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Erfahrungsbericht von TurkishPsycho

"Instinkt" --- Die Gesellschaft als Täter!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

USA 1999 mit Anthony Hopkins, Cuba Gooding Jr.

Dieser Film ein sehr, sehr gutes Werk, das durch zwei sensationell besetzte Hauptrollen die heutige Gesellschaft mit ihren Zwängen, mit ihren Mauern und mit ihren Illusionen, alles kontrollieren und beherrschen zu wollen in atemberaubender Handlung wiedergibt.

Zum Film:
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Der Anthropologe Dr. Ethan Powell (Anthony Hopkins) unternimmt eine Expedition in den Urwald um die Lebensweise von Berggorillas einzustudieren. Er ist so hingerissen von diesen Tieren, dass er sich nicht mehr von ihnen losreißen kann. Er bewundert ihren Zusammenhalt innerhalb der Familie, er bewundert die Loyalität unter ihnen, er bewundert das ganze Leben dieser Gorillas, die ohne Zwänge ganz in ihrer Freiheit leben. Er bemerkt, dass sein bisheriges Leben, geprägt durch den Willen, Karriere zu machen, ein toller Anthropologe zu werden, Geld zu verdienen, Kontakt mit ihm nützlichen Personen zu knüpfen – kurz, ein Leben, das jeder von uns heutzutage, in unserer Gesellschaft lebt, keinen Sinn hat. Er fühlt, wie er mit jedem Tag näher an die Gorillas herankommt und schließlich spürt er, dass ihn die Tiere akzeptieren, er gehört dazu, er fühlt sich in vollkommener Geborgenheit und verspürt ein durchdringendes Glücksgefühl durch diese Nähe und Geborgenheit. Dr. Powell hat endlich seinen Seelenfrieden gefunden. Nach und nach wird er seine zivilisierten Utensilien los und schließlich lebt er genauso wie die Menschen vor tausenden von Jahren, ein Mensch, der von der Tierwelt akzeptiert und beschützt wird.
Dabei vergisst Dr. Powell jedoch in den zwei Jahren, die er unter den Berggorillas verbringt, dass wenige Kilometer weiter eine ganz andere Welt herrscht, eine Welt, die sich zivilisiert nennt, eine Welt, in der Geld das wichtigste zu sein scheint, man muss gut aussehen, man muss immer schön lächeln, vor allem, wenn Vorgesetzte vorbeikommen, man muss Karriere machen, und er vergisst, dass er eine Tochter hat.
Doch diese Realität wird ihm schon bald in bestialischer Art und Weise wieder vor Augen geführt. Gerade haben die Berggorillas Dr. Powell so sehr ins Herz geschlossen, dass sie ihm schon ihre Neugeborenen anvertrauen, da ertönt plötzlich ein Schuss, es sind Männer aufgetaucht, um das Land zu roden und alles zu erschießen, was ihnen im Wege stehen könnte, also in erster Linie die Gorillas. Da erwacht in Dr. Powell das Gefühl, dass seine Familie angegriffen wird, die es zu beschützen gilt. Wie ein Wilder geht der Wissenschaftler auf die Eindringlinge los und erschlägt einen nach dem anderen, doch es sind zu viele, man schafft es ihn zu überwältigen.
Er kehrt in die Gesellschaft, die er so sehr verabscheut zurück, daher spricht er kein Wort mehr und wird als psychisch labil eingestuft, er kommt in ein Gefängnis für Verwirrte.
Dort angekommen wird dem jungen, dynamischen und ehrgeizigen Psychologen Dr. Caulder dessen Fall zugetragen, um ihm zu einem weiten Sprung nach vorn bei seiner jungen Karriere als erfolgreicher Seelenklemptner zu verhelfen. Schon bald bemerkt dieser, dass es weit mehr ist als ein einfacher Fall. Nach und nach gewinnt er das Vertrauen des alten Wissenschaftlers und erfährt immer mehr von seinem unnachahmlichen Leben. Schnell begreift er, dass nicht er es ist, der den alten Mann heilt, sondern dass er vielmehr der Schüler des Wissenschaftlers geworden ist. Er beginnt zu begreifen, wie die Gesellschaft, in der er lebt, aufgebaut ist und langsam versteht er, warum Dr. Powell aus diesem System geflohen ist. Die beiden werden zu Freunden und Dr. Culder schafft es den Anthropologen dazu zu überreden vor Gericht eine Aussage zu machen, denn so würde er frei kommen. Doch der fiese Gefängnisaufseher Dicks, der wohl das böse System symbolisieren soll, wird Dr. Powell am Tage seiner Verhandlung noch einmal dazu gezwungen für seine Familie, in diesem Falle für seine Mitgefangenen, Gewalt anzuwenden. Seine Freiheit scheint verloren, doch so ist es nicht. Durch einen Zufall gelingt ihm die Flucht aus dem Gefängnis, er ist frei, frei von Zwängen, frei von Kontrolle, frei von Vorherrschaft, frei von Mauern, die sich der Mensch selbst schafft...

Meine Meinung:
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Zum einen muss man mit Sicherheit sagen, dass Anthony Hopkins nicht umsonst einer meiner bevorzugtesten Schauspieler ist. Er hat in diesem Film wieder einmal seine unglaubliche Klasse, seine Professionalität, sein Vermögen, sich in die zu spielenden Rollen wie kein anderer hineinzuversetzen mehr als mit atemberaubender Bravour gezeigt. Auch Cuba Gooding Jr. hat bewiesen, dass er einer der großen von morgen sein wird. Es war ein Film, der wie ich finde, sehr gut gezeigt hat, wie unsere Gesellschaft ausschaut. Dieser Film hat in mir Emotionen geweckt, hat mich gefesselt, gerührt, mich aber auch in Zorn versetzt, wenn ich gesehen hab, dass ich selbst Teil dieser Gesellschaft bin und dass der Ausweg fast unmöglich ist, es sei denn man wählt den extremen Schritt des Dr. Powell.
Gerade wegen der aktuellen Situation mit dem Inferno von Erfurt sollten solche Filme eine Botschaft sein. Nicht Oberfläche, nicht Neid, nicht Geld, etc. sollten uns wichtig sein, denn diese Sachen führen früher oder später zu Gewalt, zu Hass, zu unbändiger Wut. Diese Wut nimmt uns Menschen so mit, dass wir nicht mehr klar denken, und uns unseren Gedanken hingeben, das tun, woran wir vielleicht bei Zorn denken, nun aber nicht mehr aufhalten können.
Ich will jetzt nicht predigen oder sonst irgendwas in der Art tun, aber ich will mit diesem Beitrag einfach noch einmal an die Werte erinnern, die uns wirklich wichtig sein sollten, lasst uns unsere Mauern sprengen, uns den Zwängen der Gesellschaft entziehen und aufhören, alles nur kontrollieren und beherrschen zu wollen.

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