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Erfahrungsbericht von darkeye669

Friedrich Schiller \ Kabale und Liebe

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich schreibe heute über das Buch von Friedrich Schiller, da ich es mittlerweile schon 2 mal für die Schule lesen sollte und somit wollte ich euch von meinen Erkenntnissen nicht unverschont lassen.

INHALT

In dem Drama „Kabale und Liebe“ (1783) erzählt Friedrich Schiller von der Liebe zwischen der Musikantentochter Luise Miller und dem Sohn des Präsidenten, Ferdinand von Walter, deren Liebe auf die Probe gestellt wird.

Ferdinand und Luise haben sich ineinander verliebt, jedoch sind beide Väter aufgrund der Standesunterschiede gegen ihre Vereinigung und so wird sich Luise ihrer Liebe bald nicht mehr sicher.
Um eine Heirat zwischen Ferdinand und Luise zu verhindern, beschliesst der Präsident, dass sein Sohn Lady Milford, eine vom Fürsten begünstigte Hofdame, heiraten soll und verbreitet diese Nachricht unter dem Volk. Aber als Ferdinand davon erfährt, sagt er seinem Vater direkt, dass er diese Heirat nicht eingehen wird.

Um es ihr dann direkt ins Gesicht zu sagen, besucht Ferdinand Lady Milford und beichtet ihr, dass er sie nicht liebt und sie deshalb auch nicht heiraten wird. Dem Standesdünkel der damaligen Zeit unter-worfen, hat sie den festen Willen ihn trotzdem zu heiraten.
Ferdinand stürmt direkt danach zu seiner geliebten Luise, um ihr davon zu erzählen, doch sie wusste es schon.
Da der Präsident diese Liebelei nicht dulden kann und denkt er sich einen Plan aus, dessen erster Teil ist Luises Eltern unter dem Vorwurf der Majestätsbeleidigung in Haft zu nehmen.

Mit Wurm, seinem Haussekretär, bespricht er den weiteren Verlauf. Wurm erklärt Luise, dass ihre Eltern hingerichtet werden würden. Jedoch könnte sie dies verhindern, indem sie einen von ihm diktierten Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb schreibt. Zusätzlich muss sie noch einen Eid leisten, der besagt, dass sie diesen Brief als freiwillig anerkennt. Luise, die ihre Eltern liebt, erkennt anhand dieser Intrige, dass die Liebe zwischen Ferdinand und ihr keine Zukunft hat, geht diesen Pakt ein.

Alles wird nun so arrangiert, dass Ferdinand diesen Liebesbrief zu lesen bekommt und er ist stark enttäuscht von Luise, da er dachte, dass Luise ihn wirklich liebt und nun ist er fest überzeugt, dass sie ihm etwas vorheuchelte.
Ferdinands Vater, der über die Vorgänge unterrichtet ist, ist jetzt so schlau und sagt auf einmal, dass er nichts gegen eine Beziehung zwischen ihm und Luise hätte.
Zur selben Zeit empfängt Lady Milford Luise bei sich, um einen Versuch der Entzweiung zu starten. Deshalb hat sie sich heute ihre teuersten Kleider angezogen und ihren wertvollsten Schmuck umgelegt, um damit zu zeigen, dass sie besser für Ferdinand geeignet ist als die kleine Bürgerstochter. Jedoch überzeugt Luise die Lady durch ihr Auftreten und ihre Worte, dass sie plötzlich ihr momentanes Leben nicht mehr mag, der Liebe entsagt und beschliesst das Land zu verlassen.

Luise sah als einzige Chance Ferdinand die Wahrheit zu sagen, indem sie versuchen würde sich zu töten und ihm dann im Sterben die Wahrheit zu gestehen. Von diesem Vorhaben bringt sie ihr Vater ab.
Ferdinand dagegen ist sehr zornig. Um sich für Luises Untreue zu rächen, besucht er Familie Miller und schüttet Gift in einem unauffälligen Moment in die Limonade von Luise und sich selbst. Da er nicht mehr leben will, soll Luise auch nicht mehr leben. Bei Luise wirkt das Gift schnell und ihr geht es schon schlechter. Sterbend erzählt sie Ferdinand von der Intrige seines Vaters, worauf er noch mehr erzürnt ist.
Luise ist tot und Ferdinand verspürt auch schon leichte Anzeichen des Giftes, doch er schafft es noch vor seinem Tode, seine Empörung über seinen Vater loszuwerden. Dieser versuchte, die ganze Intrige noch auf Wurm zu schieben, doch als er sah, dass er keine Chance hatte, gab er es zu. Jedoch ist diese Einsicht zu spät, Ferdinand ist jetzt auch tot..
Somit sind zwei junge Leben ausgelöscht nur um den gesellschaftlichen Regeln zu entsprechen.

