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Erfahrungsbericht von Destany

~ Sieh, wenn du atmest ~

Pro:

die Liebe findet man in sich...zum anderen

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

"Sommerhaus, später" beinhaltet 9 Kurzgeschichten.
Ich jedoch möchte hier über "Sonja" schreiben, da ich diese Geschichte für wirklich wichtig empfand.

Eigentlich sollte dies eine Rezension für das Abitur meiner besten Freundin werden, na was heisst sollte, ist es auch. Deshalb mein ungewöhnlicher Stil.


"SONJA"


Einleitung
~~~~~~~~~~


Judith Hermann schrieb die Kurzgeschichte "Sonja" und stellte sie zusammen mit anderen ihrer sehr detaillierten und doch so erstaunlich nüchtern verfassten Kurzgeschichten in ihrem Buch "Sommerhaus, später" vor.
Bewundernswert ist ebenso die Darstellung sowie das Alter der Autorin. Gerade 31 Jahre alt, lebt diese in Berlin. "Sommerhaus, später" ist ihr erstes
literarisches Werk.
In "Sonja" beschreibt sie die ganze Geschichte aus Sicht eines Mannes, dessen Namen wir über die ganze Geschichte hinweg nicht erfahren. Er ist Maler, lebt in Berlin und hat eine Freundin, Verena, die in Hamburg lebt.
Sonja, ebenfalls in Berlin wohnhaft, lernen wir als Einzelakteur kennen.
In einer kurzen Textpassage lernen wir Mick, den Freund des Mannes, kennen.
Ich denke in dieser Kurzgeschichte soll der Leser erkennen, dass das Wesentliche oft als unnormal abgetan wird, obwohl es im eigentlichen Sinne ohne die besagte Abnormalität nicht möglich ist, normal zu leben.



Hauptteil
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Es ist nicht leicht eine Rezension zu schreiben, ohne den Namen des Hauptakteurs zu kennen. Dieser besucht seine Freundin in Hamburg. Viel Zeit verbringen sie miteinander, lernen sich kennen und intensivieren ihre Gefühle füreinander. Beide schöpfen Kraft für die bevorstehende räumliche Trennung.
Er trifft das ertse Mal auf SONJA, als er im ICE von Hamburg nach Berlin, also auf dem Rückweg von Verena ist. Sie raucht. Nichts Bedeutendes und doch so typisch. Am Zoologischen Garten kauft er sich im Presseshop Tabak und eine Zeitung. Sonja steht hinter ihm und fragt nur"Soll ich warten?". Ohne zu wissen, weshalb, bejaht er und geht zur U-Bahn, wo er wieder auf SIE trifft.
Sie gibt ihm ihre Telefonnummer.
In den ersten Tagen widmet er sich ganz seiner Arbeit, spielt mit den Türkenjungs im Hinterhof Fussball und findet nach zwei Wochen SONJA's Te-
Lefonnummer in seiner Jackentasche. Er ruft sie an und ein Treffen wird vereinbart. Er wartet. SONJA verspätet sich und er findet ihre Aufmachung unmöglich. Geschlagene vier Stunden redet er auf sie ein, Belangloses.
Verena kommt nach Berlin. Sie kümmert sich um seine Wohnung und die Liebe intensiviert sich. Jedoch wieder kommt der Tag der Trennung.
Wieder SONJA. Für ihn ist SONJA eine Insel der Ruhe und er geniesst es von ihr
bewundert zu werden.
SONJA betet ihn an, ist jedoch stets still und aufmerksam. Er schläft nicht mit ihr und auch sonst keine Berührungen. Auch verbringen sie viel Zeit miteinander. Verena's Bild verblasst nie. In ihm bewegt sich Wut, Trauer, Liebe und Anbetung. Längst hat SONJA Verena gesehen, aber in ihr ist Hoffnung.
Sie ist stark und zäh. Als sie bei seiner Austellung von Verena's Existenz erfährt, zieht sie sich zurück.
