Erfahrungsbericht von Nietzsche
Gordon, Noah: Der Medicus
Pro:
gute Story, spannend
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Vor einiger Zeit schwärmte die Presse und jedermann von dem „Medicus“. Ich habe das Buch damals nicht gelesen, dennoch stand es irgendwann in meinem Bücherregal, da ich es geschenkt bekam, las es jedoch weiterhin nicht.
Ich beschloß dies jedoch zu ändern und nahm das Buch in meinen Urlaub mit, da es drei wichtige Voraussetzungen erfüllte:
1.Es ist relativ umfangreich, versprach also ein längeres Lesevergnügen
2.Es würde sicherlich nicht langweilig sein und
3.Es würde nicht zu anspruchsvoll und mir somit für den Urlaub zu anstrengend sein.
Leider kam noch ein vierter Grund hinzu, der mich dazu brachte froh darüber zu sein genug Lektüre mitgenommen zu haben, denn ich brach mir im Urlaub den linken Fuß! : ( Darüber vielleicht in der offenen Kategorie mal mehr... .
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Die Story
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Der junge Rob Jeremy Cole wird durch widere Umstände zum Waisen. Seine Geschwister werden in fremde Familien gegeben, doch er bleibt zunächst allein in dem elterlichen Haus zurück. Doch ein Bader (ein fahrender „Arzt“) nimmt sich des Jungen an und stellt ihn bei sich in die Lehre.
Rob lernt bei ihm zunächst Fähigkeiten, die zur Unterhaltung dienen, wie z.B. das Jonglieren, doch beweißt bald, daß er auch für die ärztlichen Fähigkeiten geeignet ist. Dies auch, da Rob über eine Gabe verfügt, die ihm beim halten einer Hand Aufschluß darüber erteilt, wie gesund oder krank ein Mensch ist, bzw. ob er bald sterben würde.
Bald behandelt er genau wie sein Meister verschiedenste Krankheiten und Verletzungen der Menschen, die in den verschiedensten Städten zu ihnen kommen.
Rob merkt jedoch bald, daß ihm diese Tätigkeit nicht reicht, denn er kann nicht alle Krankheiten behandeln, da ihm dazu das nötige Wissen fehlt.
Nach dem Tod des Baders will er sich deswegen in das ferne Persien aufmachen, um dort an der Universität von Isfahan Medizin zu studieren. Dies ist jedoch nur Juden und Moslems erlaubt. Rob läßt sich jedoch nicht abschrecken und gibt sich kurzerhand als Jude aus. Doch in Isfahan angelangt wird er nach seinem ersuchen in der Universität aufgenommen zu werden in den Kerker geworfen, aus dessen Tiefen ihn nur noch ein Gesuch beim Schah erretten könnte... .
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Meine Meinung
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Der Medicus ist ein Buch, das den Leser nicht nur in das mittelalterliche Leben einführt, sondern auch in das historische Leben der Juden, Moslems und Perser. (Am Ende des Buches befindet sich für das bessere Verständnis auch eine Tabelle mit jüdischen, moslemischen und persischen Begriffen, die hier erläutert werden)
Man bekommt beim Lesen den Eindruck, daß Noah Gordon für dieses Buch sehr viel recherchiert hat und sich viel Hintergrundwissen aneignete, um die Geschichte so authentisch wie möglich zu erzählen. Daß er dies tatsächlich tat wird im Nachwort deutlich, in dem er selbst angibt, daß dies Buch ohne etliche Bibliotheken etc. nicht zu Stande gekommen wäre.
Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen, gibt es hier doch viel historisches zu lernen und zu entdecken.
Die Geschichte an sich ist fließend erzählt und läßt keine Langeweile aufkommen. Man wird durchaus spannend durch die über 600 Seiten geführt, ohne das Buch irgendwann gähnend von sich weisen zu wollen.
Allerdings ist es mir dabei jedoch auch nicht so gegangen, daß ich völlig gefesselt war und Probleme gehabt hätte mal für ein paar Stunden das Lesen zu unterbrechen, weswegen ich den Aufdruck auf der Rückseite des Buches, in dem es heißt: “Der Medicus macht schon nach den ersten Zeilen süchtig...“ nicht wirklich bestätigen möchte. Das Buch machte mich interessiert, doch nicht wirklich süchtig und es begeisterte mich auch nicht wirklich nachhaltig.
Der Medicus ist ein gutes Buch, das kann man ihm in jedem Fall zusprechen, doch er ist kein überragendes Buch. Wer etwas über das Mittelalter in Europa und im fernen Persien lesen möchte und dies in einer schönen, sehr gut geschriebenen Geschichte tun möchte, sollte sich den Medicus beherzt zu Gemüte führen. Ein Lesevergnügen ist er in jedem Fall!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-07 21:22:54 mit dem Titel Kurt Laßwitz: Homchen
Manchmal hat es wirklich Vorteile seinen Bücherschrank auszusortieren. Bei dieser Tätigkeit fiel mir ein Buch in die Hand, das ich sicher schon lange Jahre verstauben ließ, doch bisher nicht zum lesen in die Hand nahm. Eigentlich hatte ich sogar schon vergessen, daß es sich überhaupt in meinem Besitz befindet.
Nachdem ich mir den Inhalt durchgelesen hatte, wurde ich jedoch so neugierig, daß ich es am selben Abend noch zu lesen anfing und es nicht zum Verkauf freigab. Welch Glück!
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Die Story:
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Das Buch spielt in grauer Vorzeit – genau zu der Zeit, als Saurier die Erde beherrschten und die Säugetiere ihr Dasein im Dunkel der Nacht fristeten. Alle kleinen Säuger finden sich mit ihrem Schicksal ab, hat doch die rote Schlange, die von allen Tieren – vor allem aber den Sauriern angebetet wird – befohlen, daß die Saurier bei Tag und die Säuger bei Nacht leben sollen.
Doch nicht Homchen! Homchen gehört zu der Gattung der Kala und ihm gelingt das Unglaubliche: Mit Hilfe seines Verstandes schafft er es eine Echse zu überlisten und zu töten. Die Konsequenzen sind riesig: Die Echsen sind geschockt und blasen zum Krieg gegen die Kalas und Homchen selbst wird verstoßen.
Doch Homchen gibt nicht auf. Er beschließt die rote Schlange zu finden, beginnt er doch Zweifel an ihrer Unfehlbarkeit zu bilden – oder sogar an ihrer Existenz.
Das kleine Homchen begibt sich auf die Reise, auf der es Gefahren überstehen muß, doch auch vieles lernt. Es beginnt immer mehr seinen Verstand den Eindrücken des bloßen Auges vorzuziehen. Bald schon gelingt es ihm sogar das Feuer zu beherrschen. Genau darin sieht es seine Chance: Mit Hilfe des Feuers will er den Echsen den Garaus machen und den Tag samt der Vorherrschaft für die Säuger erkämpfen.
Als Homchen zurückkehrt zu seinen Artgenossen, zögern viele ihm zu folgen, doch ein teil ist bereit das Wagnis auf sich zu nehmen. So ziehen die kleinen Kalas gegen die Echsen in den Kampf, um ihre Bedrohung ein für alle Mal loszuwerden... .
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Der Autor:
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Kurd Laßwitz lebte von 1848-1910 und gilt als der Begründer der deutschen Science-Fiction Literatur. Sein bekanntester Science-Fiction Roman „Auf zwei Planeten“ erschien bereits 1897. „Homchen“ selbst erschien zu ersten Mal 1902.
Studiert hat Laßwitz Physik und Mathematik auf Lehramt – wie man heute sagen würde. Er promovierte später in Physik und lehrte als Gymnasiallehrer. 1884 erhielt er den Professorentitel.
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Meine Meinung:
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Der Name „Homchen“ ist natürlich nicht zufällig gewählt. Er steht quasi für Menschlein, also den Vorfahren der Menschen. Laßwitz versteht es wunderbar in seinem Buch evolutionäre Gedanken mit einer spannenden Geschichte zu vermischen. Das ist natürlich kein Zufall, denn die Evolutionstheorie wurde zu Laßwitz Lebzeiten viel gelesen und bewegte alle denkenden Gemüter. Ich habe bisher jedoch kein Buch gelesen, in dem sich das Denken der betreffenden Epoche so deutlich wiederspiegelt. Neben dem evolutionären Gedanken finden sich viele andere Ansätze wieder, wie auch Gedanken von seinem Zeitgenossen Friedrich Nietzsche, wobei ich natürlich nicht weiß, ob Laßwitz Nietzsche gelesen hat – da er zu Lebzeiten wenig gelesen wurde – oder ob nicht Nietzsche und er einfach ein Spiegel der gleichen Epoche sind.
Mich hat dieses Buch wahnsinnig fasziniert. Die Reise des kleinen Homchens und vor allem dem Beginn seines Nach-Denkens ist ungemein spannend und interessant geschrieben.
Daneben erfährt man in dem Buch viel darüber, wie weit der Forschungsstand bezüglich Evolution u. ä. zur damaligen Zeit war.
Das Buch ist eigentlich auch nicht wirklich ein Science-Fiction, sondern eigentlich viel mehr ein Evolutions-Roman oder aber ein Naturalismus-Roman.
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Fazit:
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Für jeden, der naturwissenschaftlich interessiert ist oder aber sich mit dem Ende des 19. Jahrhunderts beschäftigt hat, wird an diesem Roman seine wahre Freude haben.
Homchen ist spannend, lehrreich und durchaus auch einfach unterhaltsam. Für mich war dieses Buch ein wahrer Genuß und Gewinn!
Mein Buch in der phantastischen Literatur bei Bastei Lübbe als Taschenbuch erschienen und kostete damals 6,80 DM.
Das Buch hat 204 Seiten.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-21 19:13:08 mit dem Titel Wolfgang & Heike Hohlbein: Spiegelzeit
Wie schon mal erwähnt ist Wolfgang Hohlbein ein unglaublicher Vielschreiber. Manchmal schreibt er dann auch zusammen mit seiner Frau Bücher, die meißt noch phantasievoller in ihrer Handlung sind, als seine „Soloprojekte“.
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Die Story:
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Julian, der Sohn eines wohlhabenen Zauberkünstlers lernt auf einem Rummelplatz Roger kennen. Dieser bringt ihn in einen Teil des Rummels, der älter wirkt, als der restliche Rummel. Julian ist fasziniert von diesem Teil des Rummelplatzes, doch seine Faszination macht schnell der Angst Platz, denn bald verwandeln sich Menschen auf dem Rummel in böse Wesen, die ihm nach dem Leben zu trachten scheinen.
Als Julian dennoch die Flucht gelingt, muß er feststellen, daß auch sein Vater in Schwierigkeiten steckt: Bei seinem geheimnisvollen Spiegeltrick ist etwas schief gelaufen – der Junge, den er bei der abendlichen Vorstellung durch den Spiegel schickte tauchte nicht wieder auf.
Julian begreift schnell, daß sein Vater mehr weiß, als er zugeben will. Bald schon tauchen Visionen vor seinem Auge auf, in denen der gesamte Rummelplatz in Flammen aufgeht und tausende tötet. Julian ahnt, daß sein Vater aber auch er selbst irgendwie mit diesem Unglück zu tun haben muß. Kurzentschlossen folgt er seinem Vater in die Welt hinter den Spiegeln, als dieser sich während einer Veranstaltung selbst verschwinden läßt.
