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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von dreamweb
Anders als ich dachte - aber auch so einmalig gut (Ben Hur von Lewis Wallace)
Pro:
sehr spannend, realistisch
Kontra:
schlimmes Thema, Schockszenen
Empfehlung:
Nein
Anders als ich dachte - aber auch so sehr gut
Ben Hur kennen bestimmt sehr viele meiner Leser. Allerdings vermutlich wie ich eher aus dem Film. Bei mir selbst ist das Jahre her gewesen, ich erinnere mich nur noch an wilde Rennen, an Römer und an Christen. Jetzt aber zu dem Buch Ben Hur, das dem Film als Vorlage diente.
INHALT
In Ben Hur wird die Geschichte des Ben Hurs erzählt, der in der Zeit aufwächst und lebt, als Jesus Christus geboren wurde. Israel steht zu dieser Zeit unter Verwaltung (Herrschaft) der Römer. Als Christus geboren wird, Ben Hur ist der Sohn eines angesehenen Juden, der zu Rom steht. Leider ist der Vater vor einer Weile verstorben und so lebt der junge Ben Hur zusammen mit seiner Schwester, seiner Mutter und einigen treuen Dienern und Sklaven, denn er gehört einer reichen und angesehenen Familie an. Neben der Geschichte Ben Hurs wird hier aber auch die Geschichte von Jesus Christus sehr genau beschrieben. So beginnt beispielsweise das Buch damit, dass sich die drei Weisen in der Wüste treffen und wie sich sich auf die Suche nach Jesus machen und so auch in Ben Hurs Heimatstadt nach Gottes Sohn bzw. dem König der Juden fragen. Das hat natürlich Folgen, denn die viele Juden hoffen darauf, von der römischen Herrschaft befreit zu werden.
Nachdem dann wieder ein römischer Herrscher eingesetzt wird, kommt es in Ben Hurs Heimatstadt zu Unruhen. Man beschimpft den Römer und die Menge steht kurz davor, den Romer und seine Truppen anzugreifen. Ben Hur schaut sich zusammen mit seiner Schwester das Geschehnis von oben an. Beide stehen an einer erhöhten Stelle ihres Hauses. Dabei geschieht dann ein Unglück, dass das Leben aller im Hause Hur verändert. Ein paar brüchige Steine lösen sich und treffen den römischen Herrscher am Kopf. Dieser wird zwar nur verletzt, aber die Römer geben Ben Hur und seiner Familie keine Möglichkeit, das zu erklären. Die gesamte Familie wird verhaftet, der Besitz enteignet. Ben Hur wird zum Sklavendienst auf eine Gallere geschickt. Was mit seiner Schwester und seiner Mutter geschieht, das erfährt der junge Mann nicht. Er wird von den Römern gefoltert und begegnet auf seinem beschwerlichen Fußmarsch einem jungen Mann, der ihm Wasser gibt. Was Ben Hur nicht weiß, der Zimmermannssohn, der sich ihm erbarmt und trotz der Anwesenheit der Römer mit Wasser versorgt, das ist Jesus Christus.
Und während Jesus weiter seinen Weg geht und schließlich in die Wüste wandert, muss Ben Hur in Ketten auf einer Gallere rudern. Bis er eines Tages einem mächtigen Römer auffällt, der auf der Suche nach Gladiatoren ist. Dieser Römer hat den Auftrag, Piraten zu jagen, was er auch macht. Da ihm Ben Hur gefällt, lässt er ihm die Ketten abnehmen und erkundigt sich auch nach seiner Geschichte. Während der Schlacht mit den Piraten gerät der Römer in Lebensgefahr, Ben Hur rettet ihm das Leben. Dafür wird er von dem Römer adoptiert und erhält auch dessen römischen Namen. Ben Hur hat trotz seiner Dankbarkeit für den Römer, der ihn vor seinem Schicksal als Sklaven erlöste nur zwei Gedanken. Seine Familie wiederzufinden und sich an den Römern zu rächen, die für seine Situation verantwortlich sind...
MEINUNG
Anfangs war ich mehr als erstaunt. Da erwarte ich eine abenteuerliche Geschichte mit Sklaven, Gladiatoren und Pferderennen und was lese ich? 30 Seiten lang geht es nur um die drei Weisen, die sich in der Wüste treffen und danach zu Jesus pilgern. Damit hatte ich rein gar nicht gerechnet. Aber ich muss sagen, es war sehr faszinierend, diesen Teil der Bibel so realistisch und doch wundervoll mal in einem Roman zu lesen.
