Erfahrungsbericht von campino
Käptn Flints Dublonen
Pro:
Heute würde man sagen: Ein spannender Krimi
Kontra:
Der Stil Shakespeares ist nicht jedermanns Sache
Empfehlung:
Ja
In heutigen Zeiten werden die meisten Abenteuer im Kino, vor dem Fernseher oder beim Lesen eines Buches bestanden. Womit wir beim Thema wären.
Ich möchte Euch das Buch „Die Schatzinsel“, Englischer Originaltitel: „The Treasure Island“ von Robert Louis Stevenson etwas näher bringen. Bei Ciao gelistet als Jugendbuch (sicherlich zu Recht), zieht es trotzdem alle Altersgruppen in seinen Bann. Wer das Träumen noch nicht verlernt hat, wird es lieben.
Erzählt wird die Geschichte in „Ich-Form“ von Jim Hawkins, dem Sohn eines Wirts-Ehepaares, welches in der Gegend um Bristol das Wirtshaus „Zum Admiral Benbow“ betrieb.
In jenem Wirtshaus hatte sich ein Fremder, dessen Namen keiner kannte und der nur mit „Kapitän“ angesprochen werden wollte, eingenistet. Mit diesem Fremden und einem geheimnisvollen Besuchen den er bekommt, beginnt die Geschichte.
Die Karte einer Insel, der Weg zu einem verborgenen Schatz – Jim Hawkins bringt die Karte an sich. Er erzählt dem mit der Familie befreundeten Arzt Dr. Livesey davon. Gemeinsam mit Baron Trelawney, dem Gutsherrn, dem das Land rund um den „Admiral Benbow“ gehört und Dr. Livesey geht Jim in die nächste Hafenstadt, nach Bristol.
Hier rüsten sie ein Schiff aus und stellen eine Mannschaft zusammen um dem Weg der Karte zu folgen.
Zu spät bemerken sie, dass die ganze Mannschaft inklusive des geheimnisvollen Schiffskochs mit Namen „Silver“ aus Seeräubern besteht, die nur eines wollen: Die Karte!
Das ist in, ich gebe zu, recht groben Zügen der Beginn der Geschichte der Schatzinsel. Allzuviel soll ja auch nicht erzählt werden. Ihr wollt das Buch doch sicher selbst lesen... ?
Vom Buch als solches mal abgesehen, finde ich die Entstehungsgeschichte der Schatzinsel auch recht interessant.
Stevenson, geb. 1850 in Edinburgh, war ursprünglich Architekt, studierte dann Jura und ließ sich als Rechtsanwalt nieder. Sehr früh musste er jedoch krankheitsbedingt seinen Beruf an den berühmten Nagel hängen.
Stevenson war lungenkrank. Um eine starke Erkältung auszuheilen, zog er sich für längere Zeit auf ein Landhaus in Schottland zurück. Dort verbrachte gleichzeitig mit ihm ein Junge seine Ferien. Die schottische Einsamkeit gab für einen Jugendlichen nicht viel her, so vertrieb er sich seine Zeit mit malen. Stevenson, der oft dabei saß begann auch zu zeichnen (gemeinsam geht eben fast alles besser).
Eines Tages entstand so die Landkarte einer Insel. ©ampino
Die Schatzinsel war „geboren“. Beide, der Junge und Stevenson träumten sich hinein in IHRE Insel. Stevenson entwarf in groben Zügen eine Liste von Kapiteln und Überschriften, die in seiner Geschichte vorkommen sollten. Er begann zu schreiben......
Von Stevenson stammt der Satz: „Ein Dichter sollte nie ohne seine Karte arbeiten, denn er muss seine Landschaft wie seine Hand kennen“.
Wie gut, dass der Junge damals eben diese Karte gezeichnet hat, sonst würde uns vielleicht heute ein hervorragendes Stück Literatur fehlen.
Robert Louis Stevenson schaffte es nicht, seine Krankheit auszuheilen. Er erlebte noch den Erfolg der „Schatzinsel“ und sie blieb immer sein liebstes Buch.
Seine letzten Legensjahre verbrachte er in der Südsee, auf Samoa, wo er im Alter von nur 44 Jahren 1894 starb.
Fünfzehn Mann auf des toten Kerls Kiste!
Jo ho ho und ‚ne Buddel Rum!
