Erfahrungsbericht von Doris_
Ein heiteres Experiment (Sprenzinger, Jürgen: Sehr geehrter Herr Maggi!)
Pro:
kleine Einheiten zum "Zwischendurch-Lesen"
Kontra:
oft sinnlos überdreht
Empfehlung:
Nein
Das erste Buch des Augsburger Komikers Jürgen Sprenzinger mit dem Titel "Sehr geehrter Herr Maggi" beinhaltet keinen zusammenhängenden Text, sondern ist eine Ansammlung von Briefen an Industrie, Behörden, Vereine, etc. Es ist unverkennbar, dass die Briefempfänger darin allesamt "auf den Arm genommen" werden.
Die Aufhänger dazu finde ich zwar meist nicht gerade überragend originell, aber die Idee an sich ist - soweit ich weiß - neu und das Konzept sehr gewagt und interessant. Auch der Buchautor selbst meint, dass seine eigentliche Motivation zu diesen Schreiben darin liegt, die unterschiedlichen Reaktionen der Veräppelten zu testen. Genau diese Fragestellung fand ich auch recht interessant und deshalb las ich das Buch auch weiter, obwohl mir Sprenzingers Stil eigentlich weniger zusagt.
Belohnt wurde das Durchhalten mit so manchem Schmunzeln beim Lesen der Firmenantworten, die zum Teil recht schlagfertig und erstaunlich witzig waren und meine Wellenlänge in punkto Humor zuweilen sogar noch etwas besser trafen als Sprenzinger selbst. Die alternativen Reaktionen (völliges Ignorieren bis hin zu offener Empörung) gab es natürlich auch.
Mein Fazit: Die Idee ist hervorragend, die Durchführung hingegen eher durchschnittlich. Welcher Aspekt wichtiger ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.
Zum Schluß noch ein paar eher technische Details:
Titel: "Sehr geehrter Herr Maggi"
Autor: Jürgen Sprenzinger
Verlag: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachfolge
ISBN: 3-426-73051-0
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-16 10:48:40 mit dem Titel Schwache Fortsetzung nach bekanntem Muster (Sprenzinger, Jürgen: "Lieber Meister Proper&qu
Der Band mit dem Titel "Lieber Meister Proper" ist der Nachfolger von "Sehr geehrter Herr Maggi" und kam anderthalb Jahre später heraus. Das Konzept ist unverändert. Der Autor Jürgen Sprenzinger legt wieder eine Ansammlung von Briefen an Industrie, Behörden, Vereine, etc. vor. Es ist unverkennbar, dass die Briefempfänger darin allesamt "auf den Arm genommen" werden.
Die Qualität meines Erachtens noch schlechter als beim ersten Band. Vielleicht bin ich aber auch nur etwas kritischer geworden, weil die "Vorschusslorbeeren" aufgebraucht waren, die ich dem Autor anfangs zu geben bereit gewesen war, weil er immerhin eine vollkommen neue Idee gehabt hatte.
Auch die Bandbreite der möglichen Reaktionen (von offener Empörung über völliges Ignorieren bis hin zu sehr humorvollen "Gegenschlägen"), die - sofern in schriftlicher Form vorhanden - selbstverständlich auch wieder abgedruckt waren, war mir nun schon aus dem ersten Band bekannt. So war die Spannung des Experiments ebenfalls weitgehend verloren.
Umso mehr störte es mich demzufolge auch, dass Sprenzinger sehr oft über das Ziel hinausschießt und oftmals im wahrsten Sinne des Wortes krampfhaft komisch sein will. Das gelingt ihm dann immer weniger. So muss man die Warnung des Vorwortes wirklich ernst nehmen: "Suchen Sie in keinem der Briefe einen tieferen Sinn - Sie werden vermutlich trotz aller Anstrengung keinen finden", heißt es dort. Das muss ich korrigieren: Ich habe nämlich nicht nur einen tieferen Sinn vermißt. Es fehlt dort oftmals schlichtweg jegliche Art von Sinn.
Wer's trotzdem mag, dem sei es unbenommen. Ich habe Bekannte, die recht begeistert sind von diesem Buch. Das ist wohl gerade im Bereich des Humors weitgehend einfach Geschmackssache. Mein Fall ist es trotzdem nicht.
