Mehr zum Thema Kreuzfahrten Testbericht



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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Königskind
AIDA - Kreuzfahrt mal ohne Altersdurchschnitt von >65 Jahren!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Es war erst die dritte Woche, die das Clubschiff AIDA in der Karibik weilte. Und wir zwei waren mit dabei, Ende November 1996. Warum? Hier, auf diesem Schiff hatten wir uns während der Jungfernfahrt (nee, nicht Karibik.. Hamburg-Bremerhaven) kennen- und liebengelernt und spontan beschlossen: Hier auf diesem Schiff verbringen wir den ersten gemeinsamen Urlaub. Im Sommer 1996 war das Schiff dann im Mittelmeer unterwegs, wir legten bis Ende des Jahres jeden Pfennig aufeinander, um dann Ende November mit der Condor von Frankfurt aus nach Santo Domingo in der Dominikanischen Republik zu starten. Toll war, daß wir die Koffer schon in Bremen aufgeben konnten, sie wurden in Frankfurt automatisch durchgecheckt und wir sollten sie erst wieder auf dem Schiff vor unserer Kabine wiedersehen. Aber der Reihe nach...
Nicht so dolle war, daß alle Plätze in der Nichtrauchersektion der Boeing 767 besetzt waren, so daß wir zwei Nichtraucher den gesamten Flug unter den Qualmern verbringen mußten.. weia, das war nicht so schön...
Aber tapfer 9 Stunden durchgehalten, den Landeanflug noch mit der eingebauten Bugkamera der Maschine miterlebt und schon waren wir in der DomRep. Die feuchtwarme Luft war nach dem winterkalten Frankfurt wie eine Sauna, aber man gewöhnt sich schnell daran.
Hmm... irgendwas haben wir doch vergessen... klar, in der Maschine wurde gar kein Touristenvisa ausgefüllt... ob wir das jetzt im Flughafengebäude nachholen müssen?? während des stundenlangen Wartens auf die Zoll- und Paßkontrolle?? NIX, PUSTEKUCHEN, direkt vor der Ausstiegstreppe der Condor warteten schon mehrere Busse, die uns direkt zur AIDA bringen sollten. Hiervon schon angenehm überrascht, standen wir 20 Minuten später vor unserem neuen Zuhause für die nächsten 2 Wochen, das uns schon während der Ankunft am Hafen mit seinem großen blauen Auge zuzublinzeln schien.
Das Einchecken an Bord ist gut organisiert, für jedes Deck ist ein eigener Schalter eingerichtet, also auf zur Deck-6-Schlange. Kurze Zeit später bekommen wir unsere Bordkarte, die gleichzeitig als Kabinenschlüssel und Zahlungsmittel an Bord bewährt. Unsere Innenkabine ist bereits vorbereitet, ausgepackt wird später, nun erst einmal das Schiff erforscht. Eigentlich kann man kaum Schiff zur AIDA sagen, sie ist eher der schwimmende Ferienclub, der sich nachts, wenn alles schläft oder feiert, zu neuen Destinationen bewegt. Tagsüber liegt die AIDA dann in einem neuen Hafen oder ankert vor einer schönen Karibikinsel. Den ganzen Tag ist nun Zeit, den Ort zu erkunden, geführte Ausflüge mitzumachen oder einfach nur sich am Strand den Lorenz auf den Pelz brennen zu lassen.
Das Ablegen ist erfolgt, mit einem langen Ton des Schiffstyphons verläßt die AIDA die Dominikanische Republik und macht sich auf den Weg zum ersten Etappenziel, der Insel Dominica. Wir beschließen den Freitag an der AIDA-Bar mit dem berühmten fruchtigen AIDA-Cocktail.
Der nächste Tag ist als Seetag ausgewiesen, die AIDA ist auf dem Weg zu o.g. Insel, heute ist eine gute Gelegenheit, das Schiff richtig kennenzulernen. An Deck findet eine Poolparty statt, mit lustigen Spielen lernt man sich schnell kennen, schön ist, daß eine Animation nur auf sanfte Art erfolgt: Wer dazu keine Lust hat, läßt es eben bleiben und wird auch nicht "von der Liege gezerrt".
