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Erfahrungsbericht von marchi

Hackl Erich - Abschied von Sidonie

Pro:

authentische Erzählung, fesselnder Schreibstil, sehr anspruchsvoll

Kontra:

anfangs etwas trocken

Empfehlung:

Nein

Autor
Erich Hackl, geboren 1954 in Steyr/OÖ, studierte Germanistik und Romanistik in Salzburg und Malaga. Er arbeitete dann als Lehrer und Hochschullektor in Madrid und Wien. Er lebt heute in Wien und ist mit einer Spanierin verheiratet. Bekannt wurde er durch die Erzählung „Auroras Anlaß“ (1987) und durch die Verfilmung. Neue Erzählungen sind „Sarah und Simon“ (1995) und „Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick“ (1999).

Inhalt
Die Erzählung basiert auf einer wahren Begebenheit und ist 1989 erschienen.
Sie handelt von dem kleinen Zigeunermädchen Sidonie, das am 18. August 1933 vor dem Krankenhaus in Steyr von einem Pförtner gefunden wird. Von Sidis leiblicher Mutter fehlt jede Spur. So kommt es, dass Sidonie zu Familie Breirather nach Letten in Pflege kommt.
Am 12. Februar 1934 wird Hans Breirather verhaftet und muss eine 18-monatige Gefängnisstrafe antreten.
Josefa Breirather läuft sich die Füße wund um Sidonie, ihr leibliches Kind Manfred und Hilde, die sie ebenfalls in Pflege nimmt, durchzubringen.
Hans wird im März 1935 vorzeitig aus der Haft entlassen.
Das Jugendamt sucht weiter nach der Mutter Sidis, da die offiziellen Stellen nicht mehr für sie zahlen wollen.
Am 9. März 1943 bekommt die Familie Breirather ein Schreiben, in dem es heißt, dass die leibliche Mutter von Sidonie gefunden wurde.
So kommt es, dass Sidonie zu ihrer leiblichen Mutter nach Hopfgarten (Tirol) kommt. Wenige Tage später wird das Mädchen mit seiner Familie und anderen Zigeunern nach Auschwitz, in ein Vernichtungslager gebracht...

Meine Meinung zu dem Buch:
Diese authentische Erzählung kann man nur empfehlen. Sobald man mit dem Lesen begonnen hat, lässt es einem nicht mehr los. Man ist total gefesselt, es ist, als wäre man selbst mitten im Geschehen. Das traurige Schicksal von Sidonie bringt einem zum Nachdenken und Erich Hackl zeigt mit dieser Erzählung auf, wie grausam die Welt damals war und wie sie leider auch heute noch ist.


Das Buch ist im Diogenes Verlag erschienen (ISBN: 3257224281) und hat 127 Seiten!

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