Doch damit beginnt das Abenteuer erst, denn Julian sieht sich nicht nur durch die seltsamen bösen Wesen bedroht, die er „Trolle“ tauft, sondern auch durch die „Herren des Zwielichts“, die zwischen den Zeiten lauern. Außerdem befindet er sich nicht nur hinter den Spiegeln, sondern etwa 100 Jahre in der Vergangenheit. Doch damit nicht genug: Es geschieht tatsächlich ein großes Unglück, bei dem der gesamte Rummel verbrennt und dieses Unglück geschieht in dieser fremden Welt Nacht für Nacht. Julians einzige Chance das ewige Drama zu beenden und somit seine neuen Freunde zu retten, die in dieser Welt leben ist eine Spiegelscherbe zu finden, die einst verloren ging, als ein Zauberspiegel zerbrach und so das Unglück hereinbrach... .
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Meine Meinung:
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Die Bücher, die Wolfgang Hohlbein mit seiner Frau Heike zusammen schreibt sind – wie bereits erwähnt – phantasievoller. Außerdem wirken die Geschichten lebendiger und besser durchdacht.
In diesem Roman haben beide auf eine bewährte Story zurückgegriffen, die jedem durch Lewis Carrolls „Alice im Spiegelland“ bekannt sein sollte: Jemand geht durch einen Spiegel und landet in einer anderen Welt. Doch was so ähnlich aussieht ist es bei näherer Betrachtung dann doch nicht mehr, denn hier landet der Hauptprotagonist nicht wirklich in einer anderen Welt, sondern eigentlich nur in einer anderen Zeit.
Der Roman hat also im weitesten Sinne mit Zeitreisen zu tun und allen Verwirrungen, die sich bei solchen Geschichten ergeben: Man kann die Vergangenheit nicht ändern (jedenfalls nicht ohne Konsequenzen für die Zukunft), viele Handlungsstränge werden erst im Kontext klar und einiges ist erst nach gründlichem überlegen und dem Kontext mit der Zeit verständlich. Hier liegt auch oft die Gefahr, denn viele Zeitgeschichten bleiben schlecht durchdacht oder aber weisen Unstimmigkeiten auf. Den Hohlbeins ist es jedoch gelungen dies zu vermeiden. Die Geschichte ist Zeitlich gut durchdacht und bleibt in sich schlüssig.
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Fazit:
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Die Geschichte ist spannend erzählt und wird nicht langweilig. Manchmal ist es aufgrund der Zusammenhänge, die sich durch die Zeitreisen ergeben, schwer die Handlung auf Anhieb zu verstehen. Dennoch werden alle Fragen im Laufe der Geschichte geklärt und befriedigend beantwortet.
Allein das Ende fällt nach meinem Geschmack ein wenig zu plump aus. Es erinnert ein wenig an amerikanische Filme und Serien der 70er und 80er Jahre, in denen jemand am Ende etwas lustiges sagt und alle in der letzten Szene lachen. Dies hätte man hier anders lösen können und sollen.
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Meine Ausgabe:
Wolfgang und Heike Hohlbein: Spiegelzeit. München: Heyne 2001. Das Buch hat 509 Seiten und kostete mal 8,95€.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-13 16:03:54 mit dem Titel Karen Duve: Regenroman
Vor der großen Flutkatastrophe im Osten Deutschlands gab es auch eine hier in Niedersachsen – wenn diese auch im Vergleich eher bescheidenere Ausmaße angenommen hatte. Dennoch waren in meiner Wohnsiedlung alle Keller und einige kleinere Straßen überflutet. Nach dem Disaster wurde mir ein Buch ans Herz gelegt mit dem passenden Titel: Regenroman.
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Story:
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Leon ist Schriftsteller. Sein Freund Harry besorgt ihm einen Auftrag. Er soll eine Biographie für den Hamburger Zuhälter Pfitzner schreiben, der ihm dafür 50.000 DM im Voraus zahlt. Mit samt seinem bescheidenen Reichtum begibt sich Leon daraufhin, zusammen mit seiner Frau Martina, in ein abgelegenes Haus mitten im Moor, um das Buch dort in Ruhe schreiben zu können.
Die scheinbare Idylle hat jedoch von Anfang an ihre Tücken: Es regnet fast ununterbrochen, die Wasserleitungen fördern eine braune Brühe zum Vorschein und der Garten wird von einer Unmenge Nacktschnecken heimgesucht.
Leons und Martinas Einsamkeit wird bald durch einen Hund, der ihnen zuläuft, gemindert und durch ihre beiden einzigen Nachbarinnen Kay und Isadora. Kay fängt bald an die beiden tatkräftig bei Reparaturen zu unterstützen; Isadora jedoch kümmert sich ausschließlich um Leon... .
Bald schon steht erneuter Ärger ins Haus: Pfitzner ist mit Leons Arbeit nicht zufrieden, kommt ihn deswegen zusammen mit Harry besuchen und macht ihm brutal deutlich, daß er das Buch nach seinem Geschmack geschrieben haben möchte und nicht so, wie es Leon gerne möchte.
Der Besuch hat Folgen: Leon entwickelt ein Rückenleiden, das es ihm bald kaum noch ermöglicht zu sitzen, geschweige denn zu schreiben. Natürlich nimmt Pfitzner dies nicht hin und kommt ein zweites Mal zu Besuch. Diesmal endet der Besuch in einer wahren Katastrophe, bei der es Tode geben wird aber auch das Leben von Martina und Leon danach nicht mehr das selbe sein wird... .
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Meine Meinung:
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Der Schreibstil von Karen Duve ist angenehm und leicht zu lesen. Sie verzichtet größtenteils auf Ausschmückungen oder lange Erzählpassagen, in denen nicht wirklich etwas passiert. Die Handlung treibt eher beständig voran, wobei man jedoch „Handlung“ nicht zwingend mit Action gleichsetzen sollte. Vieles von dem, was passiert, beschränkt sich auf den Bereich der Personen oder anders ausgedrückt: Mit den Personen selbst vollzieht sich beständig etwas. Sie sind Stimmungen unterworfen oder auch inneren Veränderungen, die gut dokumentiert werden.
Im Roman wird bald klar, daß sowohl Leon, als auch Martina ihre ganz eigenen Probleme haben, wobei sich bei Leon die meißten emotionalen Entwicklungen ausmachen lassen. Selbst sein Rückenleiden ist klar als Reaktion auf vorangegangene Handlungen einzuordnen.
Deutlich wird auch, daß alle Personen ein gemeinsames Problem haben: Sie leiden, teilen sich jedoch nicht mit. Jeder knabbert an dem, was ihm Kummer macht, doch jeder zieht sich auf seine Weise in sich zurück. Diese Aspekte haben mir gut gefallen.
Etwas, was mir weniger gut gefiel war die Tatsache, daß sich im Verlauf der Handlung viele Ereignisse ankündigten, diese jedoch nicht wieder aufgegriffen wurden. Plötzlich tauchen etwa merkwürdig große Tiere auf, doch es wird nie mehr geklärt, was es mit ihnen auf sich hatte. Selbst ihr kurzes Auftauchen schien für mich keinen Zweck zu erfüllen, denn hätte man diese einfach weggelassen, so hätte dies für die Handlung keinen Abbruch getan.
Auch manche Emotionen hätten noch stärker umrissen werden können.
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Fazit:
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Alles in allem ist der Roman gut zu lesen und wird durchaus nicht langweilig. Vieles ist gut und überzeugend geschildert, so daß man die Nässe etwa, die im Roman vorherrscht, manchmal fast schon spüren kann.
Das Buch bietet zudem einen kleinen Einblick in die menschliche Psyche, ohne jedoch psychologisch oder ähnliches zu werden.
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Die von mir gelesene Ausgabe:
Karen Duve: Regenroman. München: List 2000. 299 Seiten – 14,90 DM
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-15 16:01:31 mit dem Titel Hohlbein, Wolfgang & Heike: Midgard
Als Wolfgang Hohlbein neulich im Interview im Fernsehen zu sehen war, sagte er, daß er selbst nicht wisse, wie er auf die Geschichten käme, die er so schriebe. Sicher ist jedoch, daß er und seine Frau Heike sich, bei dem von mir nun vorgestellten Buch „Midgard“, von der nordischen Sagenwelt um die Edda inspirieren ließen.
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Story:
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Der junge Lif wurde einst in einem Nachen an die Küste Midgards gespült. Dort nahm ihn Osrun an seinem Hof auf und zog ihn groß. Keiner weiß genau, woher Lif stammt, doch an dem Nachen, der ihn an die Küste trug, und auf einem Amulett, das er um den Hals trägt, befindet sich eine geheimnisvolle Rune.
Bald beginnt Lif seltsame Dinge zu beobachten: Ein großes schwarzes Schiff, das sich der Küste nähert und ihm Angst einflößt, ein Kampf zwischen einem riesigen Hünen und einem großen Wolf, der durch eine seltsame alte Frau gestoppt wird, die ihn zu kennen scheint.
Doch Osrun und alle anderen an dem Hof wollen nichts von Lifs Erlebnissen wissen, sondern zwingen ihn sogar alles schnell wieder zu vergessen und nicht mehr davon zu erzählen. Lif jedoch ahnt, daß es sich hinter dem Erlebten mehr verbirgt und beschließt die alte Skalla danach zu befragen, die anscheinend mehr weiß, als sie bisher sagte.
In einer Nacht erzählt sie ihm dann, daß es eine Sage gibt, nach der das Glück, bzw. Elend der Welt sich in einem Kampf entscheiden wird, den Lif gegen seinen Zwillingsbruder Lifthrasil kämpfen muß: In der Schlacht Ragnarög.
Lif beschließt zu flüchten und sich auf die Suche nach seinem Bruder zu machen. Auf seiner Flucht lernt er den Nachtalben Eugel kennen, der ihm schützend zur Seite steht. Bald begegnet er sogar einem wahrhaftigen Gott: dem Asen Baldur.
Zusammen begeben sie sich auf die lange Reise nach Asgard, um dort Odin zu treffen. Auf ihrem Weg müssen sie vielen Gefahren trotzen: Dem Feuerriesen Surtur, der den Kampf vorschnell beenden will, indem er Lif tötet, den Geschöpfen der Hel – der Welt der Toten, in der sie unter anderem auf den riesigen Drachen Nidhögger treffen, dem Wolf Fenris und vielen anderen.
Es gelingt ihnen dennoch nach Asgard zu gelangen, doch Lif hat längst begriffen, daß er den letzten großen Kampf nicht verhindern kann. Sein Schicksal ist es in Ragnarög gegen seinen Bruder zu kämpfen – ob er nun will oder nicht und den Ausgang des Kampfes können noch nicht mal die Götter prophezeien... .
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Meine Meinung:
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In diesem Buch ist es Wolfgang und Heike Hohlbein mal wieder gelungen eine spannende, phantasievolle Geschichte zu schreiben, die man kaum aus der Hand legen möchte.
Ich kenne mich mit der Sagenwelt der Edda zugegebenermaßen wenig aus, so daß ich nicht sagen kann, wie viel übernommen wurde und wie viel selbst erdacht ist, doch das ist bei der Geschichte wohl auch nicht wichtig. Schlagnamen, wie „Odin“, „Thor“ und „Asgard“ lassen den Leser ahnen, daß er sich in nordischen Mythen befindet.
