Erfahrungsbericht von tepungaatewaka
Die Reise zum Mittelpunkt der Mathematik
Pro:
spannend, interessant und lehrreich
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ein Buch über die Mathematik, kein wunder, dass ich mich nicht sehr freute, als mein Papi zu mir sagte, dass ich das doch wirklich einmal lesen sollte. Schließlich hatte ich Mathe als Leistungskurs und war nie ein Held gewesen. Doch ganz davon abgesehen, fand ich die Mathematik schon immer sehr interessant.
Doch ein Buch über Mathematik in meiner Freizeit lesen, ich weis ja nicht so recht.
Nach einer kurzen Erklärung und einigen interessanten Aspekte, die mir mein Papi über das Buch erzählte, stand für mich dennoch fest, dass ich dieses Buch lesen werde. Gesagt, getan!
So machte ich mich also daran, zum ersten Mal in meinem Leben, einen Wissenschaftskrimi zu lesen, der dazu noch zu einem Weltbestseller wurde.
Über das Buch
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
„Mathematiker erklärt klassisches Rätsel für gelöst“ waren einst die Schlagzeilen auf dem Titelblatt der New York-Times im Jahre 1995. Und genau über dieses klassische Rätsel berichtet das Buch in einer überaus geschickten und vereinfachten Darstellung, dennoch in sehr anspruchsvoller Art und Weise.
Den Satz von Pythagoras, den wir ja alle in der Schule einmal lernen mussten, behält man wohl sein Leben lang in Erinnerung, ob in Guter oder Schlechter sei jedem selbst überlassen.
x2 + y2 = z2
Dies besagt, wie wir wissen, dass in einem rechtwinkligen Dreieck (ein Dreieck mit einem 90° Winkel) das Quadrat über der Hypotenuse gleich der Summe der Quadrate über den beiden anderen Seiten ist.
Ein einprägsames, leichtes Gesetz, aus dem jedoch Probleme entstanden, an denen die hervorragendsten mathematischen Köpfe scheiterten.
Pythagoras von Samos gilt als Begründer der Zahlentheorie. Im 6.Jahrhundert vor Christus lebend, reiste er sehr viel durch die antike Welt und sammelte unterwegs all seine mathematischen Kenntnisse. Nach über 20 Jahren und voller neuer Kenntnisse zurückgekehrt, besaß er die Absicht, auf seiner Heimatinsel, Samos, eine Schule zu gründen. Voller Hoffnung auf freidenkerische Schüler, die ihn in seiner Arbeit unterstützen würden, traf er allerdings den Tyrannen Polycrates an, der die Inselbewohner im Denken um Jahre zurückgeworfen hatte.
Pythagoras erkannte schnell, dass er, dank seiner reformierenden Denkansätze hier nicht erwünscht war und flüchtete in die Berge. Er gründete den pythagorischen Bund, eine Gemeinschaft von etwa 600 Gefolgsleuten. Doch niemand kannte das genau Ziel, außer Pythagoras selbst, und so blieb es auch. Gefolgsleute mussten beim Eintritt schwören, Außenstehenden niemals über die mathematischen Entdeckungen zu berichten sogar nach seinem Tode wurde ein Mitglied des Bundes ertränkt, da dieses den Schwur gebrochen hatte.
So blieben viele Rätsel ungelöst, die erst in den kommenden Jahrhunderten gelöst wurden.
Pierre de Fermat, ein französischer Jurist und Mathematiker, der sich im 17 Jahrhundert ebenfalls mit dem Satz von Pythagoras beschäftigte, nahm eine kleine, dennoch nicht ohne geringe Auswirkung bleibende Veränderung vor. Er erhöhte die Potenz von 2 auf 3, so dass er das Quadrat in einen Würfel verwandelte.
x3 + y3 = z3
Der Versuch, Lösungen zu finden, das Ausprobieren und seine Vernunft, ließen ihn schnell zu dem Entschluss kommen, dass es nicht nur schwierig, sondern unmöglich war. Fermat widmete seine Gedanken auch höheren Potenzzahlen bei gleich bleibender Gleichung und er stellte jedesmal fest, dass er keine Lösung finden konnte. Sein Resultat, das er zog, war, dass es keine drei Zahlen gibt, die die Gleichung
x3 + y3 = z3 ohne Rest erfüllen.
