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Erfahrungsbericht von political

Plötzlich wuchs ihm eine Seele!

Pro:

leicht lesbar, spannend, rührend

Kontra:

etwas kurz

Empfehlung:

Nein

Bei meinem heutigen Bericht handelt es sich um WIR, ein Buch von Jewgenij Samjatin - näheres zu diesem eher wenig bekannten Buch könnt ihr meinem Bericht entnehmen.

Inhalt:
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Das Buch WIR erzählt und die Geschichte von D-503. D-503 ist ein Ingenieur und arbeitet mit vielen anderen Nummern im einzigen Staat. Dieses gläserne Imperium ist umgeben von der grünen Mauer, die für alle Bewohner des einzigen Staates Tabu ist. D-503 macht seine Arbeit Spaß und die Geschichte die er erzählt bringt er uns in Form seines Tagebuches näher. D-503 arbeitet gerade am größten Projekt aller Zeiten. Dieses besagte Projekt ist der Integral, in Auftrag gegeben vom großen Wohltäter, dem Herrscher des einzigen Staates. Dieser Integral ist ein riesiges Raumsschiff, das sich auf den Weg ins Weltall machen soll, um allen fernen Zivilisationen vom einzigen Staat zu berichten. Außerdem sollen die Außerirdischen so sehen, wie das wahre Glück zu erreichen sei. Kurz gesagt, die Bewohner dieses gläsernen Staates sind allesamt sehr von ihrer eigenen Perfektion überzeugt und halten sich für das Maß aller Dinge.

Doch eines Tages tauchen Schatten auf in dieser streng mathematisierten Welt. D-503 beginnt an seinem Staat zu zweifeln als er eine junge Frau kennen lernt. I-330 lebt auf den ersten Blick, wie alle anderen Menschen im einzigen Staat vorschriftsmäßig. Sie besucht die gemeinsamen Abende in den Vereinen und sie löst auch regelmäßig ihre rosa Billets, was soviel bedeutet wie sich paaren. Dabei spielt es keine Rolle wie oft und mit wie vielen Personen man sich paart. Je mehr verschiedene desto besser, um nur ja keine emotionale Bindung aufzubauen. Doch scheinbar hat I-330 auch noch ein anderes Leben – hinter der grünen Mauer, wo die Menschen noch in unbändiger Wildheit leben. Je länger D-503 ihren Kontakt pflegt, desto mehr zweifelt er am einzigen Staat, an seinem bisherigen Leben und als er schließlich zum Gesundheitsamt eilt um sich untersuchen zu lassen, ist die Diagnose schrecklich! Ihm ist eine Seele gewachsen! Doch schon am nächsten Tag scheint die Lösung gefunden – ein einzige Spritze, die es Ein für Allemal unmöglich machen soll, eine Seele zu haben. Wie wird sich also D-503 entscheiden wenn die Entscheidung überhaupt bei ihm liegt?

Mehr will ich nicht erzählen, das Buch ist bei Amazon.de erhältlich und kostet nicht die Welt. Es hat mich damals (vor etwa einem Jahr) umgerechnet 10 Euro gekostet!

Der Autor:
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Jewgenij Samjatin, dieser Name wird wohl den Wenigsten ein Begriff sein. Mir war er es auch nicht, bis ich von diesem Buch erfahren hatte. Ich hatte gerade 1984 gelesen und war begeistert und schockiert davon (siehe Bericht vor einiger Zeit) also wollte ich mehr über diese Thematik wissen. Dabei stieß ich auf das Ur-Werk von Samjatin. WIR entstand schon Mitte der Zwanziger-Jahre in Russland. Es handelt sich dabei um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Realsozialismus der in Russland unter Stalin gerade vorherrschte. Samjatin war von dessen Entwicklung sehr enttäuscht und zeichnete dieses düstere Zukunftsbild von einer Welt aus Glas ohne persönlichen Freiraum.

Samjatin wurde 1884 in Lebedjan in Russland geboren und war von Beruf Schiffsbauingenieur. Man könnte also sogar einige autobiografische Züge in diesem Buch vermuten. Später ging er zu den Revolutionären und war schließlich auch bei der berühmten Meuterei des Panzerkreuzers Potemkin mit dabei. Nach der Veröffentlichung von WIR wurde Samjatin das Schreiben verboten und schließlich ging Samjatin nach Paris ins Exil, wo er 1937 starb.