Gegen Mittag findet eine Brückenführung statt, bei der man dem Kapitän mal über die Schulter schauen kann und er auch gerne mit uns ins Gespräch kommt. Sozusagen ein Käptn zum Anfassen!
Achja, das Schiffsmotto lautet ja: Wenn Sie uns siezen, dann siezen wir zurück. Und wer uns duzt, na, dann bleiben wir beim Du.. Hier zeigt sich auch eine weitere Besonderheit der AIDA: Alles ist deutschsprachig, alle Gäste, die meisten Bediensteten, sogar die Kabinenmädchen von den Philippinen haben die nötigsten Brocken zur Verständigung drauf.
Wer also keine Fremdsprache beherrscht, der ist hier genau richtig.
Und weitere "alte Zöpfe der Kreuzfahrt" wurden abgeschnitten. Die "Kleidungsordnung" wenn es sie überhaupt gibt, sagt nur aus, die Herren abends eine lange Hose, und bitte nicht mit Badebekleidung in die Restaurants. Ansonsten sportlich-leger, wie man es möchte. Anzug oder gar ein Smoking wirkt auf diesem Schiff absolut "overdressed".
Tischzeiten oder gar Sitzungen?? Gibbet nich.. das Karibik-Restaurant hat von morgens 6:00 Uhr (Early Bird Frühstück) bis gegen Mitternacht fast durchgehend geöffnet, das Buffet wandelt sich von Frühstück über Mittag und Kaffee/Kuchen bis hin zum Abendessen, das durchaus unter einem unterschiedlichen Motto stehen kann.
Auch feste Sitzordnungen gibt es auf der AIDA nicht, man setzt sich dorthin, wo man möchte.
Es gibt 2er, 4er und 8er-Tische, so kann man vom intimen Tete-a-Tete bis hin zur fröhlichen Runde seine Tischpartner wählen. Weiter erwähnenswert sind die kostenfreien Tischgetränke zu den Mahlzeiten, zwei Sorten Tischwein, Bier vom Faß sowie diverse Softdrinks und Säfte bieten jedem Gaumen etwas. Exclusivere Tropfen werden im reservierungspflichtigen MARITIM-Restaurant gegen Zuzahlung serviert, das 5-Gänge-Menü ist aber im Reisepreis enthalten. Die wenigen 80 Sitzplätze im Maritim machen Sinn, denn jeder Gast kann nur einmal pro Woche hier dinieren. So darf jeder mal in den Genuß erlesener Speisen kommen.
Nochn abgeschnittener Zopf?? Bitte.. Trinkgelder fürs Personal gibt es hier auch nicht mehr..(Am Abreisetag stehen diverse Sparschweinchen herum, da kann, wer möchte, aber ohne Verpflichtung) So solls sein und es entfällt das dumme Gefühl von "Wieviel ist denn nun richtig und für wen?" (Auf amerikanischen Schiffen immer eine Hürde für sich)
Abends ist das Bord-Unterhaltungsprogramm hervorzuheben. Zuallererst steht die Show im Theater an, ein zweistöckiges Theater mit über 800 Sitzplätzen, das mancher Kleinstadt als Stadthalle gut zu Gesicht stände.
Modernste Licht-, Laser- und Tontechnik sorgen für atemberaubende Shows der mitreisenden Künstler, über 10.000 Kostüme im Fundus unterstützen bei Programmen, die sich selbst auf 14-tägigen Reisen nicht wiederholen. Und das täglich! Auch die Künstler selbst sind gut ausgesucht, auf deutschen Bühnen gut ausgebildet und nicht auf Playbacks angewiesen, die singen wirklich jeden Abend selbst.
Nach der Show gehts dann an die AIDA-Bar, wo bei leckeren Getränken und interessanten Gesprächen schnell neue Kontakte geknüpft werden können. Hier müssen die Getränke (Bargeldlos mit der Bordkarte) bezahlt werden, die Preise sind aber annehmbar, etwa ein Bier (Radeberger) für DM 3.- oder ein Glas Wein für DM 4.-, Longdrinks wie Wodka Lemon sind für etwa DM 6.- zu erstehen und ein großer tropischer Cocktail gibts ab DM 9.-
An der Konstruktion dieser Bar merkt man wieder das Konzept der AIDA an, die Bar ist in Sternform gebaut. Man hat also immer andere Gäste als Gegenüber und nicht den Markeeper oder einen großen Spiegel. Wer sich nicht total abweisend verhält, lernt schnell neue Bekannte kennen, etwa mit der Frage: Was macht Ihr denn morgen auf Dominica?