Seine Anmerkung, die er an diese Gleichung als Randnotiz anfügte, war es jedoch, die den Mathematiker über 350 Jahre hinweg, Kopfzerbrechen bereitete. Seine Anmerkung lautete, wie folgt: „Ich habe hierfür einen wahrhaft wunderbaren Beweis, doch ist dieser Rand hier zu schmal, um ihn zu fassen.“
Obwohl er diesen Beweis, den er hatte, nie jemandem mitteilte, ihn auch nicht niederschreib war es für die Mathematiker dennoch klar, dass er diesen Beweis tatsächlich hatte, wenn auch nur in seinem Kopf. So war dies für die hellsten Köpfe der Mathematik Grund genug, um sich teilweise ihr Leben lang mit der Beweisfindung zu beschäftigen, um dennoch ohne Erfolg zu bleiben.
Wieso die Aussichten so erfolglos schienen, beantwortete der große Logiker David auf Grund der Frage, wieso er sich nicht mit der Beweisführung des letzten Satzes von Fermats befasse. „Bevor ich überhaupt anfangen könnte, müsste ich mich drei Jahre lang intensiv einarbeiten, und so viel Zeit kann ich nicht auf ein wahrscheinlich zum Scheitern verurteiltes Unternehmen verschwenden.“
Durch die Arbeit all dieser Mathematiker, die Lösung zu finden, erzielte die Mathematik phantastische Fortschritte. Doch für diejenigen, die sich mit der Beweisfindung beschäftigten, war dies dennoch kein wirklicher Erfolg, denn Mathematiker nehmen alles sehr genau, wie eine Anekdote in diesem Buch verdeutlicht.
„ Ein Astronom, ein Physiker und ein Mathematiker machten einst Ferien in Schottland. Vom Zugfenster aus sahen sie inmitten einer Wiese ein schwarzes Schaf stehen. >Wie interessant<, bemerkte der Astronom, >alle schottischen Schafe sind schwarz!< Darauf antwortete der Physiker: >Nein, nein! Einige schottische Schafe sind schwarz!< Der Mathematiker rollte seine Augen flehentlich gen Himmel und verkündete dann: >In Schottland gibt es mindestens eine Wiese mit mindestens einem Schaf, das mindestens auf einer Seite schwarz ist. <
Dem britischen Mathematiker, Andrew Wiles, gelang es 1995, nach über 7 Jahren harter Arbeit, gespickt von endlosen Misserfolgen während diesen Jahren, den Beweis zu finden. Im Gegensatz zu Hilbert war Wiles bereit gewesen, das Risiko, seine Zeit für ein wohl aussichtsloses Unternehmen zu verwenden.
Nach weiteren 2 Jahren, in denen der 180 Seiten lange Beweis unter strengsten Prüfungen durch internationale Experten durchgeführt wurde, galt seine Beweisführung als fehlerfrei. Er zählt somit zu den größten Mathematikern der Geschichte.
Über den Autor
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Simon Singh wurde 1964 in Wellington, Somerset, geboren. Er studierte Physik. Zurzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Journalist bei der BBC. Über Fermats letzten Satz veröffentlichte er einen Dokumentarfilm, der mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.
Fazit
°°°°°°°°°
Ein Buch der etwas anderen Art, dennoch, oder vielleicht gerade deswegen überaus empfehlenswert. Ich konnte über dieses 350 Seitenbuch natürlich nur einen klitzekleinen Ausschnitt dessen wiedergeben, was es beinhaltet. Gespickt voller interessanter Informationen über großartige Mathematiker bietet das Buch auch sehr viele Erklärungen an Hand überaus interessanter mathematischer Rechnungen.
Für diejenigen unter uns, die in der Mathematik nicht allzu fit sind, ist der 12seitige Anhang von Nutzen. Anhand von geometrischen Körpern und Zeichnungen werden viele Gesetze der Mathematik erläutert.
Obwohl sich das Buch mit dem Beweis dieses Satzes von Fermats beschäftigt, finden wir den Beweis natürlich nicht in diesem Buch. Es gibt weltweit etwa ein Dutzend Menschen, wenn überhaupt, die diesen Beweis nachvollziehen können. Dennoch ist der Einblick in die Mathematik ein wunderbares Erlebnis.