Die Geschichte selbst erinnert zum Teil ein wenig an klassische Fantasy-Romane, wie vielleicht „Herr der Ringe“, findet man hier doch viele vertraute Elemente wieder, wie z.B. Drachen, Zwerge, Riesen, Alben. Doch trotz dieser Ähnlichkeit haftet der Geschichte etwas ganz eigenes an, wimmelt es in ihr doch auch von Göttern.
Spannend ist in dem Buch nicht nur Lifs Reise nach Asgard und der Ausgang des anschließenden Kampfes, sondern auch seine Erkenntnisse, die er innerhalb der Geschichte gewinnt. Lif begreift nach und nach, daß sein Leben durch das Schicksal bestimmt wird, das unablässig von den Göttern geknüpft wird. Dennoch sind auch die Götter nicht allmächtig, denn sie knüpfen nur das Schicksal, das bereits längst feststeht. Selbst über sie herrschen andere – viel mächtigere Götter, die ihrerseits vielleicht wieder von anderen Göttern beherrscht werden.
Hierbei ist kein Bezug zum wirklichen Leben herzustellen, doch der Gedanke, daß auch Götter von Göttern beherrscht werden und somit nicht allmächtig sind, faszinierte mich.
In dem Buch gibt es neben den genannten Bezeichnungen, wie Ragnarög noch viele weitere fremdartig klingende. Dennoch wirkt dies im Verlauf der Handlung nicht verwirrend, denn man gewöhnt sich schnell an die vielen neuen und zum Teil sehr fremd klingende Namen und Bezeichnungen.
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Fazit:
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Midgard ist ein wirklich tolles Buch! Es ist äußerst spannend geschrieben und hält sich nicht mit langen, aktionsarmen Passagen auf. Der Leser wird schnell in die nordische Sagenwelt gezogen und lernt zusammen mit Lif ihre Bedeutung und ihre Namen.
Für mich hat sich wieder einmal bestätigt, daß die Bücher, die Wolfgang Hohlbein zusammen mit seiner Frau Heike schreibt, meißtens auch die phantasievolleren sind. Zudem scheint es ihm nach wie vor zu liegen Geschichten zu schreiben, die entweder im Mittelalter anzusiedeln sind oder aber in der Welt der klassischen Fantasy.
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Meine Ausgabe:
Wolfgang und Heike Hohlbein: Midgard. München: Heyne 1998. Das Buch hat 347 Seiten und kostete mal 14 DM. Ich habe es allerdings für 2,50€ als Mängelexemplar ohne wirkliche Mängel erstanden.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-17 18:59:50 mit dem Titel Christoph Ransmayr: Die letzte Welt
Christoph Ransmayrs Buch „Die letzte Welt“ gehört nicht zu den Büchern, die den meißten bekannt sein dürften, obwohl er für das Buch mit Preisen ohne Ende überhäuft worden ist.
Story:
Der junge Römer Cotta macht sich auf die lange Reise zu der Küstenstadt Tomi, in die Ovid aus Rom verbannt worden ist. Sein Ziel ist es Ovid zu finden und von ihm dessen Buch die „Metamorphosen“ zu erhalten, da Ovid dieses vor seiner Abreise in die Verbannung verbrannt hat.
In Tomi angelangt begibt er sich nach Trachila – einem abgelegenen Ort in den Bergen – da Ovid dort leben soll. Anstelle von Ovid findet er in der klirrenden Kälte nur dessen Diener Pythagoras – einen verrückt erscheinenden Greis. Doch Cotta gibt nicht auf und beschließt weiter nach Ovid zu suchen.
Seine Suche bleibt erfolglos, denn die Bewohner Tomis begegnen ihm mit völliger Gleichgültigkeit und sind der Meinung, daß Ovid auch früher bereits länger verschwunden blieb. Erst als Cotta Echo, die den Haushalt von Lycaon führt, bei dem Cotta wohnt, kennen lernt, scheint er sich dem Ziel zu nähern. Echo, die sonst schweigsam ist und auf Fragen nur durch ein Echo antwortete, gibt Cotta nun Antworten. Sie erzählt ihm von Ovid und von seinen Metamorphosen. Bald jedoch, nach einem schweren Sturm, bleibt Echo für immer verschwunden.
Cotta wird von nun an immer mehr in das Leben in Tomi hineingezogen und, wie es scheint, auch immer mehr in die Metamorphosen des Ovid. Bald schon geschehen seltsame Dinge in Tomi: Menschen verwandeln sich in Stein oder in Vögel, die Natur überwuchert die Stadt und seltsame riesige Spinnen erscheinen... .
Zum Autor:
Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wien geboren und hat dort Philosophie studiert. Er arbeitete zunächst als Reporter und Kulturredakteur unter anderem für Geo und Merian.
Seit 1982 arbeitete er als freier Autor. Er begann kleinere Geschichten und Romane zu verfassen. „Die letzte Welt“ ist sein dritter Roman, ihr ging „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ voraus und es folgte „Morbus Kitahara“.
Im Moment lebt Ransmayr in Irland (und schreibt hoffentlich einen neuen Roman ; ) )
Meine Meinung:
Die Story des Buches wiederzugeben ist enorm schwierig, zumal man dabei nicht auf das wichtigste eingehen kann: Die Sprache des Buches und die Art und Weise, in der es verfasst wurde! Ransmayr bietet hier gehobene Literatur, die auf Anhieb vielleicht nicht zu verstehen ist, die jedoch allein durch die Sprachgewalt beeindruckt. Zwei Dinge müssen hier besonders hervorgehoben werden: Zum einen die Verwendung etlicher Anachronismen und zum anderen der Schreibstil.
Schreibstil:
Das Buch ist nicht einfach so runtergeschrieben – das merkt man beim Lesen. Man bekommt sogar den Eindruck, das kein Satz – ja noch nicht mal die einzelnen Wörter gedankenlos geschrieben worden sind, sondern daß Ransmayr jeden Satz und jedes Wort genau überdacht hat. Dennoch wirkt die Geschichte dadurch nicht gekünstelt oder gar konstruiert – ganz im Gegenteil.
Vielmehr weist sie eine enorme sprachliche Schönheit und Einmaligkeit auf. Alles wirkt besonders. Einem Hirsch wird z.B. nicht einfach Heu zum Fressen vorgeworfen, sondern Kastanien und getrocknete Rosenknospen.
Anachronismen:
List man das Buch zum ersten Mal, so wird man verwirrt sein. Zunächst glaubt man sich zur Zeit von Ovid zu befinden – also um 8 n. Chr., doch bald schon steht Cotta in Tomi vor einer rostigen Bushaltestelle und Ovid spricht in einem Rückblick vor einem Strauß Mikrophone. Diese Vermischung und Verwischung der Zeit zieht sich quer durch den gesamten Roman.
In einer Hausarbeit, die ich kürzlich zu diesem Thema verfasste kam ich zu dem Schluß, daß dies dazu dient, den fiktiven Charakter der Geschichte deutlich zu machen. Neben Fakten, also z.B. der Verbannung Ovids, verwendet Ransmayr auch Fiktion, wie z.B. die Verbrennung der „Metamorphosen“. In Wirklichkeit hat Ovid sein Buch nie verbrannt, denn sonst könnte man es heute ja nicht mehr erwerben.
Aufhänger der Handlung ist also bereits die Fiktion.
Ransmayr wollte ursprünglich eine moderne Übersetzung der Metamorphosen verfassen, als er begann sich intensiv mit dem Werk Ovids zu befassen. Herausgekommen ist sein Roman „Die letzte Welt“. Dennoch ziehen sich die Metamorphosen quer durch das gesamte Buch. Nicht nur dadurch, daß Cotta dieses Buch sucht, sondern auch in Form der Bewohner Tomis etwa. Sie tragen durchweg Namen von Figuren der Metamorphosen. Z.B.: Cyparis, Echo, Arachne, Itys usw. .
Ransmayr hat zum besseren Verständnis dem Roman ein „ovidisches Repertoire“ angehängt, in dem man die Bedeutung der Figuren für den Roman aber auch ihre ursprüngliche für die Metamorphosen nachlesen kann.
Fazit:
Ransmayrs Roman ist ein wahres Meisterwerk, das mir bei jedem Lesen besser gefällt. Es ist sicherlich kein einfaches Buch, das man entspannt vor dem Schlafen lesen kann. Man muß schon konzentriert bei der Sache bleiben, um der Geschichte folgen zu können.
Für mich ist es eines der besten Bücher der letzten Zeit. Es ist sprachlich einmalig und hochwertig. Wer behauptet, daß heutzutage keine hochwertige Literatur mehr verfasst wird, der sollte dieses Buch lesen.
Um das Buch zu lesen und zu verstehen sind im übrigen Kenntnisse der Metamorphosen von Ovid nicht unbedingt erforderlich. Zum besseren Verständnis sind sie manchmal nützlich, doch dazu reicht auch der Anhang des Buches selbst.
Meine Ausgabe:
Christoph Ransmayr: Die letzte Welt. Frankfurt am Main: Eichborn 1991. Das Buch hat 320 Seiten. Was es gekostet hat weiß ich nicht, denn dieses Buch habe ich zum Abitur geschenkt bekommen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 14:36:58 mit dem Titel Wolfgang und Heike Hohlbein: Drachenfeuer
In diesem Buch haben sich Heike und Wolfgang Hohlbein diesmal zum großen Teil von der keltischen Mythologie inspirieren lassen. Viele ihrer Geschöpfe wurden in der Geschichte übernommen.
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Story:
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Chris ist mit seinen Eltern nach Irland gereist, da sein Vater dort beruflich zu tun hat: Er soll einen Weg durch einen Berg sprengen. Chris ist von Irland zunächst wenig begeistert, bietet ihm dieses Land doch außer Landschaften nur Langeweile.
Doch bald schon ändert sich dies dramatisch: Er beobachtet einen rothaarigen Jungen: Llewellyen, der eine seltsame Sprache spricht und scheinbar niemand weiß, woher er ursprünglich stammt. Dieser treibt sich in der Gegend um den geplanten Sprengungsort herum. In der Burgruine von Ross Castle verliert Chris vorübergehend seine Spur, doch dann entdeckt er einen Geheimgang, der tief in den Berg führt. Dort befinden sich scheinbar endlose Gänge und Räume – doch nicht nur das! Chris trifft plötzlich auch auf seltsame Kreaturen, denen er nur knapp entkommen kann.
Da Chris neugierig geworden ist, was es mit den seltsamen Gängen und Kreaturen auf sich hat, beschließt er der Sache weiter auf den Grund zu gehen. Dabei wird er durch ein Tor plötzlich in eine andere Welt katapultiert. In dieser wimmelt es nur so von seltsamen Gestalten: Sidhe, Tuatha de Dannan, Buka, Merrow und vielen anderen.
Bald schon muß er jedoch feststellen, daß dieses Reich von bösen Mächten bedroht wird: den Milesiern – einem Volk aus dem Norden, das dieses Land um jeden Preis erobern will und dabei mit unglaublicher Gewalt vorgeht. Und noch eines wird bald klar: Chris selbst wurde erwartet! Nach einer Prophezeihung wird jemand aus einer der anderen Welten kommen und das Land Erinn retten. Die Bewohner Erinns glauben, daß dies Chris ist. Bald schon wird er zum Elfenkönig Fuavarra gebracht, der ihm sagt, was er tun soll: In das kalte Land gehen und ein Drachenei holen, denn die Druiden würden dann den Drachen beschwören und diesen gegen die Milesier einsetzen.
