Mehr zum Thema Kinder- & Jugendliteratur Testbericht

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Erfahrungsbericht von jokas-mausi

Plötzlich ist alles anders

Pro:

jugendlicher Schreibstil

Kontra:

wirklich nur was für die Zielgruppe

Empfehlung:

Nein

Titel

\"Plötzlich ist alles anders\" / Blobel, Brigitte


Vorwort

Im zarten Alter von max. 10 oder 11 Jahren (Bin mir da leider nicht mehr so sicher.), erhielt ich zum Geburtstag von einem Freund das 1987 erschienene Buch \"Plötzlich ist alles anders\" geschenkt.

In meinem Beitrag werde ich Euch kurz etwas zur Story erzählen, die Charaktere der Hauptpersonen aus meiner Sicht darstellen, meine Meinung einbringen und Euch erzählen, inwieweit mich das Buch beeinflusst (hatte).


Kommen wir zunächst zu den Charakteren.

Da haben wir zum einen Ada. Sie ist 14 Jahre alt und fühlt sich neben Nadine wie ein hässliches Entlein. Ada ist sicherlich ein durchaus angenehmer Zeitgenosse, doch glaubt sie, das alle Welt nur an Nadine interessiert ist. Manchmal habe ich das Gefühl das Ada nur mit Nadine befreundet ist, weil Nadine scheinbar recht beliebt ist in der Schule.

Und dann wäre da also noch Nadine, ein 15jähriges Mädchen. \"Dank\" einer Ehrenrunde besucht sie zusammen mit ihren besten Freundin Ada die 8. Klasse. Nadine ist genau das Gegenteil von Ada. Laut dem Buch ist sie wohl hübsch und hat wohl eher ihren eigenen Kopf. Die Beschreibung wie Ada Nadine findet ist wirklich schön, doch habe ich das Gefühl, das es Ada hauptsächlich nur um das Äußere von Nadine geht.


Worum es geht erfahrt Ihr an dieser Stelle. Gleichzeitig habe ich meine eigene Meinung mit eingebaut.

Beide Mädchen sind seit ca. 2 Jahren beste Freundinnen. Wobei Adas Eltern von Nadine nicht wirklich begeistert (überzeugt) sind. Dafür sind aber Nadines Eltern der Ansicht, das sich ihre Tochter bei Ada in bester Gesellschaft befindet.

Was mir wirklich gut gefällt an diesem Buch ist die Erzählweise aus der Sicht einer 3. Person- und dennoch erfährt man oft, wie Ada sich gerade fühlt oder was Nadine gerade denkt.

Was mich ein wenig stört ist, das beide Mädchen öfters etwas \"unheimlich\" finden, sei es \"unheimlich toll\" oder \"unheimlich wichtig\". Sicherlich, jeder Mensch hat so seine (Lieblings)Wörter und/oder (Lieblings)Redewendungen die er gerne und oft benutzt- aber noch nie vorher und noch nie danach ist mir das so extrem aufgefallen wie bei \"Plötzlich ist alles anders\".


Nadine und Ada sind also seit wenigen Jahren sehr gut befreundet. Sie haben keine Geheimnisse voreinander und sie lügen auch schon mal um den anderen aus der Patsche zu helfen. Eben eine Mädchenfreundschaft um die ich die beiden früher beneidet habe. Als Ada jedoch krank wird, lernt Nadine einen Jungen kennen- und von da an wird alles anders. Wird die Freundschaft der \"eineiigen Zwillinge\" (So werden die beiden in der Schule genannt.) Nadines Liebe zu Michi überstehen?

Die Freundschaft wird immerhin auf eine harte Probe gestellt, als Nadine sich in Michi verliebt. Nadine erzählt Ada nichts- aus Angst, diese zu verletzen. Doch manchmal ist es besser, wenn man nicht schweigt...

Diese \"Zerreißprobe\" wird in meinen Augen recht gut dargestellt. Ich habe mit beiden Mädchen mitgefühlt- und auch versucht, das Verhalten beider zu verstehen. Gelungen ist mir letzteres jedoch nicht immer.

Eine Frage die mir nach lesen dieses Buches besonders in den Sinn kam: Wieviel ist eine Freundschaft heutzutage noch wert?

An dem Verlauf der Freundschaft (Das was wir in diesem Buch miterleben dürfen.) sind übrigens beide Mädchen Schuld:

Nadine,
weil sie Ada anfangs verschweigt das sie einen Jungen kennen gelernt hat und sogar vor Ada Lügen erfindet, um die Zeit mit Michi statt mit ihrer Freundin zu verbringen.

