Erfahrungsbericht von Ray13177
Nicht als Arbeitgeber zu Empfehlen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Es begann Mitte Mai, als ich mich im Internet bei der Allianz beworben habe. Es verging etwas Zeit und Anfang Juni 2001 meldete sich dann plötzlich jemand von der Vereinten Krankenversicherung (eine Tochter der Allianz) um mit mir ein Vorstellungsgespräch zu vereinbaren. Insgesamt haben wir zwei Gespräche geführt. Das erste Gespräch war mit meinem (dann) unmittelbaren Vorgesetzten, welcher mir zusicherte, dass ein Festeinkommen, sowie ein größerer Kundenbestand bei Beginn der Tätigkeit für mich vorgesehen ist. Zudem sagte er mir, dass bei der Vereinten Krankenversicherung nur Selbständige nach § 84 HGB beschäftigt sind. Ich erwiderte, dass ich eine Familie alleine ernähren müsste und ich einen sicheren Arbeitsplatz benötige. Daraufhin antwortete er (wie auch später der Bezirksdirektor der Vereinten Krankenversicherung, im zweiten Gespräch), dass die Vereinte Krankenversicherung niemals jemanden aus dem Angestelltenverhältnis „herausreißen“, ihn in die Selbständigkeit drängen und ihn dann wieder auf die Straße setzen würde. Also kam es zum Folgegespräch mit dem Bezirksdirektor, wie oben schon beschrieben.
Das Gespräch verlief wirklich gut und es wurde mir viel versprochen, aber leider nur mündlich. Der Bezirksdirektor fragte mich, ob es wohl auch eine Möglichkeit gäbe, bereits ab dem 01.Juli 2001 meine Tätigkeit zu beginnen, da der vorhergehende Betreuer zum 30.Juni 2001 ausscheiden würde. (Dies konnte ich auch erreichen). Bei der Vertragsunterzeichnung (ein Vertrag mit ca. 100 Seiten) kam dann plötzlich zur Sprache, dass ich als Voraussetzung für die Einstellung doch bitte auch ein eigenes Büro eröffnen sollte, da ich ja nicht konzentriert von zu Hause aus arbeiten könnte, da die Kinder mich von der Arbeit ablenken würden. Nach etwas verhandeln, konnte ich auch da (so meinte ich für den ersten Moment, was sich aber bald als ein Irrtum herausstellte) einen guten Kompromiss finden. Mir wurde, wiederum nur mündlich, zugesichert, dass ein Bürokostenzuschuss, sowie für die Einrichtung des Büros, die Hälfte erstattet werden würde. Also willigte ich ein.
Zum 01.August 2001 nahm ich mir dann ein Büro in Rosenheim, welches monatlich 800,-- DM Miete kostete. 500,-- DM erhielt darauf hin von der Vereinten Krankenversicherung. Allerdings nur bis Ende des Jahres 2001.
Ich wurde damals als Kundenbetreuer von der Vereinten Krankenversicherung eingestellt und habe den Bestand meines Vorgängers übernommen, welcher mir ja für den Beginn der Tätigkeit zugesagt wurde. Die Zeit verging und es wurde Mitte Oktober, bis ich meinen Bestand erhielt. Dieser Bestand war zu 70 % mit Personen über das 55. Lebensjahr hinaus bestückt, wo kein Neugeschäft mehr möglich war. Noch dazu war ich während der Zeit von Juli bis Oktober auf mich alleine gestellt, da ich den sog. Kundenbestand nicht erhalten habe. Hinzu kommt, dass während der Zeit meiner Tätigkeit mehrere Schulungsblöcke, sowie Tagesschulungen und Dienstreisen absolviert wurden. Dies ging bereits im Juli los, ab dem 02.07.2001 war ich bereits auf dem ersten Seminar in Kulmbach, welches 2 Wochen lang dauerte. Keine Möglichkeit, meiner eigentlichen Tätigkeit nachzugehen. Während dem zweiten Seminar (ebenfalls wieder 2 Wochen in Mühlhausen bei Ulm) konnte ich ebenfalls keine Kundenbesuche machen, da die Entfernung zu groß war. Der dritte 2wöchige Seminarblock war in Donaustauf bei Regensburg (ebenfalls über 200 km von meinem Wohnsitz entfernt) und ein 1wöchiges Seminar in Bad Herrenalb (380 km von zuhause entfernt). Dies sind schon mal 7 Wochen, in welchen ich meiner Tätigkeit nicht nachkommen konnte.