HAUPTPERSONEN

Die Hauptpersonen von „Kabale und Liebe“ bilden die Liebenden Ferdinand von Walter und Luise Miller. Sie werden hauptsächlich durch andere Personen oder durch ihr Verhalten näher beschrieben.

Ferdinand ist der Sohn des Präsidenten. Er ist 20 Jahre und Major.
Wie jeder normale Mensch hat auch Ferdinand seine guten und seine schlechten Seiten. Zu den guten gehört, dass er zwischen Recht und Unrecht unterscheiden kann, da er die kriminellen Machenschaften seines Vaters nicht verachtet, besonders die Intrige gegen ihn und Luise.
Sein eigener Wille, der nur das geschehen lässt, was er will, ist auch sehr stark. Als ihm sein Vater erzählte, dass er Lady Milford heiraten soll, weigert er sich (1. Akt, 7. Szene, S. 23, Z.7-11 „...Aber ich bin wohl lächerlich, lieber Vater, daß ich ihre Laune für Ernst aufnehme? Würden Sie Vater zu dem Schurken Sohne sein wollen, der eine privilegierte Buhlerin heuratete?“).
Dieses Verhalten stützt sich darauf, dass er eine andere liebt. Er ist der Typ Mensch, dass, wenn er liebt, dann liebt er auf ewig, ohne Rücksicht auf die Standesunterschiede zu nehmen, die zur damaligen Zeit streng eingehalten worden. Daran sieht man wie großen Einfluss die Liebe haben kann.
Seine starke Liebe kann sich aber genauso schnell in Wut verwandeln. Als er durch den Brief erfährt, dass Luise angeblich den Hofmarschall von Kalb liebt, ist er sehr erzornt, doch dies zeigt nur, dass er ein von Gefühlen beherrschter Mensch ist.
Jedoch führt seine starke Wut zu seinem Plan Luise und sich zu vergiften. Das weist auf, dass er nicht alleine leiden will. Denn wenn er Luise nicht kriegt, soll sie auch kein Anderer haben. Und so ist es ihm selbst anzurechnen, dass Luises Vater Ferdinand als „Giftmischer“ bezeichnet (5. Akt, letzte Szene, S. 110, Z. 10).

Luise ist meiner Meinung nach im Vergleich zu Ferdinand ein komplett anderer Mensch.
Sie ist zwar nur bürgerlicher Herkunft als Tochter eines Stadtmusikers. Dies soll aber nicht bedeuten, dass ihr Leben deswegen weniger Wert ist.
Auch Luise hat gewisse Prioritäten ihrem Leben gesetzt. So stehen ihre Eltern bei ihr ganz oben, für sie würde sie sogar ihr Leben riskieren. Dies tut sie in dem sie den Brief schreibt und den Eid leistet, damit ihre Eltern nicht hingerichtet werden. Sie stellt somit ihr eigenes Glück für das Leben ihrer Eltern zurück, da sie genau weiss, dass es für Ferdinand und sie keine Zukunft geben kann.
Ich denke man kann über Luise sagen, dass sie offen ist für neue Ideen und Ansichten, doch ihr Glaube ist manchmal noch stärker. Denn sie verliebte sich in Ferdinand, obwohl sie wusste, dass er von adligem Geschlecht ist. Danach wurde sie sich ihrer Liebe noch unsicher.
Sie zweifelte zwar an ihrer Liebe, aber das bedeutet nicht, dass sie ihn weniger liebte. Sie liebte ihn so sehr, dass sie den Plan hatte ihr Leben zu opfern, damit sie Ferdinand über die Intrige seines Vaters unterrichten kann (5. Akt, 1.Szene, S.88, Z. 21
„... Der dritte Ort ist das Grab.“ 5. Akt, 1. Szene, S. 89, Z. 5 „... Ich will in den Fluss springen...“), aber ihr Vater konnte sie davon durch zureden noch abhalten.

