Erfahrungsbericht von Araxas
"Robert Harris" - Vaterland
Pro:
atmosphärisch dichte Erzählungen
Kontra:
unterschiedliches Niveau der Storys
Empfehlung:
Nein
Beim herumstöbern im Netz bin ich über einen Artikel mit dem Titel >> Geliebtes Vaterland - Wie das Feuilleton einmal einen verleumderischen Angriff aus England abwehrte << in dem es um Pressereaktionen auf das Buch geht. Dieser Bericht hat mich dazu bewogen den Roman noch einmal zu lesen. Diesmal wollte ich mir selbst ein Bild machen von den Gründen, die zu dermaßen heftigen Reaktionen, geführt haben.
1.] Handlung
2.] Gedanken und Bemerkungen zum Buch
3.] Der Autor
4.] Das Buch
5.] Links
6.] Fazit
1.] Handlung
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Die Geschichte spielt in Berlin im Jahre 1964, einige Tage vor dem Geburtstag von Adolf Hitler. Nazi-Deutschland hat den 2.Weltkrieg gewonnen und beherrscht ganz Europa. Das grossdeutsche Reich hat sich nach Osten bis zum Kaspichen Meer ausgedehnt. Im Westen bis nach Nordfrankreich und Norditalien. An den östlichen Grenzen tobt seit Ende des Krieges ein Partisanenkampf bei dem schon über eine halbe Million deutscher Soldaten gefallen sind.
In dem von, Hitlers Lieblingsarchitekten Albert Speer, umgestalteten Berlin wird die Ankunft des amerikanischen Präsidenten Joseph Kennedy erwartet. Alle Sicherheitsorgane wie Orpo ( Ordnungspolizei ), Sipo ( Gestapo, Sicherheitspolizei ) und Kripo sind in allerhöchster Alarmbereitschaft.
Am Morgen des 14.Aprils 1964 wird SS-Sturmbannführer Xaver März zu einem Tatort gerufen. Eigentlich hat März seinen freien Tag, aber er übernimmt die Vertretung für seinen Freund und Kollegen Max Jäger. Am Tatort findet er die Leiche von SS-Brigadeführer Dr. Josef Bühler. Zunächst sieht es so aus als wäre Bühler ertrunken und der Fahnder März beginnt mit seinen Ermittlungen. An dem Fall scheint nichts besonderes zu sein, außer das es sich, bei der Leiche, um einen hohen Parteifunktionär der NSDAP handelt.
März ist gerade unterwegs zu der Villa von Bühler da erfährt er von seinem Kollegen daß die Gestapo den Fall übernommen hat und alle Ermittlungen sofort einzustellen sind. März ist ein leidenschaftlicher Detektiv und will sich den Fall nicht einfach so wegnehmen lassen. Er täuscht einen Defekt seines Funkgerätes vor und ermittelt auf eigene Faust weiter. Bei der Durchsuchung der Villa begegnet er auch zu ersten Mal Odilo Globocnik, Spitzname Globus, seinem härtesten Gegenspieler. Obergruppenführer Globus, Gestapo-General und früherer Gauleiter von Wien, empfängt seine Befehle direkt von Heydrich dem Chef der Sipo.
Im Laufe seiner eigenmächtigen Nachforschungen wird März schließlich von Globus verhaftet und ins Gestapo-Hauptquartier gebracht. Artur Nebe, Chef der Reichskriminalpolizei, rettet März, überraschend vor dem SS-Kriegsgericht weil er herausfinden will was Globus und Heydrich vorhaben. Der Fahnder fungiert von nun an als Kontaktmann und bekommt von Nebe 4 Tage zeit um herauszufinden was Globus vorhat.
Bei den nun folgenden Untersuchungen stellt März fest das Globus am Fundort von Bühlers Leiche, zur Tatzeit, gesehen wurde. Im Notizbuch von Bühler findet der Kripo-Fahnder zwei Namen: Wilhelm Stuckert und Martin Luther. Bei der Überprüfung von Wilhelm Stuckert stellt sich heraus das dieser, genau wie Bühler, vor kurzem durch Selbstmord ums Leben gekommen ist. Verschiedene Indizien, wie eine Pralinenschachtel aus der Schweiz, weisen auf eine Verbindung von Bühler, Stuckert und Luther hin. Mit Hilfe der amerikanischen Journalistin Chalotte Maguire sucht nach Verbindungen zwischen den 3 Personen.
Allmählich verdichtet sich der Verdacht daß die Beteiligten im 2.Weltkrieg in einem Kunstdiebstahl in großem Ausmaß verwickelt waren. Diese Version wird auch langsam zur offiziellen Version der Gestapo, aber eines mach März stutzig: Eine Person deren Beschreibung zu Globus paßt, wurde auch am Tage von Stuckerts Tod, in der Nähe seinen Wohnung beobachtet. Welche Rolle spielt Globus in diesem ganzen Spiel ? Von Nebe erhält Xaver März den entscheidenden Hinweis:
Er erzählt ihm von dem Plan Reinhard Heydrichs bis 1960 20 Millionen Siedler und bis zum Ende des Jahrhunderts 90 Millionen im Osten anzusiedeln. Dieser Plan wird durch die Terroristen und die Partisanenkämpfe stark gefährdet. Die Terroristen und Partisanen werden von der USA in Form von Geld, Waffen und Ausbildung unterstützt. Heydrich wäre ganz verrückt nach dem "Amerika-Geschäft", sprich dem Ende des kalten Krieges und würde notfalls dafür morden.
Mit diesen neuen Informationen begibt sich der Kripobeamte nun ins Reichsarchiv wo er , zusammen mit seinem Kumpel, eine weitere Gemeinsamkeit von Bühler, Stuckert und Luther entdeckt. Alle drei Personen waren der Einladung von Heydrich im Jahre 1941 zu einer Konferenz 'Am Großen Wannsee Nr. 56-58' eingeladen worden. Mit ihnen noch 11 weitere Personen. Als März die Liste der Teilnehmer überprüft stellt er fest das 13 Personen bereits tot sind, von denen nur 2 durch natürliche Ursachen ums Leben kamen.
In der Einladung ist die Rede von der 'Endlösung der Judenfrage'. Ein Begriff mit dem März wenig anfangen kann. Er erinnert sich daran das doch alle Juden aus dem Territorium des Reiches in den Osten evakuiert wurden und dort ein bescheidenes und ruhiges Leben führen dürfen.
Es beginnt nun die Jagd auf den letzten Überlebenden der " Wannsee-Konferenz" , nämlich Martin Luther. Luther ist untergetaucht, meldet sich aber bei der amerikanischen Journalistin und ersucht um politisches Asyl. Im Gegenzug bietet er geheime Dokumente die für den Fortgang der Welt-Geschichte von entscheidender Bedeutung sind.
Bei der Übergabe wird der letzte Zeuge der "Wannsee-Konferenz" zwar ermordet, aber die Dokumente geraten in die Hände von Xaver März und "Charlie", Chalrlotte Maguire.
Nach dem Studium der Papiere ist für März und Charlie nichts mehr so wie es vorher einmal war. Sie beschließen die Dokumente nach Amerika zu schaffen und der amerikanischen Presse zu übergeben, damit die Weltöffentlichkeit die schreckliche Wahrheit erfährt...................
2.] Anmerkungen und Gedanken zum Buch
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umstrittener Bestseller
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Obwohl der Roman in England und USA schnell zum Bestseller wurde verzichten 25 (!) deutsche Verleger auf das Geschäft mit dem Buch. Der Spiegel nennt Harris skrupellos. "Schamlos" hätte Harris " das NS-Regime als Thriller-Kulisse mißbraucht " und angewidert empfiehlt er das Buch den Neonazis. In der ZEIT kommt das Buch auch nicht besser weg.
Warum die ganze Aufregung???
Sensationsgier, Effekthascherrei lasse ich als Argumente nicht gelten, denn das würde auf 90% aller Bücher zutreffen, zumal das Buch höllisch gut recherchiert ist und die Handlungsfäden absolut logisch gesponnen wurden. Hier wird auch deutlich daß Harris vorher nur Sachbücher geschrieben hatte. Was wirklich hinter den Haßtriaden gegen das Buch steckt spricht, in entlarvender Weise, der Spiegel aus:
Zitat: >> Harris greift, skrupellos zum ultimativen Kitzel: Er montiert die Realität in seinen Roman.<<
Achtung meine ganz persönliche Meinung ( über die wir gerne diskutieren können ):
Der Verfasser hat zwar was anderes damit gemeint, hat aber, ungewollt, den wahren Grund der Aufregung beschrieben. Am besten läßt sich das an der Person von Xaver März verdeutlichen. Da stellt sich plötzlich heraus daß ein SS-Sturmbannführer auch ein Mensch ist. März ist weder der strahlende Held noch der absolute Bösewicht. Er ist mit dem politischen Lage und dem totalitären System zwar nicht so zufrieden, aber er nimmt seine kriminellen Begleiterscheinungen hin und unterstützt es durch seine Tätigkeit. er sieht und erkennt viele Dinge die nicht in Ordnung sind, schaut aber lieber weg wenn es ihn nicht direkt betrifft.
Dort liegt der Hund begraben, viele der Nazis die Harris beschreibt sind normale Menschen wie man sie überall auf der Welt findet, nur halt eingebunden in ein verbrecherisches System. Und genau das gefällt den deutschen Kritikern nicht. Nach ihrer Meinung haben sich alle Nazis nach dem Ende des 2.Weltkriegs in Luft aufgelöst und vorher war der Nazi dumm, brutal und abgrundtief böse. Das sehr realistische Bild das Harris in seinem Roman zeichnet erschüttert ihre Wunschvorstellungen.