Auch danach wird immer wieder Ben Hurs Geschichte in Zusammenhang mit der Geschichte Jesus Christus gebracht. So begegnet er beispielsweise dem Weisen Balthasar und mehrmals auch Jesus Christus. Und auch für seine Familie wird Jesus zu einem Retter der ganz besonderen Art.
Trotz allem geht es auch um das altverbreite und hier sehr verständliche Prinzip der Rache. Denn was hier die Römer aus Geldgier Ben Hur und seiner Familie antaten, das entpuppt sich erst so richtig im Verlauf der Geschichte. Und Ben Hur interessiert sich zwar für Jesus, aber er denkt eher nach der Devise Auge um Auge und Zahn um Zahn. So wie er in dem Buch geschildert wird, muss er ein äußerst gutaussehender und starker Mann sein, der aber dabei noch hochintelligent ist.
Die Geschichte um Ben Hur ist sehr packend und spannend. Und natürlich kommt auch das berühmte Wagenrennen vor, ich fand es noch packender hier zu lesen als damals im Fernsehen zu sehen. Wer Kämpfe mag, dem werden viele Teile des Buches gefallen. Allerdings muss oder kann er eben auch darauf gefasst sein, vieles von Jesus Christus Werdegang mitzuerleben. Bis einschließlich zur Kreuzigung erlebt man durch Ben Hur und seine Freunde sehr vieles von Gottes Sohn mit. Die Kreuzigungsszene hat es übrigens in sich. Ich will nicht mehr dazu verraten, aber es ist packend und mystisch zugleich, was da passiert.
Natürlich geht es in Ben Hur auch um eine Liebesgeschichte. Diese existiert zwar hauptsächlich am Rande, aber teilweise gibt es doch intensivere Stellen. Wer liebt wen und wer nutzt wen nur aus, auch das kommt vor. So wie in vielen Romanen und auch so oft im richtigen Leben. Denn irgendwie verliebt sich unser Held nicht in diejenige, die ihn liebt, sondern eine andere, die besonders auffällig`ist.
Ich muss zugeben, auch wenn ich erstaunt über die religiösität des Buches war, ich würde es mir direkt wieder kaufen, so faszinierend fand ich diese Mischung und eben auch die Gelegenheit so Jesus Christus mal etwas anders zu sehen, eben aus dem Blickwinkel Ben Hurs, der einen König erwartet, für den er kämpfen kann und der dann über die Welt herrscht. Mit jemanden, der eben die Menschen erlösen will und ein besseres Leben in einem späteren Reich bietet, damit rechnen weder Ben Hur noch viele seiner Vertrauten.
Teilweise ist das Buch auch schlimm. Das Schicksal von Ben Hurs Mutter und Schwester brachte mich fast zur Raserei, so schlimm fand ich das, was durch die Machtgier der Römer hier entstanden ist. Aber auch, was man Simonides, einem treuen Sklaven der Familie Hurs hier antat, ist sehr extrem , liegt aber leider durchaus noch in der Vorstellbarkeit. Denn was ich so gehört habe, konnten die Römer auch sehr grausam sein und das zeigen sie hier in dem Roman sehr deutlich. Übrigens empfand ich Pontius Pilatus in diesem Roman durchaus als positive römische Persönlichkeit. Er ist auf jeden Fall auch eine der Personen, die hier gutes und nicht nur negatives bewirken.
Vielleicht noch etwas zum Buch selbst. Das Buch ist sehr alt und schon vergilbt, so etwas stört mich nicht, denn ansonsten ist es in Ordnung. Es ist gebunden und sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite befinden sich Bilder. Bilder, die daran erinnern, worum es in diesem Buch geht. Um Jesus Christus. Denn auf der Vorderseite befindet sich Jesus auf einem Esel, auf der Rückseite sind zwei der drei Weisen auf Kamelen zu sehen und Lichtstrahlen (durch den Stern von Betlehem) scheinen ihnen einen Weg zu weisen. Schätzungsweise ist das Buch aus den 50er Jahren. Leider stehen keine Angaben, denn interessieren würde mich das genaue Erscheinungsdatum auch selbst.
