Erfahrungsbericht von angel2901
Harding, Paul / Tödliches Rätsel
Pro:
Spannend, Geschichte von London...
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
*=* Tödliches Rätsel *=*
Einleitung
*********
Dieses Buch ist ein unheimlich fesselnder Kriminalroman aus dem mittelalterlichen London. Ich habe es schon vor längerer Zeit gelesen, jedoch möchte ich euch die Geschichte um die rätselhaften 6 Morde nicht vorenthalten.
Ich entschuldige mich schon im Voraus für das viele Geschreibsel... doch leider war es mir nicht möglich noch weiter zu kürzen =) Danke für s Verständnis!!!
1. Zusammenfassung des Buches
2. Eindrücke aus der Zeit verarbeitet im Buch
3. Hintergrundinformationen
4. Persönliche Meinung
1. Zusammenfassung
*****************
London im Jahre 1380:
Edwin Chapler, ein Schreiber des Königs in der Kanzlei „zum Grünen Wachs“ wird ermordet und dann 3 Tage später mit einer Wunde am Kopf vom Menschenfischer in der Themse gefunden. (1. Opfer)
Währenddessen liegt Bartholomew Drayten, ein knausriger Geldverleiher mit schlechtem Ruf mit einem Armbrustbolzen in der Brust auf dem Boden seines Kontors und kämpft vergeblich um sein Leben. (2. Opfer)
Sir John Cranston und sein Secretarius der Dominikaner Athelstan erfahren zuerst vom Mord des Drayton und bekommen ein fast unlösbares Rätsel gestellt:
Drayton wurde am nächsten Morgen von seinen beiden Schreibern entdeckt, die die Kammer, in der er getötet wurde, verschlossen vorfanden. Wie schon gesagt war Drayton sehr knausrig und bedacht darauf sein Silber zu schützen. Sein Haus war so eingerichtet, dass er eine kleine Kammer hatte, in der er arbeitete und auch sein Silber unterbrachte. Diese Kammer war verschlossen mit einer sechs Zoll dicken Eichentür mit stählernen Angeln. Außen war sie von starken Messingnägeln geschützt und noch mit zusätzlichen Schlössern verschlossen. Der Raum besaß keine Fenster... nicht einmal eine Schießscharte. Die einzige Öffnung war ein kleines Gitter mit Holzklappe, durch die allerdings nicht einmal ein kleiner Armbrustbolzen hindurchgepasst hätte. Die Schreiber arbeiteten nicht in der Kammer sondern in einem anderen Raum des Hauses.
Wie also war es dem Mörder möglich, Drayton umzubringen????? Ein erster Verdacht Cranstons fällt auf die beiden Schreiber des Geldverleihers. Es war bekannt, dass ihr Chef am Tag zuvor eine unheimlich hohe Summe Silber in seiner Kammer verstaut hatte. Diese war ebenfalls verschwunden.
Cranston und Athelston erfahren auch von dem Mord an Chapler. Jedoch machen sie sich Anfangs darüber nicht so viele Gedanken.
Doch als dann Luke Peslep, ebenfalls ein königlicher Schreiber vom „Grünen Wachs“ morgends auf der Latrine eines Gasthauses ermordet wird, horchen sie auf. (3. Opfer) Bei der Leiche Pesleps werden zwei Rätsel gefunden. Es ist bekannt, dass die Schreiber vom „Grünen Wachs“ gerne Rätsel erfinden... somit machen sich die beiden auf um die Männer zu verhören.
Dort angekommen finden sie die vier „restlichen“ Schreiber Alcest, Elflein, Ollerton und Napham mit der Schwester des verstorbenen Chapler, Alison Chapler. Nach dem Verhör der vier Schreiber erfuhren Sir Cranston und Bruder Athelston, dass sie gekommen war um ihren Bruder zu identifizieren und sich um das Begräbnis zu kümmern.
Am Tag darauf das nächste Opfer: Die Schreiber hatten die Angewohnheit abends nach getaner Arbeit zusammen in der Kanzlei einen Becher Wein zu trinken. Ollerton nimmt einen Schluck aus seinem Becher und fällt tot um. (4. Opfer)
Jüngst danach geht ihn London das Gerücht um, das der Vikar der Hölle wieder anwesend sein soll. Dieser ist ein amtsenthobener Priester, der mittlerweile als Gauner, Dieb, Betrüger, Hehler und Schmuggler verhöhnt ist. (Wie es im Buch heißt: „Keine Maus vollführt in London ein Verbrechen ohne sein Wissen“) Ein weiterer Verdächtiger ist gefunden. Aber welchen Grund sollten einer von ihnen haben???
