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Erfahrungsbericht von danisoel

Schwaiger Brigitte; \

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

BRIGITTE SCHWAIGER

BIOGRAPHIE:
6. April. 1949: Brigitte Schwaiger wurde in Freistadt / Oberösterreich (Mühlviertel) als Tochter eines Arztehepaares geboren. Der Vater war Geburtshilfespezialist. Brigitte Schwaiger hat drei Schwestern ( Heidrun + ?). Die Tatsache, dass sie Arzteltern, ein Kindermädchen hatte und eine Klosterschule besuchte, lässt annehmen das Schwaiger in ihrer Kindheit einen hohen Lebensstandart hatte.
1962: (Oktober) starb Fritz Schwaiger, Brigittes Großvater.
1966: verbrachte Schwaiger den Sommer in England.
1967: legte sie ihre Matura ab. Danach studierte sie zwei Semester Psychologie, Germanistik und Romanistik in Wien.
Juli 1967: lernte B. Schwaiger in Spanien (im Dorf Las Rozas) Miguel Herreros Lopez kennen.
1968: heiratete Brigitte Schwaiger den spanischen Tierarzt und Offizier, und lebte darauf in Mallorca und Madrid. Sie wurde auf der Kunstakademie in Spanien abgelehnt, und unterrichtete stattdessen Deutsch und Englisch. Brigitte Schwaiger beschäftigte sich auch mit der Malerei und Bildhauerei.
1972 / 1973: ließ sich Brigitte Schwaiger von ihrem Mann scheiden. Sie studierte darauf wieder an einer pädagogischen Akademie in Österreich (Linz).Daneben war sie Schauspielerin an einem Kellertheater, und verfaßte Lyrik..
Danach arbeitete B. Schwaiger als Regieassistentin beim Österreichischen Rundfunk und als Sekretärin in einem Wiener Theaterverlag,
1974: wurde sie zur Liebesgefährtin von Friedrich Torberg
Brigitte Schwaiger lebt heute, mit 52 Jahren, als freie Schriftstellerin in Wien und in Zliv (Tschechische Republik). Ein Artikel, der am 9. Oktober 2000 in der Zeitschrift Profil erschien, besagt, dass Brigitte Schwaiger, als alleinerziehende Mutter eines Sohnes, heute trotz unermüdlicher Arbeit im Elend lebt. Laut Arztbefunden leidet sie unter Depressionen und Angstzuständen.

WERKE:

1977: „Wie kommt das Salz ins Meer?“: Literarischer Bestseller über das Scheitern der Ehe einer Frau.
1978: „Mein spanisches Dorf“: Autobiographie, in der Schwaiger die Welt ihrer Kindheit und Jugend schildert.
(1980): „ Malstunde“. Ein Tonbandinterview mit B. Schwaiger und dem Wiener Maler Arnulf Rainer wird in einem Buch veröffentlicht
1984: „Der Himmel ist süß“: Ich – Roman schildert B. Schwaigers` Kindheit (5. – 10. Lebensjahr)
1987: „Mit einem möcht` ich leben“: Erste Gedichtband der Autorin, der menschliche Probleme wiedergibt.
1989: „Liebesversuche“: 14 Erzählungen aus dem Alltag
„Mister Rosa“: Der Roman handelt von einem Hausmann, der über Beziehungsprobleme nachdenkt.
1990: „Schönes Licht“: Der Roman beinhaltet viele autobiographischen Züge.
1991: „Tränen beleben den Staub“: Der Roman handelt von einer Heroin – süchtigen Frau
und ihrer Drogenabhängigkeit.
1992: „Der rote Faden“: Dies ist die Geschichte einer jungen Frau und den Problemen als alleinstehende Mutter.
1993: „Ein Mann fürs Leben“: Eine Ich – Erzählung, in der Schwaiger den „Mann fürs Leben“ sucht.
1994: „Jaro heißt Frühling“: 13 „Geschichten vom Fremdsein“. Diese sind ein Appell zur „Völkerannäherung“ und zur Völkerverständigung.
(1996): „Ein spanisches Dorf“: Autobiographie über B. Schwaiger, die sich in eine Abhängigkeit eines dominanten Mannes begibt.

