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Erfahrungsbericht von gregorthebrain

Wahre Helden sehen anders aus!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Hallo Leute!

Ich weiß, es ist eine halbe Ewigkeit her, dass Ihr zuletzt etwas Neues von mir lesen konntet, aber irgendwie fehlten mir in den letzten Wochen die entscheidenden Gedankensblitze (und auch ein bisschen die Lust, um ehrlich zu sein:-). Doch nachdem ich gestern Abend in dem neuen Kinofilm „Wir waren Helden“ gewesen bin, hat mich heute „die Muse“ geküsst *g*, und da hab ich mir gedacht, wieso nicht mal ne kurze Filmkritik für Ciao, Yopi, Dooyoo und Co. schreiben.

Und all meinen treuen Lesern, die sich immer so auf meine Storys von der Bundeswehr gefreut haben, sei gesagt: Es ist vorbei, ich habe fertig! Endlich? Denn so komisch es klingen mag:
Auch wenn ich während meiner aktiven Zeit als Soldat häufig bereut habe, keinen Kriegsdienstverweigerungs- Antrag gestellt zu haben und die Zivis um ihr vermeintlich schöneres Leben beneidet habe, bin ich letztendlich doch mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge am letzten Tag aus der Kaserne gefahren. Denn irgendwie war es dann doch eine schöne Zeit, die meinen Lebenslauf sicherlich nachhaltig geprägt hat, und von der mir bestimmt ne ganze Menge Erinnerungen im Gedächtnis bleiben werden.

Mag aber gut sein, dass auch etwas an der These dran ist, dass man beim Rückblick auf vergangene Sachen immer nur das Positive sieht und die negativen Seiten irgendwie verdrängt: „Die gute, alte Zeit“, „Damals, da war die Welt noch in Ordnung“
Jaja, wer´s glaubt. Aber trotzdem ist da was dran, die Erfahrung habe ich jetzt schon der öfteren gemacht. Zum Beispiel hätte ich zu meiner Schulzeit jeden für „bekloppt“ erklärt, der mir gesagt hätte, ich würde später mal sehnsüchtig auf „die schönste Zeit meines Lebens“ zurückblicken. Und kaum war ich 3 Tage beim Bund, wurde mir klar, wie Recht meine Lehrer doch hatten.

Naja, wollen wir aber mal nicht zu weit vom Thema abschweifen, und nun endlich zum Film „Wir waren Helden“ kommen.

Was wusste ich über den Film?
Nicht viel. Eigentlich war ich auf der Suche nach „Black Hawk Down“, ein Film, dessen Vorschau ich bei der Premiere von „Star Wars: Episode II“ gesehen hatte. Da ich mich aber nicht mehr genau an den Titel erinnern konnte, machte ich mich auf die Suche nach einem Kriegsfilm mit Helikoptern, auch Hubschrauber genannt *g*. Dabei stieß ich wie durch Zufall auf einen Artikel in der Tageszeitung, in der beide Filme, also „Black Hawk Down“ und „Wir waren Helden“, miteinander verglichen wurden. Daher wusste ich wohl, dass es um den Krieg der Amis in Vietnam geht, in welchem Mel Gibson heldenhaft seine Männer aus einer aussichtslosen Lage befreit. Zudem sollte der Helikopter als „moderne“ Kavallerie in den Mittelpunkt gestellt werden.

Worum geht es in dem Film?
Wie schon geschrieben, geht es um den Krieg der Amis in Vietnam. Zu Beginn des Filmes wird jedoch noch eine Szene aus einem anderen Krieg gezeigt, dem französisch- vietnamesichen. Vietnam war nämlich noch bis nach dem zweiten Weltkrieg eine französische Kolonie, und die Szene zeigt, wie sich die Einheimischen von ihren Besatzern „befreien“. Dabei schlachten sie die Franzosen regelrecht ab, nehmen keine Gefangenen, sondern schießen den wenigen Überleben auch noch ne Kugel in den Kopf. Diese Szene wird später im Film immer als Massaker bezeichnet und soll wohl zeigen, was für starke Kämpfer die Vietnamesen sind.
Es folgt die Einführung der späteren „Kriegshelden“. Es ist das erste Mal, dass in der Kriegsführung Helikopter gezielt eingesetzt werden sollen, und dazu wird natürlich eine neue Einheit aufgestellt, unter der Führung von Colonel Hal Moore, gespielt von Mel Gibson. In dieser neuen Einheit sind zudem viele junge Offiziere, die das Führen ihrer Soldaten erst noch Lernen müssen. Im Vordergrund steht auch das Kennenlernen der Familien dieser Offiziere (Soldaten), besonders der Frauen, welche später noch eine zentrale Rolle in dem Film einnehmen werden.
Dann ist es soweit, es geht nach Vietnam. Dort wurde eine amerikanische Patrouille von einem kleinen Grüppchen Vietnamesen angegriffen, welches sich aber sofort in die Wälder zurückzieht. Es wird beschlossen, diese zu verfolgen, wobei Mel Gibson hier aber schon eine Falle riecht. Trotzdem werden sie zum Einsatz geflogen, und auf einer Wiese in einem Tal abgesetzt. Was sie aber nicht wissen: In dem Berg hat sich eine ganze Division vietnamesischer Soldaten versteckt. Die Schlacht kann beginnen.
Dumm nur für die Amis, dass die Hubschrauber nur ca. 80 Mann pro Flug in das Einsatzgebiet bringen können, so dass die ersten 80 zunächst einmal eine halbe Stunde lang auf sich allein gestellt sind. So fallen bald die ersten tapferen Kämpfer auf Seiten der Amerikaner. Hier kommen dann die Frauen wieder zum Einsatz. Gezeigt wird, wie ein Taxifahrer die Frauen besucht und Briefe austrägt, in welchen die Nachricht vom Tod der Ehemänner steht. Das findet die Frau das Colonel dann doch etwas zu unpersönlich, und so beschließt sie, selber die Briefe den Betroffenen zu übergeben.
Währenddessen wird in Vietnam weiter gekämpft. Neben dem Colonel wird nun noch ein Reporter zur Hauptfigur, der eigentlich nur ein paar Fotos vom Krieg machen wollte. Wie die ganze Sache ausgeht? Wird nicht verraten, auch wenn es sich eigentlich nicht lohnt, den Film anzugucken. Doch all denen, die es doch vorhaben, soll ja nicht die Spannung genommen werden.