Am nächstren Morgen liegt die AIDA vor Dominica, der Name kommt von dem Wochentag der Entdeckung, einem Sonntag. Und wir sind auch an einem Sonntag hier... das paßt doch...
Dominica ist eine wunderschöne grüne Insel mit einer reichen Vegetation und vielen Flüssen, die die Insel durchziehen. Einer hat einmal nachgezählt und für jeden Tag im Jahr einen Flußlauf gefunden. Daher wird hier von den Schiff-Scouts, die für die Landausflüge zuständig sind, unter anderem eine Kanutour angeboten, die so richtig zum Seelebaumeln einlädt, da kaum wilde Wasserbewegungen wie Stromschnellen oder Wirbel vorhanden sind. Man gleitet durch den grünen Urwald und genießt die Flora und Fauna um sich.
Zu schnell ist die Tour vorbei, nach einem kleinen Imbiß mit Getränken wartet das Schiff schon wieder auf uns. Heute abend wird eine italienische Nacht im Theater geboten, passend dazu ist der Speiseplan im Karibik-Restaurant heute abend auch italienisch geprägt und eine reiche Auswahl an leckeren Speisen läßt keinen mit knurrendem Magen aus dem Restaurant gehen. Nach der Italia-Revue, die wie immer live gesungen wird und auch einige kabarettistische Szenen darbietet, entläßt begeisterer Applaus des Zuschauer die Künstler hinter ihren Vorhang. Schön ist, daß auch viele Darbietungen in deutscher Sprache stattfinden, so muß man keine ausgeprägten Fremdsprachenkenntnisse haben, um dem Programm folgen zu können. Im Gegensatz dazu stehen Kreuzfahrten auf amerikanischen Schiffen, bei denen sich Sprachbeiträge wie Comedy oder ähnliches nur geübten Umgangssprachlern erschließen. Seltsam,. wenn der ganze Saal sich vor Lachen auf die Schenkel schlägt und man selbst die Pointe nicht verstanden hat. (natürlich rein sprachlicher Art)
Durch die erholsame Kanutour sind wir auch spät abends noch gut drauf und erklimmen gegen 23:30 Uhr die Treppen zum höchsten Deck der AIDA, auf dem sich die Discothek Arkona-Club befindet. Der Aufzug endet leider eine Etage tiefer, wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wird nach einem kurzen Anruf bei der Rezeption die Treppen hinaufgetragen.
Behindertengerechte Ausstattung ist ein Thema, das sich auf der AIDA erst auf den zweiten Blick erschließt. Für Betroffene ist es aber sehr angenehm, daß ihr Vorwärtsdrang kaum eingeschränkt wird. Spezielle Kabinen mit breiteren Türen und einem angepaßten Sanitärbereich zeigen, daß hier bis zum Ende gedacht wurde und nicht ein "alibimäßiger" Umbau erfolgte. Ein kleiner Nachteil soll der flauschige Teppich in den Gängen sein, der sich unter den Fußsohlen zwar wunderbar anfühlt, aber den Rädern eines Rollstuhls leichte Widerstände entgegensetzt. Wohl dem, der gute Armmuskeln hat. Aber jederzeit sind Hilfen verfügbar.
Eine weitere Beruhigung für einen evt. eintretenden Notfall ist die komplett ausgestattete Krankenstation mit mehreren Krankenzimmern, die sogar über eine Dialysestation verfügt. Aber auch kleinere Verletzungen oder die Nachwirkungen eines zu klangen Sonnenbads werden hier professionell verarztet.