PROSAARBEITEN:
1980: „Lange Abwesenheit“

HÖRSPIELE:

1975: „Murmeltiere“, ORF
1979: „Die Böck, die Kinder und die Fisch“, ORF / SDR
„Steirerkostüm“

THEATERSTÜCKE:

1976: „Nestwärme. Fünf Szenen mit einer Dekoration und zwei Schauspielerinnen“.
Als Bühnenmanuskript vervielfältigt (Thomas Sessler Verlag). Uraufführung in Linz.
1977: „Kleines Kammerspiel. Büroklammern. Steirerkostüm. Drei Einakter“.
Als Bühnenmanuskript vervielfältigt (S. Fischer). Uraufführung in Wien und Ingolstadt
1979: „Liebesversuche“
Als Bühnenmanuskript vervielfältigt (S. Fischer). Uraufführung in Sommerhausen / Franken
„Katzenmusik“

PREISE:

1974: Österreichisches Staatsstipendium für Literatur
1975: Autorenstipendium vom Dramatischen Zentrum, Wien
1976: Kulturförderungsprämie des Landes Oberösterreich

„WIE KOMMT DAS SALZ INS MEER?“

Der Roman „Wie kommt das Salz ins Meer?“ beginnt mit der Vorbereitung einer Hochzeit. Die Braut, die gleichzeitig auch die Hauptrolle des Buches spielt, aber uns nie ihren Name verrät, ist mit ihren Gedanken ganz woanders und hört nicht auf die Ratschläge ihrer Großmutter. Es scheint so, als wisse sie nicht was mit ihr geschieht. Rolf, ihr zukünftiger Ehemann liebt und braucht sie, doch trotzdem wehrt sich in ihr etwas, diesen Mann zu heiraten. Sie bemerkt, dass. sie Rolf eigentlich überhaupt nicht ausstehen kann, doch nun ist es zu spät. Auf was für ein Unglück hat sie sich hier eingelassen?
Ihr Vater hatte ihren zukünftigen Ehegatten schon zu seinem Fischerkamerad und Jagdfreund gemacht, und auch ihre restliche Familie hatten Rolf schon längst ins Herz geschlossen. Immerzu muss sie an Karl, einem alten Schulfreund und Schriftsteller denken. Wegen Einsetzens für Menschenrechte wird er in der Gesellschaft als Psychopath bezeichnet Vielleicht hätte sie lieber ihn heiraten sollen. Jeglicher Zweifel ist nicht begründet, also bemüht sich die junge Frau sich anständig, passend, und vor allem „weiblich“ zu verhalten. So wie sie es gelernt hatte. Trotz Unsicherheit lässt sie sich von ihrer Großmutter vor den Altar schieben (Leseprobe 1). Alles verläuft nach Rolf`s Plan, doch keiner achtet auf die Braut.
In der Hochzeitsnacht ist sich die Frau völlig bewusst, dass sie Rolf nicht lieben kann. Durch endloses Baden im Hotel, hofft sie, dass ihr Mann schnell einschläft.. Verlangt er von ihr Sex, wird sie mit ihren Gedanken woanders sein.
Sie erinnert sch gerne an Karl, der für sie Gedichte schrieb, und sie tröstete. Früher hatten sie auch eine Beziehung, doch nun ist alles vorbei. Mit Rolf, der Diplomingenieur und Doktor der Technik ist, wird sie in ihrer Umwelt wieder als eine Persönlichkeit geachtet.
Die anschließende Hochzeitsreise findet, wie geplant in Italien statt. Rolf belehrt sie über die Häuser, Denkmäler, Sitten und die Politik, wobei er meint, dass seine Frau dämlich und unreif seie. Er fordert sie auf sich endlich wie eine „normale“ Ehefrau zu verhalten. Ihre Traurigkeit entdeckt er nicht.
Im Kasino, wo Rolf ihr seine Tricks zeigt, ist sich seine Frau sicher, dass sie ihn hasst. Doch verdrängt sie diesen Gedanken wieder schnell, und bildet sich ein sie seie verrückt. Sie müsste stolz auf Rolf sein und sollte von ihm lernen.
Wieder zuhause holt das frisch vermählte Paar schnell der Alltag ein. Während Rolf seiner Karriere nachgeht, hat sie sich als Haus – und Ehefrau um viele Sachen zu kümmern. Sie hasst es für Rolf zu dienen.( Leseprobe 2) Viel lieber würde sie sich weiterbilden und arbeiten gehen. Sie hat keine richtige Schulausbildung, und denkt deshalb, das sie überhaupt nichts könne. Auch ihre Umwelt, besonders ihre Familie meint sie seie für nichts zu gebrauchen. Ihre Großeltern, die nach ihren Erzählungen eine zufriedene und glückliche Ehe führen, beneidet die Frau sehr.