DATEN
Titel: Ben Hur
Autor: Lewis Wallace
Seiten: 317
Art: Gebundenes Buch, christlicher und abenteuerlicher Roman
Verlag: Ueberreuter
Kauf: Flohmarkt - 2 Euro
erhältlich: Bei Amazon für 15 Euro oder auf vielen Flohmärkten
Eignung: Erwachsene und Jugendliche
FAZIT
Ben Hur ist ein Roman, der dadurch fasziniert, dass er eine packende Geschichte um den Juden Ben Hur zusammen mit der Geschichte um Jesus Christus, sein Leben und Wirken und auch die Kreuzigung, kombiniert. Man verfolgt hier gleichzeitig zwei Dinge weiter, einmal den Überlebenskampf Ben Hurs bzw. seine Suche nach der Familie und seine Rache. Und auf der anderen Seite hat zumindestens Miara immer wieder doch auf den Weitergang von Jesus Christus und seiner Geschichte hier gelauert. Wahrscheinlich ist es ein Buch, das eher für Christen geeignet ist. Aber ich denke offene Gläubige anderer Religionen könnten auch Freude an dem Buch habe.
Liebe Grüße - Miara
* Ich würde mich sehr freuen, wenn ich dieses gute ältere Buch näher bringen konnte *
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-09 10:34:11 mit dem Titel Schaudern mit Finken und kleinen Jungen
Schaudern mit Finken und kleinen Jungen
Das Buch \"Der Vogelgarten\" von Julia Wallis Martin habe ich mir vor einiger Zeit als Sonderangebot für 5 Euro im Karstadt mitgenommen. Hier meine Meinung zu diesem Roman.
INHALT
Der zwölfjährige Brogan Healey wohnt ganz alleine in der Wohnung seiner Familie in Manchester. Seine Mutter ist vor zwei Jahren gestorben. Brogan ist davon überzeugt, dass sein gewalttätiger Vater schuld daran ist. Dieser ist aus der Wohnung ausgezogen und lebt mit einer neuen Frau zusammen, die er auch regelmässig verprügelt.
Als Brogan einen Job in einer Zoohandlung erhält, lernt er durch den Zoohändler auch Roly Barnes kennen. Roly Barnes lebt zurückgezogen in einem abbruchreifen verkommenen Viertel Manchesters ganz alleine mit einer Vielzahl der unterschiedlichsten exotischen und heimischen Finken.
Brogan fühlt sich zu Roly hingezogen, der zu ihm sehr freundlich ist und ihm sogar einen Finken schenkt. Was Brogan aber nicht ahnt ist, dass die Polizei Roly überwacht. Denn Brogan ist nicht der erste Junge, der in die Nähe des verwahrlosten Einsiedlers mit den Finken gerät. Und für Inspektor Parker ist er einer der Hauptverdächtigen in einem Fall, in dem es um die Entführung und den Missbrauch von Jungen in Brogans Alter geht.
Da Inspektor Parker aber kein Fachmann auf dem Gebiet von Kindesmissbrauch ist, fordert er den Psychologen Hanson an, der sich sehr widerwillig entscheidet, doch hier zu helfen. Während die beiden eine entsetzlich zugerichtete Leiche eines der beiden vermissten Kinder finden und sich die Spur zu Roly Barnes verdichtet, wird Brogans Freundschaft zu Roly immer enger. Denn für den Jungen ist dieser Mann der einzige freundliche und nette Mensch, der gut zu ihm ist.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn obwohl Parker den Jungen warnt, weiter Roly zu besuchen, interessiert sich Brogan nicht dafür. Denn er weiß ja, wie Roly ist und dass er sonst niemanden hat.....
MEINUNG
Der Vogelgarten hat mich angelockt durch das makabre aber leider auch sehr aktuelle Thema des Kindesmissbrauchs, der Pädophälie und des irgendwie damit verbundenen Geheimnisses um die vielen Finken des verdächtigen Mannes.
Von Anfang an habe ich gebibbert um den kleinen Brogan. Alles wirkt hier sehr realistisch bzw. möglich, das ist wohl das Schlimme an diesem spannenden Roman. Von der Art erinnerte mich das Buch durchaus an das Schweigen der Lämmer und der Leser weiß durchaus, wer der Böse ist bzw. man ahnt es von Anfang an. Am liebsten würde man in die Geschichte einsteigen, Brogan dem Kopf waschen und ihm viel Liebe geben. Denn es ist leider offensichtlich, dass das eben der Grund ist, weshalb Brogan die Nähe von Roly sucht. Und leider weiß man eben durch die Geschichten der beiden anderen ungefair gleichaltrigen Jungen, dass auch diese nicht aus normalen Verhältnissen kamen und wohl auch Liebe bzw. einen Menschen suchten, der ihnen Liebe gibt.
