Erfahrungsbericht von tom.112
James Herbert - 48
Pro:
sehr spannend und auch etwas unheimlich
Kontra:
einige offene Fragen
Empfehlung:
Nein
Wenn man meine Berichte so anschaut, könnte man fast meinen, dass ich den ganzen Tag vor der Glotze sitzen. Ganz so schlimm ist es jetzt aber nun auch wieder nicht. Eigentlich lese ich auch sehr viel, aber während der Endphase meines Studiums kam ich leider kaum noch dazu, was anderes außer Fachbücher zu lesen. Passend zur Buchmesse wird es mal wieder Zeit, dass ich endlich wieder zu einem Buch meinen Senf abgebe.
Ich muss gestehen, dass mir der Autor James Herbert bis vor kurzem absolut unbekannt war. Erst durch den Beitrag von nahue hier bei Ciao wurde ich auf das Buch \"\'48\" aufmerksam.
Worum geht es?
Herbert beschreibt in seinem Roman einen fiktiven Ausgang des zweiten Weltkrieges, das alles Vorstellbare in den Schatten stellt.
Nachdem sich abzeichnete, dass Deutschland den Krieg verlieren wird, setzten die Nazis verstärkt ihre V1 und V2 als Vergeltungswaffe ein. So weit stimmt es noch mit der Realität überein. Im Roman verwenden die Deutschen im Frühjahr 1945 aber statt der Sprengköpfe eine andere Waffe - den so genannten Bluttot. Eine biologische Waffe, die das Blut ihrer Opfer innerhalb kürzester Zeit zum Gerinnen bringt und sie so mehr oder weniger schnell tötet. Verschont bleiben nur die, die mit der Blutgruppe AB-negativ gesegnet sind.
Einer von ihnen ist Eugene Hoke, ein amerikanischer Kriegsfreiwilliger, der 1948 durch das verödete London zieht und die Leichen der Opfer, die überall in der Stadt verstreut sind, einsammelt.
Allerdings ist er nicht allein: die Stadt wird mehr oder weniger von den \"Schwarzhemden\" kontrolliert. Einem paramilitärischen Überbleibsel einer englischen Nazi-Organisation um Sir Max Hubble. Hubble und seine Leute leiden allerdings auch alle an der Krankheit und siechen vor sich hin. Sie machen daher Jagd auf die letzten Gesunden in der Stadt, um mit Experimenten und Bluttransfusionen ihrem sicheren Ende zu entrinnen. Einer ihrer größten Feinde ist Hoke, dem es aber immer wieder gelingt, ihnen zu entkommen.
Eines Tages erscheint die Situation jedoch ausweglos. Kurz bevor sich die Schwarzhemden aber seiner bemächtigen können, wird Hoke aber von drei anderen Gesunden gerettet: die beiden jungen Frauen Cissie und Muriel, die von dem deutschen Wilhelm Stern begleitet werden, kommen ihn im letzten Augenblick zu Hilfe. Auf ihrer Flucht treffen sie auf den Luftschutzwart Albert Potter, der aber über die Jahre hinweg den Verstand verloren hat.
Hoke ist natürlich alles andere als besonders gut auf Stern zu sprechen, zumal er durch den Bluttod auch seine Frau Sally verloren hat. Als der dann auch noch eine ziemlich zwielichtige Geschichte erzählt, was er überhaupt in England macht, wird für Hoke klar, dass Stern nicht ein Mitüberlebender sondern ein Feind ist.
Trotzdem kämpfen sie gemeinsam gegen die Schwarzhemden um ihr Überleben, allerdings werden sie doch von ihnen gefangen genommen - allerdings ist nicht Stern der Verräter.
Es beginnt ein Kamp um Leben und Tod, den nur sehr wenige überleben...
Was meine ich dazu
Schon während des Lesens, kam mir die Geschichte sehr, sehr bekannt vor. Vergleicht man den Klassiker \"Der Omega-Mann\" und den Roman \"\'48\" miteinander, wird man sehr viele Parallelen erkennen. Sowohl in dem Film aus dem Jahr 1971 und in dem 1996 geschriebenen Buch geht es um die letzten Überlebenden einer Kriegs mit Bio-Waffen, nur dass sich Robert Neville (Charlton Heston) in dem Film nicht mit Nazis sondern mit religiösen Fanatikern rumschlagen muss und der Streifen in der Gegenwart spielt.
Aber zurück zum Buch! Herbert hat das Buch aus der Sicht von Hoke geschrieben und lässt diesen in der Ich-Form erzählen. Dabei spricht er den Leser auch mehrmals direkt an, als ob Hoke die Geschichte berichten würde.