Doch in der Vergangenheit hat es einen solchen Versuch schon einmal gegeben und damals schlug er fehl. Der Drache hatte Städte und ganze Landstriche verwüstet, weil er sich nicht bezwingen lies. Aus diesem Grund bezweifeln auch viele Bewohner Erinns, daß es diesmal klappen könnte und auch Chris ist sich unsicher darüber, ob er den Wunsch des Elfenkönigs erfüllen soll und kann oder nicht. Er trifft eine in jeder Beziehung folgenschwere Entscheidung... .
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Meine Meinung:
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Bisher habe ich in hohen Tönen von den Büchern geschwärmt, die von Heike und Wolfgang Hohlbein gemeinsam verfaßt wurden. Nun, dies muß sich nun ändern. Nun ist eingetreten, was ich bisher nur auf die Bücher bezogen habe, die Wolfgang Hohlbein allein verfaßte: Es gibt gute, die mich begeistern können aber es gibt auch schlechte, bzw. weniger gute, die mich eher langweilen oder bisweilen sogar nerven. Dieses Buch gehört leider zur letzteren Kategorie!
Die Geschichte beginnt interessant und man kann und mag der Erzählung gut folgen, doch dann gibt es einen plötzlichen Bruch. Das, was sich zu Anfang abzeichnete wird plötzlich nicht mehr fortgeführt, sondern eine völlig andere und neue Geschichte erzählt. Auf mich wirkte dies irritierend und rief ein absolutes Unverständnis hervor. Plötzlich bekam die Geschichte dadurch einen unmotivierten Charakter und man konnte als Leser die Zusammenhänge nicht mehr nachvollziehen.
Ein weiteres Problem des Buches ist, daß es sich bisweilen zieht. Da die Geschichte größtenteils absehbar ist – was an sich nicht schlimm ist – wäre es gut gewesen ein wenig mehr Tempo vorzulegen. So jedoch war ich oft versucht das Buch aus der Hand zu legen und statt dessen zu einem anderen zu greifen, das mich mehr unterhalten kann.
Das schlimmste an diesem Buch war aber wohl der Nerv-Effekt, den es bei mir auslöste. Um diesen näher zu erläutern werde ich ausführen, was die Hohlbeins erreichen wollten, statt dessen aber erreichten:
Erreicht werden sollte, daß sich ein deutlicher Konflikt innerhalb der Hauptfigur Chris abzeichnet. Ein Konflikt, in den er gerät, weil er einerseits helfen will, andererseits aber eine Gefahr in der Art seiner Hilfe sieht: dem Drachen. Deutlich sollte außerdem werden, daß es in einem Krieg kein falsch und richtig gibt; zumindest insoweit, als daß jede Partei ihre berechtigte Motivation hat den Krieg zu führen und am Ende jeder dabei verlieren wird: Menschenleben usw. .
Erreicht wurde, daß Chris innerhalb des Buches unendlich oft schwankte zwischen dem Beschluß zu helfen und dem nicht zu helfen: also den Drachen zu holen oder nicht. Auf mich wirkte dies nach einer Weile nervig und unglaubwürdig und regte mich dermaßen auf, daß ich ihn am liebsten am Schlawittchen gegriffen hätte, um ihn lautstark zu fragen, wie denn nun bitte seine ENDGÜLTIGE Entscheidung aussehe. Statt innerer Zerrissenheit gab es nur fast zerrissene Nerven, zumal mir nie wirklich ganz klar wurde, warum er seine Meinung wechselt.
Aus der eigentlich ganz guten Aussage, daß es kein richtig, bzw. falsch gibt wurde ein stark stilisierter theatralisch erhobener Zeigefinger. Schade!
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Fazit:
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Ich habe mich mit diesem Buch schwer getan. Auf mich wirkte es streckenweise langatmig bis -weilig und zum ersten Mal bei Hohlbein überlegte ich ernsthaft das Buch wegzulegen und statt dessen ein anderes zu lesen.
Man kann zwar nicht behaupten, daß diese Geschichte nicht phantasievoll sei, doch mich konnte sie nur schwer und an wenigen Stellen in den Bann ziehen.
Gute Ansätze scheitern an einer schlechten Umsetzung – hier leider besonders.
Empfehlen kann ich es nur für absolute Fans oder aber als Jugendbuch!
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Meine Ausgabe:
Wolfgang und Heike Hohlbein: Drachenfeuer. München: Heyne 2002.
Das Buch hat 460 Seiten und kostet normalerweise 8,95€. Ich habe die Ausgabe allerdings mal wieder als Mängelexemplar ohne sichtbare Mängel für 2,50€ erstanden.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-11 16:34:30 mit dem Titel J. Gregory Keyes: Aus Wasser geboren
In letzter Zeit stöbere ich gerne mal in den Bücherständen auf denen Preisreduzierte Mängelexemplare zu finden sind. Das hat den Vorteil, daß man auch mal Bücher mitnehmen kann, deren Autor man zwar nicht kennt, die jedoch vom Thema ganz interessant klingen. Ein großes Risiko geht man so jedenfalls nicht ein, wenn dann ein Buch doch mal nicht ganz so toll war.
„Aus Wasser geboren“ von J. Gregory Keyes fiel mir auch auf diese Art zufällig in die Hände.
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Die Story:
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Bis kurz vor Ende ziehen sich zwei Handlungsstränge durch das Buch, die ich nacheinander vorstellen werde.
1.Handlungsstrang:
Hezhi ist Prinzessin. Sie lebt im Palast der Wüstenstadt Nhol, in dem auch die Herrscherfamilie des „Großen Flusses“ lebt. Ihr Vater, der große Chakunge, regiert das Land. Wie es Tradition ist, lebt Hezhi nicht bei ihren Eltern, sondern wird von ihrer Amme Qey erzogen und umsorgt. Außerdem steht ihr Tsem zur Seite – ein Halbriese, der ihr Leibwächter aber auch so etwas wie ein Freund ist.
Vor einiger Zeit wurde D\'en, der Bruder von Hezhi, durch die Priester verschleppt. Sie allein entscheiden, welches Königskind zur Herrschaft bestimmt ist und welches für immer in den Katakomben des großen Flusses unter dem Palast verschwindet. Letzteres Schicksal ist auch ihrem Bruder wiederfahren, über den nur noch als D\'en-nata gesprochen wird – nata=Geist!
Immer wieder begibt sich Hezhi auf die Suche nach ihrem Bruder, bleibt dabei jedoch erfolglos. Erklären, was mit ihm passierte, kann ihr niemand, denn die Priester haben über alle einen Fluch gelegt, der sie schmerzhaft daran hindert auch nur ein verbotenes Wort auszusprechen.
Hezhi läßt sich jedoch nicht entmutigen. Sie beginnt in der Bibliothek des Palastes in Büchern nach einer Antwort zu suchen. Einer Antwort darauf, was ihrem Bruder widerfuhr und auch einer Antwort darauf, was ihr eventuell bevorstehen könnte. Nach einiger zeit gelingt es ihr durch die Hilfe des Bibliothekars Ghan der Lösung nahe zu kommen. Scheinbar wohnen in jedem Mitglied ihrer Familie starke Kräfte, da alle Familienangehörigen mit dem Gott des großen Flusses verbunden sind. Diese Kräfte zeigen sich in der Pubertät und auch Hezhi bemerkt langsam, wie etwas in ihr heranwächst. Als die Priester sie testen begreift sie, daß sie in großer Gefahr schwebt. In ihrer Not bittet sie den großen Fluß ihr jemanden zu schicken, der sie rettet... .
2.Handlungsstrang:
Perkar lebt in dem Waldland Alwat. Seine Familie lebt im Bunde mit der Flußgöttin. In diesem Land steckt in jedem Baum, in jedem Fluß – einfach in allem ein Gott, den man preisen kann und die den Menschen manchmal helfen. Perkar ist gerade erwachsen geworden.
Eines Tages kommt König Kapaka mit einigen Männern in seiner Begleitung auf den Hof seines Vaters. Kapaka hat vor den „Herrn des Waldes“ – den obersten Waldgott – aufzusuchen, um ihn um Land für seine Söhne zu bitten, denn der Lebensraum ist knapp geworden. Perkar schließt sich der Gruppe gern an, hat er doch ein Vorhaben im Hinterkopf: Er will „Den Verschlinger“ suchen. Dieser Fluß verschlingt alles und jeden, doch vor allem auch den Fluß seiner geliebten Flußgöttin.
Da Perkar klar ist, daß man einen Gott nicht mit einer normalen Waffe töten kann, begibt er sich heimlich in die Höhle des Herrn des Waldes, in der sich auch eine Waffenkammer befindet. Hier entwendet er das Schwert Harka, in dem auch ein Gott wohnt. Doch sein Unterfangen bleibt nicht ohne Folgen: Der Herr des Waldes zürnt dieser Tat und läßt Perkar und alle anderen durch den Krähengott und die Jägerin verfolgen. Fast alle kommen zu Tode. Nur Perkar und Ngangata überleben, weil sie rechtzeitig den großen Fluß, den Verschlinger erreichen. Auf einem Boot des Krähengottes treiben sie auf dem Fluß dahin. Perkar wird bald klar, daß der Fluß sie nicht gehen lassen wird, weil er sie zu einem bestimmten Ziel bringen will... .
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Meine Meinung:
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Dieses Buch zu lesen hat richtig Spaß gemacht. Beide Handlungsstränge waren so spannend, daß ich mich manchmal nicht beherrschen konnte und so den einen überblätterte, um zunächst den anderen weiter zu lesen.
Das Buch bietet klassische Fantasy, ohne jedoch nur auf altes zurückzugreifen. Vielmehr wurde hier eine völlig neue Art erschaffen, in der sich Wesen tummeln, die so bisher noch nicht erdacht wurden. Besonders gut hat mir dabei die Idee mit den Göttern und Geistern gefallen (in Hezhis Königsreich leben jede Menge Geister). Die Götter leben ihrerseits in einer art Hierarchie. Es gibt zwar in jedem Gegenstand einen Gott, aber auch Götter, die über einzelne Gebiete herrschen. Meistens dulden sie sich gegenseitig, doch wenn die Menschen einzelne von ihnen einfangen, um sie zu Häusern z.B. zu verarbeiten, so sind sie darum nicht traurig, denn so steigt nur ihre eigene Macht.
Obwohl relativ schnell im Buch klar wird, wie und warum sich die beiden Handlungsstränge treffen werden, so wird das Buch dennoch nicht langweilig. Viele Fragen bleiben lang genug offen, um die Spannung zu erhalten.
Auch die Abenteuer der beiden Hauptakteure tragen zum Erhalt der Spannung enorm bei.
Der amerikanische Autor hat bis auf dieses Buch bisher nur noch ein anderes verfasst: „Der schwarze Gott“. Ich werde nach diesem Buch in jedem Fall Ausschau halten, da ich mir davon genau so viel Spannung und Spaß beim Lesen verspreche, wie von diesem.
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Fazit:
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Diese Buch ist spannend von Anfang bis zum Ende, wobei man schnell und gut in die Story hineinfindet. Hat man erst einmal mit dem Lesen begonnen, so möchte man dieses Buch nicht so schnell wieder aus den Händen legen.
Für Freunde der Fantasy-Romane absolut empfehlenswert!
