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Erfahrungsbericht von arthus2000

Sinoue, Gilbert: Der blaue Stein

Pro:

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Kontra:

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Empfehlung:

Nein

Der Weg ist das Ziel

Hallo lieber Leserinnen und Leser,

seit einiger Zeit interessiere ich mich sehr für Bücher mit historischem Hintergrund. So bin ich dann auch mehr oder weniger zwangsläufig auf den Buchautor Gilbert Sinoué gestossen. In einer Bibliothek fand ich dann das Buch „Der blaue Stein“ von ihm.

Inhalt:

Der zum Christentum konvertierte Abel Baruel kommt hinter ein Familiengeheimnis. Es geht um ein Buch, welches über Generationen in seiner Familie weitergegeben wurde. Da er sein Ende kommen sieht beschlisst er das Buch, eine saphirblaue Steintafel welche das Wort Gottes wiedergibt, zu verstecken, damit es nicht der Inquisition in die Hände fällt. Damit es aber nicht ganz verloren geht, verfasst er einen Plan, den er in drei Teile splittert und so an drei grundverschiedene Personen weitergibt. Die erste Person, der er einen Teil persönlich übergibt ist der Franziskanermönch Rafael Vargas. Er teilt ihm weiterhin mit, das sich in geraumer Zeit zwei weitere Personen an ihn wenden werden, um mehr zu erfahren.
Einen weiteren Teil bekommt sein alter Studienfreund Samuel Ezra. Da er sein ableben ja vorausgesehen hatte, ist in diesem Fall sein Sohn der Überbringer der Botschaft.
Als dritter im Bunde wird sein alter Freund Scheich Ibn Sarrag in den Plan eingeweiht.
Doch allein für sich kann keiner das Rätsel lösen und das Buch finden. Nur wenn sie ihre Teile zusammenfügen, können sie die komplizierten Rätsel, die Baruel gestellt hat, lösen.

Durch einen Diener von Ibn Sarrag bekommt nun aber auch die Inquisition Wind von diesem Rätsel. Er stielt einen Teil des Planes, der Ibn Sarrag übergeben wurde. Da der Scheich allerdings in weiser Voraussicht eine Kopie der Schrift verfasst hat, können sich der Scheich und der Rabbi, die sich als erstes gefunden haben auf den Weg das erste Rätsel zu lösen, welches sie zu Fray Vargas führt.

Da die Inquisition durch den Dieb an einen Teil der Rätsel gelangt ist und nur in Erfahrung bringen kann, das es sich um einen Wegplan handelt, sie aber nicht feststellen können, was am Ende des Weges zu finden ist, vermutet die Inquisition in Person von Fray Francisco Torquemada, das es sich um eine Verschwörung handelt, die ganz Spanien und damit die Christenheit gefährdet.

Um hinter das Geheimnis zu kommen wird die Freundin von Königin Isabella von Kastilien, Dona Manuela Vivero, eine durchaus als belesen zu bezeichnende Frau auf die drei angesetzt.
Da ein untergebener von Fray Torquemada, der gelehrte Mönch Fray Perdo Menendes soweit entschlüsseln kann, das ein Ziel der drei bekannt wird, bekommt sie so Manuela Vivero so die Möglichkeit sich der Gruppe anzuschliessen.

Aber auch der Inquisitor hat einen Gegenspieler. Er zeigt sich in der Person des Beichtvaters der Königin Isabella. Während Torquemada Spanien durch die drei gefährdet sieht, ist Fray Hernando Talavera der Meinung, das diese drei nicht so gefährlich sein können. Vielmehr sieht er so eine Möglichkeit, den Inquisitor bloss zu stellen und so seine Macht auf die Königin zu verringern. Es entbrennt ein Wettlauf zwischen den drei Suchenden, dem Inquisitor und dem Beichtvater der Königin.

Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten um Euch nicht die Spannung zu nehmen.

Personen:

Abel Baruel:
Er ist ein ehemaliger Jude, der unter dem Zwang der Inquisition zum Christentum konvertierte. Ein sogenannter Konverso. Durch seine Studien der drei Glaubensrichtungen, dem Judentum, den Christentum und dem Islam ist er ein grosser Gelehrter. Er schickt die drei, einen Juden, einen Christen und einen Muslim auf eine Reise, die nur alle drei zusammen bestehen können. Auf diese Weise gelingt es ihm, das sie zueinander finden.
Im Angesicht seines Todes durch den Autodafe ( den Tod auf dem Scheiterhaufen nachdem die Kirche festgestellt hat, das er immer noch dem Judentum verbunden ist) stellt er sich aufrecht dem Tod.