Fazit:
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WIR kann man als eines der Vorbilder für die wesentlich bekannteren Werke a brave new world und 1984 ansehen. Es wurde in Europa 1925 veröffentlicht und wurde sowohl von Huxley als auch von Orwell einige Male erwähnt. Das Buch zeichnet ein düsteres Bild von einer so glänzenden Umgebung – der einzige Staat, umgeben von einer grünen Mauer, die die Wilden trennen soll von den angeblich so zivilisierten Menschen innerhalb der gläsernen Stadt. Dies ist eine Stadt ohne jegliche Privatsphäre und persönlichem Freiraum. Arbeit, Essen, Trinken, Liebe und alle anderen Dinge, die das Menschsein bestimmen, sind bis ins kleinste Detail durchgeplant. Trotzdem scheinen die Bewohner dieser Stadt glücklich zu sein – betört von ständiger Marschmusik und hetzerischen Ansprachen des großen Wohltäters.

Doch irgendwas in D-503, dem Helden und Erzähler dieser Geschichte rebelliert gegen dieses Systems – unterbewusst will er sich befreien aus dieser lebenslangen Umklammerung. Dieser Wunsch manifestiert sich im Erscheinen seiner Seele. Plötzlich entdeckt er Gefühle in sich, die er aufgrund seines bisherigen mathematischen Lebens nicht real erfassen kann. Diese Dinge erscheinen ihm nicht erklärbar – irrational so wie die Wurzel aus –1.

Dies bringt mich auch schon zum einzigen negativen Punkt des Buches. Die ständigen mathematischen Begriffe und Beispiele waren für mich leider nicht immer verständlich. Ansonsten ist das Buch recht gut und flüssig lesbar und auch sehr spannend aufgebaut. Ich kann nur jedem, der Gefallen an dieser utopischen Schreibweise findet empfehlen, sich dieses Buch zu besorgen, ihr werdet es nicht bereuen!

Damit komme ich zum Ende dieses Berichtes! Es würde mich sehr freuen eure Meinung zu diesem Buch und zu meinem Bericht zu erfahren!

lg chris

PS: Wie schon gewohnt, werde ich diesen Bericht wieder bei mehreren Foren posten!

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-09 15:48:54 mit dem Titel Steinbeck - Von Mäusen und Menschen

Es war mal wieder Zeit ein neues Buch zu lesen. Wie ich schon in früheren Berichten erzählt hatte, gibt es eine Liste der 50 wertvollsten Bücher ? subjektiv natürlich. Trotz allem versuche ich momentan alle 50 auf dieser Liste angeführten Bücher zu lesen. Von Mäusen und Menschen ist eines der Bücher. Also hab ich mir das Buch bestellt ? bei amazon.de um 7,50 Euro.

Inhalt:
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George Milton und Lennie Small sind auf dem Weg zu einem neuen Job auf einer Farm, sie sind beide Erntehelfer. Genauer gesagt sind sie auf der Flucht vor ihrem alten Job, denn dort wollte man sie lynchen. Wie man schnell merkt, sind die beiden nicht das erste Mal auf der Flucht. Während nämlich George recht aufgeweckt und klug ist, hat Lennie immer wieder Probleme aufgrund seiner mangelnden Intelligenz. Er ist geistig zurückgeblieben und deshalb auf George angewiesen, der ihm treu zur Seite steht und auf ihn achtet. Lennie ist ziemlich groß und liebt es, Tiere zu streicheln. Er schwärmt von Hasen und streichelt auch dann und wann eine Maus. Leider hat er wenig Gefühl für die kleinen Tiere und tötet sie beim Streicheln nur allzu oft. Da er sich einfach nichts lange merken kann, passieren ihm ständig größere und kleinere Missgeschicke. Doch bald, so meinen die zwei Wanderer würde alles anders werden. Dann hätte das ewige Herumwandern ein Ende und die Angst vor neuen Problemen, denn sie möchten nur noch einen letzten Job annehmen um das Geld zu sparen für eine eigene Farm, mit Hasen und anderen Tieren, die sie dann füttern und von denen sie gut leben können. Doch zuvor wie gesagt muss noch etwas Geld verdient werden und Lennie muss versuchen, keinen Ärger zu bekommen.