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Meine Ausgabe:
J. Gregory Keyes: Aus Wasser geboren. Heyne: München 2000. Das Buch hat 575 Seiten und kostete mal 8,95€. Ich habe aber dieses Buch ebenfalls mal wieder für 2,50€ als preisreduziertes Mängelexemplar ohne wirkliche Mängel erstanden.
Ich beschloß dies jedoch zu ändern und nahm das Buch in meinen Urlaub mit, da es drei wichtige Voraussetzungen erfüllte:
1.Es ist relativ umfangreich, versprach also ein längeres Lesevergnügen
2.Es würde sicherlich nicht langweilig sein und
3.Es würde nicht zu anspruchsvoll und mir somit für den Urlaub zu anstrengend sein.
Leider kam noch ein vierter Grund hinzu, der mich dazu brachte froh darüber zu sein genug Lektüre mitgenommen zu haben, denn ich brach mir im Urlaub den linken Fuß! : ( Darüber vielleicht in der offenen Kategorie mal mehr... .
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Die Story
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Der junge Rob Jeremy Cole wird durch widere Umstände zum Waisen. Seine Geschwister werden in fremde Familien gegeben, doch er bleibt zunächst allein in dem elterlichen Haus zurück. Doch ein Bader (ein fahrender „Arzt“) nimmt sich des Jungen an und stellt ihn bei sich in die Lehre.
Rob lernt bei ihm zunächst Fähigkeiten, die zur Unterhaltung dienen, wie z.B. das Jonglieren, doch beweißt bald, daß er auch für die ärztlichen Fähigkeiten geeignet ist. Dies auch, da Rob über eine Gabe verfügt, die ihm beim halten einer Hand Aufschluß darüber erteilt, wie gesund oder krank ein Mensch ist, bzw. ob er bald sterben würde.
Bald behandelt er genau wie sein Meister verschiedenste Krankheiten und Verletzungen der Menschen, die in den verschiedensten Städten zu ihnen kommen.
Rob merkt jedoch bald, daß ihm diese Tätigkeit nicht reicht, denn er kann nicht alle Krankheiten behandeln, da ihm dazu das nötige Wissen fehlt.
Nach dem Tod des Baders will er sich deswegen in das ferne Persien aufmachen, um dort an der Universität von Isfahan Medizin zu studieren. Dies ist jedoch nur Juden und Moslems erlaubt. Rob läßt sich jedoch nicht abschrecken und gibt sich kurzerhand als Jude aus. Doch in Isfahan angelangt wird er nach seinem ersuchen in der Universität aufgenommen zu werden in den Kerker geworfen, aus dessen Tiefen ihn nur noch ein Gesuch beim Schah erretten könnte... .
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Meine Meinung
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Der Medicus ist ein Buch, das den Leser nicht nur in das mittelalterliche Leben einführt, sondern auch in das historische Leben der Juden, Moslems und Perser. (Am Ende des Buches befindet sich für das bessere Verständnis auch eine Tabelle mit jüdischen, moslemischen und persischen Begriffen, die hier erläutert werden)
Man bekommt beim Lesen den Eindruck, daß Noah Gordon für dieses Buch sehr viel recherchiert hat und sich viel Hintergrundwissen aneignete, um die Geschichte so authentisch wie möglich zu erzählen. Daß er dies tatsächlich tat wird im Nachwort deutlich, in dem er selbst angibt, daß dies Buch ohne etliche Bibliotheken etc. nicht zu Stande gekommen wäre.
Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen, gibt es hier doch viel historisches zu lernen und zu entdecken.
Die Geschichte an sich ist fließend erzählt und läßt keine Langeweile aufkommen. Man wird durchaus spannend durch die über 600 Seiten geführt, ohne das Buch irgendwann gähnend von sich weisen zu wollen.
Allerdings ist es mir dabei jedoch auch nicht so gegangen, daß ich völlig gefesselt war und Probleme gehabt hätte mal für ein paar Stunden das Lesen zu unterbrechen, weswegen ich den Aufdruck auf der Rückseite des Buches, in dem es heißt: “Der Medicus macht schon nach den ersten Zeilen süchtig...“ nicht wirklich bestätigen möchte. Das Buch machte mich interessiert, doch nicht wirklich süchtig und es begeisterte mich auch nicht wirklich nachhaltig.
Der Medicus ist ein gutes Buch, das kann man ihm in jedem Fall zusprechen, doch er ist kein überragendes Buch. Wer etwas über das Mittelalter in Europa und im fernen Persien lesen möchte und dies in einer schönen, sehr gut geschriebenen Geschichte tun möchte, sollte sich den Medicus beherzt zu Gemüte führen. Ein Lesevergnügen ist er in jedem Fall!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-07 21:22:54 mit dem Titel Kurt Laßwitz: Homchen
Manchmal hat es wirklich Vorteile seinen Bücherschrank auszusortieren. Bei dieser Tätigkeit fiel mir ein Buch in die Hand, das ich sicher schon lange Jahre verstauben ließ, doch bisher nicht zum lesen in die Hand nahm. Eigentlich hatte ich sogar schon vergessen, daß es sich überhaupt in meinem Besitz befindet.
Nachdem ich mir den Inhalt durchgelesen hatte, wurde ich jedoch so neugierig, daß ich es am selben Abend noch zu lesen anfing und es nicht zum Verkauf freigab. Welch Glück!
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Die Story:
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Das Buch spielt in grauer Vorzeit – genau zu der Zeit, als Saurier die Erde beherrschten und die Säugetiere ihr Dasein im Dunkel der Nacht fristeten. Alle kleinen Säuger finden sich mit ihrem Schicksal ab, hat doch die rote Schlange, die von allen Tieren – vor allem aber den Sauriern angebetet wird – befohlen, daß die Saurier bei Tag und die Säuger bei Nacht leben sollen.
Doch nicht Homchen! Homchen gehört zu der Gattung der Kala und ihm gelingt das Unglaubliche: Mit Hilfe seines Verstandes schafft er es eine Echse zu überlisten und zu töten. Die Konsequenzen sind riesig: Die Echsen sind geschockt und blasen zum Krieg gegen die Kalas und Homchen selbst wird verstoßen.
Doch Homchen gibt nicht auf. Er beschließt die rote Schlange zu finden, beginnt er doch Zweifel an ihrer Unfehlbarkeit zu bilden – oder sogar an ihrer Existenz.
Das kleine Homchen begibt sich auf die Reise, auf der es Gefahren überstehen muß, doch auch vieles lernt. Es beginnt immer mehr seinen Verstand den Eindrücken des bloßen Auges vorzuziehen. Bald schon gelingt es ihm sogar das Feuer zu beherrschen. Genau darin sieht es seine Chance: Mit Hilfe des Feuers will er den Echsen den Garaus machen und den Tag samt der Vorherrschaft für die Säuger erkämpfen.
Als Homchen zurückkehrt zu seinen Artgenossen, zögern viele ihm zu folgen, doch ein teil ist bereit das Wagnis auf sich zu nehmen. So ziehen die kleinen Kalas gegen die Echsen in den Kampf, um ihre Bedrohung ein für alle Mal loszuwerden... .
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Der Autor:
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Kurd Laßwitz lebte von 1848-1910 und gilt als der Begründer der deutschen Science-Fiction Literatur. Sein bekanntester Science-Fiction Roman „Auf zwei Planeten“ erschien bereits 1897. „Homchen“ selbst erschien zu ersten Mal 1902.
Studiert hat Laßwitz Physik und Mathematik auf Lehramt – wie man heute sagen würde. Er promovierte später in Physik und lehrte als Gymnasiallehrer. 1884 erhielt er den Professorentitel.
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Meine Meinung:
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Der Name „Homchen“ ist natürlich nicht zufällig gewählt. Er steht quasi für Menschlein, also den Vorfahren der Menschen. Laßwitz versteht es wunderbar in seinem Buch evolutionäre Gedanken mit einer spannenden Geschichte zu vermischen. Das ist natürlich kein Zufall, denn die Evolutionstheorie wurde zu Laßwitz Lebzeiten viel gelesen und bewegte alle denkenden Gemüter. Ich habe bisher jedoch kein Buch gelesen, in dem sich das Denken der betreffenden Epoche so deutlich wiederspiegelt. Neben dem evolutionären Gedanken finden sich viele andere Ansätze wieder, wie auch Gedanken von seinem Zeitgenossen Friedrich Nietzsche, wobei ich natürlich nicht weiß, ob Laßwitz Nietzsche gelesen hat – da er zu Lebzeiten wenig gelesen wurde – oder ob nicht Nietzsche und er einfach ein Spiegel der gleichen Epoche sind.
Mich hat dieses Buch wahnsinnig fasziniert. Die Reise des kleinen Homchens und vor allem dem Beginn seines Nach-Denkens ist ungemein spannend und interessant geschrieben.
Daneben erfährt man in dem Buch viel darüber, wie weit der Forschungsstand bezüglich Evolution u. ä. zur damaligen Zeit war.
Das Buch ist eigentlich auch nicht wirklich ein Science-Fiction, sondern eigentlich viel mehr ein Evolutions-Roman oder aber ein Naturalismus-Roman.
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Fazit:
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Für jeden, der naturwissenschaftlich interessiert ist oder aber sich mit dem Ende des 19. Jahrhunderts beschäftigt hat, wird an diesem Roman seine wahre Freude haben.
Homchen ist spannend, lehrreich und durchaus auch einfach unterhaltsam. Für mich war dieses Buch ein wahrer Genuß und Gewinn!
Mein Buch in der phantastischen Literatur bei Bastei Lübbe als Taschenbuch erschienen und kostete damals 6,80 DM.
Das Buch hat 204 Seiten.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-21 19:13:08 mit dem Titel Wolfgang & Heike Hohlbein: Spiegelzeit
Wie schon mal erwähnt ist Wolfgang Hohlbein ein unglaublicher Vielschreiber. Manchmal schreibt er dann auch zusammen mit seiner Frau Bücher, die meißt noch phantasievoller in ihrer Handlung sind, als seine „Soloprojekte“.
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Die Story:
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Julian, der Sohn eines wohlhabenen Zauberkünstlers lernt auf einem Rummelplatz Roger kennen. Dieser bringt ihn in einen Teil des Rummels, der älter wirkt, als der restliche Rummel. Julian ist fasziniert von diesem Teil des Rummelplatzes, doch seine Faszination macht schnell der Angst Platz, denn bald verwandeln sich Menschen auf dem Rummel in böse Wesen, die ihm nach dem Leben zu trachten scheinen.
Als Julian dennoch die Flucht gelingt, muß er feststellen, daß auch sein Vater in Schwierigkeiten steckt: Bei seinem geheimnisvollen Spiegeltrick ist etwas schief gelaufen – der Junge, den er bei der abendlichen Vorstellung durch den Spiegel schickte tauchte nicht wieder auf.
Julian begreift schnell, daß sein Vater mehr weiß, als er zugeben will. Bald schon tauchen Visionen vor seinem Auge auf, in denen der gesamte Rummelplatz in Flammen aufgeht und tausende tötet. Julian ahnt, daß sein Vater aber auch er selbst irgendwie mit diesem Unglück zu tun haben muß. Kurzentschlossen folgt er seinem Vater in die Welt hinter den Spiegeln, als dieser sich während einer Veranstaltung selbst verschwinden läßt.
