Erfahrungsbericht von ute161
Julia Butterfly Hill: Die Botschaft der Baumfrau
Pro:
sehr interessante Geschicht
Kontra:
an manchen Stellen esoterisch angehaucht
Empfehlung:
Nein
Durch einen Zeitungsartikel bin ich auf die Geschichte von Julia Butterfly Hill aufmerksam geworden, hatte sie aber schon wieder fast vergessen, bis ich letztes Jahr zu meinem Geburtstag das Buch geschenkt bekam.
Der Titel ließ mich zunächst die Stirn runzeln, zumal auch der Klappentext nicht dazu beitrug, dass meine Erinnerung wiederkehrte. Dennoch schien es eine interessante Geschichte zu sein, und so begann ich zu lesen, und nach knapp zwei Tagen hatte ich das Buch zuende gelesen und auch meine Erinnerung an den Zeitungsartikel wiedergefunden.
***ZUM INHALT***
Julia Hill ist 22 Jahre alt, als sie im Dezember 1997 in Nordkalifornien einen 1000 Jahre alten und über 60 Meter hohen Redwood-Baum bestieg um ihn so vor der Abholzung durch eine Holzfirma zu bewahren. Zufällig Demonstranten der Bewegung "Earth First!" begegnet, die sogenannte Baum-Sit-ins organisierten, fand Julia "Butterfly" Hill das Ziel, auf dessen Suche sie sich nach einem schweren Autounfall gemacht hatte – der Rettung des "Luna" getauften Baumes. Sie beschreibt anschaulich, wie sie in die Baumbesetzerszene hineinschlidderte, welche Ängste sie ausstand, als sie zum ersten Mal diesen unwahrscheinlich hohen Baum bestieg und wie eng es im höchsten Baumhaus der Welt zuging. Was als kurzfristige Aktion geplant war, entwickelte sich zu einem über zweijährigen Engagement, das nicht ungefährlich war. Stürme mit Windgeschwindigkeiten von über 150 km/h und die bittere Kälte im Winter waren da noch das geringere Problem. Weitaus gefährlicher waren da schon die Aktionen, die von Seiten der Holzfirma angestrengt wurden. Es wurden Bäume in nächster Nähe gefällt, die in ihre Richtung fielen, Hubschrauber versuchen, sie von ihrem Baumhaus herunterzublasen, Wachdienste unterbrechen für mehrere Wochen die Versorgung. Auch grelles Scheinwerferlicht bei Nacht und unsäglichen Lärm muss Julia Hill über sich ergehen lassen. Oftmals ist sie nahe dran, aufzugeben, doch immer wieder erfährt sie die notwendige Unterstützung, die sie durchhalten lässt. Die Öffentlichkeit wird auf ihre Aktion aufmerksam, sie gibt Interviews und empfängt sogar Besucher auf Luna, unter ihnen Prominente wie Woody Harrelson, Joan Baez, Bonnie Raitt oder Mickey Hart von Grateful Dead. So gesehen vergehen zwei Jahre fast im Fluge, bis endlich eine Übereinkunft mit der Holzfirma erzielt wird, die Luna und die nähere Umgebung vor der Abholzung schützte.
***ZUR AUTORIN***
Die Geschichte der Julia Hill lässt sich wohl nur durch ihre Kindheit und Jugend erklären. Geboren 1974 als Tochter eines Wanderpredigers lebte die Familie in einem Campinganhänger und folgte dem Vater überall dort hin, wo er predigte. Viel Geld hatte die Familie nicht, und Julia Hill ist überzeugt, dass sie dadurch gelernt habe, die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen. Als die Schulpflicht begann, wurde die Familie in Arkansas sesshaft, und Julia Hills Leben unterschied sich nicht mehr sonderlich von dem ihrer Freunde. Zeitweise arbeitete sie als Fotomodell, um Geld für Reisen zu sparen. Als sie 1996 bei einem Autounfall beinahe ihr Leben verliert, lässt diese Erfahrung Julia Hill innehalten und nach dem Sinn ihres Lebens fragen. Von diesen Fragen getrieben, begann sie eine Reise, die sie nach Nordkalifornien und zu Luna führte, wo die Story des Buches beginnt.
***WAS NACH DER ÜBEREINKUNFT MIT LUNA GESCHAH***
Trotz der Übereinkunft zwischen den Baumschützern und der Holzfirma wurde dem Baum mit einer Kettensäge ein tiefer Schnitt zugefügt, der Luna zwar nicht getötet hat, aber bei starken Stürmen gefährlich werden könnte. Der Präzision des Schnittes nach zu urteilen, war hier ein erfahrener Holzfäller am Werk Biologen, Förster und Ingenieure stellen nun Überlegungen an, wie Luna erhalten werden kann. Auf der Website www.circleoflifefoundation.org sind Bilder von Luna zu sehen, die unter anderem den tiefen Schnitt zeigen und die Maßnahmen zur Rettung des Baumes.
***FAZIT***
Die Botschaft der Baumfrau ist ein Erfahrungsbericht der anderen Art, der mir an manchen Stellen zu esoterisch angehaucht war. Da mich die Geschichte aber dennoch gefesselt hat und eine Botschaft vermittelt, die wichtig für uns alle ist, vergebe ich für dieses Buch fünf von sechs möglichen Punkten.