Im Großen und Ganzen ist es ihm gelungen, ein wirklich fesselndes Buch zu schreiben. Ich hatte mir zwar des Öfteren vorgenommen, abends immer nur eins der insgesamt 29 Kapitel zu lesen, aber es entsteht streckenweise eine unheimliche Spannung, die es einem unmöglich macht, das Buch wegzulegen. Herbert scheut sich auch nicht, die Leichen, auf die die Protagonisten immer wieder und in rauen Mengen stoßen oder die Auswirkungen des Bluttodes in allen Details zu beschreiben. Dadurch und die kranken Verfolger ist das Buch nicht nur äußerst spannend sondern auch unheimlich. Die Einteilung in die Kategorie Horror finde ich allerdings schon wieder etwas übertrieben.
Was mich an der Handlung etwas gestört hat, ist die Annahme, dass Hoke alleine durch London trottet und den Totengräber spielt. Klar, AB-negativ ist alles andere als eine gängige Blutgruppe, aber soll Hoke in der Millionenstadt tatsächlich der einzige gewesen sein? Später treffen die fünf sogar auf einige andere Überlebende, die sich jedoch nur dumpf von den Schwarzhemden gefangen nehmen und später dann abschlachten lassen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich nicht auch die Gesunden zusammenrotten würden.
Außerdem hätte ein wenig \"drumherum\" nicht geschadet. Es wird zwar mehrmals angedeutet, dass die ganze Welt entvölkert wurde, aber trotzdem taucht zum Beispiel hin und wieder ein deutsches Flugzeug auf.
Gut beschrieben ist dagegen der Konflikt zwischen Stern und Hoke, der dem Deutschen kein bisschen über den Weg traut. Stern, ein Vollblutarier, ist allerdings alles andere als ein fanatischer Nazi und rettet Hoke sogar mehrmals das Leben während eines der Mädchen ein falsches Spiel spielt.
Mein Fazit?
Alles in allem kann ich diesen Roman, der nicht all zu anspruchsvoll geschrieben ist, empfehlen. Wer wie ich ein Faible für solche Endzeit-Geschichten hat, ist mit dem Buch sicher gut beraten. Es wird eine relativ glaubwürdige und wirklich sehr spannende Geschichte geboten, die keine Brüche aufweist und wirklich zum lesen animiert.
In Deutschland ist das Taschenbuch mit seinen 394 Seiten 1998 bei Bastei Lübbe bereits in der zweiten Auflage erschienen. Es kostet momentan 7,45 Euro.
Und wie immer: danke fürs Lesen, Wegklicken oder Kopieren!
Ich muss gestehen, dass mir der Autor James Herbert bis vor kurzem absolut unbekannt war. Erst durch den Beitrag von nahue hier bei Ciao wurde ich auf das Buch \"\'48\" aufmerksam.
Worum geht es?
Herbert beschreibt in seinem Roman einen fiktiven Ausgang des zweiten Weltkrieges, das alles Vorstellbare in den Schatten stellt.
Nachdem sich abzeichnete, dass Deutschland den Krieg verlieren wird, setzten die Nazis verstärkt ihre V1 und V2 als Vergeltungswaffe ein. So weit stimmt es noch mit der Realität überein. Im Roman verwenden die Deutschen im Frühjahr 1945 aber statt der Sprengköpfe eine andere Waffe - den so genannten Bluttot. Eine biologische Waffe, die das Blut ihrer Opfer innerhalb kürzester Zeit zum Gerinnen bringt und sie so mehr oder weniger schnell tötet. Verschont bleiben nur die, die mit der Blutgruppe AB-negativ gesegnet sind.
Einer von ihnen ist Eugene Hoke, ein amerikanischer Kriegsfreiwilliger, der 1948 durch das verödete London zieht und die Leichen der Opfer, die überall in der Stadt verstreut sind, einsammelt.
Allerdings ist er nicht allein: die Stadt wird mehr oder weniger von den \"Schwarzhemden\" kontrolliert. Einem paramilitärischen Überbleibsel einer englischen Nazi-Organisation um Sir Max Hubble. Hubble und seine Leute leiden allerdings auch alle an der Krankheit und siechen vor sich hin. Sie machen daher Jagd auf die letzten Gesunden in der Stadt, um mit Experimenten und Bluttransfusionen ihrem sicheren Ende zu entrinnen. Einer ihrer größten Feinde ist Hoke, dem es aber immer wieder gelingt, ihnen zu entkommen.