Dieser Roly war mir von Anfang an sehr unsympatisch. Man versucht hier erst gar keinen Krimi zu machen, in dem der Leser erst herausbekommen soll, wer überhaupt der Mörder ist. Nein, sehr schnell wird klar, dass hier eine Art makabres Wettrennen entsteht, in dem es um eines geht, um das Leben von Brogan. Denn während Roly beispielsweise total nett zu Brogan ist, ihm auch mal über den Kopf streicht, was in mir ein Schaudern auslöste, wird kurz danach beschrieben, wie der abartige Mann einfach so einen Finken schnappt und ihm mal eben so den Kopf umdreht, also ihn einfach aus Lust tötet. Und zufällig stirbt auch Brogans erster Fink, aber der \"liebe und gute\" Roly schimpft nur über den Zoohändler und schenkt Brogan eben einfach einen anderen Finken. Und so erlebt man mit, wie sich dieser Mensch in das Herz des Jungen einschleimt. Aber leider kann man als Leser nicht einschreiten. Und so steigt dann die Ungeduld, wie das Buch weitergeht.
Sehr interessant war in dem Buch auch der Psychologe Hensen, der hier seine eigenen Probleme bewältigen muss. Denn für ihn ist der Ort Manchester mit einer nicht bewältigten Vergangenheit verbunden. Und es ist auch der Ort, in dem er aufwuchs und zum ersten Mal mit einem Mord konfrontiert wurde. Und dieser führte dann dazu, dass Hensen sich überhaupt für Mörder und deren Motive interessierte. Und somit wird der Fall, den Hensen wegen seiner Vergangenheit nicht anrühren wollte, auch für ihn zu einem klärenden Ereignis, was ihn selbst und seine Vergangenheit angeht.
Insgesamt ist Der Vogelgarten packend schon alleine durch die Geschichte des Jungen, aus dessen Perspektive man hier einiges miterlebt. Man erlebt seinen zur Gewalt neigenden Vater, man erlebt seine Zweifel an dem, was er erlebt und sein Misstrauen gegenüber der Polizei, die ihn von seinem einzigen Freund abbringen will. Aber auf der anderen Seite erlebt man als Leser auch mit, was für ein bösartiger Mensch dieser Roly wirklich ist. Und gleichzeitig erlebt man auch alles aus der Perspektive des sympatischen Inspektor Parkers mit, der selbst zwei kleine Jungen hat und der auch dadurch unbedingt diesen pädophilen Täter dingfest machen will, bevor sich dieser auch an Brogan vergreift.
Aber die Spannung entsteht nicht nur durch diese Grundgeschichte, die an sich schon packend ist. Nein, man erlebt hier als Leser auch sehr schockierende Szenen mit. So beispielsweise die Stelle, in der einer der toten Jungen gefunden wird. Alles wirkt hier gruselig uns schaurig. Und mein Vorstellungsvermögen ist leider gut genug, mir noch diese schlimmen Stellen sehr gut vorzustellen.
Meiner Ansicht nach spielt der Autor hier mit dem Leser, den er der Situation aussetzt, einen fast unvermeidlichen Missbrauch des Kindes mitzuerleben und gleichzeitig werden auch unsere Ängste angesprochen, die oft aus unerklärlichen Gründen entstehen. Viele von uns haben doch schon mal im Dunklen Angst gehabt, wenn wir eine verlassene Strasse oder durch einen Wald gegangen sind. Und eben auch solche Aspekte werden hier sehr gut mit eingebunden. Aber an sich geht es hier eben um das leider immer aktuelle Thema Kindesmissbrauch und Befriedigung durch abartige Tötung jener, die Schwächer sind. Und das alleine ist eben entsetzlich, weil es so oft vor kommt.
Ich selbst habe das 351 seitige Buch verschlungen, war aber bis zum Ende hin auch entsetzt von dem, was ich da gelesen habe. Und wer ein hundertprozentiges Happy End sucht, der ist hier wohl nicht ganz zufrieden. Denn leider ist der Roman hier wie das Leben, und da geht auch nicht immer alles so aus, wie man es gerne hätte. Ich selbst habe momentan nicht nur positive Gedanken, wenn ich an einen mit Vögeln überfüllten Vogelgarten denke....
DATEN
Titel: Der Vogelgarten
Autor: Julia Wallis Martin
Seiten: 361
Art: Thriller
Eignung: Ältere Jugendliche und Erwachsene
ISBN-Nr. 3-8284-0025-6
Buch: Gebundenes Buch
Preis: 5 Euro im Karstadt
FAZIT
Der Vogelgarten ist ein Buch für Leser, die gerne Thriller lesen und sich nicht durch schreckliche Szenen schocken lassen. Es ist aber auch ein Roman, der das Thema Kindesmissbrauch und -tötung anspricht. Das Buch lässt Gänsehaut und Grauen entstehen durch Dinge, die leider reell auch vorkommen. - Nichts für schwache Nerven!