Zum Schluß noch ein paar eher technische Details:
Titel: "Lieber Meister Proper"
Autor: Jürgen Sprenzinger
Verlag: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachfolge
ISBN: 3-426-73070-7
Die Aufhänger dazu finde ich zwar meist nicht gerade überragend originell, aber die Idee an sich ist - soweit ich weiß - neu und das Konzept sehr gewagt und interessant. Auch der Buchautor selbst meint, dass seine eigentliche Motivation zu diesen Schreiben darin liegt, die unterschiedlichen Reaktionen der Veräppelten zu testen. Genau diese Fragestellung fand ich auch recht interessant und deshalb las ich das Buch auch weiter, obwohl mir Sprenzingers Stil eigentlich weniger zusagt.
Belohnt wurde das Durchhalten mit so manchem Schmunzeln beim Lesen der Firmenantworten, die zum Teil recht schlagfertig und erstaunlich witzig waren und meine Wellenlänge in punkto Humor zuweilen sogar noch etwas besser trafen als Sprenzinger selbst. Die alternativen Reaktionen (völliges Ignorieren bis hin zu offener Empörung) gab es natürlich auch.
Mein Fazit: Die Idee ist hervorragend, die Durchführung hingegen eher durchschnittlich. Welcher Aspekt wichtiger ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.
Zum Schluß noch ein paar eher technische Details:
Titel: "Sehr geehrter Herr Maggi"
Autor: Jürgen Sprenzinger
Verlag: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachfolge
ISBN: 3-426-73051-0
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-16 10:48:40 mit dem Titel Schwache Fortsetzung nach bekanntem Muster (Sprenzinger, Jürgen: "Lieber Meister Proper&qu
Der Band mit dem Titel "Lieber Meister Proper" ist der Nachfolger von "Sehr geehrter Herr Maggi" und kam anderthalb Jahre später heraus. Das Konzept ist unverändert. Der Autor Jürgen Sprenzinger legt wieder eine Ansammlung von Briefen an Industrie, Behörden, Vereine, etc. vor. Es ist unverkennbar, dass die Briefempfänger darin allesamt "auf den Arm genommen" werden.
Die Qualität meines Erachtens noch schlechter als beim ersten Band. Vielleicht bin ich aber auch nur etwas kritischer geworden, weil die "Vorschusslorbeeren" aufgebraucht waren, die ich dem Autor anfangs zu geben bereit gewesen war, weil er immerhin eine vollkommen neue Idee gehabt hatte.
Auch die Bandbreite der möglichen Reaktionen (von offener Empörung über völliges Ignorieren bis hin zu sehr humorvollen "Gegenschlägen"), die - sofern in schriftlicher Form vorhanden - selbstverständlich auch wieder abgedruckt waren, war mir nun schon aus dem ersten Band bekannt. So war die Spannung des Experiments ebenfalls weitgehend verloren.
Umso mehr störte es mich demzufolge auch, dass Sprenzinger sehr oft über das Ziel hinausschießt und oftmals im wahrsten Sinne des Wortes krampfhaft komisch sein will. Das gelingt ihm dann immer weniger. So muss man die Warnung des Vorwortes wirklich ernst nehmen: "Suchen Sie in keinem der Briefe einen tieferen Sinn - Sie werden vermutlich trotz aller Anstrengung keinen finden", heißt es dort. Das muss ich korrigieren: Ich habe nämlich nicht nur einen tieferen Sinn vermißt. Es fehlt dort oftmals schlichtweg jegliche Art von Sinn.
Wer's trotzdem mag, dem sei es unbenommen. Ich habe Bekannte, die recht begeistert sind von diesem Buch. Das ist wohl gerade im Bereich des Humors weitgehend einfach Geschmackssache. Mein Fall ist es trotzdem nicht.
Zum Schluß noch ein paar eher technische Details:
Titel: "Lieber Meister Proper"
Autor: Jürgen Sprenzinger
Verlag: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachfolge
ISBN: 3-426-73070-7
17 Bewertungen, 1 Kommentar
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03.12.2005, 01:46 Uhr von glowhand
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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