Das sich Redakteure von Blättern wie der Spiegel oder die ZEIT in solches Wunschdenken versteigen und es auch noch erbittert verteidigen hat mich zutiefst erschreckt.
Verbrechen der Nazis
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Harris versteht es ganz geschickt die Verbrechen der Nazis in die Handlung einzuflechten. So erzählt März, am Anfang seines Romans, von einer Diskussion mit dem Chefphatologen der Kripo, August Eisler, in der es darum geht wie lange ein Mensch in eiskaltem Wasser überleben kann. Ein Staatsanwalt zeigt März später die >> Beweise<<. Es handelt sich um einen Bericht über 'Erfrierungsexperimente' mit Gefangenen die 1942 in Dachau durchgeführt wurden. Danach gehen der Staatsanwalt und März in die nächste Kneipe und betrinken sich bis zur Besinnungslosigkeit. Der Autor stellt hier sehr realistisch dar wie wenig die Menschen von den Verbrechen wußten und ihr 'wegschauen' wenn sie zufällig doch damit konfrontiert wurden.
3.] Der Autor ( sinngemäß vom Umschlag des Buches übernommen )
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Robert Harris wurde 1957 geboren und ist promovierter Cambridge-Absolvent, er war BBC-Reporter, ist politischer Redakteur des Observer und ständiger Kolmunist der Sunday Times. Vaterland war sein erster Roman. Er hatte vorher erfolgreich Sachbücher geschrieben:
- Hitler verkaufen
- Die Geschichte der Hitlertagebücher
4.] Das Buch
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Titel: Vaterland
Autor: Robert Harrs
Seiten: TB-Ausgabe hat 378 Seiten
Preis: damals bezahlt für TB 16,80 DM
ISBN: 3-453-07205-7
Das Buch ist 1995 in Deutschland erschienen. Meine TB-Ausgabe zeigt auf den letzten Seiten noch ein Bild der Siegeshalle nach den Plänen von Speer und eine Karte des grossdeutschen Reiches.
5.] Links
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www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/geisterfahrer/node34.html
Dort findet man einen Beitrag darüber wie der Spiegel und die ZEIT in ihren Feuilletons über den Roman herziehen.
www.trend.partisan.net/trd0600/trd0600/t070600.html
In dem Artikel kann man nachlesen was passiert wenn ein Deutscher versucht einen solchen Stoff umzusetzten.
www.rsg-rothenburg.de/rsg/projekte/schueber/wolfi/vaterland.htm
Wer sich unbedingt den Spaß am Lesen verderben will kann in diesem Referat nachlesen wie die Geschichte endet.
6.] Fazit
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Das Buch ist zuerst einmal ein intelligent geschriebener und spannender Kriminalroman. Zum anderen hat es einen gewissen Reiz die Beschreibung einer Welt zu lesen in der Deutschland den Krieg gewonnen hat. Die, für mich erschreckende, Diskussion die das Buch ausgelöst hat macht es doppelt interessant.
Bis jetzt habe ich die Besprechungen im Spiegel und in der ZEIT nur auszugsweise gelesen. Wer weiß einen Link zu den vollständigen Berichten? ( Spiegel war Ausgabe 8/95, ZEIT war von Kar-Heinz Janßen)
© by Araxas / 04.06.2002
Hinweis ! Diesen Bericht habe ich bei CIAO unter dem gleichen Nick veröffentlicht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-22 16:54:52 mit dem Titel "Nick Hornby" - High Fidelity
Das kommt davon ! Nach allen positiven Besprechungen, hatte ich mich richtig auf das Buch gefreut, aber nach dem Lesen war ich ziemlich enttäuscht. Aus dem Thema hätte man viel mehr machen können.
1.] Handlung
2.] Gedanken und Bemerkungen zum Buch
3.] Der Autor
4.] Das Buch
5.] Fazit
1.] Handlung
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Robs Freundin Laura verlässt die gemeinsame Wohnung und Rob muss sich eingestehen dass er gar nicht so unglücklich darüber ist, ja er empfindet es eher als ein befreiendes Gefühl und feiert seine Rückkehr ins Königreich der Singles. Endlich hat er Zeit seine Plattensammlung zu sortieren, kann rauchen wann er Lust dazu hat, ohne dass jemand Krach schlägt und denkt darüber nach mit welcher Frau er als nächstes schlafen wird.
Rob ist ein Musikfreak und verdient sein Geld mehr schlecht als recht mit dem Verkauf von Platten. Das Hauptgeschäft macht er mit dem Versandhandel. Sein Plattenladen liegt in einer Seitenstraße in Halloway ( im Norden von London ), nach Robs Ansicht, eine gut gewählte Lage, weil er damit ein absolutes Minimum an Laufkundschaft anzieht.
Aber lassen wir Rob einmal erzählen wie sein Laden denn so aussieht:
Zitat : >> Der Plattenladen riecht nach abgestandenem Rauch, Feuchtigkeit, Plastikschutzhüllen und ist eng schmuddelig, schmutzig und vollgestopft, zum Teil weil ich das so wollte – Plattenläden müssen so aussehen, nur Phil Collins-Fans geben sich mit solchen ab die so sauber und proper wie ein Reihenhaus aussehen -, zum Teil weil ich es nicht schaffe ihn sauberzumachen oder zu renovieren.<<
Rob hat zwei Angestellte, Dick und Barry, sie waren eigentlich nur als Teilzeitkräfte geplant, hängen nun aber den ganzen Tag im laden herum, beide sind, genau wie Rob, absolute Musikfanatiker. Die drei sind im Laufe der Zeit so etwas ähnliches wie Freunde geworden.
Sie sind den ganzen Tag damit beschäftigt, Kunden aus dem laden herauszuekeln, herumzualbern, oder Bestenlisten zu machen, z.B. von den fünf Lieblingsplatten für einen verregneten Montagmorgen. In Punkto neue Liebesaffären verwirklichen sich Robs Vorstellungen, er lernt eine junge Rockmusikerin kennen mit der er sich recht gut versteht.
Laura ist für eine Zeitlang überhaupt kein Thema, aber als Rob erfährt dass Laura mit ihrem ehemaligen Nachbarn zusammen lebt, fängt Rob an Laura mit Telefonanrufen zu nerven und Erklärungen zu verlangen. Diese Gespräche bringen Rob dazu. über sich selbst und Beziehungen allgemein, nachzudenken. Irgendwann kommt er auf die seltsame Idee alle seine Exfreundinnen anzurufen um herauszufinden was denn in den gemeinsamen Beziehungen schiefgelaufen war. Dies verhilft ihm zu erstaunlichen Erkenntnissen.
Bei der Beerdigung von Lauras Vater kommen sich die Beiden wieder näher. Rob ist während seiner Single-Zeit etwas reifer geworden, teils durch Nachdenken, teils durch die seltsamen Aktionen die er in dieser Zeit veranstaltet hat. Rob und Laura beschließen nun wieder zusammen zu leben.
Das große Happy-End ist so vorhersehbar und langweilig, ich spare mir mal die Beschreibung.
2.] Gedanken und Bemerkungen zum Buch
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Kultbuch ?
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Nick Hornby kennt sich sehr gut aus in der Punk, Blues, Soul, Ska, Indie und Sixties-Pop-Szene, seine Fachsimpeleien, Anspielungen und Abneigungen gegen den Mainstream machen den Leuten aus der „Szene“ bestimmt viel Freude.
Mich haben diese „Insider-Gags“ eher gelangweilt, da helfen auch die Erklärungen am Ende des Buches nicht viel. Vielleicht machen die Gags ja den Kultstatus des Buches aus.
Rob
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Mir war der Hauptprotagonist sehr unsympatisch, Menschen die sich so benehmen wie er bezeichne ich als arrogante Arschlöcher. Worin die angebliche Wandlung von Rob bestand ist mir wohl entgangen. Das einzige was ich festgestellt hatte war: Am Anfang war Rob ein Arschloch mit Plattenladen und am ende ein arschloch mit einem eigenen Club in London.
Klischees
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Der Charakter von Rob ist einfach aus allen negativen Klischees zusammengesetzt die man Männern im allgemeinen so anhängt. Gut, ich hatte vielleicht, nach den Buchbesprechungen, die ich vorher gelesen hatte, zu hohe Erwartungen an das Buch. Ich hatte mir so etwas wie ein „Männerbuch“ vorgestellt, so in dem Stil von Helen Fieldings „ Schokolade zum Frühstück“, wo sich die Hauptperson in ironischer Weise über sich selbst lustig macht.
Lebensgefühl einer ganzen Generation ?
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Zitat vom Einband: >> High Fidelity trifft voller entwaffnender Ehrlichkeit und messerscharfem Charme das Lebensgefühl einer ganzen Generation. <<
Mit dem Geburtsjahr 1963 ( Hornby 1957 ) kann ich mich ja angesprochen fühlen, was Hornby da beschreibt ist eher das Lebensgefühl einiger Spinner aus dem Norden Londons.
Die Brigitte schreibt: >> Nick Hornbys Roman über wacklige Beziehungskisten und seelentröstende Songs ist längs schon Kult.<<
Wenn 10 Prozent der Leser die im Buch angesprochenen Songs kennen dann ist das schon sehr viel.
Was soll denn das ? ein wenig stütze ich mich schon, beim Kauf, auf die Beschreibungen aus dem Buchdeckel. In Zukunft werde ich das wohl sein lassen.