Kurz darauf wird Elflain umgebracht. (5. Opfer) Er war auf dem Weg zum Bordell. Er klopfte wie immer an die Tür, denn wenn er kam, war das Bordell geschlossen! Er besuchte immer zu Sonderzeiten... Doch als nach kurzer Zeit die Tür geöffnet wurde, lag Elflain schon tot auf dem Boden.
Bei jeder Leiche der Schreiber wurden Rätsel gefunden. Die Außnahme stellte Chapler dar. Die Rätsel waren im Einzelnen:
1. >>Mein erster ist wie aufgeblasne Pracht, die vorne knallt und hinten kracht!>Mein zweiter sitzt in der Mitte der Not und ist Inhalt des Grauens.>Mein dritter ist wie das Ende.>Mein nächster ist wie der Schwanz am Ende des Borstenviehs.>Mein letzter, der hinter allem steckt, von Anbeginn bis Ende: Man findet ihn in der Mitte des Irrgartens “O” außerdem, “Inhalt des Grauens” --> Horror --> “O”! wie Ollerton
3. Ende = Schluss = “E”! wie Elflain
4. Borstenvieh = Schwein --> Schwanz = Ende --> Ende von Schwein = „N“! wie Napham.
Aus diesen Buchstaben ergiebt sich P-O-E-N ... Er schlussfolgert, dass der Mörder es natürlich als nächstes auf Napham abgesehen hat, hauptsächlich aber auf alle königlichen Schreiber. Er setzt seine Gedanken weiter zusammen und kommt auf das lateinische Wort „poena“ was soviel wie „Strafe“ heißt. Bei Rätsel Nummer 5 war er sich sicher, das hier der Mörder sein Motiv enthüllte: Irrgarten = Labyrinth --> Mitte von Labyrinth = „R“ wie RACHE!!
Nachdem Athelstan seine „poena-Theorie“ Alcest und Napham erklärt wollen sie immer noch nicht verraten, was die Schreiber vom „Grünen Wachs“ auf dem Kerbholz haben, damit jemand so eine schreckliche Rache nehmen wollte. Lieber beriefen sie sich auf das Recht der königlichen Schreiber in den Schutz des Towers zu flüchten.
Napham wollte für den Aufenthalt im Tower noch einige Sachen packen, ging in seine Kammer und steckte eine Kerze an. Im Dunkeln auf dem Weg zum Fenster trat er in eine versteckte Fußangel, die zuschnappt, fällt zu Boden und lässt die Kerze fallen, die dann die Kammer mit samt Napham verbrennt.
Unterdessen fängt Sir Cranston mit Hilfe der „Winzlinge“ (kleinwüchsige, flinke Menschen) den Vikan der Hölle und lässt ihn in das Gefängnis bringen.
---***---***--- Wer sich das Buch kaufen möchte und die Spannung bewahren will, sollte jetzt lieber nicht weiter lesen... ab hier werden die Lösungen der vielen Rätsel erklärt!!!! ---***---***---
Der Fall des Opfer 2 (Drayton) lässt Athelstan keine Ruhe. Mit Hilfe des Zimmermanns der Stadt untersucht er die dicke Eichentür und findet die Lösung: eine Schraube wurde mit der Mutter herausgedreht, eingeölt und wieder hineingesteckt. Nach langem überlegen kam ihm des Rätsels Lösung. Er schnappte sich die beiden verdutzten Schreiber des Drayton und folterte sie mit einem langen Verhör bis sie dann endlich gestanden:
Einer der beiden Schreiber kam kurz vor Feierabend in die Kammer des Geldverleihers und stahl im das Silber. Unter Drohungen, dass sein Leben in Gefahr wäre, wenn er sein Zimmer verließe, rennt der Schreiber danach aus Haus. Weil er den Tod fürchtete verschloss sich Drayton in Panik in seiner Kammer. Der andere Schreiber kam unschuldig die Treppen draußen herunter und rief nach seinem Meister. Er sprach davon, dass er auch verletzt wurde und ließ noch ein paar Flüche auf seinen ehemaligen Kameraden zu hören. In der Angst öffnet der Meister die Holzklappe vor dem Gitter... hinter der Tür fühlte er sich immerhin sicher. Indessen zog der Schreiber lautlos die geölte Schraube aus der Tür und schießt einen kleinen Bolzen durch das Loch auf den ungeschützten Körper Draytons. Der Mörder steckte die Schraube zurück, verschloss die Haustür von innen und verschwand dann durch ein Fenster.
