Mehr zum Thema Mythen & Volksliteratur Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von doktor_power
Der Tragödie zweiter Teil...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Dr. Johann Faustus
Hier nun der zweite Teil des Faustberichtes in 2 Teilen...
Heute geht es um die öffentliche Meinung über D. Faustus und über die Literaturgeschichte nach seinem Tod, beziehungsweise sein Werdegang in der Literatur.
...
_/ _/ _/ Die öffentliche Meinung über ihn _/ _/ _/
Faust als Person war sowohl den Gelehrten, als auch den kirchlichen Würdenträgern in höchstem Maße suspekt. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass in der Kirche die Naturwiassenschaften kein besonderes Ansehen genossen und dass jeder der dich damit beschäftigte, etwas gegen Gott haben musste, da ihn das ansonsten ja nicht interessieren bräuchte, da der Herr alles erschaffen habe.
Er wird auch desöfteren der Ketzerei beschuldigt, wobei dies sich hauptsächlich auf seine Äußerungen in Würzburg gründet, wo er gesagt haben soll, dass er "... die Wunder Christi jederzeit wiederholen könne ...".
Dadurch verdammten ihn auch hauptsächlich die Protestanten (speziell Luther und Melanchthon) als Teufelsbündler und Schwarzkünstler. So ist auch von Luther überliefert, dass er sich mehrfach abfällig über die sogenannten Schwarzkünstler und im Besonderen über Faust, der damals schon einer der Berühmtesten unter ihnen war, in seinen Tischreden äußerte und ihnen vorwarf, dass sie mit dem Teufel in Verbindung stünden.
Somit nahm Faust die Rolle der mittelalterlichen Hexen und Teufel ein.
Im Volk jedoch entsprach sein Wirken den Erwartungen und seine naturwissenschaftlichen Fähigkeiten und seine Ketzerischen Ansichten fanden große Bewunderung. Daran sieht man auch, dass er im Prinzip, der erste große Popstar im Weitesten Sinne war, denn egal wo er auftauchte verstand er es die Massen zu beeinflussen und in seinen Bann zu ziehen.
So wurde er auch nach seinem Tod nicht vergessen und wurde zum Symbol für den geistigen Aufbruch in eine Neue Zeit und als Empörer gegen alle beschränkenden Verhältnisse schnell berühmt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Dichtung und Sage schnell seiner annahmen und alles immer weiter ausgeschmückt wurde, so dass er der Held für das Volk und der Sündenbock für die Kirche und alle Gelehrten wurde.
_/ _/ _/ Die Werkgeschichte des Fauststoffs _/ _/ _/
1539 ist die erste schriftliche Erwähnung des Faust in der Literatur, da bezeichnet ihn der Wormser Stadtarzt Begardi als ein Mann der Vergangenheit (obwohl er noch lebte...), als Abenteurer und Betrüger, der aber dennoch über hohe Arzneikenntnisse verfügte.
Das erste Buch über ihn ist die "Historia von D. Johann Fausten" welches 1587 vermutlich von einem Hochschulprofessor geschrieben wurde, und worin er zum Typ des Gelehrten wurde, der aus Wissensdrang Gott preisgibt und unselig wird. Wobei dieses Werk aber auch den beginnenden "Religionskrieg" wiederspiegelt, denn der Autor war Protestant und es erschien auch in einem Verlag welcher auch Luthers Schriften veröffentlichte, und der Teufel wird als katholischer Mönch dargestellt.
Schon zwischen 1588 und 1611 wird diese Historia ins Englische, Französische, Tschechische und ins Niederländische übersetzt, woran auch die Besondere Bedeutung es Fauststoffs in dieser Zeit deutlich wird.
Danach geht der Fauststoff in der Literatur 2 unterschiedliche Wege, einmal den innerdeutschen, wo immer wieder auf Faust als den Teufelsbündler angespielt wird und wo seine Taten als gotteslästerlich beschrieben werden, und zum Anderen der außerdeutsche Weg, wobei hier vor allem England eine große Bedeutung innehat, wo er als der Mann dargestellt wird, dem es primär um den Erkenntnisgewinn geht und wo der Teufel in den Hintergrund rückt.
So entstand 1588 die "Tragical Historie of D.Faustus" von Marlowe. Dieses Buch sollte dann auch in seiner deutschen Überstzung als Grundlage für die beiden großen deutschen Fautwerke von Lessing und Goethe werden.