Prädikat: äußerst empfehlenswert!
Doch ein Buch über Mathematik in meiner Freizeit lesen, ich weis ja nicht so recht.
Nach einer kurzen Erklärung und einigen interessanten Aspekte, die mir mein Papi über das Buch erzählte, stand für mich dennoch fest, dass ich dieses Buch lesen werde. Gesagt, getan!
So machte ich mich also daran, zum ersten Mal in meinem Leben, einen Wissenschaftskrimi zu lesen, der dazu noch zu einem Weltbestseller wurde.
Über das Buch
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
„Mathematiker erklärt klassisches Rätsel für gelöst“ waren einst die Schlagzeilen auf dem Titelblatt der New York-Times im Jahre 1995. Und genau über dieses klassische Rätsel berichtet das Buch in einer überaus geschickten und vereinfachten Darstellung, dennoch in sehr anspruchsvoller Art und Weise.
Den Satz von Pythagoras, den wir ja alle in der Schule einmal lernen mussten, behält man wohl sein Leben lang in Erinnerung, ob in Guter oder Schlechter sei jedem selbst überlassen.
x2 + y2 = z2
Dies besagt, wie wir wissen, dass in einem rechtwinkligen Dreieck (ein Dreieck mit einem 90° Winkel) das Quadrat über der Hypotenuse gleich der Summe der Quadrate über den beiden anderen Seiten ist.
Ein einprägsames, leichtes Gesetz, aus dem jedoch Probleme entstanden, an denen die hervorragendsten mathematischen Köpfe scheiterten.
Pythagoras von Samos gilt als Begründer der Zahlentheorie. Im 6.Jahrhundert vor Christus lebend, reiste er sehr viel durch die antike Welt und sammelte unterwegs all seine mathematischen Kenntnisse. Nach über 20 Jahren und voller neuer Kenntnisse zurückgekehrt, besaß er die Absicht, auf seiner Heimatinsel, Samos, eine Schule zu gründen. Voller Hoffnung auf freidenkerische Schüler, die ihn in seiner Arbeit unterstützen würden, traf er allerdings den Tyrannen Polycrates an, der die Inselbewohner im Denken um Jahre zurückgeworfen hatte.
Pythagoras erkannte schnell, dass er, dank seiner reformierenden Denkansätze hier nicht erwünscht war und flüchtete in die Berge. Er gründete den pythagorischen Bund, eine Gemeinschaft von etwa 600 Gefolgsleuten. Doch niemand kannte das genau Ziel, außer Pythagoras selbst, und so blieb es auch. Gefolgsleute mussten beim Eintritt schwören, Außenstehenden niemals über die mathematischen Entdeckungen zu berichten sogar nach seinem Tode wurde ein Mitglied des Bundes ertränkt, da dieses den Schwur gebrochen hatte.
So blieben viele Rätsel ungelöst, die erst in den kommenden Jahrhunderten gelöst wurden.
Pierre de Fermat, ein französischer Jurist und Mathematiker, der sich im 17 Jahrhundert ebenfalls mit dem Satz von Pythagoras beschäftigte, nahm eine kleine, dennoch nicht ohne geringe Auswirkung bleibende Veränderung vor. Er erhöhte die Potenz von 2 auf 3, so dass er das Quadrat in einen Würfel verwandelte.
x3 + y3 = z3
Der Versuch, Lösungen zu finden, das Ausprobieren und seine Vernunft, ließen ihn schnell zu dem Entschluss kommen, dass es nicht nur schwierig, sondern unmöglich war. Fermat widmete seine Gedanken auch höheren Potenzzahlen bei gleich bleibender Gleichung und er stellte jedesmal fest, dass er keine Lösung finden konnte. Sein Resultat, das er zog, war, dass es keine drei Zahlen gibt, die die Gleichung
x3 + y3 = z3 ohne Rest erfüllen.
Seine Anmerkung, die er an diese Gleichung als Randnotiz anfügte, war es jedoch, die den Mathematiker über 350 Jahre hinweg, Kopfzerbrechen bereitete. Seine Anmerkung lautete, wie folgt: „Ich habe hierfür einen wahrhaft wunderbaren Beweis, doch ist dieser Rand hier zu schmal, um ihn zu fassen.“
Obwohl er diesen Beweis, den er hatte, nie jemandem mitteilte, ihn auch nicht niederschreib war es für die Mathematiker dennoch klar, dass er diesen Beweis tatsächlich hatte, wenn auch nur in seinem Kopf. So war dies für die hellsten Köpfe der Mathematik Grund genug, um sich teilweise ihr Leben lang mit der Beweisfindung zu beschäftigen, um dennoch ohne Erfolg zu bleiben.