Am nächsten Morgen gingen die Beiden absichtlich an dem offenen Fenster vorbei und brachen ein gut verschlossenes auf. Drinnen schlossen sie dann das Fenster, durch das einer der Beiden letzte Nacht abgehauen war. Jetzt sah es so aus, als ob das ganze Haus sorgfältig abgeschlossen war. Als die schwere Eichentür zur Kammer aufgebrochen wurde, war in dem kleinen Raum so ein Gewimmel von Neugierigen, dass es für einen der Schreiber kein Problem war die Mutter wieder auf die Schraube zu drehen.
Kurz darauf findet ein Verhör mit dem Vikar der Hölle statt. Damit er frei kommt erzählt er die Lasten der Schreiber:
Verbrecher fahren mal in diese Stadt... mal in jene. Dazu braucht man aber Lizenzen, Pässe und andere Dokumente. Doch wenn diese beim Bürgermeister oder in der Kanzlei beantragt werden, dauern sie oft zu lange und wahrscheinlich würde der Antrag von einem Verbrecher auch sowieso abgelehnt. Also richteten es die Schreiber ein, dass dieser den Namen eines Verstorbenen annahm, gaben das Dokument zum unterzeichnen mit Empfehlung weiter und stellten dann die Urkunden aus. So verdienten die Schreiber vom „Grünen Wachs“ ihr gutes Geld nebenher.
Alcest ertrug die physische Belastung im Tower nicht und gestand am Sterbebett, dass er Chapler tötete, weil er Angst hatte, dass dieser Verrat begehen könnte.
Jetzt war noch die Frage nach den Morden an den restlichen Schreibern... War dies auch Alcest, weil er aus Habgier alles für sich wollte????
Nein! Athelstan hatte einen neuen Lichtblick. Er fand heraus, dass Alison Chapler gar nicht Alison Chapler war!!! Edwin Chaplers richtige Schwester starb in frühem Alter. Nein... „Alison“ war seine Frau! Jedoch war es so, dass ein verheirateter Schreiber keine Chance hatte lange bei der Kanzlei zu bleiben! (Wer weiß warum ;o)) Deshalb gab sich seine Frau als Alison aus und besuchte ihn ab und zu... ja, wohnte am Schluss sogar in London in einer geheimen Wohnung. Als Chapler eines Tages nicht mehr Heim kehrte wusste „Alison“ was geschehen war: Die kriminellen Schreiber hatten den ehrlichen Edwin getötet. ... Deshalb ging sie auf ihren Rachefeldzug.
„Einerseits hatte diese junge Frau schreckliche Morde begangen, aber andererseits hatte sie von Herzen geliebt und in ihren eigenen Augen nur Gerechtigkeit geübt.“
„Alison“ begang zum Schluss Selbstmord indem sie in die Themse sprang.
2. Verarbeitete Eindrücke
**********************
Ich finde, dass besonders die Eindrücke der Zeit sehr gut beschrieben waren... wie die Menschen dort lebten, wie schmutzig London war und wie grausam das Gesetz. Deshalb hier ein paar Beispiele:
Der Menschenfischer sucht im Fluss nach Leichen und wird dann für jede gefundene Leiche bezahlt. Dabei gibt es Unterschiede: Die Höhe des Lohns hängt davon ab, ob es ein Unfalltoter, ein Selbstmörder oder sogar ein Ermordeter ist, welchen er herauszieht, wobei das Letztere natürlich am meisten einbringt! (Er und seine Mannen waren beim Volk verachtet... man munkelt sogar, dass er sich nicht zu schade ist selbst für seine Opfer zu sorgen.)
Schwarzgekleidete Männer mit Langbögen standen in Gassen hinter Holzschranken. Über den Schranken hingen weiße Tücher mit roten Kreuzen und darunter die Worte „Jesu Misere“ ... die Pest war in London.