Mein Fazit:
Wie Ihr vielleicht schon gesehen habt, ist der Film für mich ein großer Flop. Wieso, weshalb, warum? Hier meine gnadenlose Kritik:
Die Frage, welche doch eigentlich die interessanteste sein sollte, ist, was der Film besonderes zu bieten. Und da fällt mir nicht viel auf, mal abgesehen von einem abermals ziemlich starken Patriotismus der Amerikaner (Pearl Harbor lässt grüßen, obwohl jener Film um Längen besser ist). So sagt ein sterbender Soldat, welcher gerade tödlich verletzt wurde, mit seinem letzen Atem zu dem daneben knienden Kameraden, er sei stolz, für dieses tolle Land gestorben zu sein. Hallo? Wofür ist er denn bitte schön gestorben? Für ein Land, dass in einem anderen Land einen sinnlosen Krieg führt, in dem es eigentlich gar nichts zu suchen hat, würde meine Antwort lauten, aber darüber lässt sich ja bekanntlich streiten. Auf jeden Fall wird auch der Ruf der Vereinigten Staaten als Weltpolizei wieder schön unterstrichen. Man führe den Krieg in Vietnam ja nur, um die dort lebende Bevölkerung vor den bösen Kommunisten zu schützen...
Dass auf einen toten Amerikaner ungefähr 100 tote Vietnamesen kommen, ist da vermutlich eh klar. Schade, dass die Gegenseite nicht auch ein paar Gesichter bekommt. Hier wird nur hin und wieder der stolze Divisionskommandeur gezeigt, und ein-, zweimal ein anderer Soldat, welcher seine Gedanken in Tagebuch niederschreibt, welches nach seinem Tod seiner Frau zugeschickt wird. Dies ist aber bei weitem nicht genug, um sich von dem Gros anderer Kriegsfilme abzuheben. Auch bei den Kampfszenen gibt es kaum etwas, wo man sagen würde, das hat was. Mal abgesehen davon, dass alles ziemlich unrealistisch ist. So scheint Mel Gibson unverletzbar. Während andere sofort erschossen werden, wenn sie ihren Kopf 5 Zentimeter anheben, kann Mel Gibson anscheinen unverletzbar aufrecht umher marschieren.
Auch der Reporter, welcher nie zuvor eine militärische Ausblidung „genossen“ hat, geschweige denn schon mal ein Gewehr in der Hand gehalten hat, schießt plötzlich einen Vietnamesen nach dem anderen ab.
Na gut, ein paar positive Aspekte hatte der Film auch, die ich natürlich nicht unter den Tisch fallen lassen möchte. So gefallen mir persönlich zum Beispiel besonders die Szenen, in welchen die Frau vom Colonel daheim die Todesnachrichten überbringt. Das ist schon traurig. Es sollte jedoch auch zu denken geben, wenn dies das beste an einem Kriegsfilm ist. Dazu kommen noch so einige Szenen, welche mir gut gefallen, da sie mich irgendwie an meine Bundeswehrzeit erinnern. Zum Beispiel, als die Amis nachts auf dem Boden liegen, der Feind schleicht sich an, wird auf Grund der Dunkelheit aber nicht gesehen, obwohl er nur Zentimeter entfernt ist... und dann plötzlich eine Leuchtrakete... kommt mir irgendwie bekannt vor :-).
Unterm Strich aber viel zu wenig, um diesen Film auch nur als mittelmäßig zu bewerten...
Spart Euch den Besuch, und stöbert lieber noch ein klein wenig in meinen Meinungen, da ist Eure Zeit besser angelegt (kleiner Scherz *g*).

Na gut, das soll dann auch für heute gewesen sein. Macht´s gut, und genießt das „tolle“ Sommerwetter!

GregTheBrain