Mehr zu AutorInnen mit R Testbericht

No-product-image
ab 12,09
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(46)
4 Sterne
(7)
3 Sterne
(3)
2 Sterne
(2)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von silke-silke

Historische Satire für Freunde des britischen Humors

Pro:

ironisch-humorvoll geschrieben

Kontra:

walisische Namen erschweren den Leseprozess

Empfehlung:

Nein

Ich lese regelmäßig historische Romane, so dass ich, als ich den Titel "Der Schwarze Tod" von Wiliam Owen Roberts las, noch an nichts Böses dachte. Ich hatte einen normalen Roman erwartet, der im Mittelalter spielt. Ganz so normal ist dieses Buch jedoch nicht. Man benötigt eine große Liebe zur britischen Satire und in meinem Fall eher, eine große Portion Durchhaltevermögen, dieses Buch zu lesen. Auf jeden Fall ist es gänzlich anders als das, was man sonst so liest.

Wiliam Owen Robert wurde 1960 geboren, studierte Walisische Literatur- und Theaterwissenschaft am College von Wales in Aberystwyth, arbeitete als Drehbuchautor, Fernsehredakteur und Schriftsteller.
Dass er walisische Literaturgeschichte studiert hat, hätte mich schon einiges Befürchten lassen müssen. Aber dazu später ...

Das verzwickte an dem Buch sind zweierlei Dinge, die beide den Leser auf die Probe stellen. Es gibt zwei Handlungsstränge, die parallel laufen, jeweils bis zu einem Kapitel lang und sich nur an einer kurzen Stelle des Buches kurz berühren. Es sind die Sprünge des Schauplatzes und der Personen, die die volle Konzentration des Lesers erfordern. Des weiteren kommen - wie sollte es auch anders sein - ständig nicht aussprechbare walisische Namen vor. Zwar hat der Autor daran gedacht, am Ende des Buches ein komplettes Namensverzeichnis mit seiner Aussprache anzulegen, die Schwierigkeit besteht aber darin, die fremdartigen und auch in Gedanken kaum auszusprechenden Namen den Personen richtig zuzuordnen.

Hier nur eine Beispiele:
Chwilen Bwm
Hwch Ddu
Gwythwches
Mato ap Tudur Hen
Thy ap Dafydd ap Madog, usw.

Ihr werdet mir zustimmen, dass es doch ein gehöriges Maß an Konzentration erfordert, diese Namen zu "behalten". Daher kann ich diesen Roman, obwohl es ein wichtiges Charakteristikum ist, auch nur bedingt empfehlen. Ich selber würde es, glaube ich, nicht noch einmal lesen. Oder vielleicht doch? Vielleicht kapiere ich dann einige Stellen besser? Mal sehen.

Doch nun zur Handlung.
Zum einen wird das beschränkte Leben der Bauern des walisischen Dorfes Dobenmain im walisischen Bezirk Eifionydd während des Mittelalters geschildert. Der Leibeigene Chwilen Bwm und die anderen Dorfbewohner leben sehr einfach, führen naive Gespräche und bestellen ihre Felder, bis eines Tages ein großes Unheil kommt: Der Schwarze Tod, die Pest.

Diesen einfachen Dorfbewohner gegenüber steht die Kultur der berühmten Madrasa-Akademie für Moslems in Kairo. Der junge Student Sahla Ibn al Khatib verlässt Ägypten, um in Auftrag seines Vaters, quer durch Europa mit dem Ziel zu reisen, den König von Frankreich zu töten, der für den Tod Sahlas Großvater aufrund des Kreuzzuges verantwortlich war.
Auf der Reise durch Europa klebt diesem sehr gebildeten, kultivierten Moslem jedoch das Pech an den Fersen. Sein Schiff darf aufgrund der Pest in keinem Hafen einlaufen, dann nehmen ihn die Prostituierten einer italienischen Stadt aus, er wird aus Versehen lebendig begraben, ein Priester verliebt sich in ihn usw. Es gipfelt darin, dass er schließlich in dem oben genannten walisischen Dorf ankommt und als der leibhaftige Teufel angesehen wird...

Für Leser, die Satiren bzw. den britischen Humor mögen und zudem noch genügend Muße und Konzentration mitbringen, kann dieser Roman interessant sein. Es beschreibt in ironischer Weise die "kultivierte" Seite der christlichen Länder des tiefsten Mittelalters.

Das Buch ist im Knaur Verlag 1995 in deutscher Sprache erschienen. ISBN 3-426-63033-8. 305 Seiten

Eure Silke

5 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Pascal2002

    16.02.2002, 22:55 Uhr von Pascal2002
    Bewertung: sehr hilfreich

    gut aber nciht Perfekt....