Die Brandmarkung von Verbrechern:
„F“ für Fälscher, „L“ für Lästerer und „Z“ für zweimal überführte Diebe. Taschendieben wurden dabei die Ohren abgeschnitten und Huren, die viermal in der City während ihrer Arbeitszeit ertappt wurden bekamen die Nase aufgeschlitzt. (Der Betrieb von Bordellen war erlaubt!)
Damit bei der Aufbewahrung der Leichen nicht ganz so ein übler Geruch aufkam, wurde Töpfe mit Kräutern unter den Leichentisch gestellt
„...Dann bellte er einen Befehl, und die Barke fuhr einen Bogen, um einem Mistkarren auszuweichen, der am Rande der Fleet stand und den Kot und Müll der Stadt einfach in den Strom kippte.“
3. Hintergrundinformationen
**************************
- Das Buch selbst ist schwarz. Darauf ist ein Buch zu sehen und das Oberteil eines Totenkopfes.
- Geschrieben wurde der Roman von dem Autor Paul Harding. Dies ist ein Pseudonym eines englischen Historikers.
- Vom Autor sind bereits u.a. erschienen: Das Haus des roten Schlächters, Das Lied des dunklen Engels, Das Parlament des Todes, Der Kapuzenmörder, Der Mörder von Greenwood, Der Prinz der Finsternis und Der Zorn Gottes.
- Aus dem Englischen übersetzt von Rainer Schmidt
- Erschienen im Knaur-Verlag
- ISB N 3-246-63116-4
- 8,90 Euro
4. Eigene Meinung
****************
Ich persönlich finde es sehr interessant, wie die Gepflogenheiten in der Zeit waren!!! Gerade diese Passagen sind in dem Kriminalroman sehr lebhaft erzählt. Ich steigere mich beim Lesen immer in das Buch hinein. Mir die Bilder von den verdreckten und stinkenden Straßen zu machen, fiel mir hierbei absolut nicht schwer! Kombiniert ist das ganze dann noch mit einer absolut spannenden Kriminalgeschichte!!! Einfach ein super Buch!!! Deshalb von mir fünf Sterne... absolut empfehlenswert!!!!
Vielen Dank für s Lesen =)
Gruß gnu
© Monja Volandt 08.04.2002
Einleitung
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Dieses Buch ist ein unheimlich fesselnder Kriminalroman aus dem mittelalterlichen London. Ich habe es schon vor längerer Zeit gelesen, jedoch möchte ich euch die Geschichte um die rätselhaften 6 Morde nicht vorenthalten.
Ich entschuldige mich schon im Voraus für das viele Geschreibsel... doch leider war es mir nicht möglich noch weiter zu kürzen =) Danke für s Verständnis!!!
1. Zusammenfassung des Buches
2. Eindrücke aus der Zeit verarbeitet im Buch
3. Hintergrundinformationen
4. Persönliche Meinung
1. Zusammenfassung
*****************
London im Jahre 1380:
Edwin Chapler, ein Schreiber des Königs in der Kanzlei „zum Grünen Wachs“ wird ermordet und dann 3 Tage später mit einer Wunde am Kopf vom Menschenfischer in der Themse gefunden. (1. Opfer)
Währenddessen liegt Bartholomew Drayten, ein knausriger Geldverleiher mit schlechtem Ruf mit einem Armbrustbolzen in der Brust auf dem Boden seines Kontors und kämpft vergeblich um sein Leben. (2. Opfer)
Sir John Cranston und sein Secretarius der Dominikaner Athelstan erfahren zuerst vom Mord des Drayton und bekommen ein fast unlösbares Rätsel gestellt:
Drayton wurde am nächsten Morgen von seinen beiden Schreibern entdeckt, die die Kammer, in der er getötet wurde, verschlossen vorfanden. Wie schon gesagt war Drayton sehr knausrig und bedacht darauf sein Silber zu schützen. Sein Haus war so eingerichtet, dass er eine kleine Kammer hatte, in der er arbeitete und auch sein Silber unterbrachte. Diese Kammer war verschlossen mit einer sechs Zoll dicken Eichentür mit stählernen Angeln. Außen war sie von starken Messingnägeln geschützt und noch mit zusätzlichen Schlössern verschlossen. Der Raum besaß keine Fenster... nicht einmal eine Schießscharte. Die einzige Öffnung war ein kleines Gitter mit Holzklappe, durch die allerdings nicht einmal ein kleiner Armbrustbolzen hindurchgepasst hätte. Die Schreiber arbeiteten nicht in der Kammer sondern in einem anderen Raum des Hauses.
