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Erfahrungsbericht von stupid_girl
Oscar Wilde: Der glückliche Prinz
Pro:
sehr schön
Kontra:
sehr traurig
Empfehlung:
Nein
Ich möchte heute über "Der glückliche Prinz und andere Märchen" von Oscar Wilde schreiben, weil ich mich in den letzten Monaten außerordentlich damit beschäftigt habe. Ich habe das Buch nicht nur gelesen, sondern auch 3 dieser Märchen mit unserer Theatergruppe aufgeführt. Ich finde diese Märchen einfach wunderschön, denn obwohl sie meist sehr traurig ausgehen, kann man sehr viel von ihnen lernen.
Das Buch besteht insgesamt aus 5 Märchen, von denen ich drei hier erzählen möchte. Also lehnt euch zurück und entspannt euch.
Es war einmal...
Der glückliche Prinz
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Es ist Nacht und eine kleine Schwalbe sucht nach einem Quartier. Sie ist auf der Reise nach Ägypten, denn der Winter naht und seine Freunde erwarten ihn dort bereits.
Er lässt sich auf einer Statue nieder und erschreckt sich fürchterlich, als diese plötzlich anfängt mit ihm zu reden. Die Statue wird von der Stadt "Der glückliche Prinz" genannt, da sie zu Lebzeiten in einem wunderschönen Palast wohnte, ohne Probleme und Sorgen, doch nun ist der Prinz schrecklich traurig, denn Tag für Tag muss er das Elend in seiner Stadt sehen, so dass er sich fragt, ob er zu Lebzeiten überhaupt ein Herz besessen hat.
Der Prinz bittet die kleine Schwalbe aus seinem Schwert einen Rubin zu picken und ihn einer armen Näherin zu bringen. Der Schwälberich sträubt sich zunächst und doch erfüllt er den Wunsch des Prinzen. In der nächsten Nacht wird der Vogel gebeten das Auge des Prinzen, ein wertvoller Saphir, auszupicken und es einem Schriftsteller zu bringen, der sein Stück vor Kälte nicht beenden kann. Auch das tut er.
In der dritten Nacht soll die Schwalbe das zweite Auge einem Streichholzmädel bringen, dessen Hölzer in die Gosse gefallen sind und welches schrecklich weint, weil ihr Vater es schlagen wird. Der Vogel will es nicht tun, denn die Kälte macht ihm mehr und mehr zu schaffen, doch schließlich kann er dem Prinzen seine Bitte nicht abschlagen.
Die nächste Nacht bittet der Prinz den Vogel über die Stadt zu fliegen und all sein Gold, mit dem sein Körper geschmückt ist den Armen zu geben, damit das Elend ein Ende hat. Die Schwalbe erfüllt den Wunsch mit letzter Kraft und stirbt schließlich vor den Füßen der Statue.
Ich finde diese Geschichte so traurig, weil der Schwälberich anfangs gar keine allzu gute Person ist. Er will den Armen anfangs gar nicht helfen und am Ende bezahlt er mit seinem Tode.
"Die Lebenden glauben immer, dass Gold sie glücklich macht."-Mein Lieblingssatz.
Der ergebene Freund
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Hans ist ein Durchschnittsbürger, nicht besonders hell, aber glücklich und zufrieden betreibt er seinen Garten mit seinen wunderschönen Blumen. Bis er den Müller kennenlernt. Denn der Müller ist ihm ein "wahrer" Freund. Hans bewundert seine Weisheit. Z.B. weiß der Müller, dass man in wahrer Freundschaft auch mal teilen muss - und nimmt sich was er von Hans braucht. Und auch, wenn ein Freund seine Arbeit nicht mehr schaffen kann, dann hilft man ihm, so weiß es der Müller. So hilft Hans seinem Freund, wo er kann und am Ende des Sommers ist seine ganze Ernte verdorben und er hat keine Erlöse, mit denen er sich zu essen für den Winter kaufen kann.