Warum habe ich das Buch trotzdem zu Ende gelesen ?
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Trotz aller Kritik gibt es doch ein paar Stellen an denen ich die Gags verstanden habe und ein paar Stellen an den Rob paar interessante Gedanken äußert. Hornby hat einen angenehmen Schreibstil so dass ich, trotz allem noch gut unterhalten wurde. Von der Sprache her ist der Roman auf gutem literarischen Niveau, von der Aussage her auf Groschenheftniveau.
3.] Der Autor ( wörtlich vom Einband des Buches übernommen )
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Nick Hornby, 1957 geboren, lebt mit seiner Frau und seinem Sohn im Norden Londons. Er studierte in Cambridge und arbeitete als Lehrer, ehe er sich nach dem Erfolg von >> Fever Pitch << ( 1992 ) in England ganz dem schreiben widmen konnte. Hornby schreibt regelmäßig für die Sunday Times, Time Out, Times Literaty Supplement.
4.] Das Buch
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Titel: High Fidelity
Autor: Nick Hornby
Verlag: Knaur Lemon
ISBN: 3-426-61270-4
Preis: die TB-Ausgabe kostet 8,90 EURO
5.] Fazit
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Ich bin mit viel zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde auch prompt enttäuscht. Frauen die etwas über das Seelenleben von Männern erfahren wollen werden in diesem Buch nur Plattheiten finden. Diejenigen die an einer sehr lustigen selbstironischen Geschichte interessiert sind empfehle ich das Buch, >> Teenage Wasteland << von Dirk Buck , die Lebensgeschichte eines Punks.
Kenner der beschriebenen Musikszene werden bestimmt Gefallen an den vielen Insider-Gags finden.
Nur sehr bedingt empfehlenswert.
© by Araxas / 19.06.02
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-16 12:24:00 mit dem Titel Hildebrandt Dieter - Denkzettel
Denkzettel, von Dieter Hildebrandt, dem Altmeister der Kabarettisten. Ich muß zugeben daß ich in den Sendungen immer nur die Hälfte der Texte verstehe und diese Hälfte ist schon genial genug.
In dem Buch habe ich Gelegenheit mir den Text in Ruhe durchzulesen und richtig zu genießen.
Zitat aus dem Buch ( Kommentar von Hildebrandt über den Journalisten Reginald Rudorf ):
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>>.... ..daß er früher ein glühender Sozialist gewesen sei.
Heute ist er glühender Antisozialist!
Er glüht schon wieder.
Ich hab an mir gemerkt, daß man irgendwann mal auskokelt, wenn man falsch angezündet worden ist.
Der nicht. Der schreibt immer noch für Bild, BamS und Burda. Welche Energie bringt ihn so zum Glühen?
Überzeugung? Öl? Rache?
Es ist einfacher: Kohlen.<<
Der Mann sagt seine Meinung offen und ehrlich und wenn er jemand ins Visier nimmt dann bleiben auch keine Zweifel wer da gemeint ist.
Hildebrandt springt in diesem Buch wahllos von Thema zu Thema, als Aufhänger dienen die Zettel die überall herumliegen und Ordnung in sein Chaos bringen sollen.
Zitat: >> Ich werfe nie was weg. Es ist schon genug weg, was ich gar nicht weggeworfen habe.<<
Zitat: >> Der Zettel auf dem ich mir mitteilen wollte: „Achte darauf, daß die Kochplatten abgestellt sind, wenn du daß Haus verläßt!!!!!!“, ist auf der Kochplatte verschmort.
Im Buch jagt ein Kalauer den anderen, in einem atemberaubenden Tempo. Bei allem Witz und Ironie erfährt man doch einiges über das Leben und die Persönlichkeit des Autors.
So erzählen einige Geschichten von seinen beiden Töchtern, von Erlebnissen in der Kriegsgefangenschaft und von der Suche nach seinen Eltern. Hildebrandt wäre nicht Hildebrandt wenn nicht auch in diesen Erzählungen immer wieder die Selbstironie durchkommen würde.
Hildebrandt‘ s Ansichten über Politiker und Politik : Zitat:<< Nicht etwa, daß ich denen da oben nichts zutraue, im Gegenteil, ich traue ihnen alles zu.<<
Absolut lesenswert sind seine Kommentare zu F.J. Strauß in dem Abschnitt Gaubändiger.
In der Abhandlung ‚Dichter-Tüv‘ wird das ‚Literarische Quartett‘ mit Reich-Ranicki auf‘s Korn genommen. Eine der besten Sachen die ich bis jetzt gelesen habe. Ich hab den ‚Dichter TÜV‘ schon etliche Male gelesen und lach‘ mich jedesmal halbtot.
Besonders symphatisch wirkt Hildebrandt in den Passagen in den er sich über sich selbst lustig macht. Z.B. als Reiseleiter der so ziemlich nix auf die Reihe kriegt, oder als Mann der „unter die Frauen gefallen ist“ wo er dann feststellt wie schwer es ist die eigene Familie zum Lachen zu bringen. Dabei kann er über seine Tochter herzlich lachen wenn sie ihm nachweist daß es besser wäre seine Brieftasche beim Notar zu deponieren anstatt sie immer wieder vor sich selbst zu verstecken.
Durch eine Abhandlung über ‚ Wippchen‘ bin ich auf einen anderen Autor gestoßen: Julius Stettenheim, der von 1877 bis 1916 „Schlachtberichte“ unter dem Namen Wippchen schrieb.
Zitat von Wippchen:
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>>
WIPPCHEN
Ham Sie jedient
HOFRAT V.B.:
Selbstverständlich. Leibregiment Victoria Luise zu Fuß und zu Pferd. Vater Holsteiner aus dem Geschlecht derer zu und von Klobenstein. Mutter aus dem Stall des Flügeladjutanten Seiner Mäjestät: von Klüssenrath!
WIPPCHEN
Aha. Und wie viele Rennen haben Sie gewonnen?<<
Hildebrandt war von Stettenheim selbst so beindruckt das er später ein ganzes Programm im Stile Wippchens geschrieben hat.
Irgendwann habe ich einmal gehört daß die Sendungen des Autors kurz vor Wahlen nicht ausgestrahlt werden. Wenn das wirklich wahr ist; dann ist das doch glatte Zensur in meinen Augen. Da sieht man mal wie ernst der Mann genommen wird.
Über den Autor
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Dieter Hildebrandt, 1927 in Bunzlau, Niederschlesien, geboren, studierte in München Theaterwissenschaften. Mit Sammy Drechsel Gründer der ‚ Münchner Lach- und Schießgesellschaft. In den Jahren 1974 bis 1982 Zusammenarbeit mit Werner Schneyder. Von 1973 bis 1979, „Notizen aus der Provinz“ für das ZDF, ab 1980 „Scheibenwischer im SFB“.
weitere Bücher
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Was bleibt mir übrig / Anmerkungen zu ( meinen ) 30 Jahren Kabarett.
Wippchen oder Die Schlacht am Metaphernberge.
das Buch
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Denkzettel / Dieter Hildebrandt
Zeichnungen von Dieter Hanitzsch
München: Kindler, 1992
ISBN 3-346-40182-7
Preis: weiß ich nicht mehr
bei amazon.de gibt’s das Buch als Taschenbuch für 14,00 DM
Dort findet man auch eine Kundenrezension zum Buch, hätt‘ ich bloß nicht dort nachgeschaut!; die ist nämlich viel professioneller als meine; macht nix; zitiere ich eben noch ein wenig aus dem Buch:
Über Strauß: Zitat aus einer Straußrede: „ Wie kommen junge Naturwissenschaftler dazu, der Fahne einer völlig wirren Ideologie zu folgen? Waren nicht auch viele Terroristen Studenten oder gerade examinierte Akademiker?“
Kommentar von Hildebrandt, Zitat:<< Das ist von einer erhabenen Gemeinheit. Das hebt ihn weit über die zaghaften Denunzianten hinaus. Wer so denkt schießt auch. Jawohl. Meinte er?.........Vorwürfe kann man ihm nicht machen, denn er hatte die Gefährlichkeit der Waffe Sprache ja nicht verstanden, der Arme. Dutschke ist daran gestorben.>>
Fazit
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Wem ‚Scheibenwischer‘ oder ‚Notizen aus der Provinz‘ gut gefallen haben, wird auch Gefallen an diesem Buch finden. Das Buch ist sehr unterhaltsam und man erfährt ein wenig über den Menschen Dieter Hildebrandt.
Ein echter Dauerbrenner, wird nie langweilig ich lese immer wieder gerne in dem Buch.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-19 11:54:59 mit dem Titel Hermann Judith - Sommerhaus, später
Marcel Reich-Ranicki meint zu diesem Buch: >> Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Ihr Erfolg wird groß sein.<< => Oh ! eine Empfehlung vom großen Meister, daß hat mich dann doch recht neugierig gemacht auf Buch und Autorin.
Von den 9 Geschichten haben mich nicht alle überzeugt, aber von einigen war ich sehr angetan. Alle Geschichten haben die richtigen Zutaten die gute Prosa ausmachen, es gelingt der Autorin recht gut Stimmungen von hoher Intensität und Dichte zu erzeugen.
1.) 4 Beispielgeschichten
2.) Das Buch
3.) Die Autorin
4.) Fazit
1.) 4 Beispielgeschichten
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Es ist recht schwer einen Prosa Text über eine Inhaltsbeschreibung zu vermitteln. Die Stimmungen werden mehr über die Satzmelodie und die Verschlüsselungen erzeugt als über die konkreten Inhalte. Im folgenden werde ich 4 der Geschichten kurz vorstellen z.T. mit einer kurzen Leseprobe.