Rabbi Samuel Ezra:
Studienfreund von Baruel und gelehrter Jude. Er kennt alle Gesetzte der Thora. Durch seine Lebenserfahrung ist er ein weiser Mann, der in der Lage ist in der Seele des anderen zu lesen. Trotz seines Alters und seine Krankheit begibt er sich auf diese Reise, die besonders durch den Krieg zwischen den Moslems und den Christen um Granada besonders gefährlich ist.

Scheich Ibn Sarrag:
Der Scheich vom Stamme der Barru Sarrag gehört einem alten Adelsgeschlecht an. Auch er ist ein Gelehrter seiner Religion und ist sehr bewandert in der Philosophie. Durch seine Familiengeschichte kommt das ganze Unternehmen in Gefahr. Da sich sein Diener an seiner Familie Rächen will, übergibt er einen Teil des Rätsels an die Inquisition.

Fray Rafael Vargas:
Ein noch sehr junger Mönch, den Baruel auf einer Reise kennen lernte. Er stammt direkt von einem Templer ab und ist so mit seinem Wissen sehr wichtig für das Unternehmen. Aber auch so hat er einen sehr grossen Wissensschatz, der den dreien immer wieder zu gute kommt.
Er wurde Mönch, weil er in seiner Liebe zu einer Frau enttäuscht wurde.

Dona Manuela Vivero:
Eigentlich ist sie eine Gegnerin der Inquisition und hatte auch ein Buch geschrieben, welches von der Inquisition verboten wurde. Da sie aber sehr eng mit der Königen seit ihrer Kindheit verbunden ist, stimmt sie dem Plan zu, für die Inquisition als Spionin an dem Unternehmen teil zu nehmen.

Fray Francisco Torquemada:
Sein Grossvater war ein Konverso. Ein zum Christentum übergetretener Jude. Das zerrt noch immer an ihm. Deswegen will er mit aller macht, das die Juden mit allen Mitteln aus Spanien vertrieben werden. Da kommt ihm dieses Komplott gegen Spanien, wie er es sieht, nur recht und bestätigt. Ihm ist jedes Mittel recht, um zum Erfolg zu kommen. Dabei schreckt er auch vor Mordaufträgen und vor Lügen nicht zurück.

Fray Hernando Talavera:
Der Beichtvater seine Majestät Königin Isabella und Gegenspieler von Torquemada. Er sieht in der Reise der Drei keinen Komplott gegen Spanien. Er verfolgt das Unternehmen allerdings, da er darin die Möglichkeit sieht, den Inquisitor bloss zu stellen und so seine Macht zu beschneiden.

Das Vogelgesicht Mendoza:
Ein Getreuer Soldat von Fray Torquemada. Er verfolgt die drei Männer und die Frau auf ihren Weg auf schritt und tritt. Dabei passieren ihm immer wieder Fehler, die für die Reisenden sehr gefährlich werden. Er ist ein mordlüsterner Geselle, der immer wieder Kontakt zwischen Dona Manuela Vivero und dem Inquisitor.


Gilbert Sinoué:
Er wurde im Jahre 1947 in Ägypten geboren und ist besonders in Frankreich mit seinen zeitgenössischen, historischen Romanen bekannt. In Deutschland wurde er durch sein Werk „Die Strasse nach Isfahan“ bekannt. Für das Buch “Der blaue Stein“ wurde er 1996 mit dem Prix des librailes ausgezeichnet.

Fazit:
Das Buch ist fesselnd geschrieben. Die Story hält einem vom Anfang bis zum Ende gefangen. Es geling dem Autor mit dem Buch viele Gemeinsamkeiten der verschiedenen Religionen immer wieder in den Fordergrund zu stellen. Für die Geschichte zählt, nicht nur das Ziel ist wichtig, sondern auch der Weg, den auf dem Weg lernen sich die vier immer besser kennen und werden schliesslich trotz ihrer gegensätzlichen Glaubensrichtungen zu guten Freunden.

Gruss arthus2000@Sören Vehstedt

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