Erfahrungsbericht von tobi.birkner
Heinrich Heine eine Biographie
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Heine wurde vermutlich am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren. Da ein Brand alle Familiendokumente vernichtete ist sein Geburtsdatum nicht ganz sicher. Der Geburtsname Heines war jedoch nicht Heinrich, sondern Harry. Seine Eltern, Samson und Betty Heine, beide jüdischer Abstammung, besaßen ein kleines Tuch- und Manufakturwarengeschäft. Betty Heine, geborene van Geldern, stammte aus einer reichen Familie und war gut gebildet, weshalb sie auch die Erziehung der Kinder übernahm. Der Vater dagegen war eine echte Frohnatur und kümmerte sich liebevoll um seine Kinder. Die Zeit Heines Kindheit war noch sehr von dem damaligen feudalistischen Herrschertums geprägt, aber es bildeten sich in dem Ständestaat auch bald bürgerlich demokratische Bewegungen. Man muss bedenken, dass die Französische Revolution noch keine 10 Jahre zurücklag.
Mit etwa zwei Monaten wird Heine beschnitten und so Mitglied der jüdischen Heimatgemeinde seiner Eltern. Im Jahr 1800 wird Heines Schwester Charlotte geboren, die ihm zeitlebens näherstehen wird als seine zwei jüngeren Brüder Gustav und Maximilian, die in den Jahren 1805 und 1807 geboren werden.
Mit vier Jahren besucht Harry Heine die Kinderschule von Susanne Wilhelmina Hindermann und zwei Jahre später die israelitische Privatschule David Rintelsohns. Im Jahr 1804 beginnt für Heine dann die Normalschule. Seinen Religionsunterricht erhält er aber weiterhin bei Rintelsohn.
Im selben Jahr krönt sich Napoleon zum Kaiser und sichert Frankreichs Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent. Im Jahr 1806 wird das Großherzogtum Berg, in dem Düsselsorf liegt, an Frankreich abgetreten. Der Schwager Napoleons hält Einzug in Düsseldorf und bei Heines wird der Tambour LeGrand einquartiert. Später wird Heine ein Buch mit dem Titel "Ideen- Das Buch LeGrand" schreiben, wo er auch über diesen Tambour berichtet.
Mit 13 Jahren besucht Heine das Lyzeum, das nun nach Französischem Vorbild reformiert wurde. Auch die französische Sprache ist in der Schule vorherrschend. Heine ist kein besonders überragender Schüler, außer in Philosophie. Ein besonderes Ereignis in Heines Jugend ist der Einzug Napoleons in Düsseldorf. Noch wird er bejubelt, da er viele Besserungen durchgesetzt hat, aber bald werden die Leute Napoleon gegenüber skeptisch, da er die Wirtschaft und den Handel im Rheinland durch seine Machtpolitik beinahe ganz zunichte macht. Im Jahr 1813 findet die Leipziger Schlacht statt, bei der die vereinten Armeen Napoleon schlagen. Heines Heimatstadt Düsseldorf wird nun wieder deutsch. Zuvor wird aber noch ein Beschluss erlassen, der allen zwischen 1791 und 1801 in Düsseldorf Geborenen erlaubt, in Frankreich zu leben. Heine wird von diesem Erlass später noch Gebrauch machen. Der Sturz Napoleons enttäuscht Heine sehr, da er in ihm eigentlich den Fortführer der Französischen Revolution sah.
Mit 19 Jahren wird Harry Heine als Auszubildender zu seinem Onkel Salomon nach Hamburg geschickt. Dort soll er den Beruf des Bankkaufmannes erlernen. Doch Heine findet keinen Gefallen an dieser sehr rationalen Ausbildung. Stattdessen verliebt er sich in seine Cousine Amalie, die seine Liebe jedoch nicht erwidert. Diese unglückliche Jugendliebe war für Heine der Impuls für seine ersten Dichtungsversuche, wie "Don Ramiro" oder "Ein Traum, gar seltsam schauerlich". Diese und andere Gedichte veröffentlicht Heine während seiner Ausbildung, sehr zum Verdruss der ganzen Familie, die wenig für die Kunst des Dichtens übrig hat. Als neuen Ansporn richtet ihm Salomon ein eigenes Geschäft ein. Harry kümmert sich jedoch wenig, wenn überhaupt um sein Geschäft, und geht nach nicht mal einem Jahr pleite. Währenddessen schreibt er Gedichte, die er zum Teil auch veröffentlicht. Natürlich war seine Familie ganz und gar nicht begeistert über seine doch sehr geringen Fähigkeiten eines Geschäftsmannes. Die letzte Rettung sieht sein Onkel in einem Jurastudium, das er Heine schließlich auch finanziert.
