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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Sprudellady
ewige Jugend und Schönheit
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
*Autor:
Oscar Wilde wurde 1854 in Dublin geboren und starb 1900.
Er sagte:" In meinem Herzen bin ich ein Franzose, meine Wurzeln sind Irisch und die Engländer haben mich verdammt die Sprache von Shakespeare zu sprechen!"
Der Poet hatte eine ganz besondere Beziehung zu seiner Mutter, er liebte sie nicht nur, sondern bewunderte sie über alles.
Er genoss eine beachtliche Schulbildung
-Portora Royal School
-Trinity School
-Magdalen College(Oxford)
Er heiratet Constance Lloyd und obwohl er sie sehr liebte, zweifelte er an seiner Sexualität....
*The pictue of Dorian Gray*
Die Charaktere:
-Dorian Gray
Dorian Gray ist die Hauptperson in diesem Roman, er ist ein junger Mann von unglaublicher Schönheit. Der naive Dorian steht zwischen Gut und Böse, weil der Maler Basil und Lord Henry ihn stets beeinflussen wollen.
Der junge Adonis verkörpert für Basil die reine Seele und dessen Schönheit und Jugend bedeuten Güte.
-Basil Hallward
ist der Maler des Porträts, er macht sich große Sorgen um Dorian, weil er nicht möchte, dass andere Leute seine Muse schlecht beeinflussen .
Basil selbst ist nicht kontaktfreudig und hat diesbezüglich auch wenige Freunde. Lord Henry und Dorian sind seine besten Freunde. Manchmal trifft man ihn auf Gesellschaftstreffen:
„We poor artists have to show ourselves in society from time to time, just remind the public that we are not savages“
Lord Henry Wotton
Ist ein Zyniker, er verpasst keine Gelegenheit die Moral seiner Zeit zu verspotten. Sein Ideal vom Leben ist das neue Hedonismus (= Spaß ist das wichtigste im Leben)
In diesem Roman ist er ein Theoretiker und Dorian ist der, der seine Theorien in die Wirklichkeit umsetzt.
Inhalt
Basil Hallward hat ein Porträt von Dorian Gray gemalt und will es nicht ausstellen lassen, weil er zu viel von sich selbst in dieses Bild hineingebracht hat. Lord Henry gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden und möchte den wahren Grund wissen. Daraufhin erzählt der Maler über die Begegnung mit dem jungen Adonis- beide haben gleich gespürt, dass sie dazu bestimmt waren, einander kennen zu lernen. Der Jüngling ist nicht nur Hallwards künstlerisches Motiv, sondern auch seine Inspiration für seine Arbeit.
Als Lord Henry den Jüngling zum ersten Mal sieht, kann er nachempfinden, warum Basil für Dorian schwärmt. Auch Lord Henry ist von dessen Schönheit fasziniert und philosophiert mit ihm über das Leben und die Jugend.
Nachdem Gespräch beginnt Dorians Verwandlung und er wünscht siech, dass statt ihm sein Bild älter werden soll. Sein Wunsch geht in Erfüllung als er dafür seine Seele verspricht.
Dorian Gray führt ein schändliches Leben und bemerkt seine Grausamkeit eines Tages in dem Porträt wieder und versteckt das Bild sofort...eines Tages hält er den Druck nicht mehr aus und er möchte aus seiner Wut heraus das Bild zerstören- einst war es für ihn ein wahrer Genuss das Bild verändern zu sehen , aber nun kann er das nicht mehr sehen, er nimmt ein Messer und durchbohrte das Bild.
Man hörte einen Schrei und als die Diener in das Zimmer eingetreten waren, sahen sie ein glänzendes Porträt ihres Herrn an der Wand hängen und auf den Boden lag ein alter Mann mit einem Messer im Herzen....