Und Ada,
weil diese keine Person an Nadines Seite duldet- außer sich selbst, versteht sich. Ada ist nicht nur stark eifersüchtig, sondern auch extrem nachtragend. Denn seit sie von Nadine und MIchi weiß, kann sie ihrer Freundin so gut wie nichts mehr verzeihen. Übrigens, für Ada gibt es klar nur eines: Freundschaft ODER Liebe. Beides gleichzeitig kann in ihren Augen niemals gut gehen.

\"Plötzlich ist alles anders\" ist ein Buch, was ich später meinen Kindern (So denn ich welche haben werden- und diese dann im entsprechenden Alter sind) zum Lesen geben- in der Hoffnung, mit ihnen dann darüber diskutieren zu können- und das sie etwas daraus lernen.

Früher hatte ich das Buch gelesen und fand es einfach nur toll. Mittlerweile lese ich es und überlege zeitgleich was mir der Inhalt fürs Leben mitgibt, was passiert ist und ob es zu verhindern gewesen wäre. Und eine Frage stellte ich mir während des Lesens ziemlich oft: Wie würde ich reagieren?


Wie sehr hatte \"Plötzlich ist alles anders\" mich in meiner Kinderheit geprägt?

Eigentlich recht stark, wenn ich heute so darüber nachdenke. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich meiner damals besten Freundin von der Story erzählt (in einem Brief- wir schrieben uns oft und vor allem lange Briefe). Und dann kam (Wie es bei Kinder so ist.) auch bei uns der Gedanke auf: Ab heute sind wir \"Zwillingsschwestern\". Es war nicht der Begriff der uns prägte, sondern eher der Umgang miteinander. Wir waren wirklich sehr gute Freunde, teilten alle Gedanken und Geheimnisse miteinander. Sie war für mich eine sehr bedeutende Person (Wenn auch diese Art von Freundschaft nur ca. 3 Jahre hielt, danach war zwischendrin Kontaktabbruch, dann mal wieder ca. 1,5 Jahre Freundschaft- und seit dem gar nicht mehr.). Ich sah sie immer als \"Schwester\". Und letztendlich verbindet uns sogar das gleiche Schicksa wie in dem Buch, nur leicht verändert. Es war keine Liebe zu einem Jungen die unsere Freundschaft splittete, sondern eine Freundschaft zu einem anderen Mädchen. Plötzlich war ihr jemand anderes wichtiger.


Was man aus diesem Buch lernen kann?

1. Lügen und Schweigen bringt einen nicht weit.
2. Gibt es einen Menschen in Deinem Leben dem Du bedingungslos vertraust, dann lass die Freundschaft nicht auf Grund irgendeiner Kleinigkeit sterben. Du wirst es sicherlich bereuen.
3. Versuche auch aus für Dich weniger positiven Situationen das beste zu machen.


Sonstiges
Das Buch (Der Untertitel lautet übrigens \"Geschichte einer Mädchenfreundschaft\".) mit seinen 124 Seiten gehört mit Sicherheit nicht zu den dicksten. Jedoch lässt es sich recht zügig lesen- und somit ist man in 1-2 Tagen durch - je nachdem wieviel Zeit man beim Lesen investiert und wie schnell man liest.

Übrigens, ich besitze die Buchversion aus dem Jahre 1987 aus dem Schneider-Verlag. Damals unter der ISBN 3-505-09645-8 zu einem Preis von 10,80 DM im Handel zu erhalten gewesen.

Mittlerweile gibt es aus dem Schneider-Verlag eine neuere Auflage, aus dem Jahre 1999.

Gegenüber der alten Auflage hat sich laut amazon.de einiges verändert: das Cover, Seitenzahl (mittlerweile 139 Seiten), die ISBN ( 3-505-11014-0 ) und sogar der Preis (16,96 DM bzw. 8,67 €).

Übrigens, bei mediantis.de werden zu diesem Buch leicht veränderte Angaben (im Gegensatz zu amazon.de) gemacht: Cover, ISBN und Verlag sind dieselben, Angabe der Seitenzahl bei mediantis: 123 (Wobei ich der Meinung bin, das dies der Wahrheit eher näher kommt. Aber wer weiß schon, wie amazon die Seitenzahlen berechnet *g*.) und das Buch ist hier um genau einen Pfennig billiger zu bekommen, nämlich für 16,95 DM.


Übrigens...