Unser nächster Zielort ist die Insel Anguilla, ein noch nicht vom Tourismus überlaufenes Paradies mit schönen Stränden und viel Natur. Einige wenige Hotels in sehr hochpreisigen Regionen lassen ahnen, daß man hier nur mit einer gut gefüllten Brieftasche oder der limitfreien Kreditkarte urlauben kann. Später lese ich, daß man hier durchaus bekannte Stars aus Rock, Pop und Film antreffen kann.
Hier wollen wir einmal auf eigene Faust die Insel erkunden und fragen an der Schiffsrezeption nach einem Mietwagen. Prompter Service, über Funk wird ein Reiseleiter auf Anguilla von unserem Wunsch in Kenntnis gesetzt. Da das Schiff mangels geeigneter Hafenanlagen vor Anker liegt, bringt uns ein Tenderboot schnell zum Strand, an dem die AIDA-Passagiere mit einem handgemalten Transparent herzlich begrüßt werden. Karibische Klänge einer einheimischen Band lassen das "Barcadi-Feeling" aufkommen. Und hinten winkt schon Henry mit dem Mietwagen.
Interessant die Abwicklung: Der Vermieter hat den Wagen persönlich hergefahren, auf der Motorhaube werden die Papiere ausgefüllt, die Daten aus dem deutschen Führerschein übertragen. Aber das reicht noch nicht, man benötigt eine "Anguilla"-Fahrerlaubnis. Kein Problem, für 6 US-$ wird diese vom Vermieter ausgestellt und ist 3 Monate gültig.
Hübsches Souvenir...
Auf unsere Frage, wo wir den Wagen später abgeben sollen, wird nur auf den Strand gedeutet. Einfach stehen und Schlüssel stecken lassen... Weit würde ein Dieb hier ja auch nicht kommen...
Wichtig ist noch, daß massiv auf den hier herrschenden Linksverkehr (Anguilla ist englisch angehaucht) hingewiesen wird. Nach kleinen Eingewöhnungsproblemem (warum versuche ich beim Schalten immer an der Fensterkurbel zu drehen???) gehts aber munter los, der kleine Suzuki-Jeep bringt uns an einen wunderschönen Strand im Norden, an dem wir wohl die einzigen AIDA-Gäste (von 800) sind. Das kann man immer sehr gut an den blauweißen Strandlaken sehen, die auf dem Schiff ausgegeben werden. Eine kleine Strandbar bietet leckere Drinks und dem Fahrer auch etwas Antialkoholisches...
Nicht so dolle war, daß alle Plätze in der Nichtrauchersektion der Boeing 767 besetzt waren, so daß wir zwei Nichtraucher den gesamten Flug unter den Qualmern verbringen mußten.. weia, das war nicht so schön...
Aber tapfer 9 Stunden durchgehalten, den Landeanflug noch mit der eingebauten Bugkamera der Maschine miterlebt und schon waren wir in der DomRep. Die feuchtwarme Luft war nach dem winterkalten Frankfurt wie eine Sauna, aber man gewöhnt sich schnell daran.
Hmm... irgendwas haben wir doch vergessen... klar, in der Maschine wurde gar kein Touristenvisa ausgefüllt... ob wir das jetzt im Flughafengebäude nachholen müssen?? während des stundenlangen Wartens auf die Zoll- und Paßkontrolle?? NIX, PUSTEKUCHEN, direkt vor der Ausstiegstreppe der Condor warteten schon mehrere Busse, die uns direkt zur AIDA bringen sollten. Hiervon schon angenehm überrascht, standen wir 20 Minuten später vor unserem neuen Zuhause für die nächsten 2 Wochen, das uns schon während der Ankunft am Hafen mit seinem großen blauen Auge zuzublinzeln schien.
Das Einchecken an Bord ist gut organisiert, für jedes Deck ist ein eigener Schalter eingerichtet, also auf zur Deck-6-Schlange. Kurze Zeit später bekommen wir unsere Bordkarte, die gleichzeitig als Kabinenschlüssel und Zahlungsmittel an Bord bewährt. Unsere Innenkabine ist bereits vorbereitet, ausgepackt wird später, nun erst einmal das Schiff erforscht. Eigentlich kann man kaum Schiff zur AIDA sagen, sie ist eher der schwimmende Ferienclub, der sich nachts, wenn alles schläft oder feiert, zu neuen Destinationen bewegt. Tagsüber liegt die AIDA dann in einem neuen Hafen oder ankert vor einer schönen Karibikinsel. Den ganzen Tag ist nun Zeit, den Ort zu erkunden, geführte Ausflüge mitzumachen oder einfach nur sich am Strand den Lorenz auf den Pelz brennen zu lassen.