Vielleicht entsinnt sich der Eine oder Andere von Euch noch an die Verfilmung der Schatzinsel als Weihnachts-Mehrteiler (ich glaube es war das ZDF). Ist aber schon ettliche Jahre her. Den Jim Hawkins spielte damals Michael Ande.
Ich wünsch Euch einen schönen Tag und vielleicht, wenn Ihr heute Abend noch einen Umweg zum Bücherregal macht, noch ein bisschen abenteuerliche Lesezeit.
Gruß, Andrea
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-07-11 11:04:18 mit dem Titel Geben Sie Gedankenfreiheit
Diese Worte legt einer der größten, wenn nicht sogar der größte deutsche Dichter
FRIEDRICH SCHILLER
dem Marquis Posa (Don Carlos) in den Mund.
Diesen Satz möchte ich auch an den Beginn meines Berichtes über Friedrich Schiller stellen, über dessen Leben und in dessen Werk ich viel gelesen habe und den ich mit zunehmendem Alter und der dementsprechend zunehmenden Lebenserfahrung immer mehr schätze.
1759 wurde Johann Christoph Friedrich Schiller in Marbach am Neckar (Württemberg) geboren. Er ist das zweite Kind des Wundarztes Johann Caspar Schiller und Elisabeth Dorothea Schiller (geb. Kodweiß). Seine um zwei Jahre ältere Schwester heißt Christophine (geb. 1757).
Die Jahre bis 1764 verbringt Schiller in Marbach. Dann zieht die Familie für 2 Jahre nach Lorch.
[b)1768 erfolgt ein erneuter Umzug nach Ludwigsburg. Nach dem Willen seiner Eltern soll Schiller Theologe werden. Deshalb besucht Friedrich bis 1773 die Lateinschule der Stadt.
ZITAT: „Als Knabe war Schiller, ungeachtet der Einschränkung, in welcher er von seinem Vater gehalten wurde, sehr lebhaft, ja beinah mutwillig. In den Spielen mit seinen Kameraden, wo es oft ziemlich wild herging, gab er meistens den Ton an. Die jüngeren fürchteten ihn, und auch den älteren und stärkeren imponierte er, weil er nie Furcht zeigte. Selbst an Erwachsene, von denen er sich beleidigt glaubte, wagte er sich furchtlos, und wenn ihm, aus welcher Ursache es sein mochte, jemand zuwider war, so suchte er ihn bei Gelegenheit zu necken. Indessen zeigte er bei dessen Neckereien nie bösartige Gesinnung, nur mutwillige Laune, die ihm daher auch gern verziehen wurde. Unter den Spielgesellen waren nur wenige seine vertrauten Freunde; aber an diesen hing er fest und innig, und kein Opfer war ihm zu groß, das er nicht seiner Anhänglichkeit an sie zu bringen vermocht hätte. (Karoline von Wolzogen: Schillers Leben) ZITAT ENDE.
Auf Befehl des despotischen Herzogs Karl Eugen wird Schiller gezwungen, die militärische Karlsschule, auch „Pflanzschule“ genannt, zu besuchen. Das waren keine schönen Jahre für ihn. Absoluter Gehorsam war ein MUSS. Die ersten Dichtungen entstanden in dieser Zeit der Auflehnung gegen die Willkür des schwäbischen Herzogs. Eine freie Wahl des Studiums gab es nicht.
Er beginnt 1774 mit einem Jurastudium, wechselt aber auf Befehl von „oben“ im darauf folgenden Jahr zum Studium der Medizin. Die Karlsschule verlegt 1775 ihren Sitz nach Stuttgart.
Im Jahre 1780 beendet er sein Studium und wird Regimentsmedikus (Militärarzt) in Stuttgart. Schon der Titel seiner Dissertation ist Auflehnung gegen das System:
“Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen“.
Im Jahre 1781 veröffentlicht er DIE RÄUBER anonym im Selbstverlag. Ein Jahr später 1781: Räuber – Uraufführung in Mannheim. Schiller erhält 14 Tage Arrest wegen einer unerlaubten Reise nach Mannheim. Er flüchtet und lebt die folgenden Jahre bis 1785 in Mannheim, Frankfurt und Bauerbach in Thüringen. 1782 bis 1783 arbeitet Schiller als Bibliothekar in Meiningen.1785 erfolgt der Umzug in die Nähe von Leipzig. Die bekanntesten Werke aus dieser Zeit sind:
DIE VERSCHWÖRUNG DES FIESKO ZU GENUA 1783
KABALE UND LIEBE 1784
AN DIE FREUDE 1785
1787 entsteht DON CARLOS, Bei seinem Aufenthalt in Weimar lernt er seine spätere Frau Charlotte von Lengefeld kennen. Er schreibt für die von ihm herausgegebene Zeitschrift Thalia
1788 lernt Friedrich Schiller den wohlhabenden Frankfurter Kaufmannssohn Johann Wolfgang von Goethe kennen. Wie Goethe ist auch Schiller nicht nur Dichter im engeren Sinn, sondern darüber hinaus auch Historiker und Philosoph, Redakteur und Journalist, Herausgeber und Übersetzer.
