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Erfahrungsbericht von ritasport

Inferno und Extase- "Michelangelo" von Irving Stone

Pro:

tolle Charakere, spannende Geschichte

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Nein

Jetzt muß ich erst einmal tief Luft holen, bevor ich etwas zu dem BESTEN BUCH; DAS ICH SEIT JAHREN GELESEN HABE, zu schreiben.
Der frühere (Unter-) Titel lautete "Inferno und Extase" und ich glaube, mit diesen beiden Worten kann man das Leben des Bildhauers Michelangelo Buonarotti sehr gut beschreiben. Dieses Buch ist eine einzigartige Biographie, die in Michelangelos frühen Kindheitstagen beginnt, an der Stelle, an der er seiner Liebe zur Bildhauerei freien Lauf lassen will. Ihm steht eine harte Zeit bevor. Er durchläuft eine harte Lehre und schafft im Laufe der Zeit immer mehr Meisterwerke. Bei seinen Zeitgenossen ist er berühmt, Aufträge hat er genug und als der begnadete Künstler, der er ist, stürzt er sich in die Arbeit und erweckt den Marmor unter seinen Händen zum Leben. Doch trotzdem ist er einsam. Außer seinen Lehrlingen hat er kaum Menschen um sich herum. Er gilt als eigenbrötlerisch und seltsam. Oftmals eckt er mit seinen Vorstellungen an und lebt in ständiger Geldnot. Er findet sich in der Gesellschaft nicht zurecht, versteht die Art nicht, mit der ihm seine Auftraggeber begegnen.
Michelangelo stirbt im hohen Alter nach einem langen und entbehrungsreichen Leben. Trotzdem hat er uns Meisterwerke hintelassen, wie wir sie kein zweites Mal finden.

Ich muß ehrlich sagen, als ich dieses Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, habe ich geschluckt. Mit seinen über 1000 Seiten und einer außerordentlich kleinen Schrift sah es so aus wie ein Buch, für das man viel Zeit bräuchte. Und es war auch so. Man kann es nicht schnell lesen. Es ist in einer sehr umständlichen und blumigen Sprache geschrieben, so daß man sich in die Zeit Michelangelos hineinversetzt fühlt. Man selbst beginnt die Sehnsucht nach der Kunst zu spüren, man ertappt sich bei dem Gedanken, was man selbst alles aus Marmor schaffen könnte, aus Carrara-Marmor, der weiß und rein ist, ein völlig unbeschriebenes Blatt, das unter seinen eigenen Händen zu leben beginnt.
Mit diesem Buch taucht man in eine unheimlich tiefe Magie ein, man fühlt mit Michelangelo, man fühlt sich, als gäbe es im Leben nichts wichtigeres als die Kunst. Alles andere ist unwichtig. Man versteht, daß er nie gelitten hat, sondern daß dieses das Leben war, das er leben wollte. Fern von den großen Festen und dem Luxus, fern von den Intrigen und Morden der damaligen Zeit. Ein ganzes Leben für die Bildhauerei.
Ein paar Wochen nachdem ich dieses Buch gelesen hatte bin ich nach Italien gefahren. Ich bin auf den Spuren Michelangelos durhc Florenz gewandert und habe mich anhand der Straßennamen aus dem Buch sogar ein bißchen zurechtgefunden. Ich habe mir jedes noch so kleine Werk von ihm angesehen, das ich finden konnte. Nach einem Ausflug nach Carrara in die Marmorbrüche, dem Gefühl von Marmor unter den Händen und der dortigen Landschaft kann ich nur noch sagen, daß ich mir das alles nach der Lektüre des Buches genau so vorgestellt habe.
Ich kann nur jedem, der vorhat nach Florenz, Rom oder irgendwo dort in die Nähe zu fahren empfehlen, dieses Buch vorher zu lesen. Aber vorsicht: Das geht nicht so zwischendurch, dafür muß man sich die Zeit und die Ruhe nehmen, so richtig abschalten zu können, um in der Welt Michelangelos zu versinken!

Das Buch kostet in der Taschenbuchausgabe 9,90 Euro und ist im November 1997 im Rowolth Taschenbuchverlag erschienen. Es hat 722 Seiten und die ISBN Nummer 3499222299.



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-02-20 15:39:14 mit dem Titel Mittelalterliche Suche - Der blaue Stein von Gilbert Sinoue

Unter der Regierung Isabellas von Kastilien und Ferdinand von Aragon wurde die Reconquista, also die Rückeroberung der spanischen Halbinsel durch die Katholiken, vorläufig abgeschlossen. In dieser Zeit spielten sich große Dramen bei den Nicht-Katholiken und Zwangsbekehrten ab, an denen größtenteils die Inquisition beteiligt war.
In diesem Buch ("Der blaue Stein" von Gilbert Sinoue) nun geht es um das Vermächtnis eines Mannes, das verspricht, den großen Streit um die Daseinsberechtigung dieser Religionen zu lösen. Es geht um den Blauen Stein, der Antworten auf Jahrhundertealte Fragen geben könnte. Ihn gilt es zu finden. Um dieses aber zu erreichen müssen sich ein Rabbiner, ein muslimischer Gelehrter und ein junger katholischer Mönch zusammenschließen und quer durch Spanien reisen um Hinweise zu finden. Natürlich spielt auch die Inquisition eine Rolle.
Dieses Buch ist ein Plädoyer für das Neben- und Miteinander der Religionen. Es zeigt, daß man nur durch Zusammenarbeit zum Ziel gelangen kann, ganz egal, welche Vorbehalte man gegen den anderen Menschen haben kann.
Neben einer einzigartigen Beschreibung der Religionen, der Epoche und den Menschen, die zu jener Zeit gelebt haben, ist dieses Buch so etwas wie ein Kriminalroman, in dem die Titelhelden Puzzlestücke zusammenfügen müssen, um zum Ziel zu kommen. Die Charaktere sind facettenreich und man fiebert wirklich mit ihnen.
Alles in allem ist dies ein Buch, daß man nicht nur lesen sollte, wenn man sich für Spanien und seine Geschichte oder die Religionen an sich interessiert, sondern auch, wenn man mal wieder Lust auf ein gut geschriebenes Buch hat, das man nicht mehr aus der Hand legen kann!
"Der blaue Stein" ist im Verlag Droemer-Knaur München als Taschenbuch erschienen, hat etwas über 500 Seiten und kostet 8,90 Euro.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der gerne historische Romane liest!

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Maeuschen21

    21.02.2002, 04:56 Uhr von Maeuschen21
    Bewertung: sehr hilfreich

    so auch hier habe ich alles nachgeholt was ich verpasst habe. ;o)