Das Ablegen ist erfolgt, mit einem langen Ton des Schiffstyphons verläßt die AIDA die Dominikanische Republik und macht sich auf den Weg zum ersten Etappenziel, der Insel Dominica. Wir beschließen den Freitag an der AIDA-Bar mit dem berühmten fruchtigen AIDA-Cocktail.
Der nächste Tag ist als Seetag ausgewiesen, die AIDA ist auf dem Weg zu o.g. Insel, heute ist eine gute Gelegenheit, das Schiff richtig kennenzulernen. An Deck findet eine Poolparty statt, mit lustigen Spielen lernt man sich schnell kennen, schön ist, daß eine Animation nur auf sanfte Art erfolgt: Wer dazu keine Lust hat, läßt es eben bleiben und wird auch nicht "von der Liege gezerrt".
Gegen Mittag findet eine Brückenführung statt, bei der man dem Kapitän mal über die Schulter schauen kann und er auch gerne mit uns ins Gespräch kommt. Sozusagen ein Käptn zum Anfassen!
Achja, das Schiffsmotto lautet ja: Wenn Sie uns siezen, dann siezen wir zurück. Und wer uns duzt, na, dann bleiben wir beim Du.. Hier zeigt sich auch eine weitere Besonderheit der AIDA: Alles ist deutschsprachig, alle Gäste, die meisten Bediensteten, sogar die Kabinenmädchen von den Philippinen haben die nötigsten Brocken zur Verständigung drauf.
Wer also keine Fremdsprache beherrscht, der ist hier genau richtig.
Und weitere "alte Zöpfe der Kreuzfahrt" wurden abgeschnitten. Die "Kleidungsordnung" wenn es sie überhaupt gibt, sagt nur aus, die Herren abends eine lange Hose, und bitte nicht mit Badebekleidung in die Restaurants. Ansonsten sportlich-leger, wie man es möchte. Anzug oder gar ein Smoking wirkt auf diesem Schiff absolut "overdressed".
Tischzeiten oder gar Sitzungen?? Gibbet nich.. das Karibik-Restaurant hat von morgens 6:00 Uhr (Early Bird Frühstück) bis gegen Mitternacht fast durchgehend geöffnet, das Buffet wandelt sich von Frühstück über Mittag und Kaffee/Kuchen bis hin zum Abendessen, das durchaus unter einem unterschiedlichen Motto stehen kann.
Auch feste Sitzordnungen gibt es auf der AIDA nicht, man setzt sich dorthin, wo man möchte.
Es gibt 2er, 4er und 8er-Tische, so kann man vom intimen Tete-a-Tete bis hin zur fröhlichen Runde seine Tischpartner wählen. Weiter erwähnenswert sind die kostenfreien Tischgetränke zu den Mahlzeiten, zwei Sorten Tischwein, Bier vom Faß sowie diverse Softdrinks und Säfte bieten jedem Gaumen etwas. Exclusivere Tropfen werden im reservierungspflichtigen MARITIM-Restaurant gegen Zuzahlung serviert, das 5-Gänge-Menü ist aber im Reisepreis enthalten. Die wenigen 80 Sitzplätze im Maritim machen Sinn, denn jeder Gast kann nur einmal pro Woche hier dinieren. So darf jeder mal in den Genuß erlesener Speisen kommen.
Nochn abgeschnittener Zopf?? Bitte.. Trinkgelder fürs Personal gibt es hier auch nicht mehr..(Am Abreisetag stehen diverse Sparschweinchen herum, da kann, wer möchte, aber ohne Verpflichtung) So solls sein und es entfällt das dumme Gefühl von "Wieviel ist denn nun richtig und für wen?" (Auf amerikanischen Schiffen immer eine Hürde für sich)
Abends ist das Bord-Unterhaltungsprogramm hervorzuheben. Zuallererst steht die Show im Theater an, ein zweistöckiges Theater mit über 800 Sitzplätzen, das mancher Kleinstadt als Stadthalle gut zu Gesicht stände.