Da meine Familie und ich unseren Urlaub in einem Hotel bzw. Bungalow verbringen, musste natürlich früh gebucht werden. Da ich im Februar 2001 bereits den Urlaub gebucht habe (zum damaligen Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich eine andere Arbeitsstelle antreten würde) war der Urlaub bereits zu 70 % zu erstatten. Mit der Vereinten Krankenversicherung auch abgesprochen, konnte ich diesen Urlaub auch wahrnehmen, da ansonsten 2.000,-- DM einfach weggewesen wären und mir diese von der Vereinten Krankenversicherung nicht erstattet worden wären. Dieser Urlaub war ebenfalls 2 Wochen lang. Zu allem Übel hatte ich dann auch noch eine Schleimbeutelentzündung in beiden Oberarmen, welche mich für 1 ½ Wochen arbeitsunfähig machte. Von der Vereinten Krankenversicherung wurde ich auch noch dazu abgeordnet, mir die Büroführung eines Kollegen über 1 Woche hinweg anzusehen und mitzuhelfen. Außerdem kamen noch ganztägige Dienstreisen und Schulungen in München in der Bezirksdirektion hinzu, welche insgesamt 2 ½ Wochen dauerten, bei welchen eine Produktion von Neukunden ebenfalls nicht möglich war. Dies sind bereits 14 Wochen von 26 Wochen, in welchen ich meiner Tätigkeit nicht nachkommen konnte (Feiertage nicht mitgerechnet). D.h. eigentlich hatte ich weniger als die Hälfte Zeit, dass geforderte Ziel zu erreichen. Hinzu kommt aber noch, dass sich ein Büro nicht in der Nacht finden lässt, und nicht von selbst einräumt. Auch die Leitung des Büros benötigt einen gewissen Zeitaufwand.
Die Einrichtung des Büros kam mich auf ca. 6.500,-- DM, wobei mir von der Vereinten (wie oben bereits geschrieben) die Hälfte zugesichert wurde. Das wären immerhin 3.250,-- DM gewesen. Erhalten habe ich 1.723,-- DM.
Da ich im Laufe der Zeit nur „Klein“-Verträge (Zusatztarife und Sachversicherungen geschrieben habe) sah ich selbst, dass ich von meinem Ziel weit entfernt war. Mein damaliger Organisationsleiter (eigentlich nur für mich zuständig) sagte zu mir, ich brauche mir keine Gedanken zu machen, denn ich bekäme noch eine 3monatige Chance. Doch die Unterstützung, welche man von einem solchen Organisationsleiter eigentlich erwarten sollte, blieb aus. Wenn man ihn telefonisch erreichen wollte, war er nie erreichbar, Geschäft, welches zufällig auf seinem Schreibtisch landete, gab er Mitarbeitern, welche gar nicht in seiner Gruppe waren und wenn man ihn gebraucht hatte, war er nicht da.
Nach der 6monatigen Probezeit (es war der 15.Januar 2002) wäre dann eigentlich eine 3monatige Probezeitverlängerung angefallen. Da aber der Bezirksdirektor, welcher mich damals eingestellt hatte, bereits nicht mehr in München beschäftigt war, und ein neuer Bezirksdirektor, der mich bis zum Zeitpunkt der Probezeitauswertung noch gar nicht kannte, die Beurteilung machte, wurde ich gekündigt. Während des Gesprächs war ein ständiges Grinsen in seinem Gesicht.
Jetzt fordert die Vereinte Krankenversicherung den Zuschuss auch wieder von mir zurück.
Also, ich würde niemanden empfehlen, sich bei einem solchen Unternehmen zu bewerben.