Vorher aber brachte 1674 Pfitzer als einer der letzten Vertreter des innerdeutschen Weges das Gretchenmotiv mit hinein. Gretchen wird von Faust hierbei umworben, wobei sie die gottesfürchtige Person schlechthin ist, die noch nie gesündigt hatte und immer brav war. Während Faust das genaue Gegenstück dazu darstellt.
All dies wurde dann von Goethe 1808 im "Faust - der Tragödie erster Teil" und 1832 in "Faust - der Tragödie zweiter Teil" verarbeitet, und dieses Werk sollte zu einem Stück Weltliteratur werden, was jeder Mensch kennen sollte (und im Deutschunterricht wohl auch lesen "muss").
Für alle, die Goethes Faust nicht kennen, hier eine kurze Zusammenfassung des Buches:
1. Gott und der Teufel wetten, ob der Teufel (Mephistopheles
oder kurz Mephisto)
2. Faust ist in seinem Studierzimmer und beschwört einen
Erdgeist herauf
3. Mephisto kommt zu Faust und schliesst einen Vertrag, er
dient Faust bis zu seinem Tod, dafür muss Faust das Gleiche
auch für ihn nach seinem Tod tun.
4. Mephisto verjüngt Faust und dieser verliebt sich in
Gretchen (=>gretchenmotiv)
5. Alles geht hin und her, bis ... ja bis wohin? Ich würde
vorschlagen, das Buch zu lesen, sonst nehm ich hier ja die
ganze Spannung weg...
Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt des des Doktor Faustus geben und euch vermitteln, dass es nicht so schlimm ist, den Faust zu lesen, da man in Goethes Werk schön die historischen Hintergründe wiederfindet auch wenn diese in der Literaturgeschichte realtiv schnell untergegangen sind. Auch wenn gerade Faust II sich schwer liest, ist es dennoch ein Stück Literaturgeschichte, welches man kennen sollte...
Nun gut, dies soll mein Faustbericht in 2 Teilen gewesen sein.
Vielen Dank für's Lesen.
bye euer doc
Hier nun der zweite Teil des Faustberichtes in 2 Teilen...
Heute geht es um die öffentliche Meinung über D. Faustus und über die Literaturgeschichte nach seinem Tod, beziehungsweise sein Werdegang in der Literatur.
...
_/ _/ _/ Die öffentliche Meinung über ihn _/ _/ _/
Faust als Person war sowohl den Gelehrten, als auch den kirchlichen Würdenträgern in höchstem Maße suspekt. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass in der Kirche die Naturwiassenschaften kein besonderes Ansehen genossen und dass jeder der dich damit beschäftigte, etwas gegen Gott haben musste, da ihn das ansonsten ja nicht interessieren bräuchte, da der Herr alles erschaffen habe.
Er wird auch desöfteren der Ketzerei beschuldigt, wobei dies sich hauptsächlich auf seine Äußerungen in Würzburg gründet, wo er gesagt haben soll, dass er "... die Wunder Christi jederzeit wiederholen könne ...".
Dadurch verdammten ihn auch hauptsächlich die Protestanten (speziell Luther und Melanchthon) als Teufelsbündler und Schwarzkünstler. So ist auch von Luther überliefert, dass er sich mehrfach abfällig über die sogenannten Schwarzkünstler und im Besonderen über Faust, der damals schon einer der Berühmtesten unter ihnen war, in seinen Tischreden äußerte und ihnen vorwarf, dass sie mit dem Teufel in Verbindung stünden.
Somit nahm Faust die Rolle der mittelalterlichen Hexen und Teufel ein.
Im Volk jedoch entsprach sein Wirken den Erwartungen und seine naturwissenschaftlichen Fähigkeiten und seine Ketzerischen Ansichten fanden große Bewunderung. Daran sieht man auch, dass er im Prinzip, der erste große Popstar im Weitesten Sinne war, denn egal wo er auftauchte verstand er es die Massen zu beeinflussen und in seinen Bann zu ziehen.
So wurde er auch nach seinem Tod nicht vergessen und wurde zum Symbol für den geistigen Aufbruch in eine Neue Zeit und als Empörer gegen alle beschränkenden Verhältnisse schnell berühmt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Dichtung und Sage schnell seiner annahmen und alles immer weiter ausgeschmückt wurde, so dass er der Held für das Volk und der Sündenbock für die Kirche und alle Gelehrten wurde.