Geschichte Nr 1 : Rote Korallen
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Eine junge Frau besucht, trotz des ausdrücklichen Verbotes, den Therapeuten ihres Freundes. Ihr erster Besuch dort kostet sie ihr rotes Korallenarmband und ihren Geliebten. Das Armband das sie trägt ist das Erbstück ihrer russischen Großmutter und sie erinnert sich an die Geschichte der Großmutter als sie dem Therapeuten gegen übersitzt. Ihre Großmutter war eine depressive in sich gekehrte Frau, von ihrem Großvater vernachlässigt und Trost suchend in verschiedenen traurigen Liebesaffären. Ihr Geliebter ist der Urenkel des treuen Dieners der Großmutter mit fischgrauen Augen und fischgrauer Haut der den ganzen Tag im Bett liegt und behauptet ihm gehe es schlecht, er spricht nur sehr wenig und wenn dann sagt er Sätze wie : "Ich interessiere mich nicht für mich selbst.".
Mein Kommentar dazu
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Die erste Geschichte hat mich gleich schon einmal enttäuscht, die Autorin versucht die Depression ihres Freundes durch eine grau in grau Allegorie darzustellen, dabei ließt sich das ganze wie eine ligth-Version von Kafka. Eindeutig nicht gelungen, genauso wie die Geschichte der russischen Großmutter, die ich, glaube ich jedenfalls, irgendwo schon einmal irgendwo gelesen zu haben. Auch das rote Korallenarmband das beim Therapeutenbesuch kaputt geht und die über den Teppich verstreuten Korallen die dann von der jungen Frau mühsam und unter Tränen aufgelesen werden sind sehr gekünstelte Allegorien die vielleicht einen Reich-Ranicki begeistern mich reißt so etwas nicht vom Hocker, das ist keine moderne Prosa, eher eine Huldigung an die alten Meister.
Geschichte Nr. 4 : Ende von Etwas
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Sophie erzählt einem Unbekannten in einem Cafe die Geschichte ihrer Großmutter. Die Großmutter ist pflegebedürftig und kann sich, wenn überhaupt, nur mit einem Gehgestell bewegen. Sie lebt in ihrer eigenen Wohnung und wird von den Eltern von Sophie versorgt unter anderem auch mit 3 Dosen Bier, 3 Schnäpsen und 1 Schachtel Zigaretten am Tag. Außerhalb der Versorgung von einer Stunde am Tag ist die alte Frau die ganze Zeit auf sich alleine gestellt.
Sophie erzählt: Zitat >> Sie machte ins Bett und lag dann weinend und unglücklich bis zum Abend. Aber manchmal sang sie und zwinkerte mit ihrem linken Auge und lachte über etwas, von dem wir nichts wußten, bis ihr die Tränen kamen. Sie hörte nie Musik. Lag in dieser Stille , die einmal laut gewesen war, als die zwei Kinder noch da waren und der Mann.<<
Mein Kommentar zur Geschichte
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Nach dem ich diese Geschichte gelesen hatte war ich nun hin und weg. Recht interessant ist zunächst einmal die Zeit in der die Geschichte erzählt wird. Die auktoriale Erzählerin berichtet über Sophie in der Gegenwart, während sie Sophie, über die Großmutter, mit Hilfe der wörtlichen Rede, in der Vergangenheit berichten läßt. So ermöglicht die Autorin, daß Sophie ihre persönliche Sicht der Dinge darstellen kann, während dem Leser vom allmächtigen Erzähler ihre Gefühle beim Erzählen nahe gebracht werden. Eine weitere stilistische Komposition entsteht durch den Eindruck daß die Erzählung die Wiedergabe eines Metaerzählers ist der das Cafe-Gespräch zwischen Sophie und dem Unbekannten nacherzählt. Das erinnert schon recht stark an eine Fuge von Bach mit seinen rekursiven Spielereien.
Alleine schon wegen dieser Geschichte hat die Judith Herrmann alle Ehrungen verdient. Eine in einem recht unsentimentalen Stil erzählte Alltagsgeschichte erhält durch die Schlußszene einen vielschichtigen Bedeutungshintergrund. Mich persönlich hat die Geschichte sehr zum Nachdenken angeregt. Ich enthalte mich ganz bewußt einer konkreten Interpretation, wobei ich mich auf den Titel " Ende von Etwas" stütze, ich glaube die Autorin wollte das jeder sein eigenes Etwas in dieser Geschichte findet.
Geschichte Nr. 2 :Hurrican ( Something farewell )
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Mehrere Personen auf einer Insel erwarten die Ankunft eines Hurricans. Die Sturmwarnungen kommen beinahe stündlich und die Inselbewohner werden aufgefordert sich in spezielle Schutzzonen zu begeben. Deutsche haben die Möglichkeit sich von der Botschaft aus in die Vereinigten Staaten fliegen zu lassen. Die meisten Inselbewohner machen sich nicht allzuviel aus den Sturmwarnungen und leben so weiter als ob nichts außergewöhnliches geschehen würde. Sie machen so weiter wie bisher und spielen ihre Spiele wie bisher. Eines der Spiele der Inselbewohner heißt " Sich-so-ein-Leben-vorstellen"; bei diesem Spiel gibt es keine Regeln, außer halt, sich ein anders Leben vorstellen und beschreiben wie dieses denn so ablaufen könnte.
Meine bescheidene Meinung dazu
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Das Spiel "Sich-so-ein-Leben-vorstellen" und Menschen in Erwartung einer Naturkatastrophe sind schon mal sehr interessante Ansätze. Und was hat die Autorin daraus gemacht? nicht allzuviel. Für die ca. 20 Seiten der Erzählung tauchen zu viele Personen in zu vielen Konstellationen auf, ich habe die Geschichte jetzt schon mehrmals gelesen und noch immer fällt es mir schwer Personen und Ereignisse einander zuzuordnen. Durch diese Verwirrung fällt es mir extrem schwer der erzählten Geschichte zu folgen und eine Stimmung will auch nicht aufkommen. Schwach, sehr schwach. Es ist schon seltsam, eine Geschichte haut mich fast um während ich bei dieser z.B. absolut gelangweilt bin. Ich meine die Autorin zeigt interessante Ansätze, hat aber ihren Stil noch lange, lange nicht gefunden.
Geschichte Nr. 3 Sonja
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Der Ich-Erzähler, ein Mann, steht zwischen 2 Frauen, seiner Freundin der lebenstüchtigen und attraktiven Verena und der etwas seltsamen Sonja. Er wird sich nicht so recht klar darüber zu welcher Frau er sich wirklich hingezogen fühlt.
Der Erzähler ( Zitat ):>> ...Sonja war biegsam - im Kopf. Es ist schwierig zu erklären. Vielleicht daß sie mir jede Projektion erlaubte. Sie erlaubte mir jede mögliche Wunschvorstellung von ihrer Person, sei konnte eine Unbekannte sein, eine kleine Muse, jene Frau, der man einmal auf der Straße begegnet und an die man sich noch Jahre später mit dem Gefühl eines ungeheuren Versäumnisses erinnert. Sie konnte dumm sein und bieder, zynisch und klug. Sie konnte herrlich sein und schön, und es gab Augenblicke, da war sie ein Mädchen, blaß im braunen Mantel und wirklich unwichtig; ich glaube sie war so biegsam, weil sie eigentlich nichts war.<<
Meinung
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Eine der guten Geschichten der Verfasserin, trotz Ich-Erzähler emotionslos erzählt, die Ereignisse um Sonja werden recht nüchtern weitergegeben, dadurch wird der Leser aufgefordert eigene Emotionen mit einzubringen..
Kommentar zu den Geschichten allgemein
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Die Emotionen die, die Geschichten auslösen entstehen nicht durch Worte, eher durch das Beobachten der Handlung. Alle Geschichten erscheinen wie Momentaufnahmen aus dem Leben der verschiedenen Personen und verführen irgendwie dazu die Geschichten selbst zu Ende zu denken oder einen Anfang zu erfinden. Insgesamt eine Kurzgeschichtensammlung die man nicht einfach schnell 'mal liest und dann im Bücherregal verstauben läßt.
2.) Das Buch
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Autorin: Judith Hermann
Titel: Sommerhaus, später
ISBN: 3-596-14770-0
Seiten: 187 Seiten
Preis: 7,90 EURO; gebraucht ab 4,35 EURO zum Zeitpunkt des Berichtes bei Amazon
Bei Amazon gibt es auch einige Rezensionen zum Buch, die man sich vor dem Kauf auf jeden Fall einmal anschauen sollte.
Ich selbst besitze eine limitierte Sonderausgabe mit der ISBN: 3-596-50517-8 die nur 7 EURO gekostet hat.
3.) Die Autorin
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Judith Hermann, 1970 in Berlin geboren, lebt als Journalistin und freie Schriftstellerin in Berlin. Sommerhaus, später ist ihre erste literarische Publikation.
Judith Hermann hat für "Sommerhaus, später" den Förderpreis des Bremer Literaturpreises 1999 erhalten. In der Begründung der Jury heißt es : " Judith Hermann formuliert in atmosphärisch dichter Prosa und mit großer sprachlicher Sicherheit das Lebensgefühl von Menschen, die in Liebe und Angst befangen, das Leben verfehlen und das Scheitern der eigenen Lebenspläne mehr melancholisch beobachten als trauernd erleben."