Die Familie des Müllers sitzt im warmen Haus, als der kleine Sohn einmal fragt, warum sie nicht einmal den Hans zu sich einladen könnten. Das gibt Ärger von seinem Vater, der ihn doch gleich fragt, warum er überhaupt Geld für seine Schule ausgeben, wenn er dort eh nichts lerne. Denn es weiß jawohl jeder, dass Neid jede Freundschaft zerstören kann und der Müller möchte Hans dieses Gefühl ersparen.
Als Müllers Sohn von der Leiter fällt, soll Hans des nachts Hilfe holen gehen, doch es ist so stürmisch und der Müller kann Hans unmöglich seine neue Laterne geben, denn er hat ja nur diese eine, so dass Hans sich im Moor verirrt und man in am Tage nur noch Tod findet.
Der Müller ist verzweifelt, er wollte Hans doch noch seinen alten Karren schenken und jetzt, muss er ihn selbst entsorgen und überhaupt hat er ja so viel für Hans getan, so dass er letzten Endes zu dem Schluss kommt, dass wahre Freundschaft nur enttäuscht wird.
Die Nachtigall und die Rose
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Ein überaus kluger Student ist schrecklich verliebt, doch seine Angebetete fordert eine rote Rose von ihm, doch in seinem Garten blüht nicht eine einzige Rose. Er ist sehr verzweifelt, denn ohne Rose wird die Frau seinen Lebens auf dem Ball des Prinzen nicht mit ihm tanzen.
Eine Nachtigall hört von seinem Unglück und als sie erkennt, dass er der treue Liebhaber ist, von dem sie Nacht für Nacht singt, will sie ihm helfen. So fliegt sie fort. Der erste Rosenstrauch, den sie sieht, hat nur weiße Rosen, doch er schickt sie zu einem Anderen. Dieser besitzt nur sonnengelbe Rosen. Erst der dritte Strauch hat rote Rosen, doch er wird den ganzen Sommer keine Rosen tragen, denn der Frost hat seine Adern erstarren lassen.
Die Nachtigall ist verzweifelt, denn die einzige Möglichkeit eine Rose von diesem Strauch zu erhalten, ist sie aus ihrem eigenen Herzblut zu bilden. Schließlich opfert sie sich, denn die Liebe ist etwas kostbares, für das es sich zu sterben lohnt.
Der Student ist überglücklich, als er am nächsten Morgen eine Rose in seinem Garten entdeckt. Er eilt zu seiner Dame, doch diese hat es sich anders überlegt. Der Neffe des Kammerherrn hat ihr Juwelen geschenkt und sie meint, dass Juwelen wohl eindeutig mehr wert sind als Blumen.
Der Student kehrt betrübt zurück und wendet sich von nun an wieder seinen Büchern zu, da Liebe ihm vollkommen unnütz und unpraktisch scheint und in dieser Welt nun einmal nur das Praktische zählt.
Schön, oder? Ich hoffe, ihr versteht jetzt, dass ich am Anfang gemeint habe, man könne viel von diesen Märchen lernen. Das sind Märchen für Erwachsene und für Kinder, wie sie tausendfach in unserer Welt passieren.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-19 08:38:00 mit dem Titel Oscar Wilde: Der glückliche Prinz
Ich möchte heute über "Der glückliche Prinz und andere Märchen" von Oscar Wilde schreiben, weil ich mich in den letzten Monaten außerordentlich damit beschäftigt habe. Ich habe das Buch nicht nur gelesen, sondern auch 3 dieser Märchen mit unserer Theatergruppe aufgeführt. Ich finde diese Märchen einfach wunderschön, denn obwohl sie meist sehr traurig ausgehen, kann man sehr viel von ihnen lernen.
Das Buch besteht insgesamt aus 5 Märchen, von denen ich drei hier erzählen möchte. Also lehnt euch zurück und entspannt euch.
Es war einmal...
