Mehr zum Thema Kinder- & Jugendliteratur Testbericht

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Erfahrungsbericht von Schlumpfinchen

Die feuerrote Friederike

Pro:

unterhaltsam, spannend, fantasiereich

Kontra:

keine

Empfehlung:

Nein

Als Kind war ich ein richtiger Lesmuffel, auch in der Schule bereitete mir das Lesen erhebliche Schwierigkeiten wodurch ich die 1. Klasse beinahe hätte wiederholen müssen. Dieses Zustand konnte man jedoch nicht lassen und so bekam ich damals von meiner Urgroßmutter mein erstes Kinderbuch geschenkt. Über das Geschenk war ich Anfangs nicht gerade begeistert, schließlich wurde mir damit ja wieder mal deutlich gemacht das ich dringend mehr lesen muss um mich zu verbessern.

Es ist schon seltsam an wie viele Kleinigkeiten man sich aus seiner Kindheit noch erinnert, wo andere Begebenheiten doch total in Vergessenheit geraten sind. Doch ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, an dem ich das Buch \"Die feuerrote Friederike\" von Christine Nöstlinger zum ersten mal in den Händen hielt. Einerseits verärgert über die Wahl des Geschenks und andererseits neugierig durch die Zeichnung von einem Mädchen mit feuerroten Haaren, das auf dem Buchcover abgebildet war. Da ich schon als kleines Mädchen mit einem gehörigem Dickkopf ausgestattet war, wurde das Buch aus Trotz erst mal zur Seite gestellt und nicht weiter beachtet. Ich weiss nicht mehr genau wie viel Zeit verstrich bis ich es doch wieder hervorzog und zu lesen begann, doch war ich von der Geschichte total begeistert. Und so wurde aus dem Lesemuffel eine Leseratte. Auch heute kann ich mich noch gut an den Inhalt erinnern, obwohl ich es sicherheitshalber doch noch einmal gelesen habe, denn manchmal spielen einem auch die Erinnerungen Streiche - wenn auch nicht in diesem Fall.

DIE FEUERROTE FRIEDERIKE

Die Geschichte beginnt mit der Beschreibung des kleinen Mädchens Friederike und ihren außergewöhnlichen roten Haaren, ebenso ihrer Familie. Friederike wächst nicht bei ihren Eltern auf sondern bei ihrer sehr dicken Tante die liebevoll Annetante genannt wird. Als Haustier haben die beiden eine alte Katze mit dem Namen Kater die sprechen kann, dies jedoch nur sehr selten tut.

Für die Annetante und den Kater ist Frederike ein ganz normales kleines Mädchen, doch von ihren Mitschülern und Nachbarn wird sie wegen ihrer Haare das mehrere Rottöne enthält, nur gehänselt und schikaniert. Sobald das kleine Mädchen auf der Straße zu sehen ist, ist sie von einer Schar Kinder umgeben die rufen: \"Da kommt die feuerrote Friederike! Feuer, Feuer! Auf ihrem Kopf brennt`s! Achtung die rote kommt!\" Manche Kinder zupfen sogar an ihren Haaren, was ihnen besonders viel Freude bereitet.

Friederike hat keine Freunde was ihr großen Kummer bereitet. Eines Tages fragt sie ihre Tante ob sie als Kind denn auch so beschimpft worden sei, schließlich hatte die Annetante doch früher auch mal das gleiche rote Haar. Da erzählte ihr die Tante das sich das bei ihr keiner gewagt hatte, da die roten Haare ganz besondere Haare sind. Wenn sie einen kleinen Spruch flüsterte fangen die Haare zu glühen an, und somit verbrannten sich die Leute wenn sie an ihren Haaren zogen.

Lange Zeit will Friedericke trotz dem Gespotte ihre Haare nicht zum glühen bringen, doch als ihr die Nachbarskinder eines Tages besonders zusetzen murmelte sie den Zauberspruch. Ihre Haare beginnen zu knistern und glühen, die Nachbarskinder erschrecken so sehr das sie sofort die Flucht ergreifen. Nun hatte Friedericke kurze Zeit ihre Ruhe, doch die anderen Kinder wollten sich das natürlich nicht gefallen lassen, schließlich waren sie nun der Auffassung Friederike sei gefährlich und sie müssten sich schützen. So bewaffneten sie sich mit Steinen und Steinschleuder. Nun kam Friederike mit vielen blauen Flecken nach Hause, was die Annetante und Kater wieder beunruhigte. Der Briefträger der als einziger Friederikes Freund ist, begleitete das Mädchen nun täglich zur Schule und wieder zurück um das Mädchen zu schützen.

