Erfahrungsbericht von altkuh
Die Macht des Duftes/Das Parfum
Pro:
packend
Kontra:
überzogen
Empfehlung:
Nein
Zum Autor:
Patrick Süskind wurde 1949 in Ambach am Starnberger See geboren. Zeitweise arbeitete er als Redakteur nach dem er in München und Aix – en – Provence Geschichte studiert hatte.
Die Geschichte
Geboren wird Jean-Baptiste Grenouille, die Hauptperson des Romans am 17. Juli 1738 unter einem Fischstand im stinkenden Paris. Seine gefühlskalte Mutter gebar ihn während der Arbeit und nabelte ihn mit ihrem eigenen Fischmesser ab. Da sie schon mehrere Totgeburten hatte lässt sie das Baby einfach in der stinkenden Gosse liegen. Sie fällt in Ohnmacht – das Baby schreit und wird gefunden- seine Mutter wird wegen mehrfachen Kindermordes hingerichtet. Grossgezogen wird er von verschiedenen Ammen, die das Kind jedoch nicht mehr nähren wollen, weil es angeblich zu gierig ist. In Wirklichkeit jedoch halten sie es für ein Kind des Teufels, weil es absolut keinen Eigengeruch verströmt wie andere Säuglinge dies tun. Zum Schluss kommt er bei einer Amme unter, die keinen Geruchssinn mehr besitzt, und der dies einfach nicht auffällt. Die Tatsache, dass er keinerlei Geruch verströmt, führt dazu, dass er ein Aussenseiter wird, dass er von der Gesellschaft absolut nicht wahrgenommen wird. Die Amme verkauft ihn mit 14 Jahren an einen Gerber, wo er hart arbeiten muß.
Grenouille lebt fast nur für seine Welt der Düfte, eines Tages erschnuppert er den Duft eines jungen Mädchens, bringt sie um und riecht sie solange, bis der Körper kalt ist und er den gesamten Duft in sich aufgesogen hat.
Monsieur Baldini, der bekannteste Parfumeur von Paris, will seinen Laden schließen, als Grenouille auftaucht und bei ihm arbeiten will. Zu seiner Überraschung ist dieser ein absolutes Genie im Mischen und Kreieren von Düften und er verhilft ihm wieder zu Reichtum und Ansehen. Grenouille jedoch will nur lernen, wie man JEDEM Körper oder Gegnstand seinen Duft entziehen kann. Dann zieht er in den Süden, um andere Techniken zu erlernen. Unterwegs jedoch kann er die Menschen nicht mehr riechen. Er findet auf einem Berg einen Stollen, wo er ohne Menschengeruch für 7 Jahre lebt...irgendwann stellt er fest, dass er keinen Geruch hat und geht wieder unter die Menschen, wo er bei einem verrückten adligen Forscher seine Fähigkeiten weiterentwickelt. Er ist jetzt in der Lage, Menschen durch Duft zu manipulieren und entwickelt Düfte für sich, um wie ein Mensch zu riechen, um Mitleid zu erregen etc. Wenn er nicht gesehen werden will, benutz er kein Parfum, denn dann nimmt ihn keiner war...
Wer das Buch noch lesen will, der sollte erst beim Fazit weiterlesen, denn sonst ist die Spannung weg!!!
Grenouille geht nach Grasse, in die Haupstadt der Parfumeure und findet ein junges Mädchen mit dem perfekten Geruch. Bis er ihr den Duft entziehen will, muß er jedoch erst die Technik erlernen und so werden 24 Mädchen seine Opfer bevor er sein eigentliches Ziel ermordet. Obwohl dessen Vater seine Tochter wegbringen will, folgt Grenouille dem Duft und findet sie...
Doch er wird überführt und verurteilt zu sterben. Bei der Hinrichtung jedoch setzt Grenouille sein Parfum ein und niemand hält ihn mehr für einen Mörder. Die Leute geben sich öffentlichen Sex-Orgien hin und später wird nicht mehr darüber geredet....ein Unschuldiger wird hingerichtet und Grenouille geht nach Paris. Sein Leben ist erfüllt- er hat den perfekten Duft erschaffen und die Menschen werden ihn dennoch nicht lieben. Er übergießt sich mit dem Parfum aus den Jungfrauen und das Gesindel sieht in ihm einen Engel, sie zerreissen ihn und verschlingen seinen Körper....
Fazit
Ein packendes und gleichzeitig abstossendes Buch, das die Eigenheiten dieser Epoche gut dem Leser vermittelt.