Der glückliche Prinz
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Es ist Nacht und eine kleine Schwalbe sucht nach einem Quartier. Sie ist auf der Reise nach Ägypten, denn der Winter naht und seine Freunde erwarten ihn dort bereits.
Er lässt sich auf einer Statue nieder und erschreckt sich fürchterlich, als diese plötzlich anfängt mit ihm zu reden. Die Statue wird von der Stadt "Der glückliche Prinz" genannt, da sie zu Lebzeiten in einem wunderschönen Palast wohnte, ohne Probleme und Sorgen, doch nun ist der Prinz schrecklich traurig, denn Tag für Tag muss er das Elend in seiner Stadt sehen, so dass er sich fragt, ob er zu Lebzeiten überhaupt ein Herz besessen hat.
Der Prinz bittet die kleine Schwalbe aus seinem Schwert einen Rubin zu picken und ihn einer armen Näherin zu bringen. Der Schwälberich sträubt sich zunächst und doch erfüllt er den Wunsch des Prinzen. In der nächsten Nacht wird der Vogel gebeten das Auge des Prinzen, ein wertvoller Saphir, auszupicken und es einem Schriftsteller zu bringen, der sein Stück vor Kälte nicht beenden kann. Auch das tut er.
In der dritten Nacht soll die Schwalbe das zweite Auge einem Streichholzmädel bringen, dessen Hölzer in die Gosse gefallen sind und welches schrecklich weint, weil ihr Vater es schlagen wird. Der Vogel will es nicht tun, denn die Kälte macht ihm mehr und mehr zu schaffen, doch schließlich kann er dem Prinzen seine Bitte nicht abschlagen.
Die nächste Nacht bittet der Prinz den Vogel über die Stadt zu fliegen und all sein Gold, mit dem sein Körper geschmückt ist den Armen zu geben, damit das Elend ein Ende hat. Die Schwalbe erfüllt den Wunsch mit letzter Kraft und stirbt schließlich vor den Füßen der Statue.
Ich finde diese Geschichte so traurig, weil der Schwälberich anfangs gar keine allzu gute Person ist. Er will den Armen anfangs gar nicht helfen und am Ende bezahlt er mit seinem Tode.
"Die Lebenden glauben immer, dass Gold sie glücklich macht."-Mein Lieblingssatz.
Der ergebene Freund
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Hans ist ein Durchschnittsbürger, nicht besonders hell, aber glücklich und zufrieden betreibt er seinen Garten mit seinen wunderschönen Blumen. Bis er den Müller kennenlernt. Denn der Müller ist ihm ein "wahrer" Freund. Hans bewundert seine Weisheit. Z.B. weiß der Müller, dass man in wahrer Freundschaft auch mal teilen muss - und nimmt sich was er von Hans braucht. Und auch, wenn ein Freund seine Arbeit nicht mehr schaffen kann, dann hilft man ihm, so weiß es der Müller. So hilft Hans seinem Freund, wo er kann und am Ende des Sommers ist seine ganze Ernte verdorben und er hat keine Erlöse, mit denen er sich zu essen für den Winter kaufen kann.
Die Familie des Müllers sitzt im warmen Haus, als der kleine Sohn einmal fragt, warum sie nicht einmal den Hans zu sich einladen könnten. Das gibt Ärger von seinem Vater, der ihn doch gleich fragt, warum er überhaupt Geld für seine Schule ausgeben, wenn er dort eh nichts lerne. Denn es weiß jawohl jeder, dass Neid jede Freundschaft zerstören kann und der Müller möchte Hans dieses Gefühl ersparen.
Als Müllers Sohn von der Leiter fällt, soll Hans des nachts Hilfe holen gehen, doch es ist so stürmisch und der Müller kann Hans unmöglich seine neue Laterne geben, denn er hat ja nur diese eine, so dass Hans sich im Moor verirrt und man in am Tage nur noch Tod findet.