4.) Fazit
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Ja, ich stimme Reich-Raniki durchaus zu, wir haben eine hervorragende Autorin bekommen. Ob ihr Erfolg aber groß sein wird das hängt davon ob sie im Stil von "Ende von Etwas" oder im Stil von "Rote Korallen" weiter schreibt , das Ende ist also offen. Für jeden geeignet der sich einmal etwas anspruchsvollere Literatur gönnen will.
© by Araxas - 19.09.02
1.] Handlung
2.] Gedanken und Bemerkungen zum Buch
3.] Der Autor
4.] Das Buch
5.] Links
6.] Fazit
1.] Handlung
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Die Geschichte spielt in Berlin im Jahre 1964, einige Tage vor dem Geburtstag von Adolf Hitler. Nazi-Deutschland hat den 2.Weltkrieg gewonnen und beherrscht ganz Europa. Das grossdeutsche Reich hat sich nach Osten bis zum Kaspichen Meer ausgedehnt. Im Westen bis nach Nordfrankreich und Norditalien. An den östlichen Grenzen tobt seit Ende des Krieges ein Partisanenkampf bei dem schon über eine halbe Million deutscher Soldaten gefallen sind.
In dem von, Hitlers Lieblingsarchitekten Albert Speer, umgestalteten Berlin wird die Ankunft des amerikanischen Präsidenten Joseph Kennedy erwartet. Alle Sicherheitsorgane wie Orpo ( Ordnungspolizei ), Sipo ( Gestapo, Sicherheitspolizei ) und Kripo sind in allerhöchster Alarmbereitschaft.
Am Morgen des 14.Aprils 1964 wird SS-Sturmbannführer Xaver März zu einem Tatort gerufen. Eigentlich hat März seinen freien Tag, aber er übernimmt die Vertretung für seinen Freund und Kollegen Max Jäger. Am Tatort findet er die Leiche von SS-Brigadeführer Dr. Josef Bühler. Zunächst sieht es so aus als wäre Bühler ertrunken und der Fahnder März beginnt mit seinen Ermittlungen. An dem Fall scheint nichts besonderes zu sein, außer das es sich, bei der Leiche, um einen hohen Parteifunktionär der NSDAP handelt.
März ist gerade unterwegs zu der Villa von Bühler da erfährt er von seinem Kollegen daß die Gestapo den Fall übernommen hat und alle Ermittlungen sofort einzustellen sind. März ist ein leidenschaftlicher Detektiv und will sich den Fall nicht einfach so wegnehmen lassen. Er täuscht einen Defekt seines Funkgerätes vor und ermittelt auf eigene Faust weiter. Bei der Durchsuchung der Villa begegnet er auch zu ersten Mal Odilo Globocnik, Spitzname Globus, seinem härtesten Gegenspieler. Obergruppenführer Globus, Gestapo-General und früherer Gauleiter von Wien, empfängt seine Befehle direkt von Heydrich dem Chef der Sipo.
Im Laufe seiner eigenmächtigen Nachforschungen wird März schließlich von Globus verhaftet und ins Gestapo-Hauptquartier gebracht. Artur Nebe, Chef der Reichskriminalpolizei, rettet März, überraschend vor dem SS-Kriegsgericht weil er herausfinden will was Globus und Heydrich vorhaben. Der Fahnder fungiert von nun an als Kontaktmann und bekommt von Nebe 4 Tage zeit um herauszufinden was Globus vorhat.
Bei den nun folgenden Untersuchungen stellt März fest das Globus am Fundort von Bühlers Leiche, zur Tatzeit, gesehen wurde. Im Notizbuch von Bühler findet der Kripo-Fahnder zwei Namen: Wilhelm Stuckert und Martin Luther. Bei der Überprüfung von Wilhelm Stuckert stellt sich heraus das dieser, genau wie Bühler, vor kurzem durch Selbstmord ums Leben gekommen ist. Verschiedene Indizien, wie eine Pralinenschachtel aus der Schweiz, weisen auf eine Verbindung von Bühler, Stuckert und Luther hin. Mit Hilfe der amerikanischen Journalistin Chalotte Maguire sucht nach Verbindungen zwischen den 3 Personen.
Allmählich verdichtet sich der Verdacht daß die Beteiligten im 2.Weltkrieg in einem Kunstdiebstahl in großem Ausmaß verwickelt waren. Diese Version wird auch langsam zur offiziellen Version der Gestapo, aber eines mach März stutzig: Eine Person deren Beschreibung zu Globus paßt, wurde auch am Tage von Stuckerts Tod, in der Nähe seinen Wohnung beobachtet. Welche Rolle spielt Globus in diesem ganzen Spiel ? Von Nebe erhält Xaver März den entscheidenden Hinweis:
Er erzählt ihm von dem Plan Reinhard Heydrichs bis 1960 20 Millionen Siedler und bis zum Ende des Jahrhunderts 90 Millionen im Osten anzusiedeln. Dieser Plan wird durch die Terroristen und die Partisanenkämpfe stark gefährdet. Die Terroristen und Partisanen werden von der USA in Form von Geld, Waffen und Ausbildung unterstützt. Heydrich wäre ganz verrückt nach dem "Amerika-Geschäft", sprich dem Ende des kalten Krieges und würde notfalls dafür morden.
Mit diesen neuen Informationen begibt sich der Kripobeamte nun ins Reichsarchiv wo er , zusammen mit seinem Kumpel, eine weitere Gemeinsamkeit von Bühler, Stuckert und Luther entdeckt. Alle drei Personen waren der Einladung von Heydrich im Jahre 1941 zu einer Konferenz 'Am Großen Wannsee Nr. 56-58' eingeladen worden. Mit ihnen noch 11 weitere Personen. Als März die Liste der Teilnehmer überprüft stellt er fest das 13 Personen bereits tot sind, von denen nur 2 durch natürliche Ursachen ums Leben kamen.
In der Einladung ist die Rede von der 'Endlösung der Judenfrage'. Ein Begriff mit dem März wenig anfangen kann. Er erinnert sich daran das doch alle Juden aus dem Territorium des Reiches in den Osten evakuiert wurden und dort ein bescheidenes und ruhiges Leben führen dürfen.
Es beginnt nun die Jagd auf den letzten Überlebenden der " Wannsee-Konferenz" , nämlich Martin Luther. Luther ist untergetaucht, meldet sich aber bei der amerikanischen Journalistin und ersucht um politisches Asyl. Im Gegenzug bietet er geheime Dokumente die für den Fortgang der Welt-Geschichte von entscheidender Bedeutung sind.
Bei der Übergabe wird der letzte Zeuge der "Wannsee-Konferenz" zwar ermordet, aber die Dokumente geraten in die Hände von Xaver März und "Charlie", Chalrlotte Maguire.
Nach dem Studium der Papiere ist für März und Charlie nichts mehr so wie es vorher einmal war. Sie beschließen die Dokumente nach Amerika zu schaffen und der amerikanischen Presse zu übergeben, damit die Weltöffentlichkeit die schreckliche Wahrheit erfährt...................
2.] Anmerkungen und Gedanken zum Buch
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umstrittener Bestseller
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Obwohl der Roman in England und USA schnell zum Bestseller wurde verzichten 25 (!) deutsche Verleger auf das Geschäft mit dem Buch. Der Spiegel nennt Harris skrupellos. "Schamlos" hätte Harris " das NS-Regime als Thriller-Kulisse mißbraucht " und angewidert empfiehlt er das Buch den Neonazis. In der ZEIT kommt das Buch auch nicht besser weg.
Warum die ganze Aufregung???
Sensationsgier, Effekthascherrei lasse ich als Argumente nicht gelten, denn das würde auf 90% aller Bücher zutreffen, zumal das Buch höllisch gut recherchiert ist und die Handlungsfäden absolut logisch gesponnen wurden. Hier wird auch deutlich daß Harris vorher nur Sachbücher geschrieben hatte. Was wirklich hinter den Haßtriaden gegen das Buch steckt spricht, in entlarvender Weise, der Spiegel aus:
Zitat: >> Harris greift, skrupellos zum ultimativen Kitzel: Er montiert die Realität in seinen Roman.<<
Achtung meine ganz persönliche Meinung ( über die wir gerne diskutieren können ):
Der Verfasser hat zwar was anderes damit gemeint, hat aber, ungewollt, den wahren Grund der Aufregung beschrieben. Am besten läßt sich das an der Person von Xaver März verdeutlichen. Da stellt sich plötzlich heraus daß ein SS-Sturmbannführer auch ein Mensch ist. März ist weder der strahlende Held noch der absolute Bösewicht. Er ist mit dem politischen Lage und dem totalitären System zwar nicht so zufrieden, aber er nimmt seine kriminellen Begleiterscheinungen hin und unterstützt es durch seine Tätigkeit. er sieht und erkennt viele Dinge die nicht in Ordnung sind, schaut aber lieber weg wenn es ihn nicht direkt betrifft.
Dort liegt der Hund begraben, viele der Nazis die Harris beschreibt sind normale Menschen wie man sie überall auf der Welt findet, nur halt eingebunden in ein verbrecherisches System. Und genau das gefällt den deutschen Kritikern nicht. Nach ihrer Meinung haben sich alle Nazis nach dem Ende des 2.Weltkriegs in Luft aufgelöst und vorher war der Nazi dumm, brutal und abgrundtief böse. Das sehr realistische Bild das Harris in seinem Roman zeichnet erschüttert ihre Wunschvorstellungen.
Das sich Redakteure von Blättern wie der Spiegel oder die ZEIT in solches Wunschdenken versteigen und es auch noch erbittert verteidigen hat mich zutiefst erschreckt.