Eines Tages erscheint die Situation jedoch ausweglos. Kurz bevor sich die Schwarzhemden aber seiner bemächtigen können, wird Hoke aber von drei anderen Gesunden gerettet: die beiden jungen Frauen Cissie und Muriel, die von dem deutschen Wilhelm Stern begleitet werden, kommen ihn im letzten Augenblick zu Hilfe. Auf ihrer Flucht treffen sie auf den Luftschutzwart Albert Potter, der aber über die Jahre hinweg den Verstand verloren hat.
Hoke ist natürlich alles andere als besonders gut auf Stern zu sprechen, zumal er durch den Bluttod auch seine Frau Sally verloren hat. Als der dann auch noch eine ziemlich zwielichtige Geschichte erzählt, was er überhaupt in England macht, wird für Hoke klar, dass Stern nicht ein Mitüberlebender sondern ein Feind ist.
Trotzdem kämpfen sie gemeinsam gegen die Schwarzhemden um ihr Überleben, allerdings werden sie doch von ihnen gefangen genommen - allerdings ist nicht Stern der Verräter.
Es beginnt ein Kamp um Leben und Tod, den nur sehr wenige überleben...
Was meine ich dazu
Schon während des Lesens, kam mir die Geschichte sehr, sehr bekannt vor. Vergleicht man den Klassiker \"Der Omega-Mann\" und den Roman \"\'48\" miteinander, wird man sehr viele Parallelen erkennen. Sowohl in dem Film aus dem Jahr 1971 und in dem 1996 geschriebenen Buch geht es um die letzten Überlebenden einer Kriegs mit Bio-Waffen, nur dass sich Robert Neville (Charlton Heston) in dem Film nicht mit Nazis sondern mit religiösen Fanatikern rumschlagen muss und der Streifen in der Gegenwart spielt.
Aber zurück zum Buch! Herbert hat das Buch aus der Sicht von Hoke geschrieben und lässt diesen in der Ich-Form erzählen. Dabei spricht er den Leser auch mehrmals direkt an, als ob Hoke die Geschichte berichten würde.
Im Großen und Ganzen ist es ihm gelungen, ein wirklich fesselndes Buch zu schreiben. Ich hatte mir zwar des Öfteren vorgenommen, abends immer nur eins der insgesamt 29 Kapitel zu lesen, aber es entsteht streckenweise eine unheimliche Spannung, die es einem unmöglich macht, das Buch wegzulegen. Herbert scheut sich auch nicht, die Leichen, auf die die Protagonisten immer wieder und in rauen Mengen stoßen oder die Auswirkungen des Bluttodes in allen Details zu beschreiben. Dadurch und die kranken Verfolger ist das Buch nicht nur äußerst spannend sondern auch unheimlich. Die Einteilung in die Kategorie Horror finde ich allerdings schon wieder etwas übertrieben.
Was mich an der Handlung etwas gestört hat, ist die Annahme, dass Hoke alleine durch London trottet und den Totengräber spielt. Klar, AB-negativ ist alles andere als eine gängige Blutgruppe, aber soll Hoke in der Millionenstadt tatsächlich der einzige gewesen sein? Später treffen die fünf sogar auf einige andere Überlebende, die sich jedoch nur dumpf von den Schwarzhemden gefangen nehmen und später dann abschlachten lassen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich nicht auch die Gesunden zusammenrotten würden.
Außerdem hätte ein wenig \"drumherum\" nicht geschadet. Es wird zwar mehrmals angedeutet, dass die ganze Welt entvölkert wurde, aber trotzdem taucht zum Beispiel hin und wieder ein deutsches Flugzeug auf.
Gut beschrieben ist dagegen der Konflikt zwischen Stern und Hoke, der dem Deutschen kein bisschen über den Weg traut. Stern, ein Vollblutarier, ist allerdings alles andere als ein fanatischer Nazi und rettet Hoke sogar mehrmals das Leben während eines der Mädchen ein falsches Spiel spielt.
Mein Fazit?
Alles in allem kann ich diesen Roman, der nicht all zu anspruchsvoll geschrieben ist, empfehlen. Wer wie ich ein Faible für solche Endzeit-Geschichten hat, ist mit dem Buch sicher gut beraten. Es wird eine relativ glaubwürdige und wirklich sehr spannende Geschichte geboten, die keine Brüche aufweist und wirklich zum lesen animiert.
In Deutschland ist das Taschenbuch mit seinen 394 Seiten 1998 bei Bastei Lübbe bereits in der zweiten Auflage erschienen. Es kostet momentan 7,45 Euro.
Und wie immer: danke fürs Lesen, Wegklicken oder Kopieren!

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