Der Müller ist verzweifelt, er wollte Hans doch noch seinen alten Karren schenken und jetzt, muss er ihn selbst entsorgen und überhaupt hat er ja so viel für Hans getan, so dass er letzten Endes zu dem Schluss kommt, dass wahre Freundschaft nur enttäuscht wird.
Die Nachtigall und die Rose
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Ein überaus kluger Student ist schrecklich verliebt, doch seine Angebetete fordert eine rote Rose von ihm, doch in seinem Garten blüht nicht eine einzige Rose. Er ist sehr verzweifelt, denn ohne Rose wird die Frau seinen Lebens auf dem Ball des Prinzen nicht mit ihm tanzen.
Eine Nachtigall hört von seinem Unglück und als sie erkennt, dass er der treue Liebhaber ist, von dem sie Nacht für Nacht singt, will sie ihm helfen. So fliegt sie fort. Der erste Rosenstrauch, den sie sieht, hat nur weiße Rosen, doch er schickt sie zu einem Anderen. Dieser besitzt nur sonnengelbe Rosen. Erst der dritte Strauch hat rote Rosen, doch er wird den ganzen Sommer keine Rosen tragen, denn der Frost hat seine Adern erstarren lassen.
Die Nachtigall ist verzweifelt, denn die einzige Möglichkeit eine Rose von diesem Strauch zu erhalten, ist sie aus ihrem eigenen Herzblut zu bilden. Schließlich opfert sie sich, denn die Liebe ist etwas kostbares, für das es sich zu sterben lohnt.
Der Student ist überglücklich, als er am nächsten Morgen eine Rose in seinem Garten entdeckt. Er eilt zu seiner Dame, doch diese hat es sich anders überlegt. Der Neffe des Kammerherrn hat ihr Juwelen geschenkt und sie meint, dass Juwelen wohl eindeutig mehr wert sind als Blumen.
Der Student kehrt betrübt zurück und wendet sich von nun an wieder seinen Büchern zu, da Liebe ihm vollkommen unnütz und unpraktisch scheint und in dieser Welt nun einmal nur das Praktische zählt.
Schön, oder? Ich hoffe, ihr versteht jetzt, dass ich am Anfang gemeint habe, man könne viel von diesen Märchen lernen. Das sind Märchen für Erwachsene und für Kinder, wie sie tausendfach in unserer Welt passieren.
Schönen Sonntag noch
euer stupid_girl
Das Buch besteht insgesamt aus 5 Märchen, von denen ich drei hier erzählen möchte. Also lehnt euch zurück und entspannt euch.
Es war einmal...
Der glückliche Prinz
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Es ist Nacht und eine kleine Schwalbe sucht nach einem Quartier. Sie ist auf der Reise nach Ägypten, denn der Winter naht und seine Freunde erwarten ihn dort bereits.
Er lässt sich auf einer Statue nieder und erschreckt sich fürchterlich, als diese plötzlich anfängt mit ihm zu reden. Die Statue wird von der Stadt "Der glückliche Prinz" genannt, da sie zu Lebzeiten in einem wunderschönen Palast wohnte, ohne Probleme und Sorgen, doch nun ist der Prinz schrecklich traurig, denn Tag für Tag muss er das Elend in seiner Stadt sehen, so dass er sich fragt, ob er zu Lebzeiten überhaupt ein Herz besessen hat.
Der Prinz bittet die kleine Schwalbe aus seinem Schwert einen Rubin zu picken und ihn einer armen Näherin zu bringen. Der Schwälberich sträubt sich zunächst und doch erfüllt er den Wunsch des Prinzen. In der nächsten Nacht wird der Vogel gebeten das Auge des Prinzen, ein wertvoller Saphir, auszupicken und es einem Schriftsteller zu bringen, der sein Stück vor Kälte nicht beenden kann. Auch das tut er.
In der dritten Nacht soll die Schwalbe das zweite Auge einem Streichholzmädel bringen, dessen Hölzer in die Gosse gefallen sind und welches schrecklich weint, weil ihr Vater es schlagen wird. Der Vogel will es nicht tun, denn die Kälte macht ihm mehr und mehr zu schaffen, doch schließlich kann er dem Prinzen seine Bitte nicht abschlagen.