Verbrechen der Nazis
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Harris versteht es ganz geschickt die Verbrechen der Nazis in die Handlung einzuflechten. So erzählt März, am Anfang seines Romans, von einer Diskussion mit dem Chefphatologen der Kripo, August Eisler, in der es darum geht wie lange ein Mensch in eiskaltem Wasser überleben kann. Ein Staatsanwalt zeigt März später die >> Beweise<<. Es handelt sich um einen Bericht über 'Erfrierungsexperimente' mit Gefangenen die 1942 in Dachau durchgeführt wurden. Danach gehen der Staatsanwalt und März in die nächste Kneipe und betrinken sich bis zur Besinnungslosigkeit. Der Autor stellt hier sehr realistisch dar wie wenig die Menschen von den Verbrechen wußten und ihr 'wegschauen' wenn sie zufällig doch damit konfrontiert wurden.
3.] Der Autor ( sinngemäß vom Umschlag des Buches übernommen )
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Robert Harris wurde 1957 geboren und ist promovierter Cambridge-Absolvent, er war BBC-Reporter, ist politischer Redakteur des Observer und ständiger Kolmunist der Sunday Times. Vaterland war sein erster Roman. Er hatte vorher erfolgreich Sachbücher geschrieben:
- Hitler verkaufen
- Die Geschichte der Hitlertagebücher
4.] Das Buch
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Titel: Vaterland
Autor: Robert Harrs
Seiten: TB-Ausgabe hat 378 Seiten
Preis: damals bezahlt für TB 16,80 DM
ISBN: 3-453-07205-7
Das Buch ist 1995 in Deutschland erschienen. Meine TB-Ausgabe zeigt auf den letzten Seiten noch ein Bild der Siegeshalle nach den Plänen von Speer und eine Karte des grossdeutschen Reiches.
5.] Links
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www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/geisterfahrer/node34.html
Dort findet man einen Beitrag darüber wie der Spiegel und die ZEIT in ihren Feuilletons über den Roman herziehen.
www.trend.partisan.net/trd0600/trd0600/t070600.html
In dem Artikel kann man nachlesen was passiert wenn ein Deutscher versucht einen solchen Stoff umzusetzten.
www.rsg-rothenburg.de/rsg/projekte/schueber/wolfi/vaterland.htm
Wer sich unbedingt den Spaß am Lesen verderben will kann in diesem Referat nachlesen wie die Geschichte endet.
6.] Fazit
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Das Buch ist zuerst einmal ein intelligent geschriebener und spannender Kriminalroman. Zum anderen hat es einen gewissen Reiz die Beschreibung einer Welt zu lesen in der Deutschland den Krieg gewonnen hat. Die, für mich erschreckende, Diskussion die das Buch ausgelöst hat macht es doppelt interessant.
Bis jetzt habe ich die Besprechungen im Spiegel und in der ZEIT nur auszugsweise gelesen. Wer weiß einen Link zu den vollständigen Berichten? ( Spiegel war Ausgabe 8/95, ZEIT war von Kar-Heinz Janßen)
© by Araxas / 04.06.2002
Hinweis ! Diesen Bericht habe ich bei CIAO unter dem gleichen Nick veröffentlicht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-22 16:54:52 mit dem Titel "Nick Hornby" - High Fidelity
Das kommt davon ! Nach allen positiven Besprechungen, hatte ich mich richtig auf das Buch gefreut, aber nach dem Lesen war ich ziemlich enttäuscht. Aus dem Thema hätte man viel mehr machen können.
1.] Handlung
2.] Gedanken und Bemerkungen zum Buch
3.] Der Autor
4.] Das Buch
5.] Fazit
1.] Handlung
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Robs Freundin Laura verlässt die gemeinsame Wohnung und Rob muss sich eingestehen dass er gar nicht so unglücklich darüber ist, ja er empfindet es eher als ein befreiendes Gefühl und feiert seine Rückkehr ins Königreich der Singles. Endlich hat er Zeit seine Plattensammlung zu sortieren, kann rauchen wann er Lust dazu hat, ohne dass jemand Krach schlägt und denkt darüber nach mit welcher Frau er als nächstes schlafen wird.
Rob ist ein Musikfreak und verdient sein Geld mehr schlecht als recht mit dem Verkauf von Platten. Das Hauptgeschäft macht er mit dem Versandhandel. Sein Plattenladen liegt in einer Seitenstraße in Halloway ( im Norden von London ), nach Robs Ansicht, eine gut gewählte Lage, weil er damit ein absolutes Minimum an Laufkundschaft anzieht.
Aber lassen wir Rob einmal erzählen wie sein Laden denn so aussieht:
Zitat : >> Der Plattenladen riecht nach abgestandenem Rauch, Feuchtigkeit, Plastikschutzhüllen und ist eng schmuddelig, schmutzig und vollgestopft, zum Teil weil ich das so wollte – Plattenläden müssen so aussehen, nur Phil Collins-Fans geben sich mit solchen ab die so sauber und proper wie ein Reihenhaus aussehen -, zum Teil weil ich es nicht schaffe ihn sauberzumachen oder zu renovieren.<<
Rob hat zwei Angestellte, Dick und Barry, sie waren eigentlich nur als Teilzeitkräfte geplant, hängen nun aber den ganzen Tag im laden herum, beide sind, genau wie Rob, absolute Musikfanatiker. Die drei sind im Laufe der Zeit so etwas ähnliches wie Freunde geworden.
Sie sind den ganzen Tag damit beschäftigt, Kunden aus dem laden herauszuekeln, herumzualbern, oder Bestenlisten zu machen, z.B. von den fünf Lieblingsplatten für einen verregneten Montagmorgen. In Punkto neue Liebesaffären verwirklichen sich Robs Vorstellungen, er lernt eine junge Rockmusikerin kennen mit der er sich recht gut versteht.
Laura ist für eine Zeitlang überhaupt kein Thema, aber als Rob erfährt dass Laura mit ihrem ehemaligen Nachbarn zusammen lebt, fängt Rob an Laura mit Telefonanrufen zu nerven und Erklärungen zu verlangen. Diese Gespräche bringen Rob dazu. über sich selbst und Beziehungen allgemein, nachzudenken. Irgendwann kommt er auf die seltsame Idee alle seine Exfreundinnen anzurufen um herauszufinden was denn in den gemeinsamen Beziehungen schiefgelaufen war. Dies verhilft ihm zu erstaunlichen Erkenntnissen.
Bei der Beerdigung von Lauras Vater kommen sich die Beiden wieder näher. Rob ist während seiner Single-Zeit etwas reifer geworden, teils durch Nachdenken, teils durch die seltsamen Aktionen die er in dieser Zeit veranstaltet hat. Rob und Laura beschließen nun wieder zusammen zu leben.
Das große Happy-End ist so vorhersehbar und langweilig, ich spare mir mal die Beschreibung.
2.] Gedanken und Bemerkungen zum Buch
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Kultbuch ?
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Nick Hornby kennt sich sehr gut aus in der Punk, Blues, Soul, Ska, Indie und Sixties-Pop-Szene, seine Fachsimpeleien, Anspielungen und Abneigungen gegen den Mainstream machen den Leuten aus der „Szene“ bestimmt viel Freude.
Mich haben diese „Insider-Gags“ eher gelangweilt, da helfen auch die Erklärungen am Ende des Buches nicht viel. Vielleicht machen die Gags ja den Kultstatus des Buches aus.
Rob
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Mir war der Hauptprotagonist sehr unsympatisch, Menschen die sich so benehmen wie er bezeichne ich als arrogante Arschlöcher. Worin die angebliche Wandlung von Rob bestand ist mir wohl entgangen. Das einzige was ich festgestellt hatte war: Am Anfang war Rob ein Arschloch mit Plattenladen und am ende ein arschloch mit einem eigenen Club in London.
Klischees
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Der Charakter von Rob ist einfach aus allen negativen Klischees zusammengesetzt die man Männern im allgemeinen so anhängt. Gut, ich hatte vielleicht, nach den Buchbesprechungen, die ich vorher gelesen hatte, zu hohe Erwartungen an das Buch. Ich hatte mir so etwas wie ein „Männerbuch“ vorgestellt, so in dem Stil von Helen Fieldings „ Schokolade zum Frühstück“, wo sich die Hauptperson in ironischer Weise über sich selbst lustig macht.
Lebensgefühl einer ganzen Generation ?
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Zitat vom Einband: >> High Fidelity trifft voller entwaffnender Ehrlichkeit und messerscharfem Charme das Lebensgefühl einer ganzen Generation. <<
Mit dem Geburtsjahr 1963 ( Hornby 1957 ) kann ich mich ja angesprochen fühlen, was Hornby da beschreibt ist eher das Lebensgefühl einiger Spinner aus dem Norden Londons.
Die Brigitte schreibt: >> Nick Hornbys Roman über wacklige Beziehungskisten und seelentröstende Songs ist längs schon Kult.<<
Wenn 10 Prozent der Leser die im Buch angesprochenen Songs kennen dann ist das schon sehr viel.
Was soll denn das ? ein wenig stütze ich mich schon, beim Kauf, auf die Beschreibungen aus dem Buchdeckel. In Zukunft werde ich das wohl sein lassen.
Warum habe ich das Buch trotzdem zu Ende gelesen ?
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Trotz aller Kritik gibt es doch ein paar Stellen an denen ich die Gags verstanden habe und ein paar Stellen an den Rob paar interessante Gedanken äußert. Hornby hat einen angenehmen Schreibstil so dass ich, trotz allem noch gut unterhalten wurde. Von der Sprache her ist der Roman auf gutem literarischen Niveau, von der Aussage her auf Groschenheftniveau.
