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Erfahrungsbericht von mila_star

Hastings, Susan - Der Schwarze Magier

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

In dem Roman dreht sich alles um das Leben eines Mannes im Mittelalter, der für seine Zeit eine sehr fortschrittliche Denkweise und seine eigene Religionsauffassung hat, die er mutig gegen die Kirche vertritt.

Hauptfigur:
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Rupert de Cazeville hat die Gabe des Gesichts, das heißt er bekommt durch Visionen und Träume vermittelt was in der Zukunft geschehen wird und er kann die Seelen der Menschen lesen und beherrschen. Zudem arbeitet er als Arzt, der als einer der ersten seiner Zeit u.a. entdeckt wie wichtig Hygiene bei Operationen ist. Er strebt stets nach Wissen und nach Freiheit. Von Religion hält er nichts, denn die Kirche verbot zu jener Zeit jegliche Form von Fortschritt ( alles sei "Teufelswerk"). Er geht stets seinen eigenen Weg und will sich an nichts und niemanden binden, am liebsten ist er alleine in der Natur.


Handlung:
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Rupert de Cazeville wird auf einer normmanischen Burg zur Zeit des Mittelalters geboren. Im Gegensatz zu seinen beiden älteren Brüdern taugt er überhaupt nicht zum Ritter, Rupert ließt viel lieber und spielt mit seiner Schwester. Bei einem Ausritt werden die beiden von den drei Brüdern des verfeindeten Nachbars angegriffen. Um seine Schwester vor einer Vergewaltigung zu Schützen nutzt Rupert zum ersten mal seine magischen Fähigkeiten uns tötet einen der gegnerischen Brüder. Aus Entsetzten darüber verstößt Ruperts Vater ihn. Seine Mutter bringt ihn in ein Kloster, auf das er lesen und schreiben lernt. Doch davon ist Rupert zuerst einmal weit entfernt. Als Novize besteht sein Klostertag nur aus harter Arbeit und Dienerschaft gegenüber den Mönchen. Rupert verliert jeden Glauben an Gott und die Kirche und sein Klosterleben als er sieht, was die Mönche im gegenüberliegendem Nonnenkloster treiben, nämlich vollfressen und sich mit den Nonnen vergnügen. Doch auch in den eigenen Klostermauern muss Rupert damit umgehen können, dass sich die Mönche immer wieder an seinen Novizen-Freunden vergehen und auch ihn attackieren. Letztendlich hält ein Junge den Drill nicht mehr aus und erhängt sich. Rupert findet seine Leiche zuerst, sucht sich sofort den verantwortlichen Mönch und kastriert ihn. Anschließend flieht er in den Wald und wird von der Kräuterfrau Regina aufgenommen. Regina zeigt ihm den ersten Umgang mit Heilkunde und seinen Visionen, aber vor allem zeigt sie ihm was Geschlechtsverkehr ist. Rupert verliebt sich in sie. Doch nachdem Regina ihn nichts mehr zu lehren weiß, schickt sie ihn zu einem Druiden, der ihm darin lehrt seine Fähigkeiten zu benutzen und richtig ein zu setzten. Nach dem Tod des Druiden studiert Rupert Medizin. Doch anstatt sich, wie damals für Ärzte üblich, an Patienten nicht die Hände schmutzig zu machen, interessiert Rupert sich vor allem für das Innere eines Menschen und will operieren. Nach seinem Studium eröffnet er in einer großen Hafenstadt seine Praxis. Trotz seiner fortschrittlichen und für die Menschen ungewohnten Behandlungsmethoden hat er Erfolg, denn seine Behandlungen glücken jedesmal. Letztendlich traut er sich, einer Frau den Bauch aufzuschneiden, als diese droht über der Geburt zu sterben. Die Operation ist erfolgreich, Mutter und Kind überleben, doch das abergläubische Gerede der Leute handelt Rupert die Inquisition ein. Nur durch seine Fähigkeit die Seele des Richters beherrschen zu können kommt Rupert frei, doch er weiß, das er den Ort verlassen muss. Die Gelegenheit ergibt sich, als König Richard Löwenherz, König von England, auf dem Weg in den Kreuzzug in der Hafenstadt halt macht. Rupert gelingt es, einem von Richards Männern die Hand wieder anzunähen, und zieht so das Interesse des Königs auf sich. Richard nimmt ihn mit auf dem Weg in den Orient. Auf der langen Reise wird Rupert zu einem wichtigen Berater und Freund von Richard. Noch bevor sie im Orient angekommen sind, hat Richard schon allerhand Schwierigkeiten zu bewältigen. Besonders mit dem französischen König Philipp, der ihn auf dem Kreuzzug begleitet, gerät er aufgrund deren homosexuellen Neigungen zueinander immer wieder in Konflikte. Im Orient angekommen schrumpft Richards Heer immer weiter zusammen, und letztendlich läuft Rupert auch noch zum Sultan über. Denn Rupert ist fasziniert von der Wissensförderung, die der Islam mit sich bringt und den Behandlungsmethoden er muslimischen Ärzte, die den seinen ähnlich sind.
Aber vor allem genießt er die Liebeskunst der arabischen Frauen.
Bei einem Vermittlungsauftrag im Namen des Sultans gerät Rupert in Gefangenschaft. Seine Träume verraten ihm, das der Sultan getötet wurde und König Richard sich ebenfalls in Gefangenschaft befindet. Geplagt von seinem schlechten Gewissen gegenüber Richard, gelingt Rupert ein Fluchtversuch und er macht sich auf den Weg zurück nach Norden, um nach Richard zu schauen. Doch er ist noch geschwächt von seiner eigenen Gefangenschaft und macht so immer wieder Halt in verschiedenen Orden, wo er sich gesund pflegen lässt. Doch egal in welchem Gotteshaus er sich aufhält, überall bekommt er Schwulenszenen zu Gesicht.
Um so überraschter ist er, als er die schöne Lady Gwendolyn sieht, die selbst zum Schwert greift um ihr Anwesen zu verteidigen. Als Gwendolyn von einem Pfeil getroffen wird, pflegt Rupert sie gesund. Beide sehen sich gegenseitig als Herausforderung an und wollen sich erobern, doch Rupert hat nach wie vor Angst vor einer festen Bindung.
Obwohl Richard, für den inzwischen Kaution bezahlt worden ist, genau diese Angst seines einzelgängerischen Freundes kennt, verheiratet er Rupert mit Gwendolyn. Der goldene Käfig schließt sich über Rupert, Richard hat es geschafft den freiheitsliebenden Rupert zu binden, auch an ihn selbst. Doch was ihm Ruperts Träume verraten ist eindeutig, Richard Löwenherz wird sterben. Richard lacht nur über Ruperts Warnung und lässt ihn zurück. Nach Richards Tot macht sich Rupert ununterbrochen Vorwürfe. Es zieht ihn weiter nach Norden, wo er schließlich auf seinen alten Familienbesitz stößt. Doch seine Geschwister sind verschwunden, nur seine Schwägerin sitzt auf den Thron. Schnell erkennt er, dass diese sich auf ein Verhältnis mit den verfeindeten Nachbarn eingelassen hat, deswegen seinen Bruder töten ließ und nun zuläßt, das diese die Burg herunterwirtschaften. Rupert schafft es nicht schnell genug Männer und Waffen zu organisieren um seine Burg gegen den Nachbarn verteidigen zu können. Kurz bevor sie fällt, eilt ihm überraschenderweise Gwendolyn samt Heer zur Hilfe. Gwendolyn ist glücklich, nach der erzwungenen Hochzeit nun wieder von Richard geliebt zu werden. Sie kann nicht ahnen, das Rupert wieder deutliche Visionen hat. So ist er nicht sonderlich überrascht, als sein Sohn vor ihm steht und ihn zurück zu Regina holt.
Gwendolyn weiß, dass sie den Kampf um Rupert verloren hat und geht traurig davon.




