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Erfahrungsbericht von Mattes1203

Berlin is in Germany

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1989 wird der Ost - Berliner Martin Schulz wegen Mordes zu 11 Jahren Haft verurteilt.
Kurz darauf fällt die Mauer. Martin kennt die neue Republik nur aus dem Fernsehen. Nach der Entlassung wird er schon durch klingelnde Handys und Fahrscheinautomaten vor unlösbare Probleme gestellt. Doch das bringt den Mann nicht aus der Ruhe. Nach und nach ordnet er sein Leben. Zwei alte Bekannte helfen ihm bei der Jobsuche. Der Taxischein scheitert allerdings an seiner Vergangenheit. Als Mitarbeiter in einer Sexvideothek gerät er in eine Razzia und wird von der Polizei zur Fahndung ausgeschrieben. Martins so sehnlichst gewünschtes Treffen mit seinem Sohn scheitert an seiner Ex - Frau und deren neuem Partner.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Langsam aber sicher wendet sich alles zum guten.
Der Film ist mehr als ein Krimi: Tragikomödie, Liebesfilm und geschichtliche Abhandlung. Regisseur Hannes Stöhr hat alles geschickt miteinander verwoben. Selbst die kleinste Nebenfigur ist wichtig für die Haupthandlung. Angesiedelt im ehemaligen Ost - Berlin, sind einige Ausschnitte nicht immer erfreulich. Der Film zeigt sowohl gescheiterte Existenzen und deren Flucht in Alkohol und Faschismus als auch, daß aufrechter Gang und Integrität unter widrigen Bedingungen lebbar sind. An Martin wird sehr deutlich gezeigt, welchen Konfrontationen gerade die ostdeutschen Bürger ausgeliefert waren und noch sind.
Hannes Stöhr bewertet nichts, nichts wird weder verurteilt noch entschuldigt. Alles wird so gezeigt, wie es ist. Der Blich wirkt stellenweise distanziert, doch er ist offen und regt zum Nachdenken an.
Übrigens wird Martin Schulz vom „Fahnder“ Jörg Schüttauf mit Bravour dargestellt.

9 Bewertungen