Persönliche Meinung
The picture of Dorian Gray hat mir sehr gut gefallen. Oscar Wilde versteht es seine Werke zeitlos zu halten, die Themen seine Romane, Novellen sprechen noch immer unsere Seele an...die Hauptperson Dorian Gray möchte für immer jung und schön bleiben und ganz offensichtlich ist unsere Gesellschaft auch davon geprägt (wer möchte nicht für immer jung sein?!)
Es ist auch erstaunlich, dass Oscar Wilde sich in diesem Roman mit Homosexualität auseinander setzt (zwar nicht eindeutig, aber man bemerkt diese Atmosphäre, wenn man aufmerksam liest)...zu Wildes Zeiten war es verpönt über Homosexualität zu sprechen und es war ja ein criminal offence
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-02 11:11:55 mit dem Titel Let\'s talk about Sex
Frank Wedekind – Frühlings Erwachen
**** Autor ****
Frank Wedekind wurde 1864 in Hannover geboren und verstarb 1918 in München.
Wedekind experimentierte mit konventionellen Themen und bühnentechnischen Mitteln und gilt daher nicht nur als Wegbereiter des Expressionismus in Deutschland, sondern auch des Absurden Theaters.
Wedekind studierte in München und Zürich Jus; brach sein Studium jedoch ab und war zeitweise in der Werbebranche und als Journalist tätig. In den späten achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts stand er einige Zeit unter dem Einfluss des deutschen Dramatikers Gerhard Hauptmann.
Später wandte er sich von dem von Hauptmann vertretenen Naturalismus ab und bevorzugte neue dramatische Formen, wie sie Georg Büchner schuf.
Mit grotesk anmutenden Darstellungen wollte Wedekind das Publikum schockieren und provozieren. Die Aufführungen vieler seiner gegen das erstarrte Bürgertum gerichteten Werke war zeitweise verboten, das sie als unsittlich galten.
Wedekind protestiert in seinen Werken vor allem gegen das Bürgertum und dessen Verlogenheit und Korruption und gegen die lebenszerstörende, sexualfeindliche Einstellung der Gesellschaft.
**** Weitere Werke von Autor ****
Erdgeist , Der Kammersänger, Der Marquis von Keith, König Nicolo, Die Büchse der Pandora
**** Zum Stück ****
Titel:
Mit dem Obertitel „Frühlings Erwachen“ vermittelt das Gefühl von aufkeimender Liebe und aufblühender Natur. Er wirkt fast lyrisch; dies unterstützt ein Titelblatt, das Wedekind 1891 beigefügt hat, welches eine helle Frühlingslandschaft darstellt.
Im krassen Gegensatz dazu steht der Untertitel „Eine Kindertragödie“. Er ist vorrausdeutend und vermittelt Tragik und Tod
**** Personen ****
es lassen sich drei familiäre Gruppierungen erkennen
+ Melchior Gabor
selbstständig, aufgeklärt, selbstbewusst; stammt aus einer patriarchalischen bürgerlichen Familie (Mittelstand)
+ Herr Gabor
autoritär, repressiv, unmenschlich, verständnislos; er ist Jurist und außerhalb des Hauses tätig;
+ Frau Gabor
mütterlich, freizügig, flexibel, einfühlsam, kritisch, emanzipiert; sie ist die gebildete und liberale Erzieherin ihres Sohnes, doch finanziell von ihrem Mann abhängig
+ Wendla Bergmann
lebensfroh, selbstbewusst, verständnisvoll, hilfsbereit; stammt es einer kleinbürgerlichen Familie ohne Vaterfigur
+ Frau Bergmann
streng, autoritär, sie spricht in Regieanweisungen, damit wird ihre Erziehung ins Lächerliche gezogen
+ Moritz Stiefel
abhängig, ängstlich, labil, schwankend; stammt aus einer patriarchalischen bürgerlichen Familie; Erziehungsfunktionen sind aus der Familie an die Schule delegiert
+ Lehrer
Die Lehrer sind durch sprechende Namen charakterisiert, sie wirken wie Marionetten. Frank Wedekind erreicht durch die Übertreibung und Karikatur, Parodie und Satire eine Verfremdung der Institution Schule und der Lehrer
**** Inhalt ****
Die zwei Schulfreunde Melchior und Moritz sprechen über ihre Zukunft und über die sogenannte männliche Regung. Moritz hat damit aber Probleme und bittet Melchior deshalb alles, was er über die Fortpflanzung weiß schriftlich festzuhalten. Melchior, der bei seiner liberalen Mutter einigen Rückhalt hat, verfasst für seinen Freund eine Aufklärungsschrift „Der Beischlaf“
Nach der Schule streitet Moritz mit einem Klassenkameraden, der behauptet, Moritz werde das halbe Jahr auf Probe nicht überstehen. Moritz vertritt den Standpunkt, er würde sich das Leben nehmen, wenn er nicht versetzt wird. Er wird aber von den Mitschülern als Prahlhans beschimpft.