Die nächste Nacht bittet der Prinz den Vogel über die Stadt zu fliegen und all sein Gold, mit dem sein Körper geschmückt ist den Armen zu geben, damit das Elend ein Ende hat. Die Schwalbe erfüllt den Wunsch mit letzter Kraft und stirbt schließlich vor den Füßen der Statue.
Ich finde diese Geschichte so traurig, weil der Schwälberich anfangs gar keine allzu gute Person ist. Er will den Armen anfangs gar nicht helfen und am Ende bezahlt er mit seinem Tode.
"Die Lebenden glauben immer, dass Gold sie glücklich macht."-Mein Lieblingssatz.
Der ergebene Freund
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Hans ist ein Durchschnittsbürger, nicht besonders hell, aber glücklich und zufrieden betreibt er seinen Garten mit seinen wunderschönen Blumen. Bis er den Müller kennenlernt. Denn der Müller ist ihm ein "wahrer" Freund. Hans bewundert seine Weisheit. Z.B. weiß der Müller, dass man in wahrer Freundschaft auch mal teilen muss - und nimmt sich was er von Hans braucht. Und auch, wenn ein Freund seine Arbeit nicht mehr schaffen kann, dann hilft man ihm, so weiß es der Müller. So hilft Hans seinem Freund, wo er kann und am Ende des Sommers ist seine ganze Ernte verdorben und er hat keine Erlöse, mit denen er sich zu essen für den Winter kaufen kann.
Die Familie des Müllers sitzt im warmen Haus, als der kleine Sohn einmal fragt, warum sie nicht einmal den Hans zu sich einladen könnten. Das gibt Ärger von seinem Vater, der ihn doch gleich fragt, warum er überhaupt Geld für seine Schule ausgeben, wenn er dort eh nichts lerne. Denn es weiß jawohl jeder, dass Neid jede Freundschaft zerstören kann und der Müller möchte Hans dieses Gefühl ersparen.
Als Müllers Sohn von der Leiter fällt, soll Hans des nachts Hilfe holen gehen, doch es ist so stürmisch und der Müller kann Hans unmöglich seine neue Laterne geben, denn er hat ja nur diese eine, so dass Hans sich im Moor verirrt und man in am Tage nur noch Tod findet.
Der Müller ist verzweifelt, er wollte Hans doch noch seinen alten Karren schenken und jetzt, muss er ihn selbst entsorgen und überhaupt hat er ja so viel für Hans getan, so dass er letzten Endes zu dem Schluss kommt, dass wahre Freundschaft nur enttäuscht wird.
Die Nachtigall und die Rose
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Ein überaus kluger Student ist schrecklich verliebt, doch seine Angebetete fordert eine rote Rose von ihm, doch in seinem Garten blüht nicht eine einzige Rose. Er ist sehr verzweifelt, denn ohne Rose wird die Frau seinen Lebens auf dem Ball des Prinzen nicht mit ihm tanzen.
Eine Nachtigall hört von seinem Unglück und als sie erkennt, dass er der treue Liebhaber ist, von dem sie Nacht für Nacht singt, will sie ihm helfen. So fliegt sie fort. Der erste Rosenstrauch, den sie sieht, hat nur weiße Rosen, doch er schickt sie zu einem Anderen. Dieser besitzt nur sonnengelbe Rosen. Erst der dritte Strauch hat rote Rosen, doch er wird den ganzen Sommer keine Rosen tragen, denn der Frost hat seine Adern erstarren lassen.
Die Nachtigall ist verzweifelt, denn die einzige Möglichkeit eine Rose von diesem Strauch zu erhalten, ist sie aus ihrem eigenen Herzblut zu bilden. Schließlich opfert sie sich, denn die Liebe ist etwas kostbares, für das es sich zu sterben lohnt.