Wieso die Aussichten so erfolglos schienen, beantwortete der große Logiker David auf Grund der Frage, wieso er sich nicht mit der Beweisführung des letzten Satzes von Fermats befasse. „Bevor ich überhaupt anfangen könnte, müsste ich mich drei Jahre lang intensiv einarbeiten, und so viel Zeit kann ich nicht auf ein wahrscheinlich zum Scheitern verurteiltes Unternehmen verschwenden.“
Durch die Arbeit all dieser Mathematiker, die Lösung zu finden, erzielte die Mathematik phantastische Fortschritte. Doch für diejenigen, die sich mit der Beweisfindung beschäftigten, war dies dennoch kein wirklicher Erfolg, denn Mathematiker nehmen alles sehr genau, wie eine Anekdote in diesem Buch verdeutlicht.
„ Ein Astronom, ein Physiker und ein Mathematiker machten einst Ferien in Schottland. Vom Zugfenster aus sahen sie inmitten einer Wiese ein schwarzes Schaf stehen. >Wie interessant<, bemerkte der Astronom, >alle schottischen Schafe sind schwarz!< Darauf antwortete der Physiker: >Nein, nein! Einige schottische Schafe sind schwarz!< Der Mathematiker rollte seine Augen flehentlich gen Himmel und verkündete dann: >In Schottland gibt es mindestens eine Wiese mit mindestens einem Schaf, das mindestens auf einer Seite schwarz ist. <
Dem britischen Mathematiker, Andrew Wiles, gelang es 1995, nach über 7 Jahren harter Arbeit, gespickt von endlosen Misserfolgen während diesen Jahren, den Beweis zu finden. Im Gegensatz zu Hilbert war Wiles bereit gewesen, das Risiko, seine Zeit für ein wohl aussichtsloses Unternehmen zu verwenden.
Nach weiteren 2 Jahren, in denen der 180 Seiten lange Beweis unter strengsten Prüfungen durch internationale Experten durchgeführt wurde, galt seine Beweisführung als fehlerfrei. Er zählt somit zu den größten Mathematikern der Geschichte.
Über den Autor
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Simon Singh wurde 1964 in Wellington, Somerset, geboren. Er studierte Physik. Zurzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Journalist bei der BBC. Über Fermats letzten Satz veröffentlichte er einen Dokumentarfilm, der mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.
Fazit
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Ein Buch der etwas anderen Art, dennoch, oder vielleicht gerade deswegen überaus empfehlenswert. Ich konnte über dieses 350 Seitenbuch natürlich nur einen klitzekleinen Ausschnitt dessen wiedergeben, was es beinhaltet. Gespickt voller interessanter Informationen über großartige Mathematiker bietet das Buch auch sehr viele Erklärungen an Hand überaus interessanter mathematischer Rechnungen.
Für diejenigen unter uns, die in der Mathematik nicht allzu fit sind, ist der 12seitige Anhang von Nutzen. Anhand von geometrischen Körpern und Zeichnungen werden viele Gesetze der Mathematik erläutert.
Obwohl sich das Buch mit dem Beweis dieses Satzes von Fermats beschäftigt, finden wir den Beweis natürlich nicht in diesem Buch. Es gibt weltweit etwa ein Dutzend Menschen, wenn überhaupt, die diesen Beweis nachvollziehen können. Dennoch ist der Einblick in die Mathematik ein wunderbares Erlebnis.
Prädikat: äußerst empfehlenswert!
13 Bewertungen, 2 Kommentare
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18.12.2002, 16:45 Uhr von hotte07
Bewertung: sehr hilfreichDas klingt für mich höchst interessant... guter Tipp!!!
-
23.03.2002, 21:09 Uhr von Lieselotte5
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht. Da Mathe mein Lieblingsfach ist, werde ich mir vielleicht überlegen das Buch zu kaufen. Das klingt wirklich sehr spannend.
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