Harry Heine immatrikuliert sich in Hamburg und besucht Vorlesungen in Jura sowie in Geschichte, Literatur oder auch Philosophie. Er tritt in eine Burschenschaft ein, die später noch verboten wird, da sie zu demokratisch eingestellt ist. Mitglieder dieser Burschenschaft, darunter auch Heine, veranstalteten Fackelzüge und Demonstrationen, was ihn aber nie in ernste Schwierigkeiten bringt. Nach einem Jahr in Hamburg wechselt er zur Universität nach Göttingen. Dort langweilt er sich jedoch fürchterlich und schreibt deswegen nebenher Gedichte, die er dem Verlag Brockhaus zum Verlag anbietet. Dieser lehnt jedoch ab.
Im Jahr 1821 duelliert sich Heine, verstößt gegen das Gesetz und wird für ein halbes Jahr von der Universität ausgeschlossen. Diese Zeit nutzt er, um seine Familie und auch seinen reichen Onkel zu besuchen. Nach diesem Besuch hat Heine den Onkel überredet, ihm weiteres Geld für ein Studium in Berlin zu geben. Sehr schnell findet Heine in Berlin Zugang zum Salon von Rahel und Karl August Varnhagen von Ense, was für ihn eine Art Forum darstellt, in dem er seine literarische Position finden kann. Auch den Kreis um E.T.A. Hoffmann lernt er kennen.
In dieser Zeit veröffenlicht Heine sehr viele neue Gedichte und arbeitet auch für Zeitungen, wo er aber sehr oft zensiert wird, da seine Artikel zu viele revolutionäre Gedanken enthalten. Heine selber zählt sich aber nicht zu den Demagogen ("Volksverhetzern"), da diese eher antisemitisch eingestellt sind und sich diese Ansichten wohl nicht mit Heines Religion vertragen würden.
1924 kehrt Heine wieder nach Göttingen zurück, um sein Studium zu beenden. In den Semesterferien unternimmt er einen Fußmarsch durch den Harz, welchen er in der "Harzreise" niederschreibt. Im nächsten Jahr besteht er sein Examen mit der Note befriedigend. Mit derselben Note promoviert er dann auch. Weit wichtiger ist in diesem Jahr aber sein Übertritt zum Protestantismus. Nach seiner Taufe nennt er sich Christian Johann Heinrich Heine. Heine verspricht sich von der Konversion bessere berufliche Chancen.
In den folgenden Jahren reist Heine nach England und Italien, teilweise auch um Verfolgungen wegen seines Buches "Ideen- Das Buch LeGrand" aus dem Weg zu gehen. Nach der Herausgabe dieses Buches nimmt sich Heine vor, nichts Politisches mehr zu schreiben, was er jedoch nicht lange einhalten kann, wie man an den "Reisebildern" seiner Italienreise erkennen kann. Während er in Italien ist, stirbt sein Vater, den er sehr geliebt hat.
Als im Jahr 1830 in Paris wieder revolutionäre Aufstände beginnen, wird Heine klar, dass er eigentlich ein revolutionärer Demokrat ist. Aus diesem Grunde reist er ein Jahr später nach Paris, um sich dort die Revolution aus der Nähe anzusehen. Nachdem er aber bald Zugang zu den verschiedenen Salons gefunden hatte und unter anderem Chopin, Berlioz, Dumas, Victor Hugo und andere Berühmtheiten kennenlernte, zeichnet sich schnell ab, dass Heine Paris nicht mehr so schnell verlassen würde. Er arbeitet als Korrespondent solange für die in Augsburg erscheinende "Allgemeine Zeitung", bis die Zensur dermaßen verschärft wird, dass von seinen Artikeln beinahe nichts mehr übrig bleibt.
Ab dem Jahr 1834 macht sich bei Heine ein Nervenleiden durch ständige Kopfschmerzen bemerkbar, die ihm sehr zu schaffen machen. Mit 38 Jahren lernt er die Schuhverkäuferin Eugénie Mirat kennen, von ihm nur Mathilde genannt, und verliebt sich sehr in sie. Anfangs will er sich diese Liebe gar nicht eingestehen, da ihm Mathilde eigentlich zu ungebildet ist. Doch er merkt, dass er sich gegen diese Liebe nicht wehren kann und macht Mathilde zu seiner Lebensgefährtin.