Wie also war es dem Mörder möglich, Drayton umzubringen????? Ein erster Verdacht Cranstons fällt auf die beiden Schreiber des Geldverleihers. Es war bekannt, dass ihr Chef am Tag zuvor eine unheimlich hohe Summe Silber in seiner Kammer verstaut hatte. Diese war ebenfalls verschwunden.
Cranston und Athelston erfahren auch von dem Mord an Chapler. Jedoch machen sie sich Anfangs darüber nicht so viele Gedanken.
Doch als dann Luke Peslep, ebenfalls ein königlicher Schreiber vom „Grünen Wachs“ morgends auf der Latrine eines Gasthauses ermordet wird, horchen sie auf. (3. Opfer) Bei der Leiche Pesleps werden zwei Rätsel gefunden. Es ist bekannt, dass die Schreiber vom „Grünen Wachs“ gerne Rätsel erfinden... somit machen sich die beiden auf um die Männer zu verhören.
Dort angekommen finden sie die vier „restlichen“ Schreiber Alcest, Elflein, Ollerton und Napham mit der Schwester des verstorbenen Chapler, Alison Chapler. Nach dem Verhör der vier Schreiber erfuhren Sir Cranston und Bruder Athelston, dass sie gekommen war um ihren Bruder zu identifizieren und sich um das Begräbnis zu kümmern.
Am Tag darauf das nächste Opfer: Die Schreiber hatten die Angewohnheit abends nach getaner Arbeit zusammen in der Kanzlei einen Becher Wein zu trinken. Ollerton nimmt einen Schluck aus seinem Becher und fällt tot um. (4. Opfer)
Jüngst danach geht ihn London das Gerücht um, das der Vikar der Hölle wieder anwesend sein soll. Dieser ist ein amtsenthobener Priester, der mittlerweile als Gauner, Dieb, Betrüger, Hehler und Schmuggler verhöhnt ist. (Wie es im Buch heißt: „Keine Maus vollführt in London ein Verbrechen ohne sein Wissen“) Ein weiterer Verdächtiger ist gefunden. Aber welchen Grund sollten einer von ihnen haben???
Kurz darauf wird Elflain umgebracht. (5. Opfer) Er war auf dem Weg zum Bordell. Er klopfte wie immer an die Tür, denn wenn er kam, war das Bordell geschlossen! Er besuchte immer zu Sonderzeiten... Doch als nach kurzer Zeit die Tür geöffnet wurde, lag Elflain schon tot auf dem Boden.
Bei jeder Leiche der Schreiber wurden Rätsel gefunden. Die Außnahme stellte Chapler dar. Die Rätsel waren im Einzelnen:
1. >>Mein erster ist wie aufgeblasne Pracht, die vorne knallt und hinten kracht!>Mein zweiter sitzt in der Mitte der Not und ist Inhalt des Grauens.>Mein dritter ist wie das Ende.>Mein nächster ist wie der Schwanz am Ende des Borstenviehs.>Mein letzter, der hinter allem steckt, von Anbeginn bis Ende: Man findet ihn in der Mitte des Irrgartens “O” außerdem, “Inhalt des Grauens” --> Horror --> “O”! wie Ollerton
3. Ende = Schluss = “E”! wie Elflain
4. Borstenvieh = Schwein --> Schwanz = Ende --> Ende von Schwein = „N“! wie Napham.
Aus diesen Buchstaben ergiebt sich P-O-E-N ... Er schlussfolgert, dass der Mörder es natürlich als nächstes auf Napham abgesehen hat, hauptsächlich aber auf alle königlichen Schreiber. Er setzt seine Gedanken weiter zusammen und kommt auf das lateinische Wort „poena“ was soviel wie „Strafe“ heißt. Bei Rätsel Nummer 5 war er sich sicher, das hier der Mörder sein Motiv enthüllte: Irrgarten = Labyrinth --> Mitte von Labyrinth = „R“ wie RACHE!!