Liebe Grüße - Miara
Ben Hur kennen bestimmt sehr viele meiner Leser. Allerdings vermutlich wie ich eher aus dem Film. Bei mir selbst ist das Jahre her gewesen, ich erinnere mich nur noch an wilde Rennen, an Römer und an Christen. Jetzt aber zu dem Buch Ben Hur, das dem Film als Vorlage diente.
INHALT
In Ben Hur wird die Geschichte des Ben Hurs erzählt, der in der Zeit aufwächst und lebt, als Jesus Christus geboren wurde. Israel steht zu dieser Zeit unter Verwaltung (Herrschaft) der Römer. Als Christus geboren wird, Ben Hur ist der Sohn eines angesehenen Juden, der zu Rom steht. Leider ist der Vater vor einer Weile verstorben und so lebt der junge Ben Hur zusammen mit seiner Schwester, seiner Mutter und einigen treuen Dienern und Sklaven, denn er gehört einer reichen und angesehenen Familie an. Neben der Geschichte Ben Hurs wird hier aber auch die Geschichte von Jesus Christus sehr genau beschrieben. So beginnt beispielsweise das Buch damit, dass sich die drei Weisen in der Wüste treffen und wie sich sich auf die Suche nach Jesus machen und so auch in Ben Hurs Heimatstadt nach Gottes Sohn bzw. dem König der Juden fragen. Das hat natürlich Folgen, denn die viele Juden hoffen darauf, von der römischen Herrschaft befreit zu werden.
Nachdem dann wieder ein römischer Herrscher eingesetzt wird, kommt es in Ben Hurs Heimatstadt zu Unruhen. Man beschimpft den Römer und die Menge steht kurz davor, den Romer und seine Truppen anzugreifen. Ben Hur schaut sich zusammen mit seiner Schwester das Geschehnis von oben an. Beide stehen an einer erhöhten Stelle ihres Hauses. Dabei geschieht dann ein Unglück, dass das Leben aller im Hause Hur verändert. Ein paar brüchige Steine lösen sich und treffen den römischen Herrscher am Kopf. Dieser wird zwar nur verletzt, aber die Römer geben Ben Hur und seiner Familie keine Möglichkeit, das zu erklären. Die gesamte Familie wird verhaftet, der Besitz enteignet. Ben Hur wird zum Sklavendienst auf eine Gallere geschickt. Was mit seiner Schwester und seiner Mutter geschieht, das erfährt der junge Mann nicht. Er wird von den Römern gefoltert und begegnet auf seinem beschwerlichen Fußmarsch einem jungen Mann, der ihm Wasser gibt. Was Ben Hur nicht weiß, der Zimmermannssohn, der sich ihm erbarmt und trotz der Anwesenheit der Römer mit Wasser versorgt, das ist Jesus Christus.
Und während Jesus weiter seinen Weg geht und schließlich in die Wüste wandert, muss Ben Hur in Ketten auf einer Gallere rudern. Bis er eines Tages einem mächtigen Römer auffällt, der auf der Suche nach Gladiatoren ist. Dieser Römer hat den Auftrag, Piraten zu jagen, was er auch macht. Da ihm Ben Hur gefällt, lässt er ihm die Ketten abnehmen und erkundigt sich auch nach seiner Geschichte. Während der Schlacht mit den Piraten gerät der Römer in Lebensgefahr, Ben Hur rettet ihm das Leben. Dafür wird er von dem Römer adoptiert und erhält auch dessen römischen Namen. Ben Hur hat trotz seiner Dankbarkeit für den Römer, der ihn vor seinem Schicksal als Sklaven erlöste nur zwei Gedanken. Seine Familie wiederzufinden und sich an den Römern zu rächen, die für seine Situation verantwortlich sind...
MEINUNG
Anfangs war ich mehr als erstaunt. Da erwarte ich eine abenteuerliche Geschichte mit Sklaven, Gladiatoren und Pferderennen und was lese ich? 30 Seiten lang geht es nur um die drei Weisen, die sich in der Wüste treffen und danach zu Jesus pilgern. Damit hatte ich rein gar nicht gerechnet. Aber ich muss sagen, es war sehr faszinierend, diesen Teil der Bibel so realistisch und doch wundervoll mal in einem Roman zu lesen.
Auch danach wird immer wieder Ben Hurs Geschichte in Zusammenhang mit der Geschichte Jesus Christus gebracht. So begegnet er beispielsweise dem Weisen Balthasar und mehrmals auch Jesus Christus. Und auch für seine Familie wird Jesus zu einem Retter der ganz besonderen Art.
