Erfahrungsbericht von tepungaatewaka
Liebe Delphine...Lieber jean Luc (Iselin C. hermann)
Pro:
mitreisend
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Über das Buch
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Dieses Buch stellt einen Briefroman dar. Es handelt sich bei den Briefen lediglich um die von der phantasievollen Träumerin Delphine und dem Maler Jean Luc.
Aus dem dänischen übersetzt erschein es 1999 in Deutschland. Für 39.80 DM ist das 176 Seitenbuch beim DVA erhältlich.
Inhalt des Buches
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Fasziniert von einem Bild, schreibt Delphine dem Maler eine Postkarte. Sie möchte sich damit lediglich für dieses Bild bedanken. Obwohl sie dieses Bild nicht besitzt, gehört es ihr auf ihre eigene Art, denn all das, was auf dem Bild gezeichnet wurde, ist in ihren Körper übergegangen, und genau das ist es, was sie dem Maler mitteilen wollte.
Umso überraschter ist sie, als der Maler, Jean Luc, ihr persönlich antwortet. Es scheint, als hätte es ihn aufrichtig gefreut, einen Dankesbrief zu erhalten.
Kurz und dennoch sehr freundlich teilt er Delphine jedoch mit, dass er, mangels Zeit, normalerweise keine derartige Post beantworten kann. Doch da er sich bedanken möchte, nahm er sich die Zeit. Immerhin merke er, gerade durch solche Briefe oder Postkarten an ihn, dass seine Arbeit nicht vergebens war und ist. Mit den Zeilen „... so hatte ich dennoch Lust, es zu tun, wo schon Name und Adresse auf die Postkarte gestempelt waren“ endete sein Brief an Delphine.
Delphine sah diese letzte Zeile als Anlass, erneut an den Maler zu schreiben, -diesmal verfasste sie allerdings einen Brief- schließlich musste sie sich ja rechtfertigen, warum sie die Adresse auf die Postkarte stempelte. Und dies geschah aus nur einem einzigen Grund! Der Maler sollte ja schließlich wissen, in welchem Land, in welcher Stadt und in welcher Straße genau sein Bild einen so großen Einfluss auf einen Menschen genommen hatte. Genauer gesagt, er sollte wissen, wo sein Bild lebt.
Eine kleine Anmerkung, dass die aufgestempelte Adresse auf die Postkarte damals also nicht die Hoffnung auf eine Antwort hegte, macht spürbar, dass sie ein wenig verärgert ist. So wünscht sie sich, wie sie ihm schreibt, dass er die Postkarte längst weggeworfen hat und auf den Brief stempelte sie diesmal ihre Adresse nicht. In der Hoffnung, dass er diesen Brief nun ohne Verpflichtung genießen könne, da er nun ja immerhin die Gewissheit hat, die Welt ein kleines bisschen verändert zu haben.
Ein Mann würde es wohl als trotzig bezeichnen, dass sie auf eben diesen Brief ihren Absender diesmal nicht gestempelt hat.
Ein paar kurze Zeilen seinerseits lassen sie jedoch wissen, dass diese Hoffnung umsonst war. Dass sie das letzte Wort behalten möchte, kann er nicht akzeptieren und weist sie darauf hin, dass er immer das letzte Wort haben wird, denn schließlich ist sie es ja, die ihm vor nicht allzu langer Zeit schrieb, wie sein Bild in sie übergegangen ist.
Es kommt, wie es kommen muß.
Einem Brief folgt dem Nächsten, mal mit größeren Abständen dazwischen, dennoch mit einer gewissen Regelmäßigkeit.
Als Jean Luc sie einmal fragte, wie alt sie denn sei, antwortete sie ihm folgendes: „Ich bin alt genug, um Zigaretten zu rauchen, aber zu jung, mich vor den Folgen zu fürchten.
Ich bin alt genug, Kinder zu bekommen, aber zu jung, Mutter zu sein.
Ich bin alt genug, allein zu wohnen, aber zu jung, ein eigenes Sofa zu besitzen.
Ich bin alt genug, eine Ausbildung gemacht zu haben, aber zu jung, mit der Rückzahlung meines Stipendiums zu beginnen.