_/ _/ _/ Die Werkgeschichte des Fauststoffs _/ _/ _/
1539 ist die erste schriftliche Erwähnung des Faust in der Literatur, da bezeichnet ihn der Wormser Stadtarzt Begardi als ein Mann der Vergangenheit (obwohl er noch lebte...), als Abenteurer und Betrüger, der aber dennoch über hohe Arzneikenntnisse verfügte.
Das erste Buch über ihn ist die "Historia von D. Johann Fausten" welches 1587 vermutlich von einem Hochschulprofessor geschrieben wurde, und worin er zum Typ des Gelehrten wurde, der aus Wissensdrang Gott preisgibt und unselig wird. Wobei dieses Werk aber auch den beginnenden "Religionskrieg" wiederspiegelt, denn der Autor war Protestant und es erschien auch in einem Verlag welcher auch Luthers Schriften veröffentlichte, und der Teufel wird als katholischer Mönch dargestellt.
Schon zwischen 1588 und 1611 wird diese Historia ins Englische, Französische, Tschechische und ins Niederländische übersetzt, woran auch die Besondere Bedeutung es Fauststoffs in dieser Zeit deutlich wird.
Danach geht der Fauststoff in der Literatur 2 unterschiedliche Wege, einmal den innerdeutschen, wo immer wieder auf Faust als den Teufelsbündler angespielt wird und wo seine Taten als gotteslästerlich beschrieben werden, und zum Anderen der außerdeutsche Weg, wobei hier vor allem England eine große Bedeutung innehat, wo er als der Mann dargestellt wird, dem es primär um den Erkenntnisgewinn geht und wo der Teufel in den Hintergrund rückt.
So entstand 1588 die "Tragical Historie of D.Faustus" von Marlowe. Dieses Buch sollte dann auch in seiner deutschen Überstzung als Grundlage für die beiden großen deutschen Fautwerke von Lessing und Goethe werden.
Vorher aber brachte 1674 Pfitzer als einer der letzten Vertreter des innerdeutschen Weges das Gretchenmotiv mit hinein. Gretchen wird von Faust hierbei umworben, wobei sie die gottesfürchtige Person schlechthin ist, die noch nie gesündigt hatte und immer brav war. Während Faust das genaue Gegenstück dazu darstellt.
All dies wurde dann von Goethe 1808 im "Faust - der Tragödie erster Teil" und 1832 in "Faust - der Tragödie zweiter Teil" verarbeitet, und dieses Werk sollte zu einem Stück Weltliteratur werden, was jeder Mensch kennen sollte (und im Deutschunterricht wohl auch lesen "muss").
Für alle, die Goethes Faust nicht kennen, hier eine kurze Zusammenfassung des Buches:
1. Gott und der Teufel wetten, ob der Teufel (Mephistopheles
oder kurz Mephisto)
2. Faust ist in seinem Studierzimmer und beschwört einen
Erdgeist herauf
3. Mephisto kommt zu Faust und schliesst einen Vertrag, er
dient Faust bis zu seinem Tod, dafür muss Faust das Gleiche
auch für ihn nach seinem Tod tun.
4. Mephisto verjüngt Faust und dieser verliebt sich in
Gretchen (=>gretchenmotiv)
5. Alles geht hin und her, bis ... ja bis wohin? Ich würde
vorschlagen, das Buch zu lesen, sonst nehm ich hier ja die
ganze Spannung weg...
Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt des des Doktor Faustus geben und euch vermitteln, dass es nicht so schlimm ist, den Faust zu lesen, da man in Goethes Werk schön die historischen Hintergründe wiederfindet auch wenn diese in der Literaturgeschichte realtiv schnell untergegangen sind. Auch wenn gerade Faust II sich schwer liest, ist es dennoch ein Stück Literaturgeschichte, welches man kennen sollte...
Nun gut, dies soll mein Faustbericht in 2 Teilen gewesen sein.
Vielen Dank für's Lesen.
bye euer doc
25 Bewertungen, 1 Kommentar
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27.03.2002, 19:34 Uhr von botanik
Bewertung: sehr hilfreichInteressanter Beitrag !
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