Julia Butterfly Hill: "Die Botschaft der Baumfrau"
Riemann Verlag; ISBN 3-570-50015-2
Die gebundene Ausgabe kostet EUR 19,--. Die Taschenbuchausgabe soll dieses Jahr erscheinen und kann bei Amazon.de für voraussichtlich EUR 7,90 vorbestellt werden.
Der Titel ließ mich zunächst die Stirn runzeln, zumal auch der Klappentext nicht dazu beitrug, dass meine Erinnerung wiederkehrte. Dennoch schien es eine interessante Geschichte zu sein, und so begann ich zu lesen, und nach knapp zwei Tagen hatte ich das Buch zuende gelesen und auch meine Erinnerung an den Zeitungsartikel wiedergefunden.
***ZUM INHALT***
Julia Hill ist 22 Jahre alt, als sie im Dezember 1997 in Nordkalifornien einen 1000 Jahre alten und über 60 Meter hohen Redwood-Baum bestieg um ihn so vor der Abholzung durch eine Holzfirma zu bewahren. Zufällig Demonstranten der Bewegung "Earth First!" begegnet, die sogenannte Baum-Sit-ins organisierten, fand Julia "Butterfly" Hill das Ziel, auf dessen Suche sie sich nach einem schweren Autounfall gemacht hatte – der Rettung des "Luna" getauften Baumes. Sie beschreibt anschaulich, wie sie in die Baumbesetzerszene hineinschlidderte, welche Ängste sie ausstand, als sie zum ersten Mal diesen unwahrscheinlich hohen Baum bestieg und wie eng es im höchsten Baumhaus der Welt zuging. Was als kurzfristige Aktion geplant war, entwickelte sich zu einem über zweijährigen Engagement, das nicht ungefährlich war. Stürme mit Windgeschwindigkeiten von über 150 km/h und die bittere Kälte im Winter waren da noch das geringere Problem. Weitaus gefährlicher waren da schon die Aktionen, die von Seiten der Holzfirma angestrengt wurden. Es wurden Bäume in nächster Nähe gefällt, die in ihre Richtung fielen, Hubschrauber versuchen, sie von ihrem Baumhaus herunterzublasen, Wachdienste unterbrechen für mehrere Wochen die Versorgung. Auch grelles Scheinwerferlicht bei Nacht und unsäglichen Lärm muss Julia Hill über sich ergehen lassen. Oftmals ist sie nahe dran, aufzugeben, doch immer wieder erfährt sie die notwendige Unterstützung, die sie durchhalten lässt. Die Öffentlichkeit wird auf ihre Aktion aufmerksam, sie gibt Interviews und empfängt sogar Besucher auf Luna, unter ihnen Prominente wie Woody Harrelson, Joan Baez, Bonnie Raitt oder Mickey Hart von Grateful Dead. So gesehen vergehen zwei Jahre fast im Fluge, bis endlich eine Übereinkunft mit der Holzfirma erzielt wird, die Luna und die nähere Umgebung vor der Abholzung schützte.
***ZUR AUTORIN***
Die Geschichte der Julia Hill lässt sich wohl nur durch ihre Kindheit und Jugend erklären. Geboren 1974 als Tochter eines Wanderpredigers lebte die Familie in einem Campinganhänger und folgte dem Vater überall dort hin, wo er predigte. Viel Geld hatte die Familie nicht, und Julia Hill ist überzeugt, dass sie dadurch gelernt habe, die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen. Als die Schulpflicht begann, wurde die Familie in Arkansas sesshaft, und Julia Hills Leben unterschied sich nicht mehr sonderlich von dem ihrer Freunde. Zeitweise arbeitete sie als Fotomodell, um Geld für Reisen zu sparen. Als sie 1996 bei einem Autounfall beinahe ihr Leben verliert, lässt diese Erfahrung Julia Hill innehalten und nach dem Sinn ihres Lebens fragen. Von diesen Fragen getrieben, begann sie eine Reise, die sie nach Nordkalifornien und zu Luna führte, wo die Story des Buches beginnt.
***WAS NACH DER ÜBEREINKUNFT MIT LUNA GESCHAH***
Trotz der Übereinkunft zwischen den Baumschützern und der Holzfirma wurde dem Baum mit einer Kettensäge ein tiefer Schnitt zugefügt, der Luna zwar nicht getötet hat, aber bei starken Stürmen gefährlich werden könnte. Der Präzision des Schnittes nach zu urteilen, war hier ein erfahrener Holzfäller am Werk Biologen, Förster und Ingenieure stellen nun Überlegungen an, wie Luna erhalten werden kann. Auf der Website www.circleoflifefoundation.org sind Bilder von Luna zu sehen, die unter anderem den tiefen Schnitt zeigen und die Maßnahmen zur Rettung des Baumes.
***FAZIT***
Die Botschaft der Baumfrau ist ein Erfahrungsbericht der anderen Art, der mir an manchen Stellen zu esoterisch angehaucht war. Da mich die Geschichte aber dennoch gefesselt hat und eine Botschaft vermittelt, die wichtig für uns alle ist, vergebe ich für dieses Buch fünf von sechs möglichen Punkten.
Julia Butterfly Hill: "Die Botschaft der Baumfrau"
Riemann Verlag; ISBN 3-570-50015-2
Die gebundene Ausgabe kostet EUR 19,--. Die Taschenbuchausgabe soll dieses Jahr erscheinen und kann bei Amazon.de für voraussichtlich EUR 7,90 vorbestellt werden.

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