Doch damit beginnt das Abenteuer erst, denn Julian sieht sich nicht nur durch die seltsamen bösen Wesen bedroht, die er „Trolle“ tauft, sondern auch durch die „Herren des Zwielichts“, die zwischen den Zeiten lauern. Außerdem befindet er sich nicht nur hinter den Spiegeln, sondern etwa 100 Jahre in der Vergangenheit. Doch damit nicht genug: Es geschieht tatsächlich ein großes Unglück, bei dem der gesamte Rummel verbrennt und dieses Unglück geschieht in dieser fremden Welt Nacht für Nacht. Julians einzige Chance das ewige Drama zu beenden und somit seine neuen Freunde zu retten, die in dieser Welt leben ist eine Spiegelscherbe zu finden, die einst verloren ging, als ein Zauberspiegel zerbrach und so das Unglück hereinbrach... .
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Meine Meinung:
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Die Bücher, die Wolfgang Hohlbein mit seiner Frau Heike zusammen schreibt sind – wie bereits erwähnt – phantasievoller. Außerdem wirken die Geschichten lebendiger und besser durchdacht.
In diesem Roman haben beide auf eine bewährte Story zurückgegriffen, die jedem durch Lewis Carrolls „Alice im Spiegelland“ bekannt sein sollte: Jemand geht durch einen Spiegel und landet in einer anderen Welt. Doch was so ähnlich aussieht ist es bei näherer Betrachtung dann doch nicht mehr, denn hier landet der Hauptprotagonist nicht wirklich in einer anderen Welt, sondern eigentlich nur in einer anderen Zeit.
Der Roman hat also im weitesten Sinne mit Zeitreisen zu tun und allen Verwirrungen, die sich bei solchen Geschichten ergeben: Man kann die Vergangenheit nicht ändern (jedenfalls nicht ohne Konsequenzen für die Zukunft), viele Handlungsstränge werden erst im Kontext klar und einiges ist erst nach gründlichem überlegen und dem Kontext mit der Zeit verständlich. Hier liegt auch oft die Gefahr, denn viele Zeitgeschichten bleiben schlecht durchdacht oder aber weisen Unstimmigkeiten auf. Den Hohlbeins ist es jedoch gelungen dies zu vermeiden. Die Geschichte ist Zeitlich gut durchdacht und bleibt in sich schlüssig.
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Fazit:
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Die Geschichte ist spannend erzählt und wird nicht langweilig. Manchmal ist es aufgrund der Zusammenhänge, die sich durch die Zeitreisen ergeben, schwer die Handlung auf Anhieb zu verstehen. Dennoch werden alle Fragen im Laufe der Geschichte geklärt und befriedigend beantwortet.
Allein das Ende fällt nach meinem Geschmack ein wenig zu plump aus. Es erinnert ein wenig an amerikanische Filme und Serien der 70er und 80er Jahre, in denen jemand am Ende etwas lustiges sagt und alle in der letzten Szene lachen. Dies hätte man hier anders lösen können und sollen.
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Meine Ausgabe:
Wolfgang und Heike Hohlbein: Spiegelzeit. München: Heyne 2001. Das Buch hat 509 Seiten und kostete mal 8,95€.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-13 16:03:54 mit dem Titel Karen Duve: Regenroman
Vor der großen Flutkatastrophe im Osten Deutschlands gab es auch eine hier in Niedersachsen – wenn diese auch im Vergleich eher bescheidenere Ausmaße angenommen hatte. Dennoch waren in meiner Wohnsiedlung alle Keller und einige kleinere Straßen überflutet. Nach dem Disaster wurde mir ein Buch ans Herz gelegt mit dem passenden Titel: Regenroman.
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Story:
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Leon ist Schriftsteller. Sein Freund Harry besorgt ihm einen Auftrag. Er soll eine Biographie für den Hamburger Zuhälter Pfitzner schreiben, der ihm dafür 50.000 DM im Voraus zahlt. Mit samt seinem bescheidenen Reichtum begibt sich Leon daraufhin, zusammen mit seiner Frau Martina, in ein abgelegenes Haus mitten im Moor, um das Buch dort in Ruhe schreiben zu können.
Die scheinbare Idylle hat jedoch von Anfang an ihre Tücken: Es regnet fast ununterbrochen, die Wasserleitungen fördern eine braune Brühe zum Vorschein und der Garten wird von einer Unmenge Nacktschnecken heimgesucht.
Leons und Martinas Einsamkeit wird bald durch einen Hund, der ihnen zuläuft, gemindert und durch ihre beiden einzigen Nachbarinnen Kay und Isadora. Kay fängt bald an die beiden tatkräftig bei Reparaturen zu unterstützen; Isadora jedoch kümmert sich ausschließlich um Leon... .
Bald schon steht erneuter Ärger ins Haus: Pfitzner ist mit Leons Arbeit nicht zufrieden, kommt ihn deswegen zusammen mit Harry besuchen und macht ihm brutal deutlich, daß er das Buch nach seinem Geschmack geschrieben haben möchte und nicht so, wie es Leon gerne möchte.
Der Besuch hat Folgen: Leon entwickelt ein Rückenleiden, das es ihm bald kaum noch ermöglicht zu sitzen, geschweige denn zu schreiben. Natürlich nimmt Pfitzner dies nicht hin und kommt ein zweites Mal zu Besuch. Diesmal endet der Besuch in einer wahren Katastrophe, bei der es Tode geben wird aber auch das Leben von Martina und Leon danach nicht mehr das selbe sein wird... .
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Meine Meinung:
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Der Schreibstil von Karen Duve ist angenehm und leicht zu lesen. Sie verzichtet größtenteils auf Ausschmückungen oder lange Erzählpassagen, in denen nicht wirklich etwas passiert. Die Handlung treibt eher beständig voran, wobei man jedoch „Handlung“ nicht zwingend mit Action gleichsetzen sollte. Vieles von dem, was passiert, beschränkt sich auf den Bereich der Personen oder anders ausgedrückt: Mit den Personen selbst vollzieht sich beständig etwas. Sie sind Stimmungen unterworfen oder auch inneren Veränderungen, die gut dokumentiert werden.
Im Roman wird bald klar, daß sowohl Leon, als auch Martina ihre ganz eigenen Probleme haben, wobei sich bei Leon die meißten emotionalen Entwicklungen ausmachen lassen. Selbst sein Rückenleiden ist klar als Reaktion auf vorangegangene Handlungen einzuordnen.
Deutlich wird auch, daß alle Personen ein gemeinsames Problem haben: Sie leiden, teilen sich jedoch nicht mit. Jeder knabbert an dem, was ihm Kummer macht, doch jeder zieht sich auf seine Weise in sich zurück. Diese Aspekte haben mir gut gefallen.
Etwas, was mir weniger gut gefiel war die Tatsache, daß sich im Verlauf der Handlung viele Ereignisse ankündigten, diese jedoch nicht wieder aufgegriffen wurden. Plötzlich tauchen etwa merkwürdig große Tiere auf, doch es wird nie mehr geklärt, was es mit ihnen auf sich hatte. Selbst ihr kurzes Auftauchen schien für mich keinen Zweck zu erfüllen, denn hätte man diese einfach weggelassen, so hätte dies für die Handlung keinen Abbruch getan.
Auch manche Emotionen hätten noch stärker umrissen werden können.
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Fazit:
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Alles in allem ist der Roman gut zu lesen und wird durchaus nicht langweilig. Vieles ist gut und überzeugend geschildert, so daß man die Nässe etwa, die im Roman vorherrscht, manchmal fast schon spüren kann.
Das Buch bietet zudem einen kleinen Einblick in die menschliche Psyche, ohne jedoch psychologisch oder ähnliches zu werden.
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Die von mir gelesene Ausgabe:
Karen Duve: Regenroman. München: List 2000. 299 Seiten – 14,90 DM
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-15 16:01:31 mit dem Titel Hohlbein, Wolfgang & Heike: Midgard
Als Wolfgang Hohlbein neulich im Interview im Fernsehen zu sehen war, sagte er, daß er selbst nicht wisse, wie er auf die Geschichten käme, die er so schriebe. Sicher ist jedoch, daß er und seine Frau Heike sich, bei dem von mir nun vorgestellten Buch „Midgard“, von der nordischen Sagenwelt um die Edda inspirieren ließen.
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Story:
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Der junge Lif wurde einst in einem Nachen an die Küste Midgards gespült. Dort nahm ihn Osrun an seinem Hof auf und zog ihn groß. Keiner weiß genau, woher Lif stammt, doch an dem Nachen, der ihn an die Küste trug, und auf einem Amulett, das er um den Hals trägt, befindet sich eine geheimnisvolle Rune.
Bald beginnt Lif seltsame Dinge zu beobachten: Ein großes schwarzes Schiff, das sich der Küste nähert und ihm Angst einflößt, ein Kampf zwischen einem riesigen Hünen und einem großen Wolf, der durch eine seltsame alte Frau gestoppt wird, die ihn zu kennen scheint.
Doch Osrun und alle anderen an dem Hof wollen nichts von Lifs Erlebnissen wissen, sondern zwingen ihn sogar alles schnell wieder zu vergessen und nicht mehr davon zu erzählen. Lif jedoch ahnt, daß es sich hinter dem Erlebten mehr verbirgt und beschließt die alte Skalla danach zu befragen, die anscheinend mehr weiß, als sie bisher sagte.
In einer Nacht erzählt sie ihm dann, daß es eine Sage gibt, nach der das Glück, bzw. Elend der Welt sich in einem Kampf entscheiden wird, den Lif gegen seinen Zwillingsbruder Lifthrasil kämpfen muß: In der Schlacht Ragnarög.
Lif beschließt zu flüchten und sich auf die Suche nach seinem Bruder zu machen. Auf seiner Flucht lernt er den Nachtalben Eugel kennen, der ihm schützend zur Seite steht. Bald begegnet er sogar einem wahrhaftigen Gott: dem Asen Baldur.
Zusammen begeben sie sich auf die lange Reise nach Asgard, um dort Odin zu treffen. Auf ihrem Weg müssen sie vielen Gefahren trotzen: Dem Feuerriesen Surtur, der den Kampf vorschnell beenden will, indem er Lif tötet, den Geschöpfen der Hel – der Welt der Toten, in der sie unter anderem auf den riesigen Drachen Nidhögger treffen, dem Wolf Fenris und vielen anderen.
Es gelingt ihnen dennoch nach Asgard zu gelangen, doch Lif hat längst begriffen, daß er den letzten großen Kampf nicht verhindern kann. Sein Schicksal ist es in Ragnarög gegen seinen Bruder zu kämpfen – ob er nun will oder nicht und den Ausgang des Kampfes können noch nicht mal die Götter prophezeien... .
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Meine Meinung:
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In diesem Buch ist es Wolfgang und Heike Hohlbein mal wieder gelungen eine spannende, phantasievolle Geschichte zu schreiben, die man kaum aus der Hand legen möchte.
Ich kenne mich mit der Sagenwelt der Edda zugegebenermaßen wenig aus, so daß ich nicht sagen kann, wie viel übernommen wurde und wie viel selbst erdacht ist, doch das ist bei der Geschichte wohl auch nicht wichtig. Schlagnamen, wie „Odin“, „Thor“ und „Asgard“ lassen den Leser ahnen, daß er sich in nordischen Mythen befindet.
Die Geschichte selbst erinnert zum Teil ein wenig an klassische Fantasy-Romane, wie vielleicht „Herr der Ringe“, findet man hier doch viele vertraute Elemente wieder, wie z.B. Drachen, Zwerge, Riesen, Alben. Doch trotz dieser Ähnlichkeit haftet der Geschichte etwas ganz eigenes an, wimmelt es in ihr doch auch von Göttern.