Modernste Licht-, Laser- und Tontechnik sorgen für atemberaubende Shows der mitreisenden Künstler, über 10.000 Kostüme im Fundus unterstützen bei Programmen, die sich selbst auf 14-tägigen Reisen nicht wiederholen. Und das täglich! Auch die Künstler selbst sind gut ausgesucht, auf deutschen Bühnen gut ausgebildet und nicht auf Playbacks angewiesen, die singen wirklich jeden Abend selbst.
Nach der Show gehts dann an die AIDA-Bar, wo bei leckeren Getränken und interessanten Gesprächen schnell neue Kontakte geknüpft werden können. Hier müssen die Getränke (Bargeldlos mit der Bordkarte) bezahlt werden, die Preise sind aber annehmbar, etwa ein Bier (Radeberger) für DM 3.- oder ein Glas Wein für DM 4.-, Longdrinks wie Wodka Lemon sind für etwa DM 6.- zu erstehen und ein großer tropischer Cocktail gibts ab DM 9.-
An der Konstruktion dieser Bar merkt man wieder das Konzept der AIDA an, die Bar ist in Sternform gebaut. Man hat also immer andere Gäste als Gegenüber und nicht den Markeeper oder einen großen Spiegel. Wer sich nicht total abweisend verhält, lernt schnell neue Bekannte kennen, etwa mit der Frage: Was macht Ihr denn morgen auf Dominica?
Am nächstren Morgen liegt die AIDA vor Dominica, der Name kommt von dem Wochentag der Entdeckung, einem Sonntag. Und wir sind auch an einem Sonntag hier... das paßt doch...
Dominica ist eine wunderschöne grüne Insel mit einer reichen Vegetation und vielen Flüssen, die die Insel durchziehen. Einer hat einmal nachgezählt und für jeden Tag im Jahr einen Flußlauf gefunden. Daher wird hier von den Schiff-Scouts, die für die Landausflüge zuständig sind, unter anderem eine Kanutour angeboten, die so richtig zum Seelebaumeln einlädt, da kaum wilde Wasserbewegungen wie Stromschnellen oder Wirbel vorhanden sind. Man gleitet durch den grünen Urwald und genießt die Flora und Fauna um sich.
Zu schnell ist die Tour vorbei, nach einem kleinen Imbiß mit Getränken wartet das Schiff schon wieder auf uns. Heute abend wird eine italienische Nacht im Theater geboten, passend dazu ist der Speiseplan im Karibik-Restaurant heute abend auch italienisch geprägt und eine reiche Auswahl an leckeren Speisen läßt keinen mit knurrendem Magen aus dem Restaurant gehen. Nach der Italia-Revue, die wie immer live gesungen wird und auch einige kabarettistische Szenen darbietet, entläßt begeisterer Applaus des Zuschauer die Künstler hinter ihren Vorhang. Schön ist, daß auch viele Darbietungen in deutscher Sprache stattfinden, so muß man keine ausgeprägten Fremdsprachenkenntnisse haben, um dem Programm folgen zu können. Im Gegensatz dazu stehen Kreuzfahrten auf amerikanischen Schiffen, bei denen sich Sprachbeiträge wie Comedy oder ähnliches nur geübten Umgangssprachlern erschließen. Seltsam,. wenn der ganze Saal sich vor Lachen auf die Schenkel schlägt und man selbst die Pointe nicht verstanden hat. (natürlich rein sprachlicher Art)
Durch die erholsame Kanutour sind wir auch spät abends noch gut drauf und erklimmen gegen 23:30 Uhr die Treppen zum höchsten Deck der AIDA, auf dem sich die Discothek Arkona-Club befindet. Der Aufzug endet leider eine Etage tiefer, wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wird nach einem kurzen Anruf bei der Rezeption die Treppen hinaufgetragen.