Nachdem Athelstan seine „poena-Theorie“ Alcest und Napham erklärt wollen sie immer noch nicht verraten, was die Schreiber vom „Grünen Wachs“ auf dem Kerbholz haben, damit jemand so eine schreckliche Rache nehmen wollte. Lieber beriefen sie sich auf das Recht der königlichen Schreiber in den Schutz des Towers zu flüchten.
Napham wollte für den Aufenthalt im Tower noch einige Sachen packen, ging in seine Kammer und steckte eine Kerze an. Im Dunkeln auf dem Weg zum Fenster trat er in eine versteckte Fußangel, die zuschnappt, fällt zu Boden und lässt die Kerze fallen, die dann die Kammer mit samt Napham verbrennt.
Unterdessen fängt Sir Cranston mit Hilfe der „Winzlinge“ (kleinwüchsige, flinke Menschen) den Vikan der Hölle und lässt ihn in das Gefängnis bringen.
---***---***--- Wer sich das Buch kaufen möchte und die Spannung bewahren will, sollte jetzt lieber nicht weiter lesen... ab hier werden die Lösungen der vielen Rätsel erklärt!!!! ---***---***---
Der Fall des Opfer 2 (Drayton) lässt Athelstan keine Ruhe. Mit Hilfe des Zimmermanns der Stadt untersucht er die dicke Eichentür und findet die Lösung: eine Schraube wurde mit der Mutter herausgedreht, eingeölt und wieder hineingesteckt. Nach langem überlegen kam ihm des Rätsels Lösung. Er schnappte sich die beiden verdutzten Schreiber des Drayton und folterte sie mit einem langen Verhör bis sie dann endlich gestanden:
Einer der beiden Schreiber kam kurz vor Feierabend in die Kammer des Geldverleihers und stahl im das Silber. Unter Drohungen, dass sein Leben in Gefahr wäre, wenn er sein Zimmer verließe, rennt der Schreiber danach aus Haus. Weil er den Tod fürchtete verschloss sich Drayton in Panik in seiner Kammer. Der andere Schreiber kam unschuldig die Treppen draußen herunter und rief nach seinem Meister. Er sprach davon, dass er auch verletzt wurde und ließ noch ein paar Flüche auf seinen ehemaligen Kameraden zu hören. In der Angst öffnet der Meister die Holzklappe vor dem Gitter... hinter der Tür fühlte er sich immerhin sicher. Indessen zog der Schreiber lautlos die geölte Schraube aus der Tür und schießt einen kleinen Bolzen durch das Loch auf den ungeschützten Körper Draytons. Der Mörder steckte die Schraube zurück, verschloss die Haustür von innen und verschwand dann durch ein Fenster.
Am nächsten Morgen gingen die Beiden absichtlich an dem offenen Fenster vorbei und brachen ein gut verschlossenes auf. Drinnen schlossen sie dann das Fenster, durch das einer der Beiden letzte Nacht abgehauen war. Jetzt sah es so aus, als ob das ganze Haus sorgfältig abgeschlossen war. Als die schwere Eichentür zur Kammer aufgebrochen wurde, war in dem kleinen Raum so ein Gewimmel von Neugierigen, dass es für einen der Schreiber kein Problem war die Mutter wieder auf die Schraube zu drehen.
Kurz darauf findet ein Verhör mit dem Vikar der Hölle statt. Damit er frei kommt erzählt er die Lasten der Schreiber:
Verbrecher fahren mal in diese Stadt... mal in jene. Dazu braucht man aber Lizenzen, Pässe und andere Dokumente. Doch wenn diese beim Bürgermeister oder in der Kanzlei beantragt werden, dauern sie oft zu lange und wahrscheinlich würde der Antrag von einem Verbrecher auch sowieso abgelehnt. Also richteten es die Schreiber ein, dass dieser den Namen eines Verstorbenen annahm, gaben das Dokument zum unterzeichnen mit Empfehlung weiter und stellten dann die Urkunden aus. So verdienten die Schreiber vom „Grünen Wachs“ ihr gutes Geld nebenher.
Alcest ertrug die physische Belastung im Tower nicht und gestand am Sterbebett, dass er Chapler tötete, weil er Angst hatte, dass dieser Verrat begehen könnte.
Jetzt war noch die Frage nach den Morden an den restlichen Schreibern... War dies auch Alcest, weil er aus Habgier alles für sich wollte????