An einem treffen sich Melchior und die vierzehnjährige Wendla zufällig im Wald. Wendla bittet Melchior, dass er sie schlage. Er weigert sich entsetzt, aber prügelt trotzdem auf sie ein, als sie ihn mehrmals darum bittet.
Wendla bittet ihre Mutter ihr das Kinderkriegen zu erklären. Diese beharrt auf den Storch und erklärt ihr, dass man nur schwanger wird, wenn man jemanden liebt und vor allem verheiratet wäre.
Tags darauf entdecken Wendla und Melchior bei einem Treffen am Heuboden die Liebe. Das Mädchen wehrt sich verbal dagegen, hat aber vor einer Schwangerschaft keine Angst , da sie den Jungen nicht liebt, noch von ihm geliebt wird.
Währenddessen wird Moritz durch die Schrift Melchiors immer mehr verunsichert und ängstlich. Er versagt in der Schule, überlässt sich seinen Obsessionen; träumt davon in Amerika unterzutauchen. Er erhält ein Antwortschreiben von Frau Gabor, in der sie seine Bitte nach Geld für die Überfahrt nach Amerika ablehnt. Sie reagiert angewidert auf seine Selbstmorddrohung, da sie meint, dass er sich erschießen soll. Ilse, eine Schulfreundin, stört ihn bei seinen Überlegungen, aber er verweigert ihre Hilfe. Ilse lässt ihn alleine und er begeht Selbstmord.
Wendla erwartet ein Kind, um den Skandal zu vertuschen, redet die Mutter dem Mädchen ein, es habe Bleichsucht. Wendla stirbt durch eine verpfuschte Abtreibung, die ihre Mutter aus Furcht vor der Schande arrangiert.
Da Melchior inzwischen als der Verfasser der Schrift entdeckt wurde, verurteilt das Lehrerkollegium ihn und er wird von der Schule verwiesen. Er wird daraufhin von seinen Eltern in eine Korrektionsanstalt eingewiesen; der Vater sieht ihn als „im innersten seines Wesens verfault“
Melchior flüchtet aus der Anstalt und versteckt sich nachts auf dem Friedhof zwischen den frischen Gräbern von Wendla und Moritz. Er fühlt sich für den Tod der beiden verantwortlicht
In gespenstischer Version erscheint ihm sein toter Freund. Er trägt seinen Kopf unter dem Arm und will Melchior bewegen, ihm zu folgen. Da Tritt ein vermummter Mann dazwischen „die Verkörperung des Lebens“ und nimmt den Jungen mit sich in die Welt der Lebenden zurück.
**** Quellen ****
Mit Frühlings Erwachen hat Frank Wedekind den Dramentypus der Kindertragödie begründet, ohne dafür ein Vorbild zu haben. Mit seiner Kritik am zeitgenössischen Erziehungswesen nahm er ein Thema der Sturm- und- Drang- Dramatik wieder auf.
Die Paktszene in Goethes Faust I ist in vieler Hinsicht Vorbild für die letzte Szene von Frühlings Erwachen. Wie Mephisto verspricht Faust ins Leben zu führen, so verspricht der vermummte Mann dies Melchior.
