Mehr zum Thema Deutsche Literatur Testbericht

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Erfahrungsbericht von PrinceofLies

Faust der Tragödie erster Teil - Und klassische Werke sind doch nicht veraltet!

Pro:

Weltliteratur mit aktuellen Themen

Kontra:

nicht unbedingt für Anfänger lesbar

Empfehlung:

Nein

Gliederung:
===========
1.Vorwort
2.Autor
3.Inhalt
4.Bedeutende Themen
5.Schreibstil
6.Schwierigkeitsgrad
7.Aktualität
8.Fazit


1.Vorwort
=========
Der Eine oder andere wird noch meinen Beitrag von VDG (Vor Datengau) kennen,allen Anderen will ich kurz erklären wie es kommt,daß ich nun einen Beitrag zu Faust schreibe.
Wie mein Profil verät bin ich ein williger Leser nahezu jeder literarischen Gattung und hierzu zählt eben auch die klassische Literatur.
Goethes Faust kann man als eines der wichtigsten Werke überhaupt nennen und hat auch heute noch so manche Relevanz.
Ich selbst hab das Werk ursprünglich (einschließlich des zweiten Teils) in der Schule gehabt,was heute leider nicht mehr gang und gäbe ist.
Jahre später habe ich es mir auch noch ein zweites Mal durchgelesen,nachdem ich in den Genuß einer mitgefilmten Gründgensaufführung kam und habe erst da den Genuß dieses Werkes herausgefunden.
Warum?
Das will ich euch nun erklären:

2.Autor
=======
Johann Wolfgang von Goehte lebte von 1749 bis 1832.
Damit war er nicht nur ein überdurchschnittlich Alter Mann geworden sondern hat auch so manche historische Begebenheit miterlebt wie die französische Revolution z.B.
Er schrieb zahlreiche Stücke und um die mir gelesenen und gesehenen aufzuzählen "Götz von Berlichingen","Iphigenie auf Tauris","Die Leiden des jungen Werthers""Der König von Thule" und der Erlkönig.

Was Shakespeare für Englang war,waren Goethe und Schiller für Deutschland:
Sie revolutionierten die Sprache und begründeten mit ihrem Sprachgebrauch die heutige Umgangssprache!
Oder wenn ich aus Goethes Götz vom Berlichingen mal zitieren darf als Beispiel:
"Ihm aber sage er,er könne mich im Ars**e le**en!"

3.Inhalt
========
Faust 1 ist die Geschichte eines gealterten Mannes,dessen ruheloser Verstand ihm zwar hohes Ansehen als Gelehrter,nicht aber Zufriedenheit einbrachte.
Im verzweifelten Ringen um unbekanntes Wissen,dem Streben hin zur eigenen Göttlichkeit geht er einen Pakt mit dem Teufel Mephistopheles ein.
Dieser verspricht ihm alle Wunder der Welt zu zeigen,bis Faust sagt dieser Augenblick,diese Möglichkeit zu leben sei ihm genug.
Goethe hat hier sein Lebenswerk geschaffen und in Folge des Umfangs wurde dies in zwei separaten Stücken bewerkstelligt.
In diesem ersten Teil erfahren wir wie Mephistopheles ihn verjüngt,ihm die diversen Tiefen des Lebens im Mittelalter zeigt und ihm hilft die Jungfrau Gretchen zu verführen.
Diese wird schwanger und kommt damit ins Gerede der Leute,was ihre Tragödie auslöst wodurch nach und nach das Leben ihres Bruders,ihres Kindes und schließlich auch ihr eigenes beendet.

4.Bedeutende Themen
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Das Bekannteste und mit bedeutendste Thema des Stücks ist die Frage nach Religion und Glauben an sich,also die sogenannte Gretchenfrage.
So bezeichnet man eine Schlüsselszene in der Faust und Gretchen sich darüber unterhalten ob Faust überhaupt an Gott glaubt.
Betrachtet man Goethes Zeit und die üblichen Strafen für Ungläubigkeit dieser Zeit,so hört man erstaunlich deutliche atheistische Züge heraus.

Ein weiteres Thema ist Klatsch,wie man am Zugrundegehen Gretchens gut sehen kann.
Auch ihre zaghafte Weise sich Faust zu nähern und ihre Angst vor dem allmächtigen "Gerede der Leut" zeigen sehr deutlich auf,daß Klatsch eine der schlimmsten Angewohnheiten der Menschen ist in Goethes Augen.