Nein! Athelstan hatte einen neuen Lichtblick. Er fand heraus, dass Alison Chapler gar nicht Alison Chapler war!!! Edwin Chaplers richtige Schwester starb in frühem Alter. Nein... „Alison“ war seine Frau! Jedoch war es so, dass ein verheirateter Schreiber keine Chance hatte lange bei der Kanzlei zu bleiben! (Wer weiß warum ;o)) Deshalb gab sich seine Frau als Alison aus und besuchte ihn ab und zu... ja, wohnte am Schluss sogar in London in einer geheimen Wohnung. Als Chapler eines Tages nicht mehr Heim kehrte wusste „Alison“ was geschehen war: Die kriminellen Schreiber hatten den ehrlichen Edwin getötet. ... Deshalb ging sie auf ihren Rachefeldzug.
„Einerseits hatte diese junge Frau schreckliche Morde begangen, aber andererseits hatte sie von Herzen geliebt und in ihren eigenen Augen nur Gerechtigkeit geübt.“
„Alison“ begang zum Schluss Selbstmord indem sie in die Themse sprang.
2. Verarbeitete Eindrücke
**********************
Ich finde, dass besonders die Eindrücke der Zeit sehr gut beschrieben waren... wie die Menschen dort lebten, wie schmutzig London war und wie grausam das Gesetz. Deshalb hier ein paar Beispiele:
Der Menschenfischer sucht im Fluss nach Leichen und wird dann für jede gefundene Leiche bezahlt. Dabei gibt es Unterschiede: Die Höhe des Lohns hängt davon ab, ob es ein Unfalltoter, ein Selbstmörder oder sogar ein Ermordeter ist, welchen er herauszieht, wobei das Letztere natürlich am meisten einbringt! (Er und seine Mannen waren beim Volk verachtet... man munkelt sogar, dass er sich nicht zu schade ist selbst für seine Opfer zu sorgen.)
Schwarzgekleidete Männer mit Langbögen standen in Gassen hinter Holzschranken. Über den Schranken hingen weiße Tücher mit roten Kreuzen und darunter die Worte „Jesu Misere“ ... die Pest war in London.
Die Brandmarkung von Verbrechern:
„F“ für Fälscher, „L“ für Lästerer und „Z“ für zweimal überführte Diebe. Taschendieben wurden dabei die Ohren abgeschnitten und Huren, die viermal in der City während ihrer Arbeitszeit ertappt wurden bekamen die Nase aufgeschlitzt. (Der Betrieb von Bordellen war erlaubt!)
Damit bei der Aufbewahrung der Leichen nicht ganz so ein übler Geruch aufkam, wurde Töpfe mit Kräutern unter den Leichentisch gestellt
„...Dann bellte er einen Befehl, und die Barke fuhr einen Bogen, um einem Mistkarren auszuweichen, der am Rande der Fleet stand und den Kot und Müll der Stadt einfach in den Strom kippte.“
3. Hintergrundinformationen
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- Das Buch selbst ist schwarz. Darauf ist ein Buch zu sehen und das Oberteil eines Totenkopfes.
- Geschrieben wurde der Roman von dem Autor Paul Harding. Dies ist ein Pseudonym eines englischen Historikers.
- Vom Autor sind bereits u.a. erschienen: Das Haus des roten Schlächters, Das Lied des dunklen Engels, Das Parlament des Todes, Der Kapuzenmörder, Der Mörder von Greenwood, Der Prinz der Finsternis und Der Zorn Gottes.
- Aus dem Englischen übersetzt von Rainer Schmidt
- Erschienen im Knaur-Verlag
- ISB N 3-246-63116-4
- 8,90 Euro
4. Eigene Meinung
****************
Ich persönlich finde es sehr interessant, wie die Gepflogenheiten in der Zeit waren!!! Gerade diese Passagen sind in dem Kriminalroman sehr lebhaft erzählt. Ich steigere mich beim Lesen immer in das Buch hinein. Mir die Bilder von den verdreckten und stinkenden Straßen zu machen, fiel mir hierbei absolut nicht schwer! Kombiniert ist das ganze dann noch mit einer absolut spannenden Kriminalgeschichte!!! Einfach ein super Buch!!! Deshalb von mir fünf Sterne... absolut empfehlenswert!!!!
Vielen Dank für s Lesen =)
Gruß gnu
© Monja Volandt 08.04.2002

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