Es waren noch viele weitere Umstände mit dabei, welche ich aber jetzt nicht mehr im einzelnen schildern möchte, da Ihr ja ansonsten den Bericht nicht lest, weil er Euch zu lange erscheint.
Wenn Ihr noch gezielte Angaben haben möchtet, dann schreibt einfach an meine E-Mail-Adresse.
Also, einen schönen Abend noch
Rainer
Das Gespräch verlief wirklich gut und es wurde mir viel versprochen, aber leider nur mündlich. Der Bezirksdirektor fragte mich, ob es wohl auch eine Möglichkeit gäbe, bereits ab dem 01.Juli 2001 meine Tätigkeit zu beginnen, da der vorhergehende Betreuer zum 30.Juni 2001 ausscheiden würde. (Dies konnte ich auch erreichen). Bei der Vertragsunterzeichnung (ein Vertrag mit ca. 100 Seiten) kam dann plötzlich zur Sprache, dass ich als Voraussetzung für die Einstellung doch bitte auch ein eigenes Büro eröffnen sollte, da ich ja nicht konzentriert von zu Hause aus arbeiten könnte, da die Kinder mich von der Arbeit ablenken würden. Nach etwas verhandeln, konnte ich auch da (so meinte ich für den ersten Moment, was sich aber bald als ein Irrtum herausstellte) einen guten Kompromiss finden. Mir wurde, wiederum nur mündlich, zugesichert, dass ein Bürokostenzuschuss, sowie für die Einrichtung des Büros, die Hälfte erstattet werden würde. Also willigte ich ein.
Zum 01.August 2001 nahm ich mir dann ein Büro in Rosenheim, welches monatlich 800,-- DM Miete kostete. 500,-- DM erhielt darauf hin von der Vereinten Krankenversicherung. Allerdings nur bis Ende des Jahres 2001.
Ich wurde damals als Kundenbetreuer von der Vereinten Krankenversicherung eingestellt und habe den Bestand meines Vorgängers übernommen, welcher mir ja für den Beginn der Tätigkeit zugesagt wurde. Die Zeit verging und es wurde Mitte Oktober, bis ich meinen Bestand erhielt. Dieser Bestand war zu 70 % mit Personen über das 55. Lebensjahr hinaus bestückt, wo kein Neugeschäft mehr möglich war. Noch dazu war ich während der Zeit von Juli bis Oktober auf mich alleine gestellt, da ich den sog. Kundenbestand nicht erhalten habe. Hinzu kommt, dass während der Zeit meiner Tätigkeit mehrere Schulungsblöcke, sowie Tagesschulungen und Dienstreisen absolviert wurden. Dies ging bereits im Juli los, ab dem 02.07.2001 war ich bereits auf dem ersten Seminar in Kulmbach, welches 2 Wochen lang dauerte. Keine Möglichkeit, meiner eigentlichen Tätigkeit nachzugehen. Während dem zweiten Seminar (ebenfalls wieder 2 Wochen in Mühlhausen bei Ulm) konnte ich ebenfalls keine Kundenbesuche machen, da die Entfernung zu groß war. Der dritte 2wöchige Seminarblock war in Donaustauf bei Regensburg (ebenfalls über 200 km von meinem Wohnsitz entfernt) und ein 1wöchiges Seminar in Bad Herrenalb (380 km von zuhause entfernt). Dies sind schon mal 7 Wochen, in welchen ich meiner Tätigkeit nicht nachkommen konnte.