Er wird zum außerordentlichen Professor für Geschichte (ohne Besoldung) nach Jena berufen. 1789 zwang ihn sein Gesundheitszustand, die Stellung aufzugeben.
Auszug aus einem Brief Friedrichs an Charlotte von Lengefeld (Lottchen) vom September 1789:
„Wieder ein Tag überstanden, um den ich Dir näher bin. – Wie langsam schleicht jetzt die Zeit, und wie unerbittlich schnell wird sie mir bei dir vorübereilen! Wäre indessen die Periode nur da, wo wir uns bloß über die Flüchtigkeit des Lebens zu beklagen hätten! O meine Teure! Wie so anders ist jetzt alles um mich her, seitdem mir auf jedem Schritt meines Lebens nur Dein Bild begegnet! Wie eine Glorie schwebt Deine Liebe um mich, wie ein schöner Duft hat sie mir die ganze Natur überkleidet.
1790 heiraten Charlotte und Friedrich.
Errötend folgt er ihren Spuren
Und ist von ihrem Gruß beglückt,
Das Schönste sucht er auf den Fluren,
Womit er seine Liebe schmückt.
O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
Der ersten Liebe goldne Zeit,
Das Auge sieht den Himmel offen,
Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
O dass sie ewig grünen bliebe,
Die schöne Zeit der jungen Liebe! (Aus: „Die Glocke“).
1791 erkrankt Friedrich schwer
1792 verleiht ihm die Französische Nationalversammlung das Bürgerrecht.
1793 Geburt des Sohnes Karl
1794 beginnt die Freundschaft mit Goethe, den er 6 Jahre zuvor kennen gelernt hatte.
1795 erscheint die erste Ausgabe der von Schiller verlegten Zeitschrift „Horen“. Schiller lehnt seine Berufung an die Universität nach Tübingen ab.
1796 beginnt Schiller mit der Herausgabe des „Musenalmanachs“ der bis ins Jahr 1800 erscheint.
Sein Sohn Ernst wird geboren.
Tod des Vaters Johann Caspar Schiller.
1797 schreibt er die Balladen: DER TAUCHER, DER HANDSCHUH, DIE KRANICHE DES IBYKUS. Sie erscheinen im Musenalmanach des Jahres 1798.
1799 wird Tochter Karoline geboren. Die Familie zieht nach Weimar.
1800 ab diesem Jahr erscheinen die strengen, klassischen Dramen. Zunächst die Trilogie WALLENSTEIN,
1801 MARIA START und DIE JUNGFRAU VON ORLEANS.
1802 stirbt seine Mutter Elisabeth Dorothea. Im selben Jahr wird Friedrich der Ordenstitel verliehen. Von jetzt an darf er sich Friedrich von Schiller nennen.
1803 DIE BRAUT VON MESSINA. Schiller lernt Madame de Stael kennen.
1804 wird Tochter Emilie geboren. Schiller reist nach Berlin.
WILHELM TELL
1805 am 09. Mai: Im Alter von nur 46 Jahren stirbt Friedrich Schiller an einer akuten Lungenentzündung in Weimar. Das Begräbnis findet auf dem alten Friedhof der Sankt Jakobskirche statt.
1827 erfolgt die Umbettung und endgültige Bestattung in der Fürstengruft zu Weimar. Ein Jahr zuvor stirbt seine Witwe Charlotte.
Schiller wurde im 19. Jahrhundert höher geschätzt als Goethe. Vielen galt er als der Inbegriff des „deutschen“ Dichters.
In einer kraftvollen Sprache schrieb er seine Dramen. Die Liebe kleidete er in zarte Worte. Angepasst, das war er nie.
Und bis in die heutige Zeit ist Schiller eines ganz gewiss nicht: Altmodisch.
