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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Tiralla
Richard von Weizsäcker - Vier Zeiten (mein Bundespräsident und ich)
Pro:
Bogen über ein ganzes Jahrhundert gespannt
Kontra:
rosa Brille (?)
Empfehlung:
Nein
Richard von Weizsäcker war der erste Bundespräsident, an den ich mich erinnern kann. Er gehört zu diesem Amt wie Harrison Ford zu Indiana Jones, Sean Connery zu James Bond und Don Johnson zu Nash Bridges. Damit will ich nicht sagen, dass er ein Action-Held-Spion-Polizist ist. Ganz im Gegenteil. Würdiger kanns keiner, sämtliche Monarchen sehen alt dagegen aus.
Vorbelastet durch einen Geschichte LK hab ich mir dann seine Biographie zugelegt. Nicht wirklich, um beim Geschichte LK noch ein paar Punkte rauszuschinden, sondern weil ich die ganze Familie bzw. \"das Großbürgertum\" sehr faszinierend fand. Weshalb sind die Weizsäckers überall vertreten? Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, überall stößt man auf seine Geschwister oder nahe Verwandten. Unabhängig voneinander, aber doch ein Clan, irgendwie wie Dallas oder Denver. Wie wird man zu so nem Clan? Woher kommt das \"von\" und sind sie wirklich aus Stuttgart?
Diese Fragen wurden in der Biographie alle beantwortet, ich war wirklich begeistert von dem Buch, innerhalb einiger weniger Tage hatte ich es durchgelesen. Keine Ahnung, ob es Richard von Weizsäcker selber geschrieben hat oder einen Schreiberling hatte, aber es ist sehr gut lesbar geschrieben. Die Sprache ist ungekünstelt, aber geschliffen, nicht wie ein Geschichtsbuch oder eine sterile Aufzählung von Fakten, sondern eher wie ein Märchen, eine gute Geschichte. Niemand wird durch verschachtelte, hochkomplizierte Grammatik ausgeschlossen oder durch Triviales gelangweilt. Eher nebenbei und fast unbemerkt bekommt man noch einige Fakten und Zusammenhänge mit, dann doch eine Goldgrube für Geschichte LKler.
Im Mittelpunkt stehen seltsamerweise die anderen, also nicht Richard von Weizsäcker. Es ist eine Laudatio auf sämtliche Wegbegleiter, unabhängig von politischem Lager, Land, Position und Alter. Kaum eines der zahlreichen, gut ausgewählten Fotos zeigt nur ihn, immer sind Gäste dabei, von Erich Honecker über Heinz Rühmann bis zum Papst. Meinungsverschiedenheiten oder gar Streit gab es dabei anscheinend nie. Hm, ich will ihm jetzt nicht unterstellen, dass er in seiner Biographie Mist erzählt, aber das ist doch etwas unglaubwürdig. Gerade bei so einem ereignisreichen, langen Leben kann doch nicht alles reibungslos verlaufen, oder?
Das Buch hätte dadurch an Tiefe gewonnen. Ok, es ist in meiner Version schon ca. 500 Seiten dick, keine Lektüre fürs Wartezimmer beim Arzt. Und vielleicht hätte noch mehr Tiefe geschadet, denn schon so ist es bemerkenswert. Ein Konzentrat eines Jahrhunderts, Richard von Weizsäcker stellt alle möglichen Entwicklungen in einem Licht dar, durch dass die Ereignisse von der Weimarer Republik bis zur Wiedervereinigung und darüber hinaus logisch erscheinen.
*****
Fazit
*****
Ich kann dieses Buch fast uneingeschränkt jedem empfehlen, der geschichtlich interssiert ist und ca. 10 Euro für die Taschenbuchversion übrig hat. Um 1920 - 1999 etwas objektiver zu betrachten ist es nicht geeignet, aber das soll es nicht. Eine schöne Biographie.
Vorbelastet durch einen Geschichte LK hab ich mir dann seine Biographie zugelegt. Nicht wirklich, um beim Geschichte LK noch ein paar Punkte rauszuschinden, sondern weil ich die ganze Familie bzw. \"das Großbürgertum\" sehr faszinierend fand. Weshalb sind die Weizsäckers überall vertreten? Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, überall stößt man auf seine Geschwister oder nahe Verwandten. Unabhängig voneinander, aber doch ein Clan, irgendwie wie Dallas oder Denver. Wie wird man zu so nem Clan? Woher kommt das \"von\" und sind sie wirklich aus Stuttgart?
Diese Fragen wurden in der Biographie alle beantwortet, ich war wirklich begeistert von dem Buch, innerhalb einiger weniger Tage hatte ich es durchgelesen. Keine Ahnung, ob es Richard von Weizsäcker selber geschrieben hat oder einen Schreiberling hatte, aber es ist sehr gut lesbar geschrieben. Die Sprache ist ungekünstelt, aber geschliffen, nicht wie ein Geschichtsbuch oder eine sterile Aufzählung von Fakten, sondern eher wie ein Märchen, eine gute Geschichte. Niemand wird durch verschachtelte, hochkomplizierte Grammatik ausgeschlossen oder durch Triviales gelangweilt. Eher nebenbei und fast unbemerkt bekommt man noch einige Fakten und Zusammenhänge mit, dann doch eine Goldgrube für Geschichte LKler.
Im Mittelpunkt stehen seltsamerweise die anderen, also nicht Richard von Weizsäcker. Es ist eine Laudatio auf sämtliche Wegbegleiter, unabhängig von politischem Lager, Land, Position und Alter. Kaum eines der zahlreichen, gut ausgewählten Fotos zeigt nur ihn, immer sind Gäste dabei, von Erich Honecker über Heinz Rühmann bis zum Papst. Meinungsverschiedenheiten oder gar Streit gab es dabei anscheinend nie. Hm, ich will ihm jetzt nicht unterstellen, dass er in seiner Biographie Mist erzählt, aber das ist doch etwas unglaubwürdig. Gerade bei so einem ereignisreichen, langen Leben kann doch nicht alles reibungslos verlaufen, oder?
Das Buch hätte dadurch an Tiefe gewonnen. Ok, es ist in meiner Version schon ca. 500 Seiten dick, keine Lektüre fürs Wartezimmer beim Arzt. Und vielleicht hätte noch mehr Tiefe geschadet, denn schon so ist es bemerkenswert. Ein Konzentrat eines Jahrhunderts, Richard von Weizsäcker stellt alle möglichen Entwicklungen in einem Licht dar, durch dass die Ereignisse von der Weimarer Republik bis zur Wiedervereinigung und darüber hinaus logisch erscheinen.
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Fazit
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Ich kann dieses Buch fast uneingeschränkt jedem empfehlen, der geschichtlich interssiert ist und ca. 10 Euro für die Taschenbuchversion übrig hat. Um 1920 - 1999 etwas objektiver zu betrachten ist es nicht geeignet, aber das soll es nicht. Eine schöne Biographie.
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