Im Allgemeinen, bezeichnet sie ihr Leben als einen langweiligen Roman.
Heimliche Besuche und Briefe an Karl bringen ihr nicht nur ein wenig Abwechslung in den Alltag, sondern schenken ihr auch neue Hoffnung.
Sie hat es satt Rolf und seine Mutter, die ihr immer wieder Ratschläge um eine „gute Hausfrau“ zu sein gibt, sehen zu müssen. Um seiner Gattin eine Freude zu bereiten, schenkt Rolf ihr einen ausgewachsenen Jagdhund, der schlussendlich sowieso ihm gehört. Die Frau wehrt sich einen Hund in ihrer kleinen Wohnung zu halten, kann Rolf`s Entschluss aber nicht ändern. Sie einigen sich auf den Namen Blitz. An einer Leine gekettet darf Blitz seinen Platz am Gästeklo nicht verlassen, da Rolf der Meinung ist, dass man einem Hund erst Manieren beibringen müsse. Durch Strafe müsse er gezüchtigt werden. Blitz tut der Frau leid. Sie kann nicht mitansehen wie Rolf den Hund quält.
Immerzu verletzt Rolf seine Frau mit Wörtern, und meint sie solle nicht immer so sentimental sein. Sie versucht es erst gar nicht sich zu wehren.
Bei einem Treffen mit Freunden trifft sie auf Albert, der ihr schon vor der Heirat mit Rolf bekannt war. Sie stellen fest, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben, und beginnen eine Affäre. Bei Albert fühlt sich die Frau wieder unwiderstehlich, jung und attraktiv. Sie kann all ihre Probleme mit Rolf für eine kurze Zeit vergessen, und versucht sich wie seine Ehefrau, Hilde, zu verhalten. Währendessen stellt sich heraus, dass Karl, der einst ein lebensfroher Mensch war, Alkoholiker ist, und regelmäßig Schlaftabletten nimmt. Er nimmt immer mehr eine Außenseiterposition in der Gesellschaft ein. Rolf verbietet seiner Ehefrau den Umgang mit ihm.
Rolf ahnt zwar, dass etwas mit seiner Frau nicht stimmt, unternimmt aber nichts. Er vertraut ihr, und kann sich nicht vorstellen, das sie ihn verlassen würde.
Die Frau ahnt, dass Albert nur mit ihr spielt, und verlangt eine klare Entscheidung von ihrem Liebhaber. Albert entschließt sich endgültig für Hilde und beendet die Beziehung zu Rolf`s Frau. Kurze Zeit später erfährt Hilde von Albert`s Affäre und weist die gesamte Schuld auf sie.
Das nächste Unglück naht, und so kommt es dazu, dass Rolf Blitz mit einer Waffe ins Auge schießt. Beim Tierarzt wird Blindheit diagnostiziert. Der Hund hat große Schmerzen und zittert. Die Frau ist verzweifelt, aber greift nicht ein als Rolf beschließt ihren Hund einzuschläfern. Er könne den Köter nicht mehr gebrauchen. Das ist alles zu viel, und seine Frau beginnt Selbstmordgedanken zu hegen.
Als sich herausstellt, das die Frau schwanger ist, setzt Rolf sie unter großen Druck, bis sie endgültig zustimmt das Kind, gegen ihren Willen abtreiben zu lassen (Leseprobe 3). Auf der Suche nach einem Gesprächspartner sucht die verschreckte und gedemütigte Frau eine Beratungsstelle auf, doch der Psychologe kann ihr nicht weiter helfen. Er gibt ihr Medikamente und schiebt sie zur Tür hinaus.
Währenddessen stellt sich heraus, dass Karl sich verliebt hat, und freiwillig eine Trinkerheilstatt aufgesucht hat.
Gegen dem Willen der Familie beschließt die Frau der ihrer Abhängigkeit und dem Unglück ein Ende zu setzen, und reicht die Scheidung zur ihrem Ehemann Rolf ein. Keiner versteht sie, aber trotzdem ist sie sich ihrem Entschlusses sicher. Trotz allem kehren ihre Gefühle für Rolf nun wieder zurück. Der Roman endet damit, dass sie zu ihrem Elternhaus zurückkehrt und beginnt wieder zu arbeiten.