Mir geht es zu weit, dass man einen Menschen quasi nicht wahrnimmt, nur weil er nicht riecht... Mein persönlicher Eindruck zu diesem Buch ist gespalten und nur sehr sehr schwierig zu beschreiben; einerseits konnte ich es beim Lesen kaum aus der Hand nehmen, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht. Das wurde vielleicht noch ein bißchen verstärkt von meinen „heimatlichen“ Gefühlen, wenn Süskind die Plätze wie z.B. Grasse beschreibt. Viele von Euch wissen ja, dass ich am liebsten in Südfrankreich wohnen würde ;-)) Andererseits jedoch hat das Buch auch eine wirklich abstossende Wirkung auf mich gehabt, weil ich einfach nicht diese Meinung teile, dass die Düfte in unserer Welt eine derartig wichtige Wirkung haben. Natürlich kann ein extrem stinkender oder duftender Mensch sofort gewisse Assoziationen hervorrufen, aber dass jemand quasi ausgestossen ist, weil er gar keinen Geruch ausströmt, finde ich einfach nicht realistisch. Die Wahrnehmung besteht aus vielen Faktoren, das Riechen ist nur einer davon, wenn auch vielleicht kein unwichtiger.
Die Beschreibung Grenouilles als ein Mensch, für den es keine anderen Genüsse auf der Welt gibt, als Düfte und Gerüche, der seine Lust aus Düften zieht und dafür sogar tötet, ist mir einfach zu überzogen. Er rührt einen lebenden Welpen in heißes Fett wundert sich über dessen Reaktion?! Natürlich will Süskind hier auch provozieren und den Abgrund zeigen, vor der die Menschheit quasi steht, trotzdem geht das irgendwie gegen mich.
Wie schon gesagt, habe ich Schwierigkeiten mit diesem faszinierenden Buch, faszinierend deswegen, weil es mich als Leser in den Bann zieht (Süskind verwendet auch eine altertümliche Sprache, die die Geschichte in ihrer eigenen Zeit sehr lebendig darstellt) und gleichzeitig abbstösst. Gerade wegen dieses Zwiespaltes jedoch bekommt das Buch von mir eine so gute Bewertung!
Ich hatte schon viel von dem Buch gehört, hatte aber eigentlich dabei eine ganz andere Geschichte im Kopf. Dass es hier um einen Massennmörder geht, hätte ich nie gedacht. Schon von daher war ich wirklich überrascht von diesem Buch.
Aber auch, wer etwas über die Parfumherstellung lernen will, geht bei Süskind nicht leer aus- sie wird sehr genau beschrieben!
Mein Eindruck ist positiv und ich kann es nur weiterempfehlen!
Patrick Süskind wurde 1949 in Ambach am Starnberger See geboren. Zeitweise arbeitete er als Redakteur nach dem er in München und Aix – en – Provence Geschichte studiert hatte.
Die Geschichte
Geboren wird Jean-Baptiste Grenouille, die Hauptperson des Romans am 17. Juli 1738 unter einem Fischstand im stinkenden Paris. Seine gefühlskalte Mutter gebar ihn während der Arbeit und nabelte ihn mit ihrem eigenen Fischmesser ab. Da sie schon mehrere Totgeburten hatte lässt sie das Baby einfach in der stinkenden Gosse liegen. Sie fällt in Ohnmacht – das Baby schreit und wird gefunden- seine Mutter wird wegen mehrfachen Kindermordes hingerichtet. Grossgezogen wird er von verschiedenen Ammen, die das Kind jedoch nicht mehr nähren wollen, weil es angeblich zu gierig ist. In Wirklichkeit jedoch halten sie es für ein Kind des Teufels, weil es absolut keinen Eigengeruch verströmt wie andere Säuglinge dies tun. Zum Schluss kommt er bei einer Amme unter, die keinen Geruchssinn mehr besitzt, und der dies einfach nicht auffällt. Die Tatsache, dass er keinerlei Geruch verströmt, führt dazu, dass er ein Aussenseiter wird, dass er von der Gesellschaft absolut nicht wahrgenommen wird. Die Amme verkauft ihn mit 14 Jahren an einen Gerber, wo er hart arbeiten muß.
Grenouille lebt fast nur für seine Welt der Düfte, eines Tages erschnuppert er den Duft eines jungen Mädchens, bringt sie um und riecht sie solange, bis der Körper kalt ist und er den gesamten Duft in sich aufgesogen hat.