Der Student ist überglücklich, als er am nächsten Morgen eine Rose in seinem Garten entdeckt. Er eilt zu seiner Dame, doch diese hat es sich anders überlegt. Der Neffe des Kammerherrn hat ihr Juwelen geschenkt und sie meint, dass Juwelen wohl eindeutig mehr wert sind als Blumen.
Der Student kehrt betrübt zurück und wendet sich von nun an wieder seinen Büchern zu, da Liebe ihm vollkommen unnütz und unpraktisch scheint und in dieser Welt nun einmal nur das Praktische zählt.
Schön, oder? Ich hoffe, ihr versteht jetzt, dass ich am Anfang gemeint habe, man könne viel von diesen Märchen lernen. Das sind Märchen für Erwachsene und für Kinder, wie sie tausendfach in unserer Welt passieren.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-19 08:38:00 mit dem Titel Oscar Wilde: Der glückliche Prinz
Ich möchte heute über "Der glückliche Prinz und andere Märchen" von Oscar Wilde schreiben, weil ich mich in den letzten Monaten außerordentlich damit beschäftigt habe. Ich habe das Buch nicht nur gelesen, sondern auch 3 dieser Märchen mit unserer Theatergruppe aufgeführt. Ich finde diese Märchen einfach wunderschön, denn obwohl sie meist sehr traurig ausgehen, kann man sehr viel von ihnen lernen.
Das Buch besteht insgesamt aus 5 Märchen, von denen ich drei hier erzählen möchte. Also lehnt euch zurück und entspannt euch.
Es war einmal...
Der glückliche Prinz
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Es ist Nacht und eine kleine Schwalbe sucht nach einem Quartier. Sie ist auf der Reise nach Ägypten, denn der Winter naht und seine Freunde erwarten ihn dort bereits.
Er lässt sich auf einer Statue nieder und erschreckt sich fürchterlich, als diese plötzlich anfängt mit ihm zu reden. Die Statue wird von der Stadt "Der glückliche Prinz" genannt, da sie zu Lebzeiten in einem wunderschönen Palast wohnte, ohne Probleme und Sorgen, doch nun ist der Prinz schrecklich traurig, denn Tag für Tag muss er das Elend in seiner Stadt sehen, so dass er sich fragt, ob er zu Lebzeiten überhaupt ein Herz besessen hat.
Der Prinz bittet die kleine Schwalbe aus seinem Schwert einen Rubin zu picken und ihn einer armen Näherin zu bringen. Der Schwälberich sträubt sich zunächst und doch erfüllt er den Wunsch des Prinzen. In der nächsten Nacht wird der Vogel gebeten das Auge des Prinzen, ein wertvoller Saphir, auszupicken und es einem Schriftsteller zu bringen, der sein Stück vor Kälte nicht beenden kann. Auch das tut er.
In der dritten Nacht soll die Schwalbe das zweite Auge einem Streichholzmädel bringen, dessen Hölzer in die Gosse gefallen sind und welches schrecklich weint, weil ihr Vater es schlagen wird. Der Vogel will es nicht tun, denn die Kälte macht ihm mehr und mehr zu schaffen, doch schließlich kann er dem Prinzen seine Bitte nicht abschlagen.
Die nächste Nacht bittet der Prinz den Vogel über die Stadt zu fliegen und all sein Gold, mit dem sein Körper geschmückt ist den Armen zu geben, damit das Elend ein Ende hat. Die Schwalbe erfüllt den Wunsch mit letzter Kraft und stirbt schließlich vor den Füßen der Statue.
Ich finde diese Geschichte so traurig, weil der Schwälberich anfangs gar keine allzu gute Person ist. Er will den Armen anfangs gar nicht helfen und am Ende bezahlt er mit seinem Tode.
"Die Lebenden glauben immer, dass Gold sie glücklich macht."-Mein Lieblingssatz.