„WIE KOMMT DAS SALZ INS MEER?“

In diesem Bereich der Arbeit beschäftige ich mich mit der Interpretation des Buches „Wie kommt das Salz ins Meer?“ von Brigitte Schwaiger, welcher 1977 als Roman erschienen ist, und der Epoche der Nachkriegszeit angehört. Ihr Erstlingswerk gehört zu den zehn meistverkauften Büchern im deutschsprachigen Raum, und auch noch zwei Jahre später erzielt die Taschenbuchausgabe noch Rekordergebnisse. Es wird vermutet, dass die Erzählung zahlreiche autobiographische Züge der Autorin beinhaltet.
Die Ich – Erzählerin schildert über das Scheitern ihrer Ehe. Hilflos begibt sich die Frau in die Abhängigkeit von Rolf, der ein angesehener Mann in der Gesellschaft ist. Um ihre Umwelt nicht zu enttäuschen, heiratet sie Rolf, trotz Widerwillen. Der Hass zu Rolf wächst von Tag zu Tag, und der triste Alltag als Haus – und Ehefrau holt sie bald ein. Um Aufmerksamkeit und Liebe zu finden, beginnt die Frau eine Affäre mit Albert, einem guten Freund des Paares. Als Rolf ihren geliebten Hund Blitz einschläfern lässt, und er sie dazu zwingt ihr Baby abtreiben zu lassen, sucht die gedemütigte Frau einen Psychologen auf, der ihr aber nicht helfen kann. Verzweifelt und gegen dem Willen ihrer Familie reicht sie schlussendlich doch die Scheidung ein, um ein neues Leben beginnen zu können.
Das Buch behandelt vor allem die Thematik „Liebe“, die meistens als eine Abhängigkeit dargestellt wird. Die Beziehung zwischen Rolf und der Frau steht im Vordergrund, wobei alles damit beginnt, dass sie wie in einem Traum, und eventuell auch unbewusst eine Ehe mit dem Diplomingenieur eingeht. Mit den Gedanken woanders, setzt sie die Heirat mit einem „Spiel“ gleich, und ist sich der Realität nicht bewusst. Schon bald weiß die unsichere Frau, dass sie Rolf in Wirklichkeit gar nicht ausstehen kann, doch will sie diese Gefühle nicht wahrnehmen. Sie redet sich „schöne“ Dinge ein, und verdrängt jegliche Gedanken an Rolf. Die Tatsache der Verdrängung bestätigt nicht nur ihre große Verunsicherung, sondern ist sicherlich auch auf die Beeinflussung der Gesellschaft, insbesonders ihrer Familie zurückzuführen. So ist z.B.: der Großmutter der gute Ruf der Familie besonders wichtig. Sie ist der Meinung, dass eine anständige und vernünftige Frau die Führung eines starken Mannes benötigt. Auch die Mutter, die ihrer Tochter nicht unterstützt und beratet, hinterfragt die Ehe nicht. „Das gehört sich einfach so, und nicht anders!“ Die Familie vermittelt ihr ein „typisch weibliches“ Rollenbild. Vielleicht ist auch die fehlende Zärtlichkeit und Wärme der Eltern der Grund warum die Frau ohne lange zu zögern die Geborgenheit von Rolf annimmt.
Rolf ist eine starke Persönlichkeit und schenkt seiner Ehefrau anfangs Aufmerksamkeit und das Gefühl gebraucht zu sein. Mit ihrem neuem Mann wird sie erstmals von ihrer Umwelt und besonders von ihrer Familie als eine Persönlichkeit wahrgenommen und anerkannt. Dies ist sicherlich ein Grund, warum die junge Frau, trotz fehlender Zuneigung, Rolf heiratet. Sie denkt, dass sie vor der Ehe Nichts war, und nun ein besserer Lebensabschnitt beginnt.
Schon bald realisiert sie ihre wahren Gefühle zu Rolf, doch spricht sie nicht über ihr Befinden. Ich denke, sie wollte einem „normalen“ Bild einer Haus – und Ehefrau entsprechen und lässt deshalb alles mit sich geschehen. Rolf nützt seine Überlegenheit aus und gedemütigt seine Frau immerwieder. An dieser Stelle ist ein großer Zusammenhang mit Brigitte Schwaigers Leben, welcher im autobiographischen Roman: „Ein spanisches Dorf“ (1980) wiedergegeben ist, zu erkennen. Auch im realen Leben erfährt Schwaiger das Martyrium einer zweijährigen und tyrannischen Ehe.