Da meine Familie und ich unseren Urlaub in einem Hotel bzw. Bungalow verbringen, musste natürlich früh gebucht werden. Da ich im Februar 2001 bereits den Urlaub gebucht habe (zum damaligen Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich eine andere Arbeitsstelle antreten würde) war der Urlaub bereits zu 70 % zu erstatten. Mit der Vereinten Krankenversicherung auch abgesprochen, konnte ich diesen Urlaub auch wahrnehmen, da ansonsten 2.000,-- DM einfach weggewesen wären und mir diese von der Vereinten Krankenversicherung nicht erstattet worden wären. Dieser Urlaub war ebenfalls 2 Wochen lang. Zu allem Übel hatte ich dann auch noch eine Schleimbeutelentzündung in beiden Oberarmen, welche mich für 1 ½ Wochen arbeitsunfähig machte. Von der Vereinten Krankenversicherung wurde ich auch noch dazu abgeordnet, mir die Büroführung eines Kollegen über 1 Woche hinweg anzusehen und mitzuhelfen. Außerdem kamen noch ganztägige Dienstreisen und Schulungen in München in der Bezirksdirektion hinzu, welche insgesamt 2 ½ Wochen dauerten, bei welchen eine Produktion von Neukunden ebenfalls nicht möglich war. Dies sind bereits 14 Wochen von 26 Wochen, in welchen ich meiner Tätigkeit nicht nachkommen konnte (Feiertage nicht mitgerechnet). D.h. eigentlich hatte ich weniger als die Hälfte Zeit, dass geforderte Ziel zu erreichen. Hinzu kommt aber noch, dass sich ein Büro nicht in der Nacht finden lässt, und nicht von selbst einräumt. Auch die Leitung des Büros benötigt einen gewissen Zeitaufwand.
Die Einrichtung des Büros kam mich auf ca. 6.500,-- DM, wobei mir von der Vereinten (wie oben bereits geschrieben) die Hälfte zugesichert wurde. Das wären immerhin 3.250,-- DM gewesen. Erhalten habe ich 1.723,-- DM.
Da ich im Laufe der Zeit nur „Klein“-Verträge (Zusatztarife und Sachversicherungen geschrieben habe) sah ich selbst, dass ich von meinem Ziel weit entfernt war. Mein damaliger Organisationsleiter (eigentlich nur für mich zuständig) sagte zu mir, ich brauche mir keine Gedanken zu machen, denn ich bekäme noch eine 3monatige Chance. Doch die Unterstützung, welche man von einem solchen Organisationsleiter eigentlich erwarten sollte, blieb aus. Wenn man ihn telefonisch erreichen wollte, war er nie erreichbar, Geschäft, welches zufällig auf seinem Schreibtisch landete, gab er Mitarbeitern, welche gar nicht in seiner Gruppe waren und wenn man ihn gebraucht hatte, war er nicht da.
Nach der 6monatigen Probezeit (es war der 15.Januar 2002) wäre dann eigentlich eine 3monatige Probezeitverlängerung angefallen. Da aber der Bezirksdirektor, welcher mich damals eingestellt hatte, bereits nicht mehr in München beschäftigt war, und ein neuer Bezirksdirektor, der mich bis zum Zeitpunkt der Probezeitauswertung noch gar nicht kannte, die Beurteilung machte, wurde ich gekündigt. Während des Gesprächs war ein ständiges Grinsen in seinem Gesicht.
Jetzt fordert die Vereinte Krankenversicherung den Zuschuss auch wieder von mir zurück.
Also, ich würde niemanden empfehlen, sich bei einem solchen Unternehmen zu bewerben.
Es waren noch viele weitere Umstände mit dabei, welche ich aber jetzt nicht mehr im einzelnen schildern möchte, da Ihr ja ansonsten den Bericht nicht lest, weil er Euch zu lange erscheint.
Wenn Ihr noch gezielte Angaben haben möchtet, dann schreibt einfach an meine E-Mail-Adresse.
Also, einen schönen Abend noch
Rainer
11 Bewertungen, 4 Kommentare
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25.04.2002, 11:49 Uhr von Tomcat01
Bewertung: sehr hilfreichsieht leider häufig so aus!
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05.03.2002, 22:04 Uhr von Angel05
Bewertung: sehr hilfreichTut mir sehr leid für Dich... Viele Grüße! Angel05
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04.03.2002, 23:57 Uhr von InterCeptor
Bewertung: sehr hilfreichHarte Geschichte, ich respektiere es wie du so trocken darüber schreiben kannst :( Mfg Inter
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02.03.2002, 22:01 Uhr von oelfinger
Bewertung: sehr hilfreichDas ist echt hart und nicht gerade sozial. Tut mir leid für Dich.
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