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Erfahrungsbericht von tocfan

Benjamin v. Stuckrad-Barre -- REMIX

Pro:

hoher Unterhaltungswert, relativ flüssig zu lesen

Kontra:

zu kurze Texte, Insider-Berichte bei denen Fachwissen von Nöten ist

Empfehlung:

Nein

Nette Sammlung diverser literarischer Ausbrüche


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ÜBERSICHT

1. Einleitung
2. Inhalt
3. Auszüge
4. Fazit
5. Biografie
6. Veröffentlichungen
7. Sonstiges


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1. EINLEITUNG

Wer in diesem Buch "Remix" eine zusammenhängende Geschichte von Benjamin v. Stuckrad-Barre erwartet, muss an dieser Stelle leider enttäuscht werden. Das einzige, was sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, ist, dass die Texte allesamt von Benjamin v. Stuckrad-Barre verfasst wurden. Lediglich mit einer Ausnahme überrascht das Buch, nämlich mit einem "Remix" eines Textes von Westbam (Anm.: hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich ein Musiker).

Hier scheint schon ansatzweise durch, warum das Buch eben seinen Namen trägt. Aber nur dieser eine remixte Text wäre doch ein spärlicher Anlass, gleich ein ganzes Buch danach zu benennen. Natürlich gibt es auch andere Gründe: So gibt der Autor an, dass das Buch nicht nur eine Sammlung seiner Texte in der Zeit von 1996 bis 1999 darstellt, sondern vielmehr eine Überarbeitung, Nachbesserung und ein "feinmachen für die Ewigkeit" repräsentieren soll.
Ein Best-Of-Buch auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht eben.


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2. INHALT

Zum Inhalt muss man gleich anfangs erwähnen, dass in diesem Buch eine Unmenge verschiedener Textarten vertreten sind. Beispiele sind:
Reportagen, Porträts, Kurzgeschichten, Pamphleten, Glossen, Kleinanzeigen, Kritiken, Kommentare, Lexikoneintragsvorschläge.

So vielfältig präsentiert sich das Buch, was einerseits sicherlich ein Vorteil ist, weil hier fast für jeden Geschmack etwas dabei ist. Andererseits sind solche kurze Texte (im Durchschnitt 2-3 Seiten) hintereinandergereiht nicht sonderlich gut zu lesen und steigern auch nicht unbedingt die Motivation sich hinter das Buch zu setzen.

Doch haben die einzelnen Texte an sich, durchwegs einen hohen Unterhaltungswert. Denn Stuckrad-Barre versteht es, einem einen Einblick hinter die Kulissen der Musik-, Film-, Fernseh- und Literaturindustrie zu verschaffen, ohne dabei Rücksicht auf die Prominenz zu nehmen.

Sein beißender Sarkasmus, der oft auch in Zynismus mündet, blickt bei fast allen seinen Texten durch. Diese, ins Extreme getriebene Subjektivität und Übertreibung mag einem beim Lesen nicht so recht bekommen, jedoch muss man sich klar machen, dass das Geschriebene nicht derart ernst genommen werden sollte (obwohl er es immer so rüberbringt, als ob er es wirklich ernst meinen würde - aber vielleicht tut er es teilweise ja auch).


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3. AUSZÜGE

Eine Glosse über Salman Rushdie's Buch "Der Boden unter ihren Füßen":

"Rushdies Erkenntnisse über Liebe, Tod, Drama und Größenwahn sind dabei von solch ausnahmsloser Banalität, dass selbst Mariah Carey sie ihrem Produzenten um die Ohren hauen würde, wenn er denn welche hätte."

"Fehlt eigentlich nur Sting und vielleicht noch Klaus Meine mit seinen Scorpions, die ja heute noch glauben, mit ihrem Besuch bei Gorbatschow und ihrer erbärmlichen Schnulze ‚Wind of change' Entscheidendes zur Annäherung von Ost und West beigetragen zu haben, dabei kann man froh sein, dass Gorbatschow es sich damals dessen ansichtig nicht noch einmal anders überlegt hat."


Reportage/Glosse zu Second-Hand-Artikel:

"DJs aus eher ländlicher Region verunzierten vor allem Singles durch Aufkleber mit stark komprimierten Zusammenfassungen wie ‚Hart und geil' oder ‚Erst soft, geht dann aber ab.'. Später verramschten sie ihre Platten und texten heute Telefonsexanzeigen."


Bloßstellung der witzigen Wirklichkeit am Beispiel von Fahrradladen-Namen:

- Fahrradies
- Auf (D)Rad
- Radgeber
- Radhaus
- Fahr Rad Laden
- Rad ab
- Kein Rad Au
- Fahr Rad (ich dir)
- Radelführer


Bericht über einen Drehtag des Vorabendmagazins ‚DAS' (auf N3):

"Ein Herr ‚Bruno Banani' stellte daraufhin ‚progessive Underwear' zur Schau. Progessive Underwear heißt, dass alles quillt und man mitten im Frühfrühling ohne Hosen, in Neonplastik allein gezwängt, vor Menschen tritt und das toll findet. Früher hieß das anders."


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4. FAZIT

Die Glanzstücke dieses Buches sind unbestreitbar die Kurzgeschichten, deren Handlungen nicht aus der Realität entnommen wurden. Leider sind davon nur sehr wenige im Buch zu finden.

Dafür gibt es Glossen und Kritiken en masse. Zugegeben, dieselben sind wirklich äußerst amüsant und stellen großteils ein Abbild der Realität hinter den Kulissen dar, jedoch muss die extreme Überzeichnung, die sich in fast allen Texten wiederfindet, unter einem kritischen Standpunkt betrachtet werden. Also, nicht alles glauben, was uns Herr Stuckrad-Barre in diesem Buch zum Besten gibt.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass sich das Buch sehr gut zum "Drüberstreuen" eignet und auch großteils sehr flüssig zu lesen ist. So für Zwischendurch scheint das Buch wohl gedacht, und trifft damit auch voll ins Schwarze.

Damit will ich so enden, wie sich Benjamin v. Stuckrad-Barre von eher übergewichtigen Menschen verabschiedet: "Bleiben sie mir gewogen".


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5. BIOGRAFIE

Benjamin von Stuckrad-Barre wurde 1975 in Bremen geboren, hat in Göttingen sein Abitur gemacht und wohnt jetzt in Berlin über einem Friseur. Schriftsteller zu sein, ist für ihn "meine Aufgabe, mein Broterwerb, meine Mission und nicht zuletzt auch meine große Freude". Die grauen Herren in den deutschen Feuilletons bezeichnen seine Bücher gerne als Pop-Paste oder Ähnliches. In seinen sehr erfolgreichen Büchern folgt er seiner Maxime: " Jeder hat das Recht, verarscht zu werden".


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6. VERÖFFENTLICHUNGEN

2002 - Deutsches Theater. ISBN: 3462030507.
2000 - Blackbox Unerwartete Systemfehler. ISBN: 3462029576.
1999 - Livealbum. ISBN: 3462028537.
1999 - Remix, Texte 1996-1999. ISBN: 3462028545.
1998 - Soloalbum. ISBN: 3462027697.

Alle bei "Kiepenheuer und Witsch" erschienen.


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7. SONSTIGES

ISBN: 3442451671
http://www.stuckradbarre.de

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