**** Interpretation ****
Frühlings Erwachen endet bei Frank Wedekind in Jugendstil- Symbolik: auf einem Friedhof unter dem Novembermond.
Es gibt zwei Tote in diesem Stück: Wendla ist das Opfer einer falschen Erziehung, sie stirbt als werdende Mutter und weiß nicht einmal, auf welche Weise sie Mutter geworden ist; sie meint ohne Heirat könne man gar kein Kind bekommen.
Auch Moritz wird Opfer einer falschen Erziehung; er gibt sich den Tod bervor er noch die körperliche Liebe entdeckt hat, einer seiner letzten Worte: „es hat etwas beschämendes Mensch gewesen zu sein, ohne das Menschlichste kennengelernt zu haben.
Unter dem Novembermond auf dem Friedhof, zwischen zwei Toten, zwei Opfern vor der Schande erscheint der vermummte Mann. Und wie der Selbstmörder Moritz den unglücklichen Melchior verführen will, so will der fremde Mann ihn zum Leben verführen und es gelingt ihm auch. Er zieht Melchior von den Gräbern fort: wenigstens für Melchior erwacht der Lebensfrühling dann doch noch.
Wedekind will das Schlechte im Leben verändern: durch Frühlings Erwachen eine falsche Sexualmoral. Er nennt sein Stück eine Kindertragödie; die Tragödie seiner Schülerinnen und Schüler ist, dass sie von den Erwachsenen wie Kinder behandelt werden, als sie keine Kinder mehr sind. Frau Bergmann hat es nicht gewagt, ihrer Tochter zu erklären, wie Kinder entstehe. Und Melchior, der seinem Mitschüler Moritz den Beischlaf schriftlich erklärt hat, wird vom Lehrerkollgium für schuldig am Selbstmord seines Freundes gehalten, vom Gymnasium verwiesen und in eine Anstalt gesteckt.
Frank Wedekind klagt die Moral der Eltern an: sie mordet Kinder-
es soll gesagt werden, wer diese Meinung klaut, dem sollen die Finger abfallen-
Oscar Wilde wurde 1854 in Dublin geboren und starb 1900.
Er sagte:" In meinem Herzen bin ich ein Franzose, meine Wurzeln sind Irisch und die Engländer haben mich verdammt die Sprache von Shakespeare zu sprechen!"
Der Poet hatte eine ganz besondere Beziehung zu seiner Mutter, er liebte sie nicht nur, sondern bewunderte sie über alles.
Er genoss eine beachtliche Schulbildung
-Portora Royal School
-Trinity School
-Magdalen College(Oxford)
Er heiratet Constance Lloyd und obwohl er sie sehr liebte, zweifelte er an seiner Sexualität....
*The pictue of Dorian Gray*
Die Charaktere:
-Dorian Gray
Dorian Gray ist die Hauptperson in diesem Roman, er ist ein junger Mann von unglaublicher Schönheit. Der naive Dorian steht zwischen Gut und Böse, weil der Maler Basil und Lord Henry ihn stets beeinflussen wollen.
Der junge Adonis verkörpert für Basil die reine Seele und dessen Schönheit und Jugend bedeuten Güte.
-Basil Hallward
ist der Maler des Porträts, er macht sich große Sorgen um Dorian, weil er nicht möchte, dass andere Leute seine Muse schlecht beeinflussen .
Basil selbst ist nicht kontaktfreudig und hat diesbezüglich auch wenige Freunde. Lord Henry und Dorian sind seine besten Freunde. Manchmal trifft man ihn auf Gesellschaftstreffen:
„We poor artists have to show ourselves in society from time to time, just remind the public that we are not savages“
Lord Henry Wotton
Ist ein Zyniker, er verpasst keine Gelegenheit die Moral seiner Zeit zu verspotten. Sein Ideal vom Leben ist das neue Hedonismus (= Spaß ist das wichtigste im Leben)
In diesem Roman ist er ein Theoretiker und Dorian ist der, der seine Theorien in die Wirklichkeit umsetzt.