Ich bin alt genug, um eine Nacht durchmachen zu können, aber zu jung für den Mittagsschlaf.“
Aus der anfänglichen oberflächlichen Schreibweise entwickelt sich, für den Leser spürbar,eine immer vertrautere Schreibweise. Die Abstände der Antwortbriefe des Jeweiligen werden immer kürzer.
Die vertraute Schreibweise ist anfangs rein freundschaftlich, und wird fortlaufend immer inniger.
Jean Luc und Delphine schreiben sich über alles, was sie bewegt, was in ihnen vorgeht, ihre Träume, Wünsche, Ängste und Sehnsüchte. Obwohl sie sich fremd sind, sind sie sich nah. Obwohl sie sich nicht kennen, gibt es kaum einen anderen Menschen auf der Welt, der sie besser kennt.
Doch eines Tages scheint nichts mehr, wie es einmal war, denn Delphine hat den Wunsch, ihre gemeinsamen geschriebenenTräume einzulösen. Delphine bittet ihn um ein Treffen....
Fazit
°°°°°°°°°°
Als ich das Buch angefangen habe zu lesen, legte ich es erst etwa 3h später, als ich es ausgelesen hatte, wieder aus der Hand. Vom ersten Moment an war ich völlig fasziniert von diese Geschichte, die eigentlich jedem widerfahren kann. Die neuere Variante dazu wäre das Internet, gleiche Geschichte, gleiche Handlung, nur ein anderes Medium.
Es stimmte mich sehr nachdenklich, als ich merkte, worauf sich Menschen heutzutage alles einlassen, bzw., wo sie hineingeraten können. Denn schließlich gibt es genügend unter uns, die ähnliche, vielleicht sehr ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der manchmal die Realität außer acht lässt und sich seinen Träumen hingibt. Nicht zum Kurieren, lediglich zum Nachdenken.
Ein Buch, das sich wunderbar lesen lässt und nicht nur die Wünsche von Delphine und Jean Luc zum Vorschein bringt.
Über die Autorin
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Die Autorin, Iselin C. Hermann, wurde 1959 in Dänemark geboren. Sie besuchte eine Theater- und Zirkussschule. Danach begann sie ihr Studium. Sie arbeitete als Lektorin und Journalistin.
Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren 3 Söhnen in Kopenhagen.
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Dieses Buch stellt einen Briefroman dar. Es handelt sich bei den Briefen lediglich um die von der phantasievollen Träumerin Delphine und dem Maler Jean Luc.
Aus dem dänischen übersetzt erschein es 1999 in Deutschland. Für 39.80 DM ist das 176 Seitenbuch beim DVA erhältlich.
Inhalt des Buches
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Fasziniert von einem Bild, schreibt Delphine dem Maler eine Postkarte. Sie möchte sich damit lediglich für dieses Bild bedanken. Obwohl sie dieses Bild nicht besitzt, gehört es ihr auf ihre eigene Art, denn all das, was auf dem Bild gezeichnet wurde, ist in ihren Körper übergegangen, und genau das ist es, was sie dem Maler mitteilen wollte.
Umso überraschter ist sie, als der Maler, Jean Luc, ihr persönlich antwortet. Es scheint, als hätte es ihn aufrichtig gefreut, einen Dankesbrief zu erhalten.
Kurz und dennoch sehr freundlich teilt er Delphine jedoch mit, dass er, mangels Zeit, normalerweise keine derartige Post beantworten kann. Doch da er sich bedanken möchte, nahm er sich die Zeit. Immerhin merke er, gerade durch solche Briefe oder Postkarten an ihn, dass seine Arbeit nicht vergebens war und ist. Mit den Zeilen „... so hatte ich dennoch Lust, es zu tun, wo schon Name und Adresse auf die Postkarte gestempelt waren“ endete sein Brief an Delphine.
Delphine sah diese letzte Zeile als Anlass, erneut an den Maler zu schreiben, -diesmal verfasste sie allerdings einen Brief- schließlich musste sie sich ja rechtfertigen, warum sie die Adresse auf die Postkarte stempelte. Und dies geschah aus nur einem einzigen Grund! Der Maler sollte ja schließlich wissen, in welchem Land, in welcher Stadt und in welcher Straße genau sein Bild einen so großen Einfluss auf einen Menschen genommen hatte. Genauer gesagt, er sollte wissen, wo sein Bild lebt.
