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Erfahrungsbericht von constantin

Super Erstlingswerk von Wolf Serno

Pro:

plastische Darstellung Erklärung zu fremden Völkern und Religionen

Kontra:

manchmal etwas langwierige Erklärungen zur Umgebung

Empfehlung:

Nein

Vor ein paar Monaten war mal wieder die Zeit gekommen, in der wir uns beim Club Bertelsmann für ein Buch entscheiden mussten. Da wir das vom Club vorgeschlagene Buch ganz interessant fanden, bestellten wir dieses. Es war

Der Wanderchirurg:
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Das Buch beginnt auf hoher See anno 1556 mit einem tosenden Sturm, der vor spanischer Küste eine Galeone an den Felsen zu schmeißen droht. Im Unterdeck aber bringt eine junge Frau mit letzter Kraft einen Jungen zur Welt. Den Ausgang dieser Katastrophe erfährt der Leser nicht.

21 Jahre später, anno domini 1576:
Der überaus alte Abt Hardinus liegt im Kloster Campodios im Sterben. Kurz vor seinem Tod übergibt er dem 20jährigen Klosterschüler und Cirurgicus Vitus ein rotes Damasttuch, der einzige Anhaltspunkt auf seine ungewisse Vergangenheit; er wurde als Findelkind in diesem Tuch eingewickelt, vor dem Haupttor Campodios’ liegend mit einer schweren Lungenentzündung gefunden.
Vitus entschließt sich nach dem Tod des Abtes, eine gefahrvolle Reise nach England anzutreten, um das wichtigste Geheimnis seines bisherigen Lebens endlich zu lösen.
Auf seiner gefahrvollen und langen Reise gerät er in die Fänge der Inquisition, schließt sich einer Gauklertruppe an und wird auf ein Schiff verschleppt. Doch wird er sein Geheimnis lösen können?

Meine Meinung:
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Natürlich habe ich vor der Bestellung einige Meinungen zu diesem Buch gelesen, doch im nachhinein muss ich sagen, dass die dort angemerkten Kritikpunkte mir weder positiv noch negativ auffielen.
So fand icch z.B. den Sprachstil, der ähnlich dem damaligen Stile gehalten war, überhaupt nicht unangebracht, und auch nicht zu umgangssprachlich. Auch wurde mir die fehlende Charaktertiefe nicht bewusst, auch nach mehrmaligem Lesen nicht.
Zwar handelt ein großer Teil (ca. Ein drittel) der Geschichte im Kerker der Inquisition, und damit ist natürlich auch die Beschreibung der Folterinstrumente unumgänglich, doch hat mich dieses nicht gestört.
Das Buch ist übrigens so gefasst, das jedes Kapitel in der Sicht einer anderen, aber mit dem Lebensweg Vitus’ zusammenhängenden Person, beginnt, und erst zwischendurch, nach einem zeitlichen Absatz, wieder zu Vitus zurückkehrt. Das garantiert von jedem Kapitel an seinen Schwung Spannung, schon allein um, endlich zu wissen, was es mit der erzählenden Person auf sich hat.

Der Autor:
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Dieses Buch ist das Erstlingswerk des 1944 in Hamburg geborenen Rolf Serno. In diesem Buch ist sehr viel dessen vorhanden, was seine Persönlichkeit asumachjt, wie z.B. seine Verbundenheit mit der See und seine Leidenschaft für Medizingeschichte. Er lebnt z.Z. mit seiner Frau in Hamburg.

Fazit:
*****
Der Wanderchirurg ist ein sehr gutes Buch, dass sehr im Stil von Der Medicus gehalten ist. Es ist aber eher ein guter Nachfolger als eine Kopie.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-03 11:03:48 mit dem Titel Die wundersame Weltreise des Jonathan Blum!

Neulich war ich wieder im örtlichen Buchladen um nach neuen Büchern von Rainer M. Schröder, meinem momentanen Lieblingsautor, Ausschau zu halten. Leider fand ich nur „Das geheime Wissen des Alchimisten“, gebunden, und da diese Bücher mir viel zu teuer sind (die wollten dafür 18€), suchte ich dann doch nach einem älteren im Paperback! Wie schon im Titel gesagt fiel die Wahl auf
„Die wundersame Weltreise des Jonathan Blum“