Trotz allem geht es auch um das altverbreite und hier sehr verständliche Prinzip der Rache. Denn was hier die Römer aus Geldgier Ben Hur und seiner Familie antaten, das entpuppt sich erst so richtig im Verlauf der Geschichte. Und Ben Hur interessiert sich zwar für Jesus, aber er denkt eher nach der Devise Auge um Auge und Zahn um Zahn. So wie er in dem Buch geschildert wird, muss er ein äußerst gutaussehender und starker Mann sein, der aber dabei noch hochintelligent ist.
Die Geschichte um Ben Hur ist sehr packend und spannend. Und natürlich kommt auch das berühmte Wagenrennen vor, ich fand es noch packender hier zu lesen als damals im Fernsehen zu sehen. Wer Kämpfe mag, dem werden viele Teile des Buches gefallen. Allerdings muss oder kann er eben auch darauf gefasst sein, vieles von Jesus Christus Werdegang mitzuerleben. Bis einschließlich zur Kreuzigung erlebt man durch Ben Hur und seine Freunde sehr vieles von Gottes Sohn mit. Die Kreuzigungsszene hat es übrigens in sich. Ich will nicht mehr dazu verraten, aber es ist packend und mystisch zugleich, was da passiert.
Natürlich geht es in Ben Hur auch um eine Liebesgeschichte. Diese existiert zwar hauptsächlich am Rande, aber teilweise gibt es doch intensivere Stellen. Wer liebt wen und wer nutzt wen nur aus, auch das kommt vor. So wie in vielen Romanen und auch so oft im richtigen Leben. Denn irgendwie verliebt sich unser Held nicht in diejenige, die ihn liebt, sondern eine andere, die besonders auffällig`ist.
Ich muss zugeben, auch wenn ich erstaunt über die religiösität des Buches war, ich würde es mir direkt wieder kaufen, so faszinierend fand ich diese Mischung und eben auch die Gelegenheit so Jesus Christus mal etwas anders zu sehen, eben aus dem Blickwinkel Ben Hurs, der einen König erwartet, für den er kämpfen kann und der dann über die Welt herrscht. Mit jemanden, der eben die Menschen erlösen will und ein besseres Leben in einem späteren Reich bietet, damit rechnen weder Ben Hur noch viele seiner Vertrauten.
Teilweise ist das Buch auch schlimm. Das Schicksal von Ben Hurs Mutter und Schwester brachte mich fast zur Raserei, so schlimm fand ich das, was durch die Machtgier der Römer hier entstanden ist. Aber auch, was man Simonides, einem treuen Sklaven der Familie Hurs hier antat, ist sehr extrem , liegt aber leider durchaus noch in der Vorstellbarkeit. Denn was ich so gehört habe, konnten die Römer auch sehr grausam sein und das zeigen sie hier in dem Roman sehr deutlich. Übrigens empfand ich Pontius Pilatus in diesem Roman durchaus als positive römische Persönlichkeit. Er ist auf jeden Fall auch eine der Personen, die hier gutes und nicht nur negatives bewirken.
Vielleicht noch etwas zum Buch selbst. Das Buch ist sehr alt und schon vergilbt, so etwas stört mich nicht, denn ansonsten ist es in Ordnung. Es ist gebunden und sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite befinden sich Bilder. Bilder, die daran erinnern, worum es in diesem Buch geht. Um Jesus Christus. Denn auf der Vorderseite befindet sich Jesus auf einem Esel, auf der Rückseite sind zwei der drei Weisen auf Kamelen zu sehen und Lichtstrahlen (durch den Stern von Betlehem) scheinen ihnen einen Weg zu weisen. Schätzungsweise ist das Buch aus den 50er Jahren. Leider stehen keine Angaben, denn interessieren würde mich das genaue Erscheinungsdatum auch selbst.
DATEN
Titel: Ben Hur
Autor: Lewis Wallace
Seiten: 317
Art: Gebundenes Buch, christlicher und abenteuerlicher Roman
Verlag: Ueberreuter
Kauf: Flohmarkt - 2 Euro
erhältlich: Bei Amazon für 15 Euro oder auf vielen Flohmärkten
Eignung: Erwachsene und Jugendliche
FAZIT
Ben Hur ist ein Roman, der dadurch fasziniert, dass er eine packende Geschichte um den Juden Ben Hur zusammen mit der Geschichte um Jesus Christus, sein Leben und Wirken und auch die Kreuzigung, kombiniert. Man verfolgt hier gleichzeitig zwei Dinge weiter, einmal den Überlebenskampf Ben Hurs bzw. seine Suche nach der Familie und seine Rache. Und auf der anderen Seite hat zumindestens Miara immer wieder doch auf den Weitergang von Jesus Christus und seiner Geschichte hier gelauert. Wahrscheinlich ist es ein Buch, das eher für Christen geeignet ist. Aber ich denke offene Gläubige anderer Religionen könnten auch Freude an dem Buch habe.