Spannend ist in dem Buch nicht nur Lifs Reise nach Asgard und der Ausgang des anschließenden Kampfes, sondern auch seine Erkenntnisse, die er innerhalb der Geschichte gewinnt. Lif begreift nach und nach, daß sein Leben durch das Schicksal bestimmt wird, das unablässig von den Göttern geknüpft wird. Dennoch sind auch die Götter nicht allmächtig, denn sie knüpfen nur das Schicksal, das bereits längst feststeht. Selbst über sie herrschen andere – viel mächtigere Götter, die ihrerseits vielleicht wieder von anderen Göttern beherrscht werden.
Hierbei ist kein Bezug zum wirklichen Leben herzustellen, doch der Gedanke, daß auch Götter von Göttern beherrscht werden und somit nicht allmächtig sind, faszinierte mich.
In dem Buch gibt es neben den genannten Bezeichnungen, wie Ragnarög noch viele weitere fremdartig klingende. Dennoch wirkt dies im Verlauf der Handlung nicht verwirrend, denn man gewöhnt sich schnell an die vielen neuen und zum Teil sehr fremd klingende Namen und Bezeichnungen.
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Fazit:
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Midgard ist ein wirklich tolles Buch! Es ist äußerst spannend geschrieben und hält sich nicht mit langen, aktionsarmen Passagen auf. Der Leser wird schnell in die nordische Sagenwelt gezogen und lernt zusammen mit Lif ihre Bedeutung und ihre Namen.
Für mich hat sich wieder einmal bestätigt, daß die Bücher, die Wolfgang Hohlbein zusammen mit seiner Frau Heike schreibt, meißtens auch die phantasievolleren sind. Zudem scheint es ihm nach wie vor zu liegen Geschichten zu schreiben, die entweder im Mittelalter anzusiedeln sind oder aber in der Welt der klassischen Fantasy.
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Meine Ausgabe:
Wolfgang und Heike Hohlbein: Midgard. München: Heyne 1998. Das Buch hat 347 Seiten und kostete mal 14 DM. Ich habe es allerdings für 2,50€ als Mängelexemplar ohne wirkliche Mängel erstanden.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-17 18:59:50 mit dem Titel Christoph Ransmayr: Die letzte Welt
Christoph Ransmayrs Buch „Die letzte Welt“ gehört nicht zu den Büchern, die den meißten bekannt sein dürften, obwohl er für das Buch mit Preisen ohne Ende überhäuft worden ist.
Story:
Der junge Römer Cotta macht sich auf die lange Reise zu der Küstenstadt Tomi, in die Ovid aus Rom verbannt worden ist. Sein Ziel ist es Ovid zu finden und von ihm dessen Buch die „Metamorphosen“ zu erhalten, da Ovid dieses vor seiner Abreise in die Verbannung verbrannt hat.
In Tomi angelangt begibt er sich nach Trachila – einem abgelegenen Ort in den Bergen – da Ovid dort leben soll. Anstelle von Ovid findet er in der klirrenden Kälte nur dessen Diener Pythagoras – einen verrückt erscheinenden Greis. Doch Cotta gibt nicht auf und beschließt weiter nach Ovid zu suchen.
Seine Suche bleibt erfolglos, denn die Bewohner Tomis begegnen ihm mit völliger Gleichgültigkeit und sind der Meinung, daß Ovid auch früher bereits länger verschwunden blieb. Erst als Cotta Echo, die den Haushalt von Lycaon führt, bei dem Cotta wohnt, kennen lernt, scheint er sich dem Ziel zu nähern. Echo, die sonst schweigsam ist und auf Fragen nur durch ein Echo antwortete, gibt Cotta nun Antworten. Sie erzählt ihm von Ovid und von seinen Metamorphosen. Bald jedoch, nach einem schweren Sturm, bleibt Echo für immer verschwunden.
Cotta wird von nun an immer mehr in das Leben in Tomi hineingezogen und, wie es scheint, auch immer mehr in die Metamorphosen des Ovid. Bald schon geschehen seltsame Dinge in Tomi: Menschen verwandeln sich in Stein oder in Vögel, die Natur überwuchert die Stadt und seltsame riesige Spinnen erscheinen... .
Zum Autor:
Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wien geboren und hat dort Philosophie studiert. Er arbeitete zunächst als Reporter und Kulturredakteur unter anderem für Geo und Merian.
Seit 1982 arbeitete er als freier Autor. Er begann kleinere Geschichten und Romane zu verfassen. „Die letzte Welt“ ist sein dritter Roman, ihr ging „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ voraus und es folgte „Morbus Kitahara“.
Im Moment lebt Ransmayr in Irland (und schreibt hoffentlich einen neuen Roman ; ) )
Meine Meinung:
Die Story des Buches wiederzugeben ist enorm schwierig, zumal man dabei nicht auf das wichtigste eingehen kann: Die Sprache des Buches und die Art und Weise, in der es verfasst wurde! Ransmayr bietet hier gehobene Literatur, die auf Anhieb vielleicht nicht zu verstehen ist, die jedoch allein durch die Sprachgewalt beeindruckt. Zwei Dinge müssen hier besonders hervorgehoben werden: Zum einen die Verwendung etlicher Anachronismen und zum anderen der Schreibstil.
Schreibstil:
Das Buch ist nicht einfach so runtergeschrieben – das merkt man beim Lesen. Man bekommt sogar den Eindruck, das kein Satz – ja noch nicht mal die einzelnen Wörter gedankenlos geschrieben worden sind, sondern daß Ransmayr jeden Satz und jedes Wort genau überdacht hat. Dennoch wirkt die Geschichte dadurch nicht gekünstelt oder gar konstruiert – ganz im Gegenteil.
Vielmehr weist sie eine enorme sprachliche Schönheit und Einmaligkeit auf. Alles wirkt besonders. Einem Hirsch wird z.B. nicht einfach Heu zum Fressen vorgeworfen, sondern Kastanien und getrocknete Rosenknospen.
Anachronismen:
List man das Buch zum ersten Mal, so wird man verwirrt sein. Zunächst glaubt man sich zur Zeit von Ovid zu befinden – also um 8 n. Chr., doch bald schon steht Cotta in Tomi vor einer rostigen Bushaltestelle und Ovid spricht in einem Rückblick vor einem Strauß Mikrophone. Diese Vermischung und Verwischung der Zeit zieht sich quer durch den gesamten Roman.
In einer Hausarbeit, die ich kürzlich zu diesem Thema verfasste kam ich zu dem Schluß, daß dies dazu dient, den fiktiven Charakter der Geschichte deutlich zu machen. Neben Fakten, also z.B. der Verbannung Ovids, verwendet Ransmayr auch Fiktion, wie z.B. die Verbrennung der „Metamorphosen“. In Wirklichkeit hat Ovid sein Buch nie verbrannt, denn sonst könnte man es heute ja nicht mehr erwerben.
Aufhänger der Handlung ist also bereits die Fiktion.
Ransmayr wollte ursprünglich eine moderne Übersetzung der Metamorphosen verfassen, als er begann sich intensiv mit dem Werk Ovids zu befassen. Herausgekommen ist sein Roman „Die letzte Welt“. Dennoch ziehen sich die Metamorphosen quer durch das gesamte Buch. Nicht nur dadurch, daß Cotta dieses Buch sucht, sondern auch in Form der Bewohner Tomis etwa. Sie tragen durchweg Namen von Figuren der Metamorphosen. Z.B.: Cyparis, Echo, Arachne, Itys usw. .
Ransmayr hat zum besseren Verständnis dem Roman ein „ovidisches Repertoire“ angehängt, in dem man die Bedeutung der Figuren für den Roman aber auch ihre ursprüngliche für die Metamorphosen nachlesen kann.
Fazit:
Ransmayrs Roman ist ein wahres Meisterwerk, das mir bei jedem Lesen besser gefällt. Es ist sicherlich kein einfaches Buch, das man entspannt vor dem Schlafen lesen kann. Man muß schon konzentriert bei der Sache bleiben, um der Geschichte folgen zu können.
Für mich ist es eines der besten Bücher der letzten Zeit. Es ist sprachlich einmalig und hochwertig. Wer behauptet, daß heutzutage keine hochwertige Literatur mehr verfasst wird, der sollte dieses Buch lesen.
Um das Buch zu lesen und zu verstehen sind im übrigen Kenntnisse der Metamorphosen von Ovid nicht unbedingt erforderlich. Zum besseren Verständnis sind sie manchmal nützlich, doch dazu reicht auch der Anhang des Buches selbst.
Meine Ausgabe:
Christoph Ransmayr: Die letzte Welt. Frankfurt am Main: Eichborn 1991. Das Buch hat 320 Seiten. Was es gekostet hat weiß ich nicht, denn dieses Buch habe ich zum Abitur geschenkt bekommen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 14:36:58 mit dem Titel Wolfgang und Heike Hohlbein: Drachenfeuer
In diesem Buch haben sich Heike und Wolfgang Hohlbein diesmal zum großen Teil von der keltischen Mythologie inspirieren lassen. Viele ihrer Geschöpfe wurden in der Geschichte übernommen.
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Story:
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Chris ist mit seinen Eltern nach Irland gereist, da sein Vater dort beruflich zu tun hat: Er soll einen Weg durch einen Berg sprengen. Chris ist von Irland zunächst wenig begeistert, bietet ihm dieses Land doch außer Landschaften nur Langeweile.
Doch bald schon ändert sich dies dramatisch: Er beobachtet einen rothaarigen Jungen: Llewellyen, der eine seltsame Sprache spricht und scheinbar niemand weiß, woher er ursprünglich stammt. Dieser treibt sich in der Gegend um den geplanten Sprengungsort herum. In der Burgruine von Ross Castle verliert Chris vorübergehend seine Spur, doch dann entdeckt er einen Geheimgang, der tief in den Berg führt. Dort befinden sich scheinbar endlose Gänge und Räume – doch nicht nur das! Chris trifft plötzlich auch auf seltsame Kreaturen, denen er nur knapp entkommen kann.
Da Chris neugierig geworden ist, was es mit den seltsamen Gängen und Kreaturen auf sich hat, beschließt er der Sache weiter auf den Grund zu gehen. Dabei wird er durch ein Tor plötzlich in eine andere Welt katapultiert. In dieser wimmelt es nur so von seltsamen Gestalten: Sidhe, Tuatha de Dannan, Buka, Merrow und vielen anderen.
Bald schon muß er jedoch feststellen, daß dieses Reich von bösen Mächten bedroht wird: den Milesiern – einem Volk aus dem Norden, das dieses Land um jeden Preis erobern will und dabei mit unglaublicher Gewalt vorgeht. Und noch eines wird bald klar: Chris selbst wurde erwartet! Nach einer Prophezeihung wird jemand aus einer der anderen Welten kommen und das Land Erinn retten. Die Bewohner Erinns glauben, daß dies Chris ist. Bald schon wird er zum Elfenkönig Fuavarra gebracht, der ihm sagt, was er tun soll: In das kalte Land gehen und ein Drachenei holen, denn die Druiden würden dann den Drachen beschwören und diesen gegen die Milesier einsetzen.