Eine kleine Anmerkung, dass die aufgestempelte Adresse auf die Postkarte damals also nicht die Hoffnung auf eine Antwort hegte, macht spürbar, dass sie ein wenig verärgert ist. So wünscht sie sich, wie sie ihm schreibt, dass er die Postkarte längst weggeworfen hat und auf den Brief stempelte sie diesmal ihre Adresse nicht. In der Hoffnung, dass er diesen Brief nun ohne Verpflichtung genießen könne, da er nun ja immerhin die Gewissheit hat, die Welt ein kleines bisschen verändert zu haben.
Ein Mann würde es wohl als trotzig bezeichnen, dass sie auf eben diesen Brief ihren Absender diesmal nicht gestempelt hat.
Ein paar kurze Zeilen seinerseits lassen sie jedoch wissen, dass diese Hoffnung umsonst war. Dass sie das letzte Wort behalten möchte, kann er nicht akzeptieren und weist sie darauf hin, dass er immer das letzte Wort haben wird, denn schließlich ist sie es ja, die ihm vor nicht allzu langer Zeit schrieb, wie sein Bild in sie übergegangen ist.
Es kommt, wie es kommen muß.
Einem Brief folgt dem Nächsten, mal mit größeren Abständen dazwischen, dennoch mit einer gewissen Regelmäßigkeit.
Als Jean Luc sie einmal fragte, wie alt sie denn sei, antwortete sie ihm folgendes: „Ich bin alt genug, um Zigaretten zu rauchen, aber zu jung, mich vor den Folgen zu fürchten.
Ich bin alt genug, Kinder zu bekommen, aber zu jung, Mutter zu sein.
Ich bin alt genug, allein zu wohnen, aber zu jung, ein eigenes Sofa zu besitzen.
Ich bin alt genug, eine Ausbildung gemacht zu haben, aber zu jung, mit der Rückzahlung meines Stipendiums zu beginnen.
Ich bin alt genug, um eine Nacht durchmachen zu können, aber zu jung für den Mittagsschlaf.“
Aus der anfänglichen oberflächlichen Schreibweise entwickelt sich, für den Leser spürbar,eine immer vertrautere Schreibweise. Die Abstände der Antwortbriefe des Jeweiligen werden immer kürzer.
Die vertraute Schreibweise ist anfangs rein freundschaftlich, und wird fortlaufend immer inniger.
Jean Luc und Delphine schreiben sich über alles, was sie bewegt, was in ihnen vorgeht, ihre Träume, Wünsche, Ängste und Sehnsüchte. Obwohl sie sich fremd sind, sind sie sich nah. Obwohl sie sich nicht kennen, gibt es kaum einen anderen Menschen auf der Welt, der sie besser kennt.
Doch eines Tages scheint nichts mehr, wie es einmal war, denn Delphine hat den Wunsch, ihre gemeinsamen geschriebenenTräume einzulösen. Delphine bittet ihn um ein Treffen....
Fazit
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Als ich das Buch angefangen habe zu lesen, legte ich es erst etwa 3h später, als ich es ausgelesen hatte, wieder aus der Hand. Vom ersten Moment an war ich völlig fasziniert von diese Geschichte, die eigentlich jedem widerfahren kann. Die neuere Variante dazu wäre das Internet, gleiche Geschichte, gleiche Handlung, nur ein anderes Medium.
Es stimmte mich sehr nachdenklich, als ich merkte, worauf sich Menschen heutzutage alles einlassen, bzw., wo sie hineingeraten können. Denn schließlich gibt es genügend unter uns, die ähnliche, vielleicht sehr ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der manchmal die Realität außer acht lässt und sich seinen Träumen hingibt. Nicht zum Kurieren, lediglich zum Nachdenken.
Ein Buch, das sich wunderbar lesen lässt und nicht nur die Wünsche von Delphine und Jean Luc zum Vorschein bringt.
Über die Autorin
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Die Autorin, Iselin C. Hermann, wurde 1959 in Dänemark geboren. Sie besuchte eine Theater- und Zirkussschule. Danach begann sie ihr Studium. Sie arbeitete als Lektorin und Journalistin.
Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren 3 Söhnen in Kopenhagen.
13 Bewertungen, 1 Kommentar
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21.03.2002, 00:14 Uhr von Volker111
Bewertung: sehr hilfreichDas PS hätte man hier wohl weglassen können, oder?

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