Am neuen Arbeitsplatz angekommen machen die beiden schnell Bekanntschaft mit Curley, dem jungen Sohn des Farmbesitzers, der immer und überall Streit sucht. Außerdem lernen sie dessen Frau kennen, die ständig mit den Arbeitern anbandelt und mit ihren Reizen keineswegs geizt. George versucht stets, den drohenden Streiterein aus dem Weg zu gehen und immer ein wachsames Auge auf Lennie zu haben. Nur zwei Monate müssen die beiden arbeiten, um das nötige Geld zusammen zu kratzen und eine eigene Farm zu kaufen, denn zu ihrem Glück lernen sie auf der Farm auch den alten Candy kennen, der schon etwas Geld gespart hat und sich sofort den Plänen von George und Lennie anschließt. Doch zwei Monate sind lang, ohne Streit und Ärger zu bekommen und so passiert auch auf dieser Farm Lennie wieder ein Missgeschick ...

Lest am besten selbst nach, wie es weitergeht, das Buch ist einen Kauf allemal wert. Es ist wie schon erwähnt bei amazon.de um nur 7,50 Euro erhältlich.

Der Autor:
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John Steinbeck hat dieses Buch geschrieben. Er wurde 1902 geboren und ist einer der großen amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Zu seinen weiteren bekannten Werken zählen unter anderem

-) Früchte des Zorns
-) Jenseits von Eden
-) Die Straße der Ölsardinen
-) Das Tal des Himmels

Der studierte Meeresbiologe war im Zweiten Weltkrieg Reporter und wurde schließlich Schriftsteller. 1962 erhielt er sogar den Literaturnobelpreis. Steinbeck starb 1968.

Das Buch:
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Von Mäusen und Menschen ist ein sehr leicht lesbares Buch. Es ist spannend und unterhaltsam geschrieben. Das Buch wurde von Mirjam Pressler ins Deutsche übersetzt. Die schönen Bilder von Thomas von Kummant tragen zusätzlich viel zur Spannung und zum besonderen Flair des Buches bei. Das Buch ist im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) erschienen und hat 140 Seiten.

Fazit:
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Schon von Beginn an läuft alles auf eine Katastrophe hinaus, doch bis zum Schluss hofft man doch noch auf einen positiven Verlauf. Besonders rührend ist der Part des Lennie, der geistig zurückgeblieben ist und immer wieder Ärger bekommt, für den er eigentlich nichts kann, weil er ja nicht versteht, was seine Fehler sind. Deshalb kann man ihm auch keinen Vorwurf machen. Bewundernswert ist auch George, der treu zu Lennie steht, obwohl ihm dieser nur laufend Schwierigkeiten macht. Eine wichtige Rolle spielen auch Curley, der immer Streit sucht und dies vor allem mit Männern, die größer sind als er selbst. Außerdem ist er ständig eifersüchtig, weil seine junge Frau relativ offen mit den Farmarbeitern kokettiert. Curleys Frau ist unzufrieden mit ihrem Leben. Zu früh geheiratet und die Chance auf eine Schauspielkarriere verpasst, so vergnügt sie sich eben auf die einzige Art, die ihr noch einfällt, in ihrer hoffnungslosen Situation. Besonders rührend fand ich auch den alten Candy, der eigentlich zu nicht mehr viel nütze ist und scheinbar auch irgendwie sein Leben versäumt hat. Als er von George?s und Lennie?s Plan erfährt, eine eigene Farm zu kaufen, ist er sofort Feuer und Flamme dafür.

Alles in allem ein Buch beinahe ohne negative Seiten. Wie gesagt, es ist spannend, berührt einen sehr stark, ist leicht lesbar und doch muss ich sagen, dass mir irgendetwas gefehlt hat. Vielleicht hätte ich ganz einfach gerne noch mehr über die so unterschiedlichen Charaktere erfahren, doch leider hat das Buch nur 140 Seiten und da bleibt eben einiges auf der Strecke, was den Figuren noch mehr Profil verleihen könnte. Doch im großen und ganzen ist das Buch absolut lesenswert und aus gutem Grund unter den 50 bedeutendsten Bücher unserer Zeit. Ich kann nur jedem empfehlen, es zu lesen und etwas mehr über das Wesen der Amerikaner zur Zeit der Depression zu erfahren, die das Land wohl bis heute geprägt hat.

Dann also viel Spaß mit ?Von Mäusen und Menschen? von John Steinbeck und ich freue mich schon auf jede Menge Kommentare.

lg chris

PS: Wie eh schon gewohnt werde ich diesen Bericht wieder auf diversesten Foren posten (entweder unter political oder chris_rabl) um zu verhindern, dass meine Beiträge gestohlen oder kopiert werden.

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