Die Tatsache, dass sich die Frau trotz allem in eine Abhängigkeit zu Rolf begibt, lässt annehmen, dass dieser ihr Orientierung schenkt, und anfangs sicherlich auch Vorbildwirkung hatte. Ihre Verzweiflung zeigt sich im Wunsch wieder ein Kind zu sein.
Die bestimmende Rolle von Rolf könnte auch im Zusammenhang mit der gestörten väterlichen Beziehung, die im autobiographischen Roman: „Lange Abwesenheit“(1983) präsentiert wird, zusammenhängen.
Zu Karl, der eher eine Außenseiterrolle einnimmt, hat die Frau eine ganz besondere Beziehung. Er verkörpert einen Traummann, den sie heimlich verehrt = Gegenteil von Rolf. Vielleicht steckt auch der Neid eine eigenständige Person zusein dahinter. Man kann annehmen, dass Karl auch mit „Hoffnung“ gleichzusetzen ist. Mit der Alkoholabhängigkeit geht für die Frau die letzte Hoffnung verloren. Es scheint so, als ob sie sich nun in einer völlig aussichtslosen Situation befände. Selbstmordgedanken begleiten sie nun täglich. Diese kann die Frau aber aus moralischen Gründen nicht umsetzen.
Der Hund, namens Blitz gibt ihr Halt und Zuwendung. Ihm kann sie alles anvertrauen. Für Rolf könnte Blitz ein Kindesersatz darstellen. Zwanghaft hält sich die Frau an Blitz und Albert, mit dem sie eine Affäre begonnen hat, fest. Eine mögliche „Rettung“ ist vorauszusehen. Doch als Rolf Blitz bis zum Tode quält, und die Beziehung zu Albert in Brüche geht, sind jegliche Hoffnungen verloren.
Die Tatsache, dass Rolf seine Ehefrau zur Abtreibung ihres Babys zwingt, und sie sich auch jetzt nicht wehrt, zeigt, dass die Frau absolut kein Selbstwertvertrauen hat: „Ich bin nicht ich, ich bin Rolfs Frau“. Erst nach langer Zeit entscheidet sie sich plötzlich für eine Scheidung. Der Anlass zu dieser Entscheidung könnte darin liegen, dass auch Karl den Aufstieg schafft.
Am Ende des Romans ist sie frei und ihre Gefühle zu Rolf kehren wieder zurück. Als Leser hätte man sich dennoch ein anderes Ende vorgestellt.
Die Tatsache, dass sich Brigitte Schwaiger in ihren Büchern hauptsächlich mit ihrem Leben auseinandersetzt, lässt darauf schließen, dass sie dieses Thema, auch noch heute sehr intensiv beschäftigt. Deshalb glaube ich, dass die Autorin mit ihrem Erstlingswerk, vor allem ihre persönlichen Erfahrungen, die mit Wut, Misserfolgen und Kummer zusammenhängen, verarbeitet.
Der Titel: „Wie kommt das Salz ins Meer“ ist schwer zu interpretieren. Er wird einmal im Zusammenhang mit Kindheitserinnerungen erwähnt. Ich nehme an er dient der Autorin dazu, sich an schöne Zeiten zu erinnern, als sie noch ein Kind war, ihre Eltern ihr Aufmerksamkeit schenkten und ihr alle Fragen beantworteten. Die Sehnsucht nach Anerkennung ist nicht zu übersehen.
Schwaigers Schreibstil und Sprache sind einfach und direkt ausgewählt. Teilweise beinhaltet der Text auch einen Dialekt. Der Leser wird nicht durch Sprachexperimente und komplizierte Fremdwörter verwirrt, und kann sich gut in das Leben der jungen Frau hineinversetzen. Dennoch empfinde ich einige Stellen als eher primitiv und nicht passend. Trotzdem kann ich rückblickend sagen ,dass mir der Roman recht gut gefallen hat. Brigitte Schwaiger verpackt in ihrem Werk Humor hinein, der mich häufig zum Schmunzeln brachte.

VERWENDETE LITERATUR:

· Brigitte Schwaiger. Wie kommt das Salz ins Meer?. Rororo Verlag: Hamburg, März 1977
· Brigitte Schwaiger. Ein spanisches Dorf. 1978
· Österreichs Autoren/innen unserer Gegenwart
· Gerald Rainer / Norbert Kern / Eva Rainer. Stichwort Literatur – Geschichte der deutschsprachigen Literatur. Veritas: München, 1997
· Zeitungsartikel: von Reinhard Tramontana. Wie kommt die Schwaiger zu mehr? Profil: 9. Oktober. 2000
· Daten zum Lebenslauf habe ich hauptsächlich aus den Innenumschlägen der Bücher von Schwaiger erfasst.

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