Liebe Grüße - Miara
* Ich würde mich sehr freuen, wenn ich dieses gute ältere Buch näher bringen konnte *
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-09 10:34:11 mit dem Titel Schaudern mit Finken und kleinen Jungen
Schaudern mit Finken und kleinen Jungen
Das Buch \"Der Vogelgarten\" von Julia Wallis Martin habe ich mir vor einiger Zeit als Sonderangebot für 5 Euro im Karstadt mitgenommen. Hier meine Meinung zu diesem Roman.
INHALT
Der zwölfjährige Brogan Healey wohnt ganz alleine in der Wohnung seiner Familie in Manchester. Seine Mutter ist vor zwei Jahren gestorben. Brogan ist davon überzeugt, dass sein gewalttätiger Vater schuld daran ist. Dieser ist aus der Wohnung ausgezogen und lebt mit einer neuen Frau zusammen, die er auch regelmässig verprügelt.
Als Brogan einen Job in einer Zoohandlung erhält, lernt er durch den Zoohändler auch Roly Barnes kennen. Roly Barnes lebt zurückgezogen in einem abbruchreifen verkommenen Viertel Manchesters ganz alleine mit einer Vielzahl der unterschiedlichsten exotischen und heimischen Finken.
Brogan fühlt sich zu Roly hingezogen, der zu ihm sehr freundlich ist und ihm sogar einen Finken schenkt. Was Brogan aber nicht ahnt ist, dass die Polizei Roly überwacht. Denn Brogan ist nicht der erste Junge, der in die Nähe des verwahrlosten Einsiedlers mit den Finken gerät. Und für Inspektor Parker ist er einer der Hauptverdächtigen in einem Fall, in dem es um die Entführung und den Missbrauch von Jungen in Brogans Alter geht.
Da Inspektor Parker aber kein Fachmann auf dem Gebiet von Kindesmissbrauch ist, fordert er den Psychologen Hanson an, der sich sehr widerwillig entscheidet, doch hier zu helfen. Während die beiden eine entsetzlich zugerichtete Leiche eines der beiden vermissten Kinder finden und sich die Spur zu Roly Barnes verdichtet, wird Brogans Freundschaft zu Roly immer enger. Denn für den Jungen ist dieser Mann der einzige freundliche und nette Mensch, der gut zu ihm ist.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn obwohl Parker den Jungen warnt, weiter Roly zu besuchen, interessiert sich Brogan nicht dafür. Denn er weiß ja, wie Roly ist und dass er sonst niemanden hat.....
MEINUNG
Der Vogelgarten hat mich angelockt durch das makabre aber leider auch sehr aktuelle Thema des Kindesmissbrauchs, der Pädophälie und des irgendwie damit verbundenen Geheimnisses um die vielen Finken des verdächtigen Mannes.
Von Anfang an habe ich gebibbert um den kleinen Brogan. Alles wirkt hier sehr realistisch bzw. möglich, das ist wohl das Schlimme an diesem spannenden Roman. Von der Art erinnerte mich das Buch durchaus an das Schweigen der Lämmer und der Leser weiß durchaus, wer der Böse ist bzw. man ahnt es von Anfang an. Am liebsten würde man in die Geschichte einsteigen, Brogan dem Kopf waschen und ihm viel Liebe geben. Denn es ist leider offensichtlich, dass das eben der Grund ist, weshalb Brogan die Nähe von Roly sucht. Und leider weiß man eben durch die Geschichten der beiden anderen ungefair gleichaltrigen Jungen, dass auch diese nicht aus normalen Verhältnissen kamen und wohl auch Liebe bzw. einen Menschen suchten, der ihnen Liebe gibt.
