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Erfahrungsbericht von 9ulle

Der Zirkel – Eine Tote auf dem Campus von Dietrich Schwanitz

Pro:

Krimispass, kurweiliges Lesevergnügen

Kontra:

manchmal in Sachen Liebe etwas zu schaumschlägerisch

Empfehlung:

Nein

Buch

„Der Zirkel“ von Dietrich Schwanitz
Taschenbuch, 448 S.
Goldmann
ISBN 3442443482
16,80 DM (ca. 8,50 EURO)

Genre

Krimiartiger Jetztzeitroman – jungdynamischer Wissenschaftler mit politischem Verwaltungsjob ermittelt gegen das universitäre Establishment.

Story

Skandal an der Universität Hamburg: während der Antrittsvorlesung eines neuen Soziologieprofessors stürmen etliche Vertreter des Asta den Hörsaal und beschimpfen den Vortragenden Schneider als Rassisten. Gerade wollen diese Ihre „Beweise“ vortragen, wird der Saal von offensichtlich rechtradikalen Schlägern zusammengeprügelt. Das Licht geht aus und nach einem heillosen Durcheinander kommt das schreckliche zum Vorschein. Die Asta-Vorsitzende Hannah Krakauer ist tot.
War es nun eine Körperverletzung mit Todesfolge oder ein geplanter Mord an der Asta-Vorsitzenden? Dieser Frage geht nicht nur die Polizei nach, sondern auch Dr. Daniel Denzer, der persönliche Referent des hamburger Wissenschaftssenators Weiss. Anders als die Polizei hat Daniel Denzer gute Beziehungen in der Universität, kennt die Sekretärinnen, die tote Asta-Vorsitzende und auch viele Professoren. So wird er bei seinen Ermittlungen schnell fündig und kann Verbindungen ziehen zwischen dem Tod von Hannah Krakauer und dem Vortragenden Schneider, der von der Universität Potsdam herberufen wurde.
Mit der Journalistin Vanessa Steinbrück reist Daniel Denzer schließlich nach Potsdam und erfährt dort einige interessante neue Zusammenhänge wie die Universität Hamburg vom „Zirkel“ unterwandert ist.......

Der Autor

Prof. Dietrich Schwanitz war bis 1997 Professor für Anglistik an der Universität Hamburg. Er kennt also die örtlichen Gegebenheiten sehr genau. Vielen wird er durch seinen später verfilmten Roman „Der Campus“, der auch an der Uni Hamburg spielt, bekannt sein.

Schreibstil

Der Autor schreibt über das Gebiet, das er am besten beherrscht, sehr pointiert: Die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und Verwaltungsmenschen und wie dieselben andere mit ihrer Sprache hinters Licht führen. Außer verschiedenen Vokabeln, die wohl nur Geisteswissenschaftler benutzen, ist der Roman flüssig geschrieben, so dass der Lesespass nicht je unterbrochen wird. Häufiger innerhalb des Buches geht Schwanitz auf die Liebe zwischen zwei Menschen ein und beschreibt diese zuweilen etwas blumig für meinen Geschmack.

Kritik

Ich hab mich köstlich amüsiert, besonders und immer mehr, je weiter ich in diesem Buch dem Ende nahekam. Die Beschreibung der Professoren, des Wissenschaftsministeriums und der allgemeinen Verhältnisse an der Hochschule ist treffend, manchmal überzeichnet, aber nie langweilig. Als ehemaliger Student und jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter macht es einfach Spass teilzuhaben an dem Lustigmachen des Autors über die verkrusteten Verhältnisse an deutschen Universitäten. Daniel Denzers Frauengeschichten sind eine willkommende Abwechslung innerhalb der Ermittlungen.

Fazit

Das ideale Buch für Leute, die selbst schon mal in der universitären Selbstverwaltung versucht haben, etwas zu bewegen!

28 Bewertungen, 3 Kommentare

  • blauersafir

    31.05.2002, 23:35 Uhr von blauersafir
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr intressanter bericht, ich wurschtel mich auch noch durch deinen anderen berichte...gruss blauersafir

  • schuschi@web.de

    07.05.2002, 10:31 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter Bericht. In der Kürze liegt die Würze!!

  • Qualle

    07.05.2002, 09:47 Uhr von Qualle
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner kurzer, aber vielsagender Bericht.