Inhalt
Basil Hallward hat ein Porträt von Dorian Gray gemalt und will es nicht ausstellen lassen, weil er zu viel von sich selbst in dieses Bild hineingebracht hat. Lord Henry gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden und möchte den wahren Grund wissen. Daraufhin erzählt der Maler über die Begegnung mit dem jungen Adonis- beide haben gleich gespürt, dass sie dazu bestimmt waren, einander kennen zu lernen. Der Jüngling ist nicht nur Hallwards künstlerisches Motiv, sondern auch seine Inspiration für seine Arbeit.
Als Lord Henry den Jüngling zum ersten Mal sieht, kann er nachempfinden, warum Basil für Dorian schwärmt. Auch Lord Henry ist von dessen Schönheit fasziniert und philosophiert mit ihm über das Leben und die Jugend.
Nachdem Gespräch beginnt Dorians Verwandlung und er wünscht siech, dass statt ihm sein Bild älter werden soll. Sein Wunsch geht in Erfüllung als er dafür seine Seele verspricht.
Dorian Gray führt ein schändliches Leben und bemerkt seine Grausamkeit eines Tages in dem Porträt wieder und versteckt das Bild sofort...eines Tages hält er den Druck nicht mehr aus und er möchte aus seiner Wut heraus das Bild zerstören- einst war es für ihn ein wahrer Genuss das Bild verändern zu sehen , aber nun kann er das nicht mehr sehen, er nimmt ein Messer und durchbohrte das Bild.
Man hörte einen Schrei und als die Diener in das Zimmer eingetreten waren, sahen sie ein glänzendes Porträt ihres Herrn an der Wand hängen und auf den Boden lag ein alter Mann mit einem Messer im Herzen....
Persönliche Meinung
The picture of Dorian Gray hat mir sehr gut gefallen. Oscar Wilde versteht es seine Werke zeitlos zu halten, die Themen seine Romane, Novellen sprechen noch immer unsere Seele an...die Hauptperson Dorian Gray möchte für immer jung und schön bleiben und ganz offensichtlich ist unsere Gesellschaft auch davon geprägt (wer möchte nicht für immer jung sein?!)
Es ist auch erstaunlich, dass Oscar Wilde sich in diesem Roman mit Homosexualität auseinander setzt (zwar nicht eindeutig, aber man bemerkt diese Atmosphäre, wenn man aufmerksam liest)...zu Wildes Zeiten war es verpönt über Homosexualität zu sprechen und es war ja ein criminal offence
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-02 11:11:55 mit dem Titel Let\'s talk about Sex
Frank Wedekind – Frühlings Erwachen
**** Autor ****
Frank Wedekind wurde 1864 in Hannover geboren und verstarb 1918 in München.
Wedekind experimentierte mit konventionellen Themen und bühnentechnischen Mitteln und gilt daher nicht nur als Wegbereiter des Expressionismus in Deutschland, sondern auch des Absurden Theaters.
Wedekind studierte in München und Zürich Jus; brach sein Studium jedoch ab und war zeitweise in der Werbebranche und als Journalist tätig. In den späten achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts stand er einige Zeit unter dem Einfluss des deutschen Dramatikers Gerhard Hauptmann.
Später wandte er sich von dem von Hauptmann vertretenen Naturalismus ab und bevorzugte neue dramatische Formen, wie sie Georg Büchner schuf.
Mit grotesk anmutenden Darstellungen wollte Wedekind das Publikum schockieren und provozieren. Die Aufführungen vieler seiner gegen das erstarrte Bürgertum gerichteten Werke war zeitweise verboten, das sie als unsittlich galten.
Wedekind protestiert in seinen Werken vor allem gegen das Bürgertum und dessen Verlogenheit und Korruption und gegen die lebenszerstörende, sexualfeindliche Einstellung der Gesellschaft.