Dieser Roly war mir von Anfang an sehr unsympatisch. Man versucht hier erst gar keinen Krimi zu machen, in dem der Leser erst herausbekommen soll, wer überhaupt der Mörder ist. Nein, sehr schnell wird klar, dass hier eine Art makabres Wettrennen entsteht, in dem es um eines geht, um das Leben von Brogan. Denn während Roly beispielsweise total nett zu Brogan ist, ihm auch mal über den Kopf streicht, was in mir ein Schaudern auslöste, wird kurz danach beschrieben, wie der abartige Mann einfach so einen Finken schnappt und ihm mal eben so den Kopf umdreht, also ihn einfach aus Lust tötet. Und zufällig stirbt auch Brogans erster Fink, aber der \"liebe und gute\" Roly schimpft nur über den Zoohändler und schenkt Brogan eben einfach einen anderen Finken. Und so erlebt man mit, wie sich dieser Mensch in das Herz des Jungen einschleimt. Aber leider kann man als Leser nicht einschreiten. Und so steigt dann die Ungeduld, wie das Buch weitergeht.
Sehr interessant war in dem Buch auch der Psychologe Hensen, der hier seine eigenen Probleme bewältigen muss. Denn für ihn ist der Ort Manchester mit einer nicht bewältigten Vergangenheit verbunden. Und es ist auch der Ort, in dem er aufwuchs und zum ersten Mal mit einem Mord konfrontiert wurde. Und dieser führte dann dazu, dass Hensen sich überhaupt für Mörder und deren Motive interessierte. Und somit wird der Fall, den Hensen wegen seiner Vergangenheit nicht anrühren wollte, auch für ihn zu einem klärenden Ereignis, was ihn selbst und seine Vergangenheit angeht.
Insgesamt ist Der Vogelgarten packend schon alleine durch die Geschichte des Jungen, aus dessen Perspektive man hier einiges miterlebt. Man erlebt seinen zur Gewalt neigenden Vater, man erlebt seine Zweifel an dem, was er erlebt und sein Misstrauen gegenüber der Polizei, die ihn von seinem einzigen Freund abbringen will. Aber auf der anderen Seite erlebt man als Leser auch mit, was für ein bösartiger Mensch dieser Roly wirklich ist. Und gleichzeitig erlebt man auch alles aus der Perspektive des sympatischen Inspektor Parkers mit, der selbst zwei kleine Jungen hat und der auch dadurch unbedingt diesen pädophilen Täter dingfest machen will, bevor sich dieser auch an Brogan vergreift.
Aber die Spannung entsteht nicht nur durch diese Grundgeschichte, die an sich schon packend ist. Nein, man erlebt hier als Leser auch sehr schockierende Szenen mit. So beispielsweise die Stelle, in der einer der toten Jungen gefunden wird. Alles wirkt hier gruselig uns schaurig. Und mein Vorstellungsvermögen ist leider gut genug, mir noch diese schlimmen Stellen sehr gut vorzustellen.
Meiner Ansicht nach spielt der Autor hier mit dem Leser, den er der Situation aussetzt, einen fast unvermeidlichen Missbrauch des Kindes mitzuerleben und gleichzeitig werden auch unsere Ängste angesprochen, die oft aus unerklärlichen Gründen entstehen. Viele von uns haben doch schon mal im Dunklen Angst gehabt, wenn wir eine verlassene Strasse oder durch einen Wald gegangen sind. Und eben auch solche Aspekte werden hier sehr gut mit eingebunden. Aber an sich geht es hier eben um das leider immer aktuelle Thema Kindesmissbrauch und Befriedigung durch abartige Tötung jener, die Schwächer sind. Und das alleine ist eben entsetzlich, weil es so oft vor kommt.
Ich selbst habe das 351 seitige Buch verschlungen, war aber bis zum Ende hin auch entsetzt von dem, was ich da gelesen habe. Und wer ein hundertprozentiges Happy End sucht, der ist hier wohl nicht ganz zufrieden. Denn leider ist der Roman hier wie das Leben, und da geht auch nicht immer alles so aus, wie man es gerne hätte. Ich selbst habe momentan nicht nur positive Gedanken, wenn ich an einen mit Vögeln überfüllten Vogelgarten denke....
DATEN
Titel: Der Vogelgarten
Autor: Julia Wallis Martin
Seiten: 361
Art: Thriller
Eignung: Ältere Jugendliche und Erwachsene
ISBN-Nr. 3-8284-0025-6
Buch: Gebundenes Buch
Preis: 5 Euro im Karstadt
FAZIT
Der Vogelgarten ist ein Buch für Leser, die gerne Thriller lesen und sich nicht durch schreckliche Szenen schocken lassen. Es ist aber auch ein Roman, der das Thema Kindesmissbrauch und -tötung anspricht. Das Buch lässt Gänsehaut und Grauen entstehen durch Dinge, die leider reell auch vorkommen. - Nichts für schwache Nerven!
Liebe Grüße - Miara
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