... um den Schluß des Buches mit einem Zitat zu beschreiben: \"Es ist nicht alles Gold was glänzt\", denn das muß Nadine leider feststellen.



veröffentlicht
erstmalig am 05.12.01 auf ciao.de
erstmalig am 08.11.02 auf yopi.de

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-20 22:38:54 mit dem Titel Einfach nur Liebe

Titel
\"Einfach nur Liebe\" / Arold, Marliese



Worum geht es in diesem Buch?
(kurze Zusammenfassung von mir)

Isabell ist mit Jan zusammen- und superglücklich. Thomas ist in Sandra verliebt- und irgendwie scheint der Rest der Welt nur darauf zu warten, dass beide ein Paar werden. Doch Sandra ist sich nicht sicher. Sicherlich, sie mag ihn und sie kann viel mit ihm lachen. Doch wenn sie ihre Empfindungen zu Thomas mit dem vergleicht was Isabell für Jan empfindet, dann kann das doch nicht schon die Liebe sein.

Und erst als Sandra Meike kennen lernt, werden in ihr Gefühle hervorgerufen, die sie zum Nachdenken zwingen. Denn genau das was sie nun empfindet ist das, wo viele behaupten, es handele sich um Liebe.



Meine Sicht der Dinge / Meinung

\"Einfach nur Liebe\" (Untertitel: \"Sandra liebt Meike\") ist das bisher einzige Buch welches ich von der Autorin Marliese Arold kenne. Mit Sicherheit wird es auch dabei bleiben.

Das Buch ist vom Schreibstil her recht einfach gehalten, nichts außergewöhnliches- eben leicht verständlich für die Zielgruppe: alle ab 12 Jahren. Durch die einfache Ausdrucksweise kann es also auch schon mal vorkommen, dass jemand etwas „tierisch laut“ findet. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich solche Worte vor wenigen Jahren selber noch verwendet.

Ich finde es zumindest klasse, dass man bereits Mitte der 90er ein Buch für Kinder und Jugendliche geschrieben hat, welches sich mit (zumindest zu diesem Zeitpunkt) einem doch noch gewagten Thema (nämlich Homosexualität) beschäftigt.

Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hatte ich mir das Buch damals über den Bertelsmann Club bestellt- weil die kurze Buchbeschreibung im Katalog für mich interessant klang.

Gelesen habe ich es schnell, doch mich nicht weiter damit beschäftigt. Jahrelang befand es sich bei meinen anderen Büchern, bis ich es also in diesem Jahr zum Lesen mal wieder hervorkramte.

Noch heute empfinde ich das Buch als nichts besonderes. Stories in dieser Art geschehen täglich auf der Welt sicher mehrere. Außerdem hat mittlerweile ein größerer Teil der Menschheit begriffen, dass Homosexualität nicht ansteckend ist. Und manch einer begreift auch, dass es niemandem weh tut, wenn sich ein Mann in einen Mann oder eine Frau in eine Frau verliebt.

Das gute an dem Buch ist, das es einen ersten kleinen Einblick für Kinder und Jugendliche zum Thema Homosexualität gibt. Doch viel lernen wird hieraus nicht jeder etwas.


Fazit

Der jugendliche Schreibstil vereinfacht das Lesen (gerade für die Zielgruppe). Die Story ist zwar so gesehen „mal“ interessant, dürfte aber öfter im wahren Leben passieren als man im Buch den Eindruck davon erhält. Und das sich jemand seiner Gefühle zu einem Menschen nicht sicher ist, plötzlich einem anderen Menschen begegnet und sich mit der Zeit eingestehen muss „Genau das ist es.“, das ist auch nichts außergewöhnliches.

Hilfreich ist es aber dennoch sicherlich für Jugendliche die Vorurteile (warum auch immer) gegenüber Homosexuellen haben. Man merkt das Sandra sich allein gelassen fühlt, anfangs weder getraut sich einzustehen, das sie für Meike etwas empfindet, noch später den Mut findet, ihren Freunden von ihrer neuen Liebe zu erzählen. Vielleicht wird manchen nach diesem Buch dann doch bewusst, das auch Gefühle zu einer Person gleichen Geschlechtes etwas \"tierisch\" normales ist. Und das Homosexuelle ja auch \"nur\" Menschen sind, sollte selbst dem letzten Zweifler hier bewusst werden.

Das Buch dient weder mit Humor noch mit Spannung, es ist auch nicht anspruchsvoll und von Romantik kann man in diesen etwas über 150 Seiten auch nichts finden. Womit es aber dienen kann ist eine Geschichte in der ein junges Mädchen zu sich selber findet.


aktueller Preis bei amazon.de: 6,90 €


veröffentlicht
erstmalig am 02.10.02 auf ciao.de
erstmalig am 20.11.02 auf yopi.de

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