Wieder kommt Verena nach Berlin. Dieses Mal länger.
Im Schwimmbad ahnt Verena das erste Mal, dass es ausser ihr noch jemanden anderes in seinem Leben gibt. Beide sitzen unbekannt nebeneinander. Er will dort nicht bleiben. SONJA geht und er folgt ihr, ohne es eigentlich zu wollen.
Wie bei ihrer ersten Begenung fragt sie"Soll ich warten?" und er sagt "Ja".
Verena reist ab.
Dramaturgie setzt die Autorin genügend ein, jedoch bei SONJA's Frage an ihn, ob er sie heiraten wolle, besonders. Er lacht. SONJA stellt sich auf die Gleise.
Als der Zug näherkommt, sagt er ja, aber nichtwissend wie ernst SONJA dies zu nehmen scheint.
Nach einer kurzen Auseinandersetzung zieht sich SONJA wieder zurück.
Er sucht Rat bei seinem Freund Mick, erwähnt allerdings nicht SONJA.
Schliesslich fährt er überstürzt zu Verena und macht ihr einen Antrag. Sie nimmt ihn an. Er lernt die Schwiegermutter kennen, Verena bucht die Hochzeitsreise nach Santa Fe.
Er muss SONJA sagen, was er tun wird und danach wirft ihn diese aus der Wohnung.
Wochenlang versucht er SONJA telefonisch zu erreichen, schreibt unbeantwortete Briefe. Warum? Sie fehlt ihm. Erst jetzt weiss er, dass er sie braucht. Mehr als er je zuzugeben vermochte.
Er erfährt, dass SONJA weggezogen ist. Nirgends kann er sie finden. Verzweiflung in seiner Person, seine Seele nach dem Warum schreiend rennt er durch den Dschungel des Lebens, was für ihn ohne SONJA Nicht's mehr wert ist.








Schlussteil
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Judith Hermann hat in der Kurzgeschichte "SONJA" wunderbar hervorgehoben, dass wir ständig um unser Glück und unsere Liebe kreisen. Unfähig nur danach zu greifen, mit winzigen Bewegungen. Ohne Anstrengung, die Liebe ist nah.
Zeit und Raum sind nicht wirklich wichtig im Leben.
Es geht auch nicht um Schönheit, oder Reichtum. Wirklich wichtig sind innere
Sehnsucht, deren Erfüllung. Die Einfachheit der Erfüllung unserer Träume und Wünsche. Mit Liebe, Verlangen, etwas Begierde und innerer Schönheit vermag man Berge zu versetzen. Wir jedoch sehen nur von aussen.
SONJA sieht von innen. Selten hat sie geredet, aber oft zugehört und wachsam beobachtet. Ihm ist es erst aufgefallen, als sie als wichtiger Teil von ihm abfiel, jedoch unbamherzig an ihm haftet wie von der Hitze geschmolzener Teer der Strasse. Immer wird er nach ihr suchen und auch ohne der Fähigkeit zu sehen würde er sie erkennen.
Verena ist schön, jedoch hat sie nicht die innere Hitze und deshalb steht der Leser von Anfang an auf SONJA's "Seite".
Mich hat diese Kurzgeschichte sehr zum Nachdenken angeregt und gerade auf dem Weg ins Leben wird mir diese Geschichte ein kleiner Baustein sein.


Die ISBN 3-596-22394-6 10 Euro 188 Seiten

Ich empfehle dieses Buch nicht wirklich für ein Alter von 17 Jahren. Jedoch ist das nach meinen menschlichen Erfahrungen insbesondere der letzten 5 Monate relativ...

Es ist, als ob man um ein Haus schleicht, genaueres Lesen allerdings öffnet die Haustür und wiederum
Verstehen öffnet den Weg zum Bewohner.

Eure Desty!

36 Bewertungen, 1 Kommentar

  • simong

    22.02.2002, 16:08 Uhr von simong
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter und ausführlicher Bericht! cu, Simong