Doch in der Vergangenheit hat es einen solchen Versuch schon einmal gegeben und damals schlug er fehl. Der Drache hatte Städte und ganze Landstriche verwüstet, weil er sich nicht bezwingen lies. Aus diesem Grund bezweifeln auch viele Bewohner Erinns, daß es diesmal klappen könnte und auch Chris ist sich unsicher darüber, ob er den Wunsch des Elfenkönigs erfüllen soll und kann oder nicht. Er trifft eine in jeder Beziehung folgenschwere Entscheidung... .
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Meine Meinung:
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Bisher habe ich in hohen Tönen von den Büchern geschwärmt, die von Heike und Wolfgang Hohlbein gemeinsam verfaßt wurden. Nun, dies muß sich nun ändern. Nun ist eingetreten, was ich bisher nur auf die Bücher bezogen habe, die Wolfgang Hohlbein allein verfaßte: Es gibt gute, die mich begeistern können aber es gibt auch schlechte, bzw. weniger gute, die mich eher langweilen oder bisweilen sogar nerven. Dieses Buch gehört leider zur letzteren Kategorie!
Die Geschichte beginnt interessant und man kann und mag der Erzählung gut folgen, doch dann gibt es einen plötzlichen Bruch. Das, was sich zu Anfang abzeichnete wird plötzlich nicht mehr fortgeführt, sondern eine völlig andere und neue Geschichte erzählt. Auf mich wirkte dies irritierend und rief ein absolutes Unverständnis hervor. Plötzlich bekam die Geschichte dadurch einen unmotivierten Charakter und man konnte als Leser die Zusammenhänge nicht mehr nachvollziehen.
Ein weiteres Problem des Buches ist, daß es sich bisweilen zieht. Da die Geschichte größtenteils absehbar ist – was an sich nicht schlimm ist – wäre es gut gewesen ein wenig mehr Tempo vorzulegen. So jedoch war ich oft versucht das Buch aus der Hand zu legen und statt dessen zu einem anderen zu greifen, das mich mehr unterhalten kann.
Das schlimmste an diesem Buch war aber wohl der Nerv-Effekt, den es bei mir auslöste. Um diesen näher zu erläutern werde ich ausführen, was die Hohlbeins erreichen wollten, statt dessen aber erreichten:
Erreicht werden sollte, daß sich ein deutlicher Konflikt innerhalb der Hauptfigur Chris abzeichnet. Ein Konflikt, in den er gerät, weil er einerseits helfen will, andererseits aber eine Gefahr in der Art seiner Hilfe sieht: dem Drachen. Deutlich sollte außerdem werden, daß es in einem Krieg kein falsch und richtig gibt; zumindest insoweit, als daß jede Partei ihre berechtigte Motivation hat den Krieg zu führen und am Ende jeder dabei verlieren wird: Menschenleben usw. .
Erreicht wurde, daß Chris innerhalb des Buches unendlich oft schwankte zwischen dem Beschluß zu helfen und dem nicht zu helfen: also den Drachen zu holen oder nicht. Auf mich wirkte dies nach einer Weile nervig und unglaubwürdig und regte mich dermaßen auf, daß ich ihn am liebsten am Schlawittchen gegriffen hätte, um ihn lautstark zu fragen, wie denn nun bitte seine ENDGÜLTIGE Entscheidung aussehe. Statt innerer Zerrissenheit gab es nur fast zerrissene Nerven, zumal mir nie wirklich ganz klar wurde, warum er seine Meinung wechselt.
Aus der eigentlich ganz guten Aussage, daß es kein richtig, bzw. falsch gibt wurde ein stark stilisierter theatralisch erhobener Zeigefinger. Schade!
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Fazit:
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Ich habe mich mit diesem Buch schwer getan. Auf mich wirkte es streckenweise langatmig bis -weilig und zum ersten Mal bei Hohlbein überlegte ich ernsthaft das Buch wegzulegen und statt dessen ein anderes zu lesen.
Man kann zwar nicht behaupten, daß diese Geschichte nicht phantasievoll sei, doch mich konnte sie nur schwer und an wenigen Stellen in den Bann ziehen.
Gute Ansätze scheitern an einer schlechten Umsetzung – hier leider besonders.
Empfehlen kann ich es nur für absolute Fans oder aber als Jugendbuch!
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Meine Ausgabe:
Wolfgang und Heike Hohlbein: Drachenfeuer. München: Heyne 2002.
Das Buch hat 460 Seiten und kostet normalerweise 8,95€. Ich habe die Ausgabe allerdings mal wieder als Mängelexemplar ohne sichtbare Mängel für 2,50€ erstanden.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-11 16:34:30 mit dem Titel J. Gregory Keyes: Aus Wasser geboren
In letzter Zeit stöbere ich gerne mal in den Bücherständen auf denen Preisreduzierte Mängelexemplare zu finden sind. Das hat den Vorteil, daß man auch mal Bücher mitnehmen kann, deren Autor man zwar nicht kennt, die jedoch vom Thema ganz interessant klingen. Ein großes Risiko geht man so jedenfalls nicht ein, wenn dann ein Buch doch mal nicht ganz so toll war.
„Aus Wasser geboren“ von J. Gregory Keyes fiel mir auch auf diese Art zufällig in die Hände.
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Die Story:
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Bis kurz vor Ende ziehen sich zwei Handlungsstränge durch das Buch, die ich nacheinander vorstellen werde.
1.Handlungsstrang:
Hezhi ist Prinzessin. Sie lebt im Palast der Wüstenstadt Nhol, in dem auch die Herrscherfamilie des „Großen Flusses“ lebt. Ihr Vater, der große Chakunge, regiert das Land. Wie es Tradition ist, lebt Hezhi nicht bei ihren Eltern, sondern wird von ihrer Amme Qey erzogen und umsorgt. Außerdem steht ihr Tsem zur Seite – ein Halbriese, der ihr Leibwächter aber auch so etwas wie ein Freund ist.
Vor einiger Zeit wurde D\'en, der Bruder von Hezhi, durch die Priester verschleppt. Sie allein entscheiden, welches Königskind zur Herrschaft bestimmt ist und welches für immer in den Katakomben des großen Flusses unter dem Palast verschwindet. Letzteres Schicksal ist auch ihrem Bruder wiederfahren, über den nur noch als D\'en-nata gesprochen wird – nata=Geist!
Immer wieder begibt sich Hezhi auf die Suche nach ihrem Bruder, bleibt dabei jedoch erfolglos. Erklären, was mit ihm passierte, kann ihr niemand, denn die Priester haben über alle einen Fluch gelegt, der sie schmerzhaft daran hindert auch nur ein verbotenes Wort auszusprechen.
Hezhi läßt sich jedoch nicht entmutigen. Sie beginnt in der Bibliothek des Palastes in Büchern nach einer Antwort zu suchen. Einer Antwort darauf, was ihrem Bruder widerfuhr und auch einer Antwort darauf, was ihr eventuell bevorstehen könnte. Nach einiger zeit gelingt es ihr durch die Hilfe des Bibliothekars Ghan der Lösung nahe zu kommen. Scheinbar wohnen in jedem Mitglied ihrer Familie starke Kräfte, da alle Familienangehörigen mit dem Gott des großen Flusses verbunden sind. Diese Kräfte zeigen sich in der Pubertät und auch Hezhi bemerkt langsam, wie etwas in ihr heranwächst. Als die Priester sie testen begreift sie, daß sie in großer Gefahr schwebt. In ihrer Not bittet sie den großen Fluß ihr jemanden zu schicken, der sie rettet... .
2.Handlungsstrang:
Perkar lebt in dem Waldland Alwat. Seine Familie lebt im Bunde mit der Flußgöttin. In diesem Land steckt in jedem Baum, in jedem Fluß – einfach in allem ein Gott, den man preisen kann und die den Menschen manchmal helfen. Perkar ist gerade erwachsen geworden.
Eines Tages kommt König Kapaka mit einigen Männern in seiner Begleitung auf den Hof seines Vaters. Kapaka hat vor den „Herrn des Waldes“ – den obersten Waldgott – aufzusuchen, um ihn um Land für seine Söhne zu bitten, denn der Lebensraum ist knapp geworden. Perkar schließt sich der Gruppe gern an, hat er doch ein Vorhaben im Hinterkopf: Er will „Den Verschlinger“ suchen. Dieser Fluß verschlingt alles und jeden, doch vor allem auch den Fluß seiner geliebten Flußgöttin.
Da Perkar klar ist, daß man einen Gott nicht mit einer normalen Waffe töten kann, begibt er sich heimlich in die Höhle des Herrn des Waldes, in der sich auch eine Waffenkammer befindet. Hier entwendet er das Schwert Harka, in dem auch ein Gott wohnt. Doch sein Unterfangen bleibt nicht ohne Folgen: Der Herr des Waldes zürnt dieser Tat und läßt Perkar und alle anderen durch den Krähengott und die Jägerin verfolgen. Fast alle kommen zu Tode. Nur Perkar und Ngangata überleben, weil sie rechtzeitig den großen Fluß, den Verschlinger erreichen. Auf einem Boot des Krähengottes treiben sie auf dem Fluß dahin. Perkar wird bald klar, daß der Fluß sie nicht gehen lassen wird, weil er sie zu einem bestimmten Ziel bringen will... .
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Meine Meinung:
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Dieses Buch zu lesen hat richtig Spaß gemacht. Beide Handlungsstränge waren so spannend, daß ich mich manchmal nicht beherrschen konnte und so den einen überblätterte, um zunächst den anderen weiter zu lesen.
Das Buch bietet klassische Fantasy, ohne jedoch nur auf altes zurückzugreifen. Vielmehr wurde hier eine völlig neue Art erschaffen, in der sich Wesen tummeln, die so bisher noch nicht erdacht wurden. Besonders gut hat mir dabei die Idee mit den Göttern und Geistern gefallen (in Hezhis Königsreich leben jede Menge Geister). Die Götter leben ihrerseits in einer art Hierarchie. Es gibt zwar in jedem Gegenstand einen Gott, aber auch Götter, die über einzelne Gebiete herrschen. Meistens dulden sie sich gegenseitig, doch wenn die Menschen einzelne von ihnen einfangen, um sie zu Häusern z.B. zu verarbeiten, so sind sie darum nicht traurig, denn so steigt nur ihre eigene Macht.
Obwohl relativ schnell im Buch klar wird, wie und warum sich die beiden Handlungsstränge treffen werden, so wird das Buch dennoch nicht langweilig. Viele Fragen bleiben lang genug offen, um die Spannung zu erhalten.
Auch die Abenteuer der beiden Hauptakteure tragen zum Erhalt der Spannung enorm bei.
Der amerikanische Autor hat bis auf dieses Buch bisher nur noch ein anderes verfasst: „Der schwarze Gott“. Ich werde nach diesem Buch in jedem Fall Ausschau halten, da ich mir davon genau so viel Spannung und Spaß beim Lesen verspreche, wie von diesem.
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Fazit:
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Diese Buch ist spannend von Anfang bis zum Ende, wobei man schnell und gut in die Story hineinfindet. Hat man erst einmal mit dem Lesen begonnen, so möchte man dieses Buch nicht so schnell wieder aus den Händen legen.
Für Freunde der Fantasy-Romane absolut empfehlenswert!
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Meine Ausgabe:
J. Gregory Keyes: Aus Wasser geboren. Heyne: München 2000. Das Buch hat 575 Seiten und kostete mal 8,95€. Ich habe aber dieses Buch ebenfalls mal wieder für 2,50€ als preisreduziertes Mängelexemplar ohne wirkliche Mängel erstanden.
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