Als die Ferien begannen blieb das kleine Mädchen zu Hause bei der Annetante und las alles was ihr unter die Augen kam. Sie hätte auch nur zu gerne in dem roten Buch ihrer Tante gelesen, doch dies war leider in einer fremden Sprache geschrieben und selbst die Tante versuchte verzweifelt das Geschriebene zu übersetzen. Jedoch fand Friederike einen Brief am Ende des Buches der an sie gerichtet war. Der Brief stammte von ihrem Vater in dem er ihr schrieb das er leider weg musste und sie nicht mitnehmen konnte da sie einfach noch zu klein gewesen wäre. Ebenso schrieb er das wenn sie nicht glücklich sei, solle sie sich die Annetante und den Kater nehmen und zu ihm kommen, in dem roten Buch steht wie sie zu ihm gelangen könnte.

Leider hat die Tante aber die Sprache verlernt und kann dem kleinen Mädchen somit nicht sagen wie sie zu ihren Eltern kommen kann. Doch sie verrät Friedericke soviel - nämlich das sie durch ihr rotes Haar fliegen könne....

AUTORIN

Christine Nöstlinger wurde am 13. Oktober 1936 in Wien geboren. Sie machte ihr Abitur und wollte eigentlich Malerin werden, studierte jedoch dann Gebrauchsgrafik und übte dies dann auch einige Jahre beruflich aus. Zu einem späteren Zeitpunkt heiratete sie den Journalisten Ernst Nöstlinger und bekam zwei Kinder. Zu Schreiben begann Christine Nöstlinger aus Langeweile heraus, da sie durch ihre Kinder ans Haus gebunden war. 1970 erschien ihr erstes Kinderbuch ?Die feuerrote Friederike? Es sollte nicht bei einem Buch bleiben, Christine Nöstlinger schrieb noch zahlreiche Kinderbücher, die sie teilweise selbst mit kleinen Zeichnungen ausschmückte.

MEINE MEINUNG

Das Kinderbuch wurde von Christine Nöstlinger sehr liebevoll und für Kinder spannend und ereignisreich geschrieben. Jedoch wirkt die Geschichte dadurch keinesfalls überfüllt von plötzlich auftretenden Ereignissen. Die Sätze sind kurz und verständlich geschrieben, so dass ein Kind sich leicht einprägen kann was es denn soeben gelesen hat. Auf jeder Seite sind kleine comicähnliche Zeichnungen abgebildet, die das Gelesene noch unterstreichen und es einem genau vor Augen führen.

Wenn ich mir das Buch heute als Erwachsene betrachte, kann ich wieder mal feststellen das Kinder Dinge ganz anders sehen. Als Kind haben mir die Zeichnungen im Buch sehr gut gefallen, heute bin ich eher der Meinung das es ein liebloses Gekrakel ist. Deswegen hab ich auch meine Töchter danach gefragt, auch sie sind der Meinung das die abgebildeten Bilder nett aussehen, so als wären sie von Kinderhand gezeichnet.

Das dies mein erstes Buch war das ich gelesen hatte, habe ich ja bereits zu Anfang schon erwähnt. Doch warum war ich von dieser Geschichte so angetan? Als ich noch klein war, war ich sehr verschlossen. Mit anderen Kindern zurechtzukommen bereitete mir starke Probleme und manchmal auch ziemlich häufig Kummer. Das Buch änderte da nichts daran, auch wenn einige jetzt sicher dachten das dies jetzt käme. Aber ich glaube mir wurde damals zum ersten mal vor Augen geführt das jeder Mensch für sich etwas besonderes ist, das jeder Mensch nicht in allem gut sein kann. Jedoch auch jeder bestimmte Fähigkeiten und Talente hat.

Kein Buch hatte meine Fantasie damals mehr angeregt. Ich kann mich noch daran erinnern wie ich davon geträumt hatte ebenso fliegen zu können. Oder das sonst irgendetwas ungewöhnliches in meinem Leben passiert. Damals hatte ich mich sogar geweigert zum Friseur zu gehen, schließlich braucht man ja auch langes Haar um fliegen zu können. Meiner Oma war das recht, als ich allerdings meinte ich müsste sie mir auch rot färben lassen, streikte sie. Na ja, das konnte ja noch warten, schließlich würde ich eines Tages groß sein und somit dann mit meinen Haaren tun was ich wollte. Jetzt bin ich Erwachsen und meine Haare sind lang und rot, allerdings aus anderen Gründen *g



Ich finde diese Geschichte auch heute noch nett, und besonders gut geeignet für Kinder. Sie ist sehr fantasiereich geschrieben und mit einem Stückchen Wahrheit ausgestattet. Ein Buch das Kinder begeistert und auch ebenso Hoffnung und Mut macht. Auch Kinder haben Sorgen und Probleme mit denen sie tagtäglich umgehen müssen, und dies zu schildern gelingt Christine Nöstlinger ausgezeichnet. Besonders empfehlen kann ich es für Kinder mit Kontaktschwierigkeiten oder die anderweitig in Schulen und Kindergärten gehänselt werden.

Das Buch hat 84 Seiten und ist bei www.amazon.de für 5.50 Euro erhältlich. Gebraucht sogar schon ab 2.20 Euro

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