Die Story:
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Die Geschichte beginnt im Jahr 1868 an Bord eines Postdampfers. Der Jude Jonathan Blum schreibt seine Lebensgeschichte, mit der das Buch eigentlich beginnt, anno domini 1858 in Podgrowicze, Polen. Auch in diesem Provinzstädtchen findet eine Judenverfolgung statt, so dass die Familie Blum gezwungen ist, zu Verwandten nach Rostock zu ziehen. Eines der Kinder, Jonathan, hadert schwer mit seinem Verhältnis zu Gott, da er der Meinung ist, dieser hätte solch schreckliche Taten der Bevölkerung verhindern müssen. Auch die Fesseln, als was er die Regeln des Judentums empfindet, will er zerreißen, er sucht die Freiheit und das Abenteuer. Dieses findet er mit dem Schiff Liberty, dem legendären Auswanderer-Schiff das schon so viele Menschen in ein neues, besseres Leben geführt hat. Natürlich kann auch Jonathan der Anziehungskraft dieser Legende nicht wiederstehen. So beschließt er eine Überfahrt auf Pump, das Geld muss er später in einer Kohlefabrik zu schlechten Konditionen abarbeiten (was er natürlich nicht weiss), um mit vielen anderen den Weg in die Freiheit anzutreten. So beginnt die wundersame Weltreise des Jonathan Blum.
Unterwegs lernt er die Judenfamilie Herschel kennen, die ihn immer wieder unterstützt, den gerissenen, charmanten und selbstsüchtigen Zyniker Oliver Quinn, den Schwarzen Noah und viele andere, die ihm Steine in den Weg legen oder ihm behilflich sind.

Das Buch handelt von dem unerschütterlichem Drang nach Freiheit, die letztendlich immer hinter dem nächsten Horizont zu sein scheint, von Freundschaft, Liebe und Verrat, von dem Weg zu sich selbst und dem Ruf des Gewissens.

Allgemeine Infos:
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Das Buch ist mit der ISBN 3-401-01934-1 für 8,50€ im Arena Verlag erschienen. Es komm in einem abwaschbaren, recht billigen Paperback-Umschlag und in der 4. Auflage (2001) in neuer Rechtschreibung. Das Bild auf der Vorderseite zeigt einen jungen Mann vor einem unendlich scheinendem Meer, dass von der Abendsonne angestrahlt wird. Es hat die Maße 19x12x3 cm und hat eine leicht zu lesende Schrift. 420 Seiten lang ist die Geschichte, im Anhang gibt es noch eine recht ausführliche Worterklärung, eine kurze Umrechnungstabelle und das aus den anderen Büchern bekannte Nachwort.

Der Autor:
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Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es einen Sinn hat, hier lang und breit den Autor vorzustellen, da es ja eigentlich eine Buchbeschreibung ist. Im Übrigen habe ich schon mal eine Kurzbeschreibung bei meinem Bericht über Abby Linn geschrieben, und ich glaube schon eine ausführliche Beschreibung zu Rainer M. Schröder gelesen, wer Interesse an seiner Person hat kann sich ja oben genanntes raussuchen. Ich möchte auch nicht, dass der Bericht den Rahmen sprengt, und Leser entnervt aufgeben und abspringen, und ihnen damit eventuell enthaltene nützliche Informationen entgehen.

Meine Meinung:
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Es lohnt sich, die verschiedenen Bücher Rainer M. Schröders, die in derselben Zeit spielen, alle nacheinander zu lesen, da sie sich gegenseitig ergänzen, zusammen eine Art 3D-Welt erschaffen;
z.B. lernt man im Buch einen Opiumabhängigen kennen, in den zwei Büchern des Felix Fabers sieht man die andere Seite, einen skrupellosen Opiumhändler, Jonathan Blum kommt auch an der Sträflingskolonie Australien vorbei, eine Art Ergänzung dazu ist die Trilogie „Abby Linn“ (siehe Bericht), in der die Hauptperson als Sträfling nach Australien gebracht wird. Dies sind nur zwei Beispiele, aber die Reihe lässt sich fortsetzen!

Nun zur eigentlichen Bewertung:
Wie gewohnt ist dieses Buch nicht eine reine Abenteuergeschichte die von Rückschlägen und Glück im Unglück erzählt, sondern ein Buch dass sich mit wichtigen Themen wie Glaube, Hoffnung, Freundschaft und Liebe auseinandersetzt. Dies geschieht aber in einer gesunden Mischung, so dass man nicht eine Neufassung der Bibel in den Händen hält, sondern in gewisser Weise auch ein Lehrbuch über andere Religionen, Völker und die Vorurteile des Menschen, meist aus der Sicht des Opfers. Der Autor versucht, die Welt der damaligen Zeit, mit all ihren Einzelheiten, möglichst plastisch darzustellen, was manchmal etwas langwierig ausfällt.


Fazit:
*****
Ein super Buch das sich zu lesen lohnt!

17 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Netti1982

    03.03.2002, 12:07 Uhr von Netti1982
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kompliment von Netti zu diesem Bericht!