er dieses Reich zu besiegen und erhält aus Delphi das Orakel, dass er ein großes Reich zerstören werde, wenn er gegen die Perser kämpft, doch das Reich, das damit gemeint ist, ist sein eigenes.
Neben dieser äußeren Handlung erfährt der Leser viel über das Leben der Lyder, was in mehreren Novellen dargestellt wird.
Nachdem das Reich des Kroisos nun von den Persern unter dem König Kyros erobert wurde, richtet sich nun das Augenmerk Herodots auf die Perser, deren Lebenssituation und Gebräuche sehr ausführlich geschildert werden.
Das erste Buch endet mit den letzten großen Taten des Kyros, der unter anderem Babylon einnehmen kann.
Bevor ich nun zur Interpretation und den Auswirkungen bis in die heutige Zeit sprechen möchte, vorher noch ein wichtiger Punkt, um den Wert dieses großen Werkes noch besser zu verstehen. Hierbei handelt es sich um die geistesgeschichtliche Entwicklung, die dem Werk vorausging.
Die geistesgeschichtliche Entwicklung
In den Jahrhunderte vor Herodot regierte der Mythos die geistige Welt, was man an den Epen des Homer sehen kann. So entsprach der griechische Ausdruck für das Verb „sprechen“ „mutheistai“. Nun begannen die Griechen sich jedoch aus dieser stark von Göttern bestimmten Welt allmählich zu lösen, was besonders durch Reisen geschah. Dadurch erhielten sie einen klareren Blick für die alltäglicheren Dinge des Lebens.
In diese Zeit fällt auch das was ich die Entdeckung oder Erfindung oder sogar die Geburt der Logik nennen möchte. Der Mythos wurde allmählich vom Logos verdrängt, der eine rationale Sicht der Dinge beinhaltet und bis heute den Charakter unsere europäischen Welt entscheidend prägt, wobei zu vielen Anlässen diese Logik außer Kraft gesetzt wird. Hier kann sich jeder sein ganz persönliches Beispiel suchen.
Diese Veränderungen lassen sich an mehreren Dingen festmachen. Zum einen dem griechischen Weltbild, da lange von den homerischen Epen bestimmt wurde, dann aber durch Erforschung immer weiter erweitert wurde.
Zum anderen an den Literaten dieser Zeit. Hier muss man den Vorgänger von Herodot Hekataios von Milet nennen, gegen den Herodot oft polemisiert, was die Wichtigkeit von Hekataios besonders herausstellt. Dieser Hekataios von Milet zeigt in seinen uns leider nur in Fragmenten erhalten Schriften ein gewisses Maß an Rationalität. Bei ihm fehlt jedoch die Souveränität den Mythos als Mythos anzunehmen. So lässt Herodot den Mythos mit einfließen, wobei er ihnen als solchen herausstellt. Während Hekataios versucht irgendwie zu erklären, wie zum Beispiel im Falle der 50 Söhne des Aigyptos, über die er sagt es könnte höchstens 10 gewesen sein.
Nach Herodot folgt der Athener Thukydides, der über den Peleponnesischen Krieg geschrieben hat. Er lässt sich völlig von dem Gedanken der Rationalität leiten und setzt auf seinen ganz persönlichen Wahrheitsanspruch, da er seine Ergebnisse der Forschungen für richtig hält, was das ist, was wir heute Geschichtsschreibung nennen. Dies sehen wir bei Herodot jedoch noch nicht.
Trotzdem ist Herodot der erste, der diese Entwicklung voll zum Tragen kommen lässt und dabei das märchenhafte und wunderschöne des Epos mit hineinwirken lässt und so eines der größten Werke der Literaturgeschichte geschaffen hat.
Thukydides dagegen schildert kalt und teilnahmslos, was handwerklich richtig sein mag, aber die griechischen Geistesströmungen nicht vereint.
Nach diesen Erklärungen nun aber nur Interpretation und den Nachwirkungen dieses Werks, wobei sich dies nur auf das erste Buch bezieht.
Interpretation und Wirkung
Besonders wichtig ist der Beginn des Werkes das Prooemion. Hier legt, wie oben beschrieben, Herodot die Gründe seines Schaffes dar. An erster Stelle kommt hier der Aspekt der Zeit, der schon in der Antike ein verzehrender Charakter zu geschrieben wurde, wie zum Beispiel in der Tragödie des Sophokles „Aias“, in der Aias sagt, dass die lange unermessliche Zeit alles verzehrt, was klar wurde, und hervorbringt, was im Dunklen lag. (Aias „Trugrede V.646ff). Hier zeigt sich auch ganz entscheidend der Einfluss der attischen Tragödie und vor allem des Sophokles auf Herodot, der sich noch an einigen anderen Stellen zeigt.
Ferner sollen die Menschen das Leben und die Taten der früheren Menschen nicht vergessen und sie rühmen. Dabei spielt der Gedanke, das man aus der Geschichte lernen müsse weniger eine Rolle, wie er es zum Beispiel bei Nietzsche in seinem Werk über die Historie und deren Gebrauch tut.