Der ergebene Freund
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Hans ist ein Durchschnittsbürger, nicht besonders hell, aber glücklich und zufrieden betreibt er seinen Garten mit seinen wunderschönen Blumen. Bis er den Müller kennenlernt. Denn der Müller ist ihm ein "wahrer" Freund. Hans bewundert seine Weisheit. Z.B. weiß der Müller, dass man in wahrer Freundschaft auch mal teilen muss - und nimmt sich was er von Hans braucht. Und auch, wenn ein Freund seine Arbeit nicht mehr schaffen kann, dann hilft man ihm, so weiß es der Müller. So hilft Hans seinem Freund, wo er kann und am Ende des Sommers ist seine ganze Ernte verdorben und er hat keine Erlöse, mit denen er sich zu essen für den Winter kaufen kann.
Die Familie des Müllers sitzt im warmen Haus, als der kleine Sohn einmal fragt, warum sie nicht einmal den Hans zu sich einladen könnten. Das gibt Ärger von seinem Vater, der ihn doch gleich fragt, warum er überhaupt Geld für seine Schule ausgeben, wenn er dort eh nichts lerne. Denn es weiß jawohl jeder, dass Neid jede Freundschaft zerstören kann und der Müller möchte Hans dieses Gefühl ersparen.
Als Müllers Sohn von der Leiter fällt, soll Hans des nachts Hilfe holen gehen, doch es ist so stürmisch und der Müller kann Hans unmöglich seine neue Laterne geben, denn er hat ja nur diese eine, so dass Hans sich im Moor verirrt und man in am Tage nur noch Tod findet.
Der Müller ist verzweifelt, er wollte Hans doch noch seinen alten Karren schenken und jetzt, muss er ihn selbst entsorgen und überhaupt hat er ja so viel für Hans getan, so dass er letzten Endes zu dem Schluss kommt, dass wahre Freundschaft nur enttäuscht wird.
Die Nachtigall und die Rose
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Ein überaus kluger Student ist schrecklich verliebt, doch seine Angebetete fordert eine rote Rose von ihm, doch in seinem Garten blüht nicht eine einzige Rose. Er ist sehr verzweifelt, denn ohne Rose wird die Frau seinen Lebens auf dem Ball des Prinzen nicht mit ihm tanzen.
Eine Nachtigall hört von seinem Unglück und als sie erkennt, dass er der treue Liebhaber ist, von dem sie Nacht für Nacht singt, will sie ihm helfen. So fliegt sie fort. Der erste Rosenstrauch, den sie sieht, hat nur weiße Rosen, doch er schickt sie zu einem Anderen. Dieser besitzt nur sonnengelbe Rosen. Erst der dritte Strauch hat rote Rosen, doch er wird den ganzen Sommer keine Rosen tragen, denn der Frost hat seine Adern erstarren lassen.
Die Nachtigall ist verzweifelt, denn die einzige Möglichkeit eine Rose von diesem Strauch zu erhalten, ist sie aus ihrem eigenen Herzblut zu bilden. Schließlich opfert sie sich, denn die Liebe ist etwas kostbares, für das es sich zu sterben lohnt.
Der Student ist überglücklich, als er am nächsten Morgen eine Rose in seinem Garten entdeckt. Er eilt zu seiner Dame, doch diese hat es sich anders überlegt. Der Neffe des Kammerherrn hat ihr Juwelen geschenkt und sie meint, dass Juwelen wohl eindeutig mehr wert sind als Blumen.
Der Student kehrt betrübt zurück und wendet sich von nun an wieder seinen Büchern zu, da Liebe ihm vollkommen unnütz und unpraktisch scheint und in dieser Welt nun einmal nur das Praktische zählt.
Schön, oder? Ich hoffe, ihr versteht jetzt, dass ich am Anfang gemeint habe, man könne viel von diesen Märchen lernen. Das sind Märchen für Erwachsene und für Kinder, wie sie tausendfach in unserer Welt passieren.
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02.07.2002, 17:46 Uhr von Guntram2
Bewertung: sehr hilfreichguter bericht
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