3.] Der Autor ( wörtlich vom Einband des Buches übernommen )
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Nick Hornby, 1957 geboren, lebt mit seiner Frau und seinem Sohn im Norden Londons. Er studierte in Cambridge und arbeitete als Lehrer, ehe er sich nach dem Erfolg von >> Fever Pitch << ( 1992 ) in England ganz dem schreiben widmen konnte. Hornby schreibt regelmäßig für die Sunday Times, Time Out, Times Literaty Supplement.
4.] Das Buch
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Titel: High Fidelity
Autor: Nick Hornby
Verlag: Knaur Lemon
ISBN: 3-426-61270-4
Preis: die TB-Ausgabe kostet 8,90 EURO
5.] Fazit
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Ich bin mit viel zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde auch prompt enttäuscht. Frauen die etwas über das Seelenleben von Männern erfahren wollen werden in diesem Buch nur Plattheiten finden. Diejenigen die an einer sehr lustigen selbstironischen Geschichte interessiert sind empfehle ich das Buch, >> Teenage Wasteland << von Dirk Buck , die Lebensgeschichte eines Punks.
Kenner der beschriebenen Musikszene werden bestimmt Gefallen an den vielen Insider-Gags finden.
Nur sehr bedingt empfehlenswert.
© by Araxas / 19.06.02
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-16 12:24:00 mit dem Titel Hildebrandt Dieter - Denkzettel
Denkzettel, von Dieter Hildebrandt, dem Altmeister der Kabarettisten. Ich muß zugeben daß ich in den Sendungen immer nur die Hälfte der Texte verstehe und diese Hälfte ist schon genial genug.
In dem Buch habe ich Gelegenheit mir den Text in Ruhe durchzulesen und richtig zu genießen.
Zitat aus dem Buch ( Kommentar von Hildebrandt über den Journalisten Reginald Rudorf ):
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>>.... ..daß er früher ein glühender Sozialist gewesen sei.
Heute ist er glühender Antisozialist!
Er glüht schon wieder.
Ich hab an mir gemerkt, daß man irgendwann mal auskokelt, wenn man falsch angezündet worden ist.
Der nicht. Der schreibt immer noch für Bild, BamS und Burda. Welche Energie bringt ihn so zum Glühen?
Überzeugung? Öl? Rache?
Es ist einfacher: Kohlen.<<
Der Mann sagt seine Meinung offen und ehrlich und wenn er jemand ins Visier nimmt dann bleiben auch keine Zweifel wer da gemeint ist.
Hildebrandt springt in diesem Buch wahllos von Thema zu Thema, als Aufhänger dienen die Zettel die überall herumliegen und Ordnung in sein Chaos bringen sollen.
Zitat: >> Ich werfe nie was weg. Es ist schon genug weg, was ich gar nicht weggeworfen habe.<<
Zitat: >> Der Zettel auf dem ich mir mitteilen wollte: „Achte darauf, daß die Kochplatten abgestellt sind, wenn du daß Haus verläßt!!!!!!“, ist auf der Kochplatte verschmort.
Im Buch jagt ein Kalauer den anderen, in einem atemberaubenden Tempo. Bei allem Witz und Ironie erfährt man doch einiges über das Leben und die Persönlichkeit des Autors.
So erzählen einige Geschichten von seinen beiden Töchtern, von Erlebnissen in der Kriegsgefangenschaft und von der Suche nach seinen Eltern. Hildebrandt wäre nicht Hildebrandt wenn nicht auch in diesen Erzählungen immer wieder die Selbstironie durchkommen würde.
Hildebrandt‘ s Ansichten über Politiker und Politik : Zitat:<< Nicht etwa, daß ich denen da oben nichts zutraue, im Gegenteil, ich traue ihnen alles zu.<<
Absolut lesenswert sind seine Kommentare zu F.J. Strauß in dem Abschnitt Gaubändiger.
In der Abhandlung ‚Dichter-Tüv‘ wird das ‚Literarische Quartett‘ mit Reich-Ranicki auf‘s Korn genommen. Eine der besten Sachen die ich bis jetzt gelesen habe. Ich hab den ‚Dichter TÜV‘ schon etliche Male gelesen und lach‘ mich jedesmal halbtot.
Besonders symphatisch wirkt Hildebrandt in den Passagen in den er sich über sich selbst lustig macht. Z.B. als Reiseleiter der so ziemlich nix auf die Reihe kriegt, oder als Mann der „unter die Frauen gefallen ist“ wo er dann feststellt wie schwer es ist die eigene Familie zum Lachen zu bringen. Dabei kann er über seine Tochter herzlich lachen wenn sie ihm nachweist daß es besser wäre seine Brieftasche beim Notar zu deponieren anstatt sie immer wieder vor sich selbst zu verstecken.
Durch eine Abhandlung über ‚ Wippchen‘ bin ich auf einen anderen Autor gestoßen: Julius Stettenheim, der von 1877 bis 1916 „Schlachtberichte“ unter dem Namen Wippchen schrieb.
Zitat von Wippchen:
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>>
WIPPCHEN
Ham Sie jedient
HOFRAT V.B.:
Selbstverständlich. Leibregiment Victoria Luise zu Fuß und zu Pferd. Vater Holsteiner aus dem Geschlecht derer zu und von Klobenstein. Mutter aus dem Stall des Flügeladjutanten Seiner Mäjestät: von Klüssenrath!
WIPPCHEN
Aha. Und wie viele Rennen haben Sie gewonnen?<<
Hildebrandt war von Stettenheim selbst so beindruckt das er später ein ganzes Programm im Stile Wippchens geschrieben hat.
Irgendwann habe ich einmal gehört daß die Sendungen des Autors kurz vor Wahlen nicht ausgestrahlt werden. Wenn das wirklich wahr ist; dann ist das doch glatte Zensur in meinen Augen. Da sieht man mal wie ernst der Mann genommen wird.
Über den Autor
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Dieter Hildebrandt, 1927 in Bunzlau, Niederschlesien, geboren, studierte in München Theaterwissenschaften. Mit Sammy Drechsel Gründer der ‚ Münchner Lach- und Schießgesellschaft. In den Jahren 1974 bis 1982 Zusammenarbeit mit Werner Schneyder. Von 1973 bis 1979, „Notizen aus der Provinz“ für das ZDF, ab 1980 „Scheibenwischer im SFB“.
weitere Bücher
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Was bleibt mir übrig / Anmerkungen zu ( meinen ) 30 Jahren Kabarett.
Wippchen oder Die Schlacht am Metaphernberge.
das Buch
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Denkzettel / Dieter Hildebrandt
Zeichnungen von Dieter Hanitzsch
München: Kindler, 1992
ISBN 3-346-40182-7
Preis: weiß ich nicht mehr
bei amazon.de gibt’s das Buch als Taschenbuch für 14,00 DM
Dort findet man auch eine Kundenrezension zum Buch, hätt‘ ich bloß nicht dort nachgeschaut!; die ist nämlich viel professioneller als meine; macht nix; zitiere ich eben noch ein wenig aus dem Buch:
Über Strauß: Zitat aus einer Straußrede: „ Wie kommen junge Naturwissenschaftler dazu, der Fahne einer völlig wirren Ideologie zu folgen? Waren nicht auch viele Terroristen Studenten oder gerade examinierte Akademiker?“
Kommentar von Hildebrandt, Zitat:<< Das ist von einer erhabenen Gemeinheit. Das hebt ihn weit über die zaghaften Denunzianten hinaus. Wer so denkt schießt auch. Jawohl. Meinte er?.........Vorwürfe kann man ihm nicht machen, denn er hatte die Gefährlichkeit der Waffe Sprache ja nicht verstanden, der Arme. Dutschke ist daran gestorben.>>
Fazit
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Wem ‚Scheibenwischer‘ oder ‚Notizen aus der Provinz‘ gut gefallen haben, wird auch Gefallen an diesem Buch finden. Das Buch ist sehr unterhaltsam und man erfährt ein wenig über den Menschen Dieter Hildebrandt.
Ein echter Dauerbrenner, wird nie langweilig ich lese immer wieder gerne in dem Buch.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-19 11:54:59 mit dem Titel Hermann Judith - Sommerhaus, später
Marcel Reich-Ranicki meint zu diesem Buch: >> Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Ihr Erfolg wird groß sein.<< => Oh ! eine Empfehlung vom großen Meister, daß hat mich dann doch recht neugierig gemacht auf Buch und Autorin.
Von den 9 Geschichten haben mich nicht alle überzeugt, aber von einigen war ich sehr angetan. Alle Geschichten haben die richtigen Zutaten die gute Prosa ausmachen, es gelingt der Autorin recht gut Stimmungen von hoher Intensität und Dichte zu erzeugen.
1.) 4 Beispielgeschichten
2.) Das Buch
3.) Die Autorin
4.) Fazit
1.) 4 Beispielgeschichten
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Es ist recht schwer einen Prosa Text über eine Inhaltsbeschreibung zu vermitteln. Die Stimmungen werden mehr über die Satzmelodie und die Verschlüsselungen erzeugt als über die konkreten Inhalte. Im folgenden werde ich 4 der Geschichten kurz vorstellen z.T. mit einer kurzen Leseprobe.