Als nächsten Punkt der Interpretation möchte ich nun noch auf die Novellen eingehen, die ohne den Einfluss der Tragödie nie so schön hätten gestaltet werden können. Die Inhalte, wie zum Beispiel die Gyges-Geschichte wurden im Laufe der Zeit noch oft aufgegriffen, wie zum Beispiel von Hebbel und auch Bocaccio bediente sich an diesem Motiv.
Ferner benannte der große Psychoanalytiker Sigmund Freud auf Grund seiner Kenntnis von Herodot die psychische Krankheit, bei der man seine Intimität über die eigene Frau hinaus mit anderen teilen will als Kandaulismus.
Herodots Werk wurde oft angezweifelt, da man viele Geschichten für nicht wahr hielt, was in vielen Fällen jedoch widerlegt wurde, weshalb man in der heutigen Geschichtsforschung sein Werk als ausgezeichnete Quelle benutzen kann.
Bevor ich nun zum Fazit komme noch ein kleiner Ausblick auf das Gesamtwerk.
Ausblick auf das Gesamtwerk
Nach dem Tod des Kyros kommt sein Sohn Kambyses an die Macht, der dann von Dareios abgelöst wird, mit dem die Perserkriege beginnen und ist hier auch der Einstieg in die großen Schlachten zum Bespiel bei Marathon, die umstrittenen und oft missbrauchten Heldentaten der Spartaner unter Leonidas, aber auch der Seeschlacht von Salamis und der Schlacht von Plataia. Das ist bei weitem noch nicht alles. Neben diesen Schilderungen erhält der Leser eine weite Sicht auf den gesamten Raum und bekommt so auch ein besseres Verständnis dieser Zeit.
Fazit
Das Werk des Herodots ist bis heute beispiellos geblieben und wird durch sein erstes Buch hervorragend expositioniert.
Mit diesem Werk erschließt man sich einen großen Schatz, in dem wirklich alles enthalten ist, von dem Menschlichen bis zur Freiheit und Selbstbestimmung.
Und trotz seines ionischen Stils ist das Werk im Original sehr gut lesbar, wobei auch einige gute Übersetzungen existieren, wie die von Horneffer oder Marg. Aber auch die vorliegende Ausgabe aus dem C.Bange Verlag erfüllt gute Ansprüche.
So kann ich euch die Lektüre dieses Werks nur wärmstens empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-23 16:20:00 mit dem Titel DAS LAND DER PHARAONEN
Die Motive von Historikern sind bekanntermaßen so vielfältig, wie die Anzahl ihrer Schriften. Während es dem einen um Daten und Fakten, dem anderen um den Transport seiner Ideologie und wiederum anderen um kritisches Hinterfragen und das Verständnis von historischen Prozessen geht, kann man die Motive Herodots, des Vaters der Geschichtsschreibung, nicht so eng fassen.
Die treffenste Bezeichnung ist wohl, dass er den Menschen in Raum und Zeit darstellen möchte und dabei sehr detailliert auf die Lebensumstände der Menschen eingeht, um so einer höheres Maß an Verständnis beim Leser oder besser beim Zuhörer, denn sein Werk wurde vorgetragen, zu erreichen.
Im ersten Buch hatte Herodot die Grundrisse seiner Geschichtsschreibung aufgezeigt, die sich von der mythischen Zeit in die reale Zeit bis zum ersten persischen König Kyros erstreckte. Dieser Kyros fällt auf Grund von Selbstüberschätzung am Ende des ersten Buches im Krieg gegen die Massageten. Im folgt nun sein Sohn Kambyses auf dem Thron nach. Dieser Kambyses plant nun gegen Ägypten in den Krieg zu ziehen.
Nun passiert in Herodots Werk etwas, was für sein Werk charakteristisch ist, nämlich der Exkurs. Bereits im ersten Buch hatte Herodot die Sitten der Babylonier und der Massageten geschildert, wobei er diese Beschreibungen sehr kurz hielt.
Das zweite Buch widmet er jedoch ganz dem Land der Ägypter, das er selbst bereist hat.
Als nächstes werde ich euch kurz den Inhalt zusammenfassen, wobei dies sehr schwer ist, da Herodot viele Details im Bereich der Geschichte des Volks und der Religion nennt, weshalb ich mich auf grobe Umrisse beschränken muss. Wen dies alle mehr interessiert, dem empfehle ich wie immer dieses Buch zur Lektüre.
Der Inhalt
Die Beschreibungen des Herodots beginnen bei der Geschichte der Ägypter, die sich selbst als das jüngste aller Völker bezeichnen. So forschten sie nach, wer das älteste Volk auf der Welt sei und entzogen so zwei Kindern ihren Eltern, um so zu sehen, was sie als erstes sagen und vor allem in welcher Sprache sie dies tun. Bei diesem Test kam nun heraus, dass die Ägypter nicht das älteste Volk der Erde seien. Bei weiteren Forschungen mussten nun die Ägypter feststellen, dass die anderen Völker, die ihren bekannt waren noch älter als sie waren.
