Mehr zu AutorInnen mit W Testbericht

No-product-image
ab 11,52
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(35)
4 Sterne
(7)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(2)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Jakini

Das Lazarus Kind von Robert Mawson

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Nach dem Tod meines Sohnes habe ich viel gelesen, besonder Themen über den Tod, oder aber auch das Koma habe ich regelrecht aufgesogen, denn mein Sohn lag vor seinem Tod vier Stunden im Koma. Da kam es mir gerade Recht, daß es beim Bertelsmann Club, dem ich damals noch angehörte, das Buch: "Das Lazarus Kind" von Robert Mawson günstig zu kaufen gab. Bezahlt hatte ich damals dafür DM 29,90, einen Preis, den dieser Roman durchaus wert ist.

Natürlich war dies ein Roman, doch die Geschichte tat mir irgendwie gut, obwohl sie recht traurig ist, doch sie gab mir auch Hoffnung, und zeigte mir noch einmal, daß vieles so kommt, wie es kommen muß. Und natürlich hat sie auch meinen Glauben bestätigt, was ein Leben nach dem Tod angeht, denn der Autor muß ja auch daran glauben, sonst könnte er nicht so ein Buch schreiben.

In dem Roman geht es darum, daß der zwölf Jahre alte Ben mit seiner kleinen Schwester Frankie und ihrer Freundin gemeinsam zur Schule gehen soll. Doch er hat dazu gar keine Lust, nutzt die Gelegenheit, daß die beiden Mädchen hinter ihm hertrödeln, um eine breite und viel befahrende Straße schnell zu überqueren, da er sich in einem Laden eine Rolle Pfefferminzbonbons zu kaufen will. Die beiden Mädchen folgen ihm aber über die Straße und werde dabei überfahren, die Freundin seiner Schwester ist tot, die Schwester schwer verletzt und im Koma.

Nun handelt der gesamte Roman, darum, wie um das Leben der kleinen Frankie gekämpft wird, die von vielen Ärzten schon aufgegeben wurde, und natürlich auch die Schuldgefühle von Ben, der sich für den Tod der Freudin und das Koma der Schwester verantwortlich fühlt. Die Eltern hatten sich gerade getrennt, was die Situation auch nicht leichter macht.

Da man Frankie eigentlich schon fast aufgegeben hat, wendet die Mutter sich an eine Neurologin, die schon einige Komapatienten wieder zum Leben erweckt hat, doch ihre Methoden werden nicht anerkannt, und es gibt Menschen die sie bekämpfen, ihre Klinik schließen wollen, während sie gerade dabei ist, Frankie zu behandeln. Hierzu wird auch Ben ins Koma versetzt und der Roman erzählt, was er dabei alles erlebt, daß er Frankie sucht und überredet, mit ihr zurück zu kommen, in die irdische Welt... .

Ich wollte zwar eigentlich das Ende nicht verraten, doch es geht alles gut, Frankie erwacht aus dem Koma, muß aber noch viel wieder neu erlernen und ist auch in ihrer Bewegung arg eingschränkt. Insgesamt hatte der Unfall für die Familie auch ein Gutes, die Eltern haben wieder zusammengefunden und blicken mit ihrer Familie zuversichtlich in die Zukunft.

Aus diesem Roman kann man schon eine Menge lernen, denn die Familie macht eine schwere Zeit durch, seelisch, körperlich und auch finaziell, aber gerade dies schweißt sie zusammen. Ich denke, auch im wahren Leben sind Schicksalsschläge dazu da, trotzdem etwas positives zu finden. Natürlich tut mir auch heute noch der Tod meines Sohnes sehr weh und es gibt Momente, in denen vermisse ich ihn so sehr, daß es droht, mich innerlich zu zerreißen. Doch ich sehe das Leben nun von einer anderen Seite, glaube an ein Leben nach dem Tod, sehe meinen Sohn als meinen persönlichen Schutzengel, nicht nur für mich, auch für meine Töchter und das Kleine was gerade in mir wächst. Wer weiß, ob dieses Kind noch bekommen hätte, wenn mein Sohn noch leben würde. Vielleicht wäre auch schon unsere zweite Tochter nicht geboren worden, keine Ahnung. Auf jeden Fall hat dieser Schicksalschlag, so schmerzhaft er auch war, unser Leben auch positiv verändert, und das war vielleicht der Sinn darin.

Auch im Lazaruskind gab es einige positive Veränderung, die Eltern von Frankie und Ben haben wieder zueinander gefunden, die Neurologin konnte ihre Arbeit durchsetzen, unter anderem weil Frankies Mutter mit gekämpft hat, wie eine Löwin. Sie hat sich auf ihr Gefühl, ihre innere Stimmer verlassen, und die wußte genau, Frankie würde es schaffen. Leider wußte ich damals ebenso, daß mein Sohn es nicht schaffen würde, das wollte mir nur leider niemand glauben. Mir hat die Geschichte auf jeden Fall noch einmal deutlich gemacht, daß man auf seine inneren Gefühle hören muß, und dafür kämpfen, denn es hat immer Sinn.

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, da er zu meinen Gefühlen, was den Kampf um meinen Sohn angeht und meinem Glauben, daß es mehr als nur das irdische Leben gibt, paßt. Ich habe mit der Mutter gezittert, für sie gehofft, daß sie ihre Tochter nicht verliert, aber auch manchmal gedacht, daß es vielleicht besser wäre.

Schwer zu lesen ist dieser Roman allerdings, es springt sehr schnell zwischen die Orten, daran muß man sich erst einmal gewöhnen. Beginnt das Buch doch mit dem Unfall, so kommt auf einmal ein anderes Kapitel, in dem es um den Vater und seine Flugfirma geht, in der er nun wohnt, da die Eltern getrennt leben. Wieder zurück zum Unfall, dann zur Mutter nach Hause, die gerade mit jemanden telefoniert und sich darüber unterhält, wie die Kinder die Trennung der Eltern verkraften. Gerade zu Beginn des Buches sind diese Sprünge doch sehr irritierend, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran.

Auf jeden Fall ist der Roman sehr schön und verständlich geschrieben, wenn man mal von den Sprüngen absieht. Er besteht aus 414 Seiten, die ich in drei Tagen gelesen hatte, so sehr hatte mich die Geschichte gefesselt. Von daher kann ich dieses Buch wirklich empfehlen, aber nur Menschen, die den Inhalt der Geschichte nicht für Unsinn halten, denn dies ist nun mal Glaubenssache, und da scheiden sich oftmals die Geister.

(c) AnjaSchröder

15 Bewertungen, 5 Kommentare

  • mima007

    30.05.2002, 14:37 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ganz toll geschriebener Bericht! VLG, mima

  • blauersafir

    29.05.2002, 15:19 Uhr von blauersafir
    Bewertung: sehr hilfreich

    du schreibst aber viele gute und intressante berichte, eigentlich nur! Gruss Blauersafir, schau auch mal bei mir vorbei

  • barbar001

    29.05.2002, 14:32 Uhr von barbar001
    Bewertung: sehr hilfreich

    das Buch hab ich auch - war faszinierend

  • MiNic

    15.03.2002, 08:40 Uhr von MiNic
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das war ein tolles Buch. CU, MiNic

  • *Weserhexe*

    15.03.2002, 08:34 Uhr von *Weserhexe*
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das Buch kenne ich nicht. Aber den Film habe ich schon einige Male gesehen.Die Geschichte ist sehr ergreifend.Liebe Grüße von der Weserhexe