Mehr zum Thema Kinder- & Jugendliteratur Testbericht

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Erfahrungsbericht von rsdcberlin

Blauvogel spannendes Jugendbuch

Pro:

Spannend und preiswert

Kontra:

Ihre Kinder werden einige Zeit nicht ansprechbar sein

Empfehlung:

Nein

Liebe Yopi-Mitglieder,

manchmal ist es an der Zeit, seine Kinder mit Geschenken zu beglücken. Handys, Roller und Computerspiele stehen ganz oben auf der Wunschliste unserer Lieben.

Nicht alle Eltern können sich diese Dinge leisten. Ebenso ist der Sinn und Zweck der Wunschartikel mehr als fraglich. Mit Grausen stelle ich immer wieder fest, dass die Kinder immer schlechter lesen, und dass die Fantasie immer mehr schwindet. Wollen sie ihren Kindern wirklich etwas gutes tun, dann schenken sie ihnen einfach mal ein gutes Buch. Beim Preis von 7 - 10 € wird auch kein allzu großes Loch in die Haushaltskasse gerissen.

Gerade die 11 bis 14 jährigen haben viele Flausen im Kopf. Da muss ein Buch dann wenigstens spannend sein. Als ich in Internet stöberte, entdeckte ich die Buchautorin Anna Jürgen. Sie schrieb schon vor Jahren das Buch -Blauvogel-, Wahlsohn der Irokesen

Die Geschichte spielt in Amerika in der Zeit, als es dort noch Indianer gab, die von den englischen und französichen Besetzern verfolgt wurden. Ein englischer Junge wird bei Nacht und Nebel von einer Gruppe Indianer, von dem Stamm der Irokesen, entführt. Der Junge hat natürlich furchtbare Angst. Er kennt Indianer nur als blutrünstige Rothäute. Er fürchtet um sein Leben. Schnell merkt er aber, dass man ihm nichts böses will. Im Gegenteil, der Häuptling, er hat seinen eigenen Sohn verloren, adoptiert den Jungen. Langsam wird aus ihm ein richtiger Indianerjunge. Anfangs von den anderen Jungen verspottet, wird er später durch eine mutige Tat der Angesehenste.

Das Buch ist aus der Sicht des Jungen geschrieben. Mit allen Gefühlen und Eindrücken, die ein solches Kind hat. Man lernt so die Kultur der Indianer dieser Zeit kennen, mit allen Höhen und Tiefen, im Sommer und Winter. Spannung bis zum Schluss ist garantiert. Auch sehr lustige Passagen gibt es. Auf jeden Fall regt das Buch auch zum Nachdenken an und fördert durch die beispielhaften Erzählungen die Fantasie.

Ich selbst habe das Buch auch in meiner Jugend gelesen. Als ich bei Aldi mal Ahornsirup sah, habe ich mich spontan an das Buch erinnert. Es war die Lieblingsspeise der Indianer und des Jungen. Der Geschmack des Sirups wurde so plastisch beschrieben, dass mir schon damals das Wasser im Munde zusammenlief. Jedenfalls habe ich mir nur durch die Beschreibung den Sirup gekauft und wurde auch nicht enttäuscht. Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass mir dieses Buch eine angenehme, anhaltende Erinnerung gebracht hat.

Zwischenzeitlich lief im Kinderkanal eine Serie zu dem Buch. Ich muss aber sagen, dass ich maßlos enttäuscht von der Serie war. Der Inhalt wurde stark verändert und man erlebte die Geschichte nicht mehr aus der Sicht des Jungen, sondern als Außenstehender. Das aber nahm die ganze Spannung. Eine frühere Verfilmung, vor kurzem im Fernsehen gesendet, kam da der Sache schon näher.

Fazit: Das Buch ist allen Kindern, Jungen und Mädchen gleichermaßen, ab ca 11 Jahren, zu empfehlen. Wenn ihre Kinder dann nachts heimlich im Bett lesen, anstatt sich mit dem Compi zu beschäftigen, dann werden sie mir Recht geben. Euer rsdcberlin

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