Im folgenden geht Herodot auf die Reihe der Pharaonen ein, die jedoch nicht so übernommen werden kann, da Herodot zwar in Ägypten war, aber keine der priesterlichen Königslisten gesehen haben kann. Ferner kann man die Bewertungen über die einzelnen Pharaonen nicht übernehmen, da hier das Problem der „einen Quelle“ besteht, das heißt, dass man zu einem bestimmten Vorgang nur eine Quelle hat, was die Erforschung eines Sachverhalt erleichtert gleichzeitig erschwert, da man ebenso einem Schwindel aufsitzen kann. So auch im diesem Fall. Als Beispiel kann man hier den berühmten Cheops nennen, der als Religionsfrevler in die Geschichte der Priester einging, da er ihnen die Gehälter kürzte.
Neben dieser vielen ethnographischen Schilderungen kommen natürlich die herodoteischen Novellen auch wieder nicht zu kurz. So berichtet er von einem Baumeister, der für den Pharao eine riesige Schatzkammer baut, aber einen Stein locker lässt, um so seinen beiden Söhnen Eintritt zu verschaffen. Die Söhne bedienen sich nun immer wieder, doch dies bleibt natürlich nicht unbemerkt. Aus diesem Grunde lässt der Pharao Fallen aufstellen, in die sich einer der Brüder verfängt und nicht mehr entkommen kann. Damit sein Bruder nicht auch noch geschnappt wird, bittet er ihn ihm den Kopf abzuschlagen. Auf diese Weise soll eine Verbindung zum anderen Bruder verdeckt bleiben. Der Pharao ist natürlich schockiert, als er den enthaupteten Körper in seiner Schatzkammer findet, doch er möchte auch die anderen Täter finden und lässt deshalb den Leichnam an die Stadtmauer hängen und bewachen. Die Mutter der beiden Brüder möchte jedoch, dass ihr Sohn begraben wird und bittet ihren verbliebenen Sohn den Leichnam zu beschaffen, was dieser, indem er die Wachen betrunken macht, auch schafft.
Der Pharao ist darüber sehr verärgert und greift zu einer List, die so merkwürdig ist, dass auch Herodot selbst anmerkt, dass er dies selbst nicht glauben würde.
So befiehlt der Pharao seiner schönste Tochter mit jedem Mann zu schlafen, der dies wünscht, dabei musste jeder, der dies wollte, ihr seine schändlichste und gerissenste Tat offenbaren. Auf diese Weise erhoffte sich der Pharao den Räuber seiner Schatzkammer zu finden.
Und nach einige Zeit ging der Räuber auch zu der Tochter des Pharaos und gestand ihr, dass er die Schatzkammer ihre Vaters ausgeraubt und die Wachen betrunken gemacht hatte. Nun wollte die Frau ihn festhalten, doch er hatte einen Arm seines toten Bruders mitgenommen und da sich die junge Frau daran festhielt, konnte er verschwinden.
Der Pharao war nun von diesem Mann so beeindruckt, dass er ihm Straffreiheit zusicherte und ihm seine Tochter zur Frau gab.
So viel also zum Inhalt und zu den herodoteischen Novellen.
Die Wirkung
Die Wirkung des zweiten Buches Herodots könnte verschiedener nicht sein. Auf der einen Seite stehen sein Kritiker, die ihm anhand einiger Fehler seinen Rang als Geschichtsschreiber absprechen wollen, was ich aber zurückweisen will, da man als Geschichtsschreiber eben auch hin und wieder auf Geschichten von anderen angewiesen ist und so auch darauf reinfallen kann.
Auf der anderen Seite stehen jedoch eine Reihe anderer Dinge, die die Wirkung insgesamt weit ins Positive bringen und heute ebenfalls noch stark nachwirken.
So ist das zweite Buch Herodots die Grundlage und der Beginn der Ägyptologie gewesen, da in detaillierter und treffender Weise die riesige Kultur der Ägypter beschreibt. Außerdem führten seine Schriften zu den regelmäßigen Moden, dass es als unheimlich schick empfunden nach in Ägypten zu reisen und manchmal auch Ausgrabungen anzustrengen. Daher kann man ohne weiteres sagen, dass ohne sein zweites Buch die Forschungen im Bereich der Ägyptologie noch weit zurück wären oder vielleicht nie ein so großes Interesse erwachsen wäre. So waren die Forschungen des 18.,19. und frühen 20.Jahrhundert durch ihn motiviert. Hier kann man zum Beispiel Napoleon nennen, der durch die Herodot Lektüre begann sich für Ägypten zu interessieren.
Mir ist klar, dass mir hier viele widersprechen werden, aber ich denke an viele andere Hochkulturen, von denen wir nun wenig wissen, weil einfach zu spät mit der Forschung begonnen wurde, wie zum Beispiel die Hethiter.
Man sollte also auf keinen Fall Herodots Werk unterschätzen.
Fazit
Nicht nur in anderen Menschen, sondern auch in mir hat Herodots zweites Buch ein gesteigertes Interesse an Ägypten geweckt. Neben den ethnographischen Beschreibungen finden sich noch viele Novellen in seinem Werk, weshalb wie im Falle des ersten Buches wieder sagen kann, dass für jeden etwas dabei ist.
So kann ich euch insgesamt das zweite Buch mehr als empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.

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