SPRACHE

Friedrich Schiller wendete in diesem Werk einen sehr pathetischen Sprachstil an.
Er benutzt die Sprache um den Figuren ihre soziale Einordnung zu verdeutlichen und ihren Charakter auszuschmücken. Somit hat jeder Charakter einen eigenen Sprachstil.

So lässt sich die Sprache der Familie Miller, vertretend für die Bürgerlichen, als eine Sprache bezeichnen, die auf den Punkt bringt, was sie meint (1. Akt, 1. Szene, Seite 5, Z. 8-11 „... Meine Tochter kommt mit dem Baron ins Geschrei. Mein Haus wird verrufen. Der Präsident bekommt Wind, und – kurz und gut, ich biete dem Junker aus.“). Sie drücken in ihren Worten die Angst vor der Obrigkeit aus, da diese die Macht haben und über die kleinen Leute, wie sie es sind, entscheiden können.
Insbesondere die Frau gibt ein gutes Beispiel für die falsche Verwendung von Fremdwörtern, die sie benutzt um einen guten Eindruck zu machen, in dem sie Wurm mit „Herr Sekertare“ (1. Akt, 2. Szene, S. 9, Z. 4 und Z. 35) statt Sekretär anspricht.

Der Präsident, als ein Vertreter für die Sprache der Adligen, hat einen zynischen Ton drauf, der nicht nur arrogant (1. Akt, 7. Szene, S.23, Z. 12/13 „... Ich würde selbst um sie werben, wenn sie einen Fünfziger möchte...“), sondern auch kalt wirkt. Es soll den Eindruck von Gefahr und Drohendem verdeutlichen (1. Akt, 7. Szene, S.24, Z. 39 ff „... Wenn du mich zum Lügner machst, Junge – vor dem Fürsten – der Lady – der Stadt – dem Hof mich zum Lügner machst – Höre Junge – oder ich hinter gewisse Historien komme...“). Seine Sprache ist ganz typisch für die Herrschenden.
Wurm, der Haussekretär spricht auch in diesem Sprachstil, jedoch ordnet er sich dem Präsidenten unter.

Lady Milford hat ihren eigenen Sprachstil. Sie kann so hochgestochen wie die anderen Adligen reden, aber auch im Stil der Bürger. Die Sprache der Adligen kennt sie durch ihr Leben am Hofe. Doch sie ist diese Sprache schon seit ihrer Kindheit gewohnt, denn ihr Vater war oberster Kämmerer des Königs (2.Akt, 3. Szene, S. 34, Z. 38). Doch sie kann auch in einem anderen Ton reden, der aufkommt, wenn sie verletzt oder traurig ist und Mitleid im Menschen erweckt (2. Akt, 3. Szene, S. 33, Z. 25/26 „Herr Major! Das hab ich nicht verdient.“).

Luise und Ferdinand haben wieder eine ganz eigene Sprache zu einander, die Sprache der Liebenden sozusagen.
Luises Sprache ist von ihrem Glauben (5. Akt, 1. Szene, S.86, Z. 35 f „... Ich habe einen harten Kampf gekämpft. ... Gott gab mir Kraft. Der Kampf ist entschieden.“) und von ihrem Herzen geprägt, so wünscht sie sich, dass die Standesunterschiede keine Rolle mehr spielen „.. wenn die Schranken des Unterschieds einstürzen – wenn von uns abspringen all die verhaßten Hülsen des Standes – Menschen nur Menschen sind ...“ (1. Akt, 3. Szene, S. 13, Z. 23- 25).
Ferdinand ist anfangs schwer verliebt (3. Akt, 4. Szene, S. 58, Z. 34/35 „... Deine Fußtapfe in wilden sandigten Wüsten mir interessanter als das Münster in meiner Heimat ...“) , doch verändert sich im Verlauf des Stückes die Liebe in ein Gefühl des Zorns und der Wut.
Wenn beide aufeinander treffen, sind keine Anzeichen der Standesunterschiede mehr erkennbar. Sie denken dann nur an sich und ihr Gefühl der Liebe.

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Das Stück von Schiller, welches den ursprünglichen Namen \"Luise Millerin\" hat, beruht auf Schillers eigener Erfindung.
Es wurde zum ersten sozialen Drama und enstand aus der Empörung gegen den Herzog Karl Eugen und aus der tiefen Einsicht in die Unmoral vieler Regenten seiner Zeit. Das Bewusstsein der Kluft zwischen Adel und Bürgertum wurde dadurch deutlich.

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