Behindertengerechte Ausstattung ist ein Thema, das sich auf der AIDA erst auf den zweiten Blick erschließt. Für Betroffene ist es aber sehr angenehm, daß ihr Vorwärtsdrang kaum eingeschränkt wird. Spezielle Kabinen mit breiteren Türen und einem angepaßten Sanitärbereich zeigen, daß hier bis zum Ende gedacht wurde und nicht ein "alibimäßiger" Umbau erfolgte. Ein kleiner Nachteil soll der flauschige Teppich in den Gängen sein, der sich unter den Fußsohlen zwar wunderbar anfühlt, aber den Rädern eines Rollstuhls leichte Widerstände entgegensetzt. Wohl dem, der gute Armmuskeln hat. Aber jederzeit sind Hilfen verfügbar.
Eine weitere Beruhigung für einen evt. eintretenden Notfall ist die komplett ausgestattete Krankenstation mit mehreren Krankenzimmern, die sogar über eine Dialysestation verfügt. Aber auch kleinere Verletzungen oder die Nachwirkungen eines zu klangen Sonnenbads werden hier professionell verarztet.
Unser nächster Zielort ist die Insel Anguilla, ein noch nicht vom Tourismus überlaufenes Paradies mit schönen Stränden und viel Natur. Einige wenige Hotels in sehr hochpreisigen Regionen lassen ahnen, daß man hier nur mit einer gut gefüllten Brieftasche oder der limitfreien Kreditkarte urlauben kann. Später lese ich, daß man hier durchaus bekannte Stars aus Rock, Pop und Film antreffen kann.
Hier wollen wir einmal auf eigene Faust die Insel erkunden und fragen an der Schiffsrezeption nach einem Mietwagen. Prompter Service, über Funk wird ein Reiseleiter auf Anguilla von unserem Wunsch in Kenntnis gesetzt. Da das Schiff mangels geeigneter Hafenanlagen vor Anker liegt, bringt uns ein Tenderboot schnell zum Strand, an dem die AIDA-Passagiere mit einem handgemalten Transparent herzlich begrüßt werden. Karibische Klänge einer einheimischen Band lassen das "Barcadi-Feeling" aufkommen. Und hinten winkt schon Henry mit dem Mietwagen.
Interessant die Abwicklung: Der Vermieter hat den Wagen persönlich hergefahren, auf der Motorhaube werden die Papiere ausgefüllt, die Daten aus dem deutschen Führerschein übertragen. Aber das reicht noch nicht, man benötigt eine "Anguilla"-Fahrerlaubnis. Kein Problem, für 6 US-$ wird diese vom Vermieter ausgestellt und ist 3 Monate gültig.
Hübsches Souvenir...
Auf unsere Frage, wo wir den Wagen später abgeben sollen, wird nur auf den Strand gedeutet. Einfach stehen und Schlüssel stecken lassen... Weit würde ein Dieb hier ja auch nicht kommen...
Wichtig ist noch, daß massiv auf den hier herrschenden Linksverkehr (Anguilla ist englisch angehaucht) hingewiesen wird. Nach kleinen Eingewöhnungsproblemem (warum versuche ich beim Schalten immer an der Fensterkurbel zu drehen???) gehts aber munter los, der kleine Suzuki-Jeep bringt uns an einen wunderschönen Strand im Norden, an dem wir wohl die einzigen AIDA-Gäste (von 800) sind. Das kann man immer sehr gut an den blauweißen Strandlaken sehen, die auf dem Schiff ausgegeben werden. Eine kleine Strandbar bietet leckere Drinks und dem Fahrer auch etwas Antialkoholisches...
16 Bewertungen, 4 Kommentare
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22.07.2002, 13:40 Uhr von yester
Bewertung: sehr hilfreichCool würd ich gern auch mal , aber mein Geldbeutel meint geht nicht !
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22.05.2002, 17:48 Uhr von LaMagra
Bewertung: sehr hilfreichkönnts mir nich leisten
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22.05.2002, 17:42 Uhr von Ellwood01
Bewertung: sehr hilfreichich kann mich knutschbaer nur anschließen. toller Beitrag
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22.05.2002, 17:22 Uhr von Knutschbaer
Bewertung: sehr hilfreichsehr ausführlich. Ich wünschte, die Mehrheit der Berichte hätte dieses Niveau hier!
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