Geschichte Nr 1 : Rote Korallen
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Eine junge Frau besucht, trotz des ausdrücklichen Verbotes, den Therapeuten ihres Freundes. Ihr erster Besuch dort kostet sie ihr rotes Korallenarmband und ihren Geliebten. Das Armband das sie trägt ist das Erbstück ihrer russischen Großmutter und sie erinnert sich an die Geschichte der Großmutter als sie dem Therapeuten gegen übersitzt. Ihre Großmutter war eine depressive in sich gekehrte Frau, von ihrem Großvater vernachlässigt und Trost suchend in verschiedenen traurigen Liebesaffären. Ihr Geliebter ist der Urenkel des treuen Dieners der Großmutter mit fischgrauen Augen und fischgrauer Haut der den ganzen Tag im Bett liegt und behauptet ihm gehe es schlecht, er spricht nur sehr wenig und wenn dann sagt er Sätze wie : "Ich interessiere mich nicht für mich selbst.".
Mein Kommentar dazu
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Die erste Geschichte hat mich gleich schon einmal enttäuscht, die Autorin versucht die Depression ihres Freundes durch eine grau in grau Allegorie darzustellen, dabei ließt sich das ganze wie eine ligth-Version von Kafka. Eindeutig nicht gelungen, genauso wie die Geschichte der russischen Großmutter, die ich, glaube ich jedenfalls, irgendwo schon einmal irgendwo gelesen zu haben. Auch das rote Korallenarmband das beim Therapeutenbesuch kaputt geht und die über den Teppich verstreuten Korallen die dann von der jungen Frau mühsam und unter Tränen aufgelesen werden sind sehr gekünstelte Allegorien die vielleicht einen Reich-Ranicki begeistern mich reißt so etwas nicht vom Hocker, das ist keine moderne Prosa, eher eine Huldigung an die alten Meister.
Geschichte Nr. 4 : Ende von Etwas
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Sophie erzählt einem Unbekannten in einem Cafe die Geschichte ihrer Großmutter. Die Großmutter ist pflegebedürftig und kann sich, wenn überhaupt, nur mit einem Gehgestell bewegen. Sie lebt in ihrer eigenen Wohnung und wird von den Eltern von Sophie versorgt unter anderem auch mit 3 Dosen Bier, 3 Schnäpsen und 1 Schachtel Zigaretten am Tag. Außerhalb der Versorgung von einer Stunde am Tag ist die alte Frau die ganze Zeit auf sich alleine gestellt.
Sophie erzählt: Zitat >> Sie machte ins Bett und lag dann weinend und unglücklich bis zum Abend. Aber manchmal sang sie und zwinkerte mit ihrem linken Auge und lachte über etwas, von dem wir nichts wußten, bis ihr die Tränen kamen. Sie hörte nie Musik. Lag in dieser Stille , die einmal laut gewesen war, als die zwei Kinder noch da waren und der Mann.<<
Mein Kommentar zur Geschichte
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Nach dem ich diese Geschichte gelesen hatte war ich nun hin und weg. Recht interessant ist zunächst einmal die Zeit in der die Geschichte erzählt wird. Die auktoriale Erzählerin berichtet über Sophie in der Gegenwart, während sie Sophie, über die Großmutter, mit Hilfe der wörtlichen Rede, in der Vergangenheit berichten läßt. So ermöglicht die Autorin, daß Sophie ihre persönliche Sicht der Dinge darstellen kann, während dem Leser vom allmächtigen Erzähler ihre Gefühle beim Erzählen nahe gebracht werden. Eine weitere stilistische Komposition entsteht durch den Eindruck daß die Erzählung die Wiedergabe eines Metaerzählers ist der das Cafe-Gespräch zwischen Sophie und dem Unbekannten nacherzählt. Das erinnert schon recht stark an eine Fuge von Bach mit seinen rekursiven Spielereien.
Alleine schon wegen dieser Geschichte hat die Judith Herrmann alle Ehrungen verdient. Eine in einem recht unsentimentalen Stil erzählte Alltagsgeschichte erhält durch die Schlußszene einen vielschichtigen Bedeutungshintergrund. Mich persönlich hat die Geschichte sehr zum Nachdenken angeregt. Ich enthalte mich ganz bewußt einer konkreten Interpretation, wobei ich mich auf den Titel " Ende von Etwas" stütze, ich glaube die Autorin wollte das jeder sein eigenes Etwas in dieser Geschichte findet.
Geschichte Nr. 2 :Hurrican ( Something farewell )
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Mehrere Personen auf einer Insel erwarten die Ankunft eines Hurricans. Die Sturmwarnungen kommen beinahe stündlich und die Inselbewohner werden aufgefordert sich in spezielle Schutzzonen zu begeben. Deutsche haben die Möglichkeit sich von der Botschaft aus in die Vereinigten Staaten fliegen zu lassen. Die meisten Inselbewohner machen sich nicht allzuviel aus den Sturmwarnungen und leben so weiter als ob nichts außergewöhnliches geschehen würde. Sie machen so weiter wie bisher und spielen ihre Spiele wie bisher. Eines der Spiele der Inselbewohner heißt " Sich-so-ein-Leben-vorstellen"; bei diesem Spiel gibt es keine Regeln, außer halt, sich ein anders Leben vorstellen und beschreiben wie dieses denn so ablaufen könnte.
Meine bescheidene Meinung dazu
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Das Spiel "Sich-so-ein-Leben-vorstellen" und Menschen in Erwartung einer Naturkatastrophe sind schon mal sehr interessante Ansätze. Und was hat die Autorin daraus gemacht? nicht allzuviel. Für die ca. 20 Seiten der Erzählung tauchen zu viele Personen in zu vielen Konstellationen auf, ich habe die Geschichte jetzt schon mehrmals gelesen und noch immer fällt es mir schwer Personen und Ereignisse einander zuzuordnen. Durch diese Verwirrung fällt es mir extrem schwer der erzählten Geschichte zu folgen und eine Stimmung will auch nicht aufkommen. Schwach, sehr schwach. Es ist schon seltsam, eine Geschichte haut mich fast um während ich bei dieser z.B. absolut gelangweilt bin. Ich meine die Autorin zeigt interessante Ansätze, hat aber ihren Stil noch lange, lange nicht gefunden.
Geschichte Nr. 3 Sonja
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Der Ich-Erzähler, ein Mann, steht zwischen 2 Frauen, seiner Freundin der lebenstüchtigen und attraktiven Verena und der etwas seltsamen Sonja. Er wird sich nicht so recht klar darüber zu welcher Frau er sich wirklich hingezogen fühlt.
Der Erzähler ( Zitat ):>> ...Sonja war biegsam - im Kopf. Es ist schwierig zu erklären. Vielleicht daß sie mir jede Projektion erlaubte. Sie erlaubte mir jede mögliche Wunschvorstellung von ihrer Person, sei konnte eine Unbekannte sein, eine kleine Muse, jene Frau, der man einmal auf der Straße begegnet und an die man sich noch Jahre später mit dem Gefühl eines ungeheuren Versäumnisses erinnert. Sie konnte dumm sein und bieder, zynisch und klug. Sie konnte herrlich sein und schön, und es gab Augenblicke, da war sie ein Mädchen, blaß im braunen Mantel und wirklich unwichtig; ich glaube sie war so biegsam, weil sie eigentlich nichts war.<<
Meinung
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Eine der guten Geschichten der Verfasserin, trotz Ich-Erzähler emotionslos erzählt, die Ereignisse um Sonja werden recht nüchtern weitergegeben, dadurch wird der Leser aufgefordert eigene Emotionen mit einzubringen..
Kommentar zu den Geschichten allgemein
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Die Emotionen die, die Geschichten auslösen entstehen nicht durch Worte, eher durch das Beobachten der Handlung. Alle Geschichten erscheinen wie Momentaufnahmen aus dem Leben der verschiedenen Personen und verführen irgendwie dazu die Geschichten selbst zu Ende zu denken oder einen Anfang zu erfinden. Insgesamt eine Kurzgeschichtensammlung die man nicht einfach schnell 'mal liest und dann im Bücherregal verstauben läßt.
2.) Das Buch
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Autorin: Judith Hermann
Titel: Sommerhaus, später
ISBN: 3-596-14770-0
Seiten: 187 Seiten
Preis: 7,90 EURO; gebraucht ab 4,35 EURO zum Zeitpunkt des Berichtes bei Amazon
Bei Amazon gibt es auch einige Rezensionen zum Buch, die man sich vor dem Kauf auf jeden Fall einmal anschauen sollte.
Ich selbst besitze eine limitierte Sonderausgabe mit der ISBN: 3-596-50517-8 die nur 7 EURO gekostet hat.
3.) Die Autorin
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Judith Hermann, 1970 in Berlin geboren, lebt als Journalistin und freie Schriftstellerin in Berlin. Sommerhaus, später ist ihre erste literarische Publikation.
Judith Hermann hat für "Sommerhaus, später" den Förderpreis des Bremer Literaturpreises 1999 erhalten. In der Begründung der Jury heißt es : " Judith Hermann formuliert in atmosphärisch dichter Prosa und mit großer sprachlicher Sicherheit das Lebensgefühl von Menschen, die in Liebe und Angst befangen, das Leben verfehlen und das Scheitern der eigenen Lebenspläne mehr melancholisch beobachten als trauernd erleben."
4.) Fazit
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Ja, ich stimme Reich-Raniki durchaus zu, wir haben eine hervorragende Autorin bekommen. Ob ihr Erfolg aber groß sein wird das hängt davon ob sie im Stil von "Ende von Etwas" oder im Stil von "Rote Korallen" weiter schreibt , das Ende ist also offen. Für jeden geeignet der sich einmal etwas anspruchsvollere Literatur gönnen will.
© by Araxas - 19.09.02

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