**** Weitere Werke von Autor ****
Erdgeist , Der Kammersänger, Der Marquis von Keith, König Nicolo, Die Büchse der Pandora
**** Zum Stück ****
Titel:
Mit dem Obertitel „Frühlings Erwachen“ vermittelt das Gefühl von aufkeimender Liebe und aufblühender Natur. Er wirkt fast lyrisch; dies unterstützt ein Titelblatt, das Wedekind 1891 beigefügt hat, welches eine helle Frühlingslandschaft darstellt.
Im krassen Gegensatz dazu steht der Untertitel „Eine Kindertragödie“. Er ist vorrausdeutend und vermittelt Tragik und Tod
**** Personen ****
es lassen sich drei familiäre Gruppierungen erkennen
+ Melchior Gabor
selbstständig, aufgeklärt, selbstbewusst; stammt aus einer patriarchalischen bürgerlichen Familie (Mittelstand)
+ Herr Gabor
autoritär, repressiv, unmenschlich, verständnislos; er ist Jurist und außerhalb des Hauses tätig;
+ Frau Gabor
mütterlich, freizügig, flexibel, einfühlsam, kritisch, emanzipiert; sie ist die gebildete und liberale Erzieherin ihres Sohnes, doch finanziell von ihrem Mann abhängig
+ Wendla Bergmann
lebensfroh, selbstbewusst, verständnisvoll, hilfsbereit; stammt es einer kleinbürgerlichen Familie ohne Vaterfigur
+ Frau Bergmann
streng, autoritär, sie spricht in Regieanweisungen, damit wird ihre Erziehung ins Lächerliche gezogen
+ Moritz Stiefel
abhängig, ängstlich, labil, schwankend; stammt aus einer patriarchalischen bürgerlichen Familie; Erziehungsfunktionen sind aus der Familie an die Schule delegiert
+ Lehrer
Die Lehrer sind durch sprechende Namen charakterisiert, sie wirken wie Marionetten. Frank Wedekind erreicht durch die Übertreibung und Karikatur, Parodie und Satire eine Verfremdung der Institution Schule und der Lehrer
**** Inhalt ****
Die zwei Schulfreunde Melchior und Moritz sprechen über ihre Zukunft und über die sogenannte männliche Regung. Moritz hat damit aber Probleme und bittet Melchior deshalb alles, was er über die Fortpflanzung weiß schriftlich festzuhalten. Melchior, der bei seiner liberalen Mutter einigen Rückhalt hat, verfasst für seinen Freund eine Aufklärungsschrift „Der Beischlaf“
Nach der Schule streitet Moritz mit einem Klassenkameraden, der behauptet, Moritz werde das halbe Jahr auf Probe nicht überstehen. Moritz vertritt den Standpunkt, er würde sich das Leben nehmen, wenn er nicht versetzt wird. Er wird aber von den Mitschülern als Prahlhans beschimpft.
An einem treffen sich Melchior und die vierzehnjährige Wendla zufällig im Wald. Wendla bittet Melchior, dass er sie schlage. Er weigert sich entsetzt, aber prügelt trotzdem auf sie ein, als sie ihn mehrmals darum bittet.
Wendla bittet ihre Mutter ihr das Kinderkriegen zu erklären. Diese beharrt auf den Storch und erklärt ihr, dass man nur schwanger wird, wenn man jemanden liebt und vor allem verheiratet wäre.
Tags darauf entdecken Wendla und Melchior bei einem Treffen am Heuboden die Liebe. Das Mädchen wehrt sich verbal dagegen, hat aber vor einer Schwangerschaft keine Angst , da sie den Jungen nicht liebt, noch von ihm geliebt wird.
Währenddessen wird Moritz durch die Schrift Melchiors immer mehr verunsichert und ängstlich. Er versagt in der Schule, überlässt sich seinen Obsessionen; träumt davon in Amerika unterzutauchen. Er erhält ein Antwortschreiben von Frau Gabor, in der sie seine Bitte nach Geld für die Überfahrt nach Amerika ablehnt. Sie reagiert angewidert auf seine Selbstmorddrohung, da sie meint, dass er sich erschießen soll. Ilse, eine Schulfreundin, stört ihn bei seinen Überlegungen, aber er verweigert ihre Hilfe. Ilse lässt ihn alleine und er begeht Selbstmord.