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In den obigen Bericht habe ich schon einiges meiner persönlichen Meinung über Schiller einfließen lassen. Um Kritikern zuvor zu kommen: Natürlich weiß ich nicht alle Jahreszahlen auswendig.
Ich verehre Schiller als einen der größten Dichter. Wobei ich am Ende dieses Berichtes absichtlich „nur“ Dichter schreibe und nicht „deutscher Dichter“.
Seine Gedanken und Werke haben weltweite Gültigkeit und seine Wahrheiten gelten bis in unser Jahrtausend und wohl auch noch darüber hinaus.
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----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-09-03 16:09:40 mit dem Titel Die Wahrheit über Hamlet
Am Öresund, an seiner schmalsten Stelle, wo der Blick nach Schweden hinübergeht, steht Hamlets Schloss.
Shakespeare hat alles so genau beschrieben, das man meinen könnte, er sei selbst dort gewesen. Es wird zwar erzählt, Shakespeare sei mit der Truppe des Globe-Theaters in Helsingör, in dessen Nähe das Schloss liegt, gewesen, aber ob er wirklich dabei war, ist nicht überliefert.
Das Schloss
Schloss Kronborg wurde Ende des 16. Jahrhunderts unter der Herrschaft von König Friedrich dem 2. von holländischen Baumeistern erbaut. Direkt am Meer gelegen, ist es märchenhaft schön. Das Schloss spielte bis ins 18. Jahrhundert hinein eine Schlüsselrolle in der Geschichte der nordischen Völker und hat einen erheblichen Symbolwert für die Dänen. Das Schloss gehört lt. UNESCO mit zum Welterbe.
Amleth
Hamlet, der eigentlich Amleth hieß, hat „sein“ Schloss nie gesehen, denn als Kronborg erbaut wurde, war er schon über 1000 Jahre tot. Begraben wurde er auf der Insel Mors, im Limfjord. Das Märchen von Amleth ist ein typisches Volksmärchen, das auch heute noch gerne erzählt wird.
Amleth war der einzigste Sohn eines Stammesfürsten, der durch seinen eigenen Bruder ermordet wurde. Dem Prinzen war sehr schnell klar, das er seinem Onkel im Wege war und wahrscheinlich als nächster sterben würde und deshalb griff er zu einer List. Er benahm sich, als hätte er den Verstand verloren, saß den ganzen Tag nur herum und gab auf alle Fragen, die man ihm stellte nur verwirrende Antworten. Von einem Verrückten war nichts zu befürchten, also ließ ihn sein Onkel in Ruhe.
Eines Abends stahl Amleth, nachdem er alle betrunken gemacht hatte, ein Schwert, schlich sich zu seinem Onkel und tötete ihn. Damit hatte er das Verbrechen an seinem Vater gerächt und das Volk jubelte seinem neuen König zu.
Hamlet
Im Mittelpunkt steht Hamlet, Prinz von Dänemark, der nach dem Tod seines Vaters sein Studium abbricht und nach Hause zurückkehrt.
Lieber Hamlet, leg einmal diese nächtliche Farbe ab, und sieh aus, wie ein Freund von Dännemark. Geh nicht immer so mit gesenkten halbgeschlossnen Augen, als ob du deinen edeln Vater im Staube suchest. Du weissest ja, es ist das allgemeine Schiksal; alle, welche leben, müssen sterben...(Königin zu Hamlet)
Sein Onkel Claudius, der Bruder seines Vaters, hat Hamlets Mutter geheiratet und den Thron bestiegen.
Es ist ein rühmlicher Beweis eurer guten Gemüths-Art, Hamlet, daß ihr euern abgelebten Vater so beweinet: Aber ihr müsset nicht vergessen, daß euer Vater auch einen Vater verlohr, und dieser Vater den seinigen; den überlebenden verband die kindliche Pflicht, mit Ziel und Maaß um seinen verstorbnen zu trauern: Aber in hartnäkiger Betrübniß immerfort zu beharren, ist unmännliche Schwachheit oder gottlose Unzufriedenheit mit den Fügungen des Himmels; ein Zeichen eines ungeduldigen, feigen Gemüths, oder eines schwachen und ungebildeten Verstandes. (Claudius zu Hamlet)
Das alles ging sehr schnell und Hamlet hegt den Verdacht, das dies alles nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann.