Das Maß, in dem im Verlauf der Geschichte Sex erwähnt wird, ist ungünstig gewählt. Ständig und immer wieder hat Rupert seine Abenteuer, doch sind diese nie sonderlich beschrieben, aber auch nicht nur kurz erwähnt. Viel zu weit greift die Autorin meiner Meinung nach bei der Homosexualität. Die größten Herrscher und sämtliche Geistliche sind allesamt schwul in dem Buch. Schon nach kurzer Zeit fragt man sich beim Lesen was das eigentlich soll. Überhaupt ließt sich der größte Teil des Buchen mit der Frage >>was soll das eigentlich alles??<< Mit jedem Kapitel zieht Rupert einen Ort weiter, ohne das sonderlich Spannung aufkommt oder man Rückschlüsse ziehen kann. Die Ereignisse reihen sich halt unaufhörlich aneinander. Lediglich auf der vorletzten Seite, wo es ihn nach allen Abenteuern mit der arabischen Sklavin und seiner Frau Gwendolyn wieder zu Regina zieht, schließt sich etwas. Meiner Ansicht nach ist der Weg, den Richard braucht um wieder zurück zu finden, zu lang gewählt. Oder aber die Autorin bringt Ruperts Streben nach Wissen und Einsamkeit nicht stark genug hervor.
Das Ende hingegen empfinde ich als sehr klug gewählt. Es ist einerseits traurig, anderseits ein Happyend. Traurig für Gwendolyn, die einsieht den Falken Rupert trotz allen Kämpfens nicht länger halten zu können, glücklich für Rupert, der nun zu seiner einzig wahren Liebe zurückkehren kann und vor allem seine Freiheit wieder hat.
Ebenfalls positiv ist dem Buch zu vermerken, dass es zwar von einem Menschen mit heutigem Denken handelt, aber nie die Sicht des Mittelalters verliert. Z.B. erkennt Rupert auf einer Schifffahrt an dem Auf- und Abtauchen eines Landes am Horizont und dem gleichen Verhalten des Kopfes des Stallknechtes hinter einem (runden) Pferdehintern, das die Welt keine Scheibe sein kann. Ebenfalls zum Schmunzeln bringt einen die Idee des Kondoms, bestehend aus Rinderdarm.

Im Nachwort des Buches führt die Autorin einen Dialog zwischen ihr und ihrem Fantasiegeschöpf Rupert, der ihr so vertraut geworden ist und den nun auch sie gehen lassen muss.

Wissenswertes:
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Sämtliche Figuren des Romans haben tatsächlich gelebt.

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