Wendla erwartet ein Kind, um den Skandal zu vertuschen, redet die Mutter dem Mädchen ein, es habe Bleichsucht. Wendla stirbt durch eine verpfuschte Abtreibung, die ihre Mutter aus Furcht vor der Schande arrangiert.
Da Melchior inzwischen als der Verfasser der Schrift entdeckt wurde, verurteilt das Lehrerkollegium ihn und er wird von der Schule verwiesen. Er wird daraufhin von seinen Eltern in eine Korrektionsanstalt eingewiesen; der Vater sieht ihn als „im innersten seines Wesens verfault“
Melchior flüchtet aus der Anstalt und versteckt sich nachts auf dem Friedhof zwischen den frischen Gräbern von Wendla und Moritz. Er fühlt sich für den Tod der beiden verantwortlicht
In gespenstischer Version erscheint ihm sein toter Freund. Er trägt seinen Kopf unter dem Arm und will Melchior bewegen, ihm zu folgen. Da Tritt ein vermummter Mann dazwischen „die Verkörperung des Lebens“ und nimmt den Jungen mit sich in die Welt der Lebenden zurück.
**** Quellen ****
Mit Frühlings Erwachen hat Frank Wedekind den Dramentypus der Kindertragödie begründet, ohne dafür ein Vorbild zu haben. Mit seiner Kritik am zeitgenössischen Erziehungswesen nahm er ein Thema der Sturm- und- Drang- Dramatik wieder auf.
Die Paktszene in Goethes Faust I ist in vieler Hinsicht Vorbild für die letzte Szene von Frühlings Erwachen. Wie Mephisto verspricht Faust ins Leben zu führen, so verspricht der vermummte Mann dies Melchior.
**** Interpretation ****
Frühlings Erwachen endet bei Frank Wedekind in Jugendstil- Symbolik: auf einem Friedhof unter dem Novembermond.
Es gibt zwei Tote in diesem Stück: Wendla ist das Opfer einer falschen Erziehung, sie stirbt als werdende Mutter und weiß nicht einmal, auf welche Weise sie Mutter geworden ist; sie meint ohne Heirat könne man gar kein Kind bekommen.
Auch Moritz wird Opfer einer falschen Erziehung; er gibt sich den Tod bervor er noch die körperliche Liebe entdeckt hat, einer seiner letzten Worte: „es hat etwas beschämendes Mensch gewesen zu sein, ohne das Menschlichste kennengelernt zu haben.
Unter dem Novembermond auf dem Friedhof, zwischen zwei Toten, zwei Opfern vor der Schande erscheint der vermummte Mann. Und wie der Selbstmörder Moritz den unglücklichen Melchior verführen will, so will der fremde Mann ihn zum Leben verführen und es gelingt ihm auch. Er zieht Melchior von den Gräbern fort: wenigstens für Melchior erwacht der Lebensfrühling dann doch noch.
Wedekind will das Schlechte im Leben verändern: durch Frühlings Erwachen eine falsche Sexualmoral. Er nennt sein Stück eine Kindertragödie; die Tragödie seiner Schülerinnen und Schüler ist, dass sie von den Erwachsenen wie Kinder behandelt werden, als sie keine Kinder mehr sind. Frau Bergmann hat es nicht gewagt, ihrer Tochter zu erklären, wie Kinder entstehe. Und Melchior, der seinem Mitschüler Moritz den Beischlaf schriftlich erklärt hat, wird vom Lehrerkollgium für schuldig am Selbstmord seines Freundes gehalten, vom Gymnasium verwiesen und in eine Anstalt gesteckt.
Frank Wedekind klagt die Moral der Eltern an: sie mordet Kinder-
es soll gesagt werden, wer diese Meinung klaut, dem sollen die Finger abfallen-
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