Meines Vaters Geist in Waffen! Es ist nicht alles wie es seyn soll! Ich besorge irgend eine verdekte Uebelthat: Wenn nur die Nacht schon da wäre! Bis dahin, size still, meine Seele: Schändliche Thaten müssen ans Licht kommen, und wenn der ganze Erdboden über sie hergewälzt wäre. (Hamlet)
In der Nacht erscheint Hamlet der Geist seines Vaters und erteilt Hamlet den Auftrag ihn zu rächen.
Wenn du einen Bluts-Tropfen von mir in deinen Adern hast, so duld' es nicht; laß das Königliche Bette von Dännemark nicht zu einem Tummel-Plaz der Ueppigkeit und blutschändrischer Unzucht gemacht werden. Doch, so strenge du auch immer diese Greuel-That rächen magst, so befleke deine Seele nicht mit einem blutigen Gedanken gegen deine Mutter; überlaß sie dem Himmel und dem nagenden Wurm, der in ihrem Busen wühlet. Lebe wohl! Der Feuer-Wurm kündigt den herannahenden Morgen an, und beginnt sein unwesentliches Feuer auszustralen. Adieu, adieu, adieu - - Gedenke meiner, Sohn! (Der geist des Vaters zu Hamlet)
Wie in der Sage beschrieben, stellt Hamlet sich wahnsinnig um so den Täter leichter überführen zu können......
O! Mein Verbrechen ist stinkend; es riecht zum Himmel hinauf; es ist mit dem ältesten Fluche beladen; ein Bruder-Mord - - Beten kan ich nicht - - wie könnt' ich, da ich, in innerlichem Streit zwischen meiner Neigung und meinem Vorsaz demjenigen gleich bin, der zwey Geschäfte vor sich liegen hat, und unterm Zweifel, welches er zuerst thun soll, beyde versäumt. - - Wie, wenn diese verbrecherische Hand diker als sie ist, mit Bruder-Blut überzogen wäre? Hat der allgütige Himmel nicht Regen genug, sie schneeweiß zu waschen? Wozu dient Barmherzigkeit, als dem Verschuldeten Gnade zu erweisen? Hat nicht das Gebet diese doppelte Kraft, uns Unterstüzung zu verschaffen, eh wir fallen, oder Vergebung, wenn wir gefallen sind? So will ich dann aufschauen - - Mein Verbrechen ist hinweg. Aber, o! was für eine Formul von Gebet kan ich gebrauchen? - - »Vergieb mir meinen schändlichen Mord!« - - Das kan nicht seyn, da ich noch immer im Besiz der Vortheile bin, um derentwillen ich diesen Mord begieng - - meiner Krone, und meiner Königin? Wie kan ein Verbrecher Vergebung hoffen, so lang er sich den Gewinn seiner Uebelthat vorbehält? (König)
Das Ende des Dramas ist blutig. Hamlet ersticht seinen Onkel, der zuvor (aus Versehen) die Königin vergiftet hat. Auch Hamlet sirbt am Gift: O ich sterbe, Horatio; die Stärke des Gifts überwältigt meinen Geist: Ich kan nicht so lange leben, die Nachrichten aus England zu hören. Aber ich sehe vorher, daß die Wahl auf Fortinbras fallen wird; er hat meine sterbende Stimme: Das sag ihm mit allen den Umständen, die diesen Ausgang - - Es ist vorbey
(Die) Dichter
1. - Um das Jahr 1200 schrieb Saxo Grammaticus (der hieß wirklich so) Sagen und Märchen des dänischen Volkes in lateinischer Sprache nieder. Darunter war auch die Geschichte des Prinzen Amleth und seiner Rache.
2. - Aus dieser Sage machte Shakespeare um 1601 die wohl berühmteste Tragödie englischer Sprache.
Info: Die aufgeführten Texte stammen aus: Hamlet, Prinz von Dänemark, Überstetzung von Christoph Wieland.
©ampino
118 Bewertungen, 6 Kommentare
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04.10.2010, 10:11 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund einen guten wochenstart
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27.01.2007, 17:04 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichsh & lg Sarah
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15.08.2006, 12:00 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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16.04.2003, 21:48 Uhr von MONETIX
Bewertung: sehr hilfreichShakespear habe ich seit dem Abitur von meiner "Festplatte" gelöscht, vielleicht komme ich ja in den "noch reiferen" Jahren nochmal darauf zurück, insofern -vielen Dank für die Erinnerung;-)
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06.04.2002, 19:07 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichecht interessant
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04.04.2002, 11:25 Uhr von Alusru
Bewertung: sehr hilfreichHast du schön beschrieben lieben Gruß Uschi.
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