In diesem Jahr wird die Zensur noch einmal streng verschärft und alle Bücher des "Jungen Deutschlands", darunter auch alle Bücher Heines vom Bundestag verboten. Heine tut zwar so, als ob ihn dieses Verbot nicht weiter stören würde, denn er lässt weiterhin seine Bücher drucken, aber er muss sich eingestehen, dass er seine eigene Zensur im Kopf doch auch verschärfte und seine Werke dadurch an Wert verloren.
Im Jahr 1841, Heine ist nun 44 Jahre alt, duelliert er sich zum zweiten Mal, nachdem ihn Salomon Strauß verleumdet hatte. Heine wird an der Hüfte verletzt, was ihn einige Wochen ans Bett fesselt. Kurz vor dem Duell ließ er sich aber noch mit Mathilde trauen, sodass sie im Falle seines Todes abgesichert wäre.
In den folgenden Jahren reist Heine noch zweimal nach Hamburg. Auch begegnet er Marx und lernt diesen zu schätzen.
Mit 51 Jahren erkrankt Heine an Rückenmarkschwindsucht, was Lähmungen, Kopfschmerzen und beginnende Blindheit auslöst. Heine schichtet sich sechs Matratzen übereinander und verbringt dort in seiner Matratzengruft, wie er es nennt, einige Monate. Während der Februarrevolution weilt er in der Heilanstalt Faultiers, und bedauert, dass er nicht selber bei der Revolution mitmischen kann. Allerdings wurde er einmal unfreiwillig in die Straßenkämpfe hineingezogen, als Barrikadenkämpfer seine Kutsche zum Bau ihrer Barrikade vermendeten. Heine leidet sehr unter der Krankheit, hat aber nichts seiner geistigen Fähigkeiten eingebüßt. Er schreibt noch immer Gedichte und auch Artikel für die "Allgemeine Zeitung", die immer noch gerne veröffentlicht werden. Unter anderem wird noch das Sammelwerk "Romanzero" und "Doktor Faust" gedruckt, welche in Preußen sogleich verboten werden.
In seinen letzten Lebensjahren wendet sich Heine auch wieder der Religion und Gott zu, die er zuvor heftigst angegriffen und nur als Ruhigstellung für das Volk betrachtet hatte. Der Glaube an Gott gibt ihm in der schweren Zeit seiner Krankheit Mut und Zuversicht, ebenso wie seine gute Freundin Elise Krinitz, die er nur Mouche nennt, was Fliege bedeutet. Heines Zustand verschlimmert sich im Jahr 1856 immer mehr und schließlich stirbt er am 17. Februar 1856. Heines Grab befindet sich auf dem Friedhof in Montmartre, was sein ausdrücklicher Wunsch war.
Heine gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Romantik. Man mag aufgrund seiner Biographie denken, Heine könne man nicht neben Dichter wie Eichendorff stellen, da er eben nicht so weltfremd und rückwärtsgerichtet erscheint wie viele Romantiker. Heine interessierte sich sehr für die Politik und übte auch Kritik an ihr und den Zuständen in Deutschland. Sein Bestreben war es, den Kampf zwischen Idealismus und Materialismus zu werten, nicht unbedingt nur für eine Richtung zu sein. Er gilt wohl auch deshalb als einer der größten deutschen Dichter, weil er es verstand, romantische und volkverbundene Traditionen unter den Bedingungen der Zeit wiederzugeben.
So dat wars, ich hoffe das genügt euch.
copyright Tobias Birkner
12 Bewertungen, 4 Kommentare
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24.05.2002, 04:34 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichEine ausführliche Schilderung, die einzig die Erwähnung Heines deutschnationaler Gesinnung u. seiner Liebe zu Deutschland vermissen lässt. Ich denke hier z.B. an den "deutschen Donner", den er ggü. den Franzosen herauf beschw&
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18.05.2002, 01:55 Uhr von clauds22
Bewertung: sehr hilfreichDu warst aber sehr fleißig, was Referate angeht ;) Grüsschen, Claudi
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16.05.2002, 22:06 Uhr von harzerduo
Bewertung: sehr hilfreichsehr guter Bericht,
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14.05.2002, 23:12 Uhr von die_leserin
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Bericht, aber beim nächsten mal bitte größere Absätze machen, das erleichtert das Lesen...

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