Monsieur Baldini, der bekannteste Parfumeur von Paris, will seinen Laden schließen, als Grenouille auftaucht und bei ihm arbeiten will. Zu seiner Überraschung ist dieser ein absolutes Genie im Mischen und Kreieren von Düften und er verhilft ihm wieder zu Reichtum und Ansehen. Grenouille jedoch will nur lernen, wie man JEDEM Körper oder Gegnstand seinen Duft entziehen kann. Dann zieht er in den Süden, um andere Techniken zu erlernen. Unterwegs jedoch kann er die Menschen nicht mehr riechen. Er findet auf einem Berg einen Stollen, wo er ohne Menschengeruch für 7 Jahre lebt...irgendwann stellt er fest, dass er keinen Geruch hat und geht wieder unter die Menschen, wo er bei einem verrückten adligen Forscher seine Fähigkeiten weiterentwickelt. Er ist jetzt in der Lage, Menschen durch Duft zu manipulieren und entwickelt Düfte für sich, um wie ein Mensch zu riechen, um Mitleid zu erregen etc. Wenn er nicht gesehen werden will, benutz er kein Parfum, denn dann nimmt ihn keiner war...
Wer das Buch noch lesen will, der sollte erst beim Fazit weiterlesen, denn sonst ist die Spannung weg!!!
Grenouille geht nach Grasse, in die Haupstadt der Parfumeure und findet ein junges Mädchen mit dem perfekten Geruch. Bis er ihr den Duft entziehen will, muß er jedoch erst die Technik erlernen und so werden 24 Mädchen seine Opfer bevor er sein eigentliches Ziel ermordet. Obwohl dessen Vater seine Tochter wegbringen will, folgt Grenouille dem Duft und findet sie...
Doch er wird überführt und verurteilt zu sterben. Bei der Hinrichtung jedoch setzt Grenouille sein Parfum ein und niemand hält ihn mehr für einen Mörder. Die Leute geben sich öffentlichen Sex-Orgien hin und später wird nicht mehr darüber geredet....ein Unschuldiger wird hingerichtet und Grenouille geht nach Paris. Sein Leben ist erfüllt- er hat den perfekten Duft erschaffen und die Menschen werden ihn dennoch nicht lieben. Er übergießt sich mit dem Parfum aus den Jungfrauen und das Gesindel sieht in ihm einen Engel, sie zerreissen ihn und verschlingen seinen Körper....
Fazit
Ein packendes und gleichzeitig abstossendes Buch, das die Eigenheiten dieser Epoche gut dem Leser vermittelt.
Mir geht es zu weit, dass man einen Menschen quasi nicht wahrnimmt, nur weil er nicht riecht... Mein persönlicher Eindruck zu diesem Buch ist gespalten und nur sehr sehr schwierig zu beschreiben; einerseits konnte ich es beim Lesen kaum aus der Hand nehmen, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht. Das wurde vielleicht noch ein bißchen verstärkt von meinen „heimatlichen“ Gefühlen, wenn Süskind die Plätze wie z.B. Grasse beschreibt. Viele von Euch wissen ja, dass ich am liebsten in Südfrankreich wohnen würde ;-)) Andererseits jedoch hat das Buch auch eine wirklich abstossende Wirkung auf mich gehabt, weil ich einfach nicht diese Meinung teile, dass die Düfte in unserer Welt eine derartig wichtige Wirkung haben. Natürlich kann ein extrem stinkender oder duftender Mensch sofort gewisse Assoziationen hervorrufen, aber dass jemand quasi ausgestossen ist, weil er gar keinen Geruch ausströmt, finde ich einfach nicht realistisch. Die Wahrnehmung besteht aus vielen Faktoren, das Riechen ist nur einer davon, wenn auch vielleicht kein unwichtiger.
Die Beschreibung Grenouilles als ein Mensch, für den es keine anderen Genüsse auf der Welt gibt, als Düfte und Gerüche, der seine Lust aus Düften zieht und dafür sogar tötet, ist mir einfach zu überzogen. Er rührt einen lebenden Welpen in heißes Fett wundert sich über dessen Reaktion?! Natürlich will Süskind hier auch provozieren und den Abgrund zeigen, vor der die Menschheit quasi steht, trotzdem geht das irgendwie gegen mich.
Wie schon gesagt, habe ich Schwierigkeiten mit diesem faszinierenden Buch, faszinierend deswegen, weil es mich als Leser in den Bann zieht (Süskind verwendet auch eine altertümliche Sprache, die die Geschichte in ihrer eigenen Zeit sehr lebendig darstellt) und gleichzeitig abbstösst. Gerade wegen dieses Zwiespaltes jedoch bekommt das Buch von mir eine so gute Bewertung!
Ich hatte schon viel von dem Buch gehört, hatte aber eigentlich dabei eine ganz andere Geschichte im Kopf. Dass es hier um einen Massennmörder geht, hätte ich nie gedacht. Schon von daher war ich wirklich überrascht von diesem Buch.
Aber auch, wer etwas über die Parfumherstellung lernen will, geht bei Süskind nicht leer aus- sie wird sehr genau beschrieben!
Mein Eindruck ist positiv und ich kann es nur weiterempfehlen!
13 Bewertungen, 1 Kommentar
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11.03.2002, 19:40 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschön ausführlich! man liest sich, gruß mibod
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