Das zentrale Thema sowohl dieses als auch des zweiten Teils ist aber das Streben nach Höherem.
Fausts Ruhelosigkeit treibt ihn in den verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel und verursacht damit die Tragödie.
Will Goethe also sagen,man solle auf dem Teppich bleiben?
Mitnichten,schließlich wird Fausts Wesen bereits zu Beginn des Stückes geadelt,als Gott selbst ihn als SEINEN Diener bezeichnet.
Das Streben nach Höherem hat also durchaus höheren Wert,aber es ist ein steiniger Weg.

5.Schreibstil
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Goethe war einer jener wenigen,die die deutsche Sprache revolutionierten und ungewöhnlich modern schrieben.
Dennoch fällt die Gedichtsform des Dramas nicht unbedingt leicht beim Lesen,da heutige weit verbreitete Literatur eben in Prosa geschrieben ist und man diese Form nicht unbedingt gewohnt ist.

6.Schwierigkeitsgrad
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Hat man sich jedoch einmal an den Schreibstil gewöhnt,fällt das Lesen recht leicht,da zwar viel Mythologie in Faust steckt,die man zum Verständnis kennen muss,aber der wirklich schwere Anteil hiervon steht erst in Faust 2.
Hier beschränkt sich die Mythologie nahezu ausschließlich auf die christliche und diese dürfte zumindest Ansatzweise hierzulande bekannt sein.
Die auch aus heutiger Sicht noch relativ moderne Sprache liest sich recht einfach und die Themen dürfte gerade heute jeder kapieren.

7.Aktualität
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Glauben,Klatsch und das Streben nach Höherem,die drei zentralen Themen des ersten Teils.
Sind nicht gerade heute diese Themen aktuell?

Heute gibt es dutzende von verschiedenen Glaubensgemeinschaften,die in einem Land nebeneinander existieren.
Ist da nicht eine solche Frage aktueller als je zuvor?

Klatsch,ein Thema mir so verhasst wie kaum ein Zweites.
Doch in Zeiten,in denen Boulevardblätter spriesen und Fernsehsender ihre Nachrichten auf sogenannte VIP-News (schönen Gruß an Schmiddi und seinen RTL2-Beitrag) beschränken ist doch gerade dieses Thema akut!
Selbst das Zugrundegehen eines Menschens durch die Gier nach Nachrichten und Sensationen ist allzu bekannt!

Oder hat man Di und Dodi schon wieder vergessen?

Das Streben nach Höherem,wo sich ein Land in einer größeren Gemeinschaft einen Platz sucht,Philosophen am Band schreiben und Pisa grüßt?

Gibt es derzeit überhaupt aktuellere Themen?

8.Fazit
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Wie ihr lesen konntet ist Faust 1 ein recht modernes Stück,sowohl in Sprache als auch im Thema.
Gelesen haben sollte es ein jeder,auch wenn man sich schwer tut,denn nicht ohne Grund zählt Goethe zu den bedeutendsten Schriftstellern aller Zeiten.
Und hier erfahrt ihr warum!


Anmerkung:
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30 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Baby1

    06.04.2007, 13:05 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • campimo

    12.02.2007, 12:21 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    (¯`•.¸* SH & LG *¸.•´¯)

  • Zuckermaus29

    03.11.2006, 17:03 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    :o) liebe Grüße Jeanny

  • anonym

    19.04.2003, 16:40 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Faust ist und bleibt DAS deutsche Buch schlechthin.

  • wiesenthal

    27.09.2002, 17:18 Uhr von wiesenthal
    Bewertung: sehr hilfreich

    kein schlechter Beitrag!

  • Thomas24

    30.07.2002, 16:17 Uhr von Thomas24
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Faust ist in meinen Augen das größte, was die deutsche Literatur zu bieten hat, unglaublich sprachgewaltig verfaßt und von universeller Gültigkeit. Gruß an alle. Thomas

  • ClaudiaRetzmann

    25.03.2002, 19:09 Uhr von ClaudiaRetzmann
    Bewertung: sehr hilfreich

    ach ja, das waren noch Zeiten, hab den Faust im Deutsch-LK gelesen, ist nun auch schon zig Jahre her... Deinen Vergleich mit der heutigen